Der Hausmann

Der Hausmann

Softcover
4.2250

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Description

»Plötzlich Randlage.« Bei Tim und Thea verdient sie das Geld, er macht den Haushalt. Kein Problem eigentlich, bis ihr günstiger Mietvertrag gekündigt wird und sie an den Stadtrand ziehen müssen. Das neue Haus ist voller Kippenstummel und prekärer Existenzen. Zuerst läuft es ganz gut. Tim kehrt das Treppenhaus, freundet sich mit Maxim, dem jungen Mann aus der Ostukraine an, und richtet der 80-jährigen Frau Birkenberg das Internet ein. Doch dann klingelt es an der Tür. Als Tim öffnet, schlägt ein fremder Mann ihm unvermittelt ins Gesicht. Was, zur Hölle, ist da schiefgelaufen? »Der Hausmann« ist ein unkonventioneller Roman. Er kombiniert traditionelle und außergewöhnliche Erzählweisen und zeichnet so eine Geschichte über Gentrifizierung und Liebe, über Armut und schiefe Bahnen, exzessive Start-up- Kultur, Klimaerwärmung, veganes Hundefutter, Doktorwurst und Darknet. Es ist das Portrait eines Hauses, einer Stadt, einer Gesellschaft – einer Zeit, die sich noch wie das Jetzt anfühlt, aber schon bald verschwunden sein könnte. Das ist virtuose, lustvolle Gegenwartsliteratur.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
N/A
Format
Softcover
Pages
320
Price
16.50 €

Author Description

Wlada Kolosowa, geboren 1987 in St. Petersburg, wuchs in Deutschland auf. Sie studierte Publizistik in Berlin und Creative Writing in New York, u. a. bei J. S. Foer und Zadie Smith. Sie war Redakteurin bei ZEIT Campus und Vice. Momentan arbeitet sie als Redakteurin im Ressort Entdecken von ZEIT ONLINE. 2017 wurde sie für ihre Kurzgeschichten mit dem angesehen US-amerikanischen Pushcart-Preis ausgezeichnet. Ihr erster Roman »Fliegende Hunde« erschien 2018 bei Ullstein.

Characteristics

2 reviews

Mood

Sad
Funny
Scary
Erotic
Exciting
Romantic
Disturbing
Thoughtful
Informative
Heartwarming
32%
95%
N/A
N/A
21%
N/A
N/A
58%
N/A
86%

Protagonist(s)

Likable
Credible
Developing
Multifaceted
54%
56%
36%
28%

Pace

Fast0%
Slow50%
Moderate50%
Variable0%

Writing Style

Simple100%
Complex0%
Moderate0%
Bildhaft (100%)Minimalistisch (50%)Außergewöhnlich (50%)

Posts

46
All
2

Abwechslungsreicher Schreibstil, aber so richtig gecatcht hat mich die Geschichte nicht.

Der Hausmann war für mich eine echt wirre Story. Eine Mischung aus Krimi, Beziehungsdrama und Gesellschaftskritik. Und das ist auch das was mich am Buch so gestört hat. Dass man nicht wusste, in welche Richtung sich das Buch entwickelt, wo es sich einordnen lässt. Die Figuren waren auch nur bedingt symphatisch. Viele verkrachte Existenzen, viel Drogenkonsum und Kriminalität. Auch wenn einige Handlungsweisen im Laufe der Geschichte nachvollziehbar waren, konnte es das nicht richtig rausreissen. Das Ende selber war dann auch eher skurrill, als eher überraschend. Pluspunkt war aber die Vielfältigkeit der Erzählweisen: normale Storyline, Tagebuch- und Blogeinträge, Messengerchats und Graphic Novel. Auf den ersten Blick kann das überfrachtet wirken und auch wirr, aber es hat für mich die Geschichte schon aufgelockert und für eine entsprechende Spannung gesorgt. Mein Fazit: Interessante Aufmachung, aber von der Geschichte her war es nicht meins.

Abwechslungsreicher Schreibstil, aber so richtig gecatcht hat mich die Geschichte nicht.
4.5

Toll aufgemachte Kombination aus Roman und Graphic Novel! Die bunte Illustration auf dem Cover deutet auf eine humorvolle (Liebes)Geschichte hin. Die Story ist aber viel tiefgreifender. Mit viel Feingefühl lässt die Autorin heikle und bedrückende Themen wie Krieg, Armut, Einsamkeit oder Drogen in die Geschichte miteinfließen. Wir lesen aus den Perspektiven folgender Menschen, die im selben Haus in Berlin-Neukölln leben: - Tim, erfolgloser Graphic Novel Autor und Hausmann - Thea, erfolgreiche Social Media Expertin und Workaholic - Maxim, Flüchtling aus der Ukraine - Dagmar, Seniorin und Blog Betreiberin von „sparenmitdagmar“ Sehr gut gefallen hat mir, wie die verschiedenen Erzählstränge nach und nach miteinander verwoben werden. „Manchmal vergehen Tage, ohne dass ich ein einziges Wort mit einer lebenden Seele wechsle. Der letzte Mensch mit dem ich sprach, war Herr Schüler (Tim), der Nachbar… Ein Leisetreter mit gutem Herz.“

4.5

War mal etwas Neues! Der Humor hat mir sehr gut gefallen und ich musste das ein oder andere Mal auflachen. Hinterlässt trotz der heiteren Erzählweise ein bedrückendes Gefühl und stimmt einen nachdenklich.

