Das doppelte Gesicht
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Description
München, Stunde null – ein grausames Verbrechen und eine alte Schuld. München, August 1945. Der Krieg ist zu Ende, die Stadt versinkt im Chaos. Die Reporterin Billa Löwenfeld, eine aus dem Exil zurückgekehrte Jüdin, soll den Kriegsheimkehrer Viktor von Dietlitz interviewen – und findet ihn erschossen auf. Der junge und noch unerfahrene Ermittler Emil Graf soll den vermeintlichen Routinefall aufklären. Schon bald geschehen zwei weitere Morde nach demselben Muster. Und Emil findet heraus, dass ausgerechnet Billa die gesuchte Verbindung zwischen den drei Opfern sein könnte … Ein hervorragend recherchierter Kriminalroman im München der Nachkriegszeit über die Frage, was einen Menschen zum Täter macht
Book Information
Author Description
Heidi Rehn, geboren 1966, studierte Germanistik und Geschichte in München. Seit vielen Jahren schreibt sie hauptberuflich. In München bietet sie literarische Spaziergänge „Auf den Spuren von …“ zu den Themen ihrer Romane an, bei denen das fiktive Geschehen eindrucksvoll mit der Historie verbunden wird. Im Aufbau Taschenbuch sind von ihr der Roman „Die Tochter des Zauberers – Erika Mann und ihre Flucht ins Leben“ sowie „Das doppelte Gesicht“ und „Die letzte Schuld“, die ersten beiden Bände der Krimireihe um Emil Graf und Billa Löwenfeld, erschienen. Mehr zur Autorin unter www.heidi-rehn.de.
Posts
Vor einigen Jahren habe ich einen Roman von Heidi Rehn abgebrochen und danach auch keine weiteren Bücher von ihr gelesen. Und um ehrlich zu sein, hatte ich auch nicht vor das zu ändern. Allerdings mag ich Kriminalromane die in der unmittelbaren Nachkriegszeit spielen. Zu dem gefiel mir, das hier nicht nur ein Mann ermittelt. (Wie das bei vielen ähnlich gestrickten Romanen fast durchgehend der Fall ist.) Allerdings hat sich hier auch gezeigt, das ich einfach kein Fan der Autorin mehr werde. Ich fand die Handlung teilweise einfach zu oberflächlich. Vor allem die Kritik an den gesellschaftlichen Verdrängungsmechanismen der Verbrechen z.B. durch SS, Wehrmacht und KZ Aufseher:innen waren zwar vorhanden, aber bleiben immer so, das sie gleichzeitig jemand wie Emil Graf immer im besten Licht dastehen lassen. Seine Familiären Hintergründe sind zwar interessant, aber gleichzeitig hätte ich mir bei seiner Person mehr Ambivalenz gewünscht. Außerdem fand ich seine Entwicklung nicht glaubwürdig. Es hätte mich mehr überzeugt, wenn er an einigen Stellen noch keine echte Entscheidung getroffen hätte. Das wäre meiner Meinung nach auch realistischer gewesen. (Vor allem das Narrativ nicht alle waren Nazis, wurde hier ziemlich ausgereizt. ) Da war Billa Löwenfeld deutlich vielschichtiger, und sie gefiel mir auch allgemein besser. Tatsächlich hätte ich es vielleicht sogar interessanter gefunden, wenn sie alleine die Hauptermittlerin gewesen wäre. Generell hat es mich eben auch ein bisschen genervt, das die beiden so unbedingt als eventuelle Loveinterests für einander eingeführt werden. Ich fand das war völlig unnötig. Mich hat das tatsächlich sehr gestört, da Emil Billa dadurch fast nur als Objekt seiner romantischen Wünsche betrachtet. Ich fand es aber richtig gut, das Billa Emil den Spiegel vor hält und ihn nicht automatisch anhimmelt. Schade das sie dabei immer wieder zurückrudert. Gut war definitiv auch, das die DP Lager eine Rolle spielen. Die sogenannten Displaced Persons und die Lager in denen sie lebten (immerhin oft genug ehemalige KZs) sind in Romanen oft kein großes Thema und auch populär wissenschaftliche Dokumentationen gibt es dazu so gut wie keine. Der Mordfall selbst war gut konstruiert, richtige Spannung wurde aber keine aufgebaut. Es war eher interessant zu verfolgen, wie die Auflösung schließlich gefunden wurde. Für mich war diese dann auch glaubwürdig, vor allem was die Motivlage angeht. Gleichzeitig war es mir fast etwas zu kitschig. Mal sehen wie die Reihe sich noch entwickelt, auf Band 2 habe ich durchaus Lust.
