All right. Good night.
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Description
Langsamer Abschied. Ein Buch über Demenz, Verlust und Verschwinden. Das Romandebüt einer der prägendsten Stimmen des deutschsprachigen Theaters.
Als im März 2014 ein Flugzeug auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking plötzlich vom Radar verschwindet, hat für Helgard Haug der Abschied vom Vater gerade begonnen. Sein Gedächtnis wird unzuverlässig, die Orientierung immer schwieriger, der ehedem wortmächtige Mann versinkt, er driftet ab – wie, ungefähr zur selben Zeit, MH370 mit 239 Personen an Bord im Meer. All right. Good night , soll der letzte Funkspruch des Piloten gelautet haben. Danach verliert sich die Spur. War es ein Unfall? Ein Anschlag oder Suizid? Das Flugzeug bleibt verschwunden, die Ursache des Absturzes ungeklärt. Die Vergesslichkeit des Vaters aber bekommt einen Namen: Demenz.
Helgard Haug verknüpft die eigene Erfahrung mit der Trauerarbeit der Hinterbliebenen. Und beide Ereignisse «erweisen sich dabei als von exemplarischer Relevanz, als typisch für die Gesellschaft der Gegenwart» (Andreas Reckwitz). All right. Good night berührt und erhellt, wie persönlicher Verlust und das Leiden anderer zusammengehen.
Book Information
Author Description
Helgard Haug ist Autorin, Regisseurin und Mitbegründerin von Rimini Protokoll. Für ihre Arbeit wurde sie mit etlichen Preisen ausgezeichnet: mit dem FAUST-Theaterpreis, dem Europäischen Theaterpreis und, für das Gesamtwerk von Rimini Protokoll, mit dem Silbernen Löwen der 41. Theaterbiennale Venedig; sie erhielt den Hörspielpreis der Kriegsblinden und 2019 den Hörspielpreis der ARD. Die Inszenierung «All right. Good night» wurde im Januar 2022 zum Berliner Theatertreffen und zum Impulse Festival eingeladen; sie war für den Mülheimer Dramatikerpreis nominiert und wurde von der Kritikerumfrage von Theater Heute zur «Inszenierung des Jahres» erklärt. Das gleichnamige Hörspiel wurde von der deutschen Akademie der Darstellenden Künste als Hörspiel des Monats ausgezeichnet.
Characteristics
1 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Posts
Die Autorin erzählt die Geschichte ihres dement werdenden Vaters und parallel dazu die Geschichte des 2014 verschwundenen und bis heute nicht gefundenen Flugzeugs MH 370. Beide Ereignisse haben die Gemeinsamkeit des Verschwindens und durch die Erzählweise verstärken sich beide Geschichten. Die Geschichte über den Vater ist berührend und die Geschichte über den verdchwundenen Flug und die Bemühungen der Suche und das Leid der Angehörigen sehr bedrückend. Die Fakten über den Flug wiederum lesen sich sehr interessant. Für mich hatte es in der Mitte ein paar Längen, daher einen Stern Abzug.
Oh wow was für ein Buch! Ganz große Empfehlung! Die Schriebweise hat bei mir eine große Sogwirkung ausgelöst. Demenz mit dem VErschweinden eines Flugzeuges zu vergleichen, find ich wunderbar treffen. Meine Oma leidet auch an Demenz. Es hatte dadurch auch noch einen starken persönlichen Bezug für mich.
Gemischte Gefühle mit Tendenz zu 👍🏼
Ich hab das Buch fast in einem Rutsch durchgelesen. Fand ich es gut? Ich weiß es noch nicht. Ich habe auf jeden Fall einige interessante Details über den Fall von MH370 erfahren Es gibt starke Sätze (und hier bereue ich, dass ich, dass ich das eBook gelesen habe, denn ich hätte sicherlich ein paar Sachen angestrichen). Den Schreibstil selbst empfinde ich als sehr nüchtern, unpersönlich und emotionslos. Obwohl ich auch schon Verluste durchlebt habe. Die Passagen über den Flugzeugabsturz sind genauso abgehalten wie die über den schrittweisen Verfall des Vaters. Die persönliche Note ist da, ich empfinde sie aber als sehr leise. Im Buch selber werden die zwei Arten des Verschwindens parallel beschrieben: Das langsame Verschwinden, Stück für Stück, bis nur noch wenig bis gar nichts mehr übrig ist vom Ursprung. Und das plötzliche Verschwinden. Ohne dass man sich darauf vorbereiten kann, ist die Person auf einmal weg. Dinge bleiben ungesagt/unausgesprochen. Was ist besser? Was ist weniger schmerzvoll? Egal ob langsam oder unerwartet plötzlich, man muss seinen Weg finden damit umzugehen und danach weiter zu machen.