4

Punktet durch einen originellen Aufbau, eine interessante Buchform und eine Große Prise Humor!

„Der Hausmann" von Wlada Kolosowa ist ein humorvoller Roman über die Bewohner eines Hauses in Berlin-Neukölln. Ihre Lebensentwürfe haben kaum Berührungspunkte und doch kreuzen sich ihre Wege durch einige Ereignisse. Wir begegnen in diesem Roman Tim und Thea, die in einer nicht allzu glücklichen Lebensphase stecken. Thea arbeitet in einem Start-Up, das ihre Mitarbeiter derart mental in die Firmenpolitik einbezieht, dass die junge Frau fast daran zerbricht. Tim wiederum bleibt daheim, kümmert sich um den gemeinsamen Haushalt und zeichnet an seiner Graphic Novel. Er ist der gute Geist im Haus, hilft einer 80-jährigen Nachbarin bei ihren Computerproblemen und Max, einem Ukrainer aus dem Erdgeschoss, beim Deutschlernen. Dennoch kriegt er eines Tages, im wahren Sinne des Wortes, auf die Schnauze! Ich mochte an diesem Buch die Form, in der es geschrieben wurde. Jeder Protagonist erzählt seine Sicht der Ereignisse im eigenen Stil, sei es eher formell als Blog (Dagmar), cool-jugendlich in der Chat-Form (Thea), als Deutsch-Lernender (Maxim) oder als Graphik-Novel (Tim). Jeder hat seine besondere Art, die ihn sympathisch macht. Das Buch liest sich leicht, obwohl auch komplexe Themen behandelt werden. Es geht um Beziehungsprobleme, Einsamkeit, Drogenkriminalität, Armut und das rauhe Leben in einer abgehängten Gegend. Nichtsdestotrotz punktet das Buch durch den Humor, mit dem das Geschehen beschrieben wurde und ist nicht nur optisch (liebe das Cover!), sondern inhaltlich sehr stimmungsaufhellend!

4.5

Berlin liest ein Buch … und was für eins 🌟!

Lesende tauchen in die Welt von Tim (arbeitet an einer Graphic Novel), Thea (arbeitet für ein StartUp), Dagmar ("Großmütterchen" des Hauses) und Maxim (geflohen aus der Ukraine), wobei Tim und Thea ein Paar sind. Die Geschichte wird jeweils aus der Perspektive einer dieser Person geschrieben, wobei jede einen anderen Stil hat - als Chatverlauf zwischen Thea und ihrer Freundin, Maxim in seinem Heft zum Deutschlernen, als Blogeintrag und klassisch. Dadurch blieb der Spannungsbogen stets oben. Ein wirklich gutes Buch mit sehr vielen Themen - Klassismus, Rassismus, Ageismus, … ohne direkt mit dem Finger darauf zu stoßen.

3

Liest sich gut weg.

Alle Charaktere und deren Innenleben waren spannend. Für mich hat gab es zu viele Handlungsstränge, die einfach nebeneinander parallel liefen. Mir hat der rote Faden gefehlt und es gab mir zu viele Themen die gleichzeitig angeschnitten, aber nicht beendet wurden.

4.5

Als ich das Buch kaufte, hatte ich mir etwas anderes unter dem Buch vorgestellt, als es dann tatsächlich war. Das Buch ist exquisit, um es mir maxims Worten zu sagen, geschrieben. Es gibt Tim und Thea, die umziehen müssen, weil sie sich die Wohnung nicht mehr leisten können. Dort lebt zum Beispiel Maxim und auch Dagmar. Tim schreibt einen Graphic Novel und Thea fängt bei einer neuen Firma an, die total woke ist. Ich hab das Buch förmlich verschlungen. Kann ich nur empfehlen!

4

Kurzweilig, aber tiefgründig

Hat mir gefallen und ich hatte es innerhalb von zwei Bahnfahrten durch. Das Cover mag ich auch gerne :)

5

Einfach grandios. Lange kein so gutes und witziges Buch gelesen. Toll geschrieben. Sehr abwechslungsreich. Bitte lest es!!! 🙏🏼

2.5

Zusammengewürfelte Stile und Leben

Ich habe das Buch auf Seite 105 abgebrochen, da ich es super langweilig fand. Eine wirklich zusammenhängende Story hat mir gefehlt und die Novel, für mich, absolut unrealistisch. Etwas abgehackter Schreibstil. Schade, hatte mir das Buch lustiger vorgestellt, nach dem Klappentext. 🤷‍♀️

4.5

Das Buch war echt mal was anderes! Die Art des Erzählens und die Gestaltung haben mir sehr gut gefallen, die Story bescherte mir in der Mitte bissl Stirnrunzeln, zugleich war ich aber gespannt wie es weitergeht. Zum Ende hat mich das Buch sehr begeistert zurückgelassen.