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München, Stunde null – ein grausames Verbrechen und eine alte Schuld. München, August 1945. Der Krieg ist zu Ende, die Stadt versinkt im Chaos. Die Reporterin Billa Löwenfeld, eine aus dem Exil zurückgekehrte Jüdin, soll den Kriegsheimkehrer Viktor von Dietlitz interviewen – und findet ihn erschossen auf. Der junge und noch unerfahrene Ermittler Emil Graf soll den vermeintlichen Routinefall aufklären. Schon bald geschehen zwei weitere Morde nach demselben Muster. Und Emil findet heraus, dass ausgerechnet Billa die gesuchte Verbindung zwischen den drei Opfern sein könnte … Ein hervorragend recherchierter Kriminalroman im München der Nachkriegszeit über die Frage, was einen Menschen zum Täter macht
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Heidi Rehn, geboren 1966, studierte Germanistik und Geschichte in München. Seit vielen Jahren schreibt sie hauptberuflich. In München bietet sie literarische Spaziergänge „Auf den Spuren von …“ zu den Themen ihrer Romane an, bei denen das fiktive Geschehen eindrucksvoll mit der Historie verbunden wird. Im Aufbau Taschenbuch sind von ihr der Roman „Die Tochter des Zauberers – Erika Mann und ihre Flucht ins Leben“ sowie „Das doppelte Gesicht“ und „Die letzte Schuld“, die ersten beiden Bände der Krimireihe um Emil Graf und Billa Löwenfeld, erschienen. Mehr zur Autorin unter www.heidi-rehn.de.
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Vor einigen Jahren habe ich einen Roman von Heidi Rehn abgebrochen und danach auch keine weiteren Bücher von ihr gelesen. Und um ehrlich zu sein, hatte ich auch nicht vor das zu ändern. Allerdings mag ich Kriminalromane die in der unmittelbaren Nachkriegszeit spielen. Zu dem gefiel mir, das hier nicht nur ein Mann ermittelt. (Wie das bei vielen ähnlich gestrickten Romanen fast durchgehend der Fall ist.) Allerdings hat sich hier auch gezeigt, das ich einfach kein Fan der Autorin mehr werde. Ich fand die Handlung teilweise einfach zu oberflächlich. Vor allem die Kritik an den gesellschaftlichen Verdrängungsmechanismen der Verbrechen z.B. durch SS, Wehrmacht und KZ Aufseher:innen waren zwar vorhanden, aber bleiben immer so, das sie gleichzeitig jemand wie Emil Graf immer im besten Licht dastehen lassen. Seine Familiären Hintergründe sind zwar interessant, aber gleichzeitig hätte ich mir bei seiner Person mehr Ambivalenz gewünscht. Außerdem fand ich seine Entwicklung nicht glaubwürdig. Es hätte mich mehr überzeugt, wenn er an einigen Stellen noch keine echte Entscheidung getroffen hätte. Das wäre meiner Meinung nach auch realistischer gewesen. (Vor allem das Narrativ nicht alle waren Nazis, wurde hier ziemlich ausgereizt. ) Da war Billa Löwenfeld deutlich vielschichtiger, und sie gefiel mir auch allgemein besser. Tatsächlich hätte ich es vielleicht sogar interessanter gefunden, wenn sie alleine die Hauptermittlerin gewesen wäre. Generell hat es mich eben auch ein bisschen genervt, das die beiden so unbedingt als eventuelle Loveinterests für einander eingeführt werden. Ich fand das war völlig unnötig. Mich hat das tatsächlich sehr gestört, da Emil Billa dadurch fast nur als Objekt seiner romantischen Wünsche betrachtet. Ich fand es aber richtig gut, das Billa Emil den Spiegel vor hält und ihn nicht automatisch anhimmelt. Schade das sie dabei immer wieder zurückrudert. Gut war definitiv auch, das die DP Lager eine Rolle spielen. Die sogenannten Displaced Persons und die Lager in denen sie lebten (immerhin oft genug ehemalige KZs) sind in Romanen oft kein großes Thema und auch populär wissenschaftliche Dokumentationen gibt es dazu so gut wie keine. Der Mordfall selbst war gut konstruiert, richtige Spannung wurde aber keine aufgebaut. Es war eher interessant zu verfolgen, wie die Auflösung schließlich gefunden wurde. Für mich war diese dann auch glaubwürdig, vor allem was die Motivlage angeht. Gleichzeitig war es mir fast etwas zu kitschig. Mal sehen wie die Reihe sich noch entwickelt, auf Band 2 habe ich durchaus Lust.




