Und alle so still

Und alle so still

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4

Neue Weltordnung?

In dem Buch begleiten wir drei ganz unterschiedliche Menschen in ihrem Alltag. Alle haben ihr eigenes Päckchen zu tragen. Als Frauen eines Tages beginnen, sich einfach auf die Straße zu legen und nicht mehr zu arbeiten, nicht mehr zu funktionieren, nicht mehr bis zur Selbstaufgabe alles zu regeln, müssen die drei sich fragen, wohin sie eigentlich möchten und in welch einem System sie leben wollen. Den Beginn der Geschichte fand ich schwer zugänglich, ich war nicht sofort drinnen, sondern war erst mal befremdet. Nach einiger Zeit wurde es aber besser und dann hat die Geschichte mich so richtig eingesogen. Sie wird immer intensiver und lässt die Gefühle der Protagonist*innen sehr gut rüberkommen. Wut, Verzweiflung, Ohnmacht, Resignation, Erschöpfung. Ich habe alles gefühlt. Mitunter ist das Setting dystopisch und es werden einfach so viele wichtige Themen integriert. An einigen Stellen ist das Buch schon sehr plakativ und überzogen, gleichzeitig provoziert es damit aber auch und regt zu einer Auseinandersetzung mit den Themen an. Sehr gewaltig und intensiv!

4

Dieses Buch will nicht nur unterhalten, es will aufrütteln.⚡Und genau das schafft es auch. Was würde passieren, wenn Frauen einfach aufhören würden, zu funktionieren? Wenn sie sich weigern würden, all die unsichtbaren Aufgaben zu erledigen, die sonst als selbstverständlich gelten. Putzen 🧹, pflegen 🏥, organisieren 📅, sich kümmern. Genau dieses Gedankenexperiment steht im Mittelpunkt des Romans, in dem Frauen plötzlich still auf den Straßen liegen und nichts mehr tun. Ein leiser Protest, der alles erschüttert. Besonders gut gefallen hat mir, dass man mehrere Figuren begleitet, die alle ganz unterschiedliche Lebensrealitäten haben. Elin, die Influencerin 📱✨, die nach außen ein perfektes Leben zeigt, innerlich aber mit eigenen Erfahrungen kämpft. Nuri 🚲, der sich mit verschiedenen Jobs über Wasser hält. Und Ruth 👩‍⚕️, die im Pflegebereich arbeitet und jeden Tag über ihre Grenzen geht. Ihre Geschichten zeigen, wie unterschiedlich Lebenswege sein können und wie sehr sie trotzdem durch gesellschaftliche Erwartungen miteinander verbunden sind. Sprachlich fand ich den Roman wieder sehr typisch für Fallwickl. Direkt, emotional und schmerzhaft ehrlich. 📖✨

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4.5

An einem Sonntag legen sich Frauen auf den Boden und sind still…. An diesem Tag überschneiden sich die Leben von Ruth ( Mitte 50, Krankenpflegerin mit Herz und Seele), Nuri (19 Jahre, Schulabbrecher, Fahrradkurier,Reiniger von Clubtoiletten, Bettenschubser im Krankenhaus,Reiniger von stinkenden Fässern in einer Fabrik) und Elin ( 20 Jahre,erfolgreiche Influencerin).

Alle drei schließen sich auf ihre Art den Protest an. Mit laufender Handlung steigt die Spannung und auch die Sorge, wie der Protest enden wird. Wie Elin, Ruth und Nuri in dieser Situation klarkommen , da vieles keine leichte Kost ist und Entscheidungen fürs eigene Leben getroffen werden müssen. Mareike Fallwickl gelingt es einen deutlich , die Augen zu öffnen. Und das Buch lässt einen auch nach der letzten Seite nicht los.

4

Gesellschaftskritik at it's best

Nach dem Buch habe ich mich ein klein wenig lost gefühlt... Interessantes Thema, aber eben auch ein sehr schwieriges. Mal dachte ich während des Lesens "Ja, genau so ist es!" und dann wieder "Naja, schon ein bisschen übertrieben." Aber die Message ist glasklar und die Idee großartig. Sehr spannend geschrieben und sorgt für reichlich Diskussionsstoff.

5

Wow Ein im Gedächtnis bleibendes Buch. ⭐⭐⭐⭐⭐

Klappentext: Es ist der Beginn einer Revolte, bei der Frauen nicht mehr das tun, was sie immer getan haben. Plötzlich steht alles infrage, worauf unser System fußt. Ergreifen Elin, Nuri und Ruth die Chance auf Veränderung?

3.5

Der Einstieg in „Und alle so still“ fiel mir schwer, und auch mit dem Schreibstil hatte ich anfangs immer wieder Probleme, was das Lesen für mich stellenweise mühsam machte. Dennoch entwickelt das Buch eine große Wucht, weil es ein extrem wichtiges, gesellschaftlich relevantes und emotional packendes Thema behandelt. Je weiter ich las, desto mehr hat mich der Inhalt beschäftigt und mitgenommen. Insgesamt schwanke ich bei der Bewertung zwischen 3 und 5 Sternen: sprachlich für mich nicht immer überzeugend, in seiner Aussage und Dringlichkeit aber sehr stark.

5

Elin, Ruth und Nuri sind drei unterschiedliche Menschen, die unter dem patriarchalen System leiden. Und auf einmal legen alle Frauen ihre Arbeit ab und verweigern diese. Was dann geschieht ist Chaos. Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich möchte es allen ans Herz legen, die etwas in unserer Gesellschaft etwas verändern möchten.

