Wir sitzen im Dickicht und weinen
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Description
Valerie hat nicht die einfachste Beziehung zu ihrer Mutter. Am besten klappt es, wenn die beiden einander nur selten sehen. Doch eine Krebsdiagnose schafft neue Tatsachen - vom einen Tag auf den anderen muss Valerie für ihre Mutter da sein, ganz gleich, wie schwer ihr das fällt. Und sie bekommt es mit der Angst zu tun: Was, wenn dies tatsächlich das Ende ist? Als zeitgleich Valeries Sohn beschließt, ein Schuljahr im Ausland zu verbringen, droht ihre Welt vollends aus den Fugen zu geraten.
»Ein kluger, vielschichtiger Roman, der traurig-schön davon erzählt, was Familie mit uns macht.« CAROLINE WAHL
Book Information
Author Description
Felicitas Prokopetz studierte Philosophie an der Universität Wien und Sprachkunst an der Universität für angewandte Kunst sowie Literarisches Schreiben am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Sie lebt und arbeitet als Autorin und Texterin in Wien.
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Dieser Roman befasst sich mit der Beziehung zwischen Müttern und ihren Kindern über verschiedene Zeitebenen. War ein recht trauriges Buch, aber ich finde man kann viel mitnehmen und vielleicht die ein oder andere Sache in der Kindererziehung besser machen als die Mütter in diesem Buch. Obwohl natürlich niemand unfehlbar ist und irren menschlich ist.
Einer meiner Lieblingssätze ist »Wir sitzen alle im gleichen Kino und jeder sieht einen anderen Film«. Diese Aussage passt wohl perfekt zum unterschiedlichen Erleben von Valerie und ihrer Mutter Christina. Durch diese unterschiedliche Wahrnehmung, die bereits in der Kindheit für beide spürbar wird, entfernen sich Mutter und Tochter immer weiter voneinander. Im Erwachsenenalter haben sich die beiden nicht mehr viel zu sagen – bis zur Krebsdiagnose der Mutter. Tochter Valerie soll nun eine Stütze für ihre Mutter darstellen, dies fordert Christina immer wieder deutlich ein. Doch Valerie ist selbst Mutter und hat damit genug zu tun. Ihr Sohn Tobi ist 16 Jahre alt und möchte über die Schule ein Jahr im Ausland verbringen. Während Tobi eifrig plant, löst dieses Vorhaben bei Mutter Valerie Sorge aus. Diese emotionale Doppelbelastung bringt Valeries Welt ins wanken. In knackig kurzen Kapiteln schreibt Felicitas Prokopetz über Mutterschaft und Tochtersein. Dabei sind ihre Figuren greifbar. So sehr ich mich mit Valerie solidarisieren möchte, so sehr verabscheue ich ihre Mutter und noch mehr die männlich gelesenen Charaktere in diesem Buch. Einzige Ausnahme bildet hier Sohn Tobias, dieser genießt Welpenschutz. Alle Frauen* unterliegen streng der stereotypen Rollenverteilung – das Patriachat läuft zur Höchstform auf. Beim Lesen ist ein unangenehmes piksen zu spüren, zum Beispiel wenn von Valeries Freundin Julijana die Rede ist, die erschöpft aus der Küche winkt, während ihr Mann Stefan am Tisch eine heitere Miene auflegt. »Mit seinem [Stefans] guten Einkommen kauft er sich von allen häuslichen Pflichten frei; dass auch Kinderbetreuung und Haushaltshilfe koordiniert werden müssen dass jemand Lebensmittel einkaufen, Schulsachen kontrollieren und Geburtstagspartys organisieren muss, bereitet ihm kein Kopfzerbrechen« (S. 43). Die Autorin hält uns einen Spiegel vor: Welche Anforderungen und gesellschaftlichen Erwartungen werden an Frauen* und Mütter gestellt und wie unterscheiden sich diese im Wandel der Zeit. So hat Valeries Oma, im Vergleich zu ihrer Enkelin mit anderen Hürden und Vorurteilen zu kämpfen, als sie sich entscheidet, ihre Kinder alleine großzuziehen. Auch wenn sich der äußere Rahmen verändert, werden dysfunktionale Erziehungsstrukturen und Muster an die nächste Generation weitergegeben. Valeries Mutter Christina ist in ihrer Art schwierig. Warum dies so ist, wird jedoch in den Kapiteln deutlich, in denen Christina noch ein Kind ist – unter der Erziehung ihrer Eltern leidet und es doch nicht schafft, es selbst besser zu machen, als sie Valerie großzieht. Dieses Buch hat heftig an meinen Emotionen gerüttelt. Puh, was für ein starkes Debüt. Für mich ein absolutes Highlight, welches ich euch krass ans Herz legen möchte. Lest es! CN: Gewalt, Abtreibung, patriarchale Strukturen.
Mhm, schwierig.. es ist definitiv kein Buch was man gelesen haben muss. Das Thema war schon interessant, was erlebt man in der eigenen Kindheit, was davon überträgt man davon wiederum auf seine Kinder usw. Aber für die Fülle an Rückblenden ( die teilweise mehr als verwirrend sind) war mir das Buch zu dünn. Und der Kern bleibt emotionslos.
Die (be-)greifbare Darstellung von Mutter-Tochter-Konflikten und deren verankerten Wurzeln wird von einem feinen Humor begleitet, der mich trotz ernster Situation oft hat schmunzeln lassen. Die Erzählweise war mir jedoch insgesamt zu sprunghaft in den Zeiten/Figuren, so dass ich diese nicht immer klar voneinander differenzieren konnte.