Nicht so gut wie erwartet
Mir erschließt sich jetzt, nachdem ich das Buch gelesen habe, weniger als vorher warum die Autorin diese Parallelen gezogen hat. Auf der einen Seite der Vater , der nach und nach in der Demenz verschwindet. Und auf der anderen Seite das Verschwinden von MH370 im März 2014. Die Fakten der Flugzeugsuche sind relativ gut zusammengetragen, Verschwörungstheorien werden halbherzig angerissen, einige Angehörige werden namentlich genannt und über Jahre begleitet. Dem gegenüber die Geschichte ihres Vaters, der fast etwas eigensinnig über sich, über seine Krankheit und deren Auswirkungen bestimmen will. Richtige Emotionen kommen nur wenig auf, alles läuft immer wie geplant. Von Pflegenotstand, fehlender medizinischer Versorgung oder Problemen bei der Pflege liest man nichts. Zum Ende hin driftet die Autorin noch zu Themen wie Linguistik und ausgestorbene Hai-Arten ab, diese Absätze habe ich quergelesen, wie auch die zahlreichen Erwähnungen von irgendwelchen Fernreisen der Familie.
Berührend
Wie fühlt es sich an, wenn jemand aus Deinem Leben verschwindet, der Dir wichtig war? Den Du geliebt hast. Verschwinden aber nicht als: er ist gegangen, aus freiem Willen, sondern weil das Leben es so wollte? Die Autorin bringt hier zwei Geschichten zusammen, die eigentlich nichts gemeinsam haben. Das spurlose Verschwinden eines Flugzeugs, der MH370, im Jahre 2014, dessen Insassen bis heute schmerzlich vermisst werden, und das "Verschwinden" eines wachen Geistes durch die Demenz. Satz an Satz sind die beiden Erzählstränge geknüpft und man ist zu keiner Zeit irritiert oder hat Probleme, sie zu trennen. Und genau das ist das tolle an diesem Text. Er verbindet, was eigentlich nicht zu verbinden ist. Mit klarer, rationaler Sprache, die Emotionalität nicht formuliert, aber im Leser auslöst. Ein ganz wunderbares, bewegendes Buch, das ich empfehle.
Eine Verknüpfung zwischen dem Verschwinden der MH370 und dem Verschwinden des Vaters der Autorin in der Demenz. Das einzige, das mich an diesem Buch gefesselt hat, waren die Fakten und Vermutungen über das Flugzeug. Die Berichte über den Vater sind für meinen Geschmack zu sehr an der Oberfläche geblieben. Und wieso Helgard Haug gerade diese beiden Katastrophen verknüpft, hat sich mir nicht ganz erschlossen. Die Metapher ist für mich schief.
Sehr gelungenes Buch. Die Geschichte über die Demenzerkrankung des Vaters und sein langsames Verschwinden neben der Geschichte des verschwundenen Flugzeuges und seinen 238 PassagierInnen zu stellen, wirklich gut gemacht. Vor allem das langsame Auflösen des Vaters, wie er einmal war und dass er das teilweise auch selbst noch bewusst wahrnimmt, wirklich traurig schön beschrieben. Ein Abschnitt handelt vom Tsunami an der Pazifik Küste vor Japan, und einer angespülten Telefonzelle. Dazu habe ich gerade noch "die Telefonzelle am Ende der Welt" gelesen und hatte irgendwie einen Full Circle Moment.
Dieses Buch über das Verschwinden hat mich sehr bewegt. Der Vater der Autorin ist an Demenz erkrankt und wir begleiten all die Gedanken seiner Tochter in den letzten Lebensjahren. Gleichzeitig ist Flug MH 370 verschwunden, die Angehörigen bekommen Raum, um einen Weg zu finden, mit dem Verschwinden zu leben.
