Die Autistinnen
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Description
Book Information
Author Description
Clara Törnvall, geboren 1976 in Stockholm, ist Kulturjournalistin und Produzentin. Im Alter von 42 Jahren wird ihr hochfunktionaler Autismus diagnostiziert. Diese für eine erwachsene Frau ungewöhnliche und seltene Diagnose veranlasste sie dazu, Die Autistinnen, ihr erstes Buch, zu schreiben. Es erscheint in zwölf Sprachen.
Posts
Ein ganz besonderes Buch…
…nicht nur für Betroffene. Die Mischung aus wissenschaftlichen Fakten, Zitaten mutmaßlicher Autist*innen und Erfahrungsbericht finde ich originell, die Perspektive sehr inspirierend. An der ein oder anderen Stelle konnte ich mich wiederfinden, sodass das Buch in vielerlei Hinsicht ein echter Augenöffner ist :)
Absolute Leseempfehlung zum Thema weiblicher Autismus
Ungefähr 1 - 1,5% der Weltbevölkerung hat Autismus. Das Spektrum ist dabei sehr groß. Es gibt Autist:innen, die nicht sprechen und nicht arbeiten können und dann gibt es die sogenannten hochfunktionalen Autist:innen. Als solche wird die Autorin Clara Törnvall mit 41 Jahren nach einem langen Leidensweg diagnostiziert. In dem Buch "Die Autistinnen" widmet sie sich der weiblichen Form des Autismus, der insofern besonders ist, dass die Frauen und Mädchen über einen hohen sozialen Anpassungsmechanismus verfügen. Durch Beobachtung und Imitation bleiben sie unauffällig, jedoch kommt die Interaktion nicht spontan und sogenannter smalltalk talk ist für sie nicht nur sinnlos, sondern teilweise sogar unmöglich, da sie weder die Bedeutung noch den Nutzen dessen verstehen. Weitere Merkmale sind eine Hypersensibilität gegenüber bestimmter Sinneseindrücke, ein Spezialinteresse (z.B. das leidenschaftliche Sammeln von Gegenständen oder ein Themengebiet, über das man sich alles erliest), das zwanghafte Festhalten an Routinen oder bestimmten Abläufen sowie Schwierigkeiten mit sozialer Interaktion. Damit geht oft eine Überforderung einher, denn weibliche Autisten werden oft nicht diagnostiziert und falsch behandelt. Der Autismus ist aber eine seelische Behinderung, die nicht therapierbar ist. Was bei neurologischen Nenschen ganz automatisch abläuft, muss der Autist sich mühsam aneignen. Körpersprache oder Gesichtsmimik zu deuten erfolgt also nicht intuitiv, sondern muss permanent übersetzt werden, was zu einer schnellen Erschöpfung führen kann. Clara Törnvall schildert ihre eigenen Schwierigkeiten, die Herausforderungen, die der Alltag mit sich bringt. Busfahren ist eine immense Überanstrengung, selbst das Zähneputzen ist nichts, was von alleine kommt, sondern dessen Ausführung von ihr vorab durchdacht werden muss. Dadurch, so ist sie der Auffassung, hat ihre besondere Wahrnehmung Kapazitäten, Musik, Kunst und Schriftstellerei auf besondere Weise wahrzunehmen. Das Buch ist autobiographisch, stützt sich aber geschichtlichr Aspekte und Interviews mit weiteren Autistinnen. Es ist leicht zugänglich und unbedingt zu empfehlen für jeden, der sich mit dem Thema auseinandersetzen möchte. Ich habe schon einiges zum Thema gelesen und kann dieses Buch zu 100% empfehlen, besonders weil es mit den Klischees aufräumt, denen man in Filmen und Unterhaltungsromanen sonst noch so begegnet.
"Die Autistinnen" von Clara Törnvall ist Mix aus Memoir (sie selbst hat erst mit 42 Jahren ihre Diagnose bekommen), wissenschaftlichen Fakten und autobiografischen Einschüben aus dem Leben bekannter (vermutlich) autistischer Frauen wie z. B. Emily Dickson, Patricia Highsmith oder Simone Weil. Es geht natürlich ganz viel darum, warum Mädchen sehr viel seltener die Diagnose Autismus bekamen und bekommen und wie sich Autismus bei Frauen zeigt. Ich fand das alles hoch interessant und zum Teil auch sehr berührend. Das Buch war in der Bibliothek ausgestellt und daher hab ich nur aufgrund des Titels danach gegriffen, ohne zu wissen, ob das ein Sachbuch oder ein Roman oder whatever ist und ich bin echt happy, dass mich das Buch so zufällig erreicht hat.
