Die Dame hinter dem Vorhang
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Description
Liebevoll ausgestattete Ausgabe mit Leinenrücken und Lesebändchen.
Weitere berührende Wunderraum-Geschichten finden Sie in unserem kostenlosen aktuellen Leseproben-E-Book »Einkuscheln und loslesen – Bücher für kurze Tage und lange Nächte«
Book Information
Author Description
Veronika Peters wurde 1966 in Gießen geboren. Mit »Was in zwei Koffer passt« landete sie 2007 einen Bestseller. In ihrem aktuellen Roman »Die Dame hinter dem Vorhang« setzt sie der englischen Exzentrikerin Edith Sitwell ein Denkmal. Veronika Peters lebt in Berlin.
Posts
Beschreibung Ende der 1920er verlässt Jane Banister, Enkelin des Gärtners der Familie Sitwell, ihr Zuhause auf dem Landsitz Gut Renishaw, um der Tochter der Sitwells nach London zu folgen. Der Dienst im Hause der exzentrischen und exotischen Dame Edith Sitwell, welche sich in einem illustren Freundeskreis aus Künstlern, Dichtern und Schriftstellern bewegt, lässt das Hausmädchen zu einem Teil des glamourösen Leben zwischen Auftritten, Soireen und Reisen durch die Welt, werden. Dabei ist Jane aber auch treue Begleiterin ihrer Dienstherrin bei allen Problemen und Tiefpunkten, die dieser außergewöhnliche Lebensstil mit sich bringt. Meine Meinung In ihrem Roman »Die Dame hinter dem Vorhang« verwebt Veronika Peters reale Facetten mit einer fiktionalen Geschichte und setzt damit der englischen Dichterin Dame Edith Louisa Sitwell (* 7. September 1887 in Scarborough; † 9. Dezember 1964 in London) ein Denkmal. Für mich ist dies der erste Roman der deutschen Schriftstellerin, die seit 2007 bereits fünf weitere Bücher veröffentlichte. Das Buch ist im Wunderraum Verlag erschienen und glänzt alleine schon durch die schöne Aufmachung mit Leinenrücken, Lesebändchen und bemustertem Vorsatzpapier. Eine tolle Ausstattung für ein Werk über die, für damalige Verhältnisse, exotische und extravagante Frau, die sich nichts aus den gesellschaftlichen Idealen für Frauen machte und lieber ihren eigenen Weg ging. Als Tochter von Sir George Sitwell und Lady Ida Emily Augusta Denison wuchs die junge Edith unter keinen liebevollen Verhältnissen heran, denn als Erstgeborene war sie alleine aufgrund ihres Geschlechts und später auch noch aufgrund ihres großen Wuchses und ihrem Aussehen, dass nicht dem Schönheitsideal entsprach, vor allen Dingen ihrer Mutter ein Dorn im Auge. Wie nun aus diesem ungeliebten Mädchen eine bedeutende Dichterin wurde, die für ihren extravaganten und exotischen Kleidungsstil sowie ihrem aufsehenerregenden Schmuck bekannt war, kommt man mit Veronika Peters Geschichte, wenn auch nur fiktional, einen Schritt näher. Um einen hautnahen Blick auf die außergewöhnliche Persönlichkeit werfen zu können, bedient sich die Schriftstellerin eines geschickten Mittels, indem sie die Geschichte mit der von Emma Banister und ihrer Tochter Jane Banister verknüpft. Als junges Mädchen freundet sich die einsame Edith mit der wenig älteren Gärtnerstochter Emma an, welche schließlich der erwachsenden Edith ihre Tochter Jane als Hausmädchen anvertraut. Durch das Sichtglas Emma und Jane Banister erhascht man einen ziemlich privaten Blick auf die Dichterin und begleitet diese auf ihrem Lebensweg, der mit interessanten Episoden gespickt ist. Das alles verarbeitet Veronika Peters in ihrem flüssigen Erzählstil zu einer unterhaltsamen Lektüre, die zudem das Lebensgefühl der 20er Jahre einfängt. Allerdings finde ich es sehr Schade, dass Emma und Jane nur als Mittel zum Zweck genutzt wurden und es diesen Charakteren an jeglicher Kontur und Ausarbeitung fehlt. Sie sind leider nur notwendiges Beiwerk, das es ermöglicht die Geschichte von Dame Edith zu erzählen. Fazit Ein Roman, der sich fiktional mit dem Leben der englischen Dichterin Dame Edith Sitwell auseinandersetzt und einen Blick hinter die Kulissen wagt.
