Die Ferien

Die Ferien

Hardback
3.550

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Description

Zwei Sommerurlaube mit den Schwiegereltern, die herrlich schiefgehen: Keru und Nate verlieben sich gerade wegen ihrer kulturellen Unterschiede ineinander. Keru arbeitet als Unternehmensberaterin und ist mit sechs aus China in die USA eingewandert. Nate forscht als Biologe zum Sozialverhalten von Fruchtfliegen. Er ist der Erste in seiner Familie, der eine Universität von innen sieht. Das Einzige, worin ihre Eltern sich einig sind: Es ist Zeit für Enkel. Aber Keru und Nate wollen keine Kinder. Um des lieben Friedens willen planen die beiden zwei gemeinsame Sommerurlaube mit ihren Eltern, auf Cape Cod und in den Catskills. Doch irgendwann kann Keru ihre über Jahre aufgestaute Wut nicht mehr unterdrücken, so viele Erwartungen, so viel Druck. Und Nate hat sich längst so sehr in die Welt seiner Forschungsobjekte zurückgezogen, dass er keinen Weg mehr findet, seine Frau aufzuhalten.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Hardback
Pages
208
Price
24.70 €

Author Description

Weike Wang hat Chemie in Harvard studiert und dort auch promoviert. Für ihre Bücher wurde sie u.a. mit dem PEN/Hemingway Award ausgezeichnet. Sie lebt in New York. »Die Ferien« ist ihr erstes Buch in deutscher Übersetzung.

Posts

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All
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War der Anfang noch eine sehr interessante Kulturstudie, war die zweite Hälfte eher langatmig und eine Paartherapie

Ferien sollten schön sein. Ferien sollten Spaß machen. Die Ferien von Keru und Nate, auf die uns die Autorin Weike Wang mitnimmt, sind aber eher anstrengend. Aber von vorne: Das Buch ist in zwei Teile aufgeteilt. Der erste Teil handelt von den Ferien, wo sie nacheinander ihre Eltern in ihr Ferienhaus einladen. Hier erlebt man den kompletten Kulturclash zwischen den "harten" chinesischen Eltern, die sich eigentlich jeder Freude entsagen, und den amerikanischen Eltern, die dem "white trash" angehören, und mit dem akademischen Sohn eher wenig anfangen können und sich immer wieder in Vorwürfen erheben. Beide sind sich aber einig, dass endlich Enkelkinder kommen sollen, was die Autorin zu einem nicht uninteressanten Diskurs führt, ob Elternschaft heute noch zielführend ist und wie gerade Frauen sich hier unter Druck gesetzt fühlen. Diesen ersten teil fand ich tatsächlöich sehr interessant, weil die kulturellen Unterschiede so gut herausgearbeitet wurden und ich vor allem mit Keru mitfühlen konnte. Ihre Wut war da für mich echt verständlich. Der zweite Teil spielt 5 Jahre später, wo man Keru und Nate wieder in den Urlaub begleitet, wo sie erst ein Paar mit Kindern kennenlernen und später Nates Bruder unangekündigt vorbeikommt, mit dem er noch nie ein gutes Verhältnis hatte. Diesen Teil fand ich etwas zäh, weil es für mich eher wie eine Paartherapie anmutete. Wang zeigt hier auf, wie sich beide Protas eigentlich eher immer mehr entfremden. Hier konnte ich mich bspw. mit Keru so gar nicht mehr identifizieren. Und sowohl das Nachbarpärchen als auch der Bruder mit Freundin waren komische gestalten, wo ich nicht so recht wusste, wie ich sie in die Geschichte einordnen sollte. Mein Fazit: Der erste Teil war eine echt interessante Kulturstudie, den zweiten Teil hätte ich dann nicht mehr gebraucht.

War der Anfang noch eine sehr interessante Kulturstudie, war die zweite Hälfte eher langatmig und eine Paartherapie

