Die Erben des Medicus
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Description
Als Dr. Roberta J. Cole beschließt, ihre kriselnde Ehe und ihre Karriere in der Bostoner Großklinik hinter sich zu lassen, um Landärztin zu werden, erfährt ihr Leben eine ungeahnte Wende. Inmitten der grünen Hügel von Massachusetts trifft sie auf den Aussteiger David Markus aus New York. Schon bald kommen die beiden Stadtflüchtlinge sich näher. Aber nicht nur David kämpft mit Problemen, vor denen er vergeblich zu fliehen sucht. Auch seine Tochter Sarah steht vor der schwierigsten Entscheidung ihres Lebens – und braucht die Hilfe von Roberta, der Frau, die ihr den Vater wegzunehmen droht.
Book Information
Author Description
Noah Gordon (1926 bis 2021) lebte in Boston, Massachusetts, und arbeitete lange Jahre als Journalist beim »Boston Herald«. Mit »Der Medicus« gelang ihm ein internationaler Bestseller, der auch in Deutschland viele Monate auf der Bestsellerliste stand. Noah Gordon wurde weltweit mit mehr als einem Dutzend literarischer Preise ausgezeichnet. Alle seine Romane waren sensationelle Erfolge.
Posts
Nun leider fehlte mir hier bis Seite 192 die Zeiteinordnung. Mir war klar, dass es so gesehen in der Neuzeit spielt, aber bis dahin war keine genaue einordnen möglich. Da kam dann 1994. Wie immer gab es einiges wirklich, was ich auch sehr mochte, aber es fehlte so das Typische Cole eben. Es ging weniger um das medizinische, als um das Privatleben von Roberta. Fand ich irgendwie schade. Das einzige Thema was sich durchs ganze Buch zog war Schwangerschaft, Abtreibung und alles was dazu gehört. Es war nicht schlecht und ich mochte es auch echt gerne, aber für 5 Sterne hat mir das gewisse Etwas gefehlt
Nicht so ganz der Sinn der Sache..
Leider schade, aber für mich hat sich der Sinn der Medicus Trilogie hier komplett verloren. Es geht um eine Familie, die den Tod spüren kann und deshalb den Menschen auf ganz selbstlose Art hilft. Das Buch allerdings spielt in der relativen Neuzeit und die Protagonistin ist mehr mit sich und ihren Gefühlen beschäftigt als anderen zu helfen. Von ihrer Gabe liest man fast nichts, die Zeit ist kaum einzuordnen und das Abtreibungsthema war unpassend und gewaltig nervig... Schade, aber für mich leider nicht passend und unnötig, aber unter einem anderen Namen vielleicht in Ordnung...
Ich habe die beiden Vorgänger wirklich verschlungen, weil sie mich so begeistert haben. Mit dieser Fortsetzung bin ich leider überhaupt nicht warm geworden und habe sie auch nach 50 Seiten abgebrochen. Das historische fehlt hier irgendwie nachvollziehbarerweise, aber auch das medizinische Beschreiben und insgesamt die Erzählweise, die mich vorher so begeistert hat.
Zunächst möchte ich sagen ich habe mich schwer getan das Buch zuende zu lesen, musste es öfters beiseite legen und habe darüber nachgedacht es abzubrechen... aber ich habe es zuende gelesen um eine Meinungsstrake ausführliche Rezension schreiben zu können. Es tut mir fast weh diesem Buch eine so kritische Bewertung zu geben da ich den Autor und die vorherigen Bände sehr geliebt habe... Also hier die Zusammenfassung aus meinen Notizen.
