Die Hochzeit der Chani Kaufman
Buy Now
By using these links, you support READO. We receive an affiliate commission without any additional costs to you.
Description
Book Information
Author Description
Eve Harris, geboren 1973 in London, Tochter polnisch-israelischer Eltern, arbeitete zwölf Jahre als Lehrerin, darunter an katholischen und jüdisch-orthodoxen Mädchenschulen in London und Tel Aviv. ›Die Hochzeit der Chani Kaufman‹ schaffte es auf die Longlist des renommierten Man Booker Prize. Eve Harris lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern in London.
Characteristics
1 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Posts
Jüdisches Bridgerton?👰
In ihrem Buch zeichnet Eve Harris wunderbar eine konservative Gesellschaft, die stets zwischen Gesellschaftsdruck und individuellen Bedürfnissen hin- und hergerissen ist. Auch in der jüdisch-orthodoxen Gesellschaft sind Entscheidungen nicht immer schwarz oder weiß, sondern von unendlich vielen Graustufen geprägt. Die Darstellung einzelner Charaktere wie Chani, Avromi oder Mrs. Zilberman zeigt, wie sie stets mit ihrem Glauben konfrontiert werden, ohne dabei ihre Individualität aufgeben zu wollen. Das Thema erinnert mich ein bisschen an die erste Staffel von Bridgerton. Wer die Serie liebt, wird auch mit diesem Buch etwas anfangen können.
Das Buch hat mich richtig gepackt – ich habe an einem Tag mehrere hundert Seiten gelesen, weil ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Die Geschichten sind spannend, menschlich unglaublich interessant und emotional mitreißend erzählt. Was mich besonders beeindruckt hat, war, dass man eigentlich mit fast allen Figuren mitfühlt. Das passiert selten. Man kann sich in die unterschiedlichen Perspektiven hineinversetzen, versteht ihre Entscheidungen, ihre Konflikte und ist mit ihnen gemeinsam frustriert über die großen Fragen und Ungerechtigkeiten des Lebens. Das Buch trifft einen stellenweise wirklich mitten ins Herz. Gleichzeitig bleibt es spannend und packend, teilweise auch literarisch richtig stark geschrieben, ohne dabei distanziert zu wirken. Außerdem lernt man unglaublich viel über das chassidische Judentum und die Lebenswelt dahinter. Teilweise musste ich zwar einige Begriffe nachschauen, weil es doch viele spezifische Ausdrücke und kulturelle Bezüge gibt, aber genau das hat die Welt auch so lebendig und authentisch gemacht.
Starke Geschichte, starke Frauen
Chani soll heiraten, wie das in jüdischen Familien für junge Frauen so üblich ist. Doch wie ist das, einen Mann zu heiraten, den man eigentlich gar nicht kennt? Und wenn dann noch diverse Widrigkeiten auf einen zukommen? Wenn man gar nicht bereit dafür ist, ein solches Leben zu führen? Eve Harris erzählt die Geschichte von Chani und einer anderen starken Frau, die versuchen mit ihrem Leben auf unterschiedliche Art und Weise klar zu kommen. Ein toller Roman, bei dem man noch so viel lernen kann.

