Black Leopard, Red Wolf
Buy Now
By using these links, you support READO. We receive an affiliate commission without any additional costs to you.
Description
Winner of the L.A. Times Ray Bradbury Prize
Finalist for the 2019 National Book Award
The New York Times Bestseller
Named a Best Book of 2019 by The Wall Street Journal, TIME, NPR, GQ, Vogue, and The Washington Post
"Gripping, action-packed....The literary equivalent of a Marvel Comics universe." --Michiko Kakutani, The New York Times
The epic novel from the Man Booker Prize-winning author of A Brief History of Seven Killings
In the stunning first novel in Marlon James's Dark Star trilogy, myth, fantasy, and history come together to explore what happens when a mercenary is hired to find a missing child.
Tracker is known far and wide for his skills as a hunter: "He has a nose," people say. Engaged to track down a mysterious boy who disappeared three years earlier, Tracker breaks his own rule of always working alone when he finds himself part of a group that comes together to search for the boy. The band is a hodgepodge, full of unusual characters with secrets of their own, including a shape-shifting man-animal known as Leopard.
As Tracker follows the boy's scent--from one ancient city to another; into dense forests and across deep rivers--he and the band are set upon by creatures intent on destroying them. As he struggles to survive, Tracker starts to wonder: Who, really, is this boy? Why has he been missing for so long? Why do so many people want to keep Tracker from finding him? And perhaps the most important questions of all: Who is telling the truth, and who is lying?
Drawing from African history and mythology and his own rich imagination, Marlon James has written a novel unlike anything that's come before it: a saga of breathtaking adventure that's also an ambitious, involving read. Defying categorization and full of unforgettable characters, Black Leopard, Red Wolf is both surprising and profound as it explores the fundamentals of truth, the limits of power, and our need to understand them both.
Book Information
Posts
Mein erstes Buch der #12für2023 Gekauft habe ich es aufgrund der Coverliebe, mit Klappentext fällt es auch etwas schwer, nachdem sich hinten nur die obligatorischen Quotes befinden. Gelesen im Buddyread mit siralexfelixson und ich war froh darüber, dass nicht nur ich verwirrt war. Eine Zusammenfassung zu erstellen ist nicht einfach, denn was passiert hier eigentlich und was habe ich gelesen? Es geht auf alle Fälle um den "Sucher" der eine "Nase" hat und mit dieser die Spur von vermissten Personen aufnehmen kann. Er soll den Jungen finden, von dem er sehr lange nicht weiß ob er lebt oder nicht und auch nicht warum er diesen finden soll. Klingt wirr? Ist es auch 🤣 Wir befinden uns in einem afrikanischen Setting mit vielen ominösen Sagengestalten und Monstern die in regelmäßigen Abständen auftauchen. Anfangs ist die Sprache mega schwierig, aber man kommt schnell hinein und für so einen Klopper las es sich dann doch schnell. Bei den Dialogen hatte ich leider oft keinen Überblick wer was sagt, weil sie oft gedanklich springen und Gespräche führen denen man oft gar nicht folgen kann. Ansonsten ist es sehr blutrünstig und düster, was mich stören ist, dass es eigentlich das ganze Buch lang nichts positives gibt und man nie einen Moment des Glücks erleben kann. Es geht sehr viel um das Sexualleben der Hauptpersonen und die Sprache ist teils sehr vulgär und wenn man glaubt man ist an einem schönen Ort angekommen, lest einfach weiter 🤣 Alles in allem, wenn ihr das Buch daheim habt, lest es. Irgendwie hat es schon etwas, aber nochmals werde ich es definitiv nicht lesen und die Fortsetzungen auch nicht.

W a s w a r d a s ?
"Ich wollte ihm sagen, dass mich die Suche nach mir selbst hergeführt hatte, doch das waren die Worte eines Narren. Oder etwas, was mein Vater gesagt hätte, doch damals glaubte ich noch, es gäbe ein Ich, das man verlieren könne, und wusste nicht, dass man das Ich nie besitzt. Aber das habe ich schon gesagt. Also sagte ich nichts und hoffte, meine Augen würden sprechen." Ich muss sagen es fällt mir äußerst schwer Marlon James Fantasyauftakt "Schwarzer Leopard, roter Wolf" zu rezensieren, fühlte ich mich beim Lesen doch, als wäre ich entweder im Alptraum eines kranken Hirns gefangen oder non-stop unter Drogen. Das Buch ist so dermaßen wirr und konfus und obendrein oft abartig und unnötig brutal, das mir fast die Worte fehlen. (Übersetzt von Stephan Kleiner) "Nicht alles, was das Auge sieht, sollte der Mund aussprechen." Grob zur Story: Die Geschichte beginnt direkt mit ihrem Ende: einem toten Kind. Der rote Wolf oder Sucher, wie er von allen nur genannt wird, wird als Teil einer Gruppe losgeschickt, um ein verschwundenes Kind zu finden, welches vor drei Jahren verschwand. Dieses Kind soll irgendwie den Thron eines Stammes retten. Der Leopard, ein Gestaltwandler, ist einer seiner engsten Begleiter. Während sie sich also auf die Suche nach diesem Kind machen, stellen sich ihnen jede Menge Feinde in den Weg, die größtenteil der afrikanischen Mythologie zu entspringen scheinen... "Was ist die Wahrheit, wenn sie sich immer weiter ausbreitet und wieder zusammenschrumpft? Die Wahrheit ist nur eine weitere Geschichte. " Meine Meinung: Auf dieser ganzen Reise wird gefühlt jeder von jedem vergew.ltigt oder zumindest heftigst durchgev.gelt. Vor allem mit S.x unter Männern wird hier nicht gespart, genauso wenig mit Gewalt. Generell geht man hier nicht zimperlich miteinander um. Versteht mich nicht falsch: Ich habe absolut nichts gegen gute und auch gut geschriebene Kampfszenen einzuwenden - ganz im Gegenteil, ich lese sie gerne - aber hier war einfach alles zu viel. Zu übertrieben. Zu schockig. Zu explizit. Gefallen haben mir die vielfältigen Wesen. Es gibt Gestaltwandler, Vampire, Hexen, Riesen, einen seltsamen Zwilling (der war wirklich gruselig), und einiges mehr. Auch das Personenverzeichnis ist sehr hilfreich, ebenso die vielen Karten zu Beginn jedes Kapitels mit einer neuen Region. Zur Sprache kann ich auf jeden Fall sagen, dass mir der Erzähltext im Allgemeinen wirklich gut gefallen hat, der ist sprachlich wirklich gut. Aber sobald Dialoge kommen, entgleitet die Sprache total ins Derbe und Obszöne, womit ich nichts anfangen kann. Es macht für mich einen Unterschied, ob nur ein bestimmter Charakter so redet - einfach weil er so drauf ist - oder ob alle so reden. Obendrein kommt noch dazu, dass auch die Gespräche so wirr und durcheinander waren, dass es schwer fällt zu unterscheiden, wer nun was gesagt hat. Trotz allem: Ein paar schöne Zitate konnte ich meiner Sammlung hinzufügen und das Cover ist wirklich auch wunderschön.

