Der Susan-Effekt
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Description
Book Information
Author Description
Peter Høeg, 1957 in Kopenhagen geboren, ist mit dem Roman Fräulein Smillas Gespür für Schnee (Hanser 1994) zum internationalen Bestsellerautor geworden. Bei Hanser liegen außerdem vor: Vorstellung vom zwanzigsten Jahrhundert (Roman, 1992), Der Plan von der Abschaffung des Dunkels (Roman, 1995), Die Liebe und ihre Bedingungen in der Nacht des 19. März 1929 (Erzählungen, 1996), Die Frau und der Affe (Roman, 1997), Das stille Mädchen (Roman, 2007), Die Kinder der Elefantenhüter (Roman, 2010), Der Susan-Effekt (Roman, 2015) und Durch deine Augen (Roman, 2019). Peter Høeg lebt in der Nähe von Kopenhagen.
Posts
Nichts für Zwischendurch
Ein extrem ungewöhnliches und irritierendes Buch. Noch nie habe ich eine dermaßen widersprüchliche Familie kennengelernt. Mutter Susan mit der Besonderheit, jedem Menschen die Wahrheit zu entlocken. Vater Laban, der Musiker mit kalter Distanz zu seiner Familie. Harald, der Sohn mit Misstrauen gegenüber der Familie und Thit, seine Zwillingsschwester, die immer nur anders sein will. Eine dysfunkionale Familie mit besonderen Fähigkeiten, die sie erpressbar machen. Und in tödliche Gefahr bringen. Komplex, raffiniert und spannend, garantiert nichts für den Strandurlaub oder Zwischendurch. Toll!
Ich weiß gar nicht, wie ich dieses Buch beschreiben soll.
Ich habe tatsächlich irgendwann den Faden verloren und kann nun am Ende nicht wirklich sagen, worum es überhaupt ging. Ich bin ab einem gewissen Punkt dazu übergegangen, die knappen Kapitel eher als Kurzgeschichten wahrzunehmen, und weniger zu versuchen, das große Ganze im Blick zu behalten oder gar verstehen zu wollen. Was mich am Ball hielt, war die Intelligenz der Protagonistin und die Beziehungen zu ihrer Familie und ihrem Umfeld. Der Humor von Peter Høeg ist so dermaßen trocken, ich musste extrem oft laut loslachen. Lieblingszitat: "Ihr kennt das doch: zu versuchen, sich an die Namen derer zu erinnern, mit denen man im Bett war. Und man schafft es nicht. Jetzt stellt euch vor, man versucht sich an die zu erinnern, die man umgebracht hat. Aber es geht nicht, es sind zu viele. Und wenn man einschlafen will, dann stehen sie Schlange. Man muss sie zählen, wie man Schafe zählt. Um wenigstens ein Nickerchen machen zu können."
Das Buch ist alles andere als ein Heimatroman. Die sehr spezielle Familie – Susan, ihr Ehemann Laban und die Zwillinge Thit und Harald – geraten in einen spannenden Thriller, dem es nicht an drastischer Darstellung von Gewalt gebricht. Aber auch Tempo, Witz und, ja, Physik – und später überraschenderweise Gärtnerei – bestimmen die Geschichte. Kommen sie den Mächtigen eher durch Zufall in die Quere oder sind sie nur Figuren auf einem Spielbrett, dessen Ränder sie nicht sehen können? Denn im Laufe des Buches wird die Atmosphäre für die vier deutlich bedrohlicher. Das Buch bietet viel (Ei, Blut, Kakao), reißt Themen an, lotet Zwischenmenschliches aus, wirft Schlaglichter auf dieses und jenes – ist es am Ende mehr als ein Kaleidoskop? Wie valide ist die Analyse eines Wohlfahrtsstaates, der demokratischer Kontrolle entgleitet und hinter einer Fassade zur Beute von Eliten wird, die Macht, Reichtum und Privilegien genießen und bewahren wollen, gerade auch vor diffus bleibenden Bedrohungen? Mehr auf meinem Blog "Notizhefte" unter https://notizhefte.com/2016/03/06/peter-hoeg-der-susan-effekt/
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Peter Høeg, 1957 in Kopenhagen geboren, ist mit dem Roman Fräulein Smillas Gespür für Schnee (Hanser 1994) zum internationalen Bestsellerautor geworden. Bei Hanser liegen außerdem vor: Vorstellung vom zwanzigsten Jahrhundert (Roman, 1992), Der Plan von der Abschaffung des Dunkels (Roman, 1995), Die Liebe und ihre Bedingungen in der Nacht des 19. März 1929 (Erzählungen, 1996), Die Frau und der Affe (Roman, 1997), Das stille Mädchen (Roman, 2007), Die Kinder der Elefantenhüter (Roman, 2010), Der Susan-Effekt (Roman, 2015) und Durch deine Augen (Roman, 2019). Peter Høeg lebt in der Nähe von Kopenhagen.
