Der Verlorene

Der Verlorene

Softcover
2.756
SchuleSucheVerlustSohn

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Description

Hans-Ulrich Treichels Erzählung handelt von einer Familie, an deren Leben nichts außergewöhnlich scheint: Der Flucht aus den Ostgebieten im letzten Kriegsjahr folgt der erfolgreiche Aufbau einer neuen Existenz in den Zeiten des Wirtschaftswunders. Doch es gibt für sie nur ein einziges, alles beherrschendes Thema: die Suche nach dem auf dem Treck verlorengegangenen Erstgeborenen, nach Arnold.

»Arnold ist nicht tot. Er ist auch nicht verhungert«. Das erfährt der kleine Bruder und Ich-Erzähler eines Tages von seinen Eltern: »Jetzt begann ich zu begreifen, daß Arnold, der untote Bruder, die Hauptrolle in der Familie spielte und mir die Nebenrolle zugewiesen hatte.« In der Vorstellung des Jungen wird das, was der Eltern größter Wunsch ist, zum Alptraum: daß der Verlorene gefunden wird.

Lakonisch-distanziert und zugleich ungemein komisch erzählt Treichel von den psychischen Auswirkungen der Brudersuche, von den emotionalen Höhen und Tiefen und den subtilen Mechanismen, die die Eltern und auch der Sohn im Umgang mit dieser alle belastenden Situation entwickeln.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Generational Novels
Format
Softcover
Pages
176
Price
8.30 €

Author Description

Hans-Ulrich Treichel, am 12.8.1952 in Versmold/Westfalen geboren, lebt in Berlin und Leipzig. Er studierte Germanistik an der Freien Universität Berlin und promovierte 1984 mit einer Arbeit über Wolfgang Koeppen. Er war Lektor für deutsche Sprache an der Universität Salerno und an der Scuola Normale Superiore Pisa. Von 1985-1991 war er Wissenschaftlicher Mitarbeiter für Neuere Deutsche Literatur an der FU Berlin und habilitierte sich 1993. Von 1995 bis 2018 war Hans-Ulrich Treichel Professor am Deutschen Literaturinstitut der Universität Leipzig. Seine Werke sind in 28 Sprachen übersetzt.

Characteristics

1 reviews

Mood

Sad
Funny
Scary
Erotic
Exciting
Romantic
Disturbing
Thoughtful
Informative
Heartwarming
89%
N/A
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55%
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100%
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Protagonist(s)

Likable
Credible
Developing
Multifaceted
45%
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50%
90%

Pace

Fast0%
Slow100%
Moderate0%
Variable0%

Writing Style

Simple100%
Complex0%
Moderate0%
Bildhaft (100%)

Posts

3
All
4

Ich hab deinen Namen kein einziges Mal gesehen...

Ich spürte, daß sie in mir etwas erblickte, was sie verloren hatte. Ich erinnerte sie an den Vater. Und ich erinnerte sie auch an Arnold. Aber ich konnte ihr Arnold nicht ersetzen. Wäre es nach mir gegangen, dann hätte ich ihr Arnold ohne weiteres ersetzt. (...) Dazu brauchte es keinen Arnold. Aber ich genügte ihr nicht. Ich war nur das, was sie nicht hatte. Ich war der Finger in der Wunde, das Salzkorn im Auge, der Stein auf dem Herzen. Ich war im wahrsten Sinne des Wortes zum Heulen, doch begriff ich erst viel später, warum das war. Damals bemerkte ich nur, daß sich der Mutter bei meinem Anblick ein tiefer Schmerz auf das Gesicht legte und dass ich diesen Schmerz ebenso zu hassen begann wie mein eigenes Spiegelbild. Nicht Findelkind 2307 ging verloren, sondern du weil sie dich veloren haben indem sie dich vernachlässigten und nach dem suchten der bereits verloren war...

Ich hab deinen Namen kein einziges Mal gesehen...
4

Ein sehr trauriges und wichtiges Thema - aber die Perspektive und Art der Umsetzung hat mich nicht so ganz überzeugt. Ich gestehe, dass ich viele Seiten überblättert habe, weil hier für mich Nebensächliches zu ausschweifend erzählt wurde. Zwar waren viele Passagen sehr berührend, aber dem vollen Ausmaß des Schmerzes der Eltern (insbesondere der Vater bleibt diesbezüglich seltsam "farblos") kam man nicht wirklich nahe, da aus der Sicht des kleinen, noch kindlich-jugendlichen Bruders erzählt wird, der dieses Ausmaß eben nicht zu erfassen vermag und mit seinen eigenen Gefühlen zu diesem fremden, vor seiner Geburt verloren gegangen Bruder zu kämpfen hat, den er nicht zuletzt auch als eine Bedrohung und Konkurrenz empfindet. Eine durchaus berechtigte Perspektive, die dann aber fast zwangsläufig blinde Flecken hinterlässt.

2

Ne, war echt nicht mein Fall. Ganz nett für Zwischendurch, aber leider keinerlei Mehrwert.

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