Der Flug des Raben
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Description
Als er nach seiner Entlassung ins Reservat seiner frühesten Kindheit zurückkehrt und beschließt, dort zu bleiben, bis er neue Pläne für seine Zukunft entwickelt hat, ändert sich sein Leben von Grund auf: Keeper, ein Freund seines Großvaters und der letzte Hüter der Weisheit der Ojibway, macht ihn mit den Traditionen und Riten seines Stammes vertraut. Garnet entdeckt nach und nach die Bedeutung des Ortes, seine Herkunft und sich selbst.
Book Information
Author Description
Richard Wagamese, geboren 1955 im Nordwesten Ontarios, gehört zu den bedeutendsten Schriftstellern Kanadas und indigenen Stimmen der First Nations. Er veröffentlichte 15 Bücher, für die er vielfach ausgezeichnet wurde, u.a. mit dem Publikumspreis des Canada-Reads-Programms des staatlichen Rundfunks für den Roman "Der gefrorene Himmel", dessen von Clint Eastwood produzierte Verfilmung ebenfalls preisgekrönt wurde. Als Kind von seinen Eltern getrennt, aufgewachsen in Heimen und bei Pflegefamilien, die ihm eine Beziehung zu seinen indigenen Wurzeln verboten, wurde Wagamese erst im Alter von 23 Jahren wieder mit seiner Familie vereint. Er ließ sich in Kamloops, British Columbia, nieder, wo ihm später von der Thompson Rivers University die Ehrendoktorwürde verliehen wurde. Richard Wagamese verstarb im Jahr 2017.
Posts
Ich bin wohl der falsche Leser, wenn ich mir die restlichen Rezensionen anschaue, die durchweg positiv sind. Warum konnte es mich nicht überzeugen? Kurz in Stichwörtern: - wenig Handlung - wenig Natur- und Charakterbeschreibungen - eindimensionale Charaktere ohne Ecken und Kanten - zu kitschig (ich sag nur viel Gelache, Umarmungen, Witze trotz 20 jähriger Trennung und Enteignung) - sehr unrealistisch (z.B. die Aufenthalte in Pflegefamilien, die Zeit im Gefängnis haben beim Protagonisten keine Spuren hinterlassen. Das steckt er einfach so weg. Kein Kulturschock: Das Leben in der Wildnis meistert er - trotz fehlender Erfahrung - mit Bravour) - und leider mir zu gewollt spirituell (zu viele aufgedrängte Aussagen, die nicht in irgendwelche Handlungen selbst eingewoben sind. Eine eigene Herleitung wird dem Leser verwehrt)
Minimal schwächer als „das weite Herz des Landes“ aber immer noch 4,5 Sterne! Dieses Buch beschreibt die Geschichte des „verlorenen Sohns“ Garnet Raven, der als Kind aus seinem Stamm gerissen wurde und somit auch seine indigenen Wurzeln abgeschnitten wurden. Er steckt inmitten einer Identitätskrise als sein Bruder ihn wiederfindet. Zurück im Stamm der Ojibwe im Reservat, seiner Heimat aus Kindertagen, muss Garnet neu lernen, was es heißt ein Indianer zu sein. Mit dem väterlichen Freund Keeper an seiner Seite entdeckt Garnet sich selbst und sein Erbe neu. Und mit ihm auch wir als Leser. Ich war gefesselt von der Weisheit, der Liebe zur Natur und den Traditionen der Menschen in diesem Reservat. Habe mich beim Lesen als Teil des Ganzen gefühlt und war richtig gefesselt von Wagamese‘s Art die Geschichte lebendig werden zu lassen. Immer gespickt mit einer guten Prise Humor und dem nötigen Ernst, beschreibt er wunderbar wie Garnet vom schillernden, neonfarbenen, krisengebeutelten Menschen zu seiner wahren Bestimmung findet. Absolute Lessempfehlung, wenn man sich auf die Geschichte einlassen mag. An manchen Stellen war sie mir fast zu harmonisch, daher ein halber Stern Abzug.
Der Debütroman des Autors, anscheinend sehr autobiographisch.
