Bright Young Women
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Description
Ein Samstag im Jahr 1978 in Florida: Mitten in der Nacht dringt ein Mann in ein Studentinnenwohnheim ein. Er geht von Zimmer zu Zimmer und tötet mehrere Bewohnerinnen. Schon bald wird er als einer der bekanntesten Serienmörder der USA bekannt sein. Doch er wurde bei seiner Tat beobachtet.
Die Überlebenden, darunter Hauptzeugin Pamela Schumacher, wird diese Nacht für immer verändern. Sie sind alle zum Opfer geworden. Aber sie erzählen hier ihre Perspektiven, sie bleiben Herrinnen ihrer Geschichten. Und sie jagen den Täter auf eigene Faust - gegen Widerstände aus Justiz und Polizei; gegen die öffentliche Meinung, die den Serienmörder idolisiert.
Book Information
Author Description
Jessica Knoll ist New York Times-Bestsellerautorin. Ihr Buch ICH.BIN.SO.GLÜCKLICH. ist mittlerweile eine NETFLIX-Verfilmung mit Mila Kunis in der Hauptrolle. Sie war leitende Redakteurin bei COSMOPOLITAN und schrieb für das SELF MAGAZINE. Aufgewachsen in einem Vorort von Philadelphia, absolvierte sie die Shipley School in Bryn Mawr, Pennsylvania, und die Hobart and William Smith Colleges in Geneva, New York. Zusammen mit ihrem Mann und ihrer Bulldogge Beatrice lebt sie inzwischen in Los Angeles.
Posts
Dieser Roman erzählt die Geschichte der Opfer des Serienmörders Ted Bundy. Für mich war es oftmals verwirrend und auch langatmig. Der Schreibstil ist aber wirklich gut und setzt den Fokus auf die Frauen, die etwas Schreckliches erleben mussten, aber immer weiter kämpfen, um letztendlich einen Weg zu finden, das Schreckliche mit viel Mut und Kraft zu bekämpfen. Sie sind die Helden in diesem Buch.
Dieses Buch ist fesselnd, während es dich gleichzeitig wütend macht auf alle Beteiligten (mostly men)...
Wer viele Krimis oder Thriller liest, weiß der Fokus liegt meist auf den Tätern. Dieses Buch lässt das nicht gelten. Es geht um all die Frauen, die von Polizei, Justiz, Medien und Gesellschaft im Stich gelassen wurden während der Serial Killer Era in den 70ern. Er zeigt wie sehr Frauen, um Würde kämpfen müssen in einem System, dass sie nicht anerkennen will als das was sie sind: schlaue, fähige junge Frauen. Ein tolles Buch mit vielen wichtigen Themen in der Gesellschaft der 70er.
Zeigt die wichtigen Perspektiven der Opfer und Betroffenen eines Serienkillers. Stellenweise war ich so wütend.
Das Buch erzählt von den Opfern eines Serienkillers in einem Studentenwohnheim in den 70ern. Ich fand es sehr gut dass das leider sehr reale Vorbild nicht namentlich genannt wird, um ihm keine Aufmerksamkeit zu geben, die er nicht verdient. Das Buch richtet ganz klar den Blick auf die Opfer und erzählt auch von langfristigen Auswirkungen der Geschehnisse. Und vor allem wie lange die Überlebenden gezwungen sind sich mit dem Täter und damit auch mit dem Tod von ihnen lieben Menschen zu beschäftigen. Es wird zum eine die Perspektive der einzigen überlebenden Augenzeugin über die Jahre und Jahrzehnte erzählt. Die zweite Perspektive ist die von Ruth, einem der Opfer von einem der früheren Morde des Täters. Gerade im Verlauf des Buches hat die Perspektive von Ruth mir das Herz gebrochen. Man erfährt von ihrem Leben und von ihrer Suche nach sich selbst, nur um von einem Monster aus dem Leben gerissen zu werden. Es werden auch die unverdienten Sympathien gezeigt, die der Täter bekommt und wie unverständlich sich Menschen im Zusammenhang mit ihm verhalten. Dabei geht es nicht nur um Privatpersonen, sondern auch um Behörden und Menschen in öffentlichen Jobs, zum Beispiel Richter! Ein wirklich wichtiges und bewegendes Buch, was viele Sachverhalte in ein für mich richtiges Licht rückt und neue Perspektiven für Gewaltverbrechen schafft. Denn viel zu oft geht es zu sehr um die Täter und nicht um die Opfer und Überlebenden und die Konsequenzen ihrer Taten. Auch die Belastungen eines eigentlich eindeutigen Gerichtsverfahrens wird gut dargestellt. Mir hat es manchmal ein wenig an Tempo gefehlt, nichtsdestotrotz eine definitive Empfehlung!

Sehr empfehlenswert
Das war mein erstes Buch der Autorin und es hat mich absolut umgehauen, vor allem inhaltlich, ich konnte es gar nicht aus der Hand legen. Das Buch behandelt die Perspektive der Opfer und Überlebenden von Serienmörder Ted Bundy. Es ist fiktiv, aber eng angelehnt an die tatsächlichen Ereignisse. Ich wusste vorher gar nichts über ihn und seine Taten und das Buch nennt auch nicht seinen Namen, denn es geht um seine Opfer. Es gibt dabei mehrere Perspektiven und verschiedene Zeitstränge. Pamela (eine Überlebende und spätere Zeugin / Anwältin) berichtet über die Ereignisse im Studentinnenwohnheim der Florida State University. Und Ruth (das war besonders schlimm) erzählt in der Ich-Perspektive von ihrem Leben bis hin zu ihrer eigenen Ermordung 😭😭. Die Geschichte ist durchgehend spannend und natürlich extrem verstörend. Denn wie auch heute noch mit vielen Mördern etc., wurde auch damals der Täter von vielen Leuten als besonders schlau, charismatisch und attraktiv angehimmelt. Dagegen wehrt sich dieses Buch. 💛Zitat💛 „Er war nichts besonderes und das, was damals passierte, war kein Zufall.” Die Lektüre hat mich stark mitgenommen und ich bin so so froh, dass ich durch Zufall auf dieses Buch aufmerksam geworden bin. Große Empfehlung! 5/5⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Spannende Story mut gesellschaftskritischen Elementen
Ich mochte Pams Story sehr gerne. Das Sprachrepertoire der Autorin hebt die Geschichte auf eine ganz andere Ebene. Zwischen gesellschaftskritischen Themen der 1970er Jahre wie Dem Coming Out einer homosexuellen Beziehung und der Glaubwürdigkeit von starken, gebildeten Frauen im Gerichtssaal stehen mehrere Mordfälle im Vordergrund. Der Täter ist bekannt und sitzt bereits auf der Anklagebank, allerdings beschränken der Richter und die Geschworenen nicht auf die Fakten sondern auf äußere Erscheinungsbilder und starke Performance. Verpackt in ein spannendes Setting, mit einer Prise makaberem Humor, hat Jessica Knoll eine überragende Geschichte verfasst, die mitreißend und lehrend zugleich ist.
Sehr aufwühlend und heftig
Für mich persönlich wurde es an einigen Stellen wirklich etwas viel und ich musste es kurz weglegen und zwischendurch was anderes lesen. Teilweise waren die Zeitsprünge auch etwas verwirrend und es hat etwas gedauert, bis ich mich reingefunden habe. Die Idee und die Intention hinter dem Buch finde ich genial. Serienmörder de-romantisieren. Zeigen, dass Männer nicht auch noch dafür bewundert werden sollten, wie geschickt sie sich dabei anstellen, Frauen möglichst gewaltsam und clever umzubringen und unentdeckt zu bleiben. Dass ein serienmörder nicht „hot“ ist. Dass True Crime spannend, aber nicht romantisch ist. Dass Frauen leider oft nicht geglaubt wird. Dass ihnen noch viel weniger geglaubt wird, wenn sie Sex mit dem Täter hatten. Macht wütend!
This book was brilliant and so haunting. I cringed so hard every time we had to endure the male ignorance to violence against women alongside the protagonist. And I absolutely adored that I read that book before consuming any other adaptation of that story. There is a special place in hell for that man and to know that the victims had to endure him being portrayed as a prodigy who took a wrong turn in life while he was just a below average figure that could not bear the brilliance of young women, is hard to witness. I think this book really brought justice to the case and the author did a phenomenal job in showing us what those cases really are about: not the perpetrators, but the life opportunities they took from those who were killed. This is the only way "true crime stories" should be told.
»EIN HALS- BRECHERISCHER THRILLER, DER AUF DEN VERBRECHEN VON TED BUNDY BASIERT"
Die Geschichte basiert auf tatsächlichen Ereignissen, die in den 70er Jahren mehr als 30 Frauen das Leben kosteten.. Die Orte und Ereignisse sind real, die Charaktere nicht. Jessica Knoll erzählt die Geschichte und konzentriert sich dabei auf die Opfer, die Ermordeten und die Überlebenden. Die Medien nannten den Angeklagten den „All American Sex Killer“ und bezeichneten ihn häufig als „brillant und charismatisch“. Gut aussehende Schauspieler spielten seine Rolle in nachfolgenden Filmen. Dies ist unter anderem der Grund, warum sich die Autorin weigert, dem Mörder einen Namen zu geben. Er ist „der Angeklagte“, er wird bei ihr keinen Ruhm erlangen. Auf diese Weise setzt sich Jessica Knoll für Opfer auf der ganzen Welt ein. „Wir müssen uns immer daran erinnern, dass die wahre Geschichte die Frauen sind, die Opfer.“ Eine faszinierende, gut geschriebene Geschichte. Die Erzählung springt vor und zurück und folgt den wichtigsten Frauen sowie dem Weg des Mordes. Die Charaktere sind gut entwickelt und die Geschichte ist genau so, wie sie sein sollte, manchmal frustrierend, manchmal beängstigend.
Spannende Geschichte mit realem Hintergrund
Im Januar 1978 wird im Verbindungungshaus der State University of Florida, die Welt von Pamela Schumacher auf den Kopf gestellt. Ein Serienmörder dringt in die Zimmer einiger Mädchen ein und bringt mehrere von ihnen auf brutalste Weise um. Ihre beste Freundin Denise ist eine davon. Pamela hat den Mörder gesehen und könnte ihn identifizieren, doch eine vorschnelle Äußerung, die sie sofort zurücknimmt, führt dazu, dass man ihr nicht glauben möchte. Vier Jahre vorher verlor Tina ihre große Liebe durch ein ähnliches Ereignis. Nur wurde die Leiche von Ruth nie gefunden. Das Misstrauen gegenüber den Aussagen der Frauen ist in diesem Buch allgemein größer als in Bezug auf die deutlichen Belege dafür, wer der Mörder sein könnte. Pamela und Tina verbinden sich um den Mörder für seine Taten büßen zu lassen. Erzählt wird aber nicht die Jagd auf den „Angeklagten“, sondern die Geschichte der Opfer und das Versagen der Ermittler und der Justiz. Es ist also kein Thriller, sondern mehr ein Roman mit Spannungelementen. Tina und Pamela lassen sich nicht beirren und überwinden viele Hürden um ihren Freundinnen gerecht zu werden. Der reale Hintergrund dieses Plots macht den Roman sehr, besonders. Die Autorin hat bewusst, seinen Namen nicht genannt, aber es gab ihn, den “All America Sex Killer“, der am Mord von über 30 Frauen schuldig war und der von Presse und Medien glorifiziert wurde, der Heiratsanträge ins Gefängnis bekam und die Faszination für seine Person sehr genoss. Knolls Intention dieses Buch zu schreiben, war aber, den Opfern ein Denkmal zusetzen. Mit den Protagonist*innen Pamela und Tina ist ihr das gelungen denn sie kämpfen nicht nur für mehr Gerechtigkeit, sondern auch gegen patriarchale Strukturen und Sichtweisen, die offensichtliche Beweise vertuschen. ich musste häufig den Kopf schütteln. über die frauenverachtenden Sichtweisen, nicht nur von Männern. Das 70er Setting ist gut getroffen. Das Buch liest sich schnell und einfach. Es gibt mindestens zwei Erzählstimmen zu unterschiedlichen Zeiten. Ich konnte dem aber gut folgen und sie trennscharf lesen. Interessant geschrieben und eine Empfehlung für alle. die spannende Bücher mögen und die Verbrechen auf eine andere Ebene heben.
Sehr gut...
In diesem Buch geht es um einen der schlimmsten Serienmörder der USA und einen der bekanntesten. Da sein Name im Buch nicht erwähnt wird, werde ich es auch nicht tun. Kann die Meinung teilen das diesem Mann schon genug Aufmerksamkeit zuteil wurde und in dieser Geschichte die Opfer im Mittelpunkt stehen sollen. Vorrangig geht es um Pamela, Überlebende und Ruth, eins seiner Opfer. Die Geschichten sind angelehnt an die damaligen Verbrechen, beinhalten Fakten und "fiktive" Ereignisse die sich so oder so ähnlich zugetragen haben könnten. Ich fand das Buch sehr gelungen, erschütternd und beeindruckend. Klare Leseempfehlung 👍🏻