Noah Gordon hat mit Der Medicus und Der Schamane zwei Romane geschaffen, die Leserinnen und Leser mit epischer Breite, historischem Realismus und vielschichtigen Figuren begeistert haben. Die männlichen Protagonisten dieser Bände waren tief beschrieben, in ihren Zweifeln wie in ihrer Stärke, was ihre Geschichten so faszinierend machte. Umso höher waren die Erwartungen an den dritten Band, der nun mit einer weiblichen Hauptfigur auftritt. Doch statt Fortschritt erleben wir einen deutlichen Rückschritt. 1. Mit der Ärztin Roberta Cole steht erstmals eine Frau im Mittelpunkt die leider von beginn an voller zweifel ist. Sie leitet eine Klinik, sie ist fachlich erfolgreich, doch ihre Figur wirkt auffallend schwach gezeichnet. Immer wieder wird sie als unsicher und ängstlich dargestellt, sei es im Umgang mit alltäglichen Situationen, in Liebesfragen oder in moralischen Entscheidungen. Statt einer konsequent starken Figur entsteht der Eindruck einer Frau, die beständig auf die Bestätigung durch Männer angewiesen ist. Die außerdem oft auf ihre Sexuellen Belange und auf ein klischeehaftes Frauenbild reduziert wird. (Kinderwunsch, Beziehungen, Unsicherheit, Schwäche). Auch in den vorherigen Teilen zeigte sich bereits ein solches Schema Frauen zu beschreiben doch war es angesichts der Männlichen Hauptcharaktere und der Zeit in der die Romane spielten einfacher zu verstehen und anzuerkennen. 2. Das Thema Abtreibung als fragwürdiges Stilmittel. Ein weiterer Schwachpunkt ist die Art, wie Gordon das Thema Abtreibung behandelt. Statt differenziert auf historische und gesellschaftliche Dimensionen einzugehen, wird die Thematik fast als erzählerisches Schlaginstrument genutzt. Die einzige Abtreibung, die im Buch wirklich gezeigt wird, ist von Tragik überschattet. Damit sendet Gordon ein klares, aber höchst problematisches Signal, das in seiner Eindimensionalität wütend macht. Roberta selbst schwankt, läuft vor der Verantwortung davon, findet keinen festen Standpunkt. Für heutige Leserinnen wirkt das frustrierend, da es ein Bild weiblicher Unsicherheit verfestigt, anstatt selbstbestimmte Stärke zu zeigen. Für mich war das oft "Ragebait" und hat mich vorallem zweifeln lassen weiter zu lesen. U.a. wurde die Arbeit in der Abtreibungsklinik immer wieder (auch in der Danksagung) als heikles moralisch schwieriges Thema benannt was ich persönlich nicht im entferntesten nachvollziehen konnte. Auch wenn ich Noah Gordons Hintergründe für die Thematik nachvollziehen konnte wurden es schlecht umgesetzt! (Anders wie in den Teilen zuvor) 3. Kinder als letztes Ziel Noch enttäuschender ist, dass am Ende trotz Karriere, Klinik und Erfolg alles wieder auf das Kinderkriegen reduziert wird. Robertas größter Traum wird erfüllt, doch die Botschaft dahinter ist ernüchternd: als sei ein Kind das einzige Glück, das eine Frau letztlich erreichen könne. Auch die anderen zentralen Frauenfiguren wollen selbstverständlich Kinder, was ein einseitiges und oberflächliches Frauenbild zementiert. Was selbstbestimmt wirken soll entäuscht erneut da die Verantwortung liegt bei der Frau. Der Mann/Vater ist im Grunde ausenvor...erneut ein Rückschritt da wir starke Väter in allen Bänden erlebt haben. 4. Glatte Erzählung ohne Tiefe Hinzu kommt die auffallend glatte Erzählung. Robertas Klinik läuft nahezu problemlos, berufliche und gesellschaftliche Konflikte fehlen fast vollständig. Dadurch wirkt die Geschichte konstruiert, weit entfernt vom Realismus und der Komplexität der Vorgängerbände. Es wirkt langweilig und reduziert die Story erneut auf das Thema Kinderkriegen, Beziehungen/Sex und als ob sie es nur so "einfach" hat weil sie nunmal eine Frau und kein Mann ist. 5. Ein männlicher Blick auf weibliche Stärke Besonders deutlich wird diese Schieflage, wenn man die Danksagung liest. Gordon erwähnt auffällig viele Männer, die ihn beraten oder inspiriert haben. Für ein Buch, das Frauen ins Zentrum stellen wollte, ist das bezeichnend. Es wirkt fast so, als sei es ein männlicher Blick, der vorgibt, weibliche Stärke erzählen zu können, aber letztlich nur in altbekannten Rollenmustern stecken bleibt. Fazit „Der Medicus Das Erbe“ enttäuscht auf ganzer Linie. Statt einer progressiven Erzählung über eine eigenständige Frau erhalten wir eine Geschichte, die weibliche Figuren klein macht, Abtreibung als moralisches Tabu inszeniert und Mutterschaft als einzig wahres Lebensziel verherrlicht. Die Stärke und Tiefe der männlichen Protagonisten in den Vorgängerbänden wird nicht einmal ansatzweise erreicht. Noah Gordon gelingt es nicht, an die Kraft seiner ersten beiden Werke anzuschließen. Zurück bleibt ein oberflächlicher Roman, der zwar sprachlich gewohnt flüssig ist, inhaltlich aber fest in alten Denkmustern verharrt. Ich möchte ergänzen das ich mir viele gedanken zu diesem buch gemacht habe und viel diskutiert habe um zu meinen Standpunkt zu kommen. Ich möchte nicht den Schreibstil kritisieren oder das buch grundsätzlich zerreißen aber warnen das es Triggern könnte. Es ist auserdem bei weitem nicht so gut ausgearbeitet wie die vor Bände mit gerade mal über 400 seiten fast geruscht. Ich würde es nicht nochmal lesen dem Autor aber eine weitere Chance geben... ich könnte noch ewig weiter schreiben aber das wichtigste wurde gesagt.