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Nichts für Zwischendurch
Ein extrem ungewöhnliches und irritierendes Buch. Noch nie habe ich eine dermaßen widersprüchliche Familie kennengelernt. Mutter Susan mit der Besonderheit, jedem Menschen die Wahrheit zu entlocken. Vater Laban, der Musiker mit kalter Distanz zu seiner Familie. Harald, der Sohn mit Misstrauen gegenüber der Familie und Thit, seine Zwillingsschwester, die immer nur anders sein will. Eine dysfunkionale Familie mit besonderen Fähigkeiten, die sie erpressbar machen. Und in tödliche Gefahr bringen. Komplex, raffiniert und spannend, garantiert nichts für den Strandurlaub oder Zwischendurch. Toll!
Ich weiß gar nicht, wie ich dieses Buch beschreiben soll.
Ich habe tatsächlich irgendwann den Faden verloren und kann nun am Ende nicht wirklich sagen, worum es überhaupt ging. Ich bin ab einem gewissen Punkt dazu übergegangen, die knappen Kapitel eher als Kurzgeschichten wahrzunehmen, und weniger zu versuchen, das große Ganze im Blick zu behalten oder gar verstehen zu wollen. Was mich am Ball hielt, war die Intelligenz der Protagonistin und die Beziehungen zu ihrer Familie und ihrem Umfeld. Der Humor von Peter Høeg ist so dermaßen trocken, ich musste extrem oft laut loslachen. Lieblingszitat: "Ihr kennt das doch: zu versuchen, sich an die Namen derer zu erinnern, mit denen man im Bett war. Und man schafft es nicht. Jetzt stellt euch vor, man versucht sich an die zu erinnern, die man umgebracht hat. Aber es geht nicht, es sind zu viele. Und wenn man einschlafen will, dann stehen sie Schlange. Man muss sie zählen, wie man Schafe zählt. Um wenigstens ein Nickerchen machen zu können."
Das Buch ist alles andere als ein Heimatroman. Die sehr spezielle Familie – Susan, ihr Ehemann Laban und die Zwillinge Thit und Harald – geraten in einen spannenden Thriller, dem es nicht an drastischer Darstellung von Gewalt gebricht. Aber auch Tempo, Witz und, ja, Physik – und später überraschenderweise Gärtnerei – bestimmen die Geschichte. Kommen sie den Mächtigen eher durch Zufall in die Quere oder sind sie nur Figuren auf einem Spielbrett, dessen Ränder sie nicht sehen können? Denn im Laufe des Buches wird die Atmosphäre für die vier deutlich bedrohlicher. Das Buch bietet viel (Ei, Blut, Kakao), reißt Themen an, lotet Zwischenmenschliches aus, wirft Schlaglichter auf dieses und jenes – ist es am Ende mehr als ein Kaleidoskop? Wie valide ist die Analyse eines Wohlfahrtsstaates, der demokratischer Kontrolle entgleitet und hinter einer Fassade zur Beute von Eliten wird, die Macht, Reichtum und Privilegien genießen und bewahren wollen, gerade auch vor diffus bleibenden Bedrohungen? Mehr auf meinem Blog "Notizhefte" unter https://notizhefte.com/2016/03/06/peter-hoeg-der-susan-effekt/






