Das Dorf der toten Kinder

Das Dorf der toten Kinder

Paperback
4.240

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Description

Julia Guthenberg kehrte ihrer Heimat vor zwanzig Jahren den Rücken, denn sie konnte den Tod ihres fünfjährigen Sohnes Ben nicht ertragen. Das Kind lag aufgebahrt im Wald und sein Mörder wurde nie gefasst. Die junge Frau wanderte nach Amerika aus und baute sich dort eine neue Zukunft auf. Sie hatte sich geschworen, nie wieder einen Fuß in das Dorf zu setzen, denn sie konnte den Verlust von Ben nie überwinden. Aber als ihre Mutter im Sterben liegt, kommt sie zurück in den kleinen Ort Berkweiler im Husrück und die Dorfbewohner lassen sie deutlich spüren, dass sie hier nicht erwünscht ist. Kaujm ist Julia wieder da, verschwindet im Dorf ein Kind....

Book Information

Main Genre
N/A
Sub Genre
N/A
Format
Paperback
Pages
320
Price
18.50 €

Author Description

Martina Straten, geboren in Düsseldorf, ist Journalistin und Germanistin. Schon während des Studiums entdeckte sie ihre Liebe zum Radio und begann 1997 bei dem Kultsender RTL RADIO in Luxembourg. 2003 wechselte sie zu Radio SALÜ nach Saarbrücken. Dort moderiert sie bis heute die sehr erfolgreiche "Martina-Straten-Show". Sie ist verheiratet und lebt mit ihrem Mann und ihrer kleinen Tochter am Rande des Hunsrücks.

Posts

8
All
4

sehr zugänglicher Schreibstil, gelungene Atmosphäre, hat mir gut gefallen

"Das Dorf der toten Kinder" von Martina Straten war mein erstes Buch der Autorin und ich gebe auch vorneweg direkt offen zu, dass ich deutschen Autoren gegenüber mittlerweile eine gewisse Skepsis entgegenbringe, da mich wirklich viele dieser Bücher in der Vergangenheit schlicht und einfach nicht überzeugen konnten. Umso mehr hoffte ich, dass dieses Buch wieder einmal zu den positiven "deutschen" Ausnahmen gehören würde (die es natürlich auch schon gab, so ist es ja nicht). Kommen wir aber zuerst einmal zum Inhalt: Julia Guthenberg kehrte ihrer Heimat vor zwanzig Jahren den Rücken, denn sie konnte den Tod ihres fünfjährigen Sohnes Ben nicht ertragen. Das Kind lag aufgebahrt im Wald und sein Mörder wurde nie gefasst. Die junge Frau wanderte nach Amerika aus und baute sich dort eine neue Zukunft auf. Sie hatte sich geschworen, nie wieder einen Fuß in das Dorf zu setzen, denn sie konnte den Verlust von Ben nie überwinden. Aber als ihre Mutter im Sterben liegt, kommt sie zurück in den kleinen Ort Berkweiler im Hunsrück und die Dorfbewohner lassen sie deutlich spüren, dass sie hier nicht erwünscht ist. Kaum ist Julia wieder da, verschwindet im Dorf ein Kind... Erfreulicherweise ließ sich das Buch von Beginn an bis zum Ende hin sehr flüssig lesen. Der Schreibstil ist ruhig und gleichzeitig sehr zugänglich, was mir gut gefallen hat. Interessanterweise haben mich gerade die allerersten und die allerletzten Seiten am meisten berührt. Das Flüstern der toten Kinder wirkte für mich wie ein stiller Chor, der die Geschichte leise und zurückhaltend begleitete. Sehr gefallen hat mir auch, wie Martina Straten die Kultur und die Bräuche der amerikanischen Ureinwohner behutsam und glaubwürdig in die Handlung mit einfließen lässt. Die indianischen Zitate und Weisheiten, die jedem Kapitel vorangestellt sind, haben mir ausgesprochen gut gefallen und wirken keinesfalls aufgesetzt, sondern ergänzen die gesamte Story auf sehr stimmige Weise und laden den Leser zum Nachdenken ein. Die Protagonisten sind zwar in gewisser Weise differenziert, aber dennoch im Großen und Ganzen authentisch dargestellt. Während mir einige Charaktere eher fremd blieben, habe ich andere wirklich gerne gehabt. Besonders Anna, die als Mutter der Hauptprotagonistin Julia eine große Wärme ausstrahlt, und Chaiwa, die Schamanin mit ihrer ruhigen Präsenz, empfand ich als sehr sympathisch. Äußerst gelungen fand ich auch die Atmosphäre des Dorfes. Die Autorin schafft es, das Dorfleben in all seinen Facetten darzustellen wie zum Beispiel die nach außen hin perfekte Familie ebenso wie den völlig überforderten Vater, der seine Kinder zwar liebt, aber nicht weiß, wie er ihnen gerecht werden soll. Gerade diese Gegensätze machen die Geschichte in gewisser Weise erst lebendig und nahbar. Zudem nimmt sich die Handlung an den richtigen Stellen Zeit, um Hintergründe und Motivationen der handelnden Personen zu erklären, ohne dabei den roten – oder in diesem Fall vielleicht eher den blauen – Faden zu verlieren. Am Ende fügt sich dann auch alles sinnvoll zusammen, ein Konstrukt, das Martina Straten sehr gekonnt eingefädelt hat. Inhaltlich behandelt das Buch mit toten und verschwundenen Kindern allerdings ein äußerst sensibles und schweres Thema. Es ist demnach rein gar nichts für Leser, die von solchen Inhalten stark belastet oder getriggert werden! Alles in allem hat mir das Buch somit gefallen, und es hat mich sogar positiv überrascht. Zum Abschluss möchte ich nun nur noch kurz die stille Botschaft hervorheben, die ich persönlich aus der Geschichte mitnehme und die ich als besonders schön empfunden habe: Selbst wenn man am Boden liegt, gibt es immer die Möglichkeit, wieder aufzustehen und einen Weg zu finden, der einen erfüllt und glücklich macht... In unserer scheinbar "zivilisierten" Welt haben wir viel zu oft verlernt, den Tod anzunehmen. Es ist allerdings durchaus möglich, Verlust und Tod nicht zu verdrängen, sondern ihnen mit Achtsamkeit, Respekt und Bewusstsein zu begegnen – und darin vielleicht sogar eine eigene Form von Heilung zu finden.

