Antisemitismus in der Sprache
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Description
Die Zahl antisemitischer Straftaten steigt in Deutschland und Europa. Antisemitismus durchzieht viele Bereiche des gesellschaftlichen Lebens, offen oder versteckt tritt er uns entgegen. Welche Rolle spielt dabei unsere Sprache? Es sind Beleidigungen und Drohungen, die ausgestoßen werden. Aber es gibt auch subtilere Äußerungen. Und wie steht es um Wörter aus dem Jiddischen wie »Mischpoke« oder »mauscheln«, die Bestandteil unserer Alltagssprache sind?
In der überarbeiteten und erweiterten Neuauflage geht Ronen Steinke auf die viel diskutierte Buchstabiertafel ein und greift die aktuellsten Diskurse in diesem Bereich auf.
Book Information
Posts
Ein interessantes kleines Büchlein. Ich war bei einigen Begriffen doch sehr überrascht, dass diese aus dem jiddischen kommen. Ich fand die Unterscheidung, wann ein Begriff weiterhin genutzt werden kann und wann dieser besser ersetzt wird, sehr gut erklärt und nachvollziehbar. Von daher von mir eine klare Empfehlung. Mit nicht mal 100 Seiten ist es darüber hinaus auch schnell gelesen.

Mir fällt es sehr schwer, dieses Buch numerisch zu bewerten; habe auch debattiert, ob ich keine Sternebewertung geben soll. Allerdings sollen diese Rezensionen ja auch der Leseempfehlung dienen (oder eben als Rat, das Buch lieber auszulassen), daher gibt es von mir 3.5 Sterne . Insgesamt ein informatives, kleines Büchlein — kurz und verständlich genug geschrieben, um es auch mal den Verwandten mitzubringen, die zwar interessiert aber sonst eher unwillig sind, ihre Freizeit mit Sachbüchern zu verbringen, bzw. von Fachliteratur oft aufgrund der Kompliziertheit überfordert sind. Die Kürze ist dabei aber auch mein größter Kritikpunkt, da sehr viele wichtige Aspekte des historischen, sowie aktuellen Antisemitismus in der deutschen Sprache nur sehr oberflächlich benannt werden und das Buch somit mehr als Einstieg dient, als als tatsächliche Auseinandersetzung mit der Thematik. Mit der Bezeichnung „Debattenbuch“ ist der Name also durchaus Programm — wir bekommen einen Anstoß zu weiteren Gesprächen, kein Schlusswort. Um bei der Zielgruppe zu bleiben hätte ich mir allerdings ein, zwei Seiten im Anhang gewünscht, die antisemitismus-freie Alternativen zu gebräuchlichen, aus dem jiddischen entnommenen und anschließend verdrehten Wörtern liefern. So würde es gerade den Wohlmeinenden aus älteren Generationen etwas leichter fallen, alte Gewohnheiten abzulegen (und würde gleichzeitig auch direkt einen Überblick schaffen, welche und wie viele Worte denn überhaupt betroffen sind, schließlich ist vielen Menschen (in Teilen mich eingeschlossen) der antisemitische Ursprung dieser Begriffe überhaupt nicht bewusst und kann so oft auch nicht auf den ersten Blick erkannt werden). Für 4 Sterne ist es mir dann doch insgesamt etwas zu oberflächlich geblieben, allerdings hat es in meinem Kopf viele Überlegungen und Reflexionen angestoßen, die ich jetzt in weiterführender Literatur vertiefen werde. Daher gibt es von mir 3.5 Sterne und eine klare Leseempfehlung/ Verschenkempfehlung für alle Interessierte — übrigens auch ein toller Kandidat, um mal in der örtlichen Stadtbücherei anzufragen, ob das Buch vorrätig ist oder angeschafft werden kann.
