Das weite Herz des Landes

Das weite Herz des Landes

Softcover
4.450
ErlösungKlassikerVersöhnungOjibway

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Description

Als der sechzehnjährige Franklin Starlight herbeigerufen wird, um seinen Vater Eldon, den er kaum kennt, zu besuchen, trifft er auf einen vom Alkohol gezeichneten, dem Tode geweihten Mann. Die beiden machen sich auf den Weg durch das raue Herzland British Columbias und auf die Suche nach einer letzten Ruhestätte, wo Eldon nach Art der indianischen Krieger beerdigt werden will.

Auf der Reise erzählt der Vater dem Sohn seine Lebensgeschichte, die Momente der Verzweiflung genauso wie die Tage der Hoffnung und des Glücks - und so entdeckt Franklin eine Welt, die er nicht kannte, eine Geschichte, die ihm fremd war, und ein Erbe, das er hüten kann.

Mit einem Nachwort von Katja Sarkowsky, Professorin für Amerikanistik an der Universität Augsburg.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
N/A
Format
Softcover
Pages
288
Price
12.40 €

Author Description

Richard Wagamese, geboren 1955 im Nordwesten Ontarios, gehört zu den bedeutendsten Schriftstellern Kanadas und indigenen Stimmen der First Nations. Er veröffentlichte 15 Bücher, für die er vielfach ausgezeichnet wurde, u.a. mit dem Publikumspreis des Canada-Reads-Programms des staatlichen Rundfunks für den Roman "Der gefrorene Himmel", dessen von Clint Eastwood produzierte Verfilmung ebenfalls preisgekrönt wurde. Als Kind von seinen Eltern getrennt, aufgewachsen in Heimen und bei Pflegefamilien, die ihm eine Beziehung zu seinen indigenen Wurzeln verboten, wurde Wagamese erst im Alter von 23 Jahren wieder mit seiner Familie vereint. Er ließ sich in Kamloops, British Columbia, nieder, wo ihm später von der Thompson Rivers University die Ehrendoktorwürde verliehen wurde. Richard Wagamese verstarb im Jahr 2017.

Posts

16
All
4.5

Großer Geschichtenerzähler, aber es hat mich nicht zu 100% emotional berühren können. Muss vermutlich noch ein wenig sacken

4,5 Sterne „Einmal halb tot ist bestimmt besser als für immer halb lebendig.“ Dieses eine kurze Zitat aus dem Buch „Das weite Herz des Landes“ von Richard Wagamese zeigt sicherlich schon, dass man es hier mit keiner einfachen Geschichte zu tun hat. Mir hat dieses Buch eine liebe Lesefreundin (eigentlich mehr als eine) wärmstens empfohlen und deshalb auf meine „12 Books für 2025“-Liste gesetzt. Und auch ich konnte mich dem sehr ruhigen, aber auch sehr atmosphärischen Erzählstil des Autoren nicht entziehen und mochte dieses Buch sehr. Am Highlight ist es bei mir allerdings knapp vorbeigeschrammt. Was mir letztlich am Highlight gefehlt hat, kann ich gar nicht genau sagen. Es ist wohl eher ein Gefühl im Nachhinein, gerade im (eigentlich verbotenen) Vergleich mit anderen Büchern, die mich in diesem Jahr noch mehr begeistern konnten. Vielleicht muss ich mich aber auch erst an die Art und Weise, wie Richard Wagamese Geschichten erzählt, gewöhnen. Er wäre nicht der erste Autor, den ich mit jedem weiteren Werk, das ich von ihm lese, mehr ins Herz schließe. Sprachlich fand ich das Buch aber wirklich großartig erzählt. Die Bilder, die Atmosphäre waren sofort da bzw. zu spüren. Allerdings fehlt mir ein Hinweis, in welcher Zeit das Buch spielt, es gibt schon Autos, aber irgendwie wirken manche Bilder, manche Szenen wie aus der Zeit gefallen. Vielleicht ist aber auch gerade das die Kunst des Autoren. Die äußerst rauen und wortkargen Dialoge waren äußerst passend zu den Figuren, von denen ich vor allem „den Alten“ von Anfang an in Herz geschlossen habe. Die Erzählkunst von Richard Wagamese hat mich völlig in eine andere Kultur und Welt entführt und so war es für mich ein Buch, an dem ich mich mit entsprechender Muße und Ruhe richtig festlesen, reinsinken lassen konnte, auch wenn das Buch wirklich nicht immer einfach war. Und auch wenn es für mich knapp am Highlight vorbeigeschrappt ist, so möchte ich es dennoch als Leseempfehlung jedem ans Herz legen, der sich für solche Geschichten interessiert.