"Happy is the little Stone that rambles in the Road alone" -- Über das Anderssein und die Unsichtbarkeit.
Ein tolles, leicht zu lesendes Buch über den weiblichen Autismus und zutiefst feministisch! Clara Törnvall ergänzt mit ihrem autobiografisch geleiteten Essay die aktuelle Diskussion um den Gender Health Gap aus neuropsychiatrischer Perspektive, denn auch auf dem Spektrum wurden und werden Frauen lange nicht gesehen und entsprechend behandelt. Wie auch in anderen medizinischen Bereichen wurde die männliche Symptomatik zum Default gemacht. Törnvall interviewt im Verlauf einige betroffene Frauen, zeichnet deren unterschiedliche Lebens- und Leidenswege nach, was dieses Buch neben den wissenschaftlichen Fakten zum Thema Autismus sehr anschaulich und greifbar macht. Daneben zieht sie auch einige bekannte Persönlichkeiten heran, um ihre Thesen zu untermauern - hochinteressant! Die Querverweise auf Filme, Bücher, Ted Talks etc. machen zudem Lust, sich weiter mit dem Thema zu beschäftigen. Berührt hat mich vor allem der autobiografische Anteil, wie Törnvall von ihrem eigenen Schicksal als spät Diagnostizierte erzählt, ihren Irrungen und Wirrungen, den Anstrengungen und Verlusten. Ich denke, wenn man die Welt in Gänze besser verstehen will, sollte man dieses Buch lesen, denn Autisten und andere neurodivergente Menschen sind ein Teil davon und es sind nicht wenige. Ihre Perspektiven und Fähigkeiten können bereichernd sein, wenn wir sie ins rechte Licht rücken. Insgesamt ein Buch, das Hoffnung macht!
Ich wollte dieses Buch so gern mögen — und stellenweise war es auch sehr toll und es hat sich wie eine warme Umarmung angefühlt, ein Streicheln über den Kopf und ein herzliches „Du bist nicht alleine so“. Andererseits wurde seitenlang, teils langweilige, Geschichte erzählt und die Autorin ist hin und her gesprungen, hat sich oft wiederholt, dass ich mich bissi durchgeschleudert fühle und nicht weiß, wie mit umgehen. Deshalb ⭐️⭐️⭐️
Sehr spannend über Frauen mit Autismus zu erfahren! Ergänzend lohnt sich das Buch „Die Welt autistischer Frauen und Mädchen“ von Manon Mannherz, Iseme Dietrich und Christa Koentges, da dort viele Fakten erklärt werden. An manchen Stellen liest sich „Die Autistinnen“ etwas schleppend, was aber nicht die Erfahrungen, die geschildert werden, mindert!
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Clara Törnvall, geboren 1976 in Stockholm, ist Kulturjournalistin und Produzentin. Im Alter von 42 Jahren wird ihr hochfunktionaler Autismus diagnostiziert. Diese für eine erwachsene Frau ungewöhnliche und seltene Diagnose veranlasste sie dazu, Die Autistinnen, ihr erstes Buch, zu schreiben. Es erscheint in zwölf Sprachen.
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Ein ganz besonderes Buch…
…nicht nur für Betroffene. Die Mischung aus wissenschaftlichen Fakten, Zitaten mutmaßlicher Autist*innen und Erfahrungsbericht finde ich originell, die Perspektive sehr inspirierend. An der ein oder anderen Stelle konnte ich mich wiederfinden, sodass das Buch in vielerlei Hinsicht ein echter Augenöffner ist :)
Absolute Leseempfehlung zum Thema weiblicher Autismus
Ungefähr 1 - 1,5% der Weltbevölkerung hat Autismus. Das Spektrum ist dabei sehr groß. Es gibt Autist:innen, die nicht sprechen und nicht arbeiten können und dann gibt es die sogenannten hochfunktionalen Autist:innen. Als solche wird die Autorin Clara Törnvall mit 41 Jahren nach einem langen Leidensweg diagnostiziert. In dem Buch "Die Autistinnen" widmet sie sich der weiblichen Form des Autismus, der insofern besonders ist, dass die Frauen und Mädchen über einen hohen sozialen Anpassungsmechanismus verfügen. Durch Beobachtung und Imitation bleiben sie unauffällig, jedoch kommt die Interaktion nicht spontan und sogenannter smalltalk talk ist für sie nicht nur sinnlos, sondern teilweise sogar unmöglich, da sie weder die Bedeutung noch den Nutzen dessen verstehen. Weitere