Der Zauberberg, die ganze Geschichte

Der Zauberberg, die ganze Geschichte

Hardback
3.724

By using these links, you support READO. We receive an affiliate commission without any additional costs to you.

Description

Ein liebeskranker Erzähler reist mit seiner Tochter in das verschneite Davos. Aus dem »Familienurlaub« wird eine vergnügliche Reflexion über die Auswirkungen der Moderne, des Skifahrens und der Tuberkulosepandemie. Auch spürt er der Geschichte nach, wie aus dem bettelarmen Bergdorf das Symbol des globalen Reichtums wurde. Und wie in Thomas Manns ›Zauberberg‹ stellen sich auch ihm inmitten der Schneemassen die wirklich schwierigen Fragen: Wie müssen sich unsere Lebensweisen ändern? Welche Welt vererben wir unseren Kindern?

Book Information

Main Genre
Biographies
Sub Genre
Memoirs
Format
Hardback
Pages
272
Price
25.70 €

Author Description

Norman Ohler ist freier Schriftsteller und lebt in Berlin. Er hat mehrere Romane und Sachbücher publiziert, stand mit ›Der totale Rausch‹ auf der Bestsellerliste der ›New York Times‹ und des ›Spiegel‹ und ist Träger des Pfalzpreises für Literatur. Sein Werk ist in über 30 Sprachen übersetzt.

Posts

7
All
5

Eine sehr gute, schnelle, informative Annäherung an das Buch der Bücher 🤩

Ich habe einen großen Schritt gemacht …

3.5

Zauberberg, erster und letzter Skiurlaub :-)

In der Zauberberg, die ganze Geschichte, erzählt uns Norman Ohler die Entstehung des möndanen Davos zum Internationalen Walfahrtsort für Tuberkulose erkrankte Menschen.. Der Protagonist fährt mit seiner Töchter und deren zwei Freundinnen nach Davos zum Skifahren. Da er keine Lust zum Skirfahren hat, mach er sich auf zur Suche der Entstehung von Thomas Manns - Zauberberg, rund um den Mythos Davos. Im Buch erfährt man dann die Entstehung des Mythos vom kleinen Provinzdorz zum Weltbekannten Tuberkulose und Skiort. Die Entstehung des Zauberbergs hat mit der Tuberkulose Erkrankung seiner Frau zu tun. Man lernt ganz viel neues von der Geschichte Davos, zum Beispiel auch das Attentat auf den NSDAP Nazi Gustloff. Das Buch liest sich einfach, man fliegt leicht durch die Seite, auch ohne vorher den Zauberberg zu kennen. Die Kapitel sind gut gegliedert. Die Charaktere sind knapp gehalten.

4

Die ganze Geschichte des Zauberbergs auf 272 Seiten?! 🏔️✨

100 Jahre ist es nun her, seit Thomas Manns „Der Zauberberg“ erschien - Anlass für einige Literatur in Anlehnung an das Meisterwerk. Und so schrieb auch Norman Ohler eine Geschichte, die im sagenumwobenen Davos spielt, wo sicherlich der eine oder andere Mann‘sche Moment aufblitzt und zwar „Der Zauberberg, die ganze Geschichte“. Eine Skireise mit seiner Teenager-Tochter Suki brachte ihn auf das Unterfangen - doch erzählt er nun wirklich die ganze Geschichte des Zauberbergs?! Die Intention des Skifahrens legt Norman Ohler während seines Aufenthalts in Davos schnell ad acta und widmet sich der Historie des Ortes und der Entstehung des Romans des wahren Zauberers: Thomas Mann. Davos galt als das Mekka des Gesundheitstourismus, so wandelte es sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts vom eher ärmlichen Bergdorf in eine florierende Gesundheitshochburg in den Alpen, es galt sogar zeitweise als Heilstätte für Tuberkulose. Mit den aus dem Boden sprießenden Sanatorien kam natürlich auch die zahlungskräftige Kundschaft, was Davos zu einem regelrechten Winter-Hotspot werden ließ. Der geplante Ski-Kurzurlaub mit seiner Tochter Suki, zwei ihrer Freundinnen und deren Mütter mutiert schnell in eine Art Recherchereise für Norman Ohler - überschattet von seinem Innenleben, denn er struggelt gerade mit seiner Beziehung zu Emma, mit der er sich eine Zukunft wünscht, die ihrerseits aber noch an ihrem Mann zu hängen scheint, er ist schlichtweg liebeskrank. Von der Pike auf setzt sich Ohler mit der Entstehung Davos‘ bis in die Gegenwart auseinander. Er arbeitet sich an anderen Literaten mit Bezug zum Kurort ab, wie Robert Louis Stevenson, der dort seinen berühmten Roman „Die Schatzinsel“ schrieb, oder auch Klabund (Alfred Henschke), der seiner Zeit einen Gegenentwurf zum Zauberberg verfasste, ja gar einen Anti-Zauberberg, welchen er „Krankheit“ nannte. Ohler nimmt beide Werke unter die Lupe und versucht zu ergründen, ob und inwiefern Thomas Mann von Klabunds Werk beeinflusst wurde. Einordnen kann ich „Der Zauberberg, die ganze Geschichte“ nur schwerlich - aber muss ich das überhaupt?! Sicher ist, dass Norman Ohler ein Buch geschrieben hat, dass Zeitkritik übt, essayistische Passagen beherbergt und sowohl Kultur- als auch Literaturgeschichte aufarbeitet. Ich bin ein Fan davon, wie er sachliche Informationen in Belletristik verwebt. Kenne ich nun die ganze Geschichte des Zauberbergs?! Ich weiß es nicht, aber auf jeden Fall bin ich ein Stück näher dran und hatte wunderschöne, unterhaltsame und informative Lesestunden - danke, Norman Ohler!