4

"Wenn die Welt kippt, auf welcher Seite willst Du dann stehen?" Die Frauen beginnen, zu revoltieren. Sie legen ihre Arbeit nieder, und ihre Körper. Weigern sich, aufzustehen, zu funktionieren. Wie soll es weitergehen? Die Geschichte wird anhand von 3 Charakteren erzählt, der Influencerin Elin, dem Schulabbrecher Nuri und der Krankenschwester Ruth. Drei völlig verschiedene Leben, drei völlig verschiedene Meinungen. Durch die Drei kommt Vielfalt ins Buch, man bekommt viele verschiedene Sichtweise dargestellt. Das Szenario, was die Autorin aufstellt ist sicherlich extrem und bewusst provozierend gewählt. Aber man kommt als Leser ans Denken und das ist sicherlich der wichtigste Grund, dieses Buch zu lesen. Wahrscheinlich ist nicht alles realistisch, wobei ich denke, dass viele Lebenswahrheiten schon der Realität entsprechen. Ich finde es gut und passend, dass es mit Nuri auch eine männliche Hauptperson gibt wobei auch er natürlich in einer Situation ist, die nicht alltäglich ist. Ich hätte da noch gerne mehr männliche Meinungen im Buch gelesen. Spannend sind auch zwei "Nebencharaktere", die zu Wort kommen, die eigene Kapitel haben, eine Pistole und eine Gebärmutter. Ein wirklich interessantes Stilmittel, das den Spannungsbogen aufrecht erhält. Insgesamt lässt sich das Buch super rutschig lesen, ich fand es durchweg spannend und das Ende habe ich so nicht kommen sehen. Lange nicht alle Fragen werden am Ende beantwortet, aber dafür sind diese Fragen auch zu gesellschaftskritisch um einfach gelöst zu werden. Ein Buch über Equal Care, über Gleichberechtigung, über Schwachstellen in der Pflege. Ein hochaktuelles Buch. Vielleicht etwas überzogen dargestellt aber dadurch umso schmerzhafter.

3.5

Sehr wichtige Themen

Anfang und Ende des Buches konnten mich nicht wirklich überzeugen, vor allem der Einstieg fiel mir etwas schwer. Aber die restlichen 80% haben mich oft sehr bewegt. Wütend, zu tiefst berührt und verzweifelt habe ich mich immer wieder gefühlt. Musste kurz innehalten und durchatmen. Das Buch spricht viele Wahrheiten an. Die Selbstverständlichkeit der kümmernden Frau, wertlose und kaum beachtete Frauenarbeit, von respektiert oder wertgeschätzt weit entfernt. Aber was, wenn der weibliche Körper sich entzieht? Wenn er sich einfach nicht mehr kümmert und aufopfert? Mareike Fallwickl zeigt hier einen gänzlich friedlichen, stillen Protest erschöpfter Frauen, dem aber von Privatpersonen, Politik und Exekutive nur mit Gewalt und Zwang begegnet wird. Sehr erschütternd und bewegend.

5

Wenn Stille so unendlich laut und wütend ist

Ich wüsste gerade nicht einmal ob ich eine Dystopie oder eine Utopie gelesen habe. Aber wie nennt man denn eine Mischung die beides in sich trägt. Denn so drängend wie dieses Buch zeigt, wie die Gesellschaft in sich zerbricht ohne die Carearbeit von Frauen. So eindringlich zeigt es auch, was eigentlich aus Solidarität unter Frauen, unter Schwestern für eine wunderbare Gemeinschaft zwischen diesen entstehen könnte. Es ist sicher kein leichtes Buch, es macht wütend, es macht traurig. Aber es wichtig und für mich richtig gut geschrieben.

4

Was passiert, wenn Frauen ihre Arbeit niederlegen?

4.5

"Und alle so still" ist eine Fortsetzung zu "Die Wut, die bleibt", was mir erst während des Lesens klar wurde. Der Roman beschreibt, was geschehen könnte, wenn Menschen beginnen sich zu verweigern und keine Carearbeit mehr leisten. Eindrücklich und etwas überzogen wird dargestellt, wie sich der gewaltfreie Protest entwickelt und welche drastischen Folgen daraus entstehen. Es wird klar, dass es keine Lösung für eine funktionierende Gesellschaft sein kann, wenn Menschen aufhören sich zu kümmern. Man bekommt beim Lesen eine Idee vom Wert von Gemeinschaft und Zusammenhalt.

5

Ich habe so viele gute Bücher dieses Jahr gelesen, aber dieses übertrifft alles. Bitte lest es, ich hatte quasi permanent Gänsehaut.

Ich habe so viele gute Bücher dieses Jahr gelesen, aber dieses übertrifft alles. Bitte lest es, ich hatte quasi permanent Gänsehaut.
5

Einzigartig, gewaltig, empfehlenswert!

Einzigartig, gewaltig, empfehlenswert!
5

Und ich so still, weil es mich sprachlos zurücklässt! Ein absolutes MustRead für jedermann, vor allem auch für jeden Mann! Inhaltlich relevanter denn je und sprachlich absolut grandios!

"Und alle so still" ist gewiss kein Buch das man als Leser verschlingt, sondern ein Buch dass den Leser verschlingt. Oft habe ich nach den einzelnen Kapiteln erstmal alles sacken lassen müssen, nachwirken. Das Szenario, wenn auch fiktiv, funktioniert wunderbar und erschreckend realistisch. Fallwickl schafft es wunderbar die Geschehnisse in die aktuelle Welt zu integrieren, ohne genaue Orte oder Zeiten zu nennen. Alles könnte in der Stadt passieren, in der du gerade lebst. Absolut grandios. Auch wenn die eigentliche Story und Message natürlich "schwere Kost" ist! Da geht nichts runter wie Öl, sondern das lässt einem augekratzt zurück und das soll es und muss es auch! Neben dem Plot, der natürlich relevanter denn je ist, den Geschichten und Gedanken der einzelnen Protagonisten, empfinde ich es auch als absolut erwähnenswert wieviel in diesem Buch auch zwischen den Zeilen steht. Die Stimmungen und Emotionen, die Schwere, die Belastungen, die Zweifel, die Unsicherheiten, die durch all die ungeschrieben Worte zwischen den fein säuberlich gewählten Worten mitschwingen und den Leser komplett vereinnahmen und Gefühle und Bilder in einem erzeugen sind absolut grandios! Sprachlich auf aller feinstem Niveau! Summa sumarum: eine absolute Leseempfehlung, da inhaltlich und sprachlich ein absolutes Meisterwerk!

5

Und was passiert dann?