5

02.12.2025 Wie der Titel vermuten lässt, ist die Story ganz schön heftig... Nicht splattermäßig, aber man leidet schon mit.

Also hier wären sicherlich Triggerwarnungen angebracht, die aber bestimmt auch den/die aufmerksame/n Leser/in spoilern könnten... So oder so, würde ich eine Triggerwarnung für sexualisierte Gewalt/Vergewaltigung an dieser Stelle nennen. Ansonsten ist das Buch extrem spannend, gut geschrieben, besonders interessant durch die vielen Perspektiven der Figuren. Besonders die schamanische Schwägerin der Protagonistin fand ich interessant, da sie dem Buch noch ein bisschen Mystik verliehen hat und ihre Betrachtungsweise der schmerzhaften Themen habe ich als sehr positiv empfunden, da das Buch ansonsten wirklich sehr bedrückend wäre. Also wieder etwas dazu gelernt, besonders durch die vielen tollen Zitate zu jedem Beginn eines neuen Kapitels.

4.5

Wir lernen die in Amerika lebende Julia kennen, reisen zurück in ihre Jugend, durchleben mit ihr die Schwangerschaft und auch den Verlust ihres Kindes Ben. 20 Jahre später begleiten wir sie auf ihrem Weg zurück in ihr Heimatdorf um ihrer sterbenden Mutter beizustehen. Statt Trost erwartet Julia nur Misstrauen. Niemand ist begeistert, dass die „Ausreißerin“ wieder auftaucht. Und als kurz nach ihrer Rückkehr erneut ein Kind verschwindet und auf genau dieselbe Weise getötet wird wie damals Ben, schlägt ihr offener Hass entgegen. Ich habe beim Lesen regelrecht gespürt, wie diese Dorfgemeinschaft funktioniert: nach außen nett, nach innen voller giftiger Blicke und alter Wunden. Besonders gelungen fand ich, wie wir mehrere Familien kennenlernen. Alle mit ihrer perfekten Fassade, doch hinter jedem Fenster lauert etwas Brüchiges. Ich war bis zur Auflösung komplett unsicher, wem ich trauen kann und wer hier welche Rolle spielt. Und als die Wahrheit kam, war sie für mich gleichzeitig logisch, schockierend und nachhaltig beklemmend. Was ich immer noch nicht weiß: ob mich ein bestimmter Aspekt der Geschichte gestört hat oder ob ich ihn genial finde. Hier prallen nämlich zwei Welten aufeinander: ➡️ biedere, engstirnige Dorfmentalität trifft auf ➡️ alte Rituale und Weisheiten indigener Völker. Eigentlich passt das gar nicht und trotzdem ergibt es in diesem Buch eine seltsam stimmige, atmosphärische Mischung. Das muss man selbst lesen, um sich ein Bild zu machen. Wie weit ist ein Dorf bereit zu gehen, um seine Geheimnisse zu schützen? Finde es raus!

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4

Super geschrieben, spannend erzählt

Wie der Titel bereits vermuten lässt, ist das Buch nichts für Personen, denen tote/ermordete Kinder besonders nah gehen. Allen anderen kann ich das Buch wärmstens empfehlen. Ich finde den Schreibstil super, die Hauptperson Julia mochte ich sehr und auch ihre Verbindung zu indigenen Stämmen Nordamerikas fand ich sehr interessant. Für mich ein Pageturner.

1.5

Hab das Buch wegen der guten Bewertungen gekauft und muss leider sagen, das war Nix.

4

packend und mitreißend mit einigen Längen

spannend, emotional mitreißend als Mama aber leider doch mit ein paar Längen, die nicht hätten sein müssen, Wenn ich anfange quer zu lesen, weil mir das Geschriebene zu wenig zur Handlung beiträgt, nervt mich das, denn das zieht solch ein an sich gutes Buch nur in die Länge, macht es aber nicht durch die unnötige zusätzliche Masse der geschrieben Wörter besser. Trotzdem empfehlenswert und hat mich 2 Nachmittage unterhalten.

5

Wow mir fehlen die Worte. Mega gut geschrieben und von der ersten bis zur letzten Seite spannend.

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