Bel-ami

Bel-ami

Softcover
3.736

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Description

Guy de Maupassant's scandalous tale of an opportunistic young man corrupted by the allure of power, Bel-Ami is translated with an introduction by Douglas Parmée in Penguin Classics.

Young, attractive and very ambitious, George Duroy, known to his admirers as Bel-Ami, is offered a job as a journalist on La Vie francaise and soon makes a great success of his new career. But he also comes face to face with the realities of the corrupt society in which he lives - the sleazy colleagues, the manipulative mistresses and wily financiers - and swiftly learns to become an arch-seducer, blackmailer and social climber in a world where love is only a means to an end. Written when Maupassant was at the height of his powers, Bel-Ami is a novel of great frankness and cynicism, but it is also infused with the sheer joy of life - depicting the scenes and characters of Paris in the belle epoque with wit, sensitivity and humanity.

Douglas Parmée's translation captures all the vigour and vitality of Maupassant's novel. His introduction explores the similarities between Bel-Ami and Maupassant himself and demonstrates the skill with which the author depicts his large cast of characters and the French society of the Third Republic.

Guy de Maupassant (1850-1893) was born in Normandy. By the late 1870s, the first signs of syphilis had appeared, and Maupassant had become Flaubert's pupil in the art of prose. He led a hectic social life, and in 1891, having tried to commit suicide, he was committed to an asylum in Paris, where he died two years later.

If you enjoyed Bel-Ami, you might like William Makepeace Thackeray's Vanity Fair, also available in Penguin Classics.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Classics
Format
Softcover
Pages
416
Price
14.00 €

Posts

8
All
5

Von ganz unten bis nach oben

Ich bin durch Zufall auf das Buch gestoßen und hatte es schon länger in meiner Bibliothek. Angefangen zu lesen und was soll ich sagen? Es ist toll! Da ich es in Frankreich angefangen habe zu lesen, hat es gepasst. Es liest sich leichter als Proust und ist für alle etwas, die in die französische Literatur einsteigen wollen.

Dies war mein erster Maupassant-Roman, und er beeindruckte mich als brillant erzählte Geschichte darüber, wie ein Journalist, der zum Parvenü wurde und aus einfachen Verhältnissen stammte, im Frankreich der Dritten Republik mit schäbigen Mitteln Status, Reichtum und Macht erlangte. In einem witzigen und knackigen Stil fließt die Geschichte flüssig dahin, während der Protagonist von einer einer Frau zur nächsten springt und jedes Mal mehr weltliche Vorteile wie Karriereaufstieg, soziale Anerkennung, Reichtum und Status sammelt. Seine einzige Waffe bei der Eroberung sind seine Jugend und sein hübsches Gesicht, daher sein Spitzname "Bel Ami", sowie ein Herz aus Stahl. Maupassant skizziert virtuos jeden seiner kalten, kalkulierten sozialen Aufstiegsversuche mit schmunzelnder Ironie, wobei er seinen eigenen höhnischen Spott über die bürgerlich-kapitalistische Unmoral und journalistische Farce der Pariser Gesellschaft kaum verbergen kann. Nachdem ich die ersten Kapitel gelesen hatte, dachte ich, dass der Protagonist Ähnlichkeit mit Eugene de Rastignac in Balzacs "Vater Goriot" und Julien Sorel in Stendhals "Rot und Schwarz" hat. Am Ende musste ich jedoch feststellen, dass Georges Duroy der herzloseste, räuberischste und heuchlerischste Bösewicht von allen dreien ist. Da es sich bei diesem Roman um ein realistisches Werk des 19. Jahrhunderts handelt, behandelt er Themen, die ebenso aktuell wie historisch sind. Er regt zum Nachdenken an über den Zusammenhang zwischen dem ungezügelten Kapitalismus von heute und der Skrupellosigkeit der Gesellschaft.

4

It's been a long time since I was so angry with a man. Walking red flag.. Great book that shows many human negative facets.

1.5

Die Zeiten waren früher nicht besser

Das Buch ist mir so oft begegnet (schwule Männer ahnen vielleicht, warum 😇), dass ich es doch einmal lesen wollte, wohl wissend, dass es keine queere Geschichte ist. Es ist leider gruselig: Ein junger Mann mit nichts außer Charme und Attraktivität arbeitet sich von einem schlecht bezahlten Angestellten-Job in der Gesellschaft nach oben. Wir sind Ende des 19. Jahrhunderts in Paris, die Demokratie jung und unerfahren, es herrscht das Patriarchat. Der Protagonist, Georges Duroy, von einem Mädchen, das einzige, das seine Natur später erkennt und mit ihm bricht, „Bel-Ami“ genannt, missbraucht Frauen für seinen Spaß und seinen Aufstieg - eine von ihnen kommt sogar immer wieder zurück, obwohl er sie sogar schlägt. Dieses Verhalten ist derart ätzend zu lesen, weil er so narzisstisch ist, so abwertend und alle missachtet - er hätte das vermutlich auch anders, nämlich mit ihnen (bzw. einer, die er geheiratet hat),schaffen können. Im Glück ist er nämlich nie angekommen, immer nur in der Sehnsucht nach mehr und dem Beneiden anderer. Ich habe das Buch zu Ende gelesen in der kleinen Hoffnung, dass er doch noch eine „aufs Maul“ von den Frauen bekommt, aber da war, wie das Nachwort über den Autor sagt, der Autor wohl zu sehr bei sich. Lob habe ich nur für die Erzählweise aus leichter Perspektive des Hauptakteurs übrig, ohne dass es als „ich“-Form geschrieben ist. Das funktioniert sehr gut für mich und ist mir einen halben Stern wert.

