Das Ende der Illusion
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Atomwaffen und Umweltschutz
Dieses Buch ist kurz, aber es hinterlässt ein enormes Gewicht. Obwohl es Ende der 1990er Jahre geschrieben wurde, liest es sich heute erschreckend aktuell. Besonders deutlich wird das in der Verbindung zwischen nuklearer Bedrohung und anderen Formen globaler Zerstörung. Beides wird oft als etwas Abstraktes verhandelt, fern vom eigenen Leben. Genau hier setzt der Text an und fordert dazu auf, es persönlich zu nehmen. Die Vorstellung, dass die Bombe nicht irgendwo draußen existiert, sondern längst Teil unserer Körper geworden ist, verschiebt Verantwortung radikal. Sie liegt nicht nur bei Staaten oder Regierungen, sondern betrifft jede einzelne Existenz. Dieser Gedanke zieht sich durch das gesamte Buch und macht es so unbequem. Gleichzeitig trauert der Text um eine verlorene Welt, in der Alternativen denkbar waren. Um Träume, in denen Scheitern erlaubt war und Anerkennung nicht der einzige Maßstab für Wert. Als Pakistanerin, oder allgemein als Person mit einem südasiatischen Bezug, lese ich diesen Text mit einer anderen Identität. Er trifft mich nicht nur politisch, sondern körperlich und emotional. Es tut so weh, diesen Konflikt mitzuerleben, die Geschichte, die Nähe, die geteilten Erinnerungen. Es ist kaum fassbar, dass es am Ende Waffen sind, die unsere Identitäten so brutal spalten und uns zum Hass zwingen, obwohl so viel Gemeinsames existiert. Im weiteren Verlauf weitet sich der Blick auf globale Machtverhältnisse. Demokratie erscheint hier fest an den Nationalstaat gebunden, während Kapital längst grenzenlos operiert. Für viele Menschen zeigt sich diese Form von Empire nicht in Kriegen, sondern im Alltag. In Armut, in Entwurzelung, in staatlich verwalteter Ungleichheit. Normalität wird entlarvt als etwas Brutales, das nicht akzeptiert werden darf. Besonders stark ist der Ruf nach einer widerständigen Öffentlichkeit. Nicht als homogene Bewegung, sondern als gemeinsamer Nenner des Widerspruchs. Recht zu haben genügt nicht, es geht darum, etwas zu gewinnen, auch wenn es klein ist. Dieses Buch handelt von Verlust und Trauer, aber auch von der schmerzhaften Erinnerung daran, dass es einmal andere Möglichkeiten gab. Und vielleicht wieder geben kann.

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Atomwaffen und Umweltschutz
Dieses Buch ist kurz, aber es hinterlässt ein enormes Gewicht. Obwohl es Ende der 1990er Jahre geschrieben wurde, liest es sich heute erschreckend aktuell. Besonders deutlich wird das in der Verbindung zwischen nuklearer Bedrohung und anderen Formen globaler Zerstörung. Beides wird oft als etwas Abstraktes verhandelt, fern vom eigenen Leben. Genau hier setzt der Text an und fordert dazu auf, es persönlich zu nehmen. Die Vorstellung, dass die Bombe nicht irgendwo draußen existiert, sondern längst Teil unserer Körper geworden ist, verschiebt Verantwortung radikal. Sie liegt nicht nur bei Staaten oder Regierungen, sondern betrifft jede einzelne Existenz. Dieser Gedanke zieht sich durch das gesamte Buch und macht es so unbequem. Gleichzeitig trauert der Text um eine verlorene Welt, in der Alternativen denkbar waren. Um Träume, in denen Scheitern erlaubt war und Anerkennung nicht der einzige Maßstab für Wert. Als Pakistanerin, oder allgemein als Person mit einem südasiatischen Bezug, lese ich diesen Text mit einer anderen Identität. Er trifft mich nicht nur politisch, sondern körperlich und emotional. Es tut so weh, diesen Konflikt mitzuerleben, die Geschichte, die Nähe, die geteilten Erinnerungen. Es ist kaum fassbar, dass es am Ende Waffen sind, die unsere Identitäten so brutal spalten und uns zum Hass zwingen, obwohl so viel Gemeinsames existiert. Im weiteren Verlauf weitet sich der Blick auf globale Machtverhältnisse. Demokratie erscheint hier fest an den Nationalstaat gebunden, während Kapital längst grenzenlos operiert. Für viele Menschen zeigt sich diese Form von Empire nicht in Kriegen, sondern im Alltag. In Armut, in Entwurzelung, in staatlich verwalteter Ungleichheit. Normalität wird entlarvt als etwas Brutales, das nicht akzeptiert werden darf. Besonders stark ist der Ruf nach einer widerständigen Öffentlichkeit. Nicht als homogene Bewegung, sondern als gemeinsamer Nenner des Widerspruchs. Recht zu haben genügt nicht, es geht darum, etwas zu gewinnen, auch wenn es klein ist. Dieses Buch handelt von Verlust und Trauer, aber auch von der schmerzhaften Erinnerung daran, dass es einmal andere Möglichkeiten gab. Und vielleicht wieder geben kann.