Ich hatte zunächst den zweiten Band um Chani Kaufman gelesen - den am 24.01.2024 erschienenen Roman „Die Hoffnung der Chani Kaufman“. Dieser hatte mir so gut gefallen, dass ich schnell auch das hier besprochene Buch lesen wollte. Und darüber bin ich sehr froh, da es den zweiten (auch sehr guten Teil) noch ein wenig überragt. Dieses Gefühl ergibt sich sicher aus dem Umstand, dass die Romanfiguren hier aufgebaut werden und vieles, was im zweiten Teil nicht ganz klar (wenn auch überraschend gut verständlich) war erklärt. Wir lernen die Titelgeberin kennen, eine - für jüdische Umstände - aufmüpfige junge Frau, die so langsam unter die Haube muss. Dann ist da der angehende Rabbi Baruch Levy, der - für einen frommen Juden unüblich - einen fast verbotenen Blick - im Rahmen einer Hochzeit - auf Chani wirft und sich sofort in sie verliebt. Gegen den Widerstand seiner elitären Mutter weigert er sich, andere Braut-Kandidatinnen zu akzeptieren - er will Chani. Auch sie will ihn und so setzen sie sich gegen die Intrigen seiner Mutter durch und heiraten schließlich. Dann ist da Baruchs bester Freund Avromi, Sohn eines Rabbis, auf Wunsch seiner Mutter auf einer weltlichen Universität. Es kommt, wie es kommt, er lernt eine Nichtjüdin kennen und verliebt sich in diese. Kann das gut gehen oder wird er doch von seiner frommen Welt eingeholt? Und schließlich ist dort Avromis Mutter die Rebbetzin Zilberman, die sich für ihren Mann Rabbi Zilberman für das Leben in der orthodoxen Londoner Gemeinde entschieden hat. Tragische Ereignisse lassen sie jedoch an Mann und dem Ultra frommen Leben zweifeln. Der Leser wird mitgenommen in eine fromme Welt, in der es zahlreiche Traditionen und Rituale gibt - etwas, dass die Menschen in Gottes Namen leiten und ihnen Halt geben soll; doch sind es gerade diese Traditionen, die sich zum Teil als überholt erweisen; oder zumindest die Menschen in Zwängen gefangen halten, die sie - in der Realität aufwachend - einengen. Und dabei müssen diese Realitäten nicht einmal von traumatischen Umfängen sein. Es reicht auch, nicht zu wissen, was man als Bräutigam eigentlich in der Hochzeitsnacht mit der Braut anfangen soll - angefangen mit der Frage, wie man eigentlich richtig küsst. All diese kleinen und großen Dinge erzählt Eve Harris in einem Ton zwischen Witz, Komik und bitterem Ernst und das in einem Schreibstil, der das Buch zu einem Pageturner macht. Ich empfehle es jedem, der an einer Geschichte interessiert ist, die neben Liebe auch einen Teil an Wehmut beinhaltet; und wenn man sich für andere Kulturen und deren Stärken und Schwächen interessiert, dann kann man hier nichts falsch, sondern nur alles richtig machen. Von mir 5/5 und der Tipp, auch den zweiten Teil zu lesen.
Jüdische Gemeinde - Die Heirat
Die chassidischen Glaubensregeln und das Leben mit und durch ihnen werden hier sehr gut dargestellt. Mit Sicherheit nicht einfach in der heutigen Zeit, wie die jungen Menschen auf die Hochzeit und den ersten ehelichen Geschlechtsverkehr vorbereitet werden … hatte des öfteren tiefes Mitleid vor allem mit Chani und ihrem Bräutigam Baruch. Schön geschrieben, klare Leseempfehlung, wenn man ein bisschen Interesse für spezielle und andere Lebensweisen hat!
📚 Inhalt Chani Kaufman und der angehende Rabbiner Baruch Levy wurden durch eine Heiratsvermittlerin zueinander gebracht. Sie und ihre Eltern sind mit der Ehe einverstanden und nach drei Mal treffen heiraten sie. Aber wie funktioniert eine Ehe mit einem Menschen, den man nicht kennt? Wir erleben eine fast unmögliche Liebesgeschichte in einer Welt voller Regeln und Rituale. 📖 Meinung Also zu aller erst muss ich einfach sagen, dass ich die Cover aus dem Diogenes Verlag liebe. Sie sind so schlicht und schön gestaltet. Und meistens versteckt sich hinter dem schlichten Cover eine wahre Perle. So war auch dieses wunderbare Buch eine echte Perle! Ich habe das Buch per Zufall entdeckt und irgendwie hat es mich angezogen. Ich mag es, mehr über andere Kulturen und Religionen zu erfahren und mir fällt immer wieder auf, wie wenig ich über den jüdischen Glauben weiss. Wir begleiten die junge Chani auf dem Weg zu ihrer Hochzeit und erfahren einiges über den jüdischen Glauben und Brauchtum. Auf der anderen Seite begleiten wir die Frau des Rabbiners. Beide Frauen stehen an ganz unterschiedlichen Punkten in ihrem Leben und sie entwickeln sich dementsprechend ganz anders. Mir hat es sehr gefallen, diese unterschiedlichen Perspektiven zu erhalten und beide Frauen besser kennen zu lernen. Die Autorin lässt beide Charaktere Entwicklungsschritte durchmachen, die sehr gut nachvollziehbar für mich waren und sehr echt gewirkt haben. Generell sind die Figuren gut ausgearbeitet und hauchen der Geschichte Leben ein. Die Autorin gibt sehr intime Einblicke in die ultraorthodoxe Gemeinschaft und ich finde diesen Schritt äusserst mutig, denn ich kann mir vorstellen, dass dies in der jüdischen Community nicht besonders gut angekommen ist. Aber für mich wirkten ihre Erzählungen einfühlsam und nicht wertend, ich konnte mir als Leserin eine eigene Meinung bilden und mein Bewusstsein und mein Wissen über die jüdische Lebensweise wurde geschärft.
