Bei Licht ist alles zerbrechlich
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Description
Book Information
Author Description
Gianni Solla, geboren 1974 in Neapel, schreibt Romane, Erzählungen und Theaterstücke. Sein jüngster Roman ›Bei Licht ist alles zerbrechlich‹ erscheint in 12 Sprachen. Er lebt mit seiner Frau und seinem Sohn in Neapel.
Posts
🐖📝🐖📝🐖
Davide wächst als Schweinehirt in einem kleinen süditalienischen Dorf auf. Seine einzige Freundin ist Teresa, klug und einfühlsam, bis Nicolas das Leben der beiden kreuzt. Nicolas stellt das Leben von Teresa und Davide auf den Kopf, leise und unaufgeregt. Eine Geschichte über Freundschaft, erste Liebe, Faschismus, Ableismus und die Kraft von Bildung!
Ein Dorf in Süditalien während des Faschismus
„Bei Licht ist alles zerbrechlich“ hat mich berührt. Für mich hat dieses Buch eine ganz besondere, sehr persönliche Bedeutung, weil es Erinnerungen geweckt hat an die Geschichten meiner Oma aus jener Zeit in Süditalien. Die leise Erzählweise hat mich sofort in die Welt von Davide, Nicolas und Teresa hineingezogen und die Atmosphäre war so eindrücklich, dass ich die Umgebung fast selbst spüren konnte. Es ist ein Roman voller Sehnsucht, Verlust und Hoffnung – und für mich eine absolute Leseempfehlung.

Drei Jugendliche erleben den Sommer ihres Lebens - im Antlitz des 2. Weltkrieges ❤️🩹
Im Antlitz des 2. Weltkrieges erleben drei Jugendliche den Sommer ihres Lebens. „Bei Licht ist alles zerbrechlich“ ist eines der grandiosen Bücher, das im Rahmen der Frankfurter Buchmesse mit Italien als Gastland erschienen ist. Es ist das jüngste Werk des Autors und Neapolitaners Gianni Solla. Davides Schicksal wird vorherbestimmt mit der Entscheidung seines Vaters ihn auf dem familieneigenen Hof zu behalten, denn es lohne sich nicht weiter in seine (Schul-) Bildung zu investieren. Davide wird Schweinehirte doch strebt weiterhin nach Größerem und träumt sich in eine bessere Zukunft mit seiner Freundin Teresa, in einem kleinen Dorf Italiens: Tora e Piccilli, im Jahre 1942. Schon bald tritt Nicolas in ihr Leben, ein zwangsumgesiedelter Jude, und die drei entwickeln eine besondere Verbindung - bis die furchtbaren Auswüchse des Krieges auch ihr entlegenes Dörflein erreichen. Ist das besondere Band, was die Freunde verbindet, stark genug, um auch gegen die Schrecken des Krieges standzuhalten?! Davide erzählt uns seine ganz persönliche Geschichte aus seiner Perspektive und lässt uns Teilhaben an seinen ganz eigenen Tücken hin zum Erwachsenwerden. Was geht in einem Jugendlichen vor, der schon in frühen Jahren Erfahrungen machen muss, die manch einer nicht mal in seinen schlimmsten Albträumen durchleidet?! Wir dürfen Davide auf einem Stückchen seines Weges begleiten und erleben die Ambivalenzen des Innenlebens Davides‘ hautnah - den Wendepunkt, den das Eintreffen der Juden für ihn selbst und das Dorf markiert, sein plötzlicher Gefühlswandel Nicolas gegenüber, sein fast schon sturer Wille lesen und schreiben lernen zu wollen - er ist die Inkarnation einer Resilienz, die seinesgleichen sucht. Wer sollte „Bei Licht ist alles zerbrechlich“ unbedingt lesen?! Ich kann es von Herzen allen Leser*innen empfehlen, die mehr über den Faschismus Italiens erfahren wollen, der bisher eher ein blinder Fleck in meinem literarischen Diskurs mit diesem Thema bildete. Welche Konsequenzen hatte der Vormarsch der Deutschen für die drei Jugendlichen?! Gianni Solla gibt uns einen ebenso authentischen, wie gefühlvollen Einblick in die Schicksale Dreier Adoleszenter, die ganz unterschiedlich vom Krieg gebeutelt wurden. Was ich Euch schon verraten möchte: Es wird auf jeden Fall eine Antwort geben auf die Frage, ob das starke Band der drei Freunde sie schließlich wieder zusammengeführt hat, seid gespannt! Denn ich war’s auch - es war eine dieser Lektüren, die ich an einem Stück durchgesuchtet habe, denn ich war während des Lesens nicht nur ein stilles Mäuschen, sondern Teil der Geschichte. Und da konnte ich die drei doch nicht einfach beiseite legen und ihrem Schicksal überlassen - ich bin drangeblieben, bis zum Schluss! Danke Gianni Solla für diese Stunden im Lesefieber!