So schwer ich mich mit dem Buch getan habe (und noch tue), so schwer fällt es mir in Worte zu fassen, was mich stört, was mich fasziniert und warum ich das Buch schlussendlich doch abgebrochen habe. Oder doch nicht? Vielleicht lasse ich es liegen und lese irgendwann doch noch weiter? Ich weiß es im Moment nicht. Trotzdem möchte ich gerne meine Leseeindrücke jetzt schon hier aufschreiben. Das Buch wird als Fantasy-Roman vermarktet. Aber es ist kein typischer Vertreter dieses Genres. Marlon James entwirft eine Welt, die einerseits so weit weg ist, von dem Afrika, das man zu kennen glaubt und andererseits spielt er mit hochaktuellen Themen, wie dem Umgang mit dem Anderssein und den dazugehörigen Ängsten, dem Ausgestoßensein, der Verfolgung und Ermordung solcher Menschen. Er erzählt von der Beschneidung beider Geschlechter, Albinismus, Homophobie, Hexen, Magie, Gestaltwandlung und immer wieder verknüpft er das alles mit der Sexualität, dem zum Mann oder Frau oder Zwischenmenschen werden und Gewalt gegen alles, was nicht normal erscheint. Auf mich wirkt es eher wie eine Aneinanderreihung von Märchen und Sagen mit aktuellem Bezug. Ich finde diese Welt, dieses Afrika sehr fremd, abstoßend und gleichzeitig faszinierend. Es ist eine ganz eigene Welt, wirkt aber für mich nicht wie eine klassische Fantasywelt. Das ist eher ein sehr religiöser, vom Aberglauben geprägter und mit all den daraus folgenden Konsequenzen handelnder Ort aus real gewordenen Sagen. Es ist ein Buch voller Aberglauben und gesellschaftlicher Zwänge. Ähnlich ist es mit der Erzählweise. Sie wirkt so, als würde man mit einem Barden am Feuer sitzen, der die Sagen und Geschichten seines Volkes erzählt und am Ende jeder einzelnen von mir wissen möchte, was ich darin entdeckt oder daraus gelernt habe. Allerdings erzählt dieser Barde sehr direkt, nimmt kein Blatt vor dem Mund und ist mehr als derb. Ich weiß nicht, ob es eine Seite in diesem Buch gibt, in dem nicht das "F-Wort" benutzt wird und damit meine ich nicht "fuck". Und das ist nur ein Beispiel. Auch sexualisierte Gewalt wird sehr direkt beschrieben, über derart beschriebenen Kindesmissbrauch, Sex mit Tieren oder "Mischwesen" liest man immer wieder etwas. Mit das alles zu viel, weil ich so etwas nicht ständig lesen möchte und es auch die eigentliche Geschichte nicht voran bringt. Die erzählende Hauptfigur, genannt "Sucher", sitzt im Gefängnis und erzählt einem Inquisitor seine Lebensgeschichte. Hierbei springt er von einer Geschichte zur nächsten, ohne irgendeine zeitliche Reihenfolge oder roten Faden. Kurz bevor ich das Buch abgebrochen hatte, war ich schon mehr als genervt, wenn er wieder einmal den vermeintlichen Haupterzählstrang unterbricht, um noch eine bestimmte Anekdote dazwischen zu schieben. Viele begeistere Rezensenten betonen Marlon James poetische Sprache. Ich kann sie in der derben, abgehackten Art nicht entdecken. In dem was James auf diese Weise erzählen lässt, entwirft er durchaus poetische Bilder eines düsteren, grässlichen afrikanischen Sagenwelt, aber unter einer poetischen Sprache verstehe ich etwas anderes. Das sind - bei all der Faszination für diese andersartige Welt - die Hauptgründe, warum ich das Buch, zumindest derzeit, nicht weiterlesen möchte. Ich soll ja Sterne vergeben, aber wirklich festlegen kann ich mich nicht. Es gab Stellen in diesem Buch, denen hätte ich 5 gegeben und dann immer mal wieder solche, die nur einen Stern verdient hätten. Letztere waren mir dann auch zu viel.
Fantasy ist ein Genre, das mich gar nicht reizt. Also wirklich Null. Was Drachen, Elfen, Zwerge und magische Wesen tun interessiert mich recht wenig. Zudem müsste ich schon in einer ganz bestimmten Stimmung sein, um mich auf so eine typische Reihe mit etlichen dicken Schmökern und ausuferndem Worldbuilding einzulassen. *Vorurteile aus*
Der Sucher hat eine sogenannte „Nase“, das heißt er kann Personen, die er einmal gerochen hat, auch über weite Entfernungen aufspüren. Daher erhält er den Auftrag einen Jungen zu finden, welcher vor drei Jahren verschwunden ist. Unterstützung erhält er dabei zwar von verschiedenen Seiten, wird aber auch immer wieder mit verschiedenen „Wahrheiten“ konfrontiert. Leider hat mir die Geschichte bei Weitem nicht so gut gefallen wie erwartet. Die Thematik klang für mich so toll. Es handelt sich hier um ein afrikanisch anmutendes Szenario, in dem es eine Vielzahl mysteriöser und übernatürlicher Wesen gibt: Hexen, Vampire, Gestaltwandler, Menschenfresser, Dämonen und viele mehr. Auch die Tatsache, dass mit Tolkien, „Game of Thrones“ und „Black Panther“ geworben wurde, hat meine Erwartungen enorm gesteigert. Diese wurden allerdings nicht erfüllt. Für mich war dieses Buch an den meisten Stellen zu langatmig, zu verwirrend und zu brutal. Der Schreibstil war zwar bildgewaltig, teilweise poetisch und metaphorisch, also definitiv etwas ganz besonderes und nichts, was man „mal eben so“ liest. Dennoch konnte er mich im Zusammenhang mit der Geschichte und der Umsetzung nicht überzeugen. Anhand der Tatsache, dass das Buch bei Heyne Hardcore verlegt wurde, kann man erahnen, dass es hoch hergehen wird. Die Sprache war aber sowas von vulgär und obszön, dass es für mich einfach too much war. Wie schon gesagt, gab es außerdem sehr viele blutige und brutale Szenen: Kämpfe, Folter, Hinrichtungen, Vergewaltigungen. Außerdem explizit beschriebene Sexszenen. Erwähnt wurden auch oft der Geschlechtsverkehr mit Kindern oder Tieren. Bis der Sucher tatsächlich auf die Suche nach dem Jungen geht, vergehen gut und gerne an die 200 Seiten. Dabei handelt es sich sozusagen um eine Art Vorgeschichte wie er von zuhause weggelaufen ist, wie er zum Sucher wurde und wie er bestimmte Personen kennenlernte. Geschildert wird das Ganze übrigens vom Sucher selber, der seine Geschichte dem „Inquisitor“ darlegt und das auf eine ausschweifende und detaillierte Art und Weise. Besonders sympathisch ist er einem im ganzen Buch über nicht, aber im letzten Teil dreht er völlig durch. Es geschehen im Verlauf nämlich einige Dinge, die einen persönlichen Rachefeldzug auslösen. Auch die anderen Charaktere, von den er berichtet, sind nicht unbedingt Sympathie-Träger. Positiv hervorzuheben ist die Aufmachung des Buches: Das Cover ist mal was anderes und passend zum Inhalt. Die Geschichte ist in verschiedene Teile gesplittet, vor jedem Teil gibt es eine Karte des jeweiligen Standorts. Außerdem gibt es ein Personen-Verzeichnis, welches definitiv hilfreich war. Dies ist der Auftakt einer Trilogie. Für mich gab es jetzt keinen Cliffhanger oder ähnliches. Die Frage ist natürlich, wieso der Sucher sich vor einem Inquisitor verantworten muss und wie es diesbezüglich weiter geht. Es wird wahrscheinlich nicht verwundern, wenn ich sage, dass ich diese Trilogie nicht weiter verfolgen werde.