WIR SITZEN IM DICKICHT UND WEINEN Lust auf einen Roman mit komplexen Mutter-Töchter-Beziehungen, im Spiegel der gesellschaftlichen und politischen Lage? Dann könnte der Debütroman der Autorin Prokopetz in dein Beuteschema passen. I N H A L T: Valerie hat nicht die einfachste Beziehung zu ihrer Mutter. Am besten klappt es, wenn die beiden einander nur selten sehen. Doch eine Krebsdiagnose schafft neue Tatsachen - vom einen Tag auf den anderen muss Valerie für ihre Mutter da sein, ganz gleich, wie schwer ihr das fällt. Und sie bekommt es mit der Angst zu tun: Was, wenn dies tatsächlich das Ende ist? Als zeitgleich Valeries Sohn beschließt, ein Schuljahr im Ausland zu verbringen, droht ihre Welt vollends aus den Fugen zu geraten. M E I N E M E I N U N G: Mutter und Tochter. Tochter und Mutter. Einige Mutter-Tochter Beziehungen sind komplex, emotional, in anderen wird viel gemacht und wieder andere Mütter und Töchter kommunizieren am liebsten mit wenigen Worten. Doch was ist wenn Zitate, wie "Eine Mutter ist die beste Freundin ihrer Tochter" oder "Nichts ist stärker als das Band zwischen Mutter und Tochter" eben nicht zutreffen? Was ist wenn die Beziehung komplex, emotional aufgeladen und ggfs. Traumata enthält? Genau von solchen transgenerationalen Mütter-Tochter Beziehungen erzählt Prokopatz in ihrem Debüt. Eine Famlilie in denen es über Generationen hinweg keine einfache, konfliktfreie Beziehung gibt. Temporeich, emotional und kurzweilig wird das komplexe Beziehungsgefüge, die widersprüchliche Facetten und das intergenrationales Frauenbild mithilfe kleiner Einblenden einer Familie beleuchtet. Viele Leerstellen und die kleinen Lebensausschnitte geben den Leser:innen genug Anlass die Lücken mit eigenen Gedanken und Vorstellungen zu füllen. Die Unperfektheit aller Charaktere führt dazu, dass die verschiedenen Sichtweisen und Handlungsmuster nachvollziehbar bleiben. Eine Sache haben alle Mütter in diesem Buch gemein: sie wollen es immer besser als ihre eigene Mutter machen. Für mich ein Buch das nachwirkt. Ein Roman mit knappen Kapiteln, überschaubarer Handlung und übersichtlichen Charakteren. Es ist zwar kein Lesehighlight für mich, dennoch mochte ich die Vielschichtigkeit und die Tatsache, wie die Familie, das eigene Leben beeinflussen kann. Ein Roman der nachklingt und intensive Denkimpulse initiiert. Eine Möglichkeit die eigene Familienkonstellation, Geschichte und Emotionen zu beleuchten.

Valerie ist die Tochter ihrer Mutter Christina und gleichzeitig die Mutter ihres Sohnes Tobias. An beiden Fronten hat sie zu kämpfen: mit der Krebserkrankung der Mutter und dem Wunsch des Sohnes sich auf ein Auslandsjahr in England zu begeben. Es drohen also große Verluste, die nicht einfach zu verarbeiten sein werden. Neben der Gegenwart geht das Buch auch auf Valeries Kindheit ein und zeigt, wie Christina sich als Mutter schlug. Unangepasst, manchmal kalt, rebellisch. Ganz anders als die Mutterrolle, die Valerie heute für Tobias einnimmt - überfürsorglich, bemutternd, erdrückend. Auch auf die Mütter und das mütterliche Verhalten der Großmütter Valeries wird eingegangen, indem noch weiter in die Vergangenheit zurück gegangen wird. Man versteht also Stück für Stück immer mehr, woher bestimmte Verhaltensweisen vielleicht kommen und wie unterschiedlich die Mutterrolle, nicht nur im Laufe der Zeit, sondern auch typabhängig angenommen wurde. Das Buch zeigt auf unglaublich schöne Art, wie schwierig es ist, der Rolle als Mutter gerecht zu werden und wie immens das mütterliche Verhalten das Mutter-Kind-Verhältnis lebenslang beeinflusst. So ist es auch für Valerie schwer, trotz der Erkrankung der Mutter, sich mit dieser auszusöhnen. "Warum ist es so klar, dass eine Verwandtschaft ersten Grades im Krankheitsfall alles aufwiegt? Warum verklärt der drohende Tod die Dinge so stark, fragt niemand danach, was bisher geschah, darf nicht mehr logisch gedacht werden? Ich habe dafür, die Tochter meiner Mutter zu sein, einen hohen Preis gezahlt. Nicht ich schulde Mama was, sondern sie mir." (S. 130) Sehr häufig werden ja schwierige Vater-Kind-Beziehungen besprochen - umso schöner fand ich es, wie in diesem Buch einmal dezidiert auf das Verhältnis zwischen Mutter und Kind und die damit zusammenhängenden Schwierigkeiten eingegangen wird.

Berührende Mutter-Tochter-Beziehung im Laufe der Zeit
WIR SITZEN IM DICKICHT UND WEINEN Von Felicitas Prokopetz - @felicitas_prokopetz 💚 Zum Inhalt: Valerie hat eine komplizierte Beziehung zu ihrer Mutter, und es funktioniert am besten, wenn sie sich nur selten sehen. Doch als ihre Mutter plötzlich mit der Diagnose Krebs konfrontiert wird, muss Valerie trotz ihrer eigenen Schwierigkeiten für sie da sein. Die Angst vor dem möglichen Ende überwältigt sie. Gleichzeitig beschließt Valeries Sohn, ein Schuljahr im Ausland zu verbringen, was droht, ihre Welt vollständig aus den Fugen zu bringen. ••• Im Roman werden Biografien von drei Generationen dargestellt, beginnend im frühen 20. Jahrhundert bis zur Gegenwart, wobei die kurzen Kapitel Einblick in die Erlebnisse und Emotionen der weiblichen Familienangehörigen bieten. Es wird eindrucksvoll dargestellt, wie jede Generation ihre eigenen Herausforderungen und Schwierigkeiten hatte, im Mutter-Sein als auch im Tochter-Sein. Diese Beschreibung trägt dazu bei, zu verstehen, warum manche Mütter so sind, wie sie sind, und warum ihre Kinder die Probleme haben, die sie haben. Die anfänglichen Zeitsprünge waren zwar etwas verwirrend, aber sobald man das Zusammenspiel der Familienkonstellationen erkannt hatte, wurde das Lesen zu einem wahren Genuss. Ich kann das Buch uneingeschränkt empfehlen. Es ist ein