Interessante Idee, aber es konnte mich nicht fesseln

Urlaub mit den eigenen Eltern und/oder Schwiegereltern kann sehr entspannend und spaßig sein, wenn man zumindest ansatzweise ähnlich tickt. Wenn Kids dabei sind kann es sogar entlastend sein. In 'Die Ferien' haben sich das Paar Keru und Nate für einen gemeinsamen Urlaub mit ihren Eltern bzw. Schwiegereltern entschieden. Die beiden sind sogenannte Dinkys, Double income no kids. Dies ist eine bewusste Entscheidung, die der älteren Generation nicht so ganz passt. Um Konfrontationen aus dem Weg zu gehen, wird der gemeinsame Urlaub jedoch aufgeteilt. Erst Kerus, dann Nates Eltern. Das ganze wirkt jeweils wie ein Kammerspiel und ich kann mir die Geschichte tatsächlich richtig gut als Theaterstück vorstellen. Die Geschichte besteht aus sehr viel Kommunikation und durch die Gespräche erfahren wir sehr viel über beide Familien. Vor allem erfahren wir viel über Erwartungen und Vorurteile. Es ist ein Kultur- und Generationen-Clash im Stillen. Keine großen Dramen, dafür argumentreiche Diskussionen. Beim Lesen kann man sich wunderbar fremdschämen und aufregen. Vor allem der unterschwellige Alltags-Rassismus war für mich oft schwer zu ertragen. Klingt unterhaltsam, ist es auch teilweise, mir war es aber oft zu zäh und das Lesevergnügen stellte sich nicht so ganz ein. Vielleicht war es nicht meine Zeit für ein humoristisches Gesellschaftsportrait. Kleines Fazit für mich: Ich muss den Film 'Idiocrazy' schauen.

4

"Die Sonne war grell, und die mindestens hundert Kinder am Strand kreischten sich ihre kleinen Lungen aus dem Hals und versuchten, einander mit Plastikeimer und Sand zu massakrieren." Erwartet bloß keine easy flockige Urlaubsgeschichte, auch wenn "unfassbar komisch" vorne draufsteht! Viel eher ist "Die Ferien" ein gesellschaftskritischer Roman über kulturelle Herkunft, soziale Unterschiede, Alltagsrassismus und familiäre Erwartungen. Das "Komische" nährt sich aus den klischeehaft gezeichneten Figuren der Eltern. Im ersten Teil des Romans könnte mich Wang total mitnehmen, während sie mich im zweiten Teil eher verloren hat. Dennoch ein unterhaltsamer, literarisch kluger, stellenweise bissiger Gesellschaftsroman!

4

DIE FERIEN Weike Wang Keru, eine Amerikanerin mit chinesischen Wurzeln, lernt Nate während ihrer Collegezeit kennen. Ihre Eltern waren einst mit ihr vom chinesischen Festland in die USA emigriert – mit dem Ziel, ihrer Tochter ein besseres Leben zu ermöglichen. Sie verzichteten auf persönliche Wünsche und Annehmlichkeiten, um Keru ein konzentriertes Studium zu ermöglichen. Freude oder Leichtigkeit hatten in diesem Lebensentwurf keinen Platz. Nate stammt aus einfachen Verhältnissen. Trotz Stipendium muss er einen Studienkredit aufnehmen und nebenbei arbeiten, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Erst nachdem der Kredit beglichen ist, stimmen Kerus Eltern einer Heirat zu – ein Ausdruck ihres Strebens nach Sicherheit und Stabilität. Heute ist Keru als Unternehmensberaterin beruflich sehr erfolgreich, während Nate verbeamtet an einer Universität arbeitet und ein deutlich geringeres Einkommen erzielt. Gemeinsam mit ihrem Hund führen sie ein erfülltes Leben – Kinder waren nie Teil ihrer gemeinsamen Lebensplanung, und daran hat sich bis heute nichts geändert. Für einen vierwöchigen Aufenthalt mieten sie ein Ferienhaus auf Cape Cod und laden zunächst Kerus Eltern, später auch Nates Eltern zu Besuch ein. Die kulturellen und persönlichen Unterschiede könnten größer kaum sein: Kerus Eltern zeigen sich ängstlich, tragen aus Angst vor Ansteckung mehrere Masken übereinander und interessieren sich fast ausschließlich für Essen und Fernsehen. Aktivitäten außerhalb des Hauses lehnen sie ab. Nates Eltern dagegen wirken betont unkompliziert, neigen politisch zu konservativen Haltungen, sind Trump-Anhänger, Corona-Leugner – und zufrieden mit einem Dosenbier beim Grillen. In einem Punkt aber sind sich beide Elternpaare erstaunlich einig: Ihrer Meinung nach ist es höchste Zeit für Enkelkinder. Diese Erwartungshaltung sorgt jedoch für erhebliche Spannungen. Auch wenn mir der Zugang zu den beiden Hauptfiguren mitunter schwerfiel, hat mich vieles an diesem Roman überzeugt. Besonders die Darstellung der asiatischen Eltern ist bemerkenswert gelungen. Ich lebe seit fast 30 Jahren in Asien – und ja, dieses Verhalten entspricht in vielerlei Hinsicht meiner Beobachtung: das Tragen mehrerer Masken alleine sitzend im eigenen Auto, der völlige Verzicht auf persönliche Wünsche zugunsten des einzigen Kindes, das als Investition und Altersvorsorge gilt. Dass Keru sich bewusst gegen Kinder entscheidet, ist aus Sicht ihrer Eltern ein regelrechtes Scheitern – und das, obwohl es sich „um die erste Generation in Amerika Geborener“ handeln würde. Besonders eindrucksvoll fand ich auch die schonungslose Darstellung des gesellschaftlichen Drucks, mit dem kinderlose Paare konfrontiert sind. Die Authentizität dieser Passagen hat mich überzeugt. Einige Stellen im Buch blieben für mich jedoch unklar; ich war mir nicht sicher, welche Intention die Autorin an diesen Punkten verfolgte. Umso dankbarer bin ich für den inspirierenden Austausch mit @nini – herzlichen Dank dafür! 🫶🏻 Fazit: Ein kluger, gesellschaftskritischer Roman – stellenweise bewusst überspitzt, aber durchgehend interessant und lesenswert. 4/5