Italien, 1942. Der 10- jährige Davide lebt mit seinem faschistischen Vater und seiner willenlosen Mutter auf einem Schweinehof. Seine Zukunft scheint klar: er wird nicht zur Schule geschickt sondern muss seinem Vater helfen und später den Hof übernehmen. Doch dann werden eines Tages Juden aus Neapel in das Dorf zwangsumgesiedelt um dort zu arbeiten. Als Davide dem jüdischen Jungen Nicolas begegnet, ist er sofort von dessen Ausstrahlung, Intellekt und Stil fasziniert. So möchte er auch werden und er bittet Nicolas und dessen Vater um Unterricht. Heimlich lernt er lesen, schreiben und rechnen. Als die Nazis in das Dorf kommen um die Juden zu deportieren, verliert Davide Nicolas aus den Augen. Davide verlässt schockiert sein Dorf und baut sich ein eigenes Leben auf. Jahrzehntelang quälen ihn die Gedanken an das Schicksal seines einstigen Freundes und eines Tages treffen sie sich tatsächlich wieder... aber ganz anders als erwartet... Ein sehr berührendes Buch, das zugleich sehr spannend geschrieben ist. Leseempfehlung!
Berührt und wirkt nach
Coming of age" zu Zeiten des Zweiten Weltkriegs, in einem erzählerisch feinen und sprachlich anspruchsvolleren Gewand. Das Buch hat viele neue Türen für mich aufgemacht. Für die Zeitspanne die es umfasst und die Vielzahl an Themen, die Solla hier anspricht, ist das Buch zwar etwas kurz geraten; alles in allem aber eine Lektüre die emotional berührt und nachwirkt.
„Wir wussten nicht, dass wir Motten waren, die sich zu nah ans Feuer wagten: Angezogen vom strahlenden Licht, enden sie mit versengten Flügeln in diesem letzten Tanz, bei dem die Freude die Angst überwiegt.“ (Tolino S. 82) BEI LICHT IST ALLES ZERBRECHLICH Gianni Solla 1942: Davide wächst in Tora e Piccilli, einem kleinen italienischen Dorf, in der Nähe Neapels, als Sohn eines Schweinezüchters, auf. Er ist der Spott der Kinder und Jugendlichen, da er humpelt und den Geruch der Schweine nicht ablegen kann. Sein Traum ist es, eines Tages wegzugehen, dem Dorf den Rücken zu kehren und den Klauen seines Vaters, dem Patriarchen der Familie, zu entkommen. Teresa, die Tochter des Seilmachers, teilt mit ihm diesen Traum. Wenn Davide es schafft, sich heimlich aus dem Stall zu entfernen, verbringen sie die Nachmittage gemeinsam. Teresa hat ihm einige Buchstaben gelehrt, denn sein Vater verbot ihm die Schule zu besuchen. Eines Nachmittags werden ein paar Juden in das Dorf gebracht. Kein anderes Dorf wollte diese haben und auch die Dorfbewohner Toras sind wenig begeistert von diesen Eindringlingen. Doch Davide ist von der äußerlichen Erscheinung des jungen jüdischen Nicolas angetan und sucht seine Nähe. Ganz langsam beginnt eine Freundschaft, die auch Teresa einbindet. Nicolas Vater, einst Lehrer in Neapel, sieht in Davide einen begabten Jungen und lehrt ihm Lesen und Schreiben. Die zarte Freundschaft der drei jungen Menschen kommt zu einem jähen Ende, als die Deutschen ins Dorf kommen, um alle Juden zu deportieren. Was für eine zarte und eindringliche Geschichte eines Jungen, der gefangen in seinem oktroyierten Leben ist. Der erste Teil, der mehr als die Hälfte des Buches ausmacht, konnte mich sofort und ganz für sich einnehmen. Die Beschreibungen waren fein und ausgeschmückt, sie erweckten Bilder in meinem Kopf, die noch lange nachwirken werden. Der zweite Teil konnte mich hingegen nicht ganz greifen: Diese großen Zeitsprünge und die Geschichte als solche war mir zu farblos, die Erzählungen, rund ums Theater, zu lang. Davide drohte mir zu entgleiten, doch der dritte Teil brachte ihn mir zurück und ich konnte alle Teile als ein großes Ganzes für mich zusammenfügen. Insgesamt ein tolles Buch. Authentisch und wunderschön geschrieben. Ich freue mich jetzt schon auf weitere Sollas, die es hoffentlich bald geben wird. Große Leseempfehlung von mir. 4½/ 5