5

Mein 1. Buch von Richard Wagamese und ich fand es großartig. Eine ruhige Geschichte, mit wunderbaren Naturbeschreibungen und kantigen Charakteren. Der atmosphärische Schreibstil hatte mich von der 1. Seite an. Für mich ein Highlight und eine absolute Leseempfehlung.

4

Ein unverhofftes Lesevergnügen

Ganz zufällig bin ich über diesen Roman gestoßen und muss zu meiner Schande gestehen, dass ich vorher noch nie von diesem Autor gehört hatte - Gott sei Dank hat sich das jetzt geändert. Das Buch las sich mit einer ruhigen, unaufgeregten Stimme, die es aber umso deutlicher schaffte, einen Eindruck zu hinterlassen. Ganz überzeugend schilderte mir der Autor von einer aufwühlenden Vater-Sohn-Dynamik, von Schuld und Ohnmacht, von Tradition und gefühlter Verbundenheit und einer authentischen Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte und deren Auswirkungen auf nächste Generationen. Das Buch hat mich tief gerührt, zum Nachdenken angeregt und es geschafft, ein abgerundetes Ende zu bieten, das mich trotz auswegloser Gegebenheiten nicht ganz hoffnungslos hinterlassen hat. Eine absolute Leseempfehlung!

3.5

Ich kam etwas schwer in die Geschichte rein, auch wenn der Schreibstil sehr gut ist. Erst das letzte Drittel hat mich dann emotional so richtig bewegen können und das Ende war dann wirklich richtig gut. Aber ich hatte mir nach all den guten Rezensionen mehr erhofft.

3.5

Das Buch war gut aber ich hatte zu hohe Erwartungen und bin ein wenig enttäuscht. Eine bewegende Geschichte die viele Gefühle bei mir ausgelöst hat, hauptsächlich aber bis zuletzt Wut auf den Vater und Bewunderung für Sohn und den ' Alten' dafür wie sie mit Eldon umgehen konnten.

5

Auch dies eine grandiose Geschichte. Wunderbar beschriebene Natur, starke Charaktere und sehr viel Ehrlichkeit. Absolute Empfehlung. Dies Buch hinterlässt viel Eindruck 😀

5

Ruhig aber so sprachgewaltig, dass man es nicht mehr aus der Hand legen möchte.

Frank wächst bei seinem Ziehvater, dem "Alten", auf. Sie führen ein klassisches, abgeschiedenes Selbstversorger-Leben auf einer Farm fernab jeglicher Zivilisation und Industrialisierung. Sein leiblicher Vater Eldon hat seit der Geburt seines Sohnes nie geschafft, sich um ihn zu kümmern. Zwar hat er zeitweise versucht, eine Verbindung zu ihm aufzubauen, ihn aber aufgrund des Alkoholismus immer wieder enttäuscht. Trotzdem reitet Frank eines Tages zu seinem todkranken Vater in die Stadt, um ihm einen letzten Wunsch zu erfüllen. Eldon möchte, dass Frank ihn, nach Art seiner Vorfahren, auf einem fernen Bergkamm bestattet. Nach anfänglichem Zögern entschließt Frank, sich gemeinsam mit seinem Vater auf diese letzte Reise zu begeben - nicht zuletzt, weil so viele seiner Fragen noch unbeantwortet sind: Wer und wo ist seine Mutter? Was hat Eldon zu der Person gemacht, die er heute ist? Wer ist der Alte bzw. warum wächst er bei ihm auf? Und so begleiten wir Vater und Sohn, die nie Zugang zueinander gefunden haben, nicht nur auf eine abenteuerliche Reise zu diesem Bergkamm, sondern auch in Eldons Vergangenheit, sodass beide abschließen und Frieden finden können - jeder auf seine Weise. Richard Wagamese beschreibt in dieser Vater-Sohn-Geschichte die dunklen Seiten des Lebens und die Verarbeitung - oder auch Verdrängung - dieser. Es ist ein Roman über Liebe, Hass, Trauer und Verzeihen. Über Großmut und Reue. Eine schicksalhafte Geschichte, die der Autor so ruhig, aber auch eindringlich und bildhaft beschreibt, sodass alle Charaktere lebhaft und nahbar werden. Mit seiner Art, Geschichten zu erzählen, zieht uns Richard Wagamese förmlich in dieses Buch und lässt uns erst los, wenn alle Fragen beantwortet sind.

