Wie viel von diesen Hügeln ist Gold

Wie viel von diesen Hügeln ist Gold

Softcover
4.095
ObamaMigrationIdentitätWestern

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Description

Ein kühnes Debüt – ein furchtlos feministischer Wild-West-Roman

Mit einer Pistole in den Händen und der Leiche des Vaters auf dem Rücken des Pferdes sind die chinesischen Waisenkinder Lucy und Sam auf der Flucht durch die Prärie. Amerika ist ein unbarmherziges Land, von Bisonknochen übersät und dem Goldrausch verfallen. Die Geschwister wollen den Vater gemäß dem chinesischen Ritual begraben – mit zwei Silberdollars auf den Augen. Nur auf diese Weise kann Ba nach Hause finden. Doch wo in dieser fremden Welt ist für Lucy und Sam das Zuhause, das so unerreichbar scheint wie das versprochene Gold in den Hügeln?


Mit wilder Sprachmagie erzählt C Pam Zhang, Tochter chinesischer Einwanderer in Amerika, in ihrem Roman »Wie viel von diesen Hügeln ist Gold« von der Sehnsucht anzukommen – an einem Ort und in einer Identität, die sich über die Grenzen von Herkunft und Gender hinwegsetzt.

Book Information

Main Genre
Specialized Books
Sub Genre
History & Archaeology
Format
Softcover
Pages
352
Price
14.40 €

Author Description

C Pam Zhang wurde 1990 in Peking geboren, ist aber hauptsächlich ein Kind der Vereinigten Staaten. Ihre Literatur erschien u.a. in »Harper's Bazaar«, in der »New York Times« und im »New Yorker«, ihr Debütroman »Wie viel von diesen Hügeln ist Gold« war ein internationaler Bestseller und stand u.a. auf der Longlist des Booker Prize. Zhang wurde mit zahlreichen Stipendien ausgezeichnet.

Posts

23
All
3

Hörbuch. Es geht um Rassismus, Geschlechtsidentität, Migration und Wurzellosigkeit. Wichtige Themen, aber irgendwie ist der Funke bei mir nicht übergesprungen.

4

Sicher ein gutes Buch das mich mit einem bitteren Nachgeschmack zurück lässt

4.5

4.5 ⭐️; der Schreibstil hat mich überzeugt. Ich war da… in der trockenen Wüste. Ich hab die Geschichte nicht gelesen, ich hab sie erlebt. Inhaltlich sehr gutes Buch, war teilweise für mich trotzdem „über-hypt „.

3

Waisenkinder haben es unter Goldgräbern nicht ganz so leicht, besonders wenn sie den toten Vater über Wochen mitschleppen. Kann man lesen, muss man aber nicht

3.5

„Wie viel von diesen Hügeln ist Gold“ ist ein kraftvoller, melancholischer Roman über das Suchen und Verlieren – von Heimat, von Familie, von Selbstverständnis. Wer literarisch anspruchsvolle Romane mit Tiefgang liebt, wird hier fündig. Ein starkes, eindrucksvolles Debüt, das lange nachhallt.

C Pam Zhangs Debütroman „Wie viel von diesen Hügeln ist Gold“ ist eine literarisch anspruchsvolle, poetisch verdichtete Neuinterpretation des klassischen Westerns. Der Roman spielt im amerikanischen Westen zur Zeit des Goldrausches, doch statt heldenhafter Cowboys stehen zwei chinesisch-amerikanische Waisenkinder im Mittelpunkt: Lucy und Sam. Nach dem Tod ihrer Eltern machen sich die Geschwister auf eine Odyssee durch eine feindliche, rassistisch geprägte Welt, in der sie ihren Platz ebenso suchen wie ein Gefühl von Heimat und Zugehörigkeit. Zhang gelingt es, Geschichte und Mythos zu verweben: Die Landschaften sind grandios und gnadenlos, die Sprache mal zart und bildreich, mal schneidend und roh. Besonders beeindruckend ist, wie die Autorin Themen wie Identität, Trauer, Entwurzelung und Familienbindung behandelt. Sie dekonstruiert nicht nur den Mythos des amerikanischen Traums, sondern erzählt auch davon, was es bedeutet, „fremd“ zu sein – selbst in einem Land, das man sein Zuhause nennen möchte. Ein Highlight des Romans ist seine vielschichtige Erzählstruktur. Rückblenden und Perspektivwechsel erlauben tiefe Einblicke in die Psyche der Figuren. Gleichzeitig erfordert das Buch Konzentration und Geduld – es ist keine leicht konsumierbare Lektüre, sondern eine, die fordert und belohnt.