Die Entwicklung der Hauptfigur wird sehr gut nachvollziehbar geschildert. Einige wunderschöne Gedanken habe ich markiert. Trotz der tragischen Ausgangslage ein sehr positives Buch. Den halben Stern habe ich abgezogen, weil ich mir nicht vorstellen kann, dass Garnett gar keine Probleme hatte sich in die Gemeinschaft seine Familie und seines Stammes einzufügen. Ich vermute allerdings, dass im Erleben des Autors, der ja eine fast identische Lebensgeschichte hatte, das Positive sehr stark im Vordergrund stand. In den beiden anderen auf Deutsch erschienen Bücher des Autors "Der gefrorene Himmel" und "Das weite Herz des Landes" gibt es durchaus Brüche. Deshalb haben sie mir noch besser gefallen. Hätte ich diese beiden Bücher nicht vorher gelesen, hätte ich diesem Buch bestimmt auch 5 Sterne gegeben. Mein Lesezirkel war auf jeden Fall von diesem Buch begeistert.
>>Geschichten werden über uns erzählt, wenn wir nicht mehr da sind. Wenn die Menschen die Geschichten hören, haben sie in sich das gleiche Gefühl wie vorher, als wir noch bei ihnen waren. Schön. Sicher. Warm. Geliebt. So bleiben wir für immer lebendig.<>Die Trommel ist der Herzschlag. Der Herzschlag der Mutter. Herzschlag des Landes. Herzschlag unserer Kultur. Die macht des Weiblichen, allem Leben zu geben. ...<< Mit diesem Buch schenkt uns Richard Wagamese wie meine lieben Leilani so wundervoll in einem unserer Gespräche zum Buch gesagt hat, eine Adlerfeder - eines der vielleicht augenscheinlich kleinsten und doch um so größten Geschenke, das man erhalten kann.
“Ich konnte ihre Stimmen dort hören. … Stimmen aus einer Geschichte, die gelöscht worden war. Eine Vergangenheit, die nie in mir hatte leuchten können.” Garnet Raven ist Ende der 1970er Anfang 20. Er weiß, dass er indigener Abstammung ist, aber gleichzeitig weiß er nicht, was das für ihn bedeutet. Den als er grade einmal 3 Jahre alt war, wurde er seiner Familie gestohlen. Weggebracht, von der kanadischen Regierung, in Pflegefamilien, um ihm seine Kultur auszutreiben. Er kann sich nicht an seine Eltern und Geschwister erinnern, seine Vergangenheit, seine Geschichte, wurde gelöscht. Wie geht ein Mensch damit um? Mit dem Wissen, einer Familie, einer Kultur anzugehören, über die er nichts weiß außer den weitverbreiteten meist negativen Vorurteilen und kitschigen Stereotypen? Garnet versucht alles zu sein, nur nicht das was er ist. Bis einer seiner Brüder ihn ausfindig macht und ihn einlädt, nach Hause zu kommen, in das Reservat White Dog, wo im nördlichen Ontario seine Ojibwe Familie lebt. Der erste Roman des First Nations Autors Richard Wagameses erzählt die Heimkehr Garnet Ravens. Behutsam und entschleunigt führt er nicht nur den jungen Protagonisten, sondern auch die Leser:innen an das einfache Leben im Reservat, an die (Familien)Geschichte, an die Kultur, die Traditionen der Ojibwe und die Verbundenheit der indigenen Völker Kanadas zum Land heran. Garnet, dessen Leben vor dem Reservat geprägt war von Verlorenheit, lernt seine Familie und seine Vergangenheit kennen und findet dabei auch zu seiner eigenen Identität. Die Erzählung ist dabei gespickt mit erstaunlich viel Humor (vor allem im Vergleich zu Wagameses Roman “Der gefrorene Himmel”). Ein toller Roman, bei dem ich viel lernen durfte. [Einziger Wermutstropfen: Der 1994 veröffentlichte Roman wurde jetzt erstmals ins Deutsche übersetzt. Garnet verbringt in Toronto viel Zeit in der Schwarzen Community. Warum – ohne, dass es irgendeine inhaltliche Tragweite hat – in einer Übersetzung aus dem Jahr 2021 das N-Wort wörtlich übersetzt werden muss, erschließt sich mir nicht.] “Das Land ist ein Gefühl. … Verlierst du die Verbindung, verlierst du das Gefühl, zu etwas zu gehören, was größer ist als alles andere. Das ist sozusagen der Zugang zum großen Geheimnis. Den Geist, die Seele des Landes zu spüren, die auch die Seele der Menschen und deine eigene Seele ist.”
Nicht mein Favorit von Wagamese aber dennoch ein absoluter Lesegenuss und Meisterwerk. Man fühlt mit den Charakteren mit. Man lacht, man hofft, man träumt. Die kanadische Landschaft hat man genau vor Augen, und über die indianische Kultur und Leben lernt man auch wieder einiges. Zudem gibts noch (Lebens-)Weisheiten dazu, von der man vielleicht die ein oder andere selbst beherzigen sollte.