Bei diesem Buch hatte ich zunächst den Eindruck, dass es sehr feministisch und politisch korrekt, überhaupt sehr politisch ist, bis es dann irgendwie in Richtung eines Liebesromans, vielleicht auch eine Art Generationenroman, mit netten Landschaftsbeschreibungen, aber eher wenig Handlung, wurde. Zum Ende hin hatte es dann wieder weniger mit Feminismus zu tun, als damit, dass das Lebensziel jeder Frau wohl unbedingt die Mutterschaft sein müsse. In meinen Augen eine Vorstellung alter, weißer Männer, mit der ich mich kaum identifizieren kann. Ich hatte außerdem den Eindruck, dass es, außer vielleicht in ganz wenigen Szenen, eigentlich nicht so recht zu den beiden vorangegangenen Bänden passen will. Warum die Protagonistin nun unbedingt eine Cole sein musste, habe ich leider wirklich nicht verstanden.
R.J.s Geschichte gefiel mir besser als Shamans und auch irgendwie besser als die von Rob. Eine starke Frau, die ihren Weg geht und zu sich selbst findet. Auch wenn es sich nach 50 Seiten schon einmal wie ein Ende anfühlte. Es kam auch noch Drama zwischendurch, das ich nicht gebraucht hätte, die Aufarbeitung war dann wieder okay. Aber leider hat das Ende mir das Buch ein bisschen verleidet. R.J. schien sich gerade gefunden zu haben und dann schmeißt ein Ereignis ( also die Schwangerschaft </) alles nochmal um und es wird deutlich gemacht, dass sie dadurch erst richtig zu sich findet. Weil eine Frau ja nur so Erfüllung finden kann? Normalerweise macht es mir ja nicht direkt was aus, wenn diese Wendung noch kommt, aber hier ging es mir echt quer.
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Als Dr. Roberta J. Cole beschließt, ihre kriselnde Ehe und ihre Karriere in der Bostoner Großklinik hinter sich zu lassen, um Landärztin zu werden, erfährt ihr Leben eine ungeahnte Wende. Inmitten der grünen Hügel von Massachusetts trifft sie auf den Aussteiger David Markus aus New York. Schon bald kommen die beiden Stadtflüchtlinge sich näher. Aber nicht nur David kämpft mit Problemen, vor denen er vergeblich zu fliehen sucht. Auch seine Tochter Sarah steht vor der schwierigsten Entscheidung ihres Lebens – und braucht die Hilfe von Roberta, der Frau, die ihr den Vater wegzunehmen droht.
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Author Description
Noah Gordon (1926 bis 2021) lebte in Boston, Massachusetts, und arbeitete lange Jahre als Journalist beim »Boston Herald«. Mit »Der Medicus« gelang ihm ein internationaler Bestseller, der auch in Deutschland viele Monate auf der Bestsellerliste stand. Noah Gordon wurde weltweit mit mehr als einem Dutzend literarischer Preise ausgezeichnet. Alle seine Romane waren sensationelle Erfolge.
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Nun leider fehlte mir hier bis Seite 192 die Zeiteinordnung. Mir war klar, dass es so gesehen in der Neuzeit spielt, aber bis dahin war keine genaue einordnen möglich. Da kam dann 1994. Wie immer gab es einiges wirklich, was ich auch sehr mochte, aber es fehlte so das Typische Cole eben. Es ging weniger um das medizinische, als um das Privatleben von Roberta. Fand ich irgendwie schade. Das einzige Thema was sich durchs ganze Buch zog war Schwangerschaft, Abtreibung und alles was dazu gehört. Es war nicht schlecht und ich mochte es auch echt gerne, aber für 5 Sterne hat mir das gewisse Etwas gefehlt
Nicht so ganz der Sinn der Sache..
Leider schade, aber für mich hat sich der Sinn der Medicus Trilogie hier komplett verloren. Es geht um eine Familie, die den Tod spüren kann und deshalb den Menschen auf ganz selbstlose Art hilft. Das Buch allerdings spielt in der relativen Neuzeit und die Protagonistin ist mehr mit sich und ihren Gefühlen beschäftigt als anderen zu helfen. Von ihrer Gabe liest man fast nichts, die Zeit ist kaum einzuordnen und das Abtreibungsthema war unpassend und gewaltig nervig... Schade, aber für mich leider nicht passend und unnötig, aber unter einem anderen Namen vielleicht in Ordnung...