>>Ein gefährliches, halluzinatorisches, vergangenes Afrika als Fantasywelt...<< „Schwarzer Leopard, roter Wolf“ von Marlon James ist definitiv alles andere als konventionell... es ist sehr brutal, kalt, verwirrend, erschreckend, verstörend und doch voller Wortkraft und einer wie ich finde sehr bunten und anziehenden Welt. Das Buch ist ein ziemlich dicker Leseschicken und bedarf definitiv die ganze Aufmerksamkeit des Lesers. Nebenbei konnte ich das Buch folglich nicht lesen. Dafür musste ich mir wirklich Ruhephasen nehmen, damit ich eben abtauchen und mich auf Marlon James Erzählung einlassen konnte. Manchmal war das ehrlich gesagt nicht ganz einfach und ich fand mich des öfteren etwas zerrissen zwischen beeindruckt und völlig schockiert wieder. Der Fantasy-Aspekt wurde hier für meinen Geschmack sehr schön mit den afrikanischen Einflüssen inszeniert. Neben der Zerrissenheit waren es viele bunte und magische Bilder, die meine Lesezeit so begleitet haben. Für mich persönlich war dieses Buch definitiv sehr besonders, wenn auch auf brutale Art und Weise. Ich habe die Lesezeit mit diesem Buch genossen und es wird definitiv ein Buch bleiben, was mir noch eine ganze ganze Weile gedanklich nachhängen wird, denn Marlon James konnte mich als Leser brutal tief und gewaltig treffen. Ich bin gespannt, was die weiteren Bände dieser Trilogie bereit halten werden und ich werde ganz sicher nicht umhin kommen sie zu lesen! Ich kann das Buch definitiv empfehlen, allerdings mit der Warnung, dass es wirklich wortgewaltig und mitunter sehr brutal ist! Für Leser unter 18 Jahren würde ich es nicht empfehlen! Ich denke man sollte sich gegebenenfalls vorher auch eine Leseprobe anschauen, denn Marlon James Stil ist doch sehr besonders und speziell, das wird Liebhaber begeistern, aber auch sicher auf Abneigung stoßen.
Beschreibung Man sagt ihm nach er habe eine Nase und so wird der Sucher beauftragt einen Jungen aufzuspüren, der vor drei Jahren entführt wurde. Auf seiner Mission wird er von einem Gestaltwandler – mal Leopard, mal Mensch- und einigen Söldnern durch die Steppe und die Wälder Afrikas begleitet. Zusammen müssen sie einige Abenteuer bestehen, die stark durch die mystische Seite der magieumrankten Kultur beeinflusst sind. Doch wird es dem Sucher gelingen zwischen einem drohenden Krieg der Könige den verschwundenen Jungen zu finden? Meine Meinung Man Booker Prize Träger Marlon James legt mit »Schwarzer Leopard, roter Wolf« den Auftaktband zu seiner Fantasy Trilogie »Dark Star« vor, die die Meinungen der Leser*innen spalten wird. Hochgelobt von literarischen Größen wie Neil Gaiman oder Salman Rushdie wird der Roman mit dem Urklassiker der High Fantasy, »Der Herr der Ringe«, und der Mega-Bestseller-Reihe »Das Lied von Eis und Feuer« in einem Atemzug genannt. Aus diesem Grund ließ ich mich mit einer hohen Erwartung auf dieses Leseabenteuer ein und wollte mich vom farbenprächtigen Afrika bezirzen lassen, doch diese Geschichte nahm einen ganz anderen Lauf… Für einen recht holprigen Einstieg, der für mich fast dreihundert Seiten in Anspruch nahm, trifft es das Motto des Suchers auf den Punkt, und so dachte ich mir im Stillen »Fick die Götter«, wo hat Marlon James nur den roten Faden gelassen, der die Leser*innen durch seinen undurchdringlichen Dschungel aus Gestaltenwandlern, Dämonen, Vampiren, Hexen usw. leitet? Doch damit noch nicht genug, denn auch von Marlon James sprachlichem Stil hätte ich mir eher einen Erste-Klasse-Flug erwartet anstatt auf einer altersschwachen Kutsche ordentlich durchgerüttelt zu werden. Der Weg des homosexuellen Hauptakteuers, der im ganzen Roman einfach nur mit den Namen Sucher angesprochen wird, ist von sexualisiertem Verhalten sowie einer odinären Fäkalsprache gepflastert und liefert mit Vergewaltigungen und der Auslebung gewalttätiger Triebe jede Menge harten Tobak, der zurecht das Label »Heyne Hardcore« trägt. Die ganze Geschichte wird in sprunghaften Erzählungen aus der Perspektive des Suchers, der sich in der Gegenwart einer dritten Person, dem Inquisitor, befindet geschildert. Dies mag zwar die Wahl der einfachen und hakenden Sprache als Stilmittel erklären, aber sollte dies zutreffend sein, dann ist fraglich warum Marlon James dennoch immer wieder zwischendurch und auf den letzten zweihundert Seiten ein durchaus flüssigeren und angenehmeren Erzählstil durchblicken lässt. Es gelang mir trotz der Erzählperspektive nicht, mich in den Hauptprotagonisten »Sucher« hineinzuversetzten und ich scheiterte daran, seine Beweggründe und sein Handeln nachzuvollziehen zu können. Je weiter ich mich jedoch in den psychedelischen Erzählungen verstrickte, desto mehr nahmen mich die traditionellen Sagenwesen des afrikanischen Kontinents gefangen, auch wenn ich hier jede Menge extra nachschlagen musste, da Marlon James zahlreiche Bezeichnungen ohne nähere Erklärungen in den Raum wirft und mich dieses Nachschlagen immer wieder aus dem sich entfaltenden Zauberbann seiner Fantasiewelt herausgerissen hat. Die ätherische Mixtur von Sagumas über Mingi Kinder, die aufgrund ihrer Fehlbildungen ihr Leben mit dem Tod bezahlen müssen oder als Verstoßene leben, und eine Vielzahl an obskuren Fabelwesen wie z. B. der Blut saugenden Asanbonsam mit seinem Bruder Sasabonsam, dem Blitzvogel Ipundulo sowie Aesi der Götterschlächter liefern einen wunderbaren Ansatz zu einem epischen Fantasiewerk, für mich fehlte es jedoch auch hier an einer erkennbaren Struktur. »Niemand liebt niemanden.« Diese drei Worte liefern einen Blick auf den Hauptprotagonisten der Geschichte, der nicht nur im Hinblick auf den entführten Jungen auf der Suche ist, sondern gleich auf mehreren Ebenen auf der Suche ist. Der Glaube seines Stammes macht ihn durch das nicht vollzogene Ritual der Beschneidung zu einem Mann, in dem auch noch eine Frau wohnt, und so wird er folglich nicht als kompletter Mann angesehen, wodurch er auch nicht nur auf der Suche nach seinem Platz in der Gesellschaft ist, sondern auch auf der Suche nach dem Weg zu sich selbst. Dem Sucher werden diverse Weggefährten an die Seite gestellt, sodass sich das daraus resultierende kuriose Bildnis einer Superhelden-Action-Story mit den Urklängen des Romans vermischt. Mochte zu Beginn des Abenteuers noch die ein oder andere Länge für eine regelrechte Hassliebe gesorgt haben, so hat mich die aufkommende düstere Spannung auf den letzten zweihundert Seiten und die Gruppendynamik der skurillen Gefährten mit dem schweren Einstieg versöhnt. Fazit Marlon James zeichnet ein berauschendes Kaleidoskop seiner afrikanisch-exotischen Fantasywelt, die jedoch recht unausgegoren und mit einigen Längen daherkommt.