Endlich mal ein anderer Blick auf einen Serienmörder - die Opfer im Mittelpunkt
Amerika in den 80igern - die Zeit der tausend Serienmörder und auf den Spuren eines dieser sind wir in diesem Buch - aber hier ist schon der erste absolut prägnanteste Unterschied - sein Leben, seine Vergangenheit. „ER“ ist unwichtig in dieser Geschichte - wir erleben die Geschichten von Ruth, eines seiner ersten Opfer und Pamela, eines seiner letzten Überlebenden, die aber ebenso eine Freundin durch den „Angeklagten“ verloren hat. Das Buch ist ein absolutes Highlight, da hier endlich das geschafft wird, was eigentlich immer am wichtigsten ist - die Opfer und deren Geschichten zu sehen. Lesenswert
| Der Mann öffnete die Tür und verschwand. Bei unserer nächsten Begegnung würde er Anzug und Krawatte tragen, sowohl Groupies als auch die New York Times auf seiner Seite haben, und auf die Frage nach meinem derzeitigen Wohnsitz wäre ich gesetzlich verpflichtet, ihm meine Privatadresse zu nennen. Einem Mann, der fünfunddreißig Frauen ermordet hatte und zweimal aus dem Gefängnis ausgebrochen war. |
Aus Respekt vor den Opfern und Angehörigen dieser sowie der Überlebenden werde auch ich nicht den Namen des Serienmörders nennen. Denn hier geht es nicht um ihn. Es geht um die Frauen, die bright young women, die ihm zum Opfer gefallen bzw. ihn überlebt haben. Mit "Bright Young Women" hat Jennifer Knoll es geschafft, denjenigen eine Stimme zu verleihen, die es wirklich verdienen, gehört zu werden. Wir sind so damit beschäftigt, Serienmörder zu analysieren, ihre Verhaltensweisen zu studieren und zu verstehen, warum sie so sind wie sie sind, dass wir dabei die Opfer und Hinterbliebenen ganz vergessen. "Bright Young Women" ist eine Mischung aus Fakten und Fiktion. Es regt zum Nachdenken an, ist daneben aber auch sehr spannend geschrieben. Die Geschichte wird aus zwei Perspektiven auf unterschiedlichen Zeitebenen erzählt. Ich finde, jeder sollte dieses Buch gelesen haben.
Zwischen 1974 und 1978 tötete Ted Bundy in den US Bundesstaaten Washington, Utah, Colorado, Oregon, Idaho und Florida mindestens 30 Frauen. Das Buch erzählt das Geschehene nicht aus seiner Sicht, sondern aus Sicht von Pamela Schumacher und Ruth Wachowsky. Pamela ist Präsidentin einer Studentenverbindung in Tallahassee. Im Januar 1978 bringt Ted Bundy dort zwei Frauen um und verstümmelt zwei weitere schwer. Ruth verschwindet im Juli 1974 spurlos am Lake Sammamish. Bindeglied der beiden Perspektiven ist Tina, die damalige Freundin von Ruth, welche nunmehr nach Florida reist, um Pamela zu treffen. Denn: Tina ist sich sicher, wer die Morde in Florida begangen hat. Der Titel Bright Young Women basiert auf einem Zitat des Richters, der den Jurastudenten Ted Bundy verurteile: You're a bright young man. You'd have made a good lawyer and I would have loved to have you practice in front of me, but you went another way. Das Buch fokussiert sich ganz auf die Frauen, Ted Bundy wird stets als The Defendant betitelt. Auch die Namen der Opfer wurden geändert. Ich hatte (als True Crime ‚Fan’) sehr hohe Erwartungen an das Buch, welche sich größtenteils erfüllt haben. Stellenweise fand ich es jedoch etwas langatmig. Insgesamt werden die Charaktere aber gut und beschrieben und die Geschichte ist gut und spannend aufgebaut.

Interessantes Buch
Meine Vorstellung von dem Buch war, dass in dieser weiblichen Studentenverbindung Frauen umgebracht wurden und wir den Täter ermitteln. Das war auch der augenscheinliche Hauptplot, aber eigentlich ging es viel mehr um die gesellschaftlichen Missstände, vor allem bei Frauen, die vor nur ca. 40 Jahren noch selbstverständlich waren. Das wird auch eher unterschwellig und nicht aufdringlich vermittelt, was durch die Zeitsprünge in Vergangenheit und Gegenwart so gut noch unterstrichen wird. Ich fands ein unerwartet wichtiges Buch!
Trotz geringer Erwartungshaltung anders als erwartet
Ich habe mit einem 100-prozentigen True-Crime-Buch gerechnet, das sich voll und ganz auf die Erfahrungen der Opfer und Angehörigen konzentriert. Es wurde stets damit geworben, sich sogar damit gebrüstet, dass der Name des Täters nirgendwo genannt wird, weil er schon genug Aufmerksamkeit hatte und der Fokus nicht auf ihm liegen sollte. Fand ich gut, die meisten True-Crime-Dokus schieben die Opfer stets in den Hintergrund und befassen sich hauptsächlich mit den Tätern. Darum war ich sehr verwundert, dass im inneren Klappentext doch der Name zu finden war, mit dem Zusatz „der berüchtigte Serienmörder“. Na ja. Der Fokus der Geschichte lag zwar auf den Opfern, allerdings war dies eine Mischung aus Realität und Fiktion. Es gab ein fiktives Opfer, aus dessen Ich-Perspektive geschrieben wurde. Fand ich sehr schwierig, für mich war das den wahren Opfern und Angehörigen gegenüber moralisch eher verwerflich. Generell fiel es mir schwer, zu unterscheiden, was nun wahr ist und was fiktiv – es sollte ja darum gehen, diesen Fall aus einer neuen Perspektive zu schreiben und das ist für mich dadurch gescheitert. Meiner Meinung nach, hätte es entweder rein fiktiv gehalten werden müssen, oder eben zu 100 % real. Von den wahren Opfern war kaum die Rede, die wurden nur mal nebenbei erwähnt. Wenn der Fokus auf ihnen liegen sollte, hätte wenigstens hinten eine Liste mit all ihren Namen stehen können, damit sie nicht in Vergessenheit geraten. Außerdem waren mir zu viele irrelevante Bemerkungen und Handlungsstränge eingebaut, wofür ich ein perfektes Beispiel gefunden habe, das beides beinhaltet: »Ich sah zu Tina. Ihre nachwachsenden Haare hatten eine rätselhafte Struktur – nicht glatt wie alle anderen, aber auch nicht wirklich lockig. Sie waren gekreppt, wie ich während des Trends im nächsten Jahrzehnt feststellen würde. Tina würde für den Rest ihres Lebens zwei widerspenstige Strähnen links und rechts am Kopf tragen, wie ein Stinktier unter Strom.« 1. Es wurden zu oft oberflächliche Bemerkungen über Aussehen oder Kleidung in den Vordergrund geschoben, die der Geschichte nicht sachdienlich waren. So war es auch mit einigen Handlungssträngen, die irrelevant für die Geschichte waren. 2. Die Kapitel wurden aus Sicht zweier Personen geschrieben. Bei einer der beiden gab es außerdem Kapitel, die in der Zeit des Angriffs spielten, und die anderen in der Gegenwart. Trotzdem wurden in den Kapitel aus der Vergangenheit oftmals Dinge genannt, die dann in der Zukunft erst herausgefunden wurden, siehe das Beispiel. Da es extra Kapitel zu der Gegenwart gibt, hätte das ruhig strikt getrennt bleiben können, da es so schon öfter etwas verwirrend war. Im Großen und Ganzen fand ich es aber gut und man kann das Buch auf jeden Fall lesen, da dennoch wichtige und interessante Dinge darin vorkamen. Besonders wenn es um die Polizeiarbeit geht, die in dem Fall (nicht) stattfand.
Stärke der Frauen
Unfassbar! Ein unvergleichliches Buch, dass schafft, was sich schon andere Bücher vornahmen, aber doch scheiterten: den Täter dorthin zu rücken, wo er hingehört: in den Schatten, den Hintergrund. Übrig bleibt eine mutige, packende und emotionale Geschichte über die Frauen, deren Leben durch die grausame Tat eines Serienmöders für immer verändert wurde, die aber nie aufhörten, für die Wahrheit und ihr Recht zu kämpfen.
Wer von Innenansichten, Kampfgeist und tief verwurzelten gesellschaftlichen Themen fasziniert ist, sollte zu diesem Buch greifen.
Während die Welt sich daran erinnert, wer der Täter war, macht Knoll etwas Ungewöhnliches: Sie blendet ihn aus. Kein Name. Keine Bühne. Stattdessen rücken Ruth und Pamela, die den Horror dieser Nacht überlebt haben, in den Mittelpunkt – und das mit voller Wucht. Die Innenwelt der Überlebenden wird so feinfühlig dargestellt, dass man gar nicht anders kann, als mitzufühlen. Kritiken, die der Geschichte mangelnde Spannung vorwerfen, kann ich nicht nachvollziehen – für mich lag die wahre Spannung in der Auseinandersetzung mit Traumata, der Selbstermächtigung und dem Kampf gegen die Idolatrie, die um diesen Täter gesponnen wurde. Dass der „Young Bright Man“ – so betitelt während eines seiner Prozesse – auf keine Bühne gehoben wird, zeigt Knolls konsequenten feministischen Ansatz. Hier sprechen die Frauen, die lange zum Schweigen gezwungen wurden. Alle Charaktere in Knolls Roman sind fiktiv, doch die Handlung lehnt sich an wahre Begebenheiten an, die vielen durch True Crime Podcasts bekannt sein dürften. Und ja, der subtile Hinweis auf Zac Efron gibt genug Raum, die Parallelen selbst zu ziehen – großartig gemacht.
Ein wirklich eindringlicher Roman über einen Angriff in den 70er Jahren auf Studentinnen in einem Wohnheim. Erzählt wird über mehrere Zeitebenen und aus verschiedene Perspektiven. Es werden Vorverurteilungen der Opfer, Ermittlungsfehler und die Courage der Opfer thematisiert. Sehr gut umgesetzt. Dieses Buch ist aber wahrscheinlich besser als Buch, als als Hörbuch geeignet. Die Zeiten und Personen wechseln und ich hätte es wahrscheinlich noch besser gefunden, wenn ich es gelesen hätte und zurückblättern hätte können.
"Ich habe es so satt, zu sehen, wie sie mit ihren gebügelten Hemden und Cowboystiefeln in bequemen Ledersesseln sitzen und in unfassbar erfolgreichen, von Kritikern gefeierten Dokumentationen über die Intelligenz, den Charme und die Raffinesse eines gewöhnlichen Frauenhassers reden. Diese Geschichte ist eine andere. Die Wahrheit ist eine andere." (Seite 107) Wie es auch Jessica Knoll getan hat, werde ich in meiner Rezension nicht den Namen des amerikanischen Serienmörders nennen, um den es hier geht. Zum einen, weil Namen Macht haben und man automatisch das Bild von diesem vermeintlich klugen jungen Mann vor Augen hat und die Opfer dementsprechend den Hintergrund rücken, und zum anderen, weil es offensichtlich ist, wer der Täter ist. Aber nicht er steht hier im Mittelpunkt, sondern die "Bright Young Women" - die Frauen, die ihr Leben in diesem fiktiven Bericht verloren haben, und diejenigen, die dafür kämpften, ihn vor Gericht zu bringen. Die Autorin gibt uns hier zwei Erzählerinnen: Pamela Schumacher, die Präsidentin des Studentenwohnheims der FSU, und Ruth Wachowsky, ein vermisstes Opfer aus Seattle, die am Lake Sammamish im Sommer 1974 spurlos verschwand. Die Geschichten von Pamela und Ruth werden abwechselnd erzählt, wobei das Bindeglied zwischen den beiden Tina Cannon ist, Ruths enge Freundin. Als Tina von den brutalen Ereignissen in Florida erfährt, reist sie dorthin und arbeitet mit Pamela zusammen, um den Täter zu fassen, denn sie weiß, dass er sowohl für Ruths Verschwinden als auch für die Tragödie in Florida verantwortlich ist. ➸ "Bright Young Women" ist ein intensiver literarischer Kriminalroman, der eine intelligente Erzählweise mit einem treibenden Lesefluss verbindet. Darin macht Knoll dem Angeklagten einen Strich durch die Rechnung, indem sie seine zahlreichen Unzulänglichkeiten, einschließlich seiner Idiotie, ans Licht bringt und uns zeigt, dass er nicht der "intelligente junge Mann" war, als den ihn ein Richter vor seiner Hinrichtung einst lobte. Dass die positive Aufmerksamkeit der Presse fehlgeleitet und in Wirklichkeit ein Weg für die Polizei war, Fehler zu vertuschen, die es dem Angeklagten ermöglichten, zwei Mal aus dem Gefängnis zu fliehen, um weiter zu töten. Gerade Serienmörder und ihre brutalen Verbrechen erhalten in der Öffentlichkeit sehr viel Aufmerksamkeit. Wir neigen dazu, mich nicht ausgenommen, uns für die Täter zu interessieren. An die Namen der Opfer, ihr Leben und ihre Zukunftspläne hingegen, erinnern sich oft nur Familie und Freunde - in Zeitungen und Medien sind sie oft nur Nummern. Studiert und interviewt wird der Mörder, und versteht mich nicht falsch, denn das ist definitiv wichtig, aber was ist mit den Leittragenden und Hinterbliebenen? In all diesen Filmen und Büchern geht es nicht um sie und um das, was sie in ihrer letzten Lebensstunden durchgemacht haben oder was aus ihnen hätte werden können. Die Geschichte dreht sich überwiegend um die andere Seite. Wie fühlt es sich, wie speziell in diesem Fall, für Frauen an, in der Dunkelheit von fremden Männern angesprochen werden? Niemandem zu trauen, nicht einmal einem sympathisch wirkenden Mann mit vermeintlich besten Absichten? Schneller zu gehen, wenn dich jemand auf der Straße "umwerfend" nennt und dir hinterherpfeift? Ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, dass mich dieses Buch nicht wütend gemacht hat. Die Unfähigkeit so vieler, an diesem Fall beteiligter Personen, war gelinde gesagt unfassbar. Kluge junge Frauen werden als hysterische und unzuverlässige Personen dargestellt und warum? Weil sie Frauen waren, schlicht und einfach, auch heute noch. Und ja, wir haben einen langen Weg hinter uns, aber auch noch viel vor uns. Fazit: "Bright Young Women" erinnert zwar ein an grausames True-Crime Verbrechen, erzählt die Geschichte aber respektvoll, voller Mitgefühl und frei von Sensationsgier mit einem beständigen Spannungsbogen. Von mir gibt’s eine Leseempfehlung!
Magnificent but humbling
This was magnificent. One of my most favorite reads this year, at the same time turning my insides out at parts. Coincidentally reading this after „Penance“ was actually super interesting. I really liked the writing style of this work, the chapters worked great, it managed to keep the tension rather high but not to an uncomfortable level. Don’t have a single thing to nitpick about rn so it is a 5 star read
Ganz nett
Mir hat es ganz gut gefallen. Im Fokus des Buches steht der Angriff auf die Florida State University. Hier stehen nicht die Taten von Ted Bundy im Mittelpunkt, sondern die systematischen Fehler der Justiz und die mediale Verklärung des Täters. Die Autorin zeigt, wie die Inkompetenz der Polizei und die Sensationslust der Presse dazu beitrugen, dass Täter wie Bundy länger unbehelligt blieben während den tatsächlichen Opfern kaum Aufmerksamkeit geschenkt wurde.