Ich habe die beiden Vorgänger wirklich verschlungen, weil sie mich so begeistert haben. Mit dieser Fortsetzung bin ich leider überhaupt nicht warm geworden und habe sie auch nach 50 Seiten abgebrochen. Das historische fehlt hier irgendwie nachvollziehbarerweise, aber auch das medizinische Beschreiben und insgesamt die Erzählweise, die mich vorher so begeistert hat.
Zunächst möchte ich sagen ich habe mich schwer getan das Buch zuende zu lesen, musste es öfters beiseite legen und habe darüber nachgedacht es abzubrechen... aber ich habe es zuende gelesen um eine Meinungsstrake ausführliche Rezension schreiben zu können. Es tut mir fast weh diesem Buch eine so kritische Bewertung zu geben da ich den Autor und die vorherigen Bände sehr geliebt habe... Also hier die Zusammenfassung aus meinen Notizen.
Noah Gordon hat mit Der Medicus und Der Schamane zwei Romane geschaffen, die Leserinnen und Leser mit epischer Breite, historischem Realismus und vielschichtigen Figuren begeistert haben. Die männlichen Protagonisten dieser Bände waren tief beschrieben, in ihren Zweifeln wie in ihrer Stärke, was ihre Geschichten so faszinierend machte. Umso höher waren die Erwartungen an den dritten Band, der nun mit einer weiblichen Hauptfigur auftritt. Doch statt Fortschritt erleben wir einen deutlichen Rückschritt. 1. Mit der Ärztin Roberta Cole steht erstmals eine Frau im Mittelpunkt die leider von beginn an voller zweifel ist. Sie leitet eine Klinik, sie ist fachlich erfolgreich, doch ihre Figur wirkt auffallend schwach gezeichnet. Immer wieder wird sie als unsicher und ängstlich dargestellt, sei es im Umgang mit alltäglichen Situationen, in Liebesfragen oder in moralischen Entscheidungen. Statt einer konsequent starken Figur entsteht der Eindruck einer Frau, die beständig auf die Bestätigung durch Männer angewiesen ist. Die außerdem oft auf ihre Sexuellen Belange und auf ein klischeehaftes Frauenbild reduziert wird. (Kinderwunsch, Beziehungen, Unsicherheit, Schwäche). Auch in den vorherigen Teilen zeigte sich bereits ein solches Schema Frauen zu beschreiben doch war es angesichts der Männlichen Hauptcharaktere und der Zeit in der die Romane spielten einfacher zu verstehen und anzuerkennen. 2. Das Thema Abtreibung als fragwürdiges Stilmittel. Ein weiterer Schwachpunkt ist die Art, wie Gordon das Thema Abtreibung behandelt. Statt differenziert auf historische und gesellschaftliche Dimensionen einzugehen, wird die Thematik fast als erzählerisches Schlaginstrument genutzt. Die einzige Abtreibung, die im Buch wirklich gezeigt wird, ist von Tragik überschattet. Damit sendet Gordon ein klares, aber höchst problematisches Signal, das in seiner Eindimensionalität wütend macht. Roberta selbst schwankt, läuft vor der Verantwortung davon, findet keinen festen Standpunkt. Für heutige Leserinnen wirkt das frustrierend, da es ein Bild weiblicher Unsicherheit verfestigt, anstatt selbstbestimmte Stärke zu zeigen. Für mich war das oft "Ragebait" und hat mich vorallem zweifeln lassen weiter zu lesen. U.a. wurde die Arbeit in der Abtreibungsklinik immer wieder (auch in der Danksagung) als heikles moralisch schwieriges Thema benannt was ich persönlich nicht im entferntesten nachvollziehen konnte. Auch wenn ich Noah Gordons Hintergründe für die Thematik nachvollziehen konnte wurden es schlecht umgesetzt! (Anders wie in den Teilen zuvor) 3. Kinder als letztes Ziel Noch enttäuschender ist, dass am Ende trotz Karriere, Klinik und Erfolg alles wieder auf das Kinderkriegen reduziert wird. Robertas größter Traum wird erfüllt, doch die Botschaft dahinter ist ernüchternd: als sei ein Kind das einzige Glück, das eine Frau letztlich erreichen könne. Auch die anderen zentralen Frauenfiguren wollen selbstverständlich Kinder, was ein einseitiges und oberflächliches Frauenbild zementiert. Was selbstbestimmt wirken soll entäuscht erneut da die Verantwortung liegt bei der Frau. Der Mann/Vater ist im Grunde ausenvor...erneut ein Rückschritt da wir starke Väter in allen Bänden erlebt haben. 