Ruhig aber so sprachgewaltig, dass man es nicht mehr aus der Hand legen möchte.
5

Ruhig und dennoch spannend erzählte Vater - Sohn - Geschichte von Halbindianern. Literatur vom Feinsten!

5

5 Sterne reichen für dieses Buch einfach nicht aus. Ich bin sprachlos. Wagamese hat mich mit diesem Buch eine Gefühlspalette durchleben lassen. Wahrlich - er ist der geborene Geschichtenerzähler (Nachwort). Wut, innere Ruhe, Trauer, Leid.. all das und viel mehr lässt diese Geschichte einen spüren. Wagamese schreibt so bildlich und lyrisch. Ich konnte mir alles perfekt vorstellen. Die Landschaft, das Geschehen. Es war ein Genuss. Ein Buch über das Sein und Verzeihen. Über den Lauf des Lebens, die Natur und das alles im Rahmen der indigenen Kultur. Ein Meisterwerk durch und durch.

4

Ein Junge, sein Vater, der Alte und die große Frage woher komme ich und wer bin ich? Frank lebt auf der Farm des Alten. Er kümmert sich um die Pferde und alles was eben so anfällt. Der Alte lehrt ihn alle lebenswichtigen Dinge und vor allem: Eins zu sein mit der Natur, sie zu verstehen und zu respektieren. Franks Vater Eldon lebt in der nächstgelegenen Stadt und eines Tages ruft er Frank zu sich um ihm seinen letzten Wunsch zu erfüllen. So beginnt die Reise von Frank und seinem alkoholkranken Vater durch die Weite des Landes um ihm die letzte Ehre zu erweisen, denn er möchte nach der Art seines Volkes beigesetzt werden. Wagamese ist ein meisterhafter Maler mit Worten, in seinen Zeilen wird die Kulisse lebendig. Die Landschaftsbeschreibungen sind einzigartig schön. Er schreibt ruhig und eindringlich. Ich mochte auch diesen Roman von ihm sehr nachdem „Der gefrorene Himmel“ mich schon begeistern konnte. Jeder der eine ruhige wunderschöne Kulisse in Kanada mit einer berührenden Geschichte sucht wird bei Wagamese fündig. Er beschäftigt sich mit den indigenen Stämmen, deren Kultur und Leben. (Das Exemplar war ein Geburtstagsgeschenk)

5

5-Sterne-Plus-Highlight: ein großartiges Meisterwerk, ich bin begeistert

4.5

Definitiv das Meisterwerke eines grandiosen Geschichtenerzählers (wie der Autor im Nachwort betitelt wird), das man gelesen haben sollte. Der Roman ist gewaltig, ohne wirklich laut zu sein. Gefühlvoll, grausam und zutiefst ehrlich. Die Worte, die Sprache und der Erzählstil sind perfekt gewählt, die wilde Landschaft grandios wiedergegeben. Ein Buch für stille Momente und fürs Herz ♥️. Für Leser, die: Der Gesang der Flußkrebse, Alligatoren oder Offene See genossen haben! Unbedingt weiterzuempfehlen

5

Vater und Sohn

Es ist nichts Angenehmes und Schönes daran, als im Leben gescheiteter Halbblut durch Alkoholismus bedingtes Leberversagen zu sterben, noch dazu wenn man das Bedürfnis verspürt, in Ehre eines Kriegers an einem speziellen Ort in der Natur im Sitzen bestattet zu werden. Seinem von ihm stets im Stich gelassenem Sohn fällt die Aufgabe zu, den Vater auf seiner letzten Reise zu begleiten und den Wunsch des Vaters umzusetzen. Diese Ausgangslage könnte sehr wohl in ein unangenehmes Leseerlebnis führen. Wagamese versteht es aber, trotz aller Widrigkeiten eine Atmosphäre der Ruhe und des Mitgefühls entstehen zu lassen, die das Lesen zu einem Vergnügen werden lässt, tief verbunden mit den Protagonisten zu bleiben, die alles andere als glückliche Lebensabschnitte erleben. Obwohl es schon zu Beginn klar sen muss, dass es wohl am Ende einen grossen Abschied geben wird, ist die Reise getragen von Verständnis, (Er-)Lösung und vielleicht sogar Vergebung. Mein erster Wagamese aber sicher nicht mein Letzter. Eine grosse Leseempfehlung von mir.