Tiefgründig und berührend. Kein Buch zum inhalieren sondern eins, wo man auch die richtige Zeit dafür braucht.
Ein großartiges Buch das ich während dem ganzen Lesen so angespannt verfolgt habe. Mich hat es komplett gepackt und auch fasziniert. Ein Roman dass an den realen Ereignissen von Ted Bundy inspirieren ist. Tiefgründig und mitreißend, auch wenn es stellen gab, die mich wütend gemacht hat, konnte ich es nicht lange zur Seite legen. Die Geschichte beginnt im Jahr 1979 und stellt zugleich die damalige Gesellschaft gut und authentisch dar. Wir springen hier immer wieder in der Zeit, vor allem begleiten wir Pamela, die Vorsitzende des Verbindungshauses und die einzige Augenzeugin die den Täter gesehen hat. Hier steht vor allem die Frauen im Vordergrund, was so eine Tat mit denjenigen anfängt und wie versucht wird damit zu leben. Sehr lesenswert!
Ich muss zugeben, dass ich mich mit der Lektüre Anfangs eher schwergetan habe und mich erstmal zurechtfinden musste. Die Geschichte wird aus unterschiedlichen Perspektiven und Zeitebenen erzählt, was sich störend auf den Lesefluss und die Wahrnehmung der Charaktere auswirken kann. Irgendwann hat die Geschichte aber eine solch starke Sogwirkung aufgebaut, dass ich unbedingt wissen wollte wie es weitergeht. Zumal man selten eine derart gekonnte Kombination aus Fakten, Fiktion, "True Crime" und verschiedenen Themen wie Feminismus, Misogynie, Selbstfindung, Verlust, Traumata und gesellschaftlichen Themen unter Zuhilfenahme von Psychologie und Rechtswissenschaften zu lesen bekommt. Der nüchterne Ton, der dabei teilweise angeschlagen wurde, hat noch mal eine ganz eigene Wucht.. - Kraftvoll, klug, gehaltvoll, intensiv, wichtig und sehr sehr lesenswert!
Bright Young Woman ist ein Buch, das bewusst die Frauen in den Mittelpunkt stellt – nicht die Männer, denen sie zum Opfer fielen. Es erzählt die Geschichten dieser Frauen und der Menschen, die mit Schmerz, Trauer und offenen Fragen zurückbleiben. Dabei wird eindrücklich gezeigt, wie schwer es für Frauen ist, in einer von Vorurteilen geprägten Gesellschaft Gehör zu finden – und wie sehr sie sich verbiegen müssen, um nicht als „hysterisch“, "schwach" oder auch "unglaubwürdig" abgestempelt zu werden. Das Buch beleuchtet auch kritisch, wie stark Täter in den 1970er- und 80er-Jahren von Medien und Öffentlichkeit glorifiziert wurden. Etwas, dass sich leider auch noch heute beobachten lässt. Obwohl der Ausgang der Geschichte von Beginn an klar ist, fiebert man mit jeder Seite mit. Man spürt die Wut, das Mitgefühl und die Hilflosigkeit – bis hin zum unausweichlichen Ende. Die Protagonistinnen sind mir dabei sehr ans Herz gewachsen. Obwohl ich Zeitsprünge in Romanen sonst eher nicht so gerne mag, waren sie hier stimmig, spannend und fesselnd – ich wollte nichts überspringen. Ein absolut lesenswertes Buch, das ich jederzeit weiterempfehlen würde.

Ein spannender Roman, der auf den Morden von Ted Bundy basiert und die Perspektive der weiblichen Opfer in den Fokus nimmt, indem ihnen eine Stimme gegeben wird. Der Roman zeigt auf drastische Weise, wie Frauen seit unzähligen Jahren diskriminiert, misshandelt und missbraucht werden… Einige Stellen waren so krass geschrieben, dass ich sie zweimal lesen musste, um sicher zu gehen, dass ich mich nicht verlesen habe.
Bright Young Women von Jessica Knoll ist ein emotionales Meisterwerk, das den Leser auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle mitnimmt.
Die Geschichte ist ergreifend, erschütternd und tiefgründig, und sie hinterlässt einen bleibenden Eindruck. Jessica Knoll versteht es meisterhaft, komplexe Themen mit einer erzählerischen Intensität zu verbinden, die fesselt und nachdenklich stimmt. Immer wieder fand ich mich wütend, betroffen und zugleich bewundernd, wie klar und schonungslos die Autorin gesellschaftliche Missstände und persönliche Schicksale darstellt. Das Buch regt nicht nur zum Nachdenken an. Trotz der schweren Themen, die behandelt werden, ist es ein Buch, das man kaum aus der Hand legen kann. Eine klare Leseempfehlung für alle, die nach einer intensiven und berührenden Lektüre suchen. Jessica Knoll hat mit Bright Young Women ein Werk geschaffen, das im Herzen bleibt.

Sternebewertung fiktiv
Jessica Knolls Bright Young Women ist ein eindringlicher Thriller, der die Opfer ins Zentrum stellt. Pamela Schumacher, Vorsitzende eines Studentenwohnheims, wird zur Zeugin eines schrecklichen nächtlichen Angriffs. Ihre beste Freundin Denise und andere Mädchen fallen einem brutalen Täter zum Opfer; Denise stirbt dabei. Die Autorin beschreibt die Ereignisse mit einer beeindruckenden Detailgenauigkeit, die den Schrecken greifbar macht, ohne sensationsgeil zu wirken. Besonders bemerkenswert ist, dass Ted Bundy, dessen Taten als Inspiration dienten, weder namentlich genannt wird. Durch Zeitsprünge verwebt Knoll die Gegenwart mit der Vergangenheit. Pamela begegnet Tina, die in den 1970er-Jahren ein Mädchen namens Ruth kannte, das ebenfalls Opfer des Täters wurde. Die Verbindung der Frauen zeigt ihre Stärke und ihren Willen, trotz der erlebten Gewalt Gerechtigkeit zu suchen und das Geschehene zu bewältigen. Die starke Charakterisierung der Hauptfiguren und die detaillierte Erzählung machen den Roman zu weit mehr als einen klassischen Thriller. „Bright Young Women“ erzählt von Verlust, Überleben und Solidarität und schafft es, Spannung mit emotionaler Tiefe zu verbinden. Es ist ein Buch, das Gänsehaut erzeugt und noch lange nach dem Lesen beschäftigt. Großartig übersetzt und hat mich kaum losgelassen.
2024_#109 ♀️
Das Buch erzählt die Geschichte des Serienmörders Ted Bundy, ohne jedoch auch nur ein einziges Mal dessen Namen zu nennen oder ihm überhaupt einen Namen zu geben. Die Geschichte wird ausschließlich aus der Sicht von zwei oder eigentlich eher drei Frauen erzählt, die auf unterschiedliche Arten in seine Verbrechen involviert sind. Sie kämpfen um Gerechtigkeit und vor allem darum, ernst genommen zu werden. Trotz des Themas war das Buch kein Thriller. Die Art, wie die Geschichte erzählt wurde, war absolut berührend und mitreißend und hat mir sehr gut gefallen. Ich habe total mit den Frauen mitgefühlt. Auf jeden Fall eine Empfehlung!

Mutige Frauen
Ein Mythos über einen Serienmörder. Pamela bleibt an einem Samstagabend 1979 im Verbindungshaus. Die anderen Mädels gehen aus. Ein Mann bricht ein, in ihr Verbindungshaus auf der Florida State University und tötet mehrere junge Frauen, u.a. Pamela’s beste Freundin Denise. Es geht ein Kampf um die Wahrheit los, ein Kampf um Gerechtigkeit von Frauen, ein Kampf gegen das Justizsystem. „Niemand sagt dir, wie schmerzhaft Angst sein kann, wie ein Bienenstich, der das gesamte Nervensystem lahmlegt.“ In diesem Buch wird die Geschichte des berüchtigten Serienmörders Ted Bundy neu geschrieben. Aber diesmal geht es um mutige Frauen. Es geht um Pamela, die um ihre beste Freundin kämpft. Es geht um Tina, deren Partnerin dem gleichen Mann erlag und nie gefunden wurde. Frauen, die für die Wahrheit einstehen, und ein Recht auf Leben wollen. Tolles Buch trotz schlimmer Ereignisse. Schicksal, dass ich es am Weltfrauentag fertig gelesen habe? Egal - auf uns, Frauen 💫🧡 „Niemand möchte Nörgler, und wir wollen unbedingt, dass andere ein positives Bild von uns hatten.“
In mehrfacher Hinsicht richtig richtig gut 👍🏻 feministisch und stark 💪🏻
Die Sprache und der Aufbau der Geschichte sind ganz individuell und nicht vorhersehbar. Das is mir immer sehr wichtig - nichts is langweiliger, als das Ende des Satzes oder sogar des Buchs vorhersehen zu können. Die Autorin springt zwischen mehreren Erzähl- und Zeitebenen, erzählt abwechselnd aus der Perspektive der Zeugin Pamela und der Perspektive des Mordopfers Ruth, die in Pamelas Zeitebene bereits von Bundy ermordet wurde. Obwohl man weiß, dass Ruth in ihrer Zeitebene sterben wird, bleibt man am Ball. Genauso wie man weiß, dass die Titanic untergehen wird. Trotzdem ist es spannend, weil Ruth als Charakter unheimlich plastisch wird und eine tragische Geschichte mit sich bringt, die nicht nur die Unterdrückung von Frauen, sondern auch die von Homosexuellen in den 70ern abbildet! Pamela kämpft darum, ihrer Perspektive Geltung zu verschaffen, für Gerechtigkeit für die getöteten jungen Frauen und gegen die öffentliche Meinung, die den Serienmörder idolisiert. Denn der Mythos über Ted Bundy überschattet die Wahrheit. Tatsächlich wird dessen Name nur ein einziges Mal erwähnt: im Klappentext auf der Innenseite des Umschlags. Denn es soll nicht schon WIEDER um dieses frauenhassende Arschloch gehen. Diese weibliche Perspektive ist der Autorin mMn super gelungen! Hierzu ein paar Zitate: „Es gab Männer, die ihre Fingerknöchel knacken ließen, während sie mir anvertrauten, was sie dem Angeklagten antun würden, wenn sie die Chance dazu bekämen, und dachten, es würde mir ein beruhigendes Gefühl geben. Dabei stellte ich lediglich fest, dass der Unterschied zwischen dem Mann, der Denise Gewalt angetan hatte, und den vielen Männern, die mir jeden Tag auf der Straße begegneten, gar nicht so groß war.“ - S. 77 „National übergreifende Inkompetenz, gepaart mit einer problematischen Einstellung zu Verbrechen gegen Frauen, ließen eine Art Vakuum entstehen, durch das sich ein Studienabbrecher mit einer schweren, emotionalen Störung über Jahre hinweg ungestraft bewegen konnte. Die Behörden machen lieber aus einem Langweiler, ein Genie, als dass sie sich ernsthaft mit der Rolle auseinandersetzen, die sie selbst in diesem ganzen Spektakel gespielt haben. Ich habe es satt zu sehen, wie sie […] in […] Dokumentationen über die Intelligenz, den Charme und die Raffinesse eines gewöhnlichen Frauenhassers reden. Die Wahrheit ist eine andere.“ - S. 106 „Frauen hatten so ein seltsames Gefühl bei ihm. Ein Gefühl, das wir alle bekommen, wenn etwas nicht stimmt, wir aber nicht wissen, wie wir uns höflich aus der Situation befreien sollen, ohne das Risiko auf Gewalt und Belästigung zu erhöhen. Das gehört nicht zu den Dingen, die man Frauen beibringt, genauso wie man Männern nicht beibringt, dass man Frauen in Ruhe lässt, wenn sie in Ruhe gelassen werden wollen.“ - S. 234 Also von wegen krasse Ausstrahlung und Wirkung auf andere Menschen! Es gibt einen Spielfilm, in dem er von Zac Efron gespielt wird. Er sieht des echten Bundy tatsächlich ein bisschen ähnlich, den haben sie gut hergerichtet 😅 Eine Überlebende im Buch hat die Theorie, dass Bundy Frauen umgebracht hat, die das erreicht hatten, was er gerne sein wollte: angehende Juristinnen, intelligente Frauen!
Jeder kennt den Namen des Täters. Aber was ist mit den Opfern? Dieses Buch beschäftigt sich mit den Verbrechen eines weltbekannten Serienmörders, aber aus einer Sichtweise, die leider viel zu oft vergessen wird. Jessica Knoll gibt dem Täter keine Bühne, sondern erzählt die Geschichte der Frauen, die unter ihm, seinen Taten und dem Umgang in der Öffentlichkeit gelitten haben. Ein großartiges, sehr wichtiges Buch.