Jüdisches Leben erfahren
Ein unglaublich lehrreicher Roman. Man erfährt viel über das jüdische Leben. Die Story ist frei erfunden, könnte sich aber genau so irgendwo abspielen. Man benötigt für dieses Buch Interesse am Jugentum. Ich könnte mit sonst vorstellen, dass das Werk zu reichen ist. Ich fand es großartig
Dieses Buch ist so viel mehr als nur eine Geschichte über zwei jüdische junge Erwachsene, die ihr gemeinsames Leben mit der Ehe besiegeln werden. Und das, obwohl sie sich kaum kennen, denn die Traditionen verlangen es nun einmal so, oder zumindest ihre Familien und Gemeinde. Es bietet Einblicke in den jüdischen Alltag, Sorgen und Gedanken, Rituale, Traditionen. Und Sorgen, Ängste, Zweifel. Und das alles im Kontrast zweier Generationen - die Lehrenden und die Lernenden. Was bedeutet es, verheiratet zu sein? Was bringt die Ehe mit sich? Welche Veränderungen oder Hindernisse? Blinder Gehorsam, Seite an Seite den Weg beschreiten? Sich selbst verlieren oder für sich selbst kämpfen? Welche Erwartungen haben Unverheiratete? Was geben die Verheirateten ihren Kindern mit? Und wer, wenn nicht unsere engsten Vertrauten, könnten uns beibringen, wie das Leben weitergeht? Während des Lesens dieses bemerkenswerten Buchs merkte ich, wie froh ich doch bin, in einer Familie ohne bindende Traditionen, ohne feste Regeln aufgewachsen zu sein. Doch zeitgleich faszinierten mich die intimen Einblicke in das Leben dieser jüdischen Familien, Frauen, Männer und Kinder gleichermaßen. Ich freue mich sehr darauf, bald das nächste Buch zu lesen!
Schön! Eve Harris is hier ein wirklich schöner, einfühlsamer und soweit ich das beurteilen kann, auch authentischer Roman gelungen, der verschiedene Personen aus der orthodoxen chassidischen Gemeinde in London begleitet. Dreh und Angelpunkt der Geschichte ist die Hochzeit von Chani und Baruch, zwei junge Menschen, die nicht viel vom Leben wissen, wenig über den jeweils anderen und trotzdem heiraten wollen. Mit ihnen lernen wir auch Chanis und Baruchs Eltern kennen und die Rebbetzin Rivka, die Chani Unterricht gibt um sie auf das Eheleben vorzubereiten. Auf der einen Seite haben wir Chani und Baruch, gerade dem Teenageralter entwachsen wollen sie heiraten und müssen sich der ein oder anderen Widrigkeit entgegenstellen, ob das nun ein Tretboot ist, oder Baruchs Mutter, die absolut nicht einverstanden ist mit der Wahl ihres Sohnes. Besonders Chani fand ich absolut entzückend, auf der einen Seite – ja, orthodox, aber auch neugierig, lustig und dickköpfig. Besonders die Szenen in denen Sie Baruchs Mama die Meinung sagt sind ganz großartig. Auf der anderen Seite haben wir Rikva, die Rebbetzin der Gemeinde, die schon länger mit ihrem Leben als orthodoxer Jüdin hadert, zu welchem sie sich vor allem zu liebe ihres Mannes Chaim entschlossen hat. Wir erfahren einiges über die Anfänge der Beziehung im liberalerem Jerusalem und auch über die Schicksalsschläge die die Familie erdulden musste. Ihre und Chaims Geschichte fand ich vielleicht sogar noch ein bisschen interessanter als die von Chani und Baruch. Ein paar Mal kommt auch Avromi zu Wort, Rivkas und Chaims Sohn, der sich in eine Nicht-Jüdin verliebt und auch sehr unter dieser Situation leidet, er war wie ein Amischer auf Rumspringa, vollkommen überfordert, ich habe so mit ihm gelitten. Eve Harris hat einen angenehmen unaufgeregten Schreibstil und besonders die hebräischen und jiddischen Ausdrücke, die im Glossar erklärt werden fand ich spannend und interessant, so habe ich auch etwas für mich aus dem Buch mitnehmen können. Insgesamt eine leichte Lektüre, die man leicht einfach so weglesen kann und die aus verschiedenen Blickwinkeln auf die orthodoxe jüdische Gemeinschaft blickt. Hat mir sehr gut gefallen.