„All right. Good night.“ von Helgard Haug ist kein lautes Buch. Es ist ein behutsames Protokoll des Entgleitens, das zwei völlig unterschiedliche Tragödien in einer gemeinsamen Schwingung einfängt: das mysteriöse Verschwinden des Fluges MH370 und die schleichende Demenz von Haugs Vater. Haug verbindet das Unfassbare des Weltgeschehens mit der Intimität des privaten Abschieds. Das Verschwinden wird hier in zwei Geschwindigkeiten erzählt: einmal als plötzlicher Riss in der Realität, als ein Flugzeug mit 239 Menschen einfach von den Radarschirmen getilgt wird, und einmal als das langsame Verschwinden eines Menschen, bei dem der Mensch zwar physisch bleibt, aber sein Wesen Stück für Stück im Nebel verschwindet. Was dieses Buch so eindringlich macht, ist der Blick auf die Zurückbleibenden. Haug beschreibt die Qual des Unabgeschlossenen. Wenn ein Mensch verschwindet, ohne eine Leiche oder eine klare Erklärung zu hinterlassen, verweigert das Schicksal den Angehörigen den Endpunkt der Trauer. Sie bleiben in einem Zwischenraum hängen – einem Schwebezustand aus Hoffnung, Wut und lähmender Ungewissheit. Ein stilles, kluges Buch über die Zerbrechlichkeit unserer Existenz und die schwere Aufgabe, jemanden gehen zu lassen, der noch gar nicht richtig weg ist – oder der nie offiziell angekommen ist.
Die Story ist versteckt zwischen verschiedenen Berichten über den Absturz des Flugzeugs
Es dauert eine ganze Zeit bis man herausgefunden hat, wann die Geschichte erzählt wird und wann nur von anderen Personen berichtet wird… Ich habe auch die Verbindung zwischen dem Flugzeugabsturz und die demenzerkrankung des Vaters nicht so richtig verstanden.
Characteristics
1 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Description
Langsamer Abschied. Ein Buch über Demenz, Verlust und Verschwinden. Das Romandebüt einer der prägendsten Stimmen des deutschsprachigen Theaters.
Als im März 2014 ein Flugzeug auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking plötzlich vom Radar verschwindet, hat für Helgard Haug der Abschied vom Vater gerade begonnen. Sein Gedächtnis wird unzuverlässig, die Orientierung immer schwieriger, der ehedem wortmächtige Mann versinkt, er driftet ab – wie, ungefähr zur selben Zeit, MH370 mit 239 Personen an Bord im Meer. All right. Good night , soll der letzte Funkspruch des Piloten gelautet haben. Danach verliert sich die Spur. War es ein Unfall? Ein Anschlag oder Suizid? Das Flugzeug bleibt verschwunden, die Ursache des Absturzes ungeklärt. Die Vergesslichkeit des Vaters aber bekommt einen Namen: Demenz.
Helgard Haug verknüpft die eigene Erfahrung mit der Trauerarbeit der Hinterbliebenen. Und beide Ereignisse «erweisen sich dabei als von exemplarischer Relevanz, als typisch für die Gesellschaft der Gegenwart» (Andreas Reckwitz). All right. Good night berührt und erhellt, wie persönlicher Verlust und das Leiden anderer zusammengehen.
Book Information
Author Description
Helgard Haug ist Autorin, Regisseurin und Mitbegründerin von Rimini Protokoll. Für ihre Arbeit wurde sie mit etlichen Preisen ausgezeichnet: mit dem FAUST-Theaterpreis, dem Europäischen Theaterpreis und, für das Gesamtwerk von Rimini Protokoll, mit dem Silbernen Löwen der 41. Theaterbiennale Venedig; sie erhielt den Hörspielpreis der Kriegsblinden und 2019 den Hörspielpreis der ARD. Die Inszenierung «All right. Good night» wurde im Januar 2022 zum Berliner Theatertreffen und zum Impulse Festival eingeladen; sie war für den Mülheimer Dramatikerpreis nominiert und wurde von der Kritikerumfrage von Theater Heute zur «Inszenierung des Jahres» erklärt. Das gleichnamige Hörspiel wurde von der deutschen Akademie der Darstellenden Künste als Hörspiel des Monats ausgezeichnet.