4 ⭐️
Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht so genau, wie ich dieses Buch bewerten soll. Die Geschichte basiert auf einem der bekanntesten Serienmörder überhaupt – aber komplett anders, als man es sonst kennt. Es geht hier nicht um den Täter, nicht um seine Vergangenheit, sein Aussehen oder seine vermeintliche Intelligenz. Sein Name wird nicht einmal genannt, und genau deshalb werde ich ihn auch hier nicht erwähnen. Stattdessen erleben wir die Geschichte aus der Sicht der Opfer bzw. vor allem aus der Perspektive einer Augenzeugin. Es geht darum, wie mit Opfern umgegangen wird, wie die Polizei ermittelt (oder eben nicht) und wie das Leben als Frau zu dieser Zeit generell aussah. Das Buch transportiert extrem viel Female Rage, und genau das fand ich sehr gelungen umgesetzt – ohne einem Täter, der ohnehin schon viel zu sehr glorifiziert wurde, noch mehr Raum zu geben 🖤🔥 Ich verstehe allerdings auch die Kritik, dass sich das Buch zwischendurch etwas gezogen hat, es sind viele Alltagsgeschichten rund um den Fall, die nicht viel Spannung hergeben. Wir begleiten in der Geschichte auch das Leben eines zukünftigen Opfers, und obwohl ich wusste, wie es ausgehen wird, habe ich beim Lesen die ganze Zeit gehofft, dass sie es vielleicht doch schafft. Dieses Wissen hat das Lesen emotional sehr schwer, aber auch unglaublich intensiv gemacht. Mich hat die Geschichte insgesamt stark gefesselt, vor allem wegen der feministischen Aspekte, die für mich richtig gut funktioniert haben. Ich würde das Buch definitiv weiterempfehlen – kann aber absolut verstehen, wenn es nicht jede:n abholt oder wenn man damit nicht warm wird. Ein besonderes, unbequemes Buch, das lange nachwirkt 📖🖤
Erschütternd aber so wichtig!
Man begleitet in dem Buch zwei Frauen, die beide demselben Serienmörder begegnen wobei leider nur eine diese Begegnung überlebt, dabei aber unter anderem ihre beste Freundin verliert. Ich fand es sehr gut, dass der Name des Serienmörders tatsächlich kein einziges Mal genannt wurde um wirklich deutlich zu machen, dass ihm hier keine weitere Bühne geboten werden soll und der Fokus auf den Opfern und aber auch auf den Überlebenden liegen soll. Die Geschichte macht wütend, weil auch sehr gut dargestellt wird, welches Bild die Presse und die Öffentlichkeit von dem Täter hatte (hauptsächlich auf Grund des guten Aussehens) und auch echt fassungslos wie mit den Überlebenden umgegangen wurde. Es war teilweise auch echt schmerzhaft die Geschichte zu verfolgen, da man weiß, auf was man unwiderruflich zusteuert und man es gerne verhindern würde. Gerade in Zeiten vom True-Crime-Hype, den es ja bereits seit einigen Jahren gibt und dem ich mich auch nicht verwehren konnte ist es trotz aller „Faszination“ für die Täter aber sehr wichtig, nicht die Opfer und Überlebenden/Hinterbliebenen zu vergessen, die diese Faszination sicher nicht nachvollziehen können…Daher starkes und wichtiges Buch, dass einem die Augen öffnet und einiges hinterfragen lässt 👍

Aufwühlend, fesselnd und verändert den Blickwinkel
Diese Geschichte geht unter die Haut und ließ mich lange nicht los. Der Schreibstil ist fesselnd und auf den Punkt. Die Hauptfiguren wirken authentisch und lebendig – ihre Gedanken und ihr Handeln sind nachvollziehbar und verleihen der Geschichte eine besondere Tiefe, die die Stimmung des Buches entscheidend prägt. Man ist dort. Bei Ihnen. Man bangt, man hofft, man hält den Atem an.
Ein spannender und zugleich nachdenklich stimmender Roman, der sich mit der strukturellen Unsichtbarmachung von Gewalt gegen Frauen und der medienwirksamen Täterzentrierung auseinandersetzt. Positiv hervorzuheben ist die klare, aber nicht überzeichnete feministische Perspektive, die den Fokus konsequent auf die Betroffenen und ihre Solidarität richtet. Die zahlreichen Zeitsprünge empfand ich als gelegentlich verwirrend, mich störten zudem (Übersetzungs-)Fehler. Dennoch: ein bedeutendes Buch mit klarem gesellschaftlichem Anliegen, das allein deshalb unbedingt empfehlenswert ist!
Bright Young Women von Jessica Knoll [Ü: Jasmin Humburg] Bright Young Women erzählt die Geschichten der Opfer von Ted Bundy, basierend auf wahren Begebenheiten. Das Buch wurde mit Unterstützung von Kathy Kleiner verfasst, einer echten Überlebenden. Im Mittelpunkt der Story steht Pamela, die Leiterin eines Verbindungshauses der Florida State University, und die schrecklichen Ereignisse vom Januar 1978. Gleichzeitig begleiten wir Tina, deren Geschichte etwas früher beginnt. Tinas Freundin Ruth wurde vor einiger Zeit vermisst gemeldet und seitdem nicht gefunden. Tina sieht bei den Verbrechen und dem Verschwinden ihrer Freundin einen Zusammenhang und versucht die Lage aufzudecken. Das Buch springt zwischen den Jahren 1976 und 2021 hin und her, aus der Sicht von Pamela und Ruth. Was mir besonders zugesagt hat, ist der Aspekt „female rage” – die Wut der Frauen, mit der sie auf die brutalen Geschehnisse und das Versagen des (Rechts-)Systems reagieren. Tina geht dabei unglaublich stark mit allem um, was ihr widerfährt und spricht ihre Emotionen laut aus und möchte, dass andere Frauen auch laut sind. Erschreckend ist auch, dass Pamela sich auf keinen Mann (außer ihren Vater) verlassen konnte. Bright Young Women ist spannend, wütend und emotional aufwühlend. Es ist mehr als nur eine Erzählung über Verbrechen – es zeigt auf, wie tiefgreifend Frauen vom System enttäuscht wurden, und das macht die Geschichte so packend und wichtig. Zum Schluss hatte ich einfach nur Gänsehaut.
„Dinge wachsen anders, wenn sie beschädigt sind(…).“
Genau davon zeugt dieses Buch. Darum geht es: (Ausschnitte aus dem Klappentext) 1978, ein Verbindungshaus und ein Einbruch. Bei diesem werden auf die unvorstellbarste Weise mehrere junge Frauen getötet. Schon bald wird der Mann als Serienmörder in die Geschichte eingehen. Doch das faszinierende am Buch: Es geht nicht um die Tat als solche, sondern vielmehr um Frauen, die diese Tat überstanden haben und andere. Denn Sie alle finden Verbündete und kämpfen von nun an um Gerechtigkeit und gegen Widerstände aus Justiz und Polizei. Meine Empfindungen: 🌪️💜💥🤯😯💪🏻 Der Aufbau hat mir einiges an Mitdenken abverlangt aufgrund der vielen Frauen um die es geht. Kapitelweise wechselt die Geschichte beziehungsweise geht nach mehreren Kapitel die Geschichte einer Frau erst weiter. Nicht nur das: Es sind auch unterschiedliche Erzählebenen (Vergangenheit und Gegenwart). Das hat mich hier und da, gerade nach Lesepausen, verwirrt. Trotzdem oder gerade deshalb ist das Buch sehr gut und empfehlenswert. Vereinzelt langatmig und doch abwechslungsreich mit immer wieder neu auftretenden Geschehnissen, Erkenntnissen und Spannungsbögen. Wirklich gut gemacht. Interessant zu lesen. Bisher selten bis noch nie so gelesen. Aber Achtung: 🚨 Wer hier eine hochspannungsreiche Story eines Serienmörders sucht, wird lange suchen und diese nicht finden. Es geht um die Frauen und wie Sie ihr Leben leben. Welche Prägungen die Ereignisse und ihr Aufwachsen in der Kindheit und im Jugendalter angenommen haben und wie sie heute „funktionieren“, denken und agieren. Interessant miteinander verwoben.