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Als er nach seiner Entlassung ins Reservat seiner frühesten Kindheit zurückkehrt und beschließt, dort zu bleiben, bis er neue Pläne für seine Zukunft entwickelt hat, ändert sich sein Leben von Grund auf: Keeper, ein Freund seines Großvaters und der letzte Hüter der Weisheit der Ojibway, macht ihn mit den Traditionen und Riten seines Stammes vertraut. Garnet entdeckt nach und nach die Bedeutung des Ortes, seine Herkunft und sich selbst.
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Richard Wagamese, geboren 1955 im Nordwesten Ontarios, gehört zu den bedeutendsten Schriftstellern Kanadas und indigenen Stimmen der First Nations. Er veröffentlichte 15 Bücher, für die er vielfach ausgezeichnet wurde, u.a. mit dem Publikumspreis des Canada-Reads-Programms des staatlichen Rundfunks für den Roman "Der gefrorene Himmel", dessen von Clint Eastwood produzierte Verfilmung ebenfalls preisgekrönt wurde. Als Kind von seinen Eltern getrennt, aufgewachsen in Heimen und bei Pflegefamilien, die ihm eine Beziehung zu seinen indigenen Wurzeln verboten, wurde Wagamese erst im Alter von 23 Jahren wieder mit seiner Familie vereint. Er ließ sich in Kamloops, British Columbia, nieder, wo ihm später von der Thompson Rivers University die Ehrendoktorwürde verliehen wurde. Richard Wagamese verstarb im Jahr 2017.
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Ich bin wohl der falsche Leser, wenn ich mir die restlichen Rezensionen anschaue, die durchweg positiv sind. Warum konnte es mich nicht überzeugen? Kurz in Stichwörtern: - wenig Handlung - wenig Natur- und Charakterbeschreibungen - eindimensionale Charaktere ohne Ecken und Kanten - zu kitschig (ich sag nur viel Gelache, Umarmungen, Witze trotz 20 jähriger Trennung und Enteignung) - sehr unrealistisch (z.B. die Aufenthalte in Pflegefamilien, die Zeit im Gefängnis haben beim Protagonisten keine Spuren hinterlassen. Das steckt er einfach so weg. Kein Kulturschock: Das Leben in der Wildnis meistert er - trotz fehlender Erfahrung - mit Bravour) - und leider mir zu gewollt spirituell (zu viele aufgedrängte Aussagen, die nicht in irgendwelche Handlungen selbst eingewoben sind. Eine eigene Herleitung wird dem Leser verwehrt)
Minimal schwächer als „das weite Herz des Landes“ aber immer noch 4,5 Sterne! Dieses Buch beschreibt die Geschichte des „verlorenen Sohns“ Garnet Raven, der als Kind aus seinem Stamm gerissen wurde und somit auch seine indigenen Wurzeln abgeschnitten wurden. Er steckt inmitten einer Identitätskrise als sein Bruder ihn wiederfindet. Zurück im Stamm der Ojibwe im Reservat, seiner Heimat aus Kindertagen, muss Garnet neu lernen, was es heißt ein Indianer zu sein. Mit dem väterlichen Freund Keeper an seiner Seite entdeckt Garnet sich selbst und sein Erbe neu. Und mit ihm auch wir als Leser. Ich war gefesselt von der Weisheit, der Liebe zur Natur und den Traditionen der Menschen in diesem Reservat. Habe mich beim Lesen als Teil des Ganzen gefühlt und war richtig gefesselt von Wagamese‘s Art die Geschichte lebendig werden zu lassen. Immer gespickt mit einer guten Prise Humor und dem nötigen Ernst, beschreibt er wunderbar wie Garnet vom schillernden, neonfarbenen, krisengebeutelten Menschen zu seiner wahren Bestimmung findet. Absolute Lessempfehlung, wenn man sich auf die Geschichte einlassen mag. An manchen Stellen war sie mir fast zu harmonisch, daher ein halber Stern Abzug.
Der Debütroman des Autors, anscheinend sehr autobiographisch.
Die Entwicklung der Hauptfigur wird sehr gut nachvollziehbar geschildert. Einige wunderschöne Gedanken habe ich markiert. Trotz der tragischen Ausgangslage ein sehr positives Buch. Den halben Stern habe ich abgezogen, weil ich mir nicht vorstellen kann, dass Garnett gar keine Probleme hatte sich in die Gemeinschaft seine Familie und seines Stammes einzufügen. Ich vermute allerdings, dass im Erleben des Autors, der ja eine fast identische Lebensgeschichte hatte, das Positive sehr stark im Vordergrund stand. In den beiden anderen auf Deutsch erschienen Bücher des Autors "Der gefrorene Himmel" und "Das weite Herz des Landes" gibt es durchaus Brüche. Deshalb haben sie mir noch besser gefallen. Hätte ich diese beiden Bücher nicht vorher gelesen, hätte ich diesem Buch bestimmt auch 5 Sterne gegeben. Mein Lesezirkel war auf jeden Fall von diesem Buch begeistert.