4. Glatte Erzählung ohne Tiefe Hinzu kommt die auffallend glatte Erzählung. Robertas Klinik läuft nahezu problemlos, berufliche und gesellschaftliche Konflikte fehlen fast vollständig. Dadurch wirkt die Geschichte konstruiert, weit entfernt vom Realismus und der Komplexität der Vorgängerbände. Es wirkt langweilig und reduziert die Story erneut auf das Thema Kinderkriegen, Beziehungen/Sex und als ob sie es nur so "einfach" hat weil sie nunmal eine Frau und kein Mann ist. 5. Ein männlicher Blick auf weibliche Stärke Besonders deutlich wird diese Schieflage, wenn man die Danksagung liest. Gordon erwähnt auffällig viele Männer, die ihn beraten oder inspiriert haben. Für ein Buch, das Frauen ins Zentrum stellen wollte, ist das bezeichnend. Es wirkt fast so, als sei es ein männlicher Blick, der vorgibt, weibliche Stärke erzählen zu können, aber letztlich nur in altbekannten Rollenmustern stecken bleibt. Fazit „Der Medicus Das Erbe“ enttäuscht auf ganzer Linie. Statt einer progressiven Erzählung über eine eigenständige Frau erhalten wir eine Geschichte, die weibliche Figuren klein macht, Abtreibung als moralisches Tabu inszeniert und Mutterschaft als einzig wahres Lebensziel verherrlicht. Die Stärke und Tiefe der männlichen Protagonisten in den Vorgängerbänden wird nicht einmal ansatzweise erreicht. Noah Gordon gelingt es nicht, an die Kraft seiner ersten beiden Werke anzuschließen. Zurück bleibt ein oberflächlicher Roman, der zwar sprachlich gewohnt flüssig ist, inhaltlich aber fest in alten Denkmustern verharrt. Ich möchte ergänzen das ich mir viele gedanken zu diesem buch gemacht habe und viel diskutiert habe um zu meinen Standpunkt zu kommen. Ich möchte nicht den Schreibstil kritisieren oder das buch grundsätzlich zerreißen aber warnen das es Triggern könnte. Es ist auserdem bei weitem nicht so gut ausgearbeitet wie die vor Bände mit gerade mal über 400 seiten fast geruscht. Ich würde es nicht nochmal lesen dem Autor aber eine weitere Chance geben... ich könnte noch ewig weiter schreiben aber das wichtigste wurde gesagt.

Bei diesem Buch hatte ich zunächst den Eindruck, dass es sehr feministisch und politisch korrekt, überhaupt sehr politisch ist, bis es dann irgendwie in Richtung eines Liebesromans, vielleicht auch eine Art Generationenroman, mit netten Landschaftsbeschreibungen, aber eher wenig Handlung, wurde. Zum Ende hin hatte es dann wieder weniger mit Feminismus zu tun, als damit, dass das Lebensziel jeder Frau wohl unbedingt die Mutterschaft sein müsse. In meinen Augen eine Vorstellung alter, weißer Männer, mit der ich mich kaum identifizieren kann. Ich hatte außerdem den Eindruck, dass es, außer vielleicht in ganz wenigen Szenen, eigentlich nicht so recht zu den beiden vorangegangenen Bänden passen will. Warum die Protagonistin nun unbedingt eine Cole sein musste, habe ich leider wirklich nicht verstanden.
R.J.s Geschichte gefiel mir besser als Shamans und auch irgendwie besser als die von Rob. Eine starke Frau, die ihren Weg geht und zu sich selbst findet. Auch wenn es sich nach 50 Seiten schon einmal wie ein Ende anfühlte. Es kam auch noch Drama zwischendurch, das ich nicht gebraucht hätte, die Aufarbeitung war dann wieder okay. Aber leider hat das Ende mir das Buch ein bisschen verleidet. R.J. schien sich gerade gefunden zu haben und dann schmeißt ein Ereignis ( also die Schwangerschaft </) alles nochmal um und es wird deutlich gemacht, dass sie dadurch erst richtig zu sich findet. Weil eine Frau ja nur so Erfüllung finden kann? Normalerweise macht es mir ja nicht direkt was aus, wenn diese Wendung noch kommt, aber hier ging es mir echt quer.