wow!! Ich habe dieses Buch verschlungen, es war total interessant und spannend. Schon allein der Titel hat mich total angesprochen, da ich sofort an den Richter gedacht habe, der Ted Bundy als “Bright young man” bezeichnet hat. Es ist so toll zu sehen, dass Jessica Knoll die Geschichte mit einem Fokus auf die starken, strahlenden Frauen geschrieben hat. In diesem Buch sieht man, wie die Opfer ihr eigenen Wert wiederfinden und von ihrem Trauma heilen. Es war definitiv ein Highlight von diesem Jahr und ich würde es jedem empfehlen. Ob true-crime Fan oder einfach nur Romane liebhaber.
Ein eindringlicher Roman über einen True-Crime Fall aus den 70ern, in denen endlich mal die Opfer im Vordergrund stehen und nicht der Täter, dessen Name im Buch nicht erwähnt wird, sondern nur als „der Angeklagte“ bezeichnet wird. Im Buch gibt es unterschiedliche Erzählperspektiven, wobei mir die von Pamela aus den 70ern am besten gefallen hat. Trotz einiger Längen hat mir das Buch gut gefallen. Ich würde es weiterempfehlen 🙂
Der Angeklagte hat dem pretty privilege seinen Namen gemacht? Vielleicht war er nur eine verkrachte und hochgradig gestörte Einzelexistenz.
Danke an die Autorin, dass ich dieses Werk lesen durfte! Ich schaue und höre viel True Crime, so ist mir der Fall „des Angeklagten“, der ganz bewusst keinen Namen hat im Roman, im Hinterkopf gewesen. Dieser Roman schafft es auf eine ganz, ganz tolle Art und Weise die selbst inszenierte und von den Medien aufgebauschte Figur des Mörders umzukehren in das, was er wirklich war: ein Mann mit vielen Gesichtern, der sich voller Lust der absoluten Brutalität hingab, um Frauen zu erniedrigen. Die Frauen im Buch müssen erfahren, was es heißt, wenn sie in der Gesellschaft aufgrund ihres Geschlechts abgewertet werden, dass die Presse und Gerichte sie nicht ernst nehmen. Die weiblichen Figuren Pamela, Ruth und Tina waren ganz wunderbar skizziert! Die 3 Zeitebenen waren auch perfekt ineinander verwoben und durch die Figuren miteinander verbunden. Der Schreibstil war nicht blumig, eher plotgetrieben ohne aber Gefühle auszuklammern. Die Anspannung Ruths, als sie dem Angeklagten gegenüberstand war beklemmend. Ebenso war ich verzweifelt, als Pamela von der Strafverteidigung über völlig irrelevante Dinge ausgefragt wurde. Ich hatte ebenso ein Gefühl der Angst, als keines der Mädchen wieder im Verbindungsgaus schlafen konnte. Lest dieses Buch, schaut parallel die Bundy Tapes oder hört einen Podcast. Eine absolute Empfehlung!
Schockierend, fesselnd und berührend !
Jessica Knoll zeigt in diesem Roman die Geschichte des Serienmörders Ted Bundy aus einer ganz anderen Perspektive. Aus der Perspektive von mutigen, jungen Frauen, die allen gesellschaftlichen Einstellungen und sexistischen Rollenbildern zum Trotz trotzdem aufstehen und Gerechtigkeit für ihre verstorbenen Freundinnen fordern. Auch wenn der Roman immer noch ein Roman ist erzählt er doch eine wahre Geschichte über das Schlimmste, das einem Menschen passieren kann, aber auch wie es weitergeht und wie wichtig es ist, für seine Meinung einzustehen. Grade für Frauen war es in den 70ern und 80ern ja immer noch nicht einfach, aber es wurde viel gekämpft und viel protestiert. Dieser Roman setzt auf scharfsinnige und berührende Weise allen Frauen ein Denkmal, die die Idolisierung eines Mörders verhindern wollten und bis zu letzt für Gerechtigkeit kämpften.
Description
Ein Samstag im Jahr 1978 in Florida: Mitten in der Nacht dringt ein Mann in ein Studentinnenwohnheim ein. Er geht von Zimmer zu Zimmer und tötet mehrere Bewohnerinnen. Schon bald wird er als einer der bekanntesten Serienmörder der USA bekannt sein. Doch er wurde bei seiner Tat beobachtet.
Die Überlebenden, darunter Hauptzeugin Pamela Schumacher, wird diese Nacht für immer verändern. Sie sind alle zum Opfer geworden. Aber sie erzählen hier ihre Perspektiven, sie bleiben Herrinnen ihrer Geschichten. Und sie jagen den Täter auf eigene Faust - gegen Widerstände aus Justiz und Polizei; gegen die öffentliche Meinung, die den Serienmörder idolisiert.
Book Information
Author Description
Jessica Knoll ist New York Times-Bestsellerautorin. Ihr Buch ICH.BIN.SO.GLÜCKLICH. ist mittlerweile eine NETFLIX-Verfilmung mit Mila Kunis in der Hauptrolle. Sie war leitende Redakteurin bei COSMOPOLITAN und schrieb für das SELF MAGAZINE. Aufgewachsen in einem Vorort von Philadelphia, absolvierte sie die Shipley School in Bryn Mawr, Pennsylvania, und die Hobart and William Smith Colleges in Geneva, New York. Zusammen mit ihrem Mann und ihrer Bulldogge Beatrice lebt sie inzwischen in Los Angeles.
Posts
Dieser Roman erzählt die Geschichte der Opfer des Serienmörders Ted Bundy. Für mich war es oftmals verwirrend und auch langatmig. Der Schreibstil ist aber wirklich gut und setzt den Fokus auf die Frauen, die etwas Schreckliches erleben mussten, aber immer weiter kämpfen, um letztendlich einen Weg zu finden, das Schreckliche mit viel Mut und Kraft zu bekämpfen. Sie sind die Helden in diesem Buch.
Dieses Buch ist fesselnd, während es dich gleichzeitig wütend macht auf alle Beteiligten (mostly men)...
Wer viele Krimis oder Thriller liest, weiß der Fokus liegt meist auf den Tätern. Dieses Buch lässt das nicht gelten. Es geht um all die Frauen, die von Polizei, Justiz, Medien und Gesellschaft im Stich gelassen wurden während der Serial Killer Era in den 70ern. Er zeigt wie sehr Frauen, um Würde kämpfen müssen in einem System, dass sie nicht anerkennen will als das was sie sind: schlaue, fähige junge Frauen. Ein tolles Buch mit vielen wichtigen Themen in der Gesellschaft der 70er.
Zeigt die wichtigen Perspektiven der Opfer und Betroffenen eines Serienkillers. Stellenweise war ich so wütend.
Das Buch erzählt von den Opfern eines Serienkillers in einem Studentenwohnheim in den 70ern. Ich fand es sehr gut dass das leider sehr reale Vorbild nicht namentlich genannt wird, um ihm keine Aufmerksamkeit zu geben, die er nicht verdient. Das Buch richtet ganz klar den Blick auf die Opfer und erzählt auch von langfristigen Auswirkungen der Geschehnisse. Und vor allem wie lange die Überlebenden gezwungen sind sich mit dem Täter und damit auch mit dem Tod von ihnen lieben Menschen zu beschäftigen. Es wird zum eine die Perspektive der einzigen überlebenden Augenzeugin über die Jahre und Jahrzehnte erzählt. Die zweite Perspektive ist die von Ruth, einem der Opfer von einem der früheren Morde des Täters. Gerade im Verlauf des Buches hat die Perspektive von Ruth mir das Herz gebrochen. Man erfährt von ihrem Leben und von ihrer Suche nach sich selbst, nur um von einem Monster aus dem Leben gerissen zu werden. Es werden auch die unverdienten Sympathien gezeigt, die der Täter bekommt und wie unverständlich sich Menschen im Zusammenhang mit ihm verhalten. Dabei geht es nicht nur um Privatpersonen, sondern auch um Behörden und Menschen in öffentlichen Jobs, zum Beispiel Richter! Ein wirklich wichtiges und bewegendes Buch, was viele Sachverhalte in ein für mich richtiges Licht rückt und neue Perspektiven für Gewaltverbrechen schafft. Denn viel zu oft geht es zu sehr um die Täter und nicht um die Opfer und Überlebenden und die Konsequenzen ihrer Taten. Auch die Belastungen eines eigentlich eindeutigen Gerichtsverfahrens wird gut dargestellt. Mir hat es manchmal ein wenig an Tempo gefehlt, nichtsdestotrotz eine definitive Empfehlung!

Sehr empfehlenswert
Das war mein erstes Buch der Autorin und es hat mich absolut umgehauen, vor allem inhaltlich, ich konnte es gar nicht aus der Hand legen. Das Buch behandelt die Perspektive der Opfer und Überlebenden von Serienmörder Ted Bundy. Es ist fiktiv, aber eng angelehnt an die tatsächlichen Ereignisse. Ich wusste vorher gar nichts über ihn und seine Taten und das Buch nennt auch nicht seinen Namen, denn es geht um seine Opfer. Es gibt dabei mehrere Perspektiven und verschiedene Zeitstränge. Pamela (eine Überlebende und spätere Zeugin / Anwältin) berichtet über die Ereignisse im Studentinnenwohnheim der Florida State University. Und Ruth (das war besonders schlimm) erzählt in der Ich-Perspektive von ihrem Leben bis hin zu ihrer eigenen Ermordung 😭😭. Die Geschichte ist durchgehend spannend und natürlich extrem verstörend. Denn wie auch heute noch mit vielen Mördern etc., wurde auch damals der Täter von vielen Leuten als besonders schlau, charismatisch und attraktiv angehimmelt. Dagegen wehrt sich dieses Buch. 💛Zitat💛 „Er war nichts besonderes und das, was damals passierte, war kein Zufall.” Die Lektüre hat mich stark mitgenommen und ich bin so so froh, dass ich durch Zufall auf dieses Buch aufmerksam geworden bin. Große Empfehlung! 5/5⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Spannende Story mut gesellschaftskritischen Elementen
Ich mochte Pams Story sehr gerne. Das Sprachrepertoire der Autorin hebt die Geschichte auf eine ganz andere Ebene. Zwischen gesellschaftskritischen Themen der 1970er Jahre wie Dem Coming Out einer homosexuellen Beziehung und der Glaubwürdigkeit von starken, gebildeten Frauen im Gerichtssaal stehen mehrere Mordfälle im Vordergrund. Der Täter ist bekannt und sitzt bereits auf der Anklagebank, allerdings beschränken der Richter und die Geschworenen nicht auf die Fakten sondern auf äußere Erscheinungsbilder und starke Performance. Verpackt in ein spannendes Setting, mit einer Prise makaberem Humor, hat Jessica Knoll eine überragende Geschichte verfasst, die mitreißend und lehrend zugleich ist.
Sehr aufwühlend und heftig
Für mich persönlich wurde es an einigen Stellen wirklich etwas viel und ich musste es kurz weglegen und zwischendurch was anderes lesen. Teilweise waren die Zeitsprünge auch etwas verwirrend und es hat etwas gedauert, bis ich mich reingefunden habe. Die Idee und die Intention hinter dem Buch finde ich genial. Serienmörder de-romantisieren. Zeigen, dass Männer nicht auch noch dafür bewundert werden sollten, wie geschickt sie sich dabei anstellen, Frauen möglichst gewaltsam und clever umzubringen und unentdeckt zu bleiben. Dass ein serienmörder nicht „hot“ ist. Dass True Crime spannend, aber nicht romantisch ist. Dass Frauen leider oft nicht geglaubt wird. Dass ihnen noch viel weniger geglaubt wird, wenn sie Sex mit dem Täter hatten. Macht wütend!
This book was brilliant and so haunting. I cringed so hard every time we had to endure the male ignorance to violence against women alongside the protagonist. And I absolutely adored that I read that book before consuming any other adaptation of that story. There is a special place in hell for that man and to know that the victims had to endure him being portrayed as a prodigy who took a wrong turn in life while he was just a below average figure that could not bear the brilliance of young women, is hard to witness. I think this book really brought justice to the case and the author did a phenomenal job in showing us what those cases really are about: not the perpetrators, but the life opportunities they took from those who were killed. This is the only way "true crime stories" should be told.
»EIN HALS- BRECHERISCHER THRILLER, DER AUF DEN VERBRECHEN VON TED BUNDY BASIERT"
Die Geschichte basiert auf tatsächlichen Ereignissen, die in den 70er Jahren mehr als 30 Frauen das Leben kosteten.. Die Orte und Ereignisse sind real, die Charaktere nicht. Jessica Knoll erzählt die Geschichte und konzentriert sich dabei auf die Opfer, die Ermordeten und die Überlebenden. Die Medien nannten den Angeklagten den „All American Sex Killer“ und bezeichneten ihn häufig als „brillant und charismatisch“. Gut aussehende Schauspieler spielten seine Rolle in nachfolgenden Filmen. Dies ist unter anderem der Grund, warum sich die Autorin weigert, dem Mörder einen Namen zu geben. Er ist „der Angeklagte“, er wird bei ihr keinen Ruhm erlangen. Auf diese Weise setzt sich Jessica Knoll für Opfer auf der ganzen Welt ein. „Wir müssen uns immer daran erinnern, dass die wahre Geschichte die Frauen sind, die Opfer.“ Eine faszinierende, gut geschriebene Geschichte. Die Erzählung springt vor und zurück und folgt den wichtigsten Frauen sowie dem Weg des Mordes. Die Charaktere sind gut entwickelt und die Geschichte ist genau so, wie sie sein sollte, manchmal frustrierend, manchmal beängstigend.
Spannende Geschichte mit realem Hintergrund
Im Januar 1978 wird im Verbindungungshaus der State University of Florida, die Welt von Pamela Schumacher auf den Kopf gestellt. Ein Serienmörder dringt in die Zimmer einiger Mädchen ein und bringt mehrere von ihnen auf brutalste Weise um. Ihre beste Freundin Denise ist eine davon. Pamela hat den Mörder gesehen und könnte ihn identifizieren, doch eine vorschnelle Äußerung, die sie sofort zurücknimmt, führt dazu, dass man ihr nicht glauben möchte. Vier Jahre vorher verlor Tina ihre große Liebe durch ein ähnliches Ereignis. Nur wurde die Leiche von Ruth nie gefunden. Das Misstrauen gegenüber den Aussagen der Frauen ist in diesem Buch allgemein größer als in Bezug auf die deutlichen Belege dafür, wer der Mörder sein könnte. Pamela und Tina verbinden sich um den Mörder für seine Taten büßen zu lassen. Erzählt wird aber nicht die Jagd auf den „Angeklagten“, sondern die Geschichte der Opfer und das Versagen der Ermittler und der Justiz. Es ist also kein Thriller, sondern mehr ein Roman mit Spannungelementen. Tina und Pamela lassen sich nicht beirren und überwinden viele Hürden um ihren Freundinnen gerecht zu werden. Der reale Hintergrund dieses Plots macht den Roman sehr, besonders. Die Autorin hat bewusst, seinen Namen nicht genannt, aber es gab ihn, den “All America Sex Killer“, der am Mord von über 30 Frauen schuldig war und der von Presse und Medien glorifiziert wurde, der Heiratsanträge ins Gefängnis bekam und die Faszination für seine Person sehr genoss. Knolls Intention dieses Buch zu schreiben, war aber, den Opfern ein Denkmal zusetzen. Mit den Protagonist*innen Pamela und Tina ist ihr das gelungen denn sie kämpfen nicht nur für mehr Gerechtigkeit, sondern auch gegen patriarchale Strukturen und Sichtweisen, die offensichtliche Beweise vertuschen. ich musste häufig den Kopf schütteln. über die frauenverachtenden Sichtweisen, nicht nur von Männern. Das 70er Setting ist gut getroffen. Das Buch liest sich schnell und einfach. Es gibt mindestens zwei Erzählstimmen zu unterschiedlichen Zeiten. Ich konnte dem aber gut folgen und sie trennscharf lesen. Interessant geschrieben und eine Empfehlung für alle. die spannende Bücher mögen und die Verbrechen auf eine andere Ebene heben.
Sehr gut...
In diesem Buch geht es um einen der schlimmsten Serienmörder der USA und einen der bekanntesten. Da sein Name im Buch nicht erwähnt wird, werde ich es auch nicht tun. Kann die Meinung teilen das diesem Mann schon genug Aufmerksamkeit zuteil wurde und in dieser Geschichte die Opfer im Mittelpunkt stehen sollen. Vorrangig geht es um Pamela, Überlebende und Ruth, eins seiner Opfer. Die Geschichten sind angelehnt an die damaligen Verbrechen, beinhalten Fakten und "fiktive" Ereignisse die sich so oder so ähnlich zugetragen haben könnten. Ich fand das Buch sehr gelungen, erschütternd und beeindruckend. Klare Leseempfehlung 👍🏻