Es zeigt, wie Religion sowohl Orientierung als auch Enge bringen kann – und wie stark das Menschsein letztlich überall durchscheint.
Dieses Buch öffnet die Tür zu einer Welt, die vielen verborgen bleibt – eine Welt geprägt von religiösen Regeln, Traditionen und einer inneren Ordnung, die auf den ersten Blick Halt zu geben scheint. Doch schon bald wird klar: Was als Schutz gedacht ist, kann ebenso gut zum Käfig werden. Die Autorin gibt Einblick in eine abgeschottete religiöse Gemeinschaft – nicht wertend, sondern beobachtend, klug und nuanciert. Besonders eindrücklich ist das Spannungsfeld zwischen uralten Geboten und der modernen Welt. Während einige sich an jede Vorschrift klammern, beginnen andere zu hinterfragen, zu zweifeln, sich anzupassen. Was zunächst als sicherer moralischer Rahmen erscheint, entpuppt sich nicht selten als System, das Widersprüche und Doppelmoral nicht nur duldet, sondern stillschweigend mitträgt. Verwirrend und gleichzeitig faszinierend ist dabei, wie sich auch in dieser abgeschlossenen Welt ganz „normale“ menschliche Dynamiken entfalten: Ausgrenzung, Anpassung, Gruppenzwang, aber auch Freundschaft, Rebellion und stille Solidarität. Gerade in der Randlage werden universelle Prozesse sichtbar – so nah, dass man sich manchmal selbst darin erkennt.
Schön! Eve Harris is hier ein wirklich schöner, einfühlsamer und soweit ich das beurteilen kann, auch authentischer Roman gelungen, der verschiedene Personen aus der orthodoxen chassidischen Gemeinde in London begleitet. Dreh und Angelpunkt der Geschichte ist die Hochzeit von Chani und Baruch, zwei junge Menschen, die nicht viel vom Leben wissen, wenig über den jeweils anderen und trotzdem heiraten wollen. Mit ihnen lernen wir auch Chanis und Baruchs Eltern kennen und die Rebbetzin Rivka, die Chani Unterricht gibt um sie auf das Eheleben vorzubereiten. Auf der einen Seite haben wir Chani und Baruch, gerade dem Teenageralter entwachsen wollen sie heiraten und müssen sich der ein oder anderen Widrigkeit entgegenstellen, ob das nun ein Tretboot ist, oder Baruchs Mutter, die absolut nicht einverstanden ist mit der Wahl ihres Sohnes. Besonders Chani fand ich absolut entzückend, auf der einen Seite – ja, orthodox, aber auch neugierig, lustig und dickköpfig. Besonders die Szenen in denen Sie Baruchs Mama die Meinung sagt sind ganz großartig. Auf der anderen Seite haben wir Rikva, die Rebbetzin der Gemeinde, die schon länger mit ihrem Leben als orthodoxer Jüdin hadert, zu welchem sie sich vor allem zu liebe ihres Mannes Chaim entschlossen hat. Wir erfahren einiges über die Anfänge der Beziehung im liberalerem Jerusalem und auch über die Schicksalsschläge die die Familie erdulden musste. Ihre und Chaims Geschichte fand ich vielleicht sogar noch ein bisschen interessanter als die von Chani und Baruch. Ein paar Mal kommt auch Avromi zu Wort, Rivkas und Chaims Sohn, der sich in eine Nicht-Jüdin verliebt und auch sehr unter dieser Situation leidet, er war wie ein Amischer auf Rumspringa, vollkommen überfordert, ich habe so mit ihm gelitten. Eve Harris hat einen angenehmen unaufgeregten Schreibstil und besonders die hebräischen und jiddischen Ausdrücke, die im Glossar erklärt werden fand ich spannend und interessant, so habe ich auch etwas für mich aus dem Buch mitnehmen können. Insgesamt eine leichte Lektüre, die man leicht einfach so weglesen kann und die aus verschiedenen Blickwinkeln auf die orthodoxe jüdische Gemeinschaft blickt. Hat mir sehr gut gefallen.