5

✒>>“Manchmal, wenn dir etwas genommen wird, fühlt es sich an, als wäre ein Loch in deiner Mitte, wo der Wind hindurchweht, das ist mal sicher“, sagte der Alte. „Und was machst du dann?“ „Also ich bin immer dahin gegangen, wo der Wind weht.“<< „Das Weite Herz des Landes“ von Richard Wagamese ist eine Geschichte, die mit seiner Einfachheit und doch fesselnden Tiefe besticht, wie ich finde. Richard Wagamese hat eine Art zu erzählen, die mich von Beginn an in seinen Bann gezogen und bis zum Ende nicht mehr losgelassen hat. In seinen Zeilen steckt unheimlich viel Kraft, gleichzeitig empfand ich insbesondere Frank und seinen Vater Eldon als sehr lebendig und habe mich mit beiden nicht nur auf die sozusagen letzte Reise begeben, sondern eben auch in die Vergangenheit. Diese offenbart noch einmal so vieles, was man vielleicht nicht ahnt und konnte mir die Wildnis Kanadas und unheimlich viele ganz wunderbare und eindringliche Bilder näher bringen.

5

Meine BUCHweltreise führte mich dieses Mal in die Weiten Kanadas, um eine Vater-Sohn-Geschichte der besonderen Art zu erleben. Der sechzehnjährige Frank kennt seinen Vater Eldon kaum und empfindet nur Verachtung für den alkoholkranken Mann. Aufgewachsen ist er bei „dem Alten“, der ihm versucht hat indigene Wurzeln zu geben, obwohl er selbst nicht indigener Herkunft ist. Und so hat Frank gelernt in der Natur zu sein, mit ihr zu leben, sie zu schützen und zu achten, während sein Vater ein völlig anderes Leben führte und ihm eigentlich fremd ist. Trotzdem will er ihm seinen letzten Wunsch erfüllen. Frank verspricht seinem sterbenden Vater, ihn zu einem im Herzen des Landes gelegenen Berg zu bringen, wo Eldon nach der Art der indianischen Krieger begraben werden will. Die beiden brechen zu Fuß und zu Pferd zu einer abenteuerlichen Reise in die Wildnis Kanadas auf – eine Reise, die Frank zu seinen Ursprüngen führt, weil Eldon allmählich immer mehr von seiner Vergangenheit preisgibt und Frank endlich auch etwas über seine Mutter erfährt. Und so bekommen beim Lesen auch die anfangs etwas blassen Charaktere immer mehr Substanz, so dass man manches Verhalten vielleicht nicht entschuldigen, aber in gewisser Weise doch nachvollziehen kann. Die leicht sperrige Geschichte mündet schließlich in einem runden Ende ohne dabei jemals flach zu wirken. Außerdem nimmt uns Richard Wagamese durch seine bildhaften Beschreibungen mit in die Wildnis der kanadischen Wälder und Berge und erzählt von dem Halt den der junge Frank in der Natur und in „dem Alten“ findet und die ihn so zu prägen vermögen, dass es ihm möglich ist diese schwierige Vater-Sohn-Geschichte gut durchzustehen. Diese Reise wird in einer wunderbaren Sprache geschildert, die die Landschaft erlebbar und das Lesen zu einem Genuss macht, auch wenn der Inhalt teilweise recht traurig ist. Ein empfehlenswerter Roman über Verlust und Trauer, Wurzeln und Entwurzelung, Einsicht und Mitgefühl und über die heilende Kraft der Natur und des Geschichtenerzählens. Der Autor Richard Wagamese, geboren 1955 im Nordwesten Ontarios, gehört zu den bedeutendsten Schriftstellern Kanadas und indigenen Stimmen der First Nations. Als Kind von seinen Eltern getrennt, aufgewachsen in Heimen und bei Pflegefamilien, die ihm eine Beziehung zu seinen indigenen Wurzeln verboten, wurde Wagamese erst im Alter von 23 Jahren wieder mit seiner Familie vereint. Er ließ sich in Kamloops, British Columbia, nieder, wo ihm später von der Thompson Rivers University die Ehrendoktorwürde verliehen wurde. Richard Wagamese verstarb im Jahr 2017. Von diesem Autor werde ich mehr lesen.

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