Endlich mal ein anderer Blick auf einen Serienmörder - die Opfer im Mittelpunkt
Amerika in den 80igern - die Zeit der tausend Serienmörder und auf den Spuren eines dieser sind wir in diesem Buch - aber hier ist schon der erste absolut prägnanteste Unterschied - sein Leben, seine Vergangenheit. „ER“ ist unwichtig in dieser Geschichte - wir erleben die Geschichten von Ruth, eines seiner ersten Opfer und Pamela, eines seiner letzten Überlebenden, die aber ebenso eine Freundin durch den „Angeklagten“ verloren hat. Das Buch ist ein absolutes Highlight, da hier endlich das geschafft wird, was eigentlich immer am wichtigsten ist - die Opfer und deren Geschichten zu sehen. Lesenswert
| Der Mann öffnete die Tür und verschwand. Bei unserer nächsten Begegnung würde er Anzug und Krawatte tragen, sowohl Groupies als auch die New York Times auf seiner Seite haben, und auf die Frage nach meinem derzeitigen Wohnsitz wäre ich gesetzlich verpflichtet, ihm meine Privatadresse zu nennen. Einem Mann, der fünfunddreißig Frauen ermordet hatte und zweimal aus dem Gefängnis ausgebrochen war. |
Aus Respekt vor den Opfern und Angehörigen dieser sowie der Überlebenden werde auch ich nicht den Namen des Serienmörders nennen. Denn hier geht es nicht um ihn. Es geht um die Frauen, die bright young women, die ihm zum Opfer gefallen bzw. ihn überlebt haben. Mit "Bright Young Women" hat Jennifer Knoll es geschafft, denjenigen eine Stimme zu verleihen, die es wirklich verdienen, gehört zu werden. Wir sind so damit beschäftigt, Serienmörder zu analysieren, ihre Verhaltensweisen zu studieren und zu verstehen, warum sie so sind wie sie sind, dass wir dabei die Opfer und Hinterbliebenen ganz vergessen. "Bright Young Women" ist eine Mischung aus Fakten und Fiktion. Es regt zum Nachdenken an, ist daneben aber auch sehr spannend geschrieben. Die Geschichte wird aus zwei Perspektiven auf unterschiedlichen Zeitebenen erzählt. Ich finde, jeder sollte dieses Buch gelesen haben.
Zwischen 1974 und 1978 tötete Ted Bundy in den US Bundesstaaten Washington, Utah, Colorado, Oregon, Idaho und Florida mindestens 30 Frauen. Das Buch erzählt das Geschehene nicht aus seiner Sicht, sondern aus Sicht von Pamela Schumacher und Ruth Wachowsky. Pamela ist Präsidentin einer Studentenverbindung in Tallahassee. Im Januar 1978 bringt Ted Bundy dort zwei Frauen um und verstümmelt zwei weitere schwer. Ruth verschwindet im Juli 1974 spurlos am Lake Sammamish. Bindeglied der beiden Perspektiven ist Tina, die damalige Freundin von Ruth, welche nunmehr nach Florida reist, um Pamela zu treffen. Denn: Tina ist sich sicher, wer die Morde in Florida begangen hat. Der Titel Bright Young Women basiert auf einem Zitat des Richters, der den Jurastudenten Ted Bundy verurteile: You're a bright young man. You'd have made a good lawyer and I would have loved to have you practice in front of me, but you went another way. Das Buch fokussiert sich ganz auf die Frauen, Ted Bundy wird stets als The Defendant betitelt. Auch die Namen der Opfer wurden geändert. Ich hatte (als True Crime ‚Fan’) sehr hohe Erwartungen an das Buch, welche sich größtenteils erfüllt haben. Stellenweise fand ich es jedoch etwas langatmig. Insgesamt werden die Charaktere aber gut und beschrieben und die Geschichte ist gut und spannend aufgebaut.

Interessantes Buch
Meine Vorstellung von dem Buch war, dass in dieser weiblichen Studentenverbindung Frauen umgebracht wurden und wir den Täter ermitteln. Das war auch der augenscheinliche Hauptplot, aber eigentlich ging es viel mehr um die gesellschaftlichen Missstände, vor allem bei Frauen, die vor nur ca. 40 Jahren noch selbstverständlich waren. Das wird auch eher unterschwellig und nicht aufdringlich vermittelt, was durch die Zeitsprünge in Vergangenheit und Gegenwart so gut noch unterstrichen wird. Ich fands ein unerwartet wichtiges Buch!
Trotz geringer Erwartungshaltung anders als erwartet
Ich habe mit einem 100-prozentigen True-Crime-Buch gerechnet, das sich voll und ganz auf die Erfahrungen der Opfer und Angehörigen konzentriert. Es wurde stets damit geworben, sich sogar damit gebrüstet, dass der Name des Täters nirgendwo genannt wird, weil er schon genug Aufmerksamkeit hatte und der Fokus nicht auf ihm liegen sollte. Fand ich gut, die meisten True-Crime-Dokus schieben die Opfer stets in den Hintergrund und befassen sich hauptsächlich mit den Tätern. Darum war ich sehr verwundert, dass im inneren Klappentext doch der Name zu finden war, mit dem Zusatz „der berüchtigte Serienmörder“. Na ja. Der Fokus der Geschichte lag zwar auf den Opfern, allerdings war dies eine Mischung aus Realität und Fiktion. Es gab ein fiktives Opfer, aus dessen Ich-Perspektive geschrieben wurde. Fand ich sehr schwierig, für mich war das den wahren Opfern und Angehörigen gegenüber moralisch eher verwerflich. Generell fiel es mir schwer, zu unterscheiden, was nun wahr ist und was fiktiv – es sollte ja darum gehen, diesen Fall aus einer neuen Perspektive zu schreiben und das ist für mich dadurch gescheitert. Meiner Meinung nach, hätte es entweder rein fiktiv gehalten werden müssen, oder eben zu 100 % real. Von den wahren Opfern war kaum die Rede, die wurden nur mal nebenbei erwähnt. Wenn der Fokus auf ihnen liegen sollte, hätte wenigstens hinten eine Liste mit all ihren Namen stehen können, damit sie nicht in Vergessenheit geraten. Außerdem waren mir zu viele irrelevante Bemerkungen und Handlungsstränge eingebaut, wofür ich ein perfektes Beispiel gefunden habe, das beides beinhaltet: »Ich sah zu Tina. Ihre nachwachsenden Haare hatten eine rätselhafte Struktur – nicht glatt wie alle anderen, aber auch nicht wirklich lockig. Sie waren gekreppt, wie ich während des Trends im nächsten Jahrzehnt feststellen würde. Tina würde für den Rest ihres Lebens zwei widerspenstige Strähnen links und rechts am Kopf tragen, wie ein Stinktier unter Strom.« 1. Es wurden zu oft oberflächliche Bemerkungen über Aussehen oder Kleidung in den Vordergrund geschoben, die der Geschichte nicht sachdienlich waren. So war es auch mit einigen Handlungssträngen, die irrelevant für die Geschichte waren. 2. Die Kapitel wurden aus Sicht zweier Personen geschrieben. Bei einer der beiden gab es außerdem Kapitel, die in der Zeit des Angriffs spielten, und die anderen in der Gegenwart. Trotzdem wurden in den Kapitel aus der Vergangenheit oftmals Dinge genannt, die dann in der Zukunft erst herausgefunden wurden, siehe das Beispiel. Da es extra Kapitel zu der Gegenwart gibt, hätte das ruhig strikt getrennt bleiben können, da es so schon öfter etwas verwirrend war. Im Großen und Ganzen fand ich es aber gut und man kann das Buch auf jeden Fall lesen, da dennoch wichtige und interessante Dinge darin vorkamen. Besonders wenn es um die Polizeiarbeit geht, die in dem Fall (nicht) stattfand.
Stärke der Frauen
Unfassbar! Ein unvergleichliches Buch, dass schafft, was sich schon andere Bücher vornahmen, aber doch scheiterten: den Täter dorthin zu rücken, wo er hingehört: in den Schatten, den Hintergrund. Übrig bleibt eine mutige, packende und emotionale Geschichte über die Frauen, deren Leben durch die grausame Tat eines Serienmöders für immer verändert wurde, die aber nie aufhörten, für die Wahrheit und ihr Recht zu kämpfen.
Wer von Innenansichten, Kampfgeist und tief verwurzelten gesellschaftlichen Themen fasziniert ist, sollte zu diesem Buch greifen.
Während die Welt sich daran erinnert, wer der Täter war, macht Knoll etwas Ungewöhnliches: Sie blendet ihn aus. Kein Name. Keine Bühne. Stattdessen rücken Ruth und Pamela, die den Horror dieser Nacht überlebt haben, in den Mittelpunkt – und das mit voller Wucht. Die Innenwelt der Überlebenden wird so feinfühlig dargestellt, dass man gar nicht anders kann, als mitzufühlen. Kritiken, die der Geschichte mangelnde Spannung vorwerfen, kann ich nicht nachvollziehen – für mich lag die wahre Spannung in der Auseinandersetzung mit Traumata, der Selbstermächtigung und dem Kampf gegen die Idolatrie, die um diesen Täter gesponnen wurde. Dass der „Young Bright Man“ – so betitelt während eines seiner Prozesse – auf keine Bühne gehoben wird, zeigt Knolls konsequenten feministischen Ansatz. Hier sprechen die Frauen, die lange zum Schweigen gezwungen wurden. Alle Charaktere in Knolls Roman sind fiktiv, doch die Handlung lehnt sich an wahre Begebenheiten an, die vielen durch True Crime Podcasts bekannt sein dürften. Und ja, der subtile Hinweis auf Zac Efron gibt genug Raum, die Parallelen selbst zu ziehen – großartig gemacht.
Ein wirklich eindringlicher Roman über einen Angriff in den 70er Jahren auf Studentinnen in einem Wohnheim. Erzählt wird über mehrere Zeitebenen und aus verschiedene Perspektiven. Es werden Vorverurteilungen der Opfer, Ermittlungsfehler und die Courage der Opfer thematisiert. Sehr gut umgesetzt. Dieses Buch ist aber wahrscheinlich besser als Buch, als als Hörbuch geeignet. Die Zeiten und Personen wechseln und ich hätte es wahrscheinlich noch besser gefunden, wenn ich es gelesen hätte und zurückblättern hätte können.
"Ich habe es so satt, zu sehen, wie sie mit ihren gebügelten Hemden und Cowboystiefeln in bequemen Ledersesseln sitzen und in unfassbar erfolgreichen, von Kritikern gefeierten Dokumentationen über die Intelligenz, den Charme und die Raffinesse eines gewöhnlichen Frauenhassers reden. Diese Geschichte ist eine andere. Die Wahrheit ist eine andere." (Seite 107) Wie es auch Jessica Knoll getan hat, werde ich in meiner Rezension nicht den Namen des amerikanischen Serienmörders nennen, um den es hier geht. Zum einen, weil Namen Macht haben und man automatisch das Bild von diesem vermeintlich klugen jungen Mann vor Augen hat und die Opfer dementsprechend den Hintergrund rücken, und zum anderen, weil es offensichtlich ist, wer der Täter ist. Aber nicht er steht hier im Mittelpunkt, sondern die "Bright Young Women" - die Frauen, die ihr Leben in diesem fiktiven Bericht verloren haben, und diejenigen, die dafür kämpften, ihn vor Gericht zu bringen. Die Autorin gibt uns hier zwei Erzählerinnen: Pamela Schumacher, die Präsidentin des Studentenwohnheims der FSU, und Ruth Wachowsky, ein vermisstes Opfer aus Seattle, die am Lake Sammamish im Sommer 1974 spurlos verschwand. Die Geschichten von Pamela und Ruth werden abwechselnd erzählt, wobei das Bindeglied zwischen den beiden Tina Cannon ist, Ruths enge Freundin. Als Tina von den brutalen Ereignissen in Florida erfährt, reist sie dorthin und arbeitet mit Pamela zusammen, um den Täter zu fassen, denn sie weiß, dass er sowohl für Ruths Verschwinden als auch für die Tragödie in Florida verantwortlich ist. ➸ "Bright Young Women" ist ein intensiver literarischer Kriminalroman, der eine intelligente Erzählweise mit einem treibenden Lesefluss verbindet. Darin macht Knoll dem Angeklagten einen Strich durch die Rechnung, indem sie seine zahlreichen Unzulänglichkeiten, einschließlich seiner Idiotie, ans Licht bringt und uns zeigt, dass er nicht der "intelligente junge Mann" war, als den ihn ein Richter vor seiner Hinrichtung einst lobte. Dass die positive Aufmerksamkeit der Presse fehlgeleitet und in Wirklichkeit ein Weg für die Polizei war, Fehler zu vertuschen, die es dem Angeklagten ermöglichten, zwei Mal aus dem Gefängnis zu fliehen, um weiter zu töten. Gerade Serienmörder und ihre brutalen Verbrechen erhalten in der Öffentlichkeit sehr viel Aufmerksamkeit. Wir neigen dazu, mich nicht ausgenommen, uns für die Täter zu interessieren. An die Namen der Opfer, ihr Leben und ihre Zukunftspläne hingegen, erinnern sich oft nur Familie und Freunde - in Zeitungen und Medien sind sie oft nur Nummern. Studiert und interviewt wird der Mörder, und versteht mich nicht falsch, denn das ist definitiv wichtig, aber was ist mit den Leittragenden und Hinterbliebenen? In all diesen Filmen und Büchern geht es nicht um sie und um das, was sie in ihrer letzten Lebensstunden durchgemacht haben oder was aus ihnen hätte werden können. Die Geschichte dreht sich überwiegend um die andere Seite. Wie fühlt es sich, wie speziell in diesem Fall, für Frauen an, in der Dunkelheit von fremden Männern angesprochen werden? Niemandem zu trauen, nicht einmal einem sympathisch wirkenden Mann mit vermeintlich besten Absichten? Schneller zu gehen, wenn dich jemand auf der Straße "umwerfend" nennt und dir hinterherpfeift? Ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, dass mich dieses Buch nicht wütend gemacht hat. Die Unfähigkeit so vieler, an diesem Fall beteiligter Personen, war gelinde gesagt unfassbar. Kluge junge Frauen werden als hysterische und unzuverlässige Personen dargestellt und warum? Weil sie Frauen waren, schlicht und einfach, auch heute noch. Und ja, wir haben einen langen Weg hinter uns, aber auch noch viel vor uns. Fazit: "Bright Young Women" erinnert zwar ein an grausames True-Crime Verbrechen, erzählt die Geschichte aber respektvoll, voller Mitgefühl und frei von Sensationsgier mit einem beständigen Spannungsbogen. Von mir gibt’s eine Leseempfehlung!
Magnificent but humbling
This was magnificent. One of my most favorite reads this year, at the same time turning my insides out at parts. Coincidentally reading this after „Penance“ was actually super interesting. I really liked the writing style of this work, the chapters worked great, it managed to keep the tension rather high but not to an uncomfortable level. Don’t have a single thing to nitpick about rn so it is a 5 star read
Ganz nett
Mir hat es ganz gut gefallen. Im Fokus des Buches steht der Angriff auf die Florida State University. Hier stehen nicht die Taten von Ted Bundy im Mittelpunkt, sondern die systematischen Fehler der Justiz und die mediale Verklärung des Täters. Die Autorin zeigt, wie die Inkompetenz der Polizei und die Sensationslust der Presse dazu beitrugen, dass Täter wie Bundy länger unbehelligt blieben während den tatsächlichen Opfern kaum Aufmerksamkeit geschenkt wurde.