Beschreibung Man sagt ihm nach er habe eine Nase und so wird der Sucher beauftragt einen Jungen aufzuspüren, der vor drei Jahren entführt wurde. Auf seiner Mission wird er von einem Gestaltwandler – mal Leopard, mal Mensch- und einigen Söldnern durch die Steppe und die Wälder Afrikas begleitet. Zusammen müssen sie einige Abenteuer bestehen, die stark durch die mystische Seite der magieumrankten Kultur beeinflusst sind. Doch wird es dem Sucher gelingen zwischen einem drohenden Krieg der Könige den verschwundenen Jungen zu finden? Meine Meinung Man Booker Prize Träger Marlon James legt mit »Schwarzer Leopard, roter Wolf« den Auftaktband zu seiner Fantasy Trilogie »Dark Star« vor, die die Meinungen der Leser*innen spalten wird. Hochgelobt von literarischen Größen wie Neil Gaiman oder Salman Rushdie wird der Roman mit dem Urklassiker der High Fantasy, »Der Herr der Ringe«, und der Mega-Bestseller-Reihe »Das Lied von Eis und Feuer« in einem Atemzug genannt. Aus diesem Grund ließ ich mich mit einer hohen Erwartung auf dieses Leseabenteuer ein und wollte mich vom farbenprächtigen Afrika bezirzen lassen, doch diese Geschichte nahm einen ganz anderen Lauf… Für einen recht holprigen Einstieg, der für mich fast dreihundert Seiten in Anspruch nahm, trifft es das Motto des Suchers auf den Punkt, und so dachte ich mir im Stillen »Fick die Götter«, wo hat Marlon James nur den roten Faden gelassen, der die Leser*innen durch seinen undurchdringlichen Dschungel aus Gestaltenwandlern, Dämonen, Vampiren, Hexen usw. leitet? Doch damit noch nicht genug, denn auch von Marlon James sprachlichem Stil hätte ich mir eher einen Erste-Klasse-Flug erwartet anstatt auf einer altersschwachen Kutsche ordentlich durchgerüttelt zu werden. Der Weg des homosexuellen Hauptakteuers, der im ganzen Roman einfach nur mit den Namen Sucher angesprochen wird, ist von sexualisiertem Verhalten sowie einer odinären Fäkalsprache gepflastert und liefert mit Vergewaltigungen und der Auslebung gewalttätiger Triebe jede Menge harten Tobak, der zurecht das Label »Heyne Hardcore« trägt. Die ganze Geschichte wird in sprunghaften Erzählungen aus der Perspektive des Suchers, der sich in der Gegenwart einer dritten Person, dem Inquisitor, befindet geschildert. Dies mag zwar die Wahl der einfachen und hakenden Sprache als Stilmittel erklären, aber sollte dies zutreffend sein, dann ist fraglich warum Marlon James dennoch immer wieder zwischendurch und auf den letzten zweihundert Seiten ein durchaus flüssigeren und angenehmeren Erzählstil durchblicken lässt. Es gelang mir trotz der Erzählperspektive nicht, mich in den Hauptprotagonisten »Sucher« hineinzuversetzten und ich scheiterte daran, seine Beweggründe und sein Handeln nachzuvollziehen zu können. Je weiter ich mich jedoch in den psychedelischen Erzählungen verstrickte, desto mehr nahmen mich die traditionellen Sagenwesen des afrikanischen Kontinents gefangen, auch wenn ich hier jede Menge extra nachschlagen musste, da Marlon James zahlreiche Bezeichnungen ohne nähere Erklärungen in den Raum wirft und mich dieses Nachschlagen immer wieder aus dem sich entfaltenden Zauberbann seiner Fantasiewelt herausgerissen hat. Die ätherische Mixtur von Sagumas über Mingi Kinder, die aufgrund ihrer Fehlbildungen ihr Leben mit dem Tod bezahlen müssen oder als Verstoßene leben, und eine Vielzahl an obskuren Fabelwesen wie z. B. der Blut saugenden Asanbonsam mit seinem Bruder Sasabonsam, dem Blitzvogel Ipundulo sowie Aesi der Götterschlächter liefern einen wunderbaren Ansatz zu einem epischen Fantasiewerk, für mich fehlte es jedoch auch hier an einer erkennbaren Struktur. »Niemand liebt niemanden.« Diese drei Worte liefern einen Blick auf den Hauptprotagonisten der Geschichte, der nicht nur im Hinblick auf den entführten Jungen auf der Suche ist, sondern gleich auf mehreren Ebenen auf der Suche ist. Der Glaube seines Stammes macht ihn durch das nicht vollzogene Ritual der Beschneidung zu einem Mann, in dem auch noch eine Frau wohnt, und so wird er folglich nicht als kompletter Mann angesehen, wodurch er auch nicht nur auf der Suche nach seinem Platz in der Gesellschaft ist, sondern auch auf der Suche nach dem Weg zu sich selbst. Dem Sucher werden diverse Weggefährten an die Seite gestellt, sodass sich das daraus resultierende kuriose Bildnis einer Superhelden-Action-Story mit den Urklängen des Romans vermischt. Mochte zu Beginn des Abenteuers noch die ein oder andere Länge für eine regelrechte Hassliebe gesorgt haben, so hat mich die aufkommende düstere Spannung auf den letzten zweihundert Seiten und die Gruppendynamik der skurillen Gefährten mit dem schweren Einstieg versöhnt. Fazit Marlon James zeichnet ein berauschendes Kaleidoskop seiner afrikanisch-exotischen Fantasywelt, die jedoch recht unausgegoren und mit einigen Längen daherkommt.
Disclaimer: I did not read the book but listened to the audiobook (with a brilliant narrator), and I'm not sure I'd have made it through if I'd read it due to the horrendously and powerfully graphic violence in this. Yes, I admit I might be squeamish. Yes, I had to turn the audiobook off and take a break after various torture scenes because the narrator was being too realistic for my poor mind. That said, let me reiterate that the comparison to ASoIaF is uncalled-for, and honestly unfair - at least from the point of view of somebody who didn't particularly enjoy most of that unfinished [censored]. For one thing, the female characters in this book are powerful and cunning - though, admittedly, often on the fiendishly evil side of things. And the male main/narrator character, Tracker, usually gets the short end of the stick in conflicts there. Personally, I do appreciate capable female villains (which possibly is the main reason for my eternal disappointment in Cersei), and I like it when ruthlessness isn't attributed to one gender only. Here, everybody gets to be successfully wicked. I'd also like to focus on Tracker himself for a moment whose mysogenistic world view becomes a self-fulfilling prophecy to haunt his existence up until the point when he faces it for what it really is, in his case: the lingering disappointment and distrust of a child due to unresolved issues with his mother. This actually becomes a topic in the context of the brief period in which Tracker is actually allowed by the author to experience happiness and fulfillment. The quest (which is the main plot of the book, but only starts a good while in) seemed almost as much a quest for identity and belonging for him as it is the classical "future of the kingdom/world" trope of fantasy literature. Tracker also is the "red wolf" of the title - given a wolf-eye by a sangoma after having lost one eye to hyenas after a friend betrays him, he has a nose and uses (and is used for) this to find the lost for money; red because of the red earth used as "body painting" by the people he hails from. And he definitely has anger-management-issues. The other part of the title is, surprisingly, the Leopard - a black one. There's no other name given, and he is, after all, a leopard who has the ability to take human form. The friendship dynamics of the two eponymic characters are complicated, not purely for intrinsic reasons, but the bond is undeniably strong. So much so that the Leopard dies in the end, trying to help Tracker despite having been on opposing sides merely moments before. Surprisingly, he often almost acts as a comic relief despite his importance. The language of the characters varies strongly according to what kind of formal education and/or intellectual capacities are attributed to them. And also according to their position in this society. There is, as in many novels of the "writing back" tradition with oppressors and oppressed, a language of the powerful and one of the powerless. It is a powerful characterization tool, and far too seldom-used, especially in such less "academic" genres as fantasy. There are many more topics that are dealt with within the narration without being shoved in in an unnatural way (gender-roles, what makes a man a man, and many others), and there seems to be a lot of controversy around this book with people either celebrating it or completely rejecting it, and no middle ground. I won't go into either of these things because this would get annoyingly long. Lastly, I want to praise the narrator of the audiobook again. This is the first time ever I had the experience of one single person giving characters different voices without the characters sounding far too alike after all, or it being just silly.