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Also « unfassbar komisch » finde ich das Buch nicht

Sehr langatmig und eher langweilig. An sich ein gutes Thema , aber es wird erst langsam interessant im zweiten Teil .

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Ferien mit der Familie

Ferien mit der Familie birgt meist genauso viel Konfliktpotenzial wie die Weihnachtsfeiertage. Das ist jetzt schon das zweite Buch in meinem Urlaub, dass ich mit diesem Setting lese und die szenischen Darstellung von Begegnungen und Auseinandersetzungen sind so realistisch und tiefgründig, dass man das Gefühl hat, man wäre dabei. Keru und Nate haben sich auf der Uni kennengelernt. Sie ist mit ihren Eltern aus China immigriert, er stammt aus einer Familie, die man abfällig als „White Trash“ bezeichnet. Er ist der erste, der es geschafft hat, ein akademischen Abschluss erlangen. Die Familien in die sie hineingeboren wurden, könnten unterschiedlicher nicht sein. Und deswegen gibt es genaue Absprachen, wenn sie mit ihnen die Ferien verbringen wollen. Erst kommen Kerus Eltern, im Anschluss Nates. Eine Begegnung zwischen beiden würde unnötig kompliziert werden. Wang hat in ihrem Roman differenziert, gezeichnet welche Schwierigkeiten ein Paar erwartet, wenn es aus unterschiedlichen Klassen und Kulturen stammt. Dabei ist es Keru die Mittelpunkt steht. Ihr macht der Konflikt größere Probleme. Ihr Leben lang ist sie den Ansprüchen ihrer Eltern ausgesetzt und unterdrückt ihre Ware Identität, wenn diese anwesend sind. Ab und zu öffnet sich ein Ventil, und sie wirft mit Dingen um sich, was manchmal sehr plötzlich kommt und zu Irritationen führt. Nate ist eher der klare, gelassenere Typ, der meist zu wissen scheint, was er will. Ich hab mich gut unterhalten, gefühlt durch diese Spannungsfeld, dass den ganzen Roman über begleitet. Einen wirklichen Höhepunkt, auf den alles zuläuft, gibt es allerdings nicht. Es bleibt bis zum Schluss ein Puzzle, dass sich aus einzelnen Charakteren zusammensetzt, die das Paar im Endeeffekt zu dem machen, was es ist. Hundeliebhaber kommen hier auch auf ihre Kosten. Denn die Hündin Mantou ist der Ersatz für das Kind, gegen das sich beide entschieden haben. Sehr zum Unglück ihrer Eltern. Sie scheint der Mittelpunkt zu sein, um den beide sich drehen und befriedigt damit ein Gefühl, dass man sonst vielleicht anderen Mitgliedern der Familie zukommen lassen würde. Dass sich beide nicht gerne um ihre Eltern kümmern möchten, kann man sehr schnell verstehen. Besonders die manipulative Mutter von Nate war für mich ein rotes Tuch. Ich habe in ihr zwar das mütterliche in mir wiedererkannt, doch scheint sie ihre Grenzen überhaupt nicht zu sehen oder sie nicht wahrnehmen zu wollen. Die Eltern von Keru sind befremdlich in ihrer Art. Ich kann nicht wirklich beurteilen, ob das ein kulturelles Ding ist, aber zumindest scheinen sie ihre Rolle als chinesische Migranten mit amerikanischer Staatsangehörigkeit sehr ernst zu nehmen. Erfüllen tun Sie dies mit konsequenter Ignoranz. Obwohl der Spannungsbogen gänzlich fehlt, habe ich diesen Roman gerne gelesen. Es war interessant, mich in diesem Panoptikum zu bewegen. Das Ende kam dann doch sehr abrupt und ist für mich okay, mehr aber auch nicht. Eigentlich fehlt etwas, damit die Geschichte ganz rund ist. Eine interessante Lektüre, die einem Einblicke in eine konfliktreiche Familienkonstellation zeigt. Das es davon so viele wie auch Paare gibt, ist uns sicherlich allen bewusst. Oder sind eure Familien harmonisch bis ins letzte Mitglied? Eine Empfehlung spreche ich an alle aus, die auf eine sich aufbauende Handlung verzichten können und die Metaebene nicht scheuen