äußerst emotionsgeladener und zugleich wunderschöner Roman, den ich selbst sehr schnell lesen konnte. Mich haben die Geschichten der Charaktere zutiefst gefesselt und ich war stets gespannt darauf, wie es nach jeder neuen Erkenntnis der Mütter und Töchter weitergeht. Der Debütroman der Autorin hat mich wirklich beeindruckt. Der Text ist wunderschön formuliert, und ich war von der ersten Seite an gefesselt. Ein zusätzliches Lob verdient das ansprechende Cover, das mir besonders gut gefallen hat. ••• [Werbung, Rezensionsexemplar] Vielen Dank an die #bloggerjury und @lesejury von @bastei_luebbe für die Zusendung von „Wir sitzen im Dickicht und weinen“ aus dem @eichbornverlag. #bookstagram #makereadingsexyagain#leseliebe #bücherliebe #bücherliebeverbindet #lesenlesenlesen #lesenmachtglücklich #reading #buch #buchblogger #buchtipp #leseempfehlung #lesebegeistert #autorinnen#bookstagramverbindet #wirsitzenimdickichtundweinen #eichbornverlag #bloggerjury #lesejury

Ob man eine gute Mutter ist, entscheidet man nicht selbst, egal, wie sehr man davon überzeugt ist, stets das Beste zu wollen und zu geben. Ob man eine gute Mutter ist, entscheidet eben auch, wie vorangegangene Generationen Mutterschaft erlebt und in Folge gelebt haben. Aus der Geschichte um Valerie, die alleinerziehende Helikoptermama eines 16jährigen Sohns, und ihrem schwierigen Verhältnis zu ihrer krebserkrankten Mutter Christina, erwächst eben diese zentrale Erkenntnis. Felicitas Prokopetz beschreibt subtil, wie ambivalent und fragil sich Mutter-Kind-Beziehungen ausgestalten können und erteilt jedem Denken, nach dem sich Mutterschaft losgelöst von der eigenen Mutter und Großmutter gestalten lässt, eine Absage. Die Stimme, die sie hierfür findet, ist leise und dennoch kraftvoll, die Verzweiflung, Unsicherheit und das Beharren auf der jeweils zurechtgelegten und legitimierenden Sicht auf die Familie und das eigene Schicksal der Figuren, kommt ganz ohne aufbauschende Effekte aus und wirkt vielleicht gerade deswegen energisch auf die Lesenden ein. Dabei schlägt sie einen Bogen zu den vorhergehenden Generationen Valeries sowohl mütter- als auch väterlicherseits. In der Kürze der ca. 200 Seiten wirkt die Namenfülle bisweilen verwirrend, stützt aber das zugrundeliegende Thema der Wirkmacht von intergenerationellen Erlebnissen. Prokopetz ist aus meiner Sicht ein großartiger Roman gelungen, den ich sehr gern empfehle.

WIR SITZEN IM DICKICHT UND WEINEN Felicitas Prokopetz Eigentlich hatte „Val“ Valerie mit ihrer Mutter schon seit frühester Kindheit Probleme: Mutter Christina nahm es nie genau mit der Erziehung. Da keiner sie weckte, kam Val selten pünktlich zur Schule und auch für die Zubereitung der Mahlzeiten fühlte sich Mutter Christina nicht verantwortlich. Was die Freunde von Val als „ cool“ bezeichneten, nervte sie. Sie liebte es, bei Oma zu sein. Regeln zu befolgen, aber auch Liebe zu erhalten. Oma hört ihr zu und sie beschäftigte sich mit ihr. Es wurden Spiele gespielt, vorgelesen und lange Spaziergänge gemacht. Mutter Christina sieht das ganz anders: Immerhin war Val Schuld daran, dass sie es schwer hatte, einen Mann kennenzulernen. Wer wollte schon eine Frau mit so einem Anhängsel, wie sie es hat? Ihretwegen konnte sie nie ausgehen und auch ihr Studium musste sie abbrechen, weil sie mit Val schwanger war. Und auch diese Windeln, die immer gewechselt werden mussten! Warum hat sich die Tochter eigentlich nie dafür bedankt? Ihr ganzes Leben hat sie sich nur für ihre Tochter aufgerieben. Es ist kompliziert, diese Mutter-Tochter-Beziehung und jetzt ist Christina an Krebs erkrankt. In Rückblicken erfahren wir Vals Familiengeschichte: Beide Großmütter werden beleuchtet, dabei springt die Autorin nicht nur in der Zeit, sondern lässt auch unterschiedlichste Familienmitglieder zu Wort kommen. Vier Generationen dürfen wir als Leser begleiten und es wird nicht nur aufgezeigt, wie sich die Familienaufstellung innerhalb einer Familie in diesen fast hundert Jahren veränderte, sondern auch die Stellung der Frau im allgemeinen. Ob die beiden Frauen es schaffen, sich aufgrund der Krankheit näher zu kommen, müsst ihr allerdings selber herausfinden. Nachdem ich mich eingelesen hatte, gefiel mir die Geschichte gut. Hilfreich wäre es sicherlich gewesen, einen kleinen Familienstammbaum im Buch zu haben. Ich glaube, dass ich nicht erwähnen muss, wie sehr mich Christina genervt hat. Ich war absolut im Team Val! Trotzdem empfand ich das Buch als unglaublich authentisch. Leseempfehlung für alle, die schwierige Familienkonstellationen mögen. 4/ 5

"Wir sitzen im Dickicht und weinen" ist der Debütroman von Felicitas Prokopetz und hat mich absolut abgeholt und begeistert. Ich bin ohne große Erwartungen an diesen Roman herangegangen und habe einen sehr feinfühligen Familienroman erhalten. Alle - vornehmlich weiblichen - Charaktere sind eigen und gehen einem zuweilen auf die Nerven: aber gerade dadurch wirkt der Roman so authentisch. Es hat ein wenig gedauert, bis mir klar war, inwiefern und in welcher direkten Linie die Protagonistinnen miteinander verwandt sind: wer die Vorfahrin und wer die "Prägerin" der jeweiligen Anderen war. Dabei sei erwähnt, dass alle Protagonistinnen Einzelkämpferinnen mit starken Persönlichkeiten sind, auch wenn ihnen das selbst oft nicht bewusst ist. Dieses sensible Familienportrait ist durchzogen von generationenübergreifenden Traumata und komplexen Mutter-Tochter-Beziehungen. Sehr lesenswert und ich hoffe die Autorin schreibt noch viele weitere Romane.
Eine tiefsinnige Geschichte über das (nicht immer einfache) Verhältnis zwischen Müttern und ihren Kindern auf verschiedenen Zeitebenen.