Description
Winner of the L.A. Times Ray Bradbury Prize
Finalist for the 2019 National Book Award
The New York Times Bestseller
Named a Best Book of 2019 by The Wall Street Journal, TIME, NPR, GQ, Vogue, and The Washington Post
"Gripping, action-packed....The literary equivalent of a Marvel Comics universe." --Michiko Kakutani, The New York Times
The epic novel from the Man Booker Prize-winning author of A Brief History of Seven Killings
In the stunning first novel in Marlon James's Dark Star trilogy, myth, fantasy, and history come together to explore what happens when a mercenary is hired to find a missing child.
Tracker is known far and wide for his skills as a hunter: "He has a nose," people say. Engaged to track down a mysterious boy who disappeared three years earlier, Tracker breaks his own rule of always working alone when he finds himself part of a group that comes together to search for the boy. The band is a hodgepodge, full of unusual characters with secrets of their own, including a shape-shifting man-animal known as Leopard.
As Tracker follows the boy's scent--from one ancient city to another; into dense forests and across deep rivers--he and the band are set upon by creatures intent on destroying them. As he struggles to survive, Tracker starts to wonder: Who, really, is this boy? Why has he been missing for so long? Why do so many people want to keep Tracker from finding him? And perhaps the most important questions of all: Who is telling the truth, and who is lying?
Drawing from African history and mythology and his own rich imagination, Marlon James has written a novel unlike anything that's come before it: a saga of breathtaking adventure that's also an ambitious, involving read. Defying categorization and full of unforgettable characters, Black Leopard, Red Wolf is both surprising and profound as it explores the fundamentals of truth, the limits of power, and our need to understand them both.
Book Information
Posts
Mein erstes Buch der #12für2023 Gekauft habe ich es aufgrund der Coverliebe, mit Klappentext fällt es auch etwas schwer, nachdem sich hinten nur die obligatorischen Quotes befinden. Gelesen im Buddyread mit siralexfelixson und ich war froh darüber, dass nicht nur ich verwirrt war. Eine Zusammenfassung zu erstellen ist nicht einfach, denn was passiert hier eigentlich und was habe ich gelesen? Es geht auf alle Fälle um den "Sucher" der eine "Nase" hat und mit dieser die Spur von vermissten Personen aufnehmen kann. Er soll den Jungen finden, von dem er sehr lange nicht weiß ob er lebt oder nicht und auch nicht warum er diesen finden soll. Klingt wirr? Ist es auch 🤣 Wir befinden uns in einem afrikanischen Setting mit vielen ominösen Sagengestalten und Monstern die in regelmäßigen Abständen auftauchen. Anfangs ist die Sprache mega schwierig, aber man kommt schnell hinein und für so einen Klopper las es sich dann doch schnell. Bei den Dialogen hatte ich leider oft keinen Überblick wer was sagt, weil sie oft gedanklich springen und Gespräche führen denen man oft gar nicht folgen kann. Ansonsten ist es sehr blutrünstig und düster, was mich stören ist, dass es eigentlich das ganze Buch lang nichts positives gibt und man nie einen Moment des Glücks erleben kann. Es geht sehr viel um das Sexualleben der Hauptpersonen und die Sprache ist teils sehr vulgär und wenn man glaubt man ist an einem schönen Ort angekommen, lest einfach weiter 🤣 Alles in allem, wenn ihr das Buch daheim habt, lest es. Irgendwie hat es schon etwas, aber nochmals werde ich es definitiv nicht lesen und die Fortsetzungen auch nicht.

W a s w a r d a s ?
"Ich wollte ihm sagen, dass mich die Suche nach mir selbst hergeführt hatte, doch das waren die Worte eines Narren. Oder etwas, was mein Vater gesagt hätte, doch damals glaubte ich noch, es gäbe ein Ich, das man verlieren könne, und wusste nicht, dass man das Ich nie besitzt. Aber das habe ich schon gesagt. Also sagte ich nichts und hoffte, meine Augen würden sprechen." Ich muss sagen es fällt mir äußerst schwer Marlon James Fantasyauftakt "Schwarzer Leopard, roter Wolf" zu rezensieren, fühlte ich mich beim Lesen doch, als wäre ich entweder im Alptraum eines kranken Hirns gefangen oder non-stop unter Drogen. Das Buch ist so dermaßen wirr und konfus und obendrein oft abartig und unnötig brutal, das mir fast die Worte fehlen. (Übersetzt von Stephan Kleiner) "Nicht alles, was das Auge sieht, sollte der Mund aussprechen." Grob zur Story: Die Geschichte beginnt direkt mit ihrem Ende: einem toten Kind. Der rote Wolf oder Sucher, wie er von allen nur genannt wird, wird als Teil einer Gruppe losgeschickt, um ein verschwundenes Kind zu finden, welches vor drei Jahren verschwand. Dieses Kind soll irgendwie den Thron eines Stammes retten. Der Leopard, ein Gestaltwandler, ist einer seiner engsten Begleiter. Während sie sich also auf die Suche nach diesem Kind machen, stellen sich ihnen jede Menge Feinde in den Weg, die größtenteil der afrikanischen Mythologie zu entspringen scheinen... "Was ist die Wahrheit, wenn sie sich immer weiter ausbreitet und wieder zusammenschrumpft? Die Wahrheit ist nur eine weitere Geschichte. " Meine Meinung: Auf dieser ganzen Reise wird gefühlt jeder von jedem vergew.ltigt oder zumindest heftigst durchgev.gelt. Vor allem mit S.x unter Männern wird hier nicht gespart, genauso wenig mit Gewalt. Generell geht man hier nicht zimperlich miteinander um. Versteht mich nicht falsch: Ich habe absolut nichts gegen gute und auch gut geschriebene Kampfszenen einzuwenden - ganz im Gegenteil, ich lese sie gerne - aber hier war einfach alles zu viel. Zu übertrieben. Zu schockig. Zu explizit. Gefallen haben mir die vielfältigen Wesen. Es gibt Gestaltwandler, Vampire, Hexen, Riesen, einen seltsamen Zwilling (der war wirklich gruselig), und einiges mehr. Auch das Personenverzeichnis ist sehr hilfreich, ebenso die vielen Karten zu Beginn jedes Kapitels mit einer neuen Region. Zur Sprache kann ich auf jeden Fall sagen, dass mir der Erzähltext im Allgemeinen wirklich gut gefallen hat, der ist sprachlich wirklich gut. Aber sobald Dialoge kommen, entgleitet die Sprache total ins Derbe und Obszöne, womit ich nichts anfangen kann. Es macht für mich einen Unterschied, ob nur ein bestimmter Charakter so redet - einfach weil er so drauf ist - oder ob alle so reden. Obendrein kommt noch dazu, dass auch die Gespräche so wirr und durcheinander waren, dass es schwer fällt zu unterscheiden, wer nun was gesagt hat. Trotz allem: Ein paar schöne Zitate konnte ich meiner Sammlung hinzufügen und das Cover ist wirklich auch wunderschön.