Es handelt sich bei dem Büchlein - so gibt der Autor Ronen Steinke selbst zu - um eine Streitschrift. 8 Euro für 64 Seiten. Das klingt erst einmal nach viel Geld. Ist es ja auch. Aber die 8 Euro lohnen sich. Denn obwohl ich daran arbeite, eine bessere - weil weniger diskriminierende, rassistische und/oder antisemitische - Sprache zu verwenden, so bin ich natürlich nicht allwissend. Und da sind solche Büchlein wie dieses von Herrn Steinke ungemein hilfreich. Die Streitschrift ist kurz, man kann sie schnell gelesen. Da bleibt viel Raum, über das Gelesene nachzudenken. Dass das Buch so dünn ist, ist auch hilfreich, um es immer mal wieder in die Hand zu nehmen. Das Buch lädt zum Nachdenken ein, aber eben auch dazu, sich mit den Inhalten auseinander zu setzen und gegebenenfalls zu widersprechen. Mich hat es vor allem eingeladen, meine Wortwahl in Teilen noch einmal zu überdenken und zu ändern. Ich lerne gerne dazu, ich möchte meinem Gegenüber respektvoll begegnen - und das beginnt eben ganz oft mit Sprache. Was ich an dem Büchlein noch bemerkenswert finde, ist die unterhaltsame Art, mit der Steinke es geschrieben hat. Ich denke, selbst jemand, der sich sonst nicht unbedingt mit (politisch korrekter) Sprache befasst, wird "Antisemitismus in der Sprache: Warum es auf die Wortwahl ankommt" einiges abgewinnen können. Falls jemand Sorge hat, das Buch sei womöglich langweilig oder moralinsauer, den kann ich beruhigen. Ich habe es gern gelesen. Es ist kurz, es ist super und verständlich geschrieben und es ist auf Augenhöhe mit seinen Leser*innen geschrieben. Man muss kein*e Akademiker*in sein, um dem Buch etwas abgewinnen zu können. Aber natürlich: Man kann sich am Ende der Lektüre - wenn man unbedingt will - über das Gendersternchen empören (wie es einige Amazon-Rezensenten tun), statt sich mit den Inhalten zu beschäftigen. Ist ja viel einfacher, als die eigene Sprache zu hinterfragen. ;-)
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Die Zahl antisemitischer Straftaten steigt in Deutschland und Europa. Antisemitismus durchzieht viele Bereiche des gesellschaftlichen Lebens, offen oder versteckt tritt er uns entgegen. Welche Rolle spielt dabei unsere Sprache? Es sind Beleidigungen und Drohungen, die ausgestoßen werden. Aber es gibt auch subtilere Äußerungen. Und wie steht es um Wörter aus dem Jiddischen wie »Mischpoke« oder »mauscheln«, die Bestandteil unserer Alltagssprache sind?
In der überarbeiteten und erweiterten Neuauflage geht Ronen Steinke auf die viel diskutierte Buchstabiertafel ein und greift die aktuellsten Diskurse in diesem Bereich auf.
Book Information
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Ein interessantes kleines Büchlein. Ich war bei einigen Begriffen doch sehr überrascht, dass diese aus dem jiddischen kommen. Ich fand die Unterscheidung, wann ein Begriff weiterhin genutzt werden kann und wann dieser besser ersetzt wird, sehr gut erklärt und nachvollziehbar. Von daher von mir eine klare Empfehlung. Mit nicht mal 100 Seiten ist es darüber hinaus auch schnell gelesen.