3

Unterhaltsame Geschichte Davos - die Rahmenhandlung ist jedoch überflüssig.

Der Autor erzählt unterhaltsam die Entstehung des Mythos Davos und dessen Aufstieg vom bitterarmen Alpendorf zum mondänen Kurort. Thomas Mann und die Entstehungsgeschichte des Zauberbergs bilden dabei den Kern des Buches. Die Rahmengeschichte - ein Autor reist mit seiner Tochter zum Skifahren nach Davos und stößt auf die Geschichte des Ortes wirkte auf mich allerdings aufgesetzt und belanglos.

3.5

Bin zwiegespalten. Einerseits fand ich das Buch sehr interessant mit seinen ganzen Infos zur Geschichte des Ortes Davos und seiner Kurkliniken, allen voran das Attentat auf den Nazi Wilhelm Gustloff, dessen Namen ich bisher nur mit dem tragischen Schiffsunglück in Verbindung brachte. Oder auch Klabunds fiebriges Leben und Sterben, welches Norman Ohler ausführlich und bewegend beschreibt. Die Kindersklavenzüge (und das beigefügte Foto) haben mich fassungslos gemacht- das es so etwas wirklich gab- einfach nur schrecklich. Andererseits fand ich die Vater- Tochter- Momente teilweise zu gestellt mit dem ganzen Alltags-Denglish, sie waren für mich ebenso unangenehm zu lesen wie die Gedanken an Emma, mit der der Autor eine komplizierte Beziehung am Laufen hatte.

3

Informativ, eigenwillig, nicht immer rund

Norman Ohler nimmt sich mit diesem Buch eines der berühmtesten Werke der deutschen Literatur an und erzählt Entstehung, Wirkung und Hintergründe von Thomas Manns Zauberberg neu – und das auf seine ganz eigene, sehr moderne und manchmal gewagte Art. Der Inhalt bewegt sich zwischen Biografie, Werkdeutung, Zeitgeschichte und persönlichen Abschweifungen. Ohler beleuchtet, wie Mann den Roman unter dem Eindruck der Tuberkulose-Sanatorien, des Ersten Weltkriegs und eigener Familiengeschichten schuf. Immer wieder streut er Episoden über damalige medizinische Praktiken, politische Umbrüche und literarische Entwicklungen ein. Dadurch entsteht ein weiter Blick auf die Welt, in der Der Zauberberg entstanden ist. Was mir dabei gefallen hat: Der Rahmen ist stimmig, vieles ist interessant recherchiert, und man bekommt ein gutes Gefühl dafür, welche Kräfte Thomas Manns Arbeit beeinflussten. Einzelne Passagen sind wirklich spannend – besonders, wenn Ohler tief in die historischen Details eintaucht oder unerwartete Zusammenhänge aufzeigt. Was mich jedoch gestört hat: Die Mischung wirkt manchmal seltsam und etwas wirr. Ohler springt zwischen Themen, Zeiten und Tonlagen hin und her. Mal ist es fast eine Sachbuchbiografie, dann essayistisch, dann wieder sehr persönlich erzählt. Diese Stilwechsel reißen einen gelegentlich aus dem Lesefluss. Manche Übergänge fühlen sich nicht ganz ausgereift an, sodass man sich fragt, wohin das Buch gerade will. Fazit: Ein interessantes, aber Meinung nach nicht immer rundes Buch. Der Ansatz ist originell, der Blick auf Manns Werk lohnend – aber durch die teils wilde Mischung verliert es zwischendurch an Klarheit. Wer sich für Thomas Mann, Literaturgeschichte oder ungewöhnliche Sachbuchformen interessiert, findet trotzdem viele spannende Momente.

3.5

5 Sterne für das As It Was Kapitel ;) Das Buch regt zum Nachdenken an. Manche Sachen wie die Kindersklavenmärkte lassen einen nicht so schnell los.

Create Post