Und alle so still. Was passiert, wenn eine Frau einfach nicht mehr kann? Wenn sie keine Kraft mehr hat, nicht mehr will weil alles zu viel ist? Wer übernimmt dann die Care-Arbeit, die sie tagtäglich wie selbstverständlich schultert - zu Hause, im Job, in der Gesellschaft? Wie lange noch sollen Frauen funktionieren, sich aufopfern, während Männer analysieren, therapieren, bewerten und am Ende trotzdem nichts verstehen? Frauen sind nicht die Dienstleisterinnen männlicher Bedürfnisse. Nicht eure Putzfrauen, Köchinnen, Seelentrösterinnen, Sexobjekte oder stillen Helferlein. Dieses Buch ist ein Aufschrei. Mareike Fallwickl hält der Gesellschaft den Spiegel hin - schonungslos, direkt, schmerzhaft. Sie deckt auf, was viele nicht sehen wollen: dass das System auf der Erschöpfung der Frau basiert. Und dass es verdammt nochmal endlich reicht. Ein Buch wie eine Faust in den Magen - unbequem, nötig, befreiend.

Und was passiert dann?
4.5

Mareike Fallwickl weiß einfach, wie sie die Finger richtig schön schmerzhaft, in eine klaffende Wunde legt! Absolut eindrucksvoll und bewegend. Sehr gutes Buch, auf jeden Fall Leseempfehlung aber „Die Wut die bleibt“ fand ich persönlich noch ein Ticken besser.

5

2014_#84 🤫 "Aber wenn du so viele Jahre nichts gesagt hast, fängst du nicht auf einmal damit an."

Mein bisher liebstes Buch von Mareike Fallwickl. Ich mochte die verschiedenen Perspektiven, nicht nur hinsichtlich der Erzählung, sondern auch im Hinblick auf die dahinterstehenden Einstellungen und Erfahrungen der Charaktere. Auch die Entwicklung der einzelnen Personen sowie deren Verbindungen untereinander haben mir sehr gefallen. Eine starke Geschichte mit wichtiger Message.

2014_#84 🤫
"Aber wenn du so viele Jahre nichts gesagt hast, fängst du nicht auf einmal damit an."
5

Ich bin so begeistert!

Der Roman „Und alle so still“ von Mareike Fallwickl ist der aktuellste Roman der Autorin aus dem Jahr 2024. In zwei Sätzen zusammengefasst: Ein Großteil der sich weiblich identifizierenden Personen legt die Care-Arbeit nieder. Die Gesellschaft bricht dadurch zusammen und es entsteht eine große Notlage. Neben der Kritik an der Verteilung und Wertschätzung der Care-Arbeit setzt sich Fallwickl außerdem mit Themen wie sexueller Identität, Coming-Out, peer-pressure, Bodyismus, der Definition des Begriffs Familie und dem Pflegenotstand auseinander. Mich hat dieses Buch von vorne bis hinten total begeistert. Sowohl die verschiedenen Perspektiven, wie auch deren Verstrickung waren gut aufgebaut. Ich habe mit viel Spannung den spontanen Aufbau der Strukturen der großen Menge an Frauen verfolgt. Auch die Szenen und die Auseinandersetzung mit dem Pflegenotstand haben mich extrem nachdenklich gestimmt. Alles in allem hat mich der Roman auch im Nachhinein noch viel beschäftigt.

4

Intensive, spürbare Wut, die mich sehr bewegt hat

„Und alle so still“ von Mareike Fallwickel ist eine unbequeme, aber wichtige Geschichte über den Widerstand gegen gesellschaftliche Zwänge. Die Erzählung wirkt wie ein Brennglas auf die alltäglichen Ungerechtigkeiten, denen Frauen ausgesetzt sind, mich zog sie in eine emotional aufgeladene Atmosphäre hinein. Im Mittelpunkt stehen Elin, Nuri und Ruth, die während eines Care-Streiks gegen die ungleiche Verteilung von Sorgearbeit kämpfen. Besonders eindrucksvoll ist Fallwickels Entscheidung, nicht nur den Frauen, sondern z.B. auch einer Waffe und einer Gebärmutter eine Stimme zu geben –Das gibt dem Buch eine fast surrealistische Dimension und hebt die Diskrepanz zwischen gesellschaftlichen Strukturen und individuellem Empfinden eindrucksvoll hervor. Was mich besonders bewegt hat, ist die spürbare Wut, die in der Geschichte mitschwingt. Diese Wut wird oft unterdrückt, aber hier bekommt sie Raum, explizit und greifbar. „Und alle so still“ ist ein intensiver, nachdenklicher Roman, der unbequeme Fragen stellt und dazu einlädt, über die eigene Rolle im System der Care-Arbeit nachzudenken. Trotzdem hat mich das Buch „Die Wut die bleibt“ noch mehr berührt und aufgerüttelt.

4

Ein starkes Buch!

Und alle so still von Mareike Fallwickl ist ein Roman, der mich nachhaltig beeindruckt hat. Die durchgehend bedrückende, fast siedende Stimmung des Buches hat für mich auf eindrückliche Weise den Ernst und die Wucht der Thematik transportiert. Es fiel mir leicht, mich in die Figuren hineinzuversetzen und ihren Weg mitzugehen – ihre Gedanken, ihr Schmerz und ihre Entschlossenheit wurden sehr greifbar. Besonders eindrucksvoll fand ich die zwischen den Kapiteln eingefügten Textelemente – zur Pistole, Gebärmutter, Berichterstattung. Diese Einschübe haben nicht nur die Atmosphäre verstärkt, sondern auch neue Perspektiven eröffnet und das Geschehen im Roman noch intensiver gemacht. Das Buch hat mir auch als Gedankenexperiment gut gefallen. Es wirft Fragen auf, die mich auch nach dem Lesen nicht loslassen. Eine davon ist: Würden Frauen in der Realität tatsächlich so geschlossen zusammenhalten? Und würde es nicht vielleicht auch mehr Männer geben, die sich solidarisch zeigen, die sich an die Seite der Frauen stellen? Diese Überlegungen gehen zwar über das hinaus, was der Roman zeigen will, sind für mich aber Teil der Auseinandersetzung mit dem Gelesenen.

5

Lesenswert, unbequem, notwendig!