5

Das Genre des „Western“ hat die Autorin mit dieser Geschichte neu erfunden! Ein unheimlich berührendes Buch, ein tolles „Wild West“ -Setting, eine Familiengeschichte, die sich grausam echt anfühlt und zwei junge Charaktere, die man mit allen ihren kindlichen, unreifen Ecken und Kanten einfach nur ins Herz schließen kann. Wie gerne hätte ich die Geschwister einfach mal fest in den Arm genommen. Ob sie im wilden, vom goldrausch ausgeschöpften Land irgendwo ein Zuhause finden werden? Sprachlich hätte ich nie an einen Debutroman gedacht, so ausgefeilt und glasklar.. großes Kompliment! Triggerwarnung bzgl häuslicher Gewalt

4

Tja. Wieviel Sterne gebe ich diesem sehr ungewöhnlichen Buch? Denn ungewöhnlich ist es definitiv - die Sprache zum einen, teils sehr poetisch, teils unvollständige Sätze und Satzfetzen, in die immer wieder chinesische Begriffe eingeworfen werden (transkribiert in lateinische Schrift natürlich), die dann aber nicht übersetzt werden - einige wenige werden im Interview mit der Autorin im Anhang erklärt. An diesen Schreibstil musste ich mich erstmal gewöhnen, fand es aber insgesamt gut. Dann wird die Geschichte nicht linear erzählt - Teil 1 erzählt, wie die Geschwister Sam und Lucy mit ihrem toten Vater die Stadt verlassen und einen Platz für die Beerdigung suchen. Dabei wird in Rückblenden erzählt, wie es dazu kam, das der Vater gestorben ist. In Teil 2 erzählt Lucy, wie das Leben in der Bergarbeiterstadt war und was mit der Mutter passiert ist. In Teil 3 erfahren wir, wie sich die Eltern kennengelernt haben und woher sie jeweils kamen. Und in Teil 4 wird erzählt, wie es mit Lucy und Sam weitergeht, nachdem sie den Vater schließlich beerdigt haben. Am verworrensten fand ich Teil 4, da habe ich bis zum Schluß nicht so 100% verstanden, was genau passiert ist, denn auch hier ist die Sprache wieder sehr blumig und viele Dinge werden nur angedeutet. Das hat zu dem 1 Stern Abzug sicher beigetragen, aber auch beim Schreibstil bin ich mir nicht 100% sicher, ob mir das jetzt gefällt. Das Setting im "Wilden Westen" ist aber genial, und auch wenn Goldsucher und Revolvermänner vorkommen, ist das Buch sicher kein Western im klassischen Sinne. Ich fand es aber sehr interessant, etwas über die chinesischen Einwanderer in die USA zu lesen und möchte mich da definitiv noch schlauer machen. Ach ja, es gibt durchaus auch Hinweise auf Umweltverschmutzung durch Eisenbahn- und Bergbau, auf Überschwemmungen und andere Naturkatastrophen - im Interview mit der Autorin erwähnt sich auch, dass ihr das wichtig war. Ach ja - die Vignette auf dem Cover ist ein bissle schief - und obwohl das sicher gewollt ist und ich auch "nur" das ebook gelesen habe, wo das Cover ja nicht sooo auffällt - das hat mich total wuschig gemacht, ich hätte das gerne gerade! Insgesamt habe ich mich jetzt zu 4 Sternen durchgerungen und ich werde definitiv mal im Auge behalten, was die Autorin sonst noch so schreibt.