"Die letzten sechzehn Jahre war ich so damit beschäftigt, unsere Welt immer wieder neu zu erschaffen, dass ich nicht sehen konnte, was am Ende dieses Schaffensprozesses stehen wird: Ein Leben, in dem ich mich als mütterliche Erschafferin abgeschafft haben werde." - S. 13 Eine Geschichte von (unterschwellig) brodelnden Konflikten innerhalb einer Familienstruktur über mehrere Generationen. Da ist die alleinerziehende Mutter Valerie, die Angst hat ihrem sechzehnjährigen Sohn Tobi Freiräume zu gewähren und hadert, ihm ein Auslandsjahr zu erlauben. Während Tobi also von Valerie genervt ist, ist diese wiederum gleichermaßen gestresst von Christina - ihrer eigenen Mutter - die gegen eine Krebserkrankung ankämpft und sich mehr Beistand durch ihre Tochter wünscht, die ihrer Meinung nach immer mehr Zuneigung für ihren Vater übrig hatte, obwohl dieser sich nichts aus ihr gemacht hat, während sie selbst ihr Leben für ihre Tochter geopfert hat, indem sie ihretwegen auf alles verzichtet hat. Auf verschiedenen Zeitebenen liest man hier von drei Generationen von Frauen. Tochter, Mutter und Großmutter und deren Rolle als Frau in der Familie. Der Einstieg fiel mir schwer, denn was hier wirklich fehlt ist ein Stammbaum zu Beginn des Buches, der einem das Familiegefüge klar vor Augen führt. Ich habe einige Zeit gebraucht, bis ich den Durchblick hatte, im Gewirr der Schuldzuweisungen, wer wem welches Opfer erbracht hat. Es lohnt sich aber Durchhaltevermögen zu beweisen, denn als sich der Nebel gelichtet hat, habe ich die Struktur der Geschichte erkannt und am Ende hat sie mich gerührt und sehr begeistert.

Nicht spannend, aber tiefgründig
Dieses Buch erzählt über das Aufwachsen von drei Frauen in kaputten Familien. Dementsprechend gibt es kaum einen Spannungsverlauf, was aber völlig okay ist. Der Schreibstil ist echt gut, nur hätte ich zwischendurch vielleicht sowas wie einen Stammbaum gebraucht hätte. Ich muss gestehen, dass mich einige Zeilen sehr berührt haben und ich sogar ein paar Tränen verloren habe. Trotzdem glaube ich, für dieses Buch etwas zu jung gewesen zu sein, mit einigen Stellen konnte ich mich identifizieren, andere aber nur erahnen. Aber dennoch zu empfehlen. Danke an Bloggerjury und an den Eichborn-Verlag für das Rezensionsexemplar.
Valerie und ihre Mutter haben eine schwierige Beziehung zueinander und normalerweise vermeiden sie es, viel Zeit miteinander zu verbringen. Doch als ihre Mutter plötzlich an Krebs erkrankt, muss Valerie sich trotz aller Schwierigkeiten um sie kümmern, auch wenn es ihr schwerfällt. Die Angst vor dem möglichen Verlust belastet sie sehr. Gleichzeitig plant ihr Sohn Tobi ein Schuljahr im Ausland zu verbringen, was Valerie zusätzlich unter Druck setzt und ihr Leben noch mehr durcheinanderbringt. Die Autorin Felicitas Prokopetz entfaltet in ihrem Debütroman „Wir sitzen im Dickicht und weinen“ eine tiefgreifende und unheimlich emotionsgeladene Geschichte über die Komplexität von familiären Beziehungen. Mit einer ruhigen und dennoch eindringlichen Erzählweise nimmt sie ihre Leser*innen mit auf eine emotionale Reise durch die Beziehungen zwischen Valerie, ihrer Mutter und ihrem Sohn. Durch geschickte Zeitsprünge ermöglicht Prokopetz einen intensiven Einblick in die Vergangenheit und Gegenwart ihrer Protagonist*innen, was das Verständnis für deren Handlungen und Entscheidungen vertieft. Die authentische und facettenreiche Darstellung der Charaktere führt dazu, dass der/die Leser*in sich mit ihnen identifizieren und ihre Emotionen nachempfinden kann. In kurzen, abwechslungsreichen Kapiteln gelingt es Prokopetz, die schwierigen Mutter-Tochter-Beziehungen und generationsübergreifenden familiären Dynamiken auf eindrucksvolle Weise zu beleuchten. Beeindruckend, welche Emotionen Felicitas Prokopetz mit ihrem Roman bei mir auslösen konnte. Mich hat diese Lektüre zum Nachdenken über die Bedeutung von Familie und zwischenmenschlichen Beziehungen angeregt und am Ende tränenreich zurückgelassen.

Frau sein.
Wow, das nenne ich mal ein ehrliches Buch. Das Buch handelt von Mamas und Mama sein. Valerie ist alleinerziehende Mama von Tobi, 16 Jahre. Tobi möchte über die Schule ins Ausland, nach England. Zeitgleich erkrankt Valerie’s Mama, Christina, an Krebs. In dem Buch geht es um alle möglichen Familienkonstellationen und ihre Geschichten, vorallem um die Frauen. Man bekommt einen Einblick in Valerie’s Ängste und Erfahrungen aus ihrer Kindheit, in die ihrer Mama Christina und ihrer Oma’s Charlotte und Martha. In allen Geschichten wird deutlich, wie viel man aus der eigenen Kindheit an das eigene Kind weiter gibt, wenn sich selbst nicht bewusst macht, was man selbst in der Kindheit durch Erlebtes mitgenommen hat. Es tut weh zu sehen, wie sehr Valerie sich immer bemüht hat, ihren Eltern zu gefallen - bis heute. Der Papa war nie für sie da, die Mama war mit sich selbst nicht im Reinen. Und am Ende hat sie nicht gereicht. Ein sehr ehrliches und emotional kraftvolles Buch über Kind sein, Mutter sein und vorallem Mensch sein. Kinder wollen, dass es den Eltern gut geht. Kinder wollen geliebt werden. Kinder können nichts für die eigenen Gefühle, Gedanken, Glaubenssätze. Die Menschen sind die, die wieder zu Kindern werden, wenn sie Eltern werden. Das Buch hat mich teilweise wütend gemacht, ich habe mit gelitten, ich musste oft unterbrechen und bin in meinen eigenen Gedanken verschwunden und vorallem - ich hatte Verständnis. Für jede Frau in diesem Buch, die eine eigene Geschichte hat und jeden Tag ihr Bestes gibt. Die genug ist, genauso wie sie ist. Die das aber verloren hat. Hinschauen muss jede Frau selbst - es ist wichtig für sich und alle Mitmenschen. Vergesst das niemals. Auch wenn es weh tut.