5

Genau mein Humor

Unfassbar witziges und geistreiches Buch, das selbst die schweren Themen des Ukraine Krieges oder das permanente abliefern unserer heutigen Gesellschaft in eine fluffige Form packt, die nicht runterzieht, sondern zum nachdenken anregt. Die besondere Form von Chats, Blogeinträgen und der klassischen Erzählform ist einfach nur bereichernd und unterhaltsam. Grandios!

5

Spannende Geschichte

Aus verschiedenen Sichten erzählt, verschiedene Erzählweisen. Aus Sicht von Tim im Erzählstil, aus Sicht von seiner Freundin im SMS-Stil, die im Haus wohnende Nachbarin schreibt Blogposts im Internet und dazwischen Zeichnungen als Graphic Novel von Tim. Super interessant, witzig und so ziemlich alle Steorotype werden benutzt, das ist großartig und kurzweilig!

5

Viel Liebe geht raus an diesen Roman! Toller Stil - groß wie die unterschiedlichen Erzählformen zusammen die Handlung vorab treiben und die Perspektiven ineinander fließen lassen. Dazu kommen noch super sympathische, tragi-komische Protagonisten, mit denen ich mich schnell verbunden gefühlt habe. Und obwohl die Themen des Romans alles andere als leicht sind (Krieg in der Ostukraine, Arbeit, Einsamkeit, …) liest es sich ohne Schwermut!

4

Unterhaltsamer Mix aus Graphic Novel, Blogeinträgen, Chat und Tagebuch.

Unterhaltsamer Mix aus Graphic Novel, Blogeinträgen, Chat und Tagebuch.
5

Aus finanziellen Gründen müssen Tim, ein erfolgloser Graphic Novel-Autor, und seine Freundin Thea in eine Gegend außerhalb des Berliner Rings ziehen, in der Armut vorherrscht. Thea ist die Alleinverdienerin im Haushalt - erst hatte sie in Teilzeit für eine NGO gearbeitet, musste jetzt aber eine Vollzeitstelle in einem Hundefutter-Start-up annehmen, um die Kosten zu decken. Während Tim sich in seiner Rolle als "Hausmann" mehr oder weniger gemütlich einrichtet, gerät Thea in einen toxischen Wirbel der Start-up-Mentalität, bei der ihr alles abverlangt wird - vor allem, bei etlichen unbezahlten Überstunden noch freudestrahlend zu performen und nebenher die Kolleg*innen zu ihrer neuen Familie zu machen. Tim lernt derweil seine Nachbar*innen kennen. Er freundet sich mit Maxim, einem 19-Jährigen Geflüchteten aus der Ukraine, an und hilft diesem beim Deutschlernen und Frauen kennenlernen. Und schnell wird er zum Dreh- und Angelpunkt der einsamen 80-jährigen Nachbarin Dagmar, die heimlich einen Spar-Blog führt. Das Buch macht aus, dass es die Geschichte aus vier Perspektiven in unterschiedlichen Stilen erzählt: Tim ist der übergreifende Rahmen, Maxim schreibt Tagebuch in sein Deutsch-Übungsheft, Dagmar ihre Blogeinträge mit überraschenden Enthüllungen und Thea schreibt im Slack-Chat mit ihrer Freundin und Arbeitskollegin Anna. Dazwischen finden sich immer wieder Szenen aus dem Graphic Novel, an den Tim grade arbeitet. So ergibt sich insgesamt ein abwechslungsreiches, sehr unterhaltsames Bild, inklusive emotionaler Momente und Slapstick-reifer Missverständnisse. Hat mir überaus gut gefallen! Mit Illustrationen von Raúl Soria. CN: G3walt, Dr0genmissbrauch, Ras$ismus, Kr1eg, T0d, Blut