5

" Sie haben Traurigkeit geschluckt, und sie haben Gold geschluckt. Beides hat sie nicht verlassen, sondern ist in ihnen gewachsen, hat ihre sich streckenden Glieder genährt." Die Waisen Lucy und Sam wollen ihrem Vater die letzte Ehre erweisen und in auf traditionelle chinesische Weise beerdigen, dafür laden sie seine Leiche auf ein Pferd und suchen einen Heimatort. Dieses Buch ist ein Western, aber defintiv kein klassischer Western. Weder gibt es Ortsangaben noch Jahreszahlen. Und wir erfahren, dass Lucy und Sam chinesischer Abstammung sind. Und es werden so viele Themen in diesem Buch angesprochen: es geht um die Familie, die Suche nach Gold, die Eisenbahn, um Einwanderung, um Verlust und Trauer, um Selbstbestimmung, Geschwisterliebe, Fremdenhass, um Genderidentität. Lucy und Sam sind starke Charaktere, die ihre eigenen Wege finden müssen, und diese sind teilweise sehr steinig. Ich habe während des Lesens sehr mit ihnen mitgefiebert aber auch mitgelitten. Nicht alle Entscheidungen, die sie treffen, sind gut, nicht alles was sie tun, ist korrekt. Aber ich kann ihr Handeln jederzeit nachvollziehen und verstehen, wenn auch nicht immer gut heißen. Sprachlich ist der Roman grandios, voller starker Bilder, mit eingewobener Mythologie, mit Sprachschnipseln in Mandarin, die nicht übersetzt werden. Das erzeugt eine ganze eigene Atmosphäre, die ich sehr genossen habe, die aber auch teilweise herausfordernd zu lesen ist. Ich konnte voll und ganz in der Geschichte versinken, mein Kopfkino ist angesprungen und ich war immer ganz und gar bei Lucy und Sam. Es ist das Debut der Autorin und wenn sie diesen Schreibstil bei behält, werde ich demnächst ungesehen jeden Roman von ihr kaufen. Absolute Leseempfehlung

4

Dieses Buch geht unter die Haut. Lesenswert

5

Die Geschwister Lucy und Sam, Kinder chinesischer Einwanderer, sind in den staubigen Hügeln Kaliforniens unterwegs – im Gepäck die verwesende Leiche ihres Vaters. Nach dem Verlust der Mutter ist nun auch er verstorben und die beiden kämpfen allein ums Überleben. Doch erst müssen sie die notwendigen zwei Silberdollar finden, um ihrem Ba ein würdiges Begräbnisritual zu ermöglichen. Diese Suche führt sie durch unwegsame Landschaften und in menschliche Abgründe – und vor allem zu den Geheimnissen ihrer Familie. In ihrem Debütroman erzählt die Autorin C Pam Zhang die Handlung aus unterschiedlichen Perspektiven. Mal folgen wir Lucy, sehen mit ihre Augen und erleben durch sie, wie es ihr nach dem Tod ihres Vaters ergeht. Das Verhältnis zu Sam ist nicht immer einfach, denn die Geschwister haben nicht dieselben Erwartungen an das Leben und werden von unterschiedlichen Sehnsüchten angetrieben. Es finden aber auch Rückblenden in die Vergangenheit statt, als die Eltern der beiden sich kennenlernten und sogar der verstorbene Ba kommt zu Wort. Die Sprache ist dabei atmosphärisch und poetisch und fängt sowohl die Landschaft als auch die Emotionen der Charaktere ein. Interessant ist auch, dass die Kapitelüberschriften (bis auf eine Ausnahme) nur aus einem einzigen Wort bestehen, sich mehrfach wiederholen und so stets eine andere Bedeutung erhalten. Eine konkrete zeitliche Einordnung vermeidet die Autorin bewusst, indem sie – in Tradition von Murakamis „1Q84“ die ersten beiden Ziffern der Jahreszahlen durch ein X ersetzt. Ihr Roman steht zwar klar in der Tradition des klassischen Western und spielt auf den kalifornischen Goldrausch an, bricht aber diese Anklänge auch wieder auf und formt daraus etwas Neues. „Wie viel von diesen Hügeln ist Gold“ ist eine Geschichte über die Vernichtung indigener Völker in den USA, die Kolonisierung und die Ausbeutung des Landes. Ebenso ist es aber auch eine ganz persönliche Historie über Identität, Rassismus und Armut und das Trauma einer Einwandererfamilie über verschiedene Generationen hinweg. Fazit: Ein bewegender Roman über die Tatsache, dass der „American Dream“ nicht für jeden dieselben Chancen bereithält

5

Uff, wow und puh. Darüber kann ich nicht schreiben, darüber muss ich erzählen. Gibt's im nächsten Video "Gelesen und gehört". Was für ein Debüt!