2

Abgebrochen nach 35 %....einfach nur uninteressant uns nervig. Der gesellschaftliche Aufstieg und anscheinliche Aufstieg eines Versagers und das gelebte Beispiel einer funktionierenden Vetternwirtschaft für inkompetentw Menschen - also das, was man im Jahr 2023 in Deutschland immee noch sieht und erlebt, vor allem in allen öffentlichen staatlichen Institutionen. Durch Beziehungen und Liebschaften schafft Duroy den Aufstieg im der Pariser Gesellschaft. Der Frauenliebling und unwiderstehlichen Herzensbrecher Duroy ist aber in Wirklichkeit ein Betrüger und - mit all seinem Charme - ein rücksichtsloser Menschenverachter und Ignorant ist. Nein danke. Keine Lust weiterzulesen.

5

Auf dieses Buch bin ich eher zufällig gestossen, weil ich für eine Challenge ein Buch über Journalismus oder mit einem Journalist lesen sollte. Es war mein erstes Buch von Guy de Maupassant. Das Buch wurde 1885 veröffentlicht und ich habe mich deshalb auf eine etwas schwerere Lektüre eingestellt. Zur Verfügung hatte ich die neue Übersetzung von Hermann Lindner und das Hörbuch, das von Christoph Bantzer sehr gut gelesen wurde. Als erstes fiel mir auf, wie unterschiedlich die beiden Übersetzungen sind. Teilweise war mir die neue Übersetzung zu modern, ich fand die ältere Sprache passte besser zu dem Buch. Wie man an meiner 5-Sterne-Bewertung sehen kann, hat mir das Buch sehr gut gefallen. Es war amüsant diesem bäuerlichen Emporkömmling auf seinem Werdegang zu begleiten, wie er von einem unerfahrenen, ungeschickten Junggesellen zu einem raffinierten mit allen Wassern gewaschenen Egoist wurde, der skrupellos alle ihm zur Verfügung stehenden Mittel benutzte, um die gesellschaftliche Leiter empor zu steigen. Dabei hat er einigen Damen den Kopf verdreht und dadurch sich Vorteile verschafft. Sehr gut gefallen hat mir auch der etwas philosophische Exkurs zum Thema Tod. Hier ein kleiner Ausschnitt daraus: "Und kein einziges Lebewesen kehrt zurück, keines... Die Gußformen der Statuen werden aufgehoben, die Druckformen bleiben erhalten und erlauben es, alle möglichen Dinge identisch wiederherzustellen; aber mein Körper, mein Gesicht, meine Gedanken, meine Wünsche sind für immer verloren. Und auf der anderen Seite werden immer neue Wesen geboren, Milliarden von Wesen, mit einem ein paar Zentimeter großen Gesicht aus Nase, Augen, Stirn, Wagen und Mund, ganz so wie ich, und auch mit einer Seele, wie ich sie habe, ohne daß jemals ich selber hierher zurückkommen würde, ohne daß auch nur ein erkennbarer Teil von mir in diesem unzähligen, verschiedenen, so unendlich verschiedenen und doch auch einander so ähnlichen Geschöpfen wiederkehren würde." Nicht ohne Grund Weltliteratur, die auch heute noch sehr aktuell ist.

2

Abgebrochen nach 35 %....Es ist schlichtweg uninteressant und nervtötend. Maupassant beschreibt hier den Aufstieg eines Mannes, der eigentlich nichts kann, außer die richtigen Leute zu kennen und zu manipulieren. Georges Duroy ist das Paradebeispiel eines Versagers, der sich durch ein System aus Beziehungen und Affären nach oben hangelt. Besonders bitter stößt dabei auf, wie aktuell diese Thematik wirkt. Was Maupassant im Paris des 19. Jahrhunderts beschreibt, erinnert frappierend an Zustände, die man auch heute noch in öffentlichen Institutionen beobachten kann. Eine funktionierende Vetternwirtschaft, in der Inkompetenz kein Hindernis ist, solange die Kontakte stimmen. Duroy wird als unwiderstehlicher Herzensbrecher inszeniert, ist in Wahrheit aber ein betrügerischer, rücksichtsloser Menschenverachter und Ignorant. Sein „Charme“ ist eine hohle Maske für pure Ignoranz. Es fällt schwer, Zeit in eine Geschichte zu investieren, in der ein moralisch bankrotter Charakter ohne echte Gegenwehr belohnt wird. Anstatt Unterhaltung bietet das Buch lediglich ein frustrierendes Spiegelbild gesellschaftlicher Missstände, die wir längst überwunden haben sollten. Wenn man das Thema „Gesellschaftlicher Aufstieg und Korruption“ sucht, aber statt eines flachen Protagonisten echte psychologische Tiefe und eine stärkere Handlung möchte, gibt es aus dieser Ära deutlich bessere Alternativen. 1. Stendhal: Rot und Schwarz (Le Rouge et le Noir) 2. Honoré de Balzac: Verlorene Illusionen (Illusions perdues) 3. Henrik Ibsen: Ein Volksfeind (An Enemy of the People)

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