So schwer ich mich mit dem Buch getan habe (und noch tue), so schwer fällt es mir in Worte zu fassen, was mich stört, was mich fasziniert und warum ich das Buch schlussendlich doch abgebrochen habe. Oder doch nicht? Vielleicht lasse ich es liegen und lese irgendwann doch noch weiter? Ich weiß es im Moment nicht. Trotzdem möchte ich gerne meine Leseeindrücke jetzt schon hier aufschreiben. Das Buch wird als Fantasy-Roman vermarktet. Aber es ist kein typischer Vertreter dieses Genres. Marlon James entwirft eine Welt, die einerseits so weit weg ist, von dem Afrika, das man zu kennen glaubt und andererseits spielt er mit hochaktuellen Themen, wie dem Umgang mit dem Anderssein und den dazugehörigen Ängsten, dem Ausgestoßensein, der Verfolgung und Ermordung solcher Menschen. Er erzählt von der Beschneidung beider Geschlechter, Albinismus, Homophobie, Hexen, Magie, Gestaltwandlung und immer wieder verknüpft er das alles mit der Sexualität, dem zum Mann oder Frau oder Zwischenmenschen werden und Gewalt gegen alles, was nicht normal erscheint. Auf mich wirkt es eher wie eine Aneinanderreihung von Märchen und Sagen mit aktuellem Bezug. Ich finde diese Welt, dieses Afrika sehr fremd, abstoßend und gleichzeitig faszinierend. Es ist eine ganz eigene Welt, wirkt aber für mich nicht wie eine klassische Fantasywelt. Das ist eher ein sehr religiöser, vom Aberglauben geprägter und mit all den daraus folgenden Konsequenzen handelnder Ort aus real gewordenen Sagen. Es ist ein Buch voller Aberglauben und gesellschaftlicher Zwänge. Ähnlich ist es mit der Erzählweise. Sie wirkt so, als würde man mit einem Barden am Feuer sitzen, der die Sagen und Geschichten seines Volkes erzählt und am Ende jeder einzelnen von mir wissen möchte, was ich darin entdeckt oder daraus gelernt habe. Allerdings erzählt dieser Barde sehr direkt, nimmt kein Blatt vor dem Mund und ist mehr als derb. Ich weiß nicht, ob es eine Seite in diesem Buch gibt, in dem nicht das "F-Wort" benutzt wird und damit meine ich nicht "fuck". Und das ist nur ein Beispiel. Auch sexualisierte Gewalt wird sehr direkt beschrieben, über derart beschriebenen Kindesmissbrauch, Sex mit Tieren oder "Mischwesen" liest man immer wieder etwas. Mit das alles zu viel, weil ich so etwas nicht ständig lesen möchte und es auch die eigentliche Geschichte nicht voran bringt. Die erzählende Hauptfigur, genannt "Sucher", sitzt im Gefängnis und erzählt einem Inquisitor seine Lebensgeschichte. Hierbei springt er von einer Geschichte zur nächsten, ohne irgendeine zeitliche Reihenfolge oder roten Faden. Kurz bevor ich das Buch abgebrochen hatte, war ich schon mehr als genervt, wenn er wieder einmal den vermeintlichen Haupterzählstrang unterbricht, um noch eine bestimmte Anekdote dazwischen zu schieben. Viele begeistere Rezensenten betonen Marlon James poetische Sprache. Ich kann sie in der derben, abgehackten Art nicht entdecken. In dem was James auf diese Weise erzählen lässt, entwirft er durchaus poetische Bilder eines düsteren, grässlichen afrikanischen Sagenwelt, aber unter einer poetischen Sprache verstehe ich etwas anderes. Das sind - bei all der Faszination für diese andersartige Welt - die Hauptgründe, warum ich das Buch, zumindest derzeit, nicht weiterlesen möchte. Ich soll ja Sterne vergeben, aber wirklich festlegen kann ich mich nicht. Es gab Stellen in diesem Buch, denen hätte ich 5 gegeben und dann immer mal wieder solche, die nur einen Stern verdient hätten. Letztere waren mir dann auch zu viel.
Fantasy ist ein Genre, das mich gar nicht reizt. Also wirklich Null. Was Drachen, Elfen, Zwerge und magische Wesen tun interessiert mich recht wenig. Zudem müsste ich schon in einer ganz bestimmten Stimmung sein, um mich auf so eine typische Reihe mit etlichen dicken Schmökern und ausuferndem Worldbuilding einzulassen. *Vorurteile aus*
Der Sucher hat eine sogenannte „Nase“, das heißt er kann Personen, die er einmal gerochen hat, auch über weite Entfernungen aufspüren. Daher erhält er den Auftrag einen Jungen zu finden, welcher vor drei Jahren verschwunden ist. Unterstützung erhält er dabei zwar von verschiedenen Seiten, wird aber auch immer wieder mit verschiedenen „Wahrheiten“ konfrontiert. Leider hat mir die Geschichte bei Weitem nicht so gut gefallen wie erwartet. Die Thematik klang für mich so toll. Es handelt sich hier um ein afrikanisch anmutendes Szenario, in dem es eine Vielzahl mysteriöser und übernatürlicher Wesen gibt: Hexen, Vampire, Gestaltwandler, Menschenfresser, Dämonen und viele mehr. Auch die Tatsache, dass mit Tolkien, „Game of Thrones“ und „Black Panther“ geworben wurde, hat meine Erwartungen enorm gesteigert. Diese wurden allerdings nicht erfüllt. Für mich war dieses Buch an den meisten Stellen zu langatmig, zu verwirrend und zu brutal. Der Schreibstil war zwar bildgewaltig, teilweise poetisch und metaphorisch, also definitiv etwas ganz besonderes und nichts, was man „mal eben so“ liest. Dennoch konnte er mich im Zusammenhang mit der Geschichte und der Umsetzung nicht überzeugen. Anhand der Tatsache, dass das Buch bei Heyne Hardcore verlegt wurde, kann man erahnen, dass es hoch hergehen wird. Die Sprache war aber sowas von vulgär und obszön, dass es für mich einfach too much war. Wie schon gesagt, gab es außerdem sehr viele blutige und brutale Szenen: Kämpfe, Folter, Hinrichtungen, Vergewaltigungen. Außerdem explizit beschriebene Sexszenen. Erwähnt wurden auch oft der Geschlechtsverkehr mit Kindern oder Tieren. Bis der Sucher tatsächlich auf die Suche nach dem Jungen geht, vergehen gut und gerne an die 200 Seiten. Dabei handelt es sich sozusagen um eine Art Vorgeschichte wie er von zuhause weggelaufen ist, wie er zum Sucher wurde und wie er bestimmte Personen kennenlernte. Geschildert wird das Ganze übrigens vom Sucher selber, der seine Geschichte dem „Inquisitor“ darlegt und das auf eine ausschweifende und detaillierte Art und Weise. Besonders sympathisch ist er einem im ganzen Buch über nicht, aber im letzten Teil dreht er völlig durch. Es geschehen im Verlauf nämlich einige Dinge, die einen persönlichen Rachefeldzug auslösen. Auch die anderen Charaktere, von den er berichtet, sind nicht unbedingt Sympathie-Träger. Positiv hervorzuheben ist die Aufmachung des Buches: Das Cover ist mal was anderes und passend zum Inhalt. Die Geschichte ist in verschiedene Teile gesplittet, vor jedem Teil gibt es eine Karte des jeweiligen Standorts. Außerdem gibt es ein Personen-Verzeichnis, welches definitiv hilfreich war. Dies ist der Auftakt einer Trilogie. Für mich gab es jetzt keinen Cliffhanger oder ähnliches. Die Frage ist natürlich, wieso der Sucher sich vor einem Inquisitor verantworten muss und wie es diesbezüglich weiter geht. Es wird wahrscheinlich nicht verwundern, wenn ich sage, dass ich diese Trilogie nicht weiter verfolgen werde.