Dieses Buch behandelt so viel auch wichtige Themen auf seinen etwa 200 Seiten, jedoch in ziemlich derben, für mich (!) lange Zeit noch verwirrenden Zeitsprüngen, dass ich wirklich sehr lange mit all den Charakteren brauchte, um zu wissen, um wen es denn jetzt hier ging, vorallem um welche Generation. (Vielleicht war das zu der jetzigen stressigen Weihnachtszeit einfach kein guter Zeitpunkt dieses Büchlein zu lesen?) Auch an den Schreibstil konnte ich mich nur schwer gewöhnen, frag mich bloß warum!?! Allerdings waren die kurzen Kapitel fürs Gefühl richtig gut und perfekt um Zwischendurch jede Minute zu nutzen um mal eben ein Kapitel wegzulesen. Hier geht es vorallem um Mutter-Tochter-Konflikte, Emanzipation, Unabhängigkeit und Ängste. Ich hab mich (leider) ganz oft in Vali wiedererkannt. Noch heute ist es ja so, dass der Generationenkonflikt einem eigentlich fast täglich bewusst wird. Sei es mit der älteren Generation, die mit uns Millennials schon nicht ganz mitkommt und mit ihrem ,,FRÜHER" immer wieder anstößt, weil sie meinen, dass alles besser war und lief oder mit der Gen Z, die so heftig kritisiert wird, aber oft keine Möglichkeit bekommt, sich zu beweisen, bzw. die Perspektiven fehlen. Ich hab das hier regelmäßig am Tisch. Und ehrlich, es nervt. Leider kann ich auch die ganze Situation um die Krebserkrankung nachvollziehen und weiß, welche inneren Konflikte man austrägt, gerade wenn das Verhältnis zur eigenen Mutter nicht so lief, wie man sich das vielleicht gewünscht hat. Und ja, ich habe Vali so sehr gefühlt, als ihre Freundin sagte:,, Aber sie ist doch deine Mutter!" Ja!! Wenn ich mich doch erwartungsgemäß wie eine Tochter verhalten soll, warum wird das nicht andersrum auch erwartet. Warum haben Mütter das Recht, dich so zu behandeln und warum sollte ich das nicht spiegeln dürfen? Ich bin selber Mutter von 2 Kindern und kann nur versuchen es besser zu machen. In diesem Sinne ...ein Hoch auf alle Mamis, die ihrem Herzen folgen!

Es beeindruckt mich immer wieder, wie talentiert Menschen sind und was sie für wunderschöne (Debüt)-Romane schreiben können. »Wir sitzen im Dickicht und weinen« ein ein Roman über das Mutter-sein. Es geht um starke Frauen, Traumata, Grenzen setzen und für sich einstehen. Dieses Buch hat einen wunderschön melancholischen Schreibstil. Es ist spannend, wie intensiv 200 Seiten sein können und wie die Geschichte dich voll und ganz mitnimmt. Die Geschichte bekommt von mir 3,5/5🌟, weil ich manchmal extrem durcheinander gekommen bin mit mehreren Charakteren und ich so manche Zusammenhänge bis zum Schluss nicht verstanden habe. Dennoch eine Weiterempfehlung!💘
"Warum verklärt der drohende Tod die Dinge so stark, fragt niemand danach, was bisher geschah, darf nicht mehr logisch gedacht werden? Ich habe dafür, die Tochter meiner Mutter zu sein, einen hohen Preis gezahlt. Nicht ich schulde Mama was, sondern sie mir." (S. 130) Valerie ist eine alleinerziehende, (über)besorgte Mutter eines Teenagers und Tochter einer damals ebenfalls Alleinerziehenden. Zwischen Valerie und ihrer Mutter Christina ächzt es gewaltig. Sowohl Vorwürfe als auch Unausgesprochenes dominieren ihre schwierige Beziehung. Als Christina schwer erkrankt und Valeries Sohn Tobi sich für ein Auslandsjahr entscheidet, steht Valerie plötzlich zwischen ihren beiden Rollen. Mit "Wir sitzen im Dickicht und weinen" ist Felicitas Prokopetz eine Familiengeschichte gelungen, die - wie so oft - nur rückwärts verstanden werden kann. In mehreren Erzählsträngen bis weit in die Vergangenheit sucht sie Erklärungen für die dysfunktionale Beziehung zwischen Valerie und ihrer Mutter und was die Abwesenheit des Vaters bedeutet. Sie beschreibt einen Abnabelungsprozess, der auch die Vorstellung, alles im Griff haben zu müssen, beinhaltet. Es ist ein Roman über vererbtes Schweigen: das Schweigen über Schicksalsschläge, Gewalt und Traumata. Denn was den Großmüttern passiert, tragen sie weiter und eine unsichtbare Last liegt damit auf zukünftigen Generationen. Wer keine Nähe erfährt, kann auch keine Nähe geben. Vor allem aber ist es ein Roman übers Mutter- und Tochtersein, über enttäuschte Erwartungen und wie wichtig es ist, einfach mal die Wahrheit zu sagen. Prokopetz zeigt zudem, dass es Themen wie unbezahlte Care-Arbeit, Mental Load und postnatale Depression schon immer gab und keine Phänomene der heutigen Zeit sind. "Ein kluger, vielschichtiger Roman, der traurig-schön davon erzählt, was Familie mit uns macht", sagt Caroline Wahl. So wahr!
Man gebe mir einen Stammbaum! 😤
Ein sehr guter Roman! Ich wünschte nur man würde für die erste Hälfte einen Stammbaum bekommen. Am Anfang habe ich nicht verstanden, wer wer ist und wer jetzt die Mutter von welcher Tochter ist. Das hat mich so gestresst. Besonders weil zwei Charaktere wirklich ähnlich heißen und zwei Männer sogar gleich(!?). 🫣 Ab der Hälfte hab ich es dann langsam verstanden … richtig unnötig einfach. Sonst ist es eine richtig starke und wichtige Geschichte über Mutter-Tochter Beziehungen und die Rolle der Frau im 19. Jahrhundert. Fand ich richtig gut! Ohne diese Verwirrung hätte ich 4,5 Sterne gegeben.

