Der Widersacher
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Description
Mit einem Gespräch zwischen Emmanuel Carrère und Claudia Hamm
Jean-Claude Romand scheint sein Leben im Griff zu haben. Nachbarn und Bekannte schätzen den erfolgreichen Arzt, seine Bescheidenheit und Intelligenz. Doch plötzlich ermordet er seine Frau und seine beiden kleinen Kinder, seine Eltern und deren Hund. Der Versuch, seine Geliebte und sich selbst zu töten, misslingt, möglicherweise gewollt. Die Ermittlungen der Polizei lassen innerhalb von wenigen Stunden die äußere Fassade einstürzen, dahinter gähnt Leere: Romands Leben ist seit 17 Jahren auf Lügen und Betrug gebaut. »Seine Forscherstelle bei der WHO, Geschäftsreisen, Konferenzen mit hochrangigen Kollegen – all das hatte es nie gegeben.« Und niemand hatte je Verdacht geschöpft. Die Nachricht geht durch die Presse und veranlasst Carrère zu seinem ersten Tatsachenroman. Doch nicht die Fakten ziehen ihn in den Bann, sondern die dunklen Triebkräfte dahinter, »der Widersacher«. Er schreibt Romand, trifft ihn, wohnt seinem Prozess bei, befragt ehemalige Freunde, versucht zu verstehen. Mit einem schonungslosen Blick für die Abgründe unserer Psyche und die Rolle des Sprechens und Schweigens zeigt Emmanuel Carrère die Zerbrechlichkeit unserer sozialen Maske – in einer direkten, rohen Sprache, die seine eigene Fassungslosigkeit spürbar macht und von Claudia Hamm für die Neuausgabe kongenial ins Deutsche übertragen wurde.
Book Information
Author Description
Emmanuel Carrère, 1957 in Paris geboren, lebt als Schriftsteller, Drehbuchautor und Filmregisseur in Paris. Seine genresprengende Prosa wird in über 20 Sprachen übersetzt und wurde vielfach international ausgezeichnet, z.B. mit dem Prix Renaudot 2011, dem Europäischen Literaturpreis 2013, dem Premio FIL 2017 oder dem Prinzessin-von-Asturien-Preis 2021. Bei Matthes & Seitz Berlin erschienen die Dokumentarromane Der Widersacher, Alles ist wahr, Ein russischer Roman, Limonow und Das Reich Gottes sowie mehrere Essays.
Posts
Interessanter Fall, aber der Schreibstil hat mich nicht abgeholt.
Ich habe in "Die Ausweichschule" von Kaleb Erdmann zum ersten Mal von diesem Buch gehört und der Fall von Jean-Claude Romand hat mich sofort fasziniert. Sich so sehr in Lügen zu verstricken, dass man keinen anderen Ausweg weiß, als seine komplette Familie zu ermorden, ist einfach nur schwer zu begreifen. Ich verstehe, dass es für den Autor schwer war, eine Herangehensweise für die Erzählung zu finden, aber leider hat mich der umständliche Schreibstil überhaupt nicht abgeholt. Dadurch war die Lektüre für mich eher anstrengend. Außerdem hat mir inhaltlich auch noch ein bisschen Futter gefehlt. Für mich wurde die Psyche von Jean-Claude Romand am Ende nicht tief genug ergründet. Irgendwie las sich die Erzählung für mich immer noch von einer zu weiten Distanz. Die Prozesstage wurden zwar beschrieben und auch die biografischen Punkte seines Lebens wurden beleuchtet, aber für mich blieb es oberflächlich. Zudem bleibt für mich ein bisschen offen, wie der Autor zu Jean-Claude Romand steht. Sieht er ihn als Opfer oder Täter? Es wird irgendwie viel philosophisch oder religiös argumentiert, aber für mich persönlich war das Buch eher unbefriedigend.
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Mit einem Gespräch zwischen Emmanuel Carrère und Claudia Hamm
Jean-Claude Romand scheint sein Leben im Griff zu haben. Nachbarn und Bekannte schätzen den erfolgreichen Arzt, seine Bescheidenheit und Intelligenz. Doch plötzlich ermordet er seine Frau und seine beiden kleinen Kinder, seine Eltern und deren Hund. Der Versuch, seine Geliebte und sich selbst zu töten, misslingt, möglicherweise gewollt. Die Ermittlungen der Polizei lassen innerhalb von wenigen Stunden die äußere Fassade einstürzen, dahinter gähnt Leere: Romands Leben ist seit 17 Jahren auf Lügen und Betrug gebaut. »Seine Forscherstelle bei der WHO, Geschäftsreisen, Konferenzen mit hochrangigen Kollegen – all das hatte es nie gegeben.« Und niemand hatte je Verdacht geschöpft. Die Nachricht geht durch die Presse und veranlasst Carrère zu seinem ersten Tatsachenroman. Doch nicht die Fakten ziehen ihn in den Bann, sondern die dunklen Triebkräfte dahinter, »der Widersacher«. Er schreibt Romand, trifft ihn, wohnt seinem Prozess bei, befragt ehemalige Freunde, versucht zu verstehen. Mit einem schonungslosen Blick für die Abgründe unserer Psyche und die Rolle des Sprechens und Schweigens zeigt Emmanuel Carrère die Zerbrechlichkeit unserer sozialen Maske – in einer direkten, rohen Sprache, die seine eigene Fassungslosigkeit spürbar macht und von Claudia Hamm für die Neuausgabe kongenial ins Deutsche übertragen wurde.
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Author Description
Emmanuel Carrère, 1957 in Paris geboren, lebt als Schriftsteller, Drehbuchautor und Filmregisseur in Paris. Seine genresprengende Prosa wird in über 20 Sprachen übersetzt und wurde vielfach international ausgezeichnet, z.B. mit dem Prix Renaudot 2011, dem Europäischen Literaturpreis 2013, dem Premio FIL 2017 oder dem Prinzessin-von-Asturien-Preis 2021. Bei Matthes & Seitz Berlin erschienen die Dokumentarromane Der Widersacher, Alles ist wahr, Ein russischer Roman, Limonow und Das Reich Gottes sowie mehrere Essays.
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Interessanter Fall, aber der Schreibstil hat mich nicht abgeholt.
Ich habe in "Die Ausweichschule" von Kaleb Erdmann zum ersten Mal von diesem Buch gehört und der Fall von Jean-Claude Romand hat mich sofort fasziniert. Sich so sehr in Lügen zu verstricken, dass man keinen anderen Ausweg weiß, als seine komplette Familie zu ermorden, ist einfach nur schwer zu begreifen. Ich verstehe, dass es für den Autor schwer war, eine Herangehensweise für die Erzählung zu finden, aber leider hat mich der umständliche Schreibstil überhaupt nicht abgeholt. Dadurch war die Lektüre für mich eher anstrengend. Außerdem hat mir inhaltlich auch noch ein bisschen Futter gefehlt. Für mich wurde die Psyche von Jean-Claude Romand am Ende nicht tief genug ergründet. Irgendwie las sich die Erzählung für mich immer noch von einer zu weiten Distanz. Die Prozesstage wurden zwar beschrieben und auch die biografischen Punkte seines Lebens wurden beleuchtet, aber für mich blieb es oberflächlich. Zudem bleibt für mich ein bisschen offen, wie der Autor zu Jean-Claude Romand steht. Sieht er ihn als Opfer oder Täter? Es wird irgendwie viel philosophisch oder religiös argumentiert, aber für mich persönlich war das Buch eher unbefriedigend.