Was passiert, wenn Frauen kollektiv die Arbeit niederlegen - im Job, im Haushalt, in der Pflege? Ohne Gewalt, ohne Aufruhr, einfach durch konsequente Verweigerung? Fallwickl entwirft ein eindringliches Szenario, das unser gesellschaftliches Gefüge erschüttert und die unsichtbare Arbeit der Frauen schonungslos sichtbar macht. Nach „Die Wut, die bleibt" hätte es kaum eindrucksvoller weitergehen konnen. Mit wechselnden Perspektiven - von der überforderten Krankenschwester Ruth bis zum orientierungslosen Nuri - entsteht ein vielschichtiges Bild unserer Zeit. Fallwickl gelingt es, feministische Fragen, soziale Ungleichheiten und systemische Missstände miteinander zu verweben - radikal, provokant und zutiefst bewegend. Ein Roman, der Diskussionen anstößt und nachhallt. Eine absolute Leseempfehlung. Dieses Buch gehört in viele Hände, an viele Tische, in viele Münder. Es ist mehr als ein Roman. Es ist ein Weckruf.

4

das muss man gelesen haben!

dieses buch war so wahnsinnig bewegend und ich habe so sehr mitfühlen können. diese zukunftsvision aus der geschichte lässt mich irgendwie so viel hoffnung schöpfen. es hat sich so nah an meiner realität angefühlt, dass ich dieses szenario nicht mehr unwahrscheinlich und auch irgendwie wünschenswert finde. leider war das buch für mich manchmal echt ein wenig zu verwirrend geschrieben und ich konnte an manchen stellen nicht so gut folgen, aber trotzdem ein wahnsinnig gutes buch!

5

Wohl eins der besten Bücher, die ich je gelesen habe

Dieses Buch hat mich so dermaßen berührt wie kein anderes zuvor. Ich mochte „Die Wut die bleibt“ schon sehr sehr gerne und dieses Buch ist nochmal ganz anders, aber nicht weniger gut, weniger inspirierend, weniger wichtig. Ich habe so oft geheult. Möge diese Solidarität irgendwann flächendeckend unsere Wirklichkeit werden.

Wow!! So richtig, so wichtig!! Tolles Buch!

5

Pure Emotionen

Ich habe noch nie ein Buch gelesen was so viel in mir ausgelöst hat. Von Wut über Verzweiflung zu Traurigkeit, Hoffnung und Liebe. Eine ganz große Empfehlung von Herzen 🦋

4

Super wichtiges Thema mit dem sich jede und jeder beschäftigen sollten!

Es fiel mir etwas schwer in das Hörbuch zu starten und so habe ich die erste Hälfte gebraucht, um mich in das Setting und die Zusammenhänge hineinzufinden. Doch dann wurden der Aufstand und der Zusammenhalt der Frauen sichtbar und das war wirklich beeindruckend! Aber natürlich gab es neben dem stillen Protest auf der Straße umso lautere Gedanken in den Köpfen der (meist) Frauen. Wie soll man sich dem Protest mit gutem Gewissen anschließen, wenn das bedeutet, dass Menschen sterben, die gerettet werden könnten? Aber genauso umgekehrt, wie soll man dem Protest fernbleiben, wenn man weiß, dass das System dringend einer Änderung bedarf, weil sonst ebenfalls Leute sterben, die nicht hätten sterben brauchen? Mit diesem Thema sollte sich wirklich jeder einmal auseinandersetzen, um die eigene Wahrnehmung zu schärfen und ins Nachdenken zu geraten!

5

Emotional .... mitnehmend ..... in jeder Hinsicht

Es wühlt mal wieder auf, es hält einer gnadenlos den Spiegel hin und lässt ei Fach Situationen erkennen, die eine doch immer als gegeben / nor al hinnimmt oder zeigt Prägungen auf, die doch sehr präsent sind. "Die Wut die bleibt" hat mich schon lange mach dem Lesen noch beschäftigt...was mich dort störte war, dass Frauen mit Gewalt geantwortet haben. Hier nicht....und dass Gewaltloser Protest so gefährlich sein kann für die Oberen... Es wird mir mal wieder lange im Kopf bleiben... und der Schreibstil mich dazu bringen das "man" immer öfter gegen "eine" zu tauschen...

3

Es geht um Frauen, Machtmissbrauch und das lange Schweigen darüber. Auf jeden Fall ein wichtiges Thema, aber leider bin ich mit dem Schreibstil nicht warm geworden und fand vieles ziemlich anstrengend zu lesen. Der starke feministische Fokus war mir persönlich zu viel. "Aber wenn du so viele Jahre nichts gesagt hast, fängst du nicht auf einmal damit an."

5

Ein bewegender Roman über Schwesternschaft und weibliche Verbindungen

Wenn ein Buch Emotionen in mir auslöst und mich zum Nachdenken anregt, mich noch tagelang beschäftigt, dann ist es für mich ein gutes Buch! Mareike Fallwickl hat es wieder geschafft, mir die patriarchalen Strukturen unserer Gesellschaft auf eine Art und Weise vor die Augen zu führen, die mich wütend machen und mich gleichzeitig auch an der ein oder anderen Stelle ertappt fühlen lassen haben. Das Buch ist schon fast eine kleine Dystopie: Was passiert mit dem System, mit der Gesellschaft, wenn Frauen aufhören, die Arbeiten zu erledigen, für die sie nicht bezahlt und/ oder gewertschätzt werden? Wie lange kann das System dann überhaupt noch funktionieren? Und wie gehen die Männer damit um? Unfassbar spannend meiner Meinung nach und leider auch sehr realitätsnah! Es ist erschreckend und hält unserer Gesellschaft mal wieder perfekt den Spiegel vor. Große Empfehlung!

Ein bewegender Roman über Schwesternschaft und weibliche Verbindungen
5

Bei diesem Buch konnte ich nicht aufhören zu lesen. Am Anfang noch ein wenig ratlos, so wurde ich doch beim Weiterlesen immer wütender. Die Autorin schildert die Zustände im Pflegebereich so drastisch und ehrlich, dass es mir kalt den Rücken runterlief. Und nicht nur das, sondern die ganzen prekären Arbeitsverhältnisse und rechtlichen Stellungen der Frauen in unserem System zeigt sie hier schonungslos auf. Es wird von den zuständigen Stellen immer weiter versucht, auf Kosten derjenigen, die das System am Laufen halten, Profit zu erwirtschaften, ohne Rücksicht auf Verluste. Das Buch sollte Pflichtlektüre für jeden Politiker sein. Absolute Leseempfehlung !!