Man könnte meinen, dieses Buch sei je zur Hälfte von zwei Autor*innen geschrieben. Teil 1 ist eine anrührende Geschichte vor historischem Hintergrund in poetischer Sprache. Diese verliert sich in Teil 2, den Plot fand ich langweilig bis kaum vorhanden. Der Protagonist, vorher ein junger Mann aus ärmlichen Verhältnissen, der seine Fähigkeiten entdeckt, erscheint plötzlich orientierungslos und überfordert. Warum wird nicht klar. Das beschriebene Theatermilieu ist nur was für Insider. Den Schluss kann ich nur zu lesen empfehlen, wenn man perspektivlos traurigen Geschichten etwas abgewinnen kann.
Mein erstes Buch dieses Jahres und eines, das mir überraschend nah gekommen ist. Die Sprache ist ruhig, unaufgeregt, manchmal fast kantig. Sie will nichts beweisen, nichts ausstellen. Es liest sich leicht, ohne leicht zu sein. Die Bilder entstehen dadurch, dass man ihnen Raum lässt. Ich habe gemerkt, wie sehr mich diese Art zu erzählen erreicht hat. Nicht, weil sie sich zurücknimmt, sondern weil sie genau weiß, was sie tut.

Der Roman entführt uns in das kleine italienische Dorf Tora e Piccilli im Jahr 1942 und erzählt die bewegende Geschichte von Davide, einem Jungen, der unter den harten Bedingungen seines Lebens leidet. Als Sohn eines Schweinezüchters ist er ständigen Demütigungen ausgesetzt – nicht nur aufgrund seines humpelnden Gangs, sondern auch wegen des allgegenwärtigen Schweinegestanks, der ihn umgibt. Doch Davide hat Träume und findet in Teresa, der Tochter eines Seilmachers, eine Verbündete, die wie er das Dorf hinter sich lassen will. Die Ankunft einer Gruppe jüdischer Flüchtlinge bringt eine Veränderung in das Leben des Dorfes und vor allem in Davides Alltag. Besonders die Freundschaft zu dem gebildeten jüdischen Jungen Nicolas eröffnet ihm neue Horizonte. Nicolas' Vater, ein Lehrer, erkennt Davides Potenzial und fördert seine Bildung im Geheimen. Doch die Idylle der Freundschaft wird jäh unterbrochen, als die Deutschen ins Dorf kommen und die jüdischen Familien deportieren. Gianni Solla versteht es gekonnt, die Atmosphäre des Dorfes einzufangen und die innere Welt seiner Figuren lebendig werden zu lassen. Kraftvoll und doch unheimlich einfühlsam beschreibt er Davides Entwicklung von einem ausgegrenzten Jungen zu einem selbstbewussten jungen Mann, der es schafft, den Zwängen seiner Herkunft zu entfliehen. Besonders die Darstellung von Davides innerem Wandel hat mich schwer beeindruckt. Das Schreiben, das er zunächst als Akt der Rebellion gegen seinen despotischen Vater erlernt, wird für ihn zu einem Symbol der Hoffnung und des Ausbruchs aus seinem vorbestimmten Leben. Eindrucksvoll zeigt Solla, wie die Macht der Worte und der Bildung Davides Leben verändert und ihm neue Perspektiven eröffnet. Und auch wenn der Mittelteil der Geschichte für meinen Geschmack etwas an Intensität und Dynamik verliert, führt Solla die Geschichte zu einem eindrucksvollen und bewegenden Ende, das noch lange nachklingt. Ein tiefgründiger Entwicklungsroman, der durch seine feinfühlige Erzählweise und die intensive Darstellung der Charaktere besticht. Ein wirklich großartiges Stück italienischer Literatur! Aus dem Italienischen von Verena von Koskull.