4

Inhalt: Amerika. In Zeiten des Goldrauschs ist die Familie rund um die Geschwister Lucy und Sam ständig auf der Suche nach einem besseren Leben. Woanders gibt es mehr? Dort geht es hin. Zu schaffen machen ihnen nicht nur die ärmlichen Verhältnisse, auch ihre Andersartigkeit bekommen sie immer wieder zu spüren – sie sind chinesische Einwanderer.
Eines Tages machen sich Lucy und Sam auf den Weg durch die Hügel. Mit im Gepäck: Der Leichnam ihres Vaters. Sie reiten los, um ihm ein angemessenes Begräbnis zu ermöglichen und um selbst einen Ort zu finden, der so etwas wie Heimat werden könnte. Meine Meinung: Beginnen wir vorn. Der Einstieg ins Buch fiel mir nicht gerade leicht. Ich war schon mitten im Geschehen, ohne zu wissen, wo ich bin, mit wem und wieso es so viel Unausgesprochenes gibt. Die Orientierungsphase dauerte einige Seiten und auch die Landschaft und das Leben konnte ich nur schwer greifen. Eventuell, weil ich nichts Vergleichbares kenne. Doch je länger ich mit Lucy und Sam in diesen Hügeln lebte, desto vertrauter wurden sie. Ab der Mitte des Romans kam dann auch das Verständnis für die Handlungen der Personen hinzu. C Pam Zhang wollte uns wohl zappeln lassen. Besonders gefiel mir die Sprache mit den verschiedenen Erzählweisen, z. B. die Erzählung aus der Sicht des Vaters, die der Aufklärung diente, oder die tagelange Reise zum Meer. Außerdem mochte ich den Blick auf den Goldrausch und den Bau der Transkontinentalen Eisenbahn sowie die Themen Einwanderung, Zugehörigkeit, PoC und Gender, welche jederzeit authentisch wirkten. Insgesamt war es für mich zwar kein Highlight, da sich gerade die erste Hälfte zog, doch mochte ich „Wie viel von diesen Hügeln ist Gold“ von Seite zu Seite mehr. Ein Debütroman, den ich sehr gerne weiterempfehle und C Pam Zhang behalte ich auf jeden Fall im Blick!

3

C.Pham Zhang erzählt wortgewandt, in poetischer Sprache von Lucy und Samantha, Töchter chinesischer Auswanderer, geboren im Westen Amerikas zur Zeit des Goldrausches. Ihre Mutter ist schon lange tot, gestorben im Kindbett. Samantha wurde an diesem Tag zu Sam, einem Jungen, denn der Vater hatte sich immer einen Jungen gewünscht. Aber nun ist auch der Vater tot. Brutal war er seit dem Tod der Mutter und Gold hatte er auch schon lange keines mehr gefunden. Wenn er nicht gerade trank, arbeitete er für einen Hungerlohn im Bergbau. Mit der Leiche des Vaters, die sie in einer Truhe auf einem Pferd transportieren, machen sie sich nun auf dem Weg. Sie suchen einen geeigneten Platz, die neue Heimat, die letze Ruhestätte für ihren Vater. Doch wo ist Heimat? Die Autorin erzählt in verschiedenen Zeitebenen, meistens aus Lucys Sicht, verschiedene Geschichten, doch auch die Mutter und sogar der Vater kommen zu Wort. Es geht um Rassismus, Geschlechtsidentität, Migration und Wurzellosigkeit. Wichtige Themen, aber irgendwie ist der Funke bei mir nicht übergesprungen. Es gab immer wieder Abschnitte, die mich total begeisterten, aber zwischendurch fand ich es mittelmässig. Auch gefielen mir die vielen Chinesischen Wörter, deren Bedeutung nicht übersetzt wurden, nicht. Überzeugtet hat mich jedoch die Sprecherin des Hörbuchs. Leider nur 3½ Sterne von mir.

5

Genauso schwer wie ich in der Buch reingekommen bin konnte ich es dann aus der Hand legen. Erstaunlich und ergreifend, hab noch nie ein ähnliches Buch gelesen