5

!!!!!!

Ein Must-Read. Jahreshighlight. Bitte lest alle dieses Buch.

5

Dieses Buch macht definitiv nicht still

Wow! Dieses Buch hat mich gepackt, wach gerüttelt und mich schreien lassen. Ich will nicht mehr still sitzen ich will nicht mehr lächeln und nicken. Ich sage nein, ich schreie nein und genug! Das Buch hilft so unglaublich endlich umzudenken. Es hat mir wirklich geholfen aktiver zu werden Es tat mir so weh den Charakteren zu folgen und sie zu begleiten. Wie unfair ist diese Welt. Es macht mich traurig Danke für dieses Buch

5

Mareike Fallwickl entwirft in ihrem neuesten Roman ein Szenario, wie es aussehen konnte, wenn Frauen die Care-Arbeit niederlegen würden. Insbesondere wird die Situation im Gesundheitswesen und im Niedriglohnsektor unter die Lupe genommen und anhand vieler persönlichen Geschichten und gut gekennzeichneter Charaktere sehr bildlich dargestellt. Der Roman ist äußerst eindringlich und aufrüttelnd. Er lässt einen stellenweise erschaudern, weil die entworfenen Szenen z. T. verstörend sind, doch in der Solidarität der Frauen schwingt auch die Hoffnung auf eine bessere, selbstbestimmte Zukunft mit.

4.5

Und manchmal ist man müde. Und möchte sich nur noch Verweigern. Ein stiller, friedlicher Protest - sich einfach auf den Boden zu legen. Denn was sonst, wenn alle Worte schon zu tausenden gesprochen wurden?!

Ich muss die Gedanken zu dem Buch immer noch sortieren. Es wirk nach…. Bis zur Hälfte habe ich gebraucht um es wirklich zu verstehen und reinzukommen. Auch durch Abschnitte wie „Die Gebärmutter“, „Berichterstattung“, „Die Pistole“. Am Ende fügte sich alles und wurde ein klares Bild. Alles ergibt einen Sinn. Toll geschrieben und miteinander „verwoben“. Auch das ich eine Frau bin. Und das ich mit anderen Frauen zusammenhalten möchte und nicht gegeneinander agieren will. Auch, dass ich mir meiner Rolle im Care- Bereich nur all zu bewusst bin. Aber dank des Buchs, nicht mehr so sicher meiner Rolle im patriarchalischen System bin. Denn das ist das, was M. Falwickl mit dem Buch erreichen möchte: Zeigen WIE es sein könnte. 🫶🏻👍🏻 Sein könnte, wenn wir aufhören zu funktionieren. Aufhören das System am Leben zu halten wie wir es als Frauen seit Jahrhunderten tun. Aufhören gegeneinander zu arbeiten. Den Machthabenden zeigen, WIR SIND MEHR. Ohne uns Frauen - gäbe es nichts und niemanden auf dieser Welt. 🙏🏻

5

Mareike Fallwickl wagt in ihrem Roman „Und alle so still“ ein Gedankenexperiment. Was würde passieren, wenn Frauen nicht mehr das tun, was sie seit Jahrzehnten getan haben? Aus Sicht von Evi, einer Influencerin, Ruth, eine Pflegekraft Mitte Fünfzig und Nuri, einem neunzehnjährigen Schulabbrecher und Multijobber erzählt Fallwickl von einem Sommer in dem eine Revolte startet. Ich finde dieses Buch so wichtig. Es regt zum Nachdenken an und berührt durch die beschriebenen Einzelschicksale sehr. Eine absolute Leseempfehlung!