4

In „Der Hausmann” erzählt die Autorin die Geschichte eines jungen Paares, Thea und Tim, die durch finanzielle Schwierigkeiten gezwungen sind, ihre günstige Wohnung zu verlassen und an den Stadtrand zu ziehen. Hier finden sie sich in einem Haus wieder, das von den unterschiedlichsten Menschen bewohnt wird. Thea und Tim führen eine „unkonventionelle” Beziehung, die von Rollentausch geprägt ist: Thea ist die Hauptverdienerin, während Tim den Haushalt führt und kocht. Doch beide sind unzufrieden mit ihrer beruflichen Situation und der Mangel an Kommunikation verschärft ihre Probleme. In der neuen Wohnung werden nicht nur ihre Beziehungsprobleme offensichtlich, sondern auch die Eigenarten ihrer neuen Nachbarn. Da ist die Rentnerin Dagmar, die einen Blog mit allerlei „tollen” Spartipps betreibt, und Maxim, ein ukrainischer Flüchtling auf der Suche nach Heimat und Liebe. Das Zusammentreffen dieser verschiedenen Charaktere bringt sowohl Konflikte als auch unerwartete Freundschaften hervor. Die Erzählweise des Buches hat mir besonders gut gefallen. Jede*r Protagonist*in hat einen eigenen Stil, um ihre bzw. seine Geschichte zu erzählen. Dagmars Beiträge als Blogeinträge, die Chatverläufe zwischen Thea und ihrer Freundin/Vorgesetzten, die Elemente der Graphic Novel sowie die Lernfortschritte in Maxim's Heft – all diese unterschiedlichen Formen machen die Lektüre abwechslungsreich und spannend. Durch diese stilistische Vielfalt erhält man einen tiefen Einblick in die Gedankenwelt der Figuren, und die dargestellten Situationen sind zwar oft überspitzt, aber gleichzeitig treffend und realitätsnah. Ein zentraler Aspekt des Buches ist die gemeinsame Armut, die alle Bewohner des Hauses verbindet. Dieser rote Faden zieht sich durch die gesamte Handlung und verleiht dem Buch eine besondere Tiefe. Obwohl das Ende daher nicht ganz überraschend kommt, bleibt es dennoch fesselnd und lesenswert (was genau passiert, müsst ihr selbst lesen). Besonders mochte ich die Darstellung der Beziehungen zwischen den vier Hauptfiguren. Diese spiegeln ihre gesellschaftliche Stellung wider und sind fein nuanciert dargestellt. Mein persönlicher Favorit war Tim, dessen Freundschaft zu Maxim eine der berührendsten Entwicklungen im Buch darstellte. Insgesamt ist „Der Hausmann” ein Buch, das durch seine originelle Erzählweise und die vielschichtige Darstellung seiner Figuren heraus sticht. Es bietet sowohl humorvolle als auch nachdenkliche Momente und regt dazu an, über die verschiedenen Formen von Beziehungen und die sozialen Herausforderungen unserer Zeit nachzudenken. 💛Rezensionsexemplar💛

4

Feel good Buch trotz teils schwieriger Themen

So ist das Leben, mal verlierst du, mal gewinnen die anderen. In Tims Leben läuft vieles nicht rund... und auch in den Leben seiner Nachbarn die mit ihm im selben Haus leben. Jeder einzelne bekommt von der Autorin eine eigene Erzählform, was den Lesespaß enorm steigert. Dieses Buch hat man rucki zucki durchgelesen wenn man mal was zum runterkommen braucht oder für die Gewissheit dass am Ende alles doch irgendwie einigermaßen gut ausgeht (wahrscheinlich)... Mit hat das Buch sehr viel Spaß gemacht, schade dass es so schnell vorbei war!

3

"[...] wie sehr ich mir wünsche, dass wir in einer Welt leben würden, wo man einfach an die Nachbarstür klopfen kann und sagen: Ich bin einsam, und ich glaube, du auch, wie wär's mit einem Plausch und einer Tasse Kaffee?" (S. 222) Dieses Buch ist anders! Etwas ähnliches habe ich noch nie gelesen. Kapitel in Romanform wechseln sich ab mit tagebuchähnlichen Berichten, Chat-Verläufen, Blogbeiträgen und Comic-Strips, die es eben zu einer Graphic Novel machen. Die Handlung kreist um Tim und Thea, ein Paar, das auf den ersten Blick kaum konventioneller wirken könnte – und doch die gesellschaftlichen Umbrüche unserer Zeit widerspiegelt. Im Prinzip ist Tim kein Hausmann. Also, nicht im "klassischen" Sinn. Er hat schon auch einen Job, aber eben nicht so einen, für den man jeden Morgen ins Büro tippelt und abends wieder nach Hause. Tim ist Künstler. Er arbeitet an einer Grafic Novel zum Thema "Klimawandel". Während seine Freundin Thea täglich ins Office eines Start-ups für veganes Hundefutter geht, putzt Tim die gemeinsame Bude und erledigt den Haushalt. Die beiden sind jüngst aus ihrer Altbauwohnung an den Berliner Stadtrand in einen günstigeren, aber auch weniger charmanten Block gezogen. Hier leben sie nun im sogenannten Melting Pot, in dem Parallelwelten und Kulturkreise aufeinander prallen. Jeder integriert sich auf seine Weise - ob als Geflüchtete im fremden Land oder als durch Gentrifizierung Vertriebene. Es ist ein Mikrokosmos, in den wir eintauchen. Tim erfährt hier das echte Leben: mit Maxim, dem er versucht beizubringen, Artikel korrekt einzusetzen und Verben zu konjugieren und der 80-jährigen Dagmar, die via Blog Spartipps an ihre Follower:innen gibt. Thea wabert derweil in einer Pseudowelt künstlich erschaffener Bedürfnisse, die sie zunächst erwecken und dann befriedigen soll. Das ganze verpackt in Euphemismen für überflüssige, schlecht bezahlte Jobs (Chief Executive Manager of f**king Irgendwas) und betäubt durch Drogen, um einerseits klar- und andererseits runterzukommen. Wlada Kolosowa bringt ihre Figuren im Laufe der Geschichte auf die unterschiedlichsten Abwege - mal lustig, mal ernst. Sie arbeitet mit Stereotypen und bricht sie an ihren eigenen Kanten auf. So entsteht ein vielschichtiges Porträt unserer Zeit, das auf den ersten Blick skurril wirkt, bei genauerem Hinsehen aber mit einem unbestechlichen Blick für die Realität überzeugt.