>>Ein gefährliches, halluzinatorisches, vergangenes Afrika als Fantasywelt...<< „Schwarzer Leopard, roter Wolf“ von Marlon James ist definitiv alles andere als konventionell... es ist sehr brutal, kalt, verwirrend, erschreckend, verstörend und doch voller Wortkraft und einer wie ich finde sehr bunten und anziehenden Welt. Das Buch ist ein ziemlich dicker Leseschicken und bedarf definitiv die ganze Aufmerksamkeit des Lesers. Nebenbei konnte ich das Buch folglich nicht lesen. Dafür musste ich mir wirklich Ruhephasen nehmen, damit ich eben abtauchen und mich auf Marlon James Erzählung einlassen konnte. Manchmal war das ehrlich gesagt nicht ganz einfach und ich fand mich des öfteren etwas zerrissen zwischen beeindruckt und völlig schockiert wieder. Der Fantasy-Aspekt wurde hier für meinen Geschmack sehr schön mit den afrikanischen Einflüssen inszeniert. Neben der Zerrissenheit waren es viele bunte und magische Bilder, die meine Lesezeit so begleitet haben. Für mich persönlich war dieses Buch definitiv sehr besonders, wenn auch auf brutale Art und Weise. Ich habe die Lesezeit mit diesem Buch genossen und es wird definitiv ein Buch bleiben, was mir noch eine ganze ganze Weile gedanklich nachhängen wird, denn Marlon James konnte mich als Leser brutal tief und gewaltig treffen. Ich bin gespannt, was die weiteren Bände dieser Trilogie bereit halten werden und ich werde ganz sicher nicht umhin kommen sie zu lesen! Ich kann das Buch definitiv empfehlen, allerdings mit der Warnung, dass es wirklich wortgewaltig und mitunter sehr brutal ist! Für Leser unter 18 Jahren würde ich es nicht empfehlen! Ich denke man sollte sich gegebenenfalls vorher auch eine Leseprobe anschauen, denn Marlon James Stil ist doch sehr besonders und speziell, das wird Liebhaber begeistern, aber auch sicher auf Abneigung stoßen.
Beschreibung Man sagt ihm nach er habe eine Nase und so wird der Sucher beauftragt einen Jungen aufzuspüren, der vor drei Jahren entführt wurde. Auf seiner Mission wird er von einem Gestaltwandler – mal Leopard, mal Mensch- und einigen Söldnern durch die Steppe und die Wälder Afrikas begleitet. Zusammen müssen sie einige Abenteuer bestehen, die stark durch die mystische Seite der magieumrankten Kultur beeinflusst sind. Doch wird es dem Sucher gelingen zwischen einem drohenden Krieg der Könige den verschwundenen Jungen zu finden? Meine Meinung Man Booker Prize Träger Marlon James legt mit »Schwarzer Leopard, roter Wolf« den Auftaktband zu seiner Fantasy Trilogie »Dark Star« vor, die die Meinungen der Leser*innen spalten wird. Hochgelobt von literarischen Größen wie Neil Gaiman oder Salman Rushdie wird der Roman mit dem Urklassiker der High Fantasy, »Der Herr der Ringe«, und der Mega-Bestseller-Reihe »Das Lied von Eis und Feuer« in einem Atemzug genannt. Aus diesem Grund ließ ich mich mit einer hohen Erwartung auf dieses Leseabenteuer ein und wollte mich vom farbenprächtigen Afrika bezirzen lassen, doch diese Geschichte nahm einen ganz anderen Lauf… Für einen recht holprigen Einstieg, der für mich fast dreihundert Seiten in Anspruch nahm, trifft es das Motto des Suchers auf den Punkt, und so dachte ich mir im Stillen »Fick die Götter«, wo hat Marlon James nur den roten Faden gelassen, der die Leser*innen durch seinen undurchdringlichen Dschungel aus Gestaltenwandlern, Dämonen, Vampiren, Hexen usw. leitet? Doch damit noch nicht genug, denn auch von Marlon James sprachlichem Stil hätte ich mir eher einen Erste-Klasse-Flug erwartet anstatt auf einer altersschwachen Kutsche ordentlich durchgerüttelt zu werden. Der Weg des homosexuellen Hauptakteuers, der im ganzen Roman einfach nur mit den Namen Sucher angesprochen wird, ist von sexualisiertem Verhalten sowie einer odinären Fäkalsprache gepflastert und liefert mit Vergewaltigungen und der Auslebung gewalttätiger Triebe jede Menge harten Tobak, der zurecht das Label »Heyne Hardcore« trägt. Die ganze Geschichte wird in sprunghaften Erzählungen aus der Perspektive des Suchers, der sich in der Gegenwart einer dritten Person, dem Inquisitor, befindet geschildert. Dies mag zwar die Wahl der einfachen und hakenden Sprache als Stilmittel erklären, aber sollte dies zutreffend sein, dann ist fraglich warum Marlon James dennoch immer wieder zwischendurch und auf den letzten zweihundert Seiten ein durchaus flüssigeren und angenehmeren Erzählstil durchblicken lässt. Es gelang mir trotz der Erzählperspektive nicht, mich in den Hauptprotagonisten »Sucher« hineinzuversetzten und ich scheiterte daran, seine Beweggründe und sein Handeln nachzuvollziehen zu können. Je weiter ich mich jedoch in den psychedelischen Erzählungen verstrickte, desto mehr nahmen mich die traditionellen Sagenwesen des afrikanischen Kontinents gefangen, auch wenn ich hier jede Menge extra nachschlagen musste, da Marlon James zahlreiche Bezeichnungen ohne nähere Erklärungen in den Raum wirft und mich dieses Nachschlagen immer wieder aus dem sich entfaltenden Zauberbann seiner Fantasiewelt herausgerissen hat. Die ätherische Mixtur von Sagumas über Mingi Kinder, die aufgrund ihrer Fehlbildungen ihr Leben mit dem Tod bezahlen müssen oder als Verstoßene leben, und eine Vielzahl an obskuren Fabelwesen wie z. B. der Blut saugenden Asanbonsam mit seinem Bruder Sasabonsam, dem Blitzvogel Ipundulo sowie Aesi der Götterschlächter liefern einen wunderbaren Ansatz zu einem epischen Fantasiewerk, für mich fehlte es jedoch auch hier an einer erkennbaren Struktur. »Niemand liebt niemanden.« Diese drei Worte liefern einen Blick auf den Hauptprotagonisten der Geschichte, der nicht nur im Hinblick auf den entführten Jungen auf der Suche ist, sondern gleich auf mehreren Ebenen auf der Suche ist. Der Glaube seines Stammes macht ihn durch das nicht vollzogene Ritual der Beschneidung zu einem Mann, in dem auch noch eine Frau wohnt, und so wird er folglich nicht als kompletter Mann angesehen, wodurch er auch nicht nur auf der Suche nach seinem Platz in der Gesellschaft ist, sondern auch auf der Suche nach dem Weg zu sich selbst. Dem Sucher werden diverse Weggefährten an die Seite gestellt, sodass sich das daraus resultierende kuriose Bildnis einer Superhelden-Action-Story mit den Urklängen des Romans vermischt. Mochte zu Beginn des Abenteuers noch die ein oder andere Länge für eine regelrechte Hassliebe gesorgt haben, so hat mich die aufkommende düstere Spannung auf den letzten zweihundert Seiten und die Gruppendynamik der skurillen Gefährten mit dem schweren Einstieg versöhnt. Fazit Marlon James zeichnet ein berauschendes Kaleidoskop seiner afrikanisch-exotischen Fantasywelt, die jedoch recht unausgegoren und mit einigen Längen daherkommt.