„Wir sitzen im Dickicht und weinen“ ist ein Roman, der schonungslos und unaufgeregt über komplexe Mutter-Tochter-Beziehungen und die Bedeutung der Mutterrolle für Frauen in unterschiedlichen Generationen berichtet. Ich mochte das Buch vor allem wegen des Themas. Mir persönlich waren die vielen unterschiedlichen Protagonisten sowie deren Verwandtschaftsverhältnis jedoch zu kompliziert für ein insgesamt kurzes Buch. Mich hat das Lesen deswegen sehr angestrengt, sodass ich gemessen an der Seitenzahl ungewöhnlich lange gebraucht habe, um es zu beenden. Es hat mich auch überwiegend sehr betrübt, stellenweise auch tief erschüttert, sodass ich es keinesfalls für eine kleine Lektüre für zwischendurch empfehlen würde. Nichtsdestotrotz auf jeden Fall lesenswert - allein aufgrund des Themas, das sicherlich viele Frauen und Mütter umtreibt.
Sprachlich einfach schön „Wir sitzen im Dickicht und weinen“ - was für ein schöner Titel. Und was für ein schönes Buch. Sprachlich ganz stark und wunderbar gezeichnet, diese Beziehung zur Mutter, die man irgendwie nicht ganz erklären kann, die mal so und dann mal so ist. Verschiedene Generationen lernen wir in verschiedenen Zeiten kennen, was dazu führt, dass wir jede Mutter ein bisschen mehr verstehen können. Und auch die Väter spielen eine kleine Rolle, denn wieso ist das Verhältnis einfacher und die Ansprüche an jene so viel geringer? Manchmal war mir der Geschehenswechsel ein wenig zu viel, und ich konnte nicht mehr einordnen, wer denn nun wer ist (in dem Stammbaum). Das fand ich ein wenig schade, weil der Überblick da finde ich schon wichtig ist, um auch die Verwandten besser zu verstehen. Vielleicht habe ich da aber auch einfach nicht so gut aufgepasst. Alles in allem ein sehr empfehlenswerter Debüt-Roman und ich freue mich auf alles, was noch folgt. Schön!
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Valerie hat nicht die einfachste Beziehung zu ihrer Mutter. Am besten klappt es, wenn die beiden einander nur selten sehen. Doch eine Krebsdiagnose schafft neue Tatsachen - vom einen Tag auf den anderen muss Valerie für ihre Mutter da sein, ganz gleich, wie schwer ihr das fällt. Und sie bekommt es mit der Angst zu tun: Was, wenn dies tatsächlich das Ende ist? Als zeitgleich Valeries Sohn beschließt, ein Schuljahr im Ausland zu verbringen, droht ihre Welt vollends aus den Fugen zu geraten.
»Ein kluger, vielschichtiger Roman, der traurig-schön davon erzählt, was Familie mit uns macht.« CAROLINE WAHL
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Author Description
Felicitas Prokopetz studierte Philosophie an der Universität Wien und Sprachkunst an der Universität für angewandte Kunst sowie Literarisches Schreiben am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Sie lebt und arbeitet als Autorin und Texterin in Wien.
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Dieser Roman befasst sich mit der Beziehung zwischen Müttern und ihren Kindern über verschiedene Zeitebenen. War ein recht trauriges Buch, aber ich finde man kann viel mitnehmen und vielleicht die ein oder andere Sache in der Kindererziehung besser machen als die Mütter in diesem Buch. Obwohl natürlich niemand unfehlbar ist und irren menschlich ist.
Einer meiner Lieblingssätze ist »Wir sitzen alle im gleichen Kino und jeder sieht einen anderen Film«. Diese Aussage passt wohl perfekt zum unterschiedlichen Erleben von Valerie und ihrer Mutter Christina. Durch diese unterschiedliche Wahrnehmung, die bereits in der Kindheit für beide spürbar wird, entfernen sich Mutter und Tochter immer weiter voneinander. Im Erwachsenenalter haben sich die beiden nicht mehr viel zu sagen – bis zur Krebsdiagnose der Mutter. Tochter Valerie soll nun eine Stütze für ihre Mutter darstellen, dies fordert Christina immer wieder deutlich ein. Doch Valerie ist selbst Mutter und hat damit genug zu tun. Ihr Sohn Tobi ist 16 Jahre alt und möchte über die Schule ein Jahr im Ausland verbringen. Während Tobi eifrig plant, löst dieses Vorhaben bei Mutter Valerie Sorge aus. Diese emotionale Doppelbelastung bringt Valeries Welt ins wanken. In knackig kurzen Kapiteln schreibt Felicitas Prokopetz über Mutterschaft und Tochtersein. Dabei sind ihre Figuren greifbar. So sehr ich mich mit Valerie solidarisieren möchte, so sehr verabscheue ich ihre Mutter und noch mehr die männlich gelesenen Charaktere in diesem Buch. Einzige Ausnahme bildet hier Sohn Tobias, dieser genießt Welpenschutz. Alle Frauen* unterliegen streng der stereotypen Rollenverteilung – das Patriachat läuft zur Höchstform auf. Beim Lesen ist ein unangenehmes piksen zu spüren, zum Beispiel wenn von Valeries Freundin Julijana die Rede ist, die erschöpft aus der Küche winkt, während ihr Mann Stefan am Tisch eine heitere Miene auflegt. »Mit seinem [Stefans] guten Einkommen kauft er sich von allen häuslichen Pflichten frei; dass auch Kinderbetreuung und Haushaltshilfe koordiniert werden müssen dass jemand Lebensmittel einkaufen, Schulsachen kontrollieren und Geburtstagspartys organisieren muss, bereitet ihm kein Kopfzerbrechen« (S. 43). Die Autorin hält uns einen Spiegel vor: Welche Anforderungen und gesellschaftlichen Erwartungen werden an Frauen* und Mütter gestellt und wie unterscheiden sich diese im Wandel der Zeit. So hat Valeries Oma, im Vergleich zu ihrer Enkelin mit anderen Hürden und Vorurteilen zu kämpfen, als sie sich entscheidet, ihre Kinder alleine großzuziehen. Auch wenn sich der äußere Rahmen verändert, werden dysfunktionale Erziehungsstrukturen und Muster an die nächste Generation weitergegeben. Valeries Mutter Christina ist in ihrer Art schwierig. Warum dies so ist, wird jedoch in den Kapiteln deutlich, in denen Christina noch ein Kind ist – unter der Erziehung ihrer Eltern leidet und es doch nicht schafft, es selbst besser zu machen, als sie Valerie großzieht. Dieses Buch hat heftig an meinen Emotionen gerüttelt. Puh, was für ein starkes Debüt. Für mich ein absolutes Highlight, welches ich euch krass ans Herz legen möchte. Lest es! CN: Gewalt, Abtreibung, patriarchale Strukturen.