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Der Anfang klang für mich noch richtig vielversprechend, danach konnte mich die Geschichte leider immer weniger abholen. Vieles wirkte auf mich unnötig kompliziert für das, was eigentlich erzählt werden wollte. Dadurch hat es sich für mich stellenweise eher zäh gelesen.

Weike Wangs Roman „Die Ferien“ ist ein leises, kluges und eindringliches Porträt einer modernen Beziehung im Spannungsfeld von Herkunft, familiären Erwartungen und dem Wunsch nach Selbstbestimmung. Erzählt wird die Geschichte von Keru und Nate – ein Paar, das sich liebt, aber an der Welt, die sie umgibt, langsam aufreibt. Keru, die als Sechsjährige mit ihrer Familie aus China in die USA eingewandert ist, arbeitet heute als erfolgreiche Unternehmensberaterin. Nate, aus einer amerikanischen Arbeiterfamilie stammend, ist Professor für Biologie und erforscht das Sozialverhalten von Fruchtfliegen – ein Berufsfeld, das symbolisch für seinen Charakter steht: ruhig, beobachtend, manchmal distanziert. Beide haben sich bewusst gegen Kinder entschieden, doch ihre jeweiligen Familien – mit all ihren kulturellen, sozialen und ideologischen Unterschieden – fordern das Gegenteil. Und so kommt es zu zwei Sommerurlauben mit den Schwiegereltern: eine Kulisse, in der sich das Spannungsfeld zwischen Anpassung und Abgrenzung, zwischen Liebe und Entfremdung immer weiter zuspitzt. Wangs Erzählstil ist feinsinnig, durchzogen von leiser Ironie, und lebt von den kleinen, fast beiläufigen Beobachtungen, die viel über ihre Figuren verraten. Sie braucht keine großen Dramen – „Die Ferien“ entfaltet seine Kraft gerade im Alltäglichen. Die Spannungen entstehen nicht aus spektakulären Wendungen, sondern aus Blicken, aus Schweigen, aus übergriffigen Kommentaren der Eltern, aus verpassten Gesprächen. Die Frage „Warum habt ihr eigentlich keine Kinder?“ wirkt wie ein Echo, das sich durch alle Seiten zieht. Besonders gelungen ist der Kontrast zwischen den beiden Familien: Kerus Eltern – kontrolliert, perfektionistisch, extrem vorsichtig seit der Pandemie – stehen Nates Eltern gegenüber, impulsiv, pragmatisch, skeptisch gegenüber Wissenschaft und sozialen Konventionen. Diese familiären Spannungsfelder zeichnen ein eindrückliches Bild davon, wie Herkunft und Klassenunterschiede Beziehungen prägen können, selbst dann, wenn man sich liebt. Wang schreibt mit großer Empathie, aber auch mit kritischem Blick – auf das Konzept Familie, auf gesellschaftliche Rollenbilder, auf das unausgesprochene Dogma der Mutterschaft. Ihre Figuren wirken durchweg glaubwürdig und lebendig – niemand wird verurteilt, aber jeder hat seine Schattenseiten. Auch das Paar selbst ist nicht vor Rissen gefeit: Nate zieht sich immer weiter in seine Forschung zurück, während Keru unter der Last der Erwartungen zunehmend zerbricht. „Die Ferien“ ist ein ruhiger, aber intensiver Roman über kulturelle Differenzen, unvereinbare Lebensentwürfe und die Frage, ob Liebe allein genügt, um diese Spannungen auszuhalten. Weike Wang gelingt mit ihrem Debüt ein sensibles, humorvoll-ernstes Buch, das von innen heraus leuchtet. Wer sich für das Spannungsfeld zwischen Herkunft, Selbstbestimmung und familiärem Erwartungsdruck interessiert, wird hier eine vielschichtige, bewegend und vor allem äußerst unterhaltsame Lektüre finden. Aus dem Amerikanischen von Andrea O‘Brien.