5

Rezensionsexemplar Was macht ein Zuhause zum Zuhause? Eine Geschichte über die Suche nach einem wahrhaften Zuhause, über Familie, das Streben nach Glück, Verlust, Rassismus, Vorurteile, die eigene Identität und einer Menge Staub. Lucy und Sam, Geschwister aus einer Einwanderer Familie, die unterschiedlicher nicht sein könnten, finden eines Tages ihren Ba tot in seinem Bett auf. Ba der Goldschürfer, der Bergarbeiter, der harte, strenge Vater. Der seine Kinder stark machen und auf die raue und ungerechte Welt vorbereiten will. Und der in seinen Lebzeiten versuchte, sein Glück für seine Familie zu finden. Also beschließen Lucy und Sam, ihren Ba traditionell zu beerdigen. So reiten sie gemeinsam durch die Prärie, mit dem Leichnam ihres Vaters auf dem Pferderücken. Wir begleiten Lucy und Sam auf ihrem steinigen und staubigen Weg, wie sie mit Vorurteilen und Genderfragen zu kämpfen haben. Wie die beiden versuchen sich über Wasser zu halten und nach einem besseren Leben streben. Immer ein Hoffnungsschimmer in Sicht, der jedoch oft zunichte gemacht wird. Die Perspektiven der Geschichte wechseln sich ab und so bekommt jeder Charakter die Möglichkeit seine Sicht der Dinge zu schildern. Somit erhält man tiefe und brutale Einblicke in das Leben der Einwanderer Familie. Es herrscht eine raue, schonungslose und dreckige Western Atmosphäre. Und doch ist es unglaublich schön, bildgewaltig und poetisch geschrieben. Somit wechseln sich Schönheit und Schrecken in diesem Roman ab. Ein Buch das noch lange nachhallen wird,sich mit wichtigen Themen befasst und eine Menge Denkanstöße gibt.

4

Manche Bücher kann man schwer in Worte fassen. Es ist auch meiner Meinung nach kein Roman, der gefallen möchte. Das Buch von Zhang war letztes Jahr auf der Longlist für den Booker Prize und erzählt eine Westerngeschichte aus der Sicht von Geschwistern. Die 12 jährige kluge Lucy und die 11 jährige trotzige Sam, wollen ihren Vater beerdigen und nehmen ihn mit, auf der Suche nach der richtigen Grabstelle. Etwas skurril, dramatisch und ganz überraschend zu lesen. Das Buch endet nicht mit dem Finden der Stelle, es geht weiter mit dem Leben der Beiden. Und es ist keine typische Wilder Western Story, hier geht es um Rassismus, Sexismus, Migration, Selbstfindung und Familie. Überraschend zum Schluss, teilweise von der Thematik her schwer zu lesen, denn es zeigt, aus der Sicht der Verstorbenen und Hinterbliebenden wie der amerikanische Traum zum Albtraum werden kann. Ein besonderes Buch und eine literarische Stimme, die ich im Auge behalten werde!

3

In “Wie viel von diesen Hügeln ist Gold” setzt C Pam Zhang den Fokus auf chinesische Einwanderer zu Zeiten des Goldrausches im wilden Westen Nordamerikas. Die beiden elternlosen Schwestern Sam und Lucy suchen mit Pferd, gestohlenen Lebensmitteln und dem Leichnam ihres Vaters nach einem Ort, an dem sie eben jenen begraben können. Die Suche umspannt als Hauptmotiv die gesamte Handlung - nicht nur suchen zu dieser Zeit Einwanderer aus aller Welt Gold und ein besseres Leben zwischen den Hügeln des Westens; auch die Suche nach einer letzten Ruhestätte für den Vater steht sinnbildlich für die Suche nach Heimat und Zugehörigkeit der beiden Mädchen. Das einzig greifbare für sie ist die Hügellandschaft, in der sie geboren und groß wurden und der Kontrast von Wildheit und Anpassung an die zivilisierte Gesellschaft wird immer wieder aufgezeigt. Auch gräbt sich die chinesische Herkunft der Eltern in surrealen Elementen in die Wirklichkeit ein und lässt sich nicht einfach ignorieren. Die Themen Ausbeutung von Natur und Mensch stehen wie Mahnmale an den Eckpunkten der Erzählung und können leicht auf heutige Problematiken übertragen werden. Dieses Setting, verbunden mit einer recht bildhaften Sprache, zunächst einem ruhigen Pacing und diversen Rückblenden, hat mich anfangs sehr eingenommen. Die Autorin vermittelt eine unglaublich greifbare Atmosphäre und webt darin faszinierende Motive und Verweise auf aktuelle Konflikte ein. Zudem stellt sie einen bislang literarisch sicherlich zu kurz gekommenen historischen Zusammenhang in den Vordergrund. Chinesische Einwanderer waren maßgeblich am Bau der transkontinentalen Eisenbahn beteiligt, arbeiteten in Minen und mussten auch bereits zu jener Zeit von der europäisch stämmigen Bevölkerung Diskriminierung erfahren. Leider verlor das Buch zunehmend an Kohärenz, bis mir im letzten Teil fast vollständig der Zusammenhang fehlte. Für mich stimmte plötzlich das Pacing überhaupt nicht mehr, der Timeskip und die großen Wendungen am Ende waren fragwürdig und insgesamt dürftig umgesetzt. Die großen angesprochenen Themen konnte die Autorin für mein Empfinden nicht mehr zusammenführen und so entstand der Eindruck eines hingeschluderten Schlusses. Dennoch bleiben bestimmte Bilder, Szenen und Ausdrücke aus der ersten Hälfte des Buches hängen und auf einen weiteren Versuch der Autorin würde ich mich durchaus freuen und einlassen. Das Hörbuch von Argon ist auf Spotify verfügbar, sehr gut gelesen von Inka Löwendorf.