Posts
Die Autorin erzählt die Geschichte ihres dement werdenden Vaters und parallel dazu die Geschichte des 2014 verschwundenen und bis heute nicht gefundenen Flugzeugs MH 370. Beide Ereignisse haben die Gemeinsamkeit des Verschwindens und durch die Erzählweise verstärken sich beide Geschichten. Die Geschichte über den Vater ist berührend und die Geschichte über den verdchwundenen Flug und die Bemühungen der Suche und das Leid der Angehörigen sehr bedrückend. Die Fakten über den Flug wiederum lesen sich sehr interessant. Für mich hatte es in der Mitte ein paar Längen, daher einen Stern Abzug.
Oh wow was für ein Buch! Ganz große Empfehlung! Die Schriebweise hat bei mir eine große Sogwirkung ausgelöst. Demenz mit dem VErschweinden eines Flugzeuges zu vergleichen, find ich wunderbar treffen. Meine Oma leidet auch an Demenz. Es hatte dadurch auch noch einen starken persönlichen Bezug für mich.
Gemischte Gefühle mit Tendenz zu 👍🏼
Ich hab das Buch fast in einem Rutsch durchgelesen. Fand ich es gut? Ich weiß es noch nicht. Ich habe auf jeden Fall einige interessante Details über den Fall von MH370 erfahren Es gibt starke Sätze (und hier bereue ich, dass ich, dass ich das eBook gelesen habe, denn ich hätte sicherlich ein paar Sachen angestrichen). Den Schreibstil selbst empfinde ich als sehr nüchtern, unpersönlich und emotionslos. Obwohl ich auch schon Verluste durchlebt habe. Die Passagen über den Flugzeugabsturz sind genauso abgehalten wie die über den schrittweisen Verfall des Vaters. Die persönliche Note ist da, ich empfinde sie aber als sehr leise. Im Buch selber werden die zwei Arten des Verschwindens parallel beschrieben: Das langsame Verschwinden, Stück für Stück, bis nur noch wenig bis gar nichts mehr übrig ist vom Ursprung. Und das plötzliche Verschwinden. Ohne dass man sich darauf vorbereiten kann, ist die Person auf einmal weg. Dinge bleiben ungesagt/unausgesprochen. Was ist besser? Was ist weniger schmerzvoll? Egal ob langsam oder unerwartet plötzlich, man muss seinen Weg finden damit umzugehen und danach weiter zu machen.
Nicht so gut wie erwartet
Mir erschließt sich jetzt, nachdem ich das Buch gelesen habe, weniger als vorher warum die Autorin diese Parallelen gezogen hat. Auf der einen Seite der Vater , der nach und nach in der Demenz verschwindet. Und auf der anderen Seite das Verschwinden von MH370 im März 2014. Die Fakten der Flugzeugsuche sind relativ gut zusammengetragen, Verschwörungstheorien werden halbherzig angerissen, einige Angehörige werden namentlich genannt und über Jahre begleitet. Dem gegenüber die Geschichte ihres Vaters, der fast etwas eigensinnig über sich, über seine Krankheit und deren Auswirkungen bestimmen will. Richtige Emotionen kommen nur wenig auf, alles läuft immer wie geplant. Von Pflegenotstand, fehlender medizinischer Versorgung oder Problemen bei der Pflege liest man nichts. Zum Ende hin driftet die Autorin noch zu Themen wie Linguistik und ausgestorbene Hai-Arten ab, diese Absätze habe ich quergelesen, wie auch die zahlreichen Erwähnungen von irgendwelchen Fernreisen der Familie.