Mir fällt es sehr schwer, dieses Buch numerisch zu bewerten; habe auch debattiert, ob ich keine Sternebewertung geben soll. Allerdings sollen diese Rezensionen ja auch der Leseempfehlung dienen (oder eben als Rat, das Buch lieber auszulassen), daher gibt es von mir 3.5 Sterne . Insgesamt ein informatives, kleines Büchlein — kurz und verständlich genug geschrieben, um es auch mal den Verwandten mitzubringen, die zwar interessiert aber sonst eher unwillig sind, ihre Freizeit mit Sachbüchern zu verbringen, bzw. von Fachliteratur oft aufgrund der Kompliziertheit überfordert sind. Die Kürze ist dabei aber auch mein größter Kritikpunkt, da sehr viele wichtige Aspekte des historischen, sowie aktuellen Antisemitismus in der deutschen Sprache nur sehr oberflächlich benannt werden und das Buch somit mehr als Einstieg dient, als als tatsächliche Auseinandersetzung mit der Thematik. Mit der Bezeichnung „Debattenbuch“ ist der Name also durchaus Programm — wir bekommen einen Anstoß zu weiteren Gesprächen, kein Schlusswort. Um bei der Zielgruppe zu bleiben hätte ich mir allerdings ein, zwei Seiten im Anhang gewünscht, die antisemitismus-freie Alternativen zu gebräuchlichen, aus dem jiddischen entnommenen und anschließend verdrehten Wörtern liefern. So würde es gerade den Wohlmeinenden aus älteren Generationen etwas leichter fallen, alte Gewohnheiten abzulegen (und würde gleichzeitig auch direkt einen Überblick schaffen, welche und wie viele Worte denn überhaupt betroffen sind, schließlich ist vielen Menschen (in Teilen mich eingeschlossen) der antisemitische Ursprung dieser Begriffe überhaupt nicht bewusst und kann so oft auch nicht auf den ersten Blick erkannt werden). Für 4 Sterne ist es mir dann doch insgesamt etwas zu oberflächlich geblieben, allerdings hat es in meinem Kopf viele Überlegungen und Reflexionen angestoßen, die ich jetzt in weiterführender Literatur vertiefen werde. Daher gibt es von mir 3.5 Sterne und eine klare Leseempfehlung/ Verschenkempfehlung für alle Interessierte — übrigens auch ein toller Kandidat, um mal in der örtlichen Stadtbücherei anzufragen, ob das Buch vorrätig ist oder angeschafft werden kann.
Es handelt sich bei dem Büchlein - so gibt der Autor Ronen Steinke selbst zu - um eine Streitschrift. 8 Euro für 64 Seiten. Das klingt erst einmal nach viel Geld. Ist es ja auch. Aber die 8 Euro lohnen sich. Denn obwohl ich daran arbeite, eine bessere - weil weniger diskriminierende, rassistische und/oder antisemitische - Sprache zu verwenden, so bin ich natürlich nicht allwissend. Und da sind solche Büchlein wie dieses von Herrn Steinke ungemein hilfreich. Die Streitschrift ist kurz, man kann sie schnell gelesen. Da bleibt viel Raum, über das Gelesene nachzudenken. Dass das Buch so dünn ist, ist auch hilfreich, um es immer mal wieder in die Hand zu nehmen. Das Buch lädt zum Nachdenken ein, aber eben auch dazu, sich mit den Inhalten auseinander zu setzen und gegebenenfalls zu widersprechen. Mich hat es vor allem eingeladen, meine Wortwahl in Teilen noch einmal zu überdenken und zu ändern. Ich lerne gerne dazu, ich möchte meinem Gegenüber respektvoll begegnen - und das beginnt eben ganz oft mit Sprache. Was ich an dem Büchlein noch bemerkenswert finde, ist die unterhaltsame Art, mit der Steinke es geschrieben hat. Ich denke, selbst jemand, der sich sonst nicht unbedingt mit (politisch korrekter) Sprache befasst, wird "Antisemitismus in der Sprache: Warum es auf die Wortwahl ankommt" einiges abgewinnen können. Falls jemand Sorge hat, das Buch sei womöglich langweilig oder moralinsauer, den kann ich beruhigen. Ich habe es gern gelesen. Es ist kurz, es ist super und verständlich geschrieben und es ist auf Augenhöhe mit seinen Leser*innen geschrieben. Man muss kein*e Akademiker*in sein, um dem Buch etwas abgewinnen zu können. Aber natürlich: Man kann sich am Ende der Lektüre - wenn man unbedingt will - über das Gendersternchen empören (wie es einige Amazon-Rezensenten tun), statt sich mit den Inhalten zu beschäftigen. Ist ja viel einfacher, als die eigene Sprache zu hinterfragen. ;-)