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3.5

Keru und Nate haben eine grandiose Idee: Urlaub mit den Schwiegereltern! Und damit es sich auch richtig lohnt, kommt ein Elternpaar nach dem anderen ins eigens angemietete New-England-Cottage auf Cape Cod. Natürlich geht das Ganze nach hinten los. Kerus Eltern, chinesische Einwanderer, sind nicht begeistert von Nate und nörgeln den ganzen Tag herum, haben einen Sauberkeitsfimmel und verlassen seit Corona am liebsten gar nicht mehr das Haus. Sie haben sich auch eigenes Essen mitgebracht. Nates Eltern bringen sich auch etwas mit, Kaffee, Kaffeemaschine, Milch (falls es vor Ort nicht die richtige Sorte gibt) u. v. m. Man kann sie als als eher einfach beschreiben und auch sie sind nicht zufrieden mit dem Leben ihres Sohnes. Beiden Elternpaaren ist gemeinsam, dass sie bereit für Enkelkinder sind. Diesen Wunsch möchten ihnen Nate und Keru jedoch nicht erfüllen und so wird die gemeinsame Zeit nicht gerade harmonisch. Nach fünf Jahren gibt es einen zweiten Versuch in den Catskills, doch auch hier wird es nicht besser oder vielleicht doch, denn die Fronten werden geklärt. Es ist ein eher ernstes Buch, das leider als wahnsinnig komisch angekündigt wird und wenn man das erst einmal verstanden hat, liest es sich auch wirklich gut, auch wenn es sich mir nicht komplett erschlossen hat bzw. ich das Gefühl hatte, dass etwas fehlt. Nate und Keru kommen aus zwei völlig unterschiedlichen Welten, doch sind sie ganz zufrieden mit ihrem Zusammenleben und mit ihrem Hund Mantou. Beide eint eine anstrengende Beziehung zu ihren Eltern und das Gefühl nicht zu genügen. Nate verdient zu wenig, man ist nicht stolz auf den ersten Akademiker der Familie und Keru hat zwar Karriere gemacht, aber nicht den dazu passenden Mann nach Hause gebracht. Es ist schwierig, die Welten zu verbinden und das arbeitet Weike Wang gut heraus.

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Die liebe Verwandtschaft…

Ferien mit der Familie birgt meist genauso viel Konfliktpotenzial wie die Weihnachtsfeiertage. Das ist jetzt schon das zweite Buch in meinem Urlaub, dass ich mit diesem Setting lese und die szenischen Darstellung von Begegnungen und Auseinandersetzungen sind so realistisch und tiefgründig, dass man das Gefühl hat, man wäre dabei. Keru und Nate haben sich auf der Uni kennengelernt. Sie ist mit ihren Eltern aus China immigriert, er stammt aus einer Familie, die man abfällig als „White Trash“ bezeichnet. Er ist der erste, der es geschafft hat, ein akademischen Abschluss erlangen. Die Familien in die sie hineingeboren wurden, könnten unterschiedlicher nicht sein. Und deswegen gibt es genaue Absprachen, wenn sie mit ihnen die Ferien verbringen wollen. Erst kommen Kerus Eltern, im Anschluss Nates. Eine Begegnung zwischen beiden würde unnötig kompliziert werden. Wang hat in ihrem Roman differenziert, gezeichnet welche Schwierigkeiten ein Paar erwartet, wenn es aus unterschiedlichen Klassen und Kulturen stammt. Dabei ist es Keru die Mittelpunkt steht. Ihr macht der Konflikt größere Probleme. Ihr Leben lang ist sie den Ansprüchen ihrer Eltern ausgesetzt und unterdrückt ihre Ware Identität, wenn diese anwesend sind. Ab und zu öffnet sich ein Ventil, und sie wirft mit Dingen um sich, was manchmal sehr plötzlich kommt und zu Irritationen führt. Nate ist eher der klare, gelassenere Typ, der meist zu wissen scheint, was er will. Ich hab mich gut unterhalten, gefühlt durch diese Spannungsfeld, dass den ganzen Roman über begleitet. Einen wirklichen Höhepunkt, auf den alles zuläuft, gibt es allerdings nicht. Es bleibt bis zum Schluss ein Puzzle, dass sich aus einzelnen Charakteren zusammensetzt, die das Paar im Endeeffekt zu dem machen, was es ist. Hundeliebhaber kommen hier auch auf ihre Kosten. Denn die Hündin Mantou ist der Ersatz für das Kind, gegen das sich beide entschieden haben. Sehr zum Unglück ihrer Eltern. Sie scheint der Mittelpunkt zu sein, um den beide sich drehen und befriedigt damit ein Gefühl, dass man sonst vielleicht anderen Mitgliedern der Familie zukommen lassen würde. Dass sich beide nicht gerne um ihre Eltern kümmern möchten, kann man sehr schnell verstehen. Besonders die manipulative Mutter von Nate war für mich ein rotes Tuch. Ich habe in ihr zwar das mütterliche in mir wiedererkannt, doch scheint sie ihre Grenzen überhaupt nicht zu sehen oder sie nicht wahrnehmen zu wollen. Die Eltern von Keru sind befremdlich in ihrer Art. Ich kann nicht wirklich beurteilen, ob das ein kulturelles Ding ist, aber zumindest scheinen sie ihre Rolle als chinesische Migranten mit amerikanischer Staatsangehörigkeit sehr ernst zu nehmen. Erfüllen tun Sie dies mit konsequenter Ignoranz. Obwohl der Spannungsbogen gänzlich fehlt, habe ich diesen Roman gerne gelesen. Es war interessant, mich in diesem Panoptikum zu bewegen. Das Ende kam dann doch sehr abrupt und ist für mich okay, mehr aber auch nicht. Eigentlich fehlt etwas, damit die Geschichte ganz rund ist. Eine interessante Lektüre, die einem Einblicke in eine konfliktreiche Familienkonstellation zeigt. Das es davon so viele wie auch Paare gibt, ist uns sicherlich allen bewusst. Oder sind eure Familien harmonisch bis ins letzte Mitglied? Eine Empfehlung spreche ich an alle aus, die auf eine sich aufbauende Handlung verzichten können und die Metaebene nicht scheuen