Characteristics
1 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Description
Book Information
Author Description
Eve Harris, geboren 1973 in London, Tochter polnisch-israelischer Eltern, arbeitete zwölf Jahre als Lehrerin, darunter an katholischen und jüdisch-orthodoxen Mädchenschulen in London und Tel Aviv. ›Die Hochzeit der Chani Kaufman‹ schaffte es auf die Longlist des renommierten Man Booker Prize. Eve Harris lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern in London.
Posts
Jüdisches Bridgerton?👰
In ihrem Buch zeichnet Eve Harris wunderbar eine konservative Gesellschaft, die stets zwischen Gesellschaftsdruck und individuellen Bedürfnissen hin- und hergerissen ist. Auch in der jüdisch-orthodoxen Gesellschaft sind Entscheidungen nicht immer schwarz oder weiß, sondern von unendlich vielen Graustufen geprägt. Die Darstellung einzelner Charaktere wie Chani, Avromi oder Mrs. Zilberman zeigt, wie sie stets mit ihrem Glauben konfrontiert werden, ohne dabei ihre Individualität aufgeben zu wollen. Das Thema erinnert mich ein bisschen an die erste Staffel von Bridgerton. Wer die Serie liebt, wird auch mit diesem Buch etwas anfangen können.
Das Buch hat mich richtig gepackt – ich habe an einem Tag mehrere hundert Seiten gelesen, weil ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Die Geschichten sind spannend, menschlich unglaublich interessant und emotional mitreißend erzählt. Was mich besonders beeindruckt hat, war, dass man eigentlich mit fast allen Figuren mitfühlt. Das passiert selten. Man kann sich in die unterschiedlichen Perspektiven hineinversetzen, versteht ihre Entscheidungen, ihre Konflikte und ist mit ihnen gemeinsam frustriert über die großen Fragen und Ungerechtigkeiten des Lebens. Das Buch trifft einen stellenweise wirklich mitten ins Herz. Gleichzeitig bleibt es spannend und packend, teilweise auch literarisch richtig stark geschrieben, ohne dabei distanziert zu wirken. Außerdem lernt man unglaublich viel über das chassidische Judentum und die Lebenswelt dahinter. Teilweise musste ich zwar einige Begriffe nachschauen, weil es doch viele spezifische Ausdrücke und kulturelle Bezüge gibt, aber genau das hat die Welt auch so lebendig und authentisch gemacht.
Starke Geschichte, starke Frauen
Chani soll heiraten, wie das in jüdischen Familien für junge Frauen so üblich ist. Doch wie ist das, einen Mann zu heiraten, den man eigentlich gar nicht kennt? Und wenn dann noch diverse Widrigkeiten auf einen zukommen? Wenn man gar nicht bereit dafür ist, ein solches Leben zu führen? Eve Harris erzählt die Geschichte von Chani und einer anderen starken Frau, die versuchen mit ihrem Leben auf unterschiedliche Art und Weise klar zu kommen. Ein toller Roman, bei dem man noch so viel lernen kann.

Ich hatte zunächst den zweiten Band um Chani Kaufman gelesen - den am 24.01.2024 erschienenen Roman „Die Hoffnung der Chani Kaufman“. Dieser hatte mir so gut gefallen, dass ich schnell auch das hier besprochene Buch lesen wollte. Und darüber bin ich sehr froh, da es den zweiten (auch sehr guten Teil) noch ein wenig überragt. Dieses Gefühl ergibt sich sicher aus dem Umstand, dass die Romanfiguren hier aufgebaut werden und vieles, was im zweiten Teil nicht ganz klar (wenn auch überraschend gut verständlich) war erklärt. Wir lernen die Titelgeberin kennen, eine - für jüdische Umstände - aufmüpfige junge Frau, die so langsam unter die Haube muss. Dann ist da der angehende Rabbi Baruch Levy, der - für einen frommen Juden unüblich - einen fast verbotenen Blick - im Rahmen einer Hochzeit - auf Chani wirft und sich sofort in sie verliebt. Gegen den Widerstand seiner elitären Mutter weigert er sich, andere Braut-Kandidatinnen zu akzeptieren - er will Chani. Auch sie will ihn und so setzen sie sich gegen die Intrigen seiner Mutter durch und heiraten schließlich. Dann ist da Baruchs bester Freund Avromi, Sohn eines Rabbis, auf Wunsch seiner Mutter auf einer weltlichen Universität. Es kommt, wie