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Gianni Solla, geboren 1974 in Neapel, schreibt Romane, Erzählungen und Theaterstücke. Sein jüngster Roman ›Bei Licht ist alles zerbrechlich‹ erscheint in 12 Sprachen. Er lebt mit seiner Frau und seinem Sohn in Neapel.
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🐖📝🐖📝🐖
Davide wächst als Schweinehirt in einem kleinen süditalienischen Dorf auf. Seine einzige Freundin ist Teresa, klug und einfühlsam, bis Nicolas das Leben der beiden kreuzt. Nicolas stellt das Leben von Teresa und Davide auf den Kopf, leise und unaufgeregt. Eine Geschichte über Freundschaft, erste Liebe, Faschismus, Ableismus und die Kraft von Bildung!
Ein Dorf in Süditalien während des Faschismus
„Bei Licht ist alles zerbrechlich“ hat mich berührt. Für mich hat dieses Buch eine ganz besondere, sehr persönliche Bedeutung, weil es Erinnerungen geweckt hat an die Geschichten meiner Oma aus jener Zeit in Süditalien. Die leise Erzählweise hat mich sofort in die Welt von Davide, Nicolas und Teresa hineingezogen und die Atmosphäre war so eindrücklich, dass ich die Umgebung fast selbst spüren konnte. Es ist ein Roman voller Sehnsucht, Verlust und Hoffnung – und für mich eine absolute Leseempfehlung.

Drei Jugendliche erleben den Sommer ihres Lebens - im Antlitz des 2. Weltkrieges ❤️🩹
Im Antlitz des 2. Weltkrieges erleben drei Jugendliche den Sommer ihres Lebens. „Bei Licht ist alles zerbrechlich“ ist eines der grandiosen Bücher, das im Rahmen der Frankfurter Buchmesse mit Italien als Gastland erschienen ist. Es ist das jüngste Werk des Autors und Neapolitaners Gianni Solla. Davides Schicksal wird vorherbestimmt mit der Entscheidung seines Vaters ihn auf dem familieneigenen Hof zu behalten, denn es lohne sich nicht weiter in seine (Schul-) Bildung zu investieren. Davide wird Schweinehirte doch strebt weiterhin nach Größerem und träumt sich in eine bessere Zukunft mit seiner Freundin Teresa, in einem kleinen Dorf Italiens: Tora e Piccilli, im Jahre 1942. Schon bald tritt Nicolas in ihr Leben, ein zwangsumgesiedelter Jude, und die drei entwickeln eine besondere Verbindung - bis die furchtbaren Auswüchse des Krieges auch ihr entlegenes Dörflein erreichen. Ist das besondere Band, was die Freunde verbindet, stark genug, um auch gegen die Schrecken des Krieges standzuhalten?! Davide erzählt uns seine ganz persönliche Geschichte aus seiner Perspektive und lässt uns Teilhaben an seinen ganz eigenen Tücken hin zum Erwachsenwerden. Was geht in einem Jugendlichen vor, der schon in frühen Jahren Erfahrungen machen muss, die manch einer nicht mal in seinen schlimmsten Albträumen durchleidet?! Wir dürfen Davide auf einem Stückchen seines Weges begleiten und erleben die Ambivalenzen des Innenlebens Davides‘ hautnah - den Wendepunkt, den das Eintreffen der Juden für ihn selbst und das Dorf markiert, sein plötzlicher Gefühlswandel Nicolas gegenüber, sein fast schon sturer Wille lesen und schreiben lernen zu wollen - er ist die Inkarnation einer Resilienz, die seinesgleichen sucht. Wer sollte „Bei Licht ist alles zerbrechlich“ unbedingt lesen?! Ich kann es von Herzen allen Leser*innen empfehlen, die mehr über den Faschismus Italiens erfahren wollen, der bisher eher ein blinder Fleck in meinem literarischen Diskurs mit diesem Thema bildete. Welche Konsequenzen hatte der Vormarsch der Deutschen für die drei Jugendlichen?! Gianni Solla gibt uns einen ebenso authentischen, wie gefühlvollen Einblick in die Schicksale Dreier Adoleszenter, die ganz unterschiedlich vom Krieg gebeutelt wurden. Was ich Euch schon verraten möchte: Es wird auf jeden Fall eine Antwort geben auf die Frage, ob das starke Band der drei Freunde sie schließlich wieder zusammengeführt hat, seid gespannt! Denn ich war’s auch - es war eine dieser Lektüren, die ich an einem Stück durchgesuchtet habe, denn ich war während des Lesens nicht nur ein stilles Mäuschen, sondern Teil der Geschichte. Und da konnte ich die drei doch nicht einfach beiseite legen und ihrem Schicksal überlassen - ich bin drangeblieben, bis zum Schluss! Danke Gianni Solla für diese Stunden im Lesefieber!