3.5

Interessantes Thema, tolle Figurenzeichnung, mir hat aber etwas die Handlung gefehlt.

3.5

Sehr unterhaltsam und oft zum Schmunzeln, wenn beide Elternteile Keru und ihren Mann zur Verzweiflung bringen. Irgendwie auch informativ, weil man Einblick in das Leben chinesischer Einwanderer erhält und in deren Gefühlswelt und Kultur. Anstrengend fand ich, dass sie alles oft nur über sich ergehen lassen, statt zu handeln oder sich mehr zu widersetzen. Da hätte ich mir mehr Weiterentwicklung gewünscht, vor allem von Kerus Mann ...

3

Der Roman spielt sehr klug und ruhig mit zwei sehr verschiedenen Spannungsfeldern. Zum einen stammen Keru und Nate aus kulturellen Hintergründen, die wohl unterschiedlicher kaum sein könnten. Keru ist Tochter zweier chinesischer Einwanderer. Als Einzelkind trägt sie alle Hoffnungen und Erwartungen der Eltern auf ihren Schultern, die sie zumindest insofern erfüllt, dass sie erfolgreich im Job ist und finanziell gut da steht. Nate stammt aus einer eher unterprivilegierten amerikanischen Familie. Bereits mit seinem Wunsch zu studieren machte er sich zum Sonderling der Familie. Sein Stand in der Familie ist zwar auch von einem gewissen Stolz, letztendlich aber vor allem von Unverständnis geprägt. Neben dem Spannungsfeld, dass sich wohl beide Eltern eher ein anderes Schwiegerkind gewünscht hätten, kommt hinzu, dass beide ihre Familien damit vor den Kopf stoßen, dass sie so entschieden keine Kinder wollen. All dies führt, sobald die beiden mit der einen oder anderen Seite ihrer Familie aufeinander treffen zu Teils absurden Situationen. Diese werden im Roman in einer trockenen und für mein Gefühl versachlichten Art und Weise geschildert. Das was vermutlich den unterschwelligen Humor dieses Buches ausmacht, hat mich allerdings auf Abstand gehalten. Ich hätte gerne mehr Zugang zu den verschiedenen Charakteren gehabt, konnte diesen aber nicht finden. Ich gebe gerne zu, dass mir manche Formen von Humor und Ironie einfach nicht zugänglich sind (was mich schon manches mal in leicht peinliche Situationen gebracht hat). Der letzte Zugang zu dem Roman blieb mir deshalb vermutlich verschlossen und ich kann mich nicht wirklich in die Schar der begeisterten Leserschaft einreihen. Rezensionsexemplar von NetGalley

1

Enttäuschend und abgebrochen

Die Ferien hat gut begonnen, aber nach rund 100 Seiten hatte ich das Gefühl, völlig den Zugang verloren zu haben. Die Figuren blieben für mich unsympathisch und uninteressant, die Konflikte undeutlich, und die Handlung zog sich ohne wirkliche Entwicklung. Ich habe das Buch abgebrochen – für mich persönlich leider ein Fehlgriff.