„Die Dame hinter dem Vorhang“ von Veronika Peters ist die biographische Geschichte der britischen Dichterin Edith Sitwell (1887-1964). Erzählt wird hier aus der Sicht ihrer engsten Vertrauten, Jane. Es ist ein wenn auch mit literarischen Freiheiten ganz wundervolles, detailreiches und buntes Portrait einer Frau, die sich nicht hat davon abhalten lassen zu sein wer sie ist. Eine Künstlerin, durch und durch. Neben Ediths schwieriger Kindheit und Jugend erfährt man als Leser hier auch viel über ihr Künstlerdasein und darüber, was das geschriebene Wort, die Kunst der Poesie für sie und ihr ganzes Leben bedeuten. Ich muss sagen das hat mich unheimlich beeindruckt! Die Autorin Veronika Peters hat hier für mein Leseempfinden historische und biographische Aspekte sehr sehr schön mit literarisch frei gewählten Inhalten kombiniert und konnte mich damit in eine andere Zeit, in ein anderes leben katapultieren. Neben Edith lernen wir natürlich auch ihre Familie ein Stück weit kennen und erfahren viel über die Familie von Jane, die seit einigen Generationen bereits den Sitwells zu Diensten steht. „Die Dame hinter dem Vorhang“ ist eine Geschichte über die Kunst des Seins, über die Kunst an sich. Es ist eine Geschichte über Freundschaft, Familie und all damit verbundenen Probleme. Es ist die Geschichte einer anderen Zeit und konnte mich trotz kleiner Längen zwischendrin sehr für sich gewinnen!
Gelungenes Portrait einer hochadelig-exzentrischen Lady Kein Wunder dass sich die Dichterin und Exzentrikerin Dame Edith Louisa Sitwell DBE (1887-1964) mit Königin Elizabeth I. identifizierte und zwei sehr erfolgreiche Bücher über sie schrieb. Beide Frauen waren an einem 7. September geboren, blieben Zeit ihres Lebens kinderlos und unverheiratet, waren groß, schlank und hoch gebildet, sahen eigenwillig aus und förderten die Künste. Außerdem floss durch Edith Sitwell wahrscheinlich mehr blaues Blut als durch die Adern der meisten Mitglieder der britischen Königsfamilie. Durch ihre Mutter Lady Ida Emily Augusta Denison entstammte sie der Linie der Beaufort und war damit eine Nachfahrin von John of Gaunt (1. Duke of Lancaster), einem der Söhne von König Edward III. Diese hochgradig aristokratische Abstammung von den Plantagenets machte Lady Ida für Ediths Vater George Sitwell, selbst “nur” ein Baronet of Renishaw Hall, interessant. Die Ehe war also rein vernunftorientiert und dementsprechend unglücklich. Beide Eltern waren charakterlich sehr speziell und eher gefühlskalt. Für Edith war es ein Glück, dass sie zwei jüngere Brüder hatte, Osbert und Sacheverell, auf die sie Zeit ihres Lebens zählen konnte und die auch ihre Leidenschaft für das Schreiben und exzentrische Auftritte in literarischen Salons teilten. In “Die Dame hinter dem Vorhang” lernen wir Dame Edith durch die erzählende "Brille" ihrer langjährigen Vertrauen Jane Banister kennen. Zunächst als alte Frau im Jahr 1964, kurz vor ihrem Tod. Dann wird ihr Leben in Rückblenden erzählt - immer aus der Perspektive von Jane. Janes Mutter Emma, die ihr Leben auf dem Landsitz der Sitwells, Renishaw Hall, als Tochter des Gärtners verbrachte, freundet sich in diesem Buch mit der 5 Jahre jüngeren Edith an - eine Freundschaft über Standesgrenzen hinweg. Ob das in der Realität so möglich gewesen wäre sei mal dahingestellt, hier bildet es den Aufhänger für die Handlung. Emma bekommt Ediths schwierige Kindheit hautnah mit: die Ablehnung durch die Mutter, das Einzwängen in eine körperformende Apparatur, die Liebe zur Literatur und die Entwicklung zum extrovertierten Freigeist. Später wird dann Emmas Tochter Jane das Hausmädchen der nunmehr mit ihrer Vertrauten Hanna Rootham in einer Mietwohnung in London lebenden 40-jährigen Edith. Hier lernt Jane die schillernden Figuren