Italien, 1942. Der 10- jährige Davide lebt mit seinem faschistischen Vater und seiner willenlosen Mutter auf einem Schweinehof. Seine Zukunft scheint klar: er wird nicht zur Schule geschickt sondern muss seinem Vater helfen und später den Hof übernehmen. Doch dann werden eines Tages Juden aus Neapel in das Dorf zwangsumgesiedelt um dort zu arbeiten. Als Davide dem jüdischen Jungen Nicolas begegnet, ist er sofort von dessen Ausstrahlung, Intellekt und Stil fasziniert. So möchte er auch werden und er bittet Nicolas und dessen Vater um Unterricht. Heimlich lernt er lesen, schreiben und rechnen. Als die Nazis in das Dorf kommen um die Juden zu deportieren, verliert Davide Nicolas aus den Augen. Davide verlässt schockiert sein Dorf und baut sich ein eigenes Leben auf. Jahrzehntelang quälen ihn die Gedanken an das Schicksal seines einstigen Freundes und eines Tages treffen sie sich tatsächlich wieder... aber ganz anders als erwartet... Ein sehr berührendes Buch, das zugleich sehr spannend geschrieben ist. Leseempfehlung!
Berührt und wirkt nach
Coming of age" zu Zeiten des Zweiten Weltkriegs, in einem erzählerisch feinen und sprachlich anspruchsvolleren Gewand. Das Buch hat viele neue Türen für mich aufgemacht. Für die Zeitspanne die es umfasst und die Vielzahl an Themen, die Solla hier anspricht, ist das Buch zwar etwas kurz geraten; alles in allem aber eine Lektüre die emotional berührt und nachwirkt.
„Wir wussten nicht, dass wir Motten waren, die sich zu nah ans Feuer wagten: Angezogen vom strahlenden Licht, enden sie mit versengten Flügeln in diesem letzten Tanz, bei dem die Freude die Angst überwiegt.“ (Tolino S. 82) BEI LICHT IST ALLES ZERBRECHLICH Gianni Solla 1942: Davide wächst in Tora e Piccilli, einem kleinen italienischen Dorf, in der Nähe Neapels, als Sohn eines Schweinezüchters, auf. Er ist der Spott der Kinder und Jugendlichen, da er humpelt und den Geruch der Schweine nicht ablegen kann. Sein Traum ist es, eines Tages wegzugehen, dem Dorf den Rücken zu kehren und den Klauen seines Vaters, dem Patriarchen der Familie, zu entkommen. Teresa, die Tochter des Seilmachers, teilt mit ihm diesen Traum. Wenn Davide es schafft, sich heimlich aus dem Stall zu entfernen, verbringen sie die Nachmittage gemeinsam. Teresa hat ihm einige Buchstaben gelehrt, denn sein Vater verbot ihm die Schule zu besuchen. Eines Nachmittags werden ein paar Juden in das Dorf gebracht. Kein anderes Dorf wollte diese haben und auch die Dorfbewohner Toras sind wenig begeistert von diesen Eindringlingen. Doch Davide ist von der äußerlichen Erscheinung des jungen jüdischen Nicolas angetan und sucht seine Nähe. Ganz langsam beginnt eine Freundschaft, die auch Teresa einbindet. Nicolas Vater, einst Lehrer in Neapel, sieht in Davide einen begabten Jungen und lehrt ihm Lesen und Schreiben. Die zarte Freundschaft der drei jungen Menschen kommt zu einem jähen Ende, als die Deutschen ins Dorf kommen, um alle Juden zu deportieren. Was für eine zarte und eindringliche Geschichte eines Jungen, der gefangen in seinem oktroyierten Leben ist. Der erste Teil, der mehr als die Hälfte des Buches ausmacht, konnte mich sofort und ganz für sich einnehmen. Die Beschreibungen waren fein und ausgeschmückt, sie erweckten Bilder in meinem Kopf, die noch lange nachwirken werden. Der zweite Teil konnte mich hingegen nicht ganz greifen: Diese großen Zeitsprünge und die Geschichte als solche war mir zu farblos, die Erzählungen, rund ums Theater, zu lang. Davide drohte mir zu entgleiten, doch der dritte Teil brachte ihn mir zurück und ich konnte alle Teile als ein großes Ganzes für mich zusammenfügen. Insgesamt ein tolles Buch. Authentisch und wunderschön geschrieben. Ich freue mich jetzt schon auf weitere Sollas, die es hoffentlich bald geben wird. Große Leseempfehlung von mir. 4½/ 5

Man könnte meinen, dieses Buch sei je zur Hälfte von zwei Autor*innen geschrieben. Teil 1 ist eine anrührende Geschichte vor historischem Hintergrund in poetischer Sprache. Diese verliert sich in Teil 2, den Plot fand ich langweilig bis kaum vorhanden. Der Protagonist, vorher ein junger Mann aus ärmlichen Verhältnissen, der seine Fähigkeiten entdeckt, erscheint plötzlich orientierungslos und überfordert. Warum wird nicht klar. Das beschriebene Theatermilieu ist nur was für Insider. Den Schluss kann ich nur zu lesen empfehlen, wenn man perspektivlos traurigen Geschichten etwas abgewinnen kann.
Mein erstes Buch dieses Jahres und eines, das mir überraschend nah gekommen ist. Die Sprache ist ruhig, unaufgeregt, manchmal fast kantig. Sie will nichts beweisen, nichts ausstellen. Es liest sich leicht, ohne leicht zu sein. Die Bilder entstehen dadurch, dass man ihnen Raum lässt. Ich habe gemerkt, wie sehr mich diese Art zu erzählen erreicht hat. Nicht, weil sie sich zurücknimmt, sondern weil sie genau weiß, was sie tut.

Der Roman entführt uns in das kleine italienische Dorf Tora e Piccilli im Jahr 1942 und erzählt die bewegende Geschichte von Davide, einem Jungen, der unter den harten Bedingungen seines Lebens leidet. Als Sohn eines Schweinezüchters ist er ständigen Demütigungen ausgesetzt – nicht nur aufgrund seines humpelnden Gangs, sondern auch wegen des allgegenwärtigen Schweinegestanks, der ihn umgibt. Doch Davide hat Träume und findet in Teresa, der Tochter eines Seilmachers, eine Verbündete, die wie er das Dorf hinter sich lassen will. Die Ankunft einer Gruppe jüdischer Flüchtlinge bringt eine Veränderung in das Leben des Dorfes und vor allem in Davides Alltag. Besonders die Freundschaft zu dem gebildeten jüdischen Jungen Nicolas eröffnet ihm neue Horizonte. Nicolas' Vater, ein Lehrer, erkennt Davides Potenzial und fördert seine Bildung im Geheimen. Doch die Idylle der Freundschaft wird jäh unterbrochen, als die Deutschen ins Dorf kommen und die jüdischen Familien deportieren. Gianni Solla versteht es gekonnt, die Atmosphäre des Dorfes einzufangen und die innere Welt seiner Figuren lebendig werden zu lassen. Kraftvoll und doch unheimlich einfühlsam beschreibt er Davides Entwicklung von einem ausgegrenzten Jungen zu einem selbstbewussten jungen Mann, der es schafft, den Zwängen seiner Herkunft zu entfliehen. Besonders die Darstellung von Davides innerem Wandel hat mich schwer beeindruckt. Das Schreiben, das er zunächst als Akt der Rebellion gegen seinen despotischen Vater erlernt, wird für ihn zu einem Symbol der Hoffnung und des Ausbruchs aus seinem vorbestimmten Leben. Eindrucksvoll zeigt Solla, wie die Macht der Worte und der Bildung Davides Leben verändert und ihm neue Perspektiven eröffnet. Und auch wenn der Mittelteil der Geschichte für meinen Geschmack etwas an Intensität und Dynamik verliert, führt Solla die Geschichte zu einem eindrucksvollen und bewegenden Ende, das noch lange nachklingt. Ein tiefgründiger Entwicklungsroman, der durch seine feinfühlige Erzählweise und die intensive Darstellung der Charaktere besticht. Ein wirklich großartiges Stück italienischer Literatur! Aus dem Italienischen von Verena von Koskull.
