>>Geschichten werden über uns erzählt, wenn wir nicht mehr da sind. Wenn die Menschen die Geschichten hören, haben sie in sich das gleiche Gefühl wie vorher, als wir noch bei ihnen waren. Schön. Sicher. Warm. Geliebt. So bleiben wir für immer lebendig.<>Die Trommel ist der Herzschlag. Der Herzschlag der Mutter. Herzschlag des Landes. Herzschlag unserer Kultur. Die macht des Weiblichen, allem Leben zu geben. ...<< Mit diesem Buch schenkt uns Richard Wagamese wie meine lieben Leilani so wundervoll in einem unserer Gespräche zum Buch gesagt hat, eine Adlerfeder - eines der vielleicht augenscheinlich kleinsten und doch um so größten Geschenke, das man erhalten kann.
“Ich konnte ihre Stimmen dort hören. … Stimmen aus einer Geschichte, die gelöscht worden war. Eine Vergangenheit, die nie in mir hatte leuchten können.” Garnet Raven ist Ende der 1970er Anfang 20. Er weiß, dass er indigener Abstammung ist, aber gleichzeitig weiß er nicht, was das für ihn bedeutet. Den als er grade einmal 3 Jahre alt war, wurde er seiner Familie gestohlen. Weggebracht, von der kanadischen Regierung, in Pflegefamilien, um ihm seine Kultur auszutreiben. Er kann sich nicht an seine Eltern und Geschwister erinnern, seine Vergangenheit, seine Geschichte, wurde gelöscht. Wie geht ein Mensch damit um? Mit dem Wissen, einer Familie, einer Kultur anzugehören, über die er nichts weiß außer den weitverbreiteten meist negativen Vorurteilen und kitschigen Stereotypen? Garnet versucht alles zu sein, nur nicht das was er ist. Bis einer seiner Brüder ihn ausfindig macht und ihn einlädt, nach Hause zu kommen, in das Reservat White Dog, wo im nördlichen Ontario seine Ojibwe Familie lebt. Der erste Roman des First Nations Autors Richard Wagameses erzählt die Heimkehr Garnet Ravens. Behutsam und entschleunigt führt er nicht nur den jungen Protagonisten, sondern auch die Leser:innen an das einfache Leben im Reservat, an die (Familien)Geschichte, an die Kultur, die Traditionen der Ojibwe und die Verbundenheit der indigenen Völker Kanadas zum Land heran. Garnet, dessen Leben vor dem Reservat geprägt war von Verlorenheit, lernt seine Familie und seine Vergangenheit kennen und findet dabei auch zu seiner eigenen Identität. Die Erzählung ist dabei gespickt mit erstaunlich viel Humor (vor allem im Vergleich zu Wagameses Roman “Der gefrorene Himmel”). Ein toller Roman, bei dem ich viel lernen durfte. [Einziger Wermutstropfen: Der 1994 veröffentlichte Roman wurde jetzt erstmals ins Deutsche übersetzt. Garnet verbringt in Toronto viel Zeit in der Schwarzen Community. Warum – ohne, dass es irgendeine inhaltliche Tragweite hat – in einer Übersetzung aus dem Jahr 2021 das N-Wort wörtlich übersetzt werden muss, erschließt sich mir nicht.] “Das Land ist ein Gefühl. … Verlierst du die Verbindung, verlierst du das Gefühl, zu etwas zu gehören, was größer ist als alles andere. Das ist sozusagen der Zugang zum großen Geheimnis. Den Geist, die Seele des Landes zu spüren, die auch die Seele der Menschen und deine eigene Seele ist.”
Nicht mein Favorit von Wagamese aber dennoch ein absoluter Lesegenuss und Meisterwerk. Man fühlt mit den Charakteren mit. Man lacht, man hofft, man träumt. Die kanadische Landschaft hat man genau vor Augen, und über die indianische Kultur und Leben lernt man auch wieder einiges. Zudem gibts noch (Lebens-)Weisheiten dazu, von der man vielleicht die ein oder andere selbst beherzigen sollte.









