Interessanter Fall, aber der Schreibstil hat mich nicht abgeholt.
Ich habe in "Die Ausweichschule" von Kaleb Erdmann zum ersten Mal von diesem Buch gehört und der Fall von Jean-Claude Romand hat mich sofort fasziniert. Sich so sehr in Lügen zu verstricken, dass man keinen anderen Ausweg weiß, als seine komplette Familie zu ermorden, ist einfach nur schwer zu begreifen. Ich verstehe, dass es für den Autor schwer war, eine Herangehensweise für die Erzählung zu finden, aber leider hat mich der umständliche Schreibstil überhaupt nicht abgeholt. Dadurch war die Lektüre für mich eher anstrengend. Außerdem hat mir inhaltlich auch noch ein bisschen Futter gefehlt. Für mich wurde die Psyche von Jean-Claude Romand am Ende nicht tief genug ergründet. Irgendwie las sich die Erzählung für mich immer noch von einer zu weiten Distanz. Die Prozesstage wurden zwar beschrieben und auch die biografischen Punkte seines Lebens wurden beleuchtet, aber für mich blieb es oberflächlich. Zudem bleibt für mich ein bisschen offen, wie der Autor zu Jean-Claude Romand steht. Sieht er ihn als Opfer oder Täter? Es wird irgendwie viel philosophisch oder religiös argumentiert, aber für mich persönlich war das Buch eher unbefriedigend.