4

Die beiden Waisenkinder Lucy und Sam werden von einem Schicksalsschlag nach dem anderen heimgesucht. Auf dem Rücken vom gestohlenen Pferd Nellie, mit der alten Truhe von Ma auf ihrem Rücken und darin Bas Leiche machen sich die Geschwister auf die Suche nach einem neuen Zuhause. Die Autorin schafft es ab Seite 1 uns im Leben der beiden mitzunehmen, als würden wir direkt neben ihnen stehen. Mit ihrem lebhaften und bildschaffenden Schreibstil spürt man regelmäßig den Staub der Prärie im eigenen Mund. Ebenfalls schafft sie es, aktuelle Themen in die Vergangenheit zu setzen und aufzuzeigen, dass oft schon dort ihre Wurzeln liegen. Man lernt die Geschichte der Familie in unterschiedlichen Abschnitten und auch Jahreszahlen kennen. Selten bekommt man so diverse Seiten von den gleichen Personen in einem Buch zu Gesicht. Ich merkte ziemlich schnell, dass ich Menschen oft zu schnell in eine Schublade stecke ohne seine Vorgeschichte richtig zu kennen. Das Ende und der letzte Teil des Buches war für mich leider etwas ernüchternd. Zu viel Geschichte auf zu wenigen Seiten in meinen Augen… Für mich ist es trotzdem ein Buch, worüber ich unglaublich froh bin es gelesen zu haben!

3

Ich würde gerne 3,5 Sterne vergeben können

4

"Wie viel von diesen Hügeln ist Gold" ist ein historischer Roman, ein Western sogar, aber einer, der nicht nur die Genregrenzen übertritt, sondern gleich ein neues schafft. Erzählt wird die Geschichte von Lucy und Sam, zwei Waisen deren chinesischen Eltern im "Wilden Westen" der 1860er Jahre ihr Glück machen wollten, aber letztlich an Armut und Rassismus scheiterten. Die Kinder sind allein auf dem Weg durch die Wüste: Sam (Samantha) ist ein trans Junge, für den es damals natürlich noch nicht dieses Wort gegeben hat. Er liebt das Abenteuer und will "Cowboy und Bandit" werden, wenn er groß ist. Seine ältere Schwester Lucy war eine gute Schülerin und träumt davon, ein Zuhause zu finden. Auf der Suche danach ziehen die Geschwister durchs Land, begleitet von ewigem Hunger und den mythischen Geschichten, wie die von den Tigern, die in die Familienbiographie gewoben sind. In Rückblicken wird die Familiengeschichte erzählt und damit auch ein vertuschtes Kapitel amerikanischer Geschichte: von den chinesischen Immigrant*innen, die im "Wilden Westen" die Eisenbahnen bauten, im Bergbau schufteten oder ebenso wie weiße Siedler*innen dem Goldrausch folgten. Doch wie auch die Native Americans (im Roman wird das I-Wort verwendet), waren die chinesischen Arbeiter*innen rassistischen Schikanen ausgesetzt, es wurde ihnen verboten, Land zu besitzen oder das Gold zu behalten, das sie fanden. Das Buch liest sich wie eine spannender Abenteuerroman, ist aber auch eine berührende Familiengeschichte und ein Zeitzeugnis, das auch viele aktuelle Themen (Rassismus, Gender, Umweltzerstörung) verarbeitet. Ich bin großer Fan!

4

Was macht ein Zuhause zum Zuhause? Eine sehr einfühlsam geschriebene Geschichte über zwei enorm starke und komplexe Charaktere (Sam und Lucy <3) und das unzertrennliche Band zwischen Geschwistern. Vor allem die letzten Kapitel konnten mich richtig abholen.

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