3

Themen wie u.a. der Klimawandel, der Ukraine Krieg und was es heißt, ein Flüchtling zu sein, werden in diesem Roman thematisiert. War nicht schlecht, mehr aber auch nicht!

4

Unterhaltsam

Ein nettes Buch über Künstler, Einwanderer, Start Ups, unsichtbare alte Frauen, die Liebe und das Zusammenleben in einen Miethaus. Tim der junge Künstler ist der einzige der mir allen Kontakt hat und so Zugang zu Problemen und Freuden der Nachbarn hat. Unterhaltsam und man bekommt auch Einblicke in fremde Leben.

4

Es war toll zu lesen, weil immer aus dem Blickwinkel der Figuren geschrieben wurde. Ich würde gerne wissen, wie es diesen ein paar Jahre später ginge.

5

Unfassbar gut, topaktuell, abwechslungsreich. Großartige Charaktere - präzise gezeichnet. Ein originelles Buch mit Witz & gleichzeitig beklemmt es, für mich ein Lesehighlight.

5

Was für eine tolle Kombination aus Roman, Chat-Roman und graphic novel. Inhaltlich und formal innovativ und thematisch super. Lesenswert!

4

kurzlebig. witzig. unterhaltsam. perfekt bei einer leseflaute.   in dem roman von wlada kolosowa werden stilistische mittel gemischt mit den geschichten verschiedener hausbewohner*innen eines berliner mietshauses. tim ist der hausmann in der beziehung und schriebt an einem comic. seine freundin thea hat einen neuen job in einem hippen startup angefangen und unterhält sich mit ihrer freundin und kollegin über slack-chats. die omi des hauses hat einen blog mit spartipps und maxim, ein junger mann aus der ukraine, hält seinen fortschritt im deutsch lernen fest.   wenn ihr mal etwas ablenkung von schwerer lektüre braucht, dann ist dieses buch genau das richtige. ✨

4

Der Hausmann von Wlada Kolosowa

In der Buchhandlung hätte ich mich wohl nie für dieses Buch entschieden. Was bin ich froh, dass es mir ausgeliehen wurde. Und dass mein Mann es zuerst las und mich regelrecht dazu gedrängt hat es anzufangen, obwohl er es noch nicht beendet hatte. Der Hausmann ist zwar ein Feel-Good-Buch, doch es hält uns regelmäßig den Spiegel vor und kommt dabei ganz ohne erhobenen Zeigefinger aus.

Der Hausmann von Wlada Kolosowa
5

Ich mochte die Abwechslung der verschiedenen Textformen: Roman, Blog, Tagebuch, Chat, Graphic Novel… Die Charaktere sind so konstruiert, dass sie heutige Spannungen junger Menschen gut auffangen und man häufig schmunzeln muss, weil man sich selbst vielleicht wiedererkennt. Schöner Coming of Age Roman!

3

Ich habe zu diesem Buch gegriffen, da ich den Podcast "Zwei Seiten" verfolge und dieses Buch dort empfohlen wurde. Ich empfand die verschiedenen Seiten total abwechslungsreich, deshalb hat es Laune gemacht es immer weiter zu lesen. Ein Erzählungsstrang hatte eine enorme Wendung die witzig war und gleichzeitig hab ich diese nicht kommen sehen. Liest sich schnell durch die Abwechslung. Die Graphic Novel hätte das Buch nicht unbedingt gebraucht. War ein netter "Snack".

5

Dieses Buch hat mich begeistert, es ist lustig, traurig, klug und warmherzig zugleich und ist zudem noch sehr originell geschrieben und gemalt. Highlight!

4

Tolles Buch mit Elementen einer Graphic Novel (meine erste) ! Jede Geschichte wird auf ihre eigene Weise erzählt, was erstens den Figuren sehr viel Authentizität gibt und zweitens das Buch sehr kurzweilig macht.

4

Das Buch fängt toll an und wird dann immer rasanter und feinsinniger. Was für ein schöner Nebenhauptdarsteller Neukölln außerhalb des S-Bahn-Rings ist!