Merkmale sind eine Hypersensibilität gegenüber bestimmter Sinneseindrücke, ein Spezialinteresse (z.B. das leidenschaftliche Sammeln von Gegenständen oder ein Themengebiet, über das man sich alles erliest), das zwanghafte Festhalten an Routinen oder bestimmten Abläufen sowie Schwierigkeiten mit sozialer Interaktion. Damit geht oft eine Überforderung einher, denn weibliche Autisten werden oft nicht diagnostiziert und falsch behandelt. Der Autismus ist aber eine seelische Behinderung, die nicht therapierbar ist. Was bei neurologischen Nenschen ganz automatisch abläuft, muss der Autist sich mühsam aneignen. Körpersprache oder Gesichtsmimik zu deuten erfolgt also nicht intuitiv, sondern muss permanent übersetzt werden, was zu einer schnellen Erschöpfung führen kann. Clara Törnvall schildert ihre eigenen Schwierigkeiten, die Herausforderungen, die der Alltag mit sich bringt. Busfahren ist eine immense Überanstrengung, selbst das Zähneputzen ist nichts, was von alleine kommt, sondern dessen Ausführung von ihr vorab durchdacht werden muss. Dadurch, so ist sie der Auffassung, hat ihre besondere Wahrnehmung Kapazitäten, Musik, Kunst und Schriftstellerei auf besondere Weise wahrzunehmen. Das Buch ist autobiographisch, stützt sich aber geschichtlichr Aspekte und Interviews mit weiteren Autistinnen. Es ist leicht zugänglich und unbedingt zu empfehlen für jeden, der sich mit dem Thema auseinandersetzen möchte. Ich habe schon einiges zum Thema gelesen und kann dieses Buch zu 100% empfehlen, besonders weil es mit den Klischees aufräumt, denen man in Filmen und Unterhaltungsromanen sonst noch so begegnet.
"Die Autistinnen" von Clara Törnvall ist Mix aus Memoir (sie selbst hat erst mit 42 Jahren ihre Diagnose bekommen), wissenschaftlichen Fakten und autobiografischen Einschüben aus dem Leben bekannter (vermutlich) autistischer Frauen wie z. B. Emily Dickson, Patricia Highsmith oder Simone Weil. Es geht natürlich ganz viel darum, warum Mädchen sehr viel seltener die Diagnose Autismus bekamen und bekommen und wie sich Autismus bei Frauen zeigt. Ich fand das alles hoch interessant und zum Teil auch sehr berührend. Das Buch war in der Bibliothek ausgestellt und daher hab ich nur aufgrund des Titels danach gegriffen, ohne zu wissen, ob das ein Sachbuch oder ein Roman oder whatever ist und ich bin echt happy, dass mich das Buch so zufällig erreicht hat.
"Happy is the little Stone that rambles in the Road alone" -- Über das Anderssein und die Unsichtbarkeit.
Ein tolles, leicht zu lesendes Buch über den weiblichen Autismus und zutiefst feministisch! Clara Törnvall ergänzt mit ihrem autobiografisch geleiteten Essay die aktuelle Diskussion um den Gender Health Gap aus neuropsychiatrischer Perspektive, denn auch auf dem Spektrum wurden und werden Frauen lange nicht gesehen und entsprechend behandelt. Wie auch in anderen medizinischen Bereichen wurde die männliche Symptomatik zum Default gemacht. Törnvall interviewt im Verlauf einige betroffene Frauen, zeichnet deren unterschiedliche Lebens- und Leidenswege nach, was dieses Buch neben den wissenschaftlichen Fakten zum Thema Autismus sehr anschaulich und greifbar macht. Daneben zieht sie auch einige bekannte Persönlichkeiten heran, um ihre Thesen zu untermauern - hochinteressant! Die Querverweise auf Filme, Bücher, Ted Talks etc. machen zudem Lust, sich weiter mit dem Thema zu beschäftigen. Berührt hat mich vor allem der autobiografische Anteil, wie Törnvall von ihrem eigenen Schicksal als spät Diagnostizierte erzählt, ihren Irrungen und Wirrungen, den Anstrengungen und Verlusten. Ich denke, wenn man die Welt in Gänze besser verstehen will, sollte man dieses Buch lesen, denn Autisten und andere neurodivergente Menschen sind ein Teil davon und es sind nicht wenige. Ihre Perspektiven und Fähigkeiten können bereichernd sein, wenn wir sie ins rechte Licht rücken. Insgesamt ein Buch, das Hoffnung macht!