der Londoner Bohème kennen - Künstler, Schriftsteller, Intellektuelle. Dann zieht es Edith in die Stadt der Kunst und der Liebe, Paris. Jane kommt natürlich mit, denn die beiden haben mittlerweile eine symbiotische Beziehung, bei der die Rollen aber klar verteilt sind: Edith die exzentrische "Lebefrau" und Künstlerin, Jane die Angestellte und das bodenständige englische Mädchen vom Land. Schließlich führt sie der Krieg zurück nach Renishaw Hall. Das Grauen dieser Zeit verarbeitet Edith wieder in ihrer Dichtung, sublimiert Schrecken in Schönheit. Sie will Renishaw schließlich zum "Zufluchtsort für Künstler" (S. 227) machen - Evelyn Waugh, T. S. Eliot und andere gehen ein und aus. Die letzten Lebensjahre verbringt sie wieder in London, mit einigen Abstechern nach Amerika, wo sie mit dem Hollywood Marylin Monroes, Billy Wilders und anderer Größen in Berührung kommt. Dadurch dass wir Edith nur durch den "Filter" Jane Banister kennenlernen, kommt keine Unmittelbarkeit auf. Eine Innensicht Ediths, ihre Gedanken, wären interessant gewesen. Dennoch wird der Charakter Edith Sitwells gut beleuchtet, auch wenn wir nur durch Jane auf sie blicken. Es wird deutlich, dass sie eine Person war, die durch Poesie und Kunst - durch das Erschaffen von Dichtung und die Rezeption von Literatur - der Enge ihres Daseins, der restriktiven Gesellschaft, dem britischen Erbrecht, den Existenzsorgen, den Schrecken des Krieges und ihrem nicht der Norm und vor allem dem damaligen Schönheitsideal entsprechenden, oft schmerzenden Körper entkommen konnte. Das ist denke ich die Hauptbotschaft dieses Buches und des Lebens der Edith Sitwell: in der Phantasie, in unseren Gedanken, können wir alles sein und der Realität - zumindest zeitweise - entfliehen. Ein sehr lesenswertes Buch über eine hoch spannende Frau und ihre Zeit! Lobend hervorheben möchte ich noch die sehr schöne Gestaltung dieses Romans von Veronika Peters als Hardcover durch den Wunderraum-Verlag. Das schöne Vorsatzpapier, das Lesebändchen und vor allem der auf den Umschlag geklebte Titel, wodurch der Leinenrücken sichtbar wird, geben dem Buch das gewisse Etwas!
Beschreibung Ende der 1920er verlässt Jane Banister, Enkelin des Gärtners der Familie Sitwell, ihr Zuhause auf dem Landsitz Gut Renishaw, um der Tochter der Sitwells nach London zu folgen. Der Dienst im Hause der exzentrischen und exotischen Dame Edith Sitwell, welche sich in einem illustren Freundeskreis aus Künstlern, Dichtern und Schriftstellern bewegt, lässt das Hausmädchen zu einem Teil des glamourösen Leben zwischen Auftritten, Soireen und Reisen durch die Welt, werden. Dabei ist Jane aber auch treue Begleiterin ihrer Dienstherrin bei allen Problemen und Tiefpunkten, die dieser außergewöhnliche Lebensstil mit sich bringt. Meine Meinung In ihrem Roman »Die Dame hinter dem Vorhang« verwebt Veronika Peters reale Facetten mit einer fiktionalen Geschichte und setzt damit der englischen Dichterin Dame Edith Louisa Sitwell (* 7. September 1887 in Scarborough; † 9. Dezember 1964 in London) ein Denkmal. Für mich ist dies der erste Roman der deutschen Schriftstellerin, die seit 2007 bereits fünf weitere Bücher veröffentlichte. Das Buch ist im Wunderraum Verlag erschienen und glänzt alleine schon durch die schöne Aufmachung mit Leinenrücken, Lesebändchen und bemustertem Vorsatzpapier. Eine tolle Ausstattung für ein Werk über die, für damalige Verhältnisse, exotische und extravagante Frau, die sich nichts aus den gesellschaftlichen Idealen für Frauen machte und lieber ihren eigenen Weg ging. Als Tochter von Sir George Sitwell und Lady Ida Emily Augusta Denison wuchs die junge Edith unter keinen liebevollen Verhältnissen heran, denn als Erstgeborene war sie alleine aufgrund ihres Geschlechts und später