3.5

Außergewöhnliches Buch, vor allem im Stil 

Dieses optisch und haptisch sehr originelle Buch will „hipp“ sein und schafft das auch! Tim und Thea wurden aus ihrer alten Wohnung „weg-gentrifiziert“. Weil das Geld knapp und die Motivation low ist, nisten sie sich in einer heruntergekommenen Wohnung in Stadtrandlage ein. Die nicht vorhandene Ausstattung behandeln sie mit einer „es wird schon“ Haltung, so wie alles in ihrem Leben. Im Haus wohnen auch die am Existenzminimum knapsende 80jährige Rentnerin Dagmar, die einen Blog mit fragwürdigen Spartipps betreibt. Der Ukrainer Maxim, der auf der Suche nacht Kontakt, Liebe und deutscher Sprache ist. Einem undefinierbaren Tier im Garten, dass Tim mit seinen Schreien den Schlaf raubt. Als erfolgloser freiberuflicher Comic-Zeichner übernimmt Tim die Rolle des Hausmanns. Seine Neigung zu Ordnung, kommt ihm da entgegen . Thea dagegen breingt das Geld nach Hause, hat sie doch neu in einem Start Up angefangen, in dem sich nach und nach berufliches und privates zu einer großen Masse vereint. Die Beziehungskisten in dem Haus sind gar nicht mehr so ungewöhnlich und trotzdem so bizarr. Manchmal war mir das Ganze ein bisschen drüber. Gut lesen konnte ich es trotzdem Das Buch ist aber schon allein deswegen einzigartig, weil jede Person ihren eigenen Stil in den Kapiteln bekommt. Tagebuch- und Blogeinträge, chats und Graphic Novels vermischen sich zu einem Plot, der sogar ein bisschen Spannung aufbaut. Insgesamt kommt mir das ganze wie eine kurze Episode in einer von ziemlich offensichtlicher Armut geprägten Hausgemeinschaft vor, die neben- und nach und nach miteinander lebt. Liebenswert und gut lesbar!

4

Unerwartet, abwechslungsreich, aber auch ein bisschen traurig!

Dieses Buch ist aus der Sicht verschiedener Bewohner eines Hauses geschrieben und hat Comic, E-Mail und Chat-Elemente und lässt sich darum leicht und in einem Rutsch durch lesen. Die Geschichten der Bewohner sind originell, interessant und unerwartet. Ich habe es gerne gelesen, aber es ist auch ein Buch, das einen ein bisschen traurig macht. Kein Feel-Good-Buch, sondern so wie das Leben halt spielt. Kann ich jedem empfehlen, der etwas „echtes“ mit ein wenig Tiefgang sucht, ohne etwas richtig Schweres lesen zu wollen.

Unerwartet, abwechslungsreich, aber auch ein bisschen traurig!
2

Ich fand es vom Plot sehr lahm und vorhersehbar, und von der Gestaltung sehr gewöhnungsbedürftig. Die unterschiedlichen Arten - Roman, Chat, Blog GraphicNovel und Tagebuch hatten zwar etwas für sich, aber im ganzen fand ich es anstrengend. Mein liebster Protagonist war mit Abstand Maxim. Ich denke man hätte mehr aus der Geschichte machen können.

4

Hat mir richtig gut gefallen! Sehr pointierte Gesellschaftskritik in einer wunderbar zugänglichen Form, die sich einfach so weglesen lässt. Die unterschiedlichen Erzählweisen als Blogpost, Slackverlauf, Graphic Novel, Deutsch-Lernbuch und in der „Normalform“ funktionieren für mich sehr gut und bieten eine schöne Abwechslung.

3

Ganz amüsant für zwischendurch, aber der Versuch Stereotypen zu entkommen und mit aller Gewalt auf Misstände aufmerksam zu machen, wirkte zu gezwungen.

5

Sehr gut durchdacht und realistisch. Gefällt mir

4

3,5-4 Anfangs anstrengende Geschichte um 4 anstrengende Charaktere, mit reichlich Stereotypen; aber zum Ende hin gab‘s dann einen einigermaßen spektakulären Höhepunkt plus Twist, und ein bisschen wholesomeness, daher wars doch nicht so ein frustrierendes Leseerlebnis wie anfangs erwartet. Schade nur, dass einige Fehler durchs Lektorat gerutscht sind und die Graphic-Novel-Elemente auf meinem E-Reader nicht so richtig rüber kamen.

5

Ein besonderes Buch mit einer tollen ungewöhnlichen Erzählweise und mit Augenzwinkern… ganz besonders

Ein besonderes Buch mit einer tollen ungewöhnlichen Erzählweise und mit Augenzwinkern… ganz besonders
4.5

Ich kann mich nicht erinnern, jemals ein Buch in diesem Format gelesen zu haben — ich habe es an einem Tag verschlungen. Sehr amüsant und engaging.