Enttäuschend und abgebrochen
3.5

Keru und Nate lernen sich zufällig während ihrer Studienzeit auf einer Party kennen und später lieben. Sie heiraten, arbeiten in ihren jeweiligen Traumberufen - sie Unternehmensberaterin, er Forscher - und legen sich einen Hund zu. Ihr Leben scheint perfekt - zumindest für Keru und Nate selbst. Denn ihre Eltern haben ganz andere Erwartungen an das Paar, vor allem wünschen sie sich Enkelkinder. Um die Gemüter zu besänftigen, mieten Keru und Nate ein Ferienhaus auf den Cape Cods und laden nacheinander Kerus Eltern und Nates Eltern ein. Was folgt ist ein absoluter Culture Clash: Während für Kerus Eltern Menschen mit einer Spülmaschine die Kontrolle über ihr Leben verloren haben und Ausflüge aufgrund von Keimgefahr nicht in Frage kommen, reisen Nates Eltern und bekennende Trump-Fans mit Klappstühlen und Sensationsgier an. Beide Urlaubsbesuche stehen für sich kurz vor der Eskalation, verlassen können sich Keru und Nate eigentlich nur aufeinander. Wäre Weike Wangs Schreibstil in "Die Ferien" nicht so humorvoll und bissig, hätten der unterschwellige und manchmal auch ganz offene Klassismus und Rassismus fast schmerzhaft sein können. Nach etwa der Hälfte des Buches macht die Autorin noch einmal einen Cut, sie springt fünf Jahre weiter zu einem Urlaub des Paars in den Catskills. Kinder haben sie immernoch nicht, der Beruf hat sie ganz eingenommen, die Beziehung zeigt viele Risse. Eigentlich soll der Paarurlaub helfen - doch dann taucht Nates Bruder überraschend auf und wirbelt erneut die eigentlich schönste Zeit des Jahres durcheinander. In diesem zweiten Teil hat mich Weike Wang leider ein bisschen verloren, ich fand ihn wenig zielführend für die Geschichte und fast ein bisschen random. Für mich hätte das Buch entweder nach dem ersten Teil enden können, oder sich etwas näher daran anschließen können. Insgesamt war "Die Ferien" aber ein kurzweiliger Lesegenuss für mich, der trotz seiner wenigen Seiten viel Tiefgang besitzt. Mit einer ordentlichen Prise Humor beleuchtet Weike Wang die Themen Zugehörigkeit, Liebe und gesellschaftliche sowie familiäre Erwartungen. Falls ihr noch keine Urlaubslektüre habt, lohnt es sich hier zuzugreifen! Übersetzt von Andrea O'Brien.

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3

Amüsantes Kammerspiel über Familienvorstellungen, Vorurteile, Rassismus & Klassismus. Hat mir an sich gut gefallen, aber am Ende wusste ich nicht so richtig, wo die Autorin jetzt hin will 🤷🏼‍♀️

4

If you know, you know

Ein schöner, subtiler Roman über kulturelle Unterschiede, Eltern und unerfüllte Erwartungen. Personen, deren (Groß-)Eltern Einwanderungserfahrungen haben, werden sich an vielen Stellen wieder erkennen und ab und zu schmunzeln müssen. Gleiches wird für langjährige Paare ohne Kinder gelten, die sich ein schönes Leben aufgebaut haben und dennoch das Gefühl haben, nicht zu genügen. Mir hat der Roman viel Freude bereitet. Ein leichtes Buch , wie aus dem Leben gerissen.

4

„Die Ferien“ von Weike Wang ist ein kluger, unterhaltsamer gesellschaftskritischer Roman. Ein Roman vor allem über Alltagsrassismus, kulturelle und soziale Herkunft, die Entscheidung für oder gegen Kinder und famililäre Erwartungen. Nate ist ein First-Gen(eration Student), er selbst spricht von sich als White Trash (sinngemäß als „weißem Abschaum“). Nate und Kerus diskutieren, ob der Begriff „Expats“ oder „Immigranten“ für seine College Freunde anzuwenden sei. Kerus und Nate sind Dinkys - Double Income, No Kids. Dialoge wie die, indem Keru's Vater Nate belehrt, dass wer eine Spülmaschine benutze vor dem Leben kapituliert habe oder wo Nate's Mutter einen Disput damit beendet, ihm zu sagen, er vergäße mit wem er rede. Sie sei seine Mutter und über dieses Thema werde jetzt nicht mehr geredet - ließen mich schmunzeln. Oder auch die Frage, die sich Kerus bei einem Essen mit ihren Schwiegereltern stellt, ob sich alle weißen Familien in der Öffentlichkeit wie eine gesellige Vogelschar benähmen. - Der Schreibstil ist manchmal geradezu bitterböse. Ich hatte Freude an diesem Ton.