auch noch aufgrund ihres großen Wuchses und ihrem Aussehen, dass nicht dem Schönheitsideal entsprach, vor allen Dingen ihrer Mutter ein Dorn im Auge. Wie nun aus diesem ungeliebten Mädchen eine bedeutende Dichterin wurde, die für ihren extravaganten und exotischen Kleidungsstil sowie ihrem aufsehenerregenden Schmuck bekannt war, kommt man mit Veronika Peters Geschichte, wenn auch nur fiktional, einen Schritt näher. Um einen hautnahen Blick auf die außergewöhnliche Persönlichkeit werfen zu können, bedient sich die Schriftstellerin eines geschickten Mittels, indem sie die Geschichte mit der von Emma Banister und ihrer Tochter Jane Banister verknüpft. Als junges Mädchen freundet sich die einsame Edith mit der wenig älteren Gärtnerstochter Emma an, welche schließlich der erwachsenden Edith ihre Tochter Jane als Hausmädchen anvertraut. Durch das Sichtglas Emma und Jane Banister erhascht man einen ziemlich privaten Blick auf die Dichterin und begleitet diese auf ihrem Lebensweg, der mit interessanten Episoden gespickt ist. Das alles verarbeitet Veronika Peters in ihrem flüssigen Erzählstil zu einer unterhaltsamen Lektüre, die zudem das Lebensgefühl der 20er Jahre einfängt. Allerdings finde ich es sehr Schade, dass Emma und Jane nur als Mittel zum Zweck genutzt wurden und es diesen Charakteren an jeglicher Kontur und Ausarbeitung fehlt. Sie sind leider nur notwendiges Beiwerk, das es ermöglicht die Geschichte von Dame Edith zu erzählen. Fazit Ein Roman, der sich fiktional mit dem Leben der englischen Dichterin Dame Edith Sitwell auseinandersetzt und einen Blick hinter die Kulissen wagt.
Ein Buch über eine selbstbewusste und exzentrische Frau, die ihren Platz in der Welt mithilfe von Gedichten findet. . Darum geht’s: Welch ein Abenteuer! An einem Maimorgen im Jahr 1927 verlässt Jane Banister, Enkelin des Gärtners auf Gut Renishaw, den Landsitz der Sitwells. Sie geht nach London, um in den Dienst von Edith Sitwell zu treten, der ungeliebten Tochter des Hauses. Jane hat schon einiges über die exzentrische Dichterin und deren einflussreichen Freundeskreis gehört. Edith gibt in der Hauptstadt Soireen, liebt große Auftritte und hat sogar Kontakte ins Königshaus. Schon bald wird Jane an Ediths Seite die Metropolen der Welt bereisen. Doch als Ediths Vertraute lernt Jane auch die Dame hinter dem Vorhang kennen und den Preis, den das unangepasste Leben fordert. . Die reale Person Edith Sitwell steht im Zentrum des Romans “Die Dame hinter dem Vorhang”. Man erfährt in dem Roman aus der Sicht des Hausmädchens viel über die verschiedenen Höhen und Tiefen des Lebens von Edith Sitwell. Eine grausame Kindheit und eine schlechte Beziehung zu ihrer Familie ließen Edith als Kind sich schnell mit Literatur beschäftigen. Edith ist nicht normal. Sie ist groß. Sie ist nicht angepasst. Dem Schönheitsideal entspricht sie nicht. Der aristokratischen Familie gefällt dieser Umstand überhaupt nicht, dass ihre Tochter Edith schlecht vermittelbar. Edith lebt dennoch ihr sehr eigensinniges Leben. Sie löst sich von den Konventionen: dichtet, reist, führt Diskussion und hat einen eigensinnigen Kleidungsstil. Sie eckt an. In diesem Roman erfährt man so unfassbar viel über die Frau hinter den Gedichten, ihrem Alltag und Konflikten. Bis dato kannte ich Edith Sitwell nicht und halte sie für eine absolut moderne Frau ihrer Zeit. Insbesondere die Beschreibung ihrer Kindheit waren interessant und emotional. Ein kleines Kind, welches sich schon früh in Geschichten flüchtet und neue Märchen selbst entwickelt. Im letzten Drittel des Buches hat mir etwas an Emotionalität gefehlt, da eher reporterhaft über ihre letzten Jahre berichtet wurde. Ein Buch über eine unkonventionelle Exzentrikerin, die ihren Platz in der Welt sucht und findet.