Berührend
Wie fühlt es sich an, wenn jemand aus Deinem Leben verschwindet, der Dir wichtig war? Den Du geliebt hast. Verschwinden aber nicht als: er ist gegangen, aus freiem Willen, sondern weil das Leben es so wollte? Die Autorin bringt hier zwei Geschichten zusammen, die eigentlich nichts gemeinsam haben. Das spurlose Verschwinden eines Flugzeugs, der MH370, im Jahre 2014, dessen Insassen bis heute schmerzlich vermisst werden, und das "Verschwinden" eines wachen Geistes durch die Demenz. Satz an Satz sind die beiden Erzählstränge geknüpft und man ist zu keiner Zeit irritiert oder hat Probleme, sie zu trennen. Und genau das ist das tolle an diesem Text. Er verbindet, was eigentlich nicht zu verbinden ist. Mit klarer, rationaler Sprache, die Emotionalität nicht formuliert, aber im Leser auslöst. Ein ganz wunderbares, bewegendes Buch, das ich empfehle.
Eine Verknüpfung zwischen dem Verschwinden der MH370 und dem Verschwinden des Vaters der Autorin in der Demenz. Das einzige, das mich an diesem Buch gefesselt hat, waren die Fakten und Vermutungen über das Flugzeug. Die Berichte über den Vater sind für meinen Geschmack zu sehr an der Oberfläche geblieben. Und wieso Helgard Haug gerade diese beiden Katastrophen verknüpft, hat sich mir nicht ganz erschlossen. Die Metapher ist für mich schief.
Sehr gelungenes Buch. Die Geschichte über die Demenzerkrankung des Vaters und sein langsames Verschwinden neben der Geschichte des verschwundenen Flugzeuges und seinen 238 PassagierInnen zu stellen, wirklich gut gemacht. Vor allem das langsame Auflösen des Vaters, wie er einmal war und dass er das teilweise auch selbst noch bewusst wahrnimmt, wirklich traurig schön beschrieben. Ein Abschnitt handelt vom Tsunami an der Pazifik Küste vor Japan, und einer angespülten Telefonzelle. Dazu habe ich gerade noch "die Telefonzelle am Ende der Welt" gelesen und hatte irgendwie einen Full Circle Moment.
Dieses Buch über das Verschwinden hat mich sehr bewegt. Der Vater der Autorin ist an Demenz erkrankt und wir begleiten all die Gedanken seiner Tochter in den letzten Lebensjahren. Gleichzeitig ist Flug MH 370 verschwunden, die Angehörigen bekommen Raum, um einen Weg zu finden, mit dem Verschwinden zu leben.
„All right. Good night.“ von Helgard Haug ist kein lautes Buch. Es ist ein behutsames Protokoll des Entgleitens, das zwei völlig unterschiedliche Tragödien in einer gemeinsamen Schwingung einfängt: das mysteriöse Verschwinden des Fluges MH370 und die schleichende Demenz von Haugs Vater. Haug verbindet das Unfassbare des Weltgeschehens mit der Intimität des privaten Abschieds. Das Verschwinden wird hier in zwei Geschwindigkeiten erzählt: einmal als plötzlicher Riss in der Realität, als ein Flugzeug mit 239 Menschen einfach von den Radarschirmen getilgt wird, und einmal als das langsame Verschwinden eines Menschen, bei dem der Mensch zwar physisch bleibt, aber sein Wesen Stück für Stück im Nebel verschwindet. Was dieses Buch so eindringlich macht, ist der Blick auf die Zurückbleibenden. Haug beschreibt die Qual des Unabgeschlossenen. Wenn ein Mensch verschwindet, ohne eine Leiche oder eine klare Erklärung zu hinterlassen, verweigert das Schicksal den Angehörigen den Endpunkt der Trauer. Sie bleiben in einem Zwischenraum hängen – einem Schwebezustand aus Hoffnung, Wut und lähmender Ungewissheit. Ein stilles, kluges Buch über die Zerbrechlichkeit unserer Existenz und die schwere Aufgabe, jemanden gehen zu lassen, der noch gar nicht richtig weg ist – oder der nie offiziell angekommen ist.
Die Story ist versteckt zwischen verschiedenen Berichten über den Absturz des Flugzeugs
Es dauert eine ganze Zeit bis man herausgefunden hat, wann die Geschichte erzählt wird und wann nur von anderen Personen berichtet wird… Ich habe auch die Verbindung zwischen dem Flugzeugabsturz und die demenzerkrankung des Vaters nicht so richtig verstanden.





