es kommt, er lernt eine Nichtjüdin kennen und verliebt sich in diese. Kann das gut gehen oder wird er doch von seiner frommen Welt eingeholt? Und schließlich ist dort Avromis Mutter die Rebbetzin Zilberman, die sich für ihren Mann Rabbi Zilberman für das Leben in der orthodoxen Londoner Gemeinde entschieden hat. Tragische Ereignisse lassen sie jedoch an Mann und dem Ultra frommen Leben zweifeln. Der Leser wird mitgenommen in eine fromme Welt, in der es zahlreiche Traditionen und Rituale gibt - etwas, dass die Menschen in Gottes Namen leiten und ihnen Halt geben soll; doch sind es gerade diese Traditionen, die sich zum Teil als überholt erweisen; oder zumindest die Menschen in Zwängen gefangen halten, die sie - in der Realität aufwachend - einengen. Und dabei müssen diese Realitäten nicht einmal von traumatischen Umfängen sein. Es reicht auch, nicht zu wissen, was man als Bräutigam eigentlich in der Hochzeitsnacht mit der Braut anfangen soll - angefangen mit der Frage, wie man eigentlich richtig küsst. All diese kleinen und großen Dinge erzählt Eve Harris in einem Ton zwischen Witz, Komik und bitterem Ernst und das in einem Schreibstil, der das Buch zu einem Pageturner macht. Ich empfehle es jedem, der an einer Geschichte interessiert ist, die neben Liebe auch einen Teil an Wehmut beinhaltet; und wenn man sich für andere Kulturen und deren Stärken und Schwächen interessiert, dann kann man hier nichts falsch, sondern nur alles richtig machen. Von mir 5/5 und der Tipp, auch den zweiten Teil zu lesen.
Jüdische Gemeinde - Die Heirat
Die chassidischen Glaubensregeln und das Leben mit und durch ihnen werden hier sehr gut dargestellt. Mit Sicherheit nicht einfach in der heutigen Zeit, wie die jungen Menschen auf die Hochzeit und den ersten ehelichen Geschlechtsverkehr vorbereitet werden … hatte des öfteren tiefes Mitleid vor allem mit Chani und ihrem Bräutigam Baruch. Schön geschrieben, klare Leseempfehlung, wenn man ein bisschen Interesse für spezielle und andere Lebensweisen hat!
📚 Inhalt Chani Kaufman und der angehende Rabbiner Baruch Levy wurden durch eine Heiratsvermittlerin zueinander gebracht. Sie und ihre Eltern sind mit der Ehe einverstanden und nach drei Mal treffen heiraten sie. Aber wie funktioniert eine Ehe mit einem Menschen, den man nicht kennt? Wir erleben eine fast unmögliche Liebesgeschichte in einer Welt voller Regeln und Rituale. 📖 Meinung Also zu aller erst muss ich einfach sagen, dass ich die Cover aus dem Diogenes Verlag liebe. Sie sind so schlicht und schön gestaltet. Und meistens versteckt sich hinter dem schlichten Cover eine wahre Perle. So war auch dieses wunderbare Buch eine echte Perle! Ich habe das Buch per Zufall entdeckt und irgendwie hat es mich angezogen. Ich mag es, mehr über andere Kulturen und Religionen zu erfahren und mir fällt immer wieder auf, wie wenig ich über den jüdischen Glauben weiss. Wir begleiten die junge Chani auf dem Weg zu ihrer Hochzeit und erfahren einiges über den jüdischen Glauben und Brauchtum. Auf der anderen Seite begleiten wir die Frau des Rabbiners. Beide Frauen stehen an ganz unterschiedlichen Punkten in ihrem Leben und sie entwickeln sich dementsprechend ganz anders. Mir hat es sehr gefallen, diese unterschiedlichen Perspektiven zu erhalten und beide Frauen besser kennen zu lernen. Die Autorin lässt beide Charaktere Entwicklungsschritte durchmachen, die sehr gut nachvollziehbar für mich waren und sehr echt gewirkt haben. Generell sind die Figuren gut ausgearbeitet und hauchen der Geschichte Leben ein. Die Autorin gibt sehr intime Einblicke in die ultraorthodoxe Gemeinschaft und ich finde diesen Schritt äusserst mutig, denn ich kann mir vorstellen, dass dies in der jüdischen Community nicht besonders gut angekommen ist. Aber für mich wirkten ihre Erzählungen einfühlsam und nicht wertend, ich konnte mir als Leserin eine eigene Meinung bilden und mein Bewusstsein und mein Wissen über die jüdische Lebensweise wurde geschärft.