4.5

Setzt Energie frei

Meine Begeisterung für die Romane von Mareike Fallwickl ist Liebe auf den zweiten Blick. Am Anfang hatte ich durchaus meine Schwierigkeiten mit ihren feministischen Forderungen doch ich muss sagen, ich bin jetzt voll und ganz überzeugt, dass ihr Weg auch mein Weg ist. Im Grunde genommen wollen wir das gleiche, wir kommunizieren es eventuell nur unterschiedlich. Vorweg schreibe ich direkt einmal, dass das Buch packend und anspruchsvoll geschrieben ist. Dann haben wir das abgehakt, denn im Kern geht es für mich hier um ein sehr persönliches Thema und den möchte ich mich intensiver widmen. Mit diesem Roman, der die Care Arbeit in Bezug zur Rolle der Frau in der Gesellschaft stellt, hat Fallwickl für mich voll ins Schwarze getroffen. Von 3 Personen wird aus unterschiedlichen Perspektiven eine kleine Revolution mit ungewissem Ausgang erzählt. Elin ist eine erfolgreiche Influenzerin, die aber trotz ihres Ruhms eine innere Lehre verspürt, die sie mit flüchtigen sexuellen Abenteuern zu füllen versucht. Dass das nicht glückt ist vorprogrammiert. Erst als viele Frauen in einen Liegend-Streik treten, Care Arbeit plötzlich nicht mehr erledigt wird und das System, das von Frauen getragen wird, kippt, solidarisiert sie sich mit diesen und fühlt sich gesehen und gebraucht. Ruth arbeitet als Krankenpflegerin und wird zunehmend allein gelassen. Die Erwartungen steigen ins Unermessliche, der Lohn ist unangemessen und die Arroganz des Wirtschaftssystems „Krankenhaus“ grenzenlos. Durch den Streik der Frauen werden ihr immer mehr Aufgaben übertragen. Zunehmend muss sie Männer verarzten, die sich mit den ungewohnten Aufgaben so wenig auskennen, dass sie Blessuren davon tragen. In Ruths Kopf vermischen sich die Erinnerungen an sie als pflegende Mutter eines todkranken Sohnes, und ihre Gedanken zu ihrer Rolle als unersetzliche doch ungesehene Pflegekraft, die aus der Motivation heraus helfen zu müssen, mehrfach ihre physischen und psychischen Grenzen überschreitet. Nuri hält sich mit mehreren Jobs über Wasser. Er hat eine Vorstellung davon, wie es ist sorglos zu leben, getan hat er es noch nie! Er hadert mit seinem Vater, seiner Rolle als Mann, seiner Sexualität und seinem prekären Leben. Für mich eine der Schlüsselrollen in diesem Buch, wenn man das vermutlich auch nur auf den zweiten Blick sieht. Er fällt aus vielen Klischees heraus, er ist kein Macher, mit Frauen hatte er auch noch nie etwas, er sieht die Nöte anderer weiblicher Personen in seinem Umfeld und fühlt mit ihnen. Dafür erntet er bei anderen Geschlechtsgenossen negative Reaktionen. Die drei Komponenten, die zu einem Vorwärtskommen feministischer Strömungen wichtig sind, hat die Autorin hier gut miteinander verbunden. Das Helfersyndrom, die (mangelnde) Solidarität von Frauen, sowie Männer, die bereit sind weibliche Attribute als positive Eigenschaften anzuerkennen. Dass unser System kollabiert, wenn die gering (oder gar nicht) bezahlte und vor allen Dingen auch nicht wertgeschätzt Arbeit von Frauen im wahrsten Sinne des Wortes liegen bleibt, wird hier gut herausgearbeitet. Wie sehr habe ich mir beim Lesen gewünscht, dass wir diesem Ruf einmal folgen. Und doch stoße ich gerade in meinem Beruf immer wieder auf Kolleginnen, Vorgesetzte oder Eltern, die genau das von mir einfordern, was ich nicht mehr einfach so hergeben sollte: Wärme, Fürsorge und vor allen Dingen Verständnis für deren Situation. Denke ich logisch, klar und rational so werde ich abwertend als kühl und unnahbar gelabelt. Daraus leitet sich dann für die meisten die Selbstverständlichkeit ab über meine Dienstzeit und vor allem über meine Kräfte hinaus für Sie da sein zu müssen. Ich habe ja schließlich einen sozialen Beruf gelernt. Wenn Eltern zu spät abholen, ist es an der Tagesordnung, dass sie die Augen verdrehen, wenn ich sie darauf hinweise. Es sind ja nur 5 Minuten bekomme ich dann zu hören. Niemanden interessiert, dass ich dann meinen Bus verpasse, meine Kinder nicht abholen kann oder meinen Arzttermin absagen muss. Ich kenne Unmengen an Pädagogen die Arbeit mit nach Hause nehmen, Dokumentationen dort schreiben, weil sie es dann in Ruhe tun können und die das in keinster Weise vergütet bekommen. Irgendeiner muss es ja tun… Ich habe mich in der Vergangenheit sehr häufig unbeliebt gemacht, indem ich Grenzen gezogen habe und meiner leitenden Tätigkeit in einem Care Beruf nicht mehr nachgekommen bin, wenn die Ressourcen es nicht hergeben. Dann ist die Kindertagesstätte eben zu- wenn nicht genug Leute da sind. Das ist bitter für die Eltern. Doch wenn wir in diesem Beruf nicht zu diesen Maßnahmen greifen, dann merkt niemand, wie prekär die Situation ist. Dass wir zunehmend verbaler und auch körperlicher Gewalt ausgesetzt sind, möchte ich hier nicht unerwähnt lassen. In der Pflege ist das allerdings noch mal eine ganz andere Nummer, denn da sterben mitunter Menschen. Und und aus diesem Dilemma kommt man nicht mit Verweigerung und schon gar nicht mit klatschen raus. Mir macht es Bauchschmerzen, dass eine Lösung unerreichbar scheint. Ein Buch, das mir wenig Hoffnung macht, aber Energien freisetzt. Große Leseempfehlung für alle!

4

Eine theatrale Inszenierung eines kollektiven Burnouts: Die Frauen liegen einfach da, alle, still auf dem Boden in der Öffentlichkeit und ... Sie tun einfach all das nicht mehr, was sie sonst tun. Ein sprachgewaltiges Gedankenspiel, bei dem allerdings wirklich alle Ehemänner sehr schlecht wegkommen und nur wenige junge Männer zur Solidarität und Erkenntnis in der Lage sind. Wie alles in Hass umschlägt und zum Erliegen kommt, ist hoffentlich ein Gedankenspiel... Was wäre, wenn wirklich?

3

am Anfang gut, u danach hat es mich nicht mehr gefesselt

3

Ein sehr polarisierender feministischer Roman mit Schwächen, sehr radikal und etwas einseitig. Die Vorgänger mochte ich deutlich lieber.