Beschreibung Man sagt ihm nach er habe eine Nase und so wird der Sucher beauftragt einen Jungen aufzuspüren, der vor drei Jahren entführt wurde. Auf seiner Mission wird er von einem Gestaltwandler – mal Leopard, mal Mensch- und einigen Söldnern durch die Steppe und die Wälder Afrikas begleitet. Zusammen müssen sie einige Abenteuer bestehen, die stark durch die mystische Seite der magieumrankten Kultur beeinflusst sind. Doch wird es dem Sucher gelingen zwischen einem drohenden Krieg der Könige den verschwundenen Jungen zu finden? Meine Meinung Man Booker Prize Träger Marlon James legt mit »Schwarzer Leopard, roter Wolf« den Auftaktband zu seiner Fantasy Trilogie »Dark Star« vor, die die Meinungen der Leser*innen spalten wird. Hochgelobt von literarischen Größen wie Neil Gaiman oder Salman Rushdie wird der Roman mit dem Urklassiker der High Fantasy, »Der Herr der Ringe«, und der Mega-Bestseller-Reihe »Das Lied von Eis und Feuer« in einem Atemzug genannt. Aus diesem Grund ließ ich mich mit einer hohen Erwartung auf dieses Leseabenteuer ein und wollte mich vom farbenprächtigen Afrika bezirzen lassen, doch diese Geschichte nahm einen ganz anderen Lauf… Für einen recht holprigen Einstieg, der für mich fast dreihundert Seiten in Anspruch nahm, trifft es das Motto des Suchers auf den Punkt, und so dachte ich mir im Stillen »Fick die Götter«, wo hat Marlon James nur den roten Faden gelassen, der die Leser*innen durch seinen undurchdringlichen Dschungel aus Gestaltenwandlern, Dämonen, Vampiren, Hexen usw. leitet? Doch damit noch nicht genug, denn auch von Marlon James sprachlichem Stil hätte ich mir eher einen Erste-Klasse-Flug erwartet anstatt auf einer altersschwachen Kutsche ordentlich durchgerüttelt zu werden. Der Weg des homosexuellen Hauptakteuers, der im ganzen Roman einfach nur mit den Namen Sucher angesprochen wird, ist von sexualisiertem Verhalten sowie einer odinären Fäkalsprache gepflastert und liefert mit Vergewaltigungen und der Auslebung gewalttätiger Triebe jede Menge harten Tobak, der zurecht das Label »Heyne Hardcore« trägt. Die ganze Geschichte wird in sprunghaften Erzählungen aus der Perspektive des Suchers, der sich in der Gegenwart einer dritten Person, dem Inquisitor, befindet geschildert. Dies mag zwar die Wahl der einfachen und hakenden Sprache als Stilmittel erklären, aber sollte dies zutreffend sein, dann ist fraglich warum Marlon James dennoch immer wieder zwischendurch und auf den letzten zweihundert Seiten ein durchaus flüssigeren und angenehmeren Erzählstil durchblicken lässt. Es gelang mir trotz der Erzählperspektive nicht, mich in den Hauptprotagonisten »Sucher« hineinzuversetzten und ich scheiterte daran, seine Beweggründe und sein Handeln nachzuvollziehen zu können. Je weiter ich mich jedoch in den psychedelischen Erzählungen verstrickte, desto mehr nahmen mich die traditionellen Sagenwesen des afrikanischen Kontinents gefangen, auch wenn ich hier jede Menge extra nachschlagen musste, da Marlon James zahlreiche Bezeichnungen ohne nähere Erklärungen in den Raum wirft und mich dieses Nachschlagen immer wieder aus dem sich entfaltenden Zauberbann seiner Fantasiewelt herausgerissen hat. Die ätherische Mixtur von Sagumas über Mingi Kinder, die aufgrund ihrer Fehlbildungen ihr Leben mit dem Tod bezahlen müssen oder als Verstoßene leben, und eine Vielzahl an obskuren Fabelwesen wie z. B. der Blut saugenden Asanbonsam mit seinem Bruder Sasabonsam, dem Blitzvogel Ipundulo sowie Aesi der Götterschlächter liefern einen wunderbaren Ansatz zu einem epischen Fantasiewerk, für mich fehlte es jedoch auch hier an einer erkennbaren Struktur. »Niemand liebt niemanden.« Diese drei Worte liefern einen Blick auf den Hauptprotagonisten der Geschichte, der nicht nur im Hinblick auf den entführten Jungen auf der Suche ist, sondern gleich auf mehreren Ebenen auf der Suche ist. Der Glaube seines Stammes macht ihn durch das nicht vollzogene Ritual der Beschneidung zu einem Mann, in dem auch noch eine Frau wohnt, und so wird er folglich nicht als kompletter Mann angesehen, wodurch er auch nicht nur auf der Suche nach seinem Platz in der Gesellschaft ist, sondern auch auf der Suche nach dem Weg zu sich selbst. Dem Sucher werden diverse Weggefährten an die Seite gestellt, sodass sich das daraus resultierende kuriose Bildnis einer Superhelden-Action-Story mit den Urklängen des Romans vermischt. Mochte zu Beginn des Abenteuers noch die ein oder andere Länge für eine regelrechte Hassliebe gesorgt haben, so hat mich die aufkommende düstere Spannung auf den letzten zweihundert Seiten und die Gruppendynamik der skurillen Gefährten mit dem schweren Einstieg versöhnt. Fazit Marlon James zeichnet ein berauschendes Kaleidoskop seiner afrikanisch-exotischen Fantasywelt, die jedoch recht unausgegoren und mit einigen Längen daherkommt.
Disclaimer: I did not read the book but listened to the audiobook (with a brilliant narrator), and I'm not sure I'd have made it through if I'd read it due to the horrendously and powerfully graphic violence in this. Yes, I admit I might be squeamish. Yes, I had to turn the audiobook off and take a break after various torture scenes because the narrator was being too realistic for my poor mind. That said, let me reiterate that the comparison to ASoIaF is uncalled-for, and honestly unfair - at least from the point of view of somebody who didn't particularly enjoy most of that unfinished [censored]. For one thing, the female characters in this book are powerful and cunning - though, admittedly, often on the fiendishly evil side of things. And the male main/narrator character, Tracker, usually gets the short end of the stick in conflicts there. Personally, I do appreciate capable female villains (which possibly is the main reason for my eternal disappointment in Cersei), and I like it when ruthlessness isn't attributed to one gender only. Here, everybody gets to be successfully wicked. I'd also like to focus on Tracker himself for a moment whose mysogenistic world view becomes a self-fulfilling prophecy to haunt his existence up until the point when he faces it for what it really is, in his case: the lingering disappointment and distrust of a child due to unresolved issues with his mother. This actually becomes a topic in the context of the brief period in which Tracker is actually allowed by the author to experience happiness and fulfillment. The quest (which is the main plot of the book, but only starts a good while in) seemed almost as much a quest for identity and belonging for him as it is the classical "future of the kingdom/world" trope of fantasy literature. Tracker also is the "red wolf" of the title - given a wolf-eye by a sangoma after having lost one eye to hyenas after a friend betrays him, he has a nose and uses (and is used for) this to find the lost for money; red because of the red earth used as "body painting" by the people he hails from. And he definitely has anger-management-issues. The other part of the title is, surprisingly, the Leopard - a black one. There's no other name given, and he is, after all, a leopard who has the ability to take human form. The friendship dynamics of the two eponymic characters are complicated, not purely for intrinsic reasons, but the bond is undeniably strong. So much so that the Leopard dies in the end, trying to help Tracker despite having been on opposing sides merely moments before. Surprisingly, he often almost acts as a comic relief despite his importance. The language of the characters varies strongly according to what kind of formal education and/or intellectual capacities are attributed to them. And also according to their position in this society. There is, as in many novels of the "writing back" tradition with oppressors and oppressed, a language of the powerful and one of the powerless. It is a powerful characterization tool, and far too seldom-used, especially in such less "academic" genres as fantasy. There are many more topics that are dealt with within the narration without being shoved in in an unnatural way (gender-roles, what makes a man a man, and many others), and there seems to be a lot of controversy around this book with people either celebrating it or completely rejecting it, and no middle ground. I won't go into either of these things because this would get annoyingly long. Lastly, I want to praise the narrator of the audiobook again. This is the first time ever I had the experience of one single person giving characters different voices without the characters sounding far too alike after all, or it being just silly.
