Mhm, schwierig.. es ist definitiv kein Buch was man gelesen haben muss. Das Thema war schon interessant, was erlebt man in der eigenen Kindheit, was davon überträgt man davon wiederum auf seine Kinder usw. Aber für die Fülle an Rückblenden ( die teilweise mehr als verwirrend sind) war mir das Buch zu dünn. Und der Kern bleibt emotionslos.
Die (be-)greifbare Darstellung von Mutter-Tochter-Konflikten und deren verankerten Wurzeln wird von einem feinen Humor begleitet, der mich trotz ernster Situation oft hat schmunzeln lassen. Die Erzählweise war mir jedoch insgesamt zu sprunghaft in den Zeiten/Figuren, so dass ich diese nicht immer klar voneinander differenzieren konnte.
WIR SITZEN IM DICKICHT UND WEINEN Lust auf einen Roman mit komplexen Mutter-Töchter-Beziehungen, im Spiegel der gesellschaftlichen und politischen Lage? Dann könnte der Debütroman der Autorin Prokopetz in dein Beuteschema passen. I N H A L T: Valerie hat nicht die einfachste Beziehung zu ihrer Mutter. Am besten klappt es, wenn die beiden einander nur selten sehen. Doch eine Krebsdiagnose schafft neue Tatsachen - vom einen Tag auf den anderen muss Valerie für ihre Mutter da sein, ganz gleich, wie schwer ihr das fällt. Und sie bekommt es mit der Angst zu tun: Was, wenn dies tatsächlich das Ende ist? Als zeitgleich Valeries Sohn beschließt, ein Schuljahr im Ausland zu verbringen, droht ihre Welt vollends aus den Fugen zu geraten. M E I N E M E I N U N G: Mutter und Tochter. Tochter und Mutter. Einige Mutter-Tochter Beziehungen sind komplex, emotional, in anderen wird viel gemacht und wieder andere Mütter und Töchter kommunizieren am liebsten mit wenigen Worten. Doch was ist wenn Zitate, wie "Eine Mutter ist die beste Freundin ihrer Tochter" oder "Nichts ist stärker als das Band zwischen Mutter und Tochter" eben nicht zutreffen? Was ist wenn die Beziehung komplex, emotional aufgeladen und ggfs. Traumata enthält? Genau von solchen transgenerationalen Mütter-Tochter Beziehungen erzählt Prokopatz in ihrem Debüt. Eine Famlilie in denen es über Generationen hinweg keine einfache, konfliktfreie Beziehung gibt. Temporeich, emotional und kurzweilig wird das komplexe Beziehungsgefüge, die widersprüchliche Facetten und das intergenrationales Frauenbild mithilfe kleiner Einblenden einer Familie beleuchtet. Viele Leerstellen und die kleinen Lebensausschnitte geben den Leser:innen genug Anlass die Lücken mit eigenen Gedanken und Vorstellungen zu füllen. Die Unperfektheit aller Charaktere führt dazu, dass die verschiedenen Sichtweisen und Handlungsmuster nachvollziehbar bleiben. Eine Sache haben alle Mütter in diesem Buch gemein: sie wollen es immer besser als ihre eigene Mutter machen. Für mich ein Buch das nachwirkt. Ein Roman mit knappen Kapiteln, überschaubarer Handlung und übersichtlichen Charakteren. Es ist zwar kein Lesehighlight für mich, dennoch mochte ich die Vielschichtigkeit und die Tatsache, wie die Familie, das eigene Leben beeinflussen kann. Ein Roman der nachklingt und intensive Denkimpulse initiiert. Eine Möglichkeit die eigene Familienkonstellation, Geschichte und Emotionen zu beleuchten.

Valerie ist die Tochter ihrer Mutter Christina und gleichzeitig die Mutter ihres Sohnes Tobias. An beiden Fronten hat sie zu kämpfen: mit der Krebserkrankung der Mutter und dem Wunsch des Sohnes sich auf ein Auslandsjahr in England zu begeben. Es drohen also große Verluste, die nicht einfach zu verarbeiten sein werden. Neben der Gegenwart geht das Buch auch auf Valeries Kindheit ein und zeigt, wie Christina sich als Mutter schlug. Unangepasst, manchmal kalt, rebellisch. Ganz anders als die Mutterrolle, die Valerie heute für Tobias einnimmt - überfürsorglich, bemutternd, erdrückend. Auch auf die Mütter und das mütterliche Verhalten der Großmütter Valeries wird eingegangen, indem noch weiter in die Vergangenheit zurück gegangen wird. Man versteht also Stück für Stück immer mehr, woher bestimmte Verhaltensweisen vielleicht kommen und wie unterschiedlich die Mutterrolle, nicht nur im Laufe der Zeit, sondern auch typabhängig angenommen wurde. Das Buch zeigt auf unglaublich schöne Art, wie schwierig es ist, der Rolle als Mutter gerecht zu werden und wie immens das mütterliche Verhalten das Mutter-Kind-Verhältnis lebenslang beeinflusst. So ist es auch für Valerie schwer, trotz der Erkrankung der Mutter, sich mit dieser auszusöhnen. "Warum ist es so klar, dass eine Verwandtschaft ersten Grades im Krankheitsfall alles aufwiegt? Warum verklärt der drohende Tod die Dinge so stark, fragt niemand danach, was bisher geschah, darf nicht mehr logisch gedacht werden? Ich habe dafür, die Tochter meiner Mutter zu sein, einen hohen Preis gezahlt. Nicht ich schulde Mama was, sondern sie mir." (S. 130) Sehr häufig werden ja schwierige Vater-Kind-Beziehungen besprochen - umso schöner fand ich es, wie in diesem Buch einmal dezidiert auf das Verhältnis zwischen Mutter und Kind und die damit zusammenhängenden Schwierigkeiten eingegangen wird.