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Liebevoll ausgestattete Ausgabe mit Leinenrücken und Lesebändchen.
Weitere berührende Wunderraum-Geschichten finden Sie in unserem kostenlosen aktuellen Leseproben-E-Book »Einkuscheln und loslesen – Bücher für kurze Tage und lange Nächte«
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Veronika Peters wurde 1966 in Gießen geboren. Mit »Was in zwei Koffer passt« landete sie 2007 einen Bestseller. In ihrem aktuellen Roman »Die Dame hinter dem Vorhang« setzt sie der englischen Exzentrikerin Edith Sitwell ein Denkmal. Veronika Peters lebt in Berlin.
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Beschreibung Ende der 1920er verlässt Jane Banister, Enkelin des Gärtners der Familie Sitwell, ihr Zuhause auf dem Landsitz Gut Renishaw, um der Tochter der Sitwells nach London zu folgen. Der Dienst im Hause der exzentrischen und exotischen Dame Edith Sitwell, welche sich in einem illustren Freundeskreis aus Künstlern, Dichtern und Schriftstellern bewegt, lässt das Hausmädchen zu einem Teil des glamourösen Leben zwischen Auftritten, Soireen und Reisen durch die Welt, werden. Dabei ist Jane aber auch treue Begleiterin ihrer Dienstherrin bei allen Problemen und Tiefpunkten, die dieser außergewöhnliche Lebensstil mit sich bringt. Meine Meinung In ihrem Roman »Die Dame hinter dem Vorhang« verwebt Veronika Peters reale Facetten mit einer fiktionalen Geschichte und setzt damit der englischen Dichterin Dame Edith Louisa Sitwell (* 7. September 1887 in Scarborough; † 9. Dezember 1964 in London) ein Denkmal. Für mich ist dies der erste Roman der deutschen Schriftstellerin, die seit 2007 bereits fünf weitere Bücher veröffentlichte. Das Buch ist im Wunderraum Verlag erschienen und glänzt alleine schon durch die schöne Aufmachung mit Leinenrücken, Lesebändchen und bemustertem Vorsatzpapier. Eine tolle Ausstattung für ein Werk über die, für damalige Verhältnisse, exotische und extravagante Frau, die sich nichts aus den gesellschaftlichen Idealen für Frauen machte und lieber ihren eigenen Weg ging. Als Tochter von Sir George Sitwell und Lady Ida Emily Augusta Denison wuchs die junge Edith unter keinen liebevollen Verhältnissen heran, denn als Erstgeborene war sie alleine aufgrund ihres Geschlechts und später auch noch aufgrund ihres großen Wuchses und ihrem Aussehen, dass nicht dem Schönheitsideal entsprach, vor allen Dingen ihrer Mutter ein Dorn im Auge. Wie nun aus diesem ungeliebten Mädchen eine bedeutende Dichterin wurde, die für ihren extravaganten und exotischen Kleidungsstil sowie ihrem aufsehenerregenden Schmuck bekannt war, kommt man mit Veronika Peters Geschichte, wenn auch nur fiktional, einen Schritt näher. Um einen hautnahen Blick auf die außergewöhnliche Persönlichkeit werfen zu können, bedient sich die Schriftstellerin eines geschickten Mittels, indem sie die Geschichte mit der von Emma Banister und ihrer Tochter Jane Banister verknüpft. Als junges Mädchen freundet sich die einsame Edith mit der wenig älteren Gärtnerstochter Emma an, welche schließlich der erwachsenden Edith ihre Tochter Jane als Hausmädchen anvertraut. Durch das Sichtglas Emma und Jane Banister erhascht man einen ziemlich privaten Blick auf die Dichterin und begleitet diese auf ihrem Lebensweg, der mit interessanten Episoden gespickt ist. Das alles verarbeitet Veronika Peters in ihrem flüssigen Erzählstil zu einer unterhaltsamen Lektüre, die zudem das Lebensgefühl der 20er Jahre einfängt. Allerdings finde ich es sehr Schade, dass Emma und Jane nur als Mittel zum Zweck genutzt wurden und es diesen Charakteren an jeglicher Kontur und Ausarbeitung fehlt. Sie sind leider nur notwendiges Beiwerk, das es ermöglicht die Geschichte von Dame Edith zu erzählen. Fazit Ein Roman, der sich fiktional mit dem Leben der englischen Dichterin Dame Edith Sitwell auseinandersetzt und einen Blick hinter die Kulissen wagt.