4

Aus irgendeinem Grund gehe ich am liebsten zu Lesungsterminen, wenn ich noch gar nichts über die Autorin oder den Autoren und über das dazugehörige Buch weiß. Dann kann ich mich da ohne große Erwartungen reinsetzen. Im besten Fall nehme ich dann ein signiertes Buch mit nach Hause und habe einen tollen Abend und im schlimmsten Fall habe ich einen netten Abend, an dem ich Zeit mit Freund:innen verbringe, denn aus meiner Bücherbubble kommt eigentlich immer jemand mit zu solchen Events. Eine Lesung wie "Der Hausmann" habe ich aber wirklich noch nie erlebt. Ohne es zu wissen, sind wir hier in ein "Eat and Great" gestolpert. Es gab kleine Törtchen und Kuchen von einem Kaffeehaus in der Nachbarschaft, verschiedene Getränke, eine Lesung und die Möglichkeit, ein bisschen mit der Autorin zu plaudern. Ich habe diesen Abend sehr genossen und bin deswegen nicht nur mit ein paar übrig gebliebenen Kuchenstücken, die mir die Buchhändlerin zugesteckt hat, nach Hause gegangen, sondern auch mit einem signierten Exemplar und "Der Hausmann" und dem Wunsch, diesen Roman auch sofort zu lesen. Eines der wohl reizvollsten Elemente für mich hier ist die Vielfalt der Stile, die in diesem Buch zur Anwendung kommen. Da gibt es "normale" Romankapitel, einen Internetblog, einem auf einer Plattform namens Slack verfassten Chatverlauf, ein Deutsch-Lern-Tagebuch und einen Graphic Novel. Dieser ständige Wechsel sorgte für Spannung und machte auch einfach Spaß. Ich glaube nicht, dass ich schon mal ein Buch gelesen habe, in dem sich eine Autorin getraut hat, so mit den Stilen zu spielen. Und das Beste daran: Meiner Meinung nach hat diese Kombination auch funktioniert. Ein paar Worte zur Handlung: Die Haupthandlung dreht sich um Tim und Thea. Thea hat gerade bei einem Start-up für veganes Hundefutter eine neue Stelle angenommen und Tim ist Hausmann und zeichnet an seinem Graphic Novel, der hoffentlich ihren Durchbruch bedeuten wird. Und diese Umkehrung der traditionellen Geschlechterrollen geschieht bei ihnen natürlich nicht konfliktlos, wie ihr euch sicher denken könnt. Und dann gibt es als Nebenhandlungen noch den Blog "Sparen mit Dagmar", in dem die liebe ältere Nachbarin ihren Leser:innen Spartipps gibt und das Tagebuch von Maxim, einem ukrainischen Flüchtling, der ebenfalls in diesem Haus wohnt und mit Tim Deutsch übt. Und wir bekommen Einblick in den Graphic Novel, an dem Tim aktuell arbeitet. Natürlich hatte ich meine Lieblingshandlungsstränge, auf die ich mich gefreut habe. Und zwar waren das wohl Dagmars Blog, der mich immer wieder aufs Neue überrascht hat und zum Lachen bringen konnte, und der Chatverlauf zwischen Thea und Anna, ihrer Vorgesetzten. Ich habe lange überlegt, ob ich meinen einzigen Kritikpunkt ansprechen soll, da das halt doch sehr eindeutig ein humoristisch-satirisches Buch ist. Aber ich möchte mit euch, meinen Leser:innen, ehrlich sein und deswegen habe ich mich dazu entschieden, das anzusprechen. Ich persönlich halte die Darstellung der Figuren teilweise für fast zu überspitzt. Gerade im Bezug auf den Drogenkonsum von Thea und Tim ist mir das aufgefallen. Bitte lasst es mich wissen, falls ich hier gerade mit meinem Unwissen glänze. Als Mensch, der überhaupt nichts mit Drogen am Hut hat, wirkte das einfach sehr extrem. Es hat meine Freude am Buch nicht wirklich stark gedämpft, aber doch dafür gesorgt, dass ich über manche Szenen die Stirn gerunzelt habe. Mein Fazit? Trotz eines kleinen Kritikpunktes habe ich diese Lektüre genossen und hatte meinen Spaß mit diesem Buch.