Jüdisches Leben erfahren
Ein unglaublich lehrreicher Roman. Man erfährt viel über das jüdische Leben. Die Story ist frei erfunden, könnte sich aber genau so irgendwo abspielen. Man benötigt für dieses Buch Interesse am Jugentum. Ich könnte mit sonst vorstellen, dass das Werk zu reichen ist. Ich fand es großartig
Dieses Buch ist so viel mehr als nur eine Geschichte über zwei jüdische junge Erwachsene, die ihr gemeinsames Leben mit der Ehe besiegeln werden. Und das, obwohl sie sich kaum kennen, denn die Traditionen verlangen es nun einmal so, oder zumindest ihre Familien und Gemeinde. Es bietet Einblicke in den jüdischen Alltag, Sorgen und Gedanken, Rituale, Traditionen. Und Sorgen, Ängste, Zweifel. Und das alles im Kontrast zweier Generationen - die Lehrenden und die Lernenden. Was bedeutet es, verheiratet zu sein? Was bringt die Ehe mit sich? Welche Veränderungen oder Hindernisse? Blinder Gehorsam, Seite an Seite den Weg beschreiten? Sich selbst verlieren oder für sich selbst kämpfen? Welche Erwartungen haben Unverheiratete? Was geben die Verheirateten ihren Kindern mit? Und wer, wenn nicht unsere engsten Vertrauten, könnten uns beibringen, wie das Leben weitergeht? Während des Lesens dieses bemerkenswerten Buchs merkte ich, wie froh ich doch bin, in einer Familie ohne bindende Traditionen, ohne feste Regeln aufgewachsen zu sein. Doch zeitgleich faszinierten mich die intimen Einblicke in das Leben dieser jüdischen Familien, Frauen, Männer und Kinder gleichermaßen. Ich freue mich sehr darauf, bald das nächste Buch zu lesen!
Schön! Eve Harris is hier ein wirklich schöner, einfühlsamer und soweit ich das beurteilen kann, auch authentischer Roman gelungen, der verschiedene Personen aus der orthodoxen chassidischen Gemeinde in London begleitet. Dreh und Angelpunkt der Geschichte ist die Hochzeit von Chani und Baruch, zwei junge Menschen, die nicht viel vom Leben wissen, wenig über den jeweils anderen und trotzdem heiraten wollen. Mit ihnen lernen wir auch Chanis und Baruchs Eltern kennen und die Rebbetzin Rivka, die Chani Unterricht gibt um sie auf das Eheleben vorzubereiten. Auf der einen Seite haben wir Chani und Baruch, gerade dem Teenageralter entwachsen wollen sie heiraten und müssen sich der ein oder anderen Widrigkeit entgegenstellen, ob das nun ein Tretboot ist, oder Baruchs Mutter, die absolut nicht einverstanden ist mit der Wahl ihres Sohnes. Besonders Chani fand ich absolut entzückend, auf der einen Seite – ja, orthodox, aber auch neugierig, lustig und dickköpfig. Besonders die Szenen in denen Sie Baruchs Mama die Meinung sagt sind ganz großartig. Auf der anderen Seite haben wir Rikva, die Rebbetzin der Gemeinde, die schon länger mit ihrem Leben als orthodoxer Jüdin hadert, zu welchem sie sich vor allem zu liebe ihres Mannes Chaim entschlossen hat. Wir erfahren einiges über die Anfänge der Beziehung im liberalerem Jerusalem und auch über die Schicksalsschläge die die Familie erdulden musste. Ihre und Chaims Geschichte fand ich vielleicht sogar noch ein bisschen interessanter als die von Chani und Baruch. Ein paar Mal kommt auch Avromi zu Wort, Rivkas und Chaims Sohn, der sich in eine Nicht-Jüdin verliebt und auch sehr unter dieser Situation leidet, er war wie ein Amischer auf Rumspringa, vollkommen überfordert, ich habe so mit ihm gelitten. Eve Harris hat einen angenehmen unaufgeregten Schreibstil und besonders die hebräischen und jiddischen Ausdrücke, die im Glossar erklärt werden fand ich spannend und interessant, so habe ich auch etwas für mich aus dem Buch mitnehmen können. Insgesamt eine leichte Lektüre, die man leicht einfach so weglesen kann und die aus verschiedenen Blickwinkeln auf die orthodoxe jüdische Gemeinschaft blickt. Hat mir sehr gut gefallen.