„Die Dame hinter dem Vorhang“ von Veronika Peters ist die biographische Geschichte der britischen Dichterin Edith Sitwell (1887-1964). Erzählt wird hier aus der Sicht ihrer engsten Vertrauten, Jane. Es ist ein wenn auch mit literarischen Freiheiten ganz wundervolles, detailreiches und buntes Portrait einer Frau, die sich nicht hat davon abhalten lassen zu sein wer sie ist. Eine Künstlerin, durch und durch. Neben Ediths schwieriger Kindheit und Jugend erfährt man als Leser hier auch viel über ihr Künstlerdasein und darüber, was das geschriebene Wort, die Kunst der Poesie für sie und ihr ganzes Leben bedeuten. Ich muss sagen das hat mich unheimlich beeindruckt! Die Autorin Veronika Peters hat hier für mein Leseempfinden historische und biographische Aspekte sehr sehr schön mit literarisch frei gewählten Inhalten kombiniert und konnte mich damit in eine andere Zeit, in ein anderes leben katapultieren. Neben Edith lernen wir natürlich auch ihre Familie ein Stück weit kennen und erfahren viel über die Familie von Jane, die seit einigen Generationen bereits den Sitwells zu Diensten steht. „Die Dame hinter dem Vorhang“ ist eine Geschichte über die Kunst des Seins, über die Kunst an sich. Es ist eine Geschichte über Freundschaft, Familie und all damit verbundenen Probleme. Es ist die Geschichte einer anderen Zeit und konnte mich trotz kleiner Längen zwischendrin sehr für sich gewinnen!
Gelungenes Portrait einer hochadelig-exzentrischen Lady Kein Wunder dass sich die Dichterin und Exzentrikerin Dame Edith Louisa Sitwell DBE (1887-1964) mit Königin Elizabeth I. identifizierte und zwei sehr erfolgreiche Bücher über sie schrieb. Beide Frauen waren an einem 7. September geboren, blieben Zeit ihres Lebens kinderlos und unverheiratet, waren groß, schlank und hoch gebildet, sahen eigenwillig aus und förderten die Künste. Außerdem floss durch Edith Sitwell wahrscheinlich mehr blaues Blut als durch die Adern der meisten Mitglieder der britischen Königsfamilie. Durch ihre Mutter Lady Ida Emily Augusta Denison entstammte sie der Linie der Beaufort und war damit eine Nachfahrin von John of Gaunt (1. Duke of Lancaster), einem der Söhne von König Edward III. Diese hochgradig aristokratische Abstammung von den Plantagenets machte Lady Ida für Ediths Vater George Sitwell, selbst “nur” ein Baronet of Renishaw Hall, interessant. Die Ehe war also rein vernunftorientiert und dementsprechend unglücklich. Beide Eltern waren charakterlich sehr speziell und eher gefühlskalt. Für Edith war es ein Glück, dass sie zwei jüngere Brüder hatte, Osbert und Sacheverell, auf die sie Zeit ihres Lebens zählen konnte und die auch ihre Leidenschaft für das Schreiben und exzentrische Auftritte in literarischen Salons teilten. In “Die Dame hinter dem Vorhang” lernen wir Dame Edith durch die erzählende "Brille" ihrer langjährigen Vertrauen Jane Banister kennen. Zunächst als alte Frau im Jahr 1964, kurz vor ihrem Tod. Dann wird ihr Leben in Rückblenden erzählt - immer aus der Perspektive von Jane. Janes Mutter Emma, die ihr Leben auf dem Landsitz der Sitwells, Renishaw Hall, als Tochter des Gärtners verbrachte, freundet sich in diesem Buch mit der 5 Jahre jüngeren Edith an - eine Freundschaft über Standesgrenzen hinweg. Ob das in der Realität so möglich gewesen wäre sei mal dahingestellt, hier bildet es den Aufhänger für die Handlung. Emma bekommt Ediths schwierige Kindheit hautnah mit: die Ablehnung durch die Mutter, das Einzwängen in eine körperformende Apparatur, die Liebe zur Literatur und die Entwicklung zum extrovertierten Freigeist. Später wird dann Emmas Tochter Jane das Hausmädchen der nunmehr mit ihrer Vertrauten Hanna Rootham in einer Mietwohnung in London lebenden 40-jährigen Edith. Hier lernt Jane die schillernden Figuren