Tiefgründig und berührend. Kein Buch zum inhalieren sondern eins, wo man auch die richtige Zeit dafür braucht.
Ein großartiges Buch das ich während dem ganzen Lesen so angespannt verfolgt habe. Mich hat es komplett gepackt und auch fasziniert. Ein Roman dass an den realen Ereignissen von Ted Bundy inspirieren ist. Tiefgründig und mitreißend, auch wenn es stellen gab, die mich wütend gemacht hat, konnte ich es nicht lange zur Seite legen. Die Geschichte beginnt im Jahr 1979 und stellt zugleich die damalige Gesellschaft gut und authentisch dar. Wir springen hier immer wieder in der Zeit, vor allem begleiten wir Pamela, die Vorsitzende des Verbindungshauses und die einzige Augenzeugin die den Täter gesehen hat. Hier steht vor allem die Frauen im Vordergrund, was so eine Tat mit denjenigen anfängt und wie versucht wird damit zu leben. Sehr lesenswert!
Ich muss zugeben, dass ich mich mit der Lektüre Anfangs eher schwergetan habe und mich erstmal zurechtfinden musste. Die Geschichte wird aus unterschiedlichen Perspektiven und Zeitebenen erzählt, was sich störend auf den Lesefluss und die Wahrnehmung der Charaktere auswirken kann. Irgendwann hat die Geschichte aber eine solch starke Sogwirkung aufgebaut, dass ich unbedingt wissen wollte wie es weitergeht. Zumal man selten eine derart gekonnte Kombination aus Fakten, Fiktion, "True Crime" und verschiedenen Themen wie Feminismus, Misogynie, Selbstfindung, Verlust, Traumata und gesellschaftlichen Themen unter Zuhilfenahme von Psychologie und Rechtswissenschaften zu lesen bekommt. Der nüchterne Ton, der dabei teilweise angeschlagen wurde, hat noch mal eine ganz eigene Wucht.. - Kraftvoll, klug, gehaltvoll, intensiv, wichtig und sehr sehr lesenswert!
Bright Young Woman ist ein Buch, das bewusst die Frauen in den Mittelpunkt stellt – nicht die Männer, denen sie zum Opfer fielen. Es erzählt die Geschichten dieser Frauen und der Menschen, die mit Schmerz, Trauer und offenen Fragen zurückbleiben. Dabei wird eindrücklich gezeigt, wie schwer es für Frauen ist, in einer von Vorurteilen geprägten Gesellschaft Gehör zu finden – und wie sehr sie sich verbiegen müssen, um nicht als „hysterisch“, "schwach" oder auch "unglaubwürdig" abgestempelt zu werden. Das Buch beleuchtet auch kritisch, wie stark Täter in den 1970er- und 80er-Jahren von Medien und Öffentlichkeit glorifiziert wurden. Etwas, dass sich leider auch noch heute beobachten lässt. Obwohl der Ausgang der Geschichte von Beginn an klar ist, fiebert man mit jeder Seite mit. Man spürt die Wut, das Mitgefühl und die Hilflosigkeit – bis hin zum unausweichlichen Ende. Die Protagonistinnen sind mir dabei sehr ans Herz gewachsen. Obwohl ich Zeitsprünge in Romanen sonst eher nicht so gerne mag, waren sie hier stimmig, spannend und fesselnd – ich wollte nichts überspringen. Ein absolut lesenswertes Buch, das ich jederzeit weiterempfehlen würde.

Ein spannender Roman, der auf den Morden von Ted Bundy basiert und die Perspektive der weiblichen Opfer in den Fokus nimmt, indem ihnen eine Stimme gegeben wird. Der Roman zeigt auf drastische Weise, wie Frauen seit unzähligen Jahren diskriminiert, misshandelt und missbraucht werden… Einige Stellen waren so krass geschrieben, dass ich sie zweimal lesen musste, um sicher zu gehen, dass ich mich nicht verlesen habe.
Bright Young Women von Jessica Knoll ist ein emotionales Meisterwerk, das den Leser auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle mitnimmt.
Die Geschichte ist ergreifend, erschütternd und tiefgründig, und sie hinterlässt einen bleibenden Eindruck. Jessica Knoll versteht es meisterhaft, komplexe Themen mit einer erzählerischen Intensität zu verbinden, die fesselt und nachdenklich stimmt. Immer wieder fand ich mich wütend, betroffen und zugleich bewundernd, wie klar und schonungslos die Autorin gesellschaftliche Missstände und persönliche Schicksale darstellt. Das Buch regt nicht nur zum Nachdenken an. Trotz der schweren Themen, die behandelt werden, ist es ein Buch, das man kaum aus der Hand legen kann. Eine klare Leseempfehlung für alle, die nach einer intensiven und berührenden Lektüre suchen. Jessica Knoll hat mit Bright Young Women ein Werk geschaffen, das im Herzen bleibt.

Sternebewertung fiktiv
Jessica Knolls Bright Young Women ist ein eindringlicher Thriller, der die Opfer ins Zentrum stellt. Pamela Schumacher, Vorsitzende eines Studentenwohnheims, wird zur Zeugin eines schrecklichen nächtlichen Angriffs. Ihre beste Freundin Denise und andere Mädchen fallen einem brutalen Täter zum Opfer; Denise stirbt dabei. Die Autorin beschreibt die Ereignisse mit einer beeindruckenden Detailgenauigkeit, die den Schrecken greifbar macht, ohne sensationsgeil zu wirken. Besonders bemerkenswert ist, dass Ted Bundy, dessen Taten als Inspiration dienten, weder namentlich genannt wird. Durch Zeitsprünge verwebt Knoll die Gegenwart mit der Vergangenheit. Pamela begegnet Tina, die in den 1970er-Jahren ein Mädchen namens Ruth kannte, das ebenfalls Opfer des Täters wurde. Die Verbindung der Frauen zeigt ihre Stärke und ihren Willen, trotz der erlebten Gewalt Gerechtigkeit zu suchen und das Geschehene zu bewältigen. Die starke Charakterisierung der Hauptfiguren und die detaillierte Erzählung machen den Roman zu weit mehr als einen klassischen Thriller. „Bright Young Women“ erzählt von Verlust, Überleben und Solidarität und schafft es, Spannung mit emotionaler Tiefe zu verbinden. Es ist ein Buch, das Gänsehaut erzeugt und noch lange nach dem Lesen beschäftigt. Großartig übersetzt und hat mich kaum losgelassen.
2024_#109 ♀️
Das Buch erzählt die Geschichte des Serienmörders Ted Bundy, ohne jedoch auch nur ein einziges Mal dessen Namen zu nennen oder ihm überhaupt einen Namen zu geben. Die Geschichte wird ausschließlich aus der Sicht von zwei oder eigentlich eher drei Frauen erzählt, die auf unterschiedliche Arten in seine Verbrechen involviert sind. Sie kämpfen um Gerechtigkeit und vor allem darum, ernst genommen zu werden. Trotz des Themas war das Buch kein Thriller. Die Art, wie die Geschichte erzählt wurde, war absolut berührend und mitreißend und hat mir sehr gut gefallen. Ich habe total mit den Frauen mitgefühlt. Auf jeden Fall eine Empfehlung!

Mutige Frauen
Ein Mythos über einen Serienmörder. Pamela bleibt an einem Samstagabend 1979 im Verbindungshaus. Die anderen Mädels gehen aus. Ein Mann bricht ein, in ihr Verbindungshaus auf der Florida State University und tötet mehrere junge Frauen, u.a. Pamela’s beste Freundin Denise. Es geht ein Kampf um die Wahrheit los, ein Kampf um Gerechtigkeit von Frauen, ein Kampf gegen das Justizsystem. „Niemand sagt dir, wie schmerzhaft Angst sein kann, wie ein Bienenstich, der das gesamte Nervensystem lahmlegt.“ In diesem Buch wird die Geschichte des berüchtigten Serienmörders Ted Bundy neu geschrieben. Aber diesmal geht es um mutige Frauen. Es geht um Pamela, die um ihre beste Freundin kämpft. Es geht um Tina, deren Partnerin dem gleichen Mann erlag und nie gefunden wurde. Frauen, die für die Wahrheit einstehen, und ein Recht auf Leben wollen. Tolles Buch trotz schlimmer Ereignisse. Schicksal, dass ich es am Weltfrauentag fertig gelesen habe? Egal - auf uns, Frauen 💫🧡 „Niemand möchte Nörgler, und wir wollen unbedingt, dass andere ein positives Bild von uns hatten.“
In mehrfacher Hinsicht richtig richtig gut 👍🏻 feministisch und stark 💪🏻
Die Sprache und der Aufbau der Geschichte sind ganz individuell und nicht vorhersehbar. Das is mir immer sehr wichtig - nichts is langweiliger, als das Ende des Satzes oder sogar des Buchs vorhersehen zu können. Die Autorin springt zwischen mehreren Erzähl- und Zeitebenen, erzählt abwechselnd aus der Perspektive der Zeugin Pamela und der Perspektive des Mordopfers Ruth, die in Pamelas Zeitebene bereits von Bundy ermordet wurde. Obwohl man weiß, dass Ruth in ihrer Zeitebene sterben wird, bleibt man am Ball. Genauso wie man weiß, dass die Titanic untergehen wird. Trotzdem ist es spannend, weil Ruth als Charakter unheimlich plastisch wird und eine tragische Geschichte mit sich bringt, die nicht nur die Unterdrückung von Frauen, sondern auch die von Homosexuellen in den 70ern abbildet! Pamela kämpft darum, ihrer Perspektive Geltung zu verschaffen, für Gerechtigkeit für die getöteten jungen Frauen und gegen die öffentliche Meinung, die den Serienmörder idolisiert. Denn der Mythos über Ted Bundy überschattet die Wahrheit. Tatsächlich wird dessen Name nur ein einziges Mal erwähnt: im Klappentext auf der Innenseite des Umschlags. Denn es soll nicht schon WIEDER um dieses frauenhassende Arschloch gehen. Diese weibliche Perspektive ist der Autorin mMn super gelungen! Hierzu ein paar Zitate: „Es gab Männer, die ihre Fingerknöchel knacken ließen, während sie mir anvertrauten, was sie dem Angeklagten antun würden, wenn sie die Chance dazu bekämen, und dachten, es würde mir ein beruhigendes Gefühl geben. Dabei stellte ich lediglich fest, dass der Unterschied zwischen dem Mann, der Denise Gewalt angetan hatte, und den vielen Männern, die mir jeden Tag auf der Straße begegneten, gar nicht so groß war.“ - S. 77 „National übergreifende Inkompetenz, gepaart mit einer problematischen Einstellung zu Verbrechen gegen Frauen, ließen eine Art Vakuum entstehen, durch das sich ein Studienabbrecher mit einer schweren, emotionalen Störung über Jahre hinweg ungestraft bewegen konnte. Die Behörden machen lieber aus einem Langweiler, ein Genie, als dass sie sich ernsthaft mit der Rolle auseinandersetzen, die sie selbst in diesem ganzen Spektakel gespielt haben. Ich habe es satt zu sehen, wie sie […] in […] Dokumentationen über die Intelligenz, den Charme und die Raffinesse eines gewöhnlichen Frauenhassers reden. Die Wahrheit ist eine andere.“ - S. 106 „Frauen hatten so ein seltsames Gefühl bei ihm. Ein Gefühl, das wir alle bekommen, wenn etwas nicht stimmt, wir aber nicht wissen, wie wir uns höflich aus der Situation befreien sollen, ohne das Risiko auf Gewalt und Belästigung zu erhöhen. Das gehört nicht zu den Dingen, die man Frauen beibringt, genauso wie man Männern nicht beibringt, dass man Frauen in Ruhe lässt, wenn sie in Ruhe gelassen werden wollen.“ - S. 234 Also von wegen krasse Ausstrahlung und Wirkung auf andere Menschen! Es gibt einen Spielfilm, in dem er von Zac Efron gespielt wird. Er sieht des echten Bundy tatsächlich ein bisschen ähnlich, den haben sie gut hergerichtet 😅 Eine Überlebende im Buch hat die Theorie, dass Bundy Frauen umgebracht hat, die das erreicht hatten, was er gerne sein wollte: angehende Juristinnen, intelligente Frauen!
Jeder kennt den Namen des Täters. Aber was ist mit den Opfern? Dieses Buch beschäftigt sich mit den Verbrechen eines weltbekannten Serienmörders, aber aus einer Sichtweise, die leider viel zu oft vergessen wird. Jessica Knoll gibt dem Täter keine Bühne, sondern erzählt die Geschichte der Frauen, die unter ihm, seinen Taten und dem Umgang in der Öffentlichkeit gelitten haben. Ein großartiges, sehr wichtiges Buch.

