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„Ich glaube nicht, dass feine junge Damen mehr Spaß haben als wir. Trotz angesengter Haare, alter Kleider, nur einem guten Handschuh pro Person und zu engen Schuhen, in denen man sich die Knöchel verstaucht, wenn man dumm genug ist, sie anzuziehen“, antwortete Jo. Und damit hatte sie vollkommen recht.
„Little Women“ ist für mich ein zeitloser Klassiker, der größtenteils eine absolute Wohlfühlgeschichte erzählt – und dann plötzlich mit erstaunlich harten, tief berührenden Momenten trifft. Natürlich ist die Geschichte nicht mehr in allen Punkten zeitgemäß und bei manchen Passagen wusste ich trotz der für ihre Zeit durchaus fortschrittlichen, feministischen Haltung der Familie nicht, ob ich lachen oder weinen soll. Manche Werte und Ansichten teile ich heute einfach nicht mehr. Trotzdem verliert das Buch dadurch kaum an emotionaler Wirkung. Besonders beeindruckend ist der liebevolle, detailreiche Fokus auf die Familie March, vor allem auf die Mädchen, ihr Umfeld und ihre persönliche Entwicklung. Man lernt jede einzelne Figur unglaublich gut kennen und begleitet sie von der Kindheit bis ins Erwachsenenleben – mit all den typischen Schmerzen, Sorgen, Verlusten, aber auch Erfolgen, Hoffnungen und schönen Momenten. Die kleinen Projekte der Mädchen wie Briefe, Gedichte, Kurzgeschichten, erfundene Spiele, Theaterstücke und eigene Zeitschriften sind mit so viel Wärme beschrieben, dass einem dabei regelrecht das Herz aufgeht und es einfach eine Menge Spaß macht, daran teilzuhaben. Vor allem Laurie und Beth haben mich tief berührt und mir sowohl Freudentränen als auch bittere Trauertränen beschert. Insgesamt finde ich es bemerkenswert, wie eine eigentlich ruhige, alltägliche und auch nicht gerade kurze Geschichte eine solche emotionale Achterbahnfahrt auslösen kann, ohne jemals langweilig zu werden. Selbst wenn ich nicht jede Haltung teile, ist fast jede Figur auf ihre eigene Weise sympathisch. Besonders schön ist, dass man scheinbar gemeinsam mit den Figuren erwachsen wird: Die Geschichte wird dunkler und ernster, verliert dabei aber nie ganz ihren kindlichen, warmen und wunderschönen Charme. Ein berührender Klassiker, der trotz kleiner Schwächen absolut lesenswert bleibt.

Jan 11, 2026
„Ich glaube nicht, dass feine junge Damen mehr Spaß haben als wir. Trotz angesengter Haare, alter Kleider, nur einem guten Handschuh pro Person und zu engen Schuhen, in denen man sich die Knöchel verstaucht, wenn man dumm genug ist, sie anzuziehen“, antwortete Jo. Und damit hatte sie vollkommen recht.
„Little Women“ ist für mich ein zeitloser Klassiker, der größtenteils eine absolute Wohlfühlgeschichte erzählt – und dann plötzlich mit erstaunlich harten, tief berührenden Momenten trifft. Natürlich ist die Geschichte nicht mehr in allen Punkten zeitgemäß und bei manchen Passagen wusste ich trotz der für ihre Zeit durchaus fortschrittlichen, feministischen Haltung der Familie nicht, ob ich lachen oder weinen soll. Manche Werte und Ansichten teile ich heute einfach nicht mehr. Trotzdem verliert das Buch dadurch kaum an emotionaler Wirkung. Besonders beeindruckend ist der liebevolle, detailreiche Fokus auf die Familie March, vor allem auf die Mädchen, ihr Umfeld und ihre persönliche Entwicklung. Man lernt jede einzelne Figur unglaublich gut kennen und begleitet sie von der Kindheit bis ins Erwachsenenleben – mit all den typischen Schmerzen, Sorgen, Verlusten, aber auch Erfolgen, Hoffnungen und schönen Momenten. Die kleinen Projekte der Mädchen wie Briefe, Gedichte, Kurzgeschichten, erfundene Spiele, Theaterstücke und eigene Zeitschriften sind mit so viel Wärme beschrieben, dass einem dabei regelrecht das Herz aufgeht und es einfach eine Menge Spaß macht, daran teilzuhaben. Vor allem Laurie und Beth haben mich tief berührt und mir sowohl Freudentränen als auch bittere Trauertränen beschert. Insgesamt finde ich es bemerkenswert, wie eine eigentlich ruhige, alltägliche und auch nicht gerade kurze Geschichte eine solche emotionale Achterbahnfahrt auslösen kann, ohne jemals langweilig zu werden. Selbst wenn ich nicht jede Haltung teile, ist fast jede Figur auf ihre eigene Weise sympathisch. Besonders schön ist, dass man scheinbar gemeinsam mit den Figuren erwachsen wird: Die Geschichte wird dunkler und ernster, verliert dabei aber nie ganz ihren kindlichen, warmen und wunderschönen Charme. Ein berührender Klassiker, der trotz kleiner Schwächen absolut lesenswert bleibt.
Jan 11, 2026