der Londoner Bohème kennen - Künstler, Schriftsteller, Intellektuelle. Dann zieht es Edith in die Stadt der Kunst und der Liebe, Paris. Jane kommt natürlich mit, denn die beiden haben mittlerweile eine symbiotische Beziehung, bei der die Rollen aber klar verteilt sind: Edith die exzentrische "Lebefrau" und Künstlerin, Jane die Angestellte und das bodenständige englische Mädchen vom Land. Schließlich führt sie der Krieg zurück nach Renishaw Hall. Das Grauen dieser Zeit verarbeitet Edith wieder in ihrer Dichtung, sublimiert Schrecken in Schönheit. Sie will Renishaw schließlich zum "Zufluchtsort für Künstler" (S. 227) machen - Evelyn Waugh, T. S. Eliot und andere gehen ein und aus. Die letzten Lebensjahre verbringt sie wieder in London, mit einigen Abstechern nach Amerika, wo sie mit dem Hollywood Marylin Monroes, Billy Wilders und anderer Größen in Berührung kommt. Dadurch dass wir Edith nur durch den "Filter" Jane Banister kennenlernen, kommt keine Unmittelbarkeit auf. Eine Innensicht Ediths, ihre Gedanken, wären interessant gewesen. Dennoch wird der Charakter Edith Sitwells gut beleuchtet, auch wenn wir nur durch Jane auf sie blicken. Es wird deutlich, dass sie eine Person war, die durch Poesie und Kunst - durch das Erschaffen von Dichtung und die Rezeption von Literatur - der Enge ihres Daseins, der restriktiven Gesellschaft, dem britischen Erbrecht, den Existenzsorgen, den Schrecken des Krieges und ihrem nicht der Norm und vor allem dem damaligen Schönheitsideal entsprechenden, oft schmerzenden Körper entkommen konnte. Das ist denke ich die Hauptbotschaft dieses Buches und des Lebens der Edith Sitwell: in der Phantasie, in unseren Gedanken, können wir alles sein und der Realität - zumindest zeitweise - entfliehen. Ein sehr lesenswertes Buch über eine hoch spannende Frau und ihre Zeit! Lobend hervorheben möchte ich noch die sehr schöne Gestaltung dieses Romans von Veronika Peters als Hardcover durch den Wunderraum-Verlag. Das schöne Vorsatzpapier, das Lesebändchen und vor allem der auf den Umschlag geklebte Titel, wodurch der Leinenrücken sichtbar wird, geben dem Buch das gewisse Etwas!
Beschreibung Ende der 1920er verlässt Jane Banister, Enkelin des Gärtners der Familie Sitwell, ihr Zuhause auf dem Landsitz Gut Renishaw, um der Tochter der Sitwells nach London zu folgen. Der Dienst im Hause der exzentrischen und exotischen Dame Edith Sitwell, welche sich in einem illustren Freundeskreis aus Künstlern, Dichtern und Schriftstellern bewegt, lässt das Hausmädchen zu einem Teil des glamourösen Leben zwischen Auftritten, Soireen und Reisen durch die Welt, werden. Dabei ist Jane aber auch treue Begleiterin ihrer Dienstherrin bei allen Problemen und Tiefpunkten, die dieser außergewöhnliche Lebensstil mit sich bringt. Meine Meinung In ihrem Roman »Die Dame hinter dem Vorhang« verwebt Veronika Peters reale Facetten mit einer fiktionalen Geschichte und setzt damit der englischen Dichterin Dame Edith Louisa Sitwell (* 7. September 1887 in Scarborough; † 9. Dezember 1964 in London) ein Denkmal. Für mich ist dies der erste Roman der deutschen Schriftstellerin, die seit 2007 bereits fünf weitere Bücher veröffentlichte. Das Buch ist im Wunderraum Verlag erschienen und glänzt alleine schon durch die schöne Aufmachung mit Leinenrücken, Lesebändchen und bemustertem Vorsatzpapier. Eine tolle Ausstattung für ein Werk über die, für damalige Verhältnisse, exotische und extravagante Frau, die sich nichts aus den gesellschaftlichen Idealen für Frauen machte und lieber ihren eigenen Weg ging. Als Tochter von Sir George Sitwell und Lady Ida Emily Augusta Denison wuchs die junge Edith unter keinen liebevollen Verhältnissen heran, denn als Erstgeborene war sie alleine aufgrund ihres Geschlechts und später auch