5

"Freier Illustrator und NGO-Mitarbeiterin in Teilzeit – wir waren nicht gerade Traumkandidaten auf dem Wohnungsmarkt" Buchzitat (S. 8 - E-Book) "Der Hausmann" ist ein unkonventioneller Roman von Wlada Kolosowa, der in Zusammenarbeit mit dem Illustrator Raúl Soria entstanden ist. Kolosowa, bekannt als Kolumnistin für "Spiegel Online" und "Zeit Online", hat eine bewegte Lebensgeschichte zwischen Russland, Deutschland und den USA. Nach ihrer Ausbildung in Berlin und New York etablierte sie sich als freiberufliche Journalistin und Autorin, deren Werke bereits mehrfach ausgezeichnet wurden. Raúl Soria, der in Berlin Visuelle Kommunikation studierte, hat seine Illustrationen in renommierten Publikationen wie "The New Yorker" und "The New York Times" veröffentlicht. Im Zentrum von "Der Hausmann" stehen Tim und Thea, ein Paar, bei dem Thea das Geld verdient und Tim den Haushalt schmeißt. Ihr Leben gerät aus den Fugen, als ihr günstiger Mietvertrag gekündigt wird und sie an den Stadtrand ziehen müssen. Dort treffen sie auf eine vielfältige Nachbarschaft und Herausforderungen. Tim freundet sich mit Maxim, einem jungen Mann aus der Ostukraine, an und hilft der 80-jährigen Frau Birkenberg beim Einrichten des Internets. Doch die Harmonie wird gestört, als Tim eines Tages unvermittelt von einem Fremden ins Gesicht geschlagen wird. Das Buch behandelt Themen wie Gentrifizierung, Liebe, Armut und gesellschaftliche Umbrüche, eingebettet in eine Erzählung, die verschiedene literarische und grafische Stile kombiniert. WOW WOW WOW! "Der Hausmann" hat mich wirklich überrascht und begeistert. Schon das farbenfrohe Cover hat mich direkt angesprochen wobei man ja auch sagt "Never judge a book by its cover." Hier hat es definitiv noch mehr geliefert, als ich erhofft hab. Die Erzählweise ist frisch und originell, mit einer gelungenen Mischung der versch. Erzählformen: klassische Ich-Perspektive-Kapitel, Graphic Novel über den Klimawandel, Blog-Posts, Tagebucheinträge und Slack-Chatnachrichten. Diese unterschiedlichen Perspektiven machen das Buch abwechslungsreich und spannend. Die Charaktere sind liebevoll und vielschichtig gestaltet. Tim, Thea, Maxim und Frau Birkenberg haben alle ihre eigenen Geschichten und Herausforderungen, die geschickt miteinander verwoben werden. Jede:r der Protagonist:innen hat Ecken und Kanten, wird aber so einfühlsam dargestellt, dass man automatisch mit ihnen mitfiebert. Trotz der ernsten Themen wie Armut, Gentrifizierung und Migration bleibt das Buch stets unterhaltsam und humorvoll. Besonders beeindruckend fand ich, wie Kolosowa es schafft, Klischees und Vorurteile aufzubauen, um sie dann im Finale genüsslich zu zerstören. Die Kombination aus Witz, Zärtlichkeit und ungeschönten Realitäten macht "Der Hausmann" zu einem besonderen Leseerlebnis. Das Buch ist ein echter Pageturner, den man kaum aus der Hand legen möchte. "Der Hausmann": eine literarische Wucht, die ich mir nicht erwartet hätte. Wlada Kolosowa und Raúl Soria haben ein einzigartiges Werk geschaffen, das aktuelle Themen auf originelle und unterhaltsame Weise behandelt. Mit 5 von 5 Sternen ist es eine absolute Leseempfehlung. "„Du bist ein seltsamer Typ“, sagte Tim, nachdem meine Geschichte zu Ende war. „Du machst dir Sorgen um Steuern für Straßenmusik, aber versuchst eine Abschiebung mit Prügel zu vermeiden.“ Danach sagten wir nichts. Aber es war eine gute Stille. Die Stille von: Du hast Scheiße gebaut, ich habe Scheiße gebaut. Ich bin okay, du bist auch okay." - Buchzitat (S. 139 - E-Book)

5

Ich mochte die Abwechslung der verschiedenen Textformen: Roman, Blog, Tagebuch, Chat, Graphic Novel… Die Charaktere sind so konstruiert, dass sie heutige Spannungen junger Menschen gut auffangen und man häufig schmunzeln muss, weil man sich selbst vielleicht wiedererkennt. Schöner Coming of Age Roman!

5

Unglaublich tolles Buch. Die Geschichte ist total mitreißend und ich konnte nicht wirklich aufhören zu lesen. Auch die verschiedenen Perspektiven der einzelnen Personen sind super gelungen und machen das Buch einfach toll. Sehr empfehlenswert!

5

Für mich ist „Der Hausmann“ von Wlada Kolosowa nichts weniger als ein Meisterwerk. Das Buch vereint verschiedene Textformen, die zusammen den Roman ergeben. Im Mittelpunkt steht Tim, Künstler und Illustrator, der mit seiner Freundin Thea aus dem gentrifizierten Teil von Neukölln an dessen südlichen Rand zieht. Er arbeitet zu Hause an seiner Graphic Novel, sie beginnt einen Job in einem Start-Up für veganes Hundefutter. Wie es da so zugeht, erfahren wir aus einem Slack-Chat, den Thea mit ihrer Freundin Schrägstrich Arbeitskollegin führt. Mit Thea und Tim wohnt auch Dagmar in dem Mehrfamilienhaus, wo Kippenstummel und Müll im Treppenhaus liegen. Dagmar ist über 80 und schreibt einen Blog: „Sparen mit Dagmar“, dessen Einträge einen weiteren Teil des Romans bilden. Ebenfalls Nachbar ist Maxim, ein junger Mann, der aus der Ostukraine nach Berlin geflohen ist, um dem Militäreinsatz zu entgehen. Sein „Sprachlern-Tagebuch“ ist für mich der absolut überragende Teil des Buchs. Ergänzt wird das Ganze durch Tims Graphic Novel (illustriert von Raúl Soria und der Favorit von meiner Kollegin Ileana), die für sich genommen schon den Kauf des Buches wert ist. „Der Hausmann“ ist lustig und tiefgründig, macht unfassbar viel Spaß und ist voller kluger Beobachtungen über Berlin, Start-Ups, Altersarmut, Rassismus, Krieg, Gentrifizierung, Geschlechterrollen und so viel mehr. Auch für Menschen, die nicht so viel und gerne lesen, ist „Der Hausmann“ eine tiptop Empfehlung. Ich konnte es gar nicht aus der Hand legen.

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