4 ⭐️
Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht so genau, wie ich dieses Buch bewerten soll. Die Geschichte basiert auf einem der bekanntesten Serienmörder überhaupt – aber komplett anders, als man es sonst kennt. Es geht hier nicht um den Täter, nicht um seine Vergangenheit, sein Aussehen oder seine vermeintliche Intelligenz. Sein Name wird nicht einmal genannt, und genau deshalb werde ich ihn auch hier nicht erwähnen. Stattdessen erleben wir die Geschichte aus der Sicht der Opfer bzw. vor allem aus der Perspektive einer Augenzeugin. Es geht darum, wie mit Opfern umgegangen wird, wie die Polizei ermittelt (oder eben nicht) und wie das Leben als Frau zu dieser Zeit generell aussah. Das Buch transportiert extrem viel Female Rage, und genau das fand ich sehr gelungen umgesetzt – ohne einem Täter, der ohnehin schon viel zu sehr glorifiziert wurde, noch mehr Raum zu geben 🖤🔥 Ich verstehe allerdings auch die Kritik, dass sich das Buch zwischendurch etwas gezogen hat, es sind viele Alltagsgeschichten rund um den Fall, die nicht viel Spannung hergeben. Wir begleiten in der Geschichte auch das Leben eines zukünftigen Opfers, und obwohl ich wusste, wie es ausgehen wird, habe ich beim Lesen die ganze Zeit gehofft, dass sie es vielleicht doch schafft. Dieses Wissen hat das Lesen emotional sehr schwer, aber auch unglaublich intensiv gemacht. Mich hat die Geschichte insgesamt stark gefesselt, vor allem wegen der feministischen Aspekte, die für mich richtig gut funktioniert haben. Ich würde das Buch definitiv weiterempfehlen – kann aber absolut verstehen, wenn es nicht jede:n abholt oder wenn man damit nicht warm wird. Ein besonderes, unbequemes Buch, das lange nachwirkt 📖🖤
Erschütternd aber so wichtig!
Man begleitet in dem Buch zwei Frauen, die beide demselben Serienmörder begegnen wobei leider nur eine diese Begegnung überlebt, dabei aber unter anderem ihre beste Freundin verliert. Ich fand es sehr gut, dass der Name des Serienmörders tatsächlich kein einziges Mal genannt wurde um wirklich deutlich zu machen, dass ihm hier keine weitere Bühne geboten werden soll und der Fokus auf den Opfern und aber auch auf den Überlebenden liegen soll. Die Geschichte macht wütend, weil auch sehr gut dargestellt wird, welches Bild die Presse und die Öffentlichkeit von dem Täter hatte (hauptsächlich auf Grund des guten Aussehens) und auch echt fassungslos wie mit den Überlebenden umgegangen wurde. Es war teilweise auch echt schmerzhaft die Geschichte zu verfolgen, da man weiß, auf was man unwiderruflich zusteuert und man es gerne verhindern würde. Gerade in Zeiten vom True-Crime-Hype, den es ja bereits seit einigen Jahren gibt und dem ich mich auch nicht verwehren konnte ist es trotz aller „Faszination“ für die Täter aber sehr wichtig, nicht die Opfer und Überlebenden/Hinterbliebenen zu vergessen, die diese Faszination sicher nicht nachvollziehen können…Daher starkes und wichtiges Buch, dass einem die Augen öffnet und einiges hinterfragen lässt 👍

Aufwühlend, fesselnd und verändert den Blickwinkel
Diese Geschichte geht unter die Haut und ließ mich lange nicht los. Der Schreibstil ist fesselnd und auf den Punkt. Die Hauptfiguren wirken authentisch und lebendig – ihre Gedanken und ihr Handeln sind nachvollziehbar und verleihen der Geschichte eine besondere Tiefe, die die Stimmung des Buches entscheidend prägt. Man ist dort. Bei Ihnen. Man bangt, man hofft, man hält den Atem an.
Ein spannender und zugleich nachdenklich stimmender Roman, der sich mit der strukturellen Unsichtbarmachung von Gewalt gegen Frauen und der medienwirksamen Täterzentrierung auseinandersetzt. Positiv hervorzuheben ist die klare, aber nicht überzeichnete feministische Perspektive, die den Fokus konsequent auf die Betroffenen und ihre Solidarität richtet. Die zahlreichen Zeitsprünge empfand ich als gelegentlich verwirrend, mich störten zudem (Übersetzungs-)Fehler. Dennoch: ein bedeutendes Buch mit klarem gesellschaftlichem Anliegen, das allein deshalb unbedingt empfehlenswert ist!
Bright Young Women von Jessica Knoll [Ü: Jasmin Humburg] Bright Young Women erzählt die Geschichten der Opfer von Ted Bundy, basierend auf wahren Begebenheiten. Das Buch wurde mit Unterstützung von Kathy Kleiner verfasst, einer echten Überlebenden. Im Mittelpunkt der Story steht Pamela, die Leiterin eines Verbindungshauses der Florida State University, und die schrecklichen Ereignisse vom Januar 1978. Gleichzeitig begleiten wir Tina, deren Geschichte etwas früher beginnt. Tinas Freundin Ruth wurde vor einiger Zeit vermisst gemeldet und seitdem nicht gefunden. Tina sieht bei den Verbrechen und dem Verschwinden ihrer Freundin einen Zusammenhang und versucht die Lage aufzudecken. Das Buch springt zwischen den Jahren 1976 und 2021 hin und her, aus der Sicht von Pamela und Ruth. Was mir besonders zugesagt hat, ist der Aspekt „female rage” – die Wut der Frauen, mit der sie auf die brutalen Geschehnisse und das Versagen des (Rechts-)Systems reagieren. Tina geht dabei unglaublich stark mit allem um, was ihr widerfährt und spricht ihre Emotionen laut aus und möchte, dass andere Frauen auch laut sind. Erschreckend ist auch, dass Pamela sich auf keinen Mann (außer ihren Vater) verlassen konnte. Bright Young Women ist spannend, wütend und emotional aufwühlend. Es ist mehr als nur eine Erzählung über Verbrechen – es zeigt auf, wie tiefgreifend Frauen vom System enttäuscht wurden, und das macht die Geschichte so packend und wichtig. Zum Schluss hatte ich einfach nur Gänsehaut.
„Dinge wachsen anders, wenn sie beschädigt sind(…).“
Genau davon zeugt dieses Buch. Darum geht es: (Ausschnitte aus dem Klappentext) 1978, ein Verbindungshaus und ein Einbruch. Bei diesem werden auf die unvorstellbarste Weise mehrere junge Frauen getötet. Schon bald wird der Mann als Serienmörder in die Geschichte eingehen. Doch das faszinierende am Buch: Es geht nicht um die Tat als solche, sondern vielmehr um Frauen, die diese Tat überstanden haben und andere. Denn Sie alle finden Verbündete und kämpfen von nun an um Gerechtigkeit und gegen Widerstände aus Justiz und Polizei. Meine Empfindungen: 🌪️💜💥🤯😯💪🏻 Der Aufbau hat mir einiges an Mitdenken abverlangt aufgrund der vielen Frauen um die es geht. Kapitelweise wechselt die Geschichte beziehungsweise geht nach mehreren Kapitel die Geschichte einer Frau erst weiter. Nicht nur das: Es sind auch unterschiedliche Erzählebenen (Vergangenheit und Gegenwart). Das hat mich hier und da, gerade nach Lesepausen, verwirrt. Trotzdem oder gerade deshalb ist das Buch sehr gut und empfehlenswert. Vereinzelt langatmig und doch abwechslungsreich mit immer wieder neu auftretenden Geschehnissen, Erkenntnissen und Spannungsbögen. Wirklich gut gemacht. Interessant zu lesen. Bisher selten bis noch nie so gelesen. Aber Achtung: 🚨 Wer hier eine hochspannungsreiche Story eines Serienmörders sucht, wird lange suchen und diese nicht finden. Es geht um die Frauen und wie Sie ihr Leben leben. Welche Prägungen die Ereignisse und ihr Aufwachsen in der Kindheit und im Jugendalter angenommen haben und wie sie heute „funktionieren“, denken und agieren. Interessant miteinander verwoben.

wow!! Ich habe dieses Buch verschlungen, es war total interessant und spannend. Schon allein der Titel hat mich total angesprochen, da ich sofort an den Richter gedacht habe, der Ted Bundy als “Bright young man” bezeichnet hat. Es ist so toll zu sehen, dass Jessica Knoll die Geschichte mit einem Fokus auf die starken, strahlenden Frauen geschrieben hat. In diesem Buch sieht man, wie die Opfer ihr eigenen Wert wiederfinden und von ihrem Trauma heilen. Es war definitiv ein Highlight von diesem Jahr und ich würde es jedem empfehlen. Ob true-crime Fan oder einfach nur Romane liebhaber.
Ein eindringlicher Roman über einen True-Crime Fall aus den 70ern, in denen endlich mal die Opfer im Vordergrund stehen und nicht der Täter, dessen Name im Buch nicht erwähnt wird, sondern nur als „der Angeklagte“ bezeichnet wird. Im Buch gibt es unterschiedliche Erzählperspektiven, wobei mir die von Pamela aus den 70ern am besten gefallen hat. Trotz einiger Längen hat mir das Buch gut gefallen. Ich würde es weiterempfehlen 🙂
Der Angeklagte hat dem pretty privilege seinen Namen gemacht? Vielleicht war er nur eine verkrachte und hochgradig gestörte Einzelexistenz.
Danke an die Autorin, dass ich dieses Werk lesen durfte! Ich schaue und höre viel True Crime, so ist mir der Fall „des Angeklagten“, der ganz bewusst keinen Namen hat im Roman, im Hinterkopf gewesen. Dieser Roman schafft es auf eine ganz, ganz tolle Art und Weise die selbst inszenierte und von den Medien aufgebauschte Figur des Mörders umzukehren in das, was er wirklich war: ein Mann mit vielen Gesichtern, der sich voller Lust der absoluten Brutalität hingab, um Frauen zu erniedrigen. Die Frauen im Buch müssen erfahren, was es heißt, wenn sie in der Gesellschaft aufgrund ihres Geschlechts abgewertet werden, dass die Presse und Gerichte sie nicht ernst nehmen. Die weiblichen Figuren Pamela, Ruth und Tina waren ganz wunderbar skizziert! Die 3 Zeitebenen waren auch perfekt ineinander verwoben und durch die Figuren miteinander verbunden. Der Schreibstil war nicht blumig, eher plotgetrieben ohne aber Gefühle auszuklammern. Die Anspannung Ruths, als sie dem Angeklagten gegenüberstand war beklemmend. Ebenso war ich verzweifelt, als Pamela von der Strafverteidigung über völlig irrelevante Dinge ausgefragt wurde. Ich hatte ebenso ein Gefühl der Angst, als keines der Mädchen wieder im Verbindungsgaus schlafen konnte. Lest dieses Buch, schaut parallel die Bundy Tapes oder hört einen Podcast. Eine absolute Empfehlung!
Schockierend, fesselnd und berührend !
Jessica Knoll zeigt in diesem Roman die Geschichte des Serienmörders Ted Bundy aus einer ganz anderen Perspektive. Aus der Perspektive von mutigen, jungen Frauen, die allen gesellschaftlichen Einstellungen und sexistischen Rollenbildern zum Trotz trotzdem aufstehen und Gerechtigkeit für ihre verstorbenen Freundinnen fordern. Auch wenn der Roman immer noch ein Roman ist erzählt er doch eine wahre Geschichte über das Schlimmste, das einem Menschen passieren kann, aber auch wie es weitergeht und wie wichtig es ist, für seine Meinung einzustehen. Grade für Frauen war es in den 70ern und 80ern ja immer noch nicht einfach, aber es wurde viel gekämpft und viel protestiert. Dieser Roman setzt auf scharfsinnige und berührende Weise allen Frauen ein Denkmal, die die Idolisierung eines Mörders verhindern wollten und bis zu letzt für Gerechtigkeit kämpften.























