noch aufgrund ihres großen Wuchses und ihrem Aussehen, dass nicht dem Schönheitsideal entsprach, vor allen Dingen ihrer Mutter ein Dorn im Auge. Wie nun aus diesem ungeliebten Mädchen eine bedeutende Dichterin wurde, die für ihren extravaganten und exotischen Kleidungsstil sowie ihrem aufsehenerregenden Schmuck bekannt war, kommt man mit Veronika Peters Geschichte, wenn auch nur fiktional, einen Schritt näher. Um einen hautnahen Blick auf die außergewöhnliche Persönlichkeit werfen zu können, bedient sich die Schriftstellerin eines geschickten Mittels, indem sie die Geschichte mit der von Emma Banister und ihrer Tochter Jane Banister verknüpft. Als junges Mädchen freundet sich die einsame Edith mit der wenig älteren Gärtnerstochter Emma an, welche schließlich der erwachsenden Edith ihre Tochter Jane als Hausmädchen anvertraut. Durch das Sichtglas Emma und Jane Banister erhascht man einen ziemlich privaten Blick auf die Dichterin und begleitet diese auf ihrem Lebensweg, der mit interessanten Episoden gespickt ist. Das alles verarbeitet Veronika Peters in ihrem flüssigen Erzählstil zu einer unterhaltsamen Lektüre, die zudem das Lebensgefühl der 20er Jahre einfängt. Allerdings finde ich es sehr Schade, dass Emma und Jane nur als Mittel zum Zweck genutzt wurden und es diesen Charakteren an jeglicher Kontur und Ausarbeitung fehlt. Sie sind leider nur notwendiges Beiwerk, das es ermöglicht die Geschichte von Dame Edith zu erzählen. Fazit Ein Roman, der sich fiktional mit dem Leben der englischen Dichterin Dame Edith Sitwell auseinandersetzt und einen Blick hinter die Kulissen wagt.
Ein Buch über eine selbstbewusste und exzentrische Frau, die ihren Platz in der Welt mithilfe von Gedichten findet. . Darum geht’s: Welch ein Abenteuer! An einem Maimorgen im Jahr 1927 verlässt Jane Banister, Enkelin des Gärtners auf Gut Renishaw, den Landsitz der Sitwells. Sie geht nach London, um in den Dienst von Edith Sitwell zu treten, der ungeliebten Tochter des Hauses. Jane hat schon einiges über die exzentrische Dichterin und deren einflussreichen Freundeskreis gehört. Edith gibt in der Hauptstadt Soireen, liebt große Auftritte und hat sogar Kontakte ins Königshaus. Schon bald wird Jane an Ediths Seite die Metropolen der Welt bereisen. Doch als Ediths Vertraute lernt Jane auch die Dame hinter dem Vorhang kennen und den Preis, den das unangepasste Leben fordert. . Die reale Person Edith Sitwell steht im Zentrum des Romans “Die Dame hinter dem Vorhang”. Man erfährt in dem Roman aus der Sicht des Hausmädchens viel über die verschiedenen Höhen und Tiefen des Lebens von Edith Sitwell. Eine grausame Kindheit und eine schlechte Beziehung zu ihrer Familie ließen Edith als Kind sich schnell mit Literatur beschäftigen. Edith ist nicht normal. Sie ist groß. Sie ist nicht angepasst. Dem Schönheitsideal entspricht sie nicht. Der aristokratischen Familie gefällt dieser Umstand überhaupt nicht, dass ihre Tochter Edith schlecht vermittelbar. Edith lebt dennoch ihr sehr eigensinniges Leben. Sie löst sich von den Konventionen: dichtet, reist, führt Diskussion und hat einen eigensinnigen Kleidungsstil. Sie eckt an. In diesem Roman erfährt man so unfassbar viel über die Frau hinter den Gedichten, ihrem Alltag und Konflikten. Bis dato kannte ich Edith Sitwell nicht und halte sie für eine absolut moderne Frau ihrer Zeit. Insbesondere die Beschreibung ihrer Kindheit waren interessant und emotional. Ein kleines Kind, welches sich schon früh in Geschichten flüchtet und neue Märchen selbst entwickelt. Im letzten Drittel des Buches hat mir etwas an Emotionalität gefehlt, da eher reporterhaft über ihre letzten Jahre berichtet wurde. Ein Buch über eine unkonventionelle Exzentrikerin, die ihren Platz in der Welt sucht und findet.