4.5

Ich mochte den Trockenen Humor, der dennoch zum Nachdenken anregte.

4

Ein stilles, scharf beobachtetes Sommerbuch über Erwartungen, Herkunft und das Verstummen in Beziehungen Weike Wang, die für ihr Debüt "Chemistry" mit dem PEN/Hemingway Award ausgezeichnet wurde, legt mit "Die Ferien" ihren ersten Roman in deutscher Übersetzung vor. Die promovierte Chemikerin lebt in New York und setzt sich in ihren Büchern mit Herkunft, Anpassung und Beziehungsdynamiken auseinander. In "Die Ferien" geht es um zwei Sommer, zwei Familien, viele unausgesprochene Konflikte – und eine Beziehung, die langsam aber sicher auseinanderdriftet. Worum geht’s genau? Keru ist als Kind aus China in die USA eingewandert, arbeitet inzwischen erfolgreich als Unternehmensberaterin. Ihr Mann Nate, Biologe mit Spezialgebiet Fruchtfliegen, stammt aus einfachen amerikanischen Verhältnissen. Gemeinsam haben sie sich bewusst gegen Kinder entschieden – zum Unverständnis beider Familien. Um es allen recht zu machen, planen sie zwei gemeinsame Urlaube mit ihren Eltern, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Doch was als Versuch zur Versöhnung beginnt, endet in Frustration, alten Wunden und einem lautlosen Auseinanderbrechen. Zwischen Klassismus, Rassismus und familiärem Erwartungsdruck entfaltet sich ein leises, eindringliches Porträt einer interkulturellen Beziehung. Meine Meinung Ich war neugierig auf "Die Ferien" – nicht zuletzt wegen des Covers und der ansprechenden Thematik. Es ist kein klassischer Roman mit dramatischem Spannungsbogen. Stattdessen liest sich das Buch wie eine Serie klug formulierter Momentaufnahmen. Die Sprache ist präzise, oft trocken und gleichzeitig sehr atmosphärisch. Weike Wang schreibt reduziert, aber tief. Statt großer Handlung gibt es viele kleine, feine Beobachtungen über Alltagsrassismus, familiäre Schuld, Erwartungen, Sprachlosigkeit. Dabei hat mich vor allem die thematische Tiefe überzeugt: Die Beziehung zwischen Keru und Nate ist voller unaufgelöster Spannungen, die sich nicht in großen Streits, sondern in kleinen Dialogen und inneren Monologen zeigen. Der gesellschaftliche Druck, ein "richtiges Leben" zu führen (Haus, Kind, Harmonie), zieht sich wie ein roter Faden durch den Roman. Besonders die schonungslosen Szenen über das Nicht-Kinderkriegen sind stark. Die thematische Vielfalt ist beeindruckend: Von internalisiertem Rassismus über familiäre Schuld, bis hin zu subtilen Klassenunterschieden und Machtgefällen ("Unsere Meinungen sind nicht gleichwertig", S. 19). Auch das Thema Herkunft wird reflektiert und "aufgearbeitet. Trotzdem hatte ich auch Kritikpunkte: Der Roman ist sehr beschreibend und arm an Handlung. Wer gern dialogstarke Bücher liest, wird hier vielleicht nicht ganz glücklich. Auch die Zeitsprünge sind teilweise verwirrend. Nach etwa zwei Dritteln lässt die Spannung für mich spürbar nach. Und obwohl die Themen faszinieren, hat mich die Geschichte emotional nicht durchgehend gepackt. Fazit "Die Ferien" ist kein page-turner, aber ein literarisch kluges Sommerbuch über Herkunft, Erwartungen und das Verstummen in der Liebe. Eine ruhige, stellenweise bittere Lektüre, die lange nachhallt. Für alle, die Familienkonflikte lieber zwischen den Zeilen lesen. Von mir gibt es eine Empfehlung für alle, die beschreibende Romane ohne viel Handlung aber mit subtiler Gesellschaftskritik mögen.

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