Es zeigt, wie Religion sowohl Orientierung als auch Enge bringen kann – und wie stark das Menschsein letztlich überall durchscheint.
Dieses Buch öffnet die Tür zu einer Welt, die vielen verborgen bleibt – eine Welt geprägt von religiösen Regeln, Traditionen und einer inneren Ordnung, die auf den ersten Blick Halt zu geben scheint. Doch schon bald wird klar: Was als Schutz gedacht ist, kann ebenso gut zum Käfig werden. Die Autorin gibt Einblick in eine abgeschottete religiöse Gemeinschaft – nicht wertend, sondern beobachtend, klug und nuanciert. Besonders eindrücklich ist das Spannungsfeld zwischen uralten Geboten und der modernen Welt. Während einige sich an jede Vorschrift klammern, beginnen andere zu hinterfragen, zu zweifeln, sich anzupassen. Was zunächst als sicherer moralischer Rahmen erscheint, entpuppt sich nicht selten als System, das Widersprüche und Doppelmoral nicht nur duldet, sondern stillschweigend mitträgt. Verwirrend und gleichzeitig faszinierend ist dabei, wie sich auch in dieser abgeschlossenen Welt ganz „normale“ menschliche Dynamiken entfalten: Ausgrenzung, Anpassung, Gruppenzwang, aber auch Freundschaft, Rebellion und stille Solidarität. Gerade in der Randlage werden universelle Prozesse sichtbar – so nah, dass man sich manchmal selbst darin erkennt.
Schön! Eve Harris is hier ein wirklich schöner, einfühlsamer und soweit ich das beurteilen kann, auch authentischer Roman gelungen, der verschiedene Personen aus der orthodoxen chassidischen Gemeinde in London begleitet. Dreh und Angelpunkt der Geschichte ist die Hochzeit von Chani und Baruch, zwei junge Menschen, die nicht viel vom Leben wissen, wenig über den jeweils anderen und trotzdem heiraten wollen. Mit ihnen lernen wir auch Chanis und Baruchs Eltern kennen und die Rebbetzin Rivka, die Chani Unterricht gibt um sie auf das Eheleben vorzubereiten. Auf der einen Seite haben wir Chani und Baruch, gerade dem Teenageralter entwachsen wollen sie heiraten und müssen sich der ein oder anderen Widrigkeit entgegenstellen, ob das nun ein Tretboot ist, oder Baruchs Mutter, die absolut nicht einverstanden ist mit der Wahl ihres Sohnes. Besonders Chani fand ich absolut entzückend, auf der einen Seite – ja, orthodox, aber auch neugierig, lustig und dickköpfig. Besonders die Szenen in denen Sie Baruchs Mama die Meinung sagt sind ganz großartig. Auf der anderen Seite haben wir Rikva, die Rebbetzin der Gemeinde, die schon länger mit ihrem Leben als orthodoxer Jüdin hadert, zu welchem sie sich vor allem zu liebe ihres Mannes Chaim entschlossen hat. Wir erfahren einiges über die Anfänge der Beziehung im liberalerem Jerusalem und auch über die Schicksalsschläge die die Familie erdulden musste. Ihre und Chaims Geschichte fand ich vielleicht sogar noch ein bisschen interessanter als die von Chani und Baruch. Ein paar Mal kommt auch Avromi zu Wort, Rivkas und Chaims Sohn, der sich in eine Nicht-Jüdin verliebt und auch sehr unter dieser Situation leidet, er war wie ein Amischer auf Rumspringa, vollkommen überfordert, ich habe so mit ihm gelitten. Eve Harris hat einen angenehmen unaufgeregten Schreibstil und besonders die hebräischen und jiddischen Ausdrücke, die im Glossar erklärt werden fand ich spannend und interessant, so habe ich auch etwas für mich aus dem Buch mitnehmen können. Insgesamt eine leichte Lektüre, die man leicht einfach so weglesen kann und die aus verschiedenen Blickwinkeln auf die orthodoxe jüdische Gemeinschaft blickt. Hat mir sehr gut gefallen.

