Berührende Mutter-Tochter-Beziehung im Laufe der Zeit
WIR SITZEN IM DICKICHT UND WEINEN Von Felicitas Prokopetz - @felicitas_prokopetz 💚 Zum Inhalt: Valerie hat eine komplizierte Beziehung zu ihrer Mutter, und es funktioniert am besten, wenn sie sich nur selten sehen. Doch als ihre Mutter plötzlich mit der Diagnose Krebs konfrontiert wird, muss Valerie trotz ihrer eigenen Schwierigkeiten für sie da sein. Die Angst vor dem möglichen Ende überwältigt sie. Gleichzeitig beschließt Valeries Sohn, ein Schuljahr im Ausland zu verbringen, was droht, ihre Welt vollständig aus den Fugen zu bringen. ••• Im Roman werden Biografien von drei Generationen dargestellt, beginnend im frühen 20. Jahrhundert bis zur Gegenwart, wobei die kurzen Kapitel Einblick in die Erlebnisse und Emotionen der weiblichen Familienangehörigen bieten. Es wird eindrucksvoll dargestellt, wie jede Generation ihre eigenen Herausforderungen und Schwierigkeiten hatte, im Mutter-Sein als auch im Tochter-Sein. Diese Beschreibung trägt dazu bei, zu verstehen, warum manche Mütter so sind, wie sie sind, und warum ihre Kinder die Probleme haben, die sie haben. Die anfänglichen Zeitsprünge waren zwar etwas verwirrend, aber sobald man das Zusammenspiel der Familienkonstellationen erkannt hatte, wurde das Lesen zu einem wahren Genuss. Ich kann das Buch uneingeschränkt empfehlen. Es ist ein äußerst emotionsgeladener und zugleich wunderschöner Roman, den ich selbst sehr schnell lesen konnte. Mich haben die Geschichten der Charaktere zutiefst gefesselt und ich war stets gespannt darauf, wie es nach jeder neuen Erkenntnis der Mütter und Töchter weitergeht. Der Debütroman der Autorin hat mich wirklich beeindruckt. Der Text ist wunderschön formuliert, und ich war von der ersten Seite an gefesselt. Ein zusätzliches Lob verdient das ansprechende Cover, das mir besonders gut gefallen hat. ••• [Werbung, Rezensionsexemplar] Vielen Dank an die #bloggerjury und @lesejury von @bastei_luebbe für die Zusendung von „Wir sitzen im Dickicht und weinen“ aus dem @eichbornverlag. #bookstagram #makereadingsexyagain#leseliebe #bücherliebe #bücherliebeverbindet #lesenlesenlesen #lesenmachtglücklich #reading #buch #buchblogger #buchtipp #leseempfehlung #lesebegeistert #autorinnen#bookstagramverbindet #wirsitzenimdickichtundweinen #eichbornverlag #bloggerjury #lesejury

Ob man eine gute Mutter ist, entscheidet man nicht selbst, egal, wie sehr man davon überzeugt ist, stets das Beste zu wollen und zu geben. Ob man eine gute Mutter ist, entscheidet eben auch, wie vorangegangene Generationen Mutterschaft erlebt und in Folge gelebt haben. Aus der Geschichte um Valerie, die alleinerziehende Helikoptermama eines 16jährigen Sohns, und ihrem schwierigen Verhältnis zu ihrer krebserkrankten Mutter Christina, erwächst eben diese zentrale Erkenntnis. Felicitas Prokopetz beschreibt subtil, wie ambivalent und fragil sich Mutter-Kind-Beziehungen ausgestalten können und erteilt jedem Denken, nach dem sich Mutterschaft losgelöst von der eigenen Mutter und Großmutter gestalten lässt, eine Absage. Die Stimme, die sie hierfür findet, ist leise und dennoch kraftvoll, die Verzweiflung, Unsicherheit und das Beharren auf der jeweils zurechtgelegten und legitimierenden Sicht auf die Familie und das eigene Schicksal der Figuren, kommt ganz ohne aufbauschende Effekte aus und wirkt vielleicht gerade deswegen energisch auf die Lesenden ein. Dabei schlägt sie einen Bogen zu den vorhergehenden Generationen Valeries sowohl mütter- als auch väterlicherseits. In der Kürze der ca. 200 Seiten wirkt die Namenfülle bisweilen verwirrend, stützt aber das zugrundeliegende Thema der Wirkmacht von intergenerationellen Erlebnissen. Prokopetz ist aus meiner Sicht ein großartiger Roman gelungen, den ich sehr gern empfehle.

WIR SITZEN IM DICKICHT UND WEINEN Felicitas Prokopetz Eigentlich hatte „Val“ Valerie mit ihrer Mutter schon seit frühester Kindheit Probleme: Mutter Christina nahm es nie genau mit der Erziehung. Da keiner sie weckte, kam Val selten pünktlich zur Schule und auch für die Zubereitung der Mahlzeiten fühlte sich Mutter Christina nicht verantwortlich. Was die Freunde von Val als „ cool“ bezeichneten, nervte sie. Sie liebte es, bei Oma zu sein. Regeln zu befolgen, aber auch Liebe zu erhalten. Oma hört ihr zu und sie beschäftigte sich mit ihr. Es wurden Spiele gespielt, vorgelesen und lange Spaziergänge gemacht. Mutter Christina sieht das ganz anders: Immerhin war Val Schuld daran, dass sie es schwer hatte, einen Mann kennenzulernen. Wer wollte schon eine Frau mit so einem Anhängsel, wie sie es hat? Ihretwegen konnte sie nie ausgehen und auch ihr Studium musste sie abbrechen, weil sie mit Val schwanger war. Und auch diese Windeln, die immer gewechselt werden mussten! Warum hat sich die Tochter eigentlich nie dafür bedankt? Ihr ganzes Leben hat sie sich nur für ihre Tochter aufgerieben. Es ist kompliziert, diese Mutter-Tochter-Beziehung und jetzt ist Christina an Krebs erkrankt. In Rückblicken erfahren wir Vals Familiengeschichte: Beide Großmütter werden beleuchtet, dabei springt die Autorin nicht nur in der Zeit, sondern lässt auch unterschiedlichste Familienmitglieder zu Wort kommen. Vier Generationen dürfen wir als Leser begleