Auflösungen.

Auflösungen.

Hardback
3.95

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Description

Marlene Streeruwitz’ Roman »Auflösungen.« entwirft ein Bild des heutigen New York

New York im März 2024, wenige Monate vor der Wiederwahl Donald Trumps. Die Wiener Lyrikerin Nina Wagner hat die Sorgen um den richtigen Umgang mit ihrer Tochter und die Lügen ihres Ex-Mannes in Wien zurückgelassen und unterrichtet für ein Semester an einer New Yorker Universität.
Doch die Umstände in den USA haben sich mit der Pandemie weiter zugespitzt. Die Freunde sind einem noch schärferen Lebenskampf ausgesetzt, und alle Kultur droht verdrängt zu werden.
»Auflösungen.« ist ein Nachruf auf verloren gegangene Wünsche und die Bestandsaufnahme zerstörter Hoffnungen.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Hardback
Pages
416
Price
28.80 €

Author Description

Marlene Streeruwitz, in Baden bei Wien geboren, studierte Slawistik und Kunstgeschichte und begann als Regisseurin und Autorin von Theaterstücken und Hörspielen. Für ihre Romane erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen, darunter zuletzt den Bremer Literaturpreis und den Preis der Literaturhäuser. Ihr Roman »Die Schmerzmacherin.« stand 2011 auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis. Zuletzt erschienen der Roman »Flammenwand.« (Longlist Deutscher Buchpreis 2019), die Breitbach-Poetikvorlesung »Geschlecht. Zahl. Fall.« (2021), der Roman »Tage im Mai.« (2023), die Essays »Handbuch für die Liebe.« und »Handbuch gegen den Krieg.« (2024). Zuletzt erschien der Roman »Auflösungen.«, der auf der Shortlist für den Österreichischen Buchpreis 2025 stand. Literaturpreise (u.a.):Mara-Cassens-Preis 1996Österreichischer Würdigungsstaatspreis für Literatur 1999Hermann-Hesse-Literaturpreis 2001 (für "Nachwelt")Walter-Hasenclever-Literaturpreis 2002Bremer Literaturpreis 2012Franz-Nabl-Preis 2015Preis der Literaturhäuser 2020Wiener Buchpreis 2023

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Zwischen Pandemie, Politik und privatem Wahnsinn

Manchmal fühlt es sich an, als würde man in einen Mixer steigen, auf Stufe „Weltuntergang“ gestellt, und trotzdem noch hoffen, dass am Ende ein Smoothie rauskommt. Genau so liest sich „Auflösungen.“ – nur dass der Mixer hier New York ist und der Smoothie eher ein Cocktail aus Pandemie, Politik und privaten Katastrophen. Marlene Streeruwitz schickt uns mitten hinein in die Großstadthitze, den Wahnsinn einer zerfledderten Gesellschaft und das Kopfchaos einer Frau, die eigentlich nur Literatur lehren will, aber plötzlich mit den Absurditäten des Lebens jongliert. Nina Wagner stolpert von Alltagskrisen in philosophische Gedankenspiralen, und das alles mit einer Mischung aus Verzweiflung, Scharfsinn und lakonischem Humor. Manchmal habe ich gedacht: „Mensch, entspann dich doch mal!“ – aber gleichzeitig konnte ich nicht aufhören, weiterzulesen, weil ihre Perspektive so gnadenlos ehrlich ist. Da werden nicht nur politische Zustände zerpflückt, sondern auch zwischenmenschliche Beziehungen mit chirurgischer Präzision seziert. Natürlich ist das Ganze nicht leichte Kost. Streeruwitz schreibt so, dass man ständig das Gefühl hat, zwischen den Zeilen lauert noch ein zweiter, dritter, zehnter Text. Wer hier eine flauschige Feel-Good-Story erwartet, hat die falsche U-Bahn erwischt. Aber gerade dieses sperrige, ungeschönte Erzählen macht den Reiz aus. Am Ende bleibt ein schräger Mix aus Melancholie, Wut, Hoffnung und dieser Art von Lachen, das man raushaut, obwohl einem eigentlich gar nicht danach ist. Vier Sterne von mir, weil es manchmal zu verkopft und verkünstelt daherkommt – aber hey, wenn Literatur nicht auch mal Kopfgymnastik sein darf, was dann?

Zwischen Pandemie, Politik und privatem Wahnsinn
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Eine Geschichte, die sich aufzulösen droht, zwischen Leerstellen und Ungesagtem...

Die Lyrikerin Nina Wagner bekommt eine Gastprofessur in New York angeboten. Überfordert und frustriert von ihrem Leben in Wien, zwischen der sich abnabelnden, erwachsenen Tochter und den enttäuschenden Männern, macht sie sich auf in ein ihr nun fremdes Land, das sich 2024 zwischen dem Gaza-Krieg, dem sich ankündigenden Wahlsieg Trumps und den Resten der Coronapandemie aufzulösen droht. Ich muss gestehen, ich habe bisher noch kein Buch von Marlene Streeruwitz gelesen, und mehr als einmal habe ich mich gefragt, ob dieses Buch in seinen Formulierungen und seinem kurz gehaltenen Stil nun Streeruwitz üblichen Ton folgt, oder sie auf die kurzen Sätze und Leerstellen des Themas willen zurückgreift. Letztlich scheint es auch egal, denn so oder so gelingt ihr ein stimmiges, wenn auch zutiefst aufwühlendes Buch. Vieles bleibt ungesagt, die Erzählung springt, folgt den wirren Gedanken der Protagonistin, die ab der Hälfte des Buches durch ihr Leben geworfen zu werden scheint. Der ursprüngliche Fokus auf die politischen Geschehnisse im Herbst 2024 weichen allmählich den persönlichen Problemen der Protagonistin. Anfangs hat mich dieser Umstand irritiert, aber dann wird immer wieder thematisiert, wie ein Darüber-Sprechen an den Hochschulen immer stärker unterbunden wird, und das Schweigen darüber bildet sich nicht nur in der Fokusverschiebung, sondern auch im Stil des Buches ab. Man erfährt über kaum eine Figur viel, oft sind es nur kurze Gedankenfetzen der Protagonistin Nina, doch in diesem Ungesagten steckt umso viel mehr. Politisches, das von Persönlichem überlagert wird, bildet doch irgendwie unsere eigene Haltung ab, wir wollen nicht reden über die Missstände in der Welt, wollen nichts sagen, um nicht selbst zum Ziel der Anfeindung zu werden, und fokussieren uns lieber auf uns selbst, leben in einer anderen Welt, die weniger dringlich erscheint. Genauso wie es die Protagonistin tut, wenn sie sich auf die Probleme der Tochter in Wien konzentriert, statt die scheinbar dringlicheren eigenen in New York. Mein Favorit für den Buchpreis, aber auch unabhängig davon kann ich nur eine große Leseempfehlung an jeden aussprechen. #österreichischerbuchpreis #marlenestreeruwitz #auflösungen #shortlist #politik #zeitgenössischerroman #kommentar #meinungsfreiheit #leseempfehlung #rezension

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