5

Eine feministische Utopie mit Anspruch auf (eine teilweise) Umsetzung Der Anfang des neuen Romans von Mareike Fallwickl war mir persönlich ganz schön drüber und ich hatte schon Befürchtungen, dass wenn es so weiter geht mit dieser einen von drei Hauptpersonen, ich dieses Buch nicht so mögen werde. Doch es war nur das erste Kapitel mit einem krassen Einstieg, um die erste Hauptfigur zu zeigen und zu definieren, um ihr dann einen Werdegang angedeihen zu lassen, der zur gesamten Geschichte passt. Doch ich steige zu sehr ins Detail ein, daher von vorn. Stell dir vor, dass nach und nach viele Frauen anfangen zu streiken und kommentarlos ihre Arbeiten niederlegen. Sei es im Job, zu Hause, generell. Einfach nichts mehr machen für die patriarchale Gesellschaft, sondern nur für sich und für die anderen Frauen da sein. Nicht mehr und nicht weniger. Was würde dann passieren? Genau diese Utopie spielt Mareike Fallwickl in ihrem neuesten Buch auf konsequente Weise durch und das mit Folgen für die komplette Gesellschaft, egal ob männlich oder weiblich. Doch diese Konsequenzen werden nur am Rande erwähnt, denn die Geschichte selbst wird aus den Augen von drei Hauptfiguren erzählt. Da wäre zum einen die eingangs schon angedeutete Elin, die zusammen mit ihrer Mutter in dem von der Mutter geführten Wellnesshotel lebt und nicht weiß wohin mit sich. Sie lässt sich treiben, führt einen erfolgreichen Insta-Kanal und steigt wahllos mit Männern ins Bett, was im ersten Kapitel Recht körperlich beschrieben wird. Auf der anderen Seite steht die Pflegerin Ruth, schon etwas älter, verwitwet und zerrieben in ihrem Beruf. Als dritte Hauptperson lernen wir den jungen Mann Nuri kennen, der von einem Nebenjob zum anderen hechelt, um sich mit diesem verdienten Geld ein neues Leben aufzubauen, fern von seinem Vater, der sich nicht um ihn kümmert und seiner Mutter, die dieses nicht gewollte Leben einfach so über sich ergehen lässt. Die neue geschaffene Situation mit den arbeitsniederlegenden Frauen bringt diese drei Figuren zueinander und verändern ihre Schicksale für immer. Ich erwähnte schon eingangs, dass mir das erste Kapitel zu explizit köperlich war und ich schon Angst hatte, dass es in den Kapiteln rund um Elin so weiter ginge, was sich aber nicht bewahrheitet hat. In abwechselnden Sichtweisen erzählt die Autorin wie die drei Figuren mit der neu geschaffenen Situation umgehen, die mal mehr im Hintergrund wandert und an bestimmten Stellen hell beleuchtet wird. Vor allem die großen gesellschaftlichen Umwälzungen, die diese Arbeitsniederlegung mit sich bringen, werden nur umrissen anhand von kurzen Nachrichten, die beiläufig mit eingestreut werden. Das regt beim Lesen immer wieder zum Nachdenken an, denn die Grundidee dieser Utopie, die da beschrieben wird, ist eine Angehenswerte, wenn auch nicht in dieser radikalen Form. Wir leben immer noch in einer sehr patriarchale geprägten Gesellschaft, bei der von Frauen bestimmte Dinge erwartet werden und wenn diese nicht Erwartungen nicht erfüllt werden, dreht das männliche Ego durch und es schlägt in Gewalt um. Doch sollte es nicht vielmehr ein Miteinander statt ein Gegeneinander und Unterdrücken sein? Elin, Ruth und Nuri müssen jedenfalls mir dieser Konstellation versuchen umzugehen und das tun sie alle auf ihre Weise und verändern so ihre Leben radikal und konsequent. Das Buch selber schmerzt sehr, besonders aus meiner männlichen Sicht, aber die Autorin hat mit ihren Punkten, die sie in der Geschichte einbingt, einfach nur die Wahrheit angesprochen, wenn auch auf eine radikale Weise, die es in Wirklichkeit natürlich nicht geben wird. Doch es lohnt sich schon allein, sich auf dieses Experiment einzulassen und man geht mit veränderten Gedanken und Gefühlen aus diesem Buch und nimmt definitv was mit davon in die reale Welt.

5

Wer es noch nicht gelesen hat, sollte es tun!

Die Auswahl der Protagonisten ist perfekt gewählt, das Thema könnte nicht aktueller sein! Dieses Buch ist laut, jedoch nicht aufdringlich. Es ist radikal, jedoch nicht überspitzt. Es ist fiktiv, jedoch nicht abwägig. <<Das Patriarchat kann sich darauf verlassen, wann immer irgendwo ein Kind oder eine alte Person umfällt, kommt eine Frau und hebt es auf>> Ein klares Jahreshighlight.

5

Nichts für zwischendurch

Es tut weh lange hab ich nicht mehr so viel geweint. Aber es macht auch wütend und gibt dir das Gefühl nicht allein zu sein mit dem Gedanken „So kann es nicht weitergehen“ oder „Ich kämpfe diesen Kampf in der Hoffnung das ihn meine Tochter nicht mehr kämpfen muss“. Aber ohne das Umdenken von Männern können wir es nicht schaffen. Deswegen sollte dieses Buch vor allem Männer lesen die unsere Wut verstehen wollen und vielleicht wird es dann auch zu ihrer Wut und wir können gemeinsam etwas verändern.

5

Schullektüre

Diese Buch und auch "die Wut die bleibt" sollten beide Schullektüre sein. Ich liebe diese beiden Bücher, da sie bei mir viele Emotionen ausgelöst haben. Danke, dass du uns mit in die Berufe genommen hast, die hier angesprochen wurden. Beim lesen wollte ich mich selbst zu den Frauen legen. Ich verspürte so stark die Sehnsucht nach dieser Gemeinschaft! Wir werden wirklich so auferzogen, keine andere Frau zu vertrauen. Vielleicht, weil wir sonst gemeinsam das System ändern würden? Ich fühlte den Schmerz, die Freude, die Überlastung und Einsamkeit so intensive in diesem Buch! Ich spüre die Wut und die Hoffnung. Und ja, du hast Recht Mareike. Seit Jahren wird darauf hingewiesen, dass das Gesundheitssystem zusammen bricht und es ändert sich rein gar nichts! Ich finde es passiert Grad sehr viel in den Frauen und um so wichtiger sind dann solche Bücher! Dieses Buch ist für Frauen und Männer und jeder kann davon lernen.

5

Ganz klares Jahreshighlight und ein Re-read Kandidat. Die Charakatere waren vielfältig und genausowenig stereotyp und vorhersehbar wie die Story.

4.5

UND ALLE SO STILL Mareike Fallwickl ist eine Autorin, die ganz viel in mir auslöst. Bis heute sind "Die Wut die bleibt" oder auch "Dunkelgrün fast schwarz" Bücher die in meinem Kopf bleiben, die etwas ändern, die den Finger unangenehm in die Wunde legen. I N H A L T: An einem Sonntag im Juni gerät die Welt aus dem Takt: Frauen liegen auf der Straße. Reglos, in stillem Protest. Hier kreuzen sich die Wege von Elin, Nuri und Ruth. Elin, Anfang zwanzig, eine erfolgreiche Influencerin, der etwas zugestoßen ist, von dem sie nicht weiß, ob es Gewalt war. Nuri, neunzehn Jahre, der die Schule abgebrochen hat und versucht, sich als Fahrradkurier, Bettenschubser und Barkeeper über Wasser zu halten. Ruth, Mitte fünfzig, die als Pflegefachkraft im Krankenhaus arbeitet und deren Pflichtgefühl unerschöpflich scheint. M E I N U N G: Ohne Care-Arbeit bricht das System zusammen. Was passiert, wenn die lauten Proteste der Frauen plötzlich ganz still werden. Wenn sie aufhören Teil des Systems zu sein? Wenn sie ihre Arbeit niederlegen, sich verweigern? Der Hauptteil Sorgearbeit obliegt immer noch den Frauen und Mareike Fallwickl macht in ihrem gesellschaftskritischen Roman genau darauf aufmerksam. Der Roman wird immer wieder durch kurze Kapitel von der "Gebärmutter" und der "Pistole" unterbrochen. Vor allem die ein oder andere Information haben in mir wirklich lange gearbeitet! Im Mittelpunkt der Handlung stehen drei Personen: Nuri - ein Einwandererkind im Niedriglohnsektor der so gerne den Aufstieg schaffen möchte, Ruth - die aufopferungsvoll und mit viel Hingabe privat und beruflich den Job der Krankenschwester ausübt (ohne Anerkennung), Elin - eine glatte, wunderschöne Influencerin, die sich innerlich komplett verloren und leer fühlt. Auf die ein oder andere Weise berühren sich ihre Leben miteinander, sie verschwimmen. Nach und nach hören die Frauen auf den Tisch abzuputen, das Essen zu kochen, die Kranken in den Betten zu schieben oder einzukaufen. Sie protestieren ganz still, ganz leise. Sie legen sich hin. Doch gerade dieser stille Protest rollt mit einer lauttönenden, wabbernden Intention auf mich ein. Ich kann da definitiv nicht weghören. Besonders den Arbeitsalltag von Ruth fand ich persönlich sehr beklemmend, umso mehr, wenn man das Nachwort liest. Für mich gehören Fallwickls Romane definitiv zu den must-reads! Intensiv, wortgewaltig und einfach so wahr. In meinem Kopf arbeitet es, Wut und Unverständnis mischen sich mit Ratlosigkeit und Tatendrang.

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5

„So sieht es aus, wenn das System zusammenbricht.“

Dieses Buch ist Utopie/Dystopie und Realität in Einem, es sollte der Traum und das Ziel zugleich sein. Was Mareike Fallwickl hier geschaffen hat ist ein Kunstwerk - wie sie die drei ProtagonistInnen in all ihren diversen und intersektionalen Facetten zeichnet, wie sie eine Situation erschafft, die aufwühlender, aktueller und akkurater nicht sein könnte und wie sie zusätzlich drei abstrakte Konzepte personifiziert ist unglaublich. Der Roman mit seinem bildhaften und tiefsinnigen Sprachstil hat es geschafft, meine Gefühle und Gedanken, die ich spüre, aber selbst nicht greifen kann, in Worte zu fassen und mich während des gesamten Lesens sehr emotional und nachdenklich werden zu lassen. Ich wünschte ich könnte dem Buch 10 Sterne geben und es nochmal zum erstmal Mal lesen.

4

Überspitzt und doch wahr.

Nicht ganz so wie Die Wut, die bleibt, aber trotzdem ein wichtiges Buch mit einer kraftvollen Botschaft. Ich bin leider nur schwer in die Geschichte hineingekommen und wurde beim Lesen auch immer wieder rausgerissen. Die wechselnden Perspektiven bieten zwar interessante Gedankenanstöße und wertvolle Einblicke in verschiedene Lebensrealitäten, haben mich in diesem Fall aber eher verwirrt als mitgezogen. Vieles wirkt bewusst überspitzt, doch gerade in der zweiten Hälfte finden sich unglaublich viele markierwürdige Passagen Sätze, die man teilen möchte, die bleiben, die berühren. Die nicht überspitzt sind sondern echt. Trotz der Einstiegshürden hat mich das Buch emotional mitgenommen. Es ist ein starkes Werk, das ich definitiv weiterempfehlen würde auch wenn ich persönlich nicht ganz hineingefunden habe.

4.5

Wichtiges Buch!

„Das ganze System beruht auf unserer Verfügbarkeit. Unserer Körper, unserer Kraft, unserer Zeit. Diese Verfügbarkeit zu entziehen, ist die einzige Möglichkeit, die uns noch bleibt.“ - starkes Gedankenexperiment, ein stiller Protest von Frauen! Es fiel mir anfangs schwer, mich in der Geschichte einzufinden. Die drei völlig unterschiedlichen Perspektiven konnte ich zunächst gedanklich gar nicht verknüpfen, aber im Laufe des Buches zeigt sich, inwiefern ihre Geschichten sich überschneiden und zusammenhängen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten war ich absolut begeistert von den authentischen Erzählungen. Vor allem die Perspektive von Ruth hat mich sehr eingenommen. Erschreckend aus der Sicht einer Pflegekraft zu lesen, wie wenig diese wichtige Arbeit wertgeschätzt wird. Besonders sympathisch fand ich auch Nuri, der einzige Mann aus dessen Perspektive wir lesen. Dass es einen Mann gibt, der sich diesem stillen Protest anschließt, ist ein starkes Zeichen! Das hat mir gut gefallen. Interessant waren auch die kurzen Zwischenkapitel aus der Sicht der Berichterstattung, einer Gebärmutter oder einer Pistole. Ein Buch, das ganz klar die Augen öffnet, dass in der Gesellschaft wichtige Care-Arbeit viel zu oft als absolute Selbstverständlichkeit angesehen wird, zu Unrecht. - „[Es geht] nicht um die Arbeit an sich, nicht um das Füreinandersorgen und Umeinanderkümmern, sondern um die Unsichtbarkeit dieser Arbeit. Die wertgeschätzt werden sollte, weil sie lebenswichtig ist.“

5

“Nichts kann eine so unerschütterliche Sicherheit vermitteln und das Wissen, dass alles gut wird, wie die sanften, bestärkenden Hände anderer Menschen.” Fantastisches Buch, welches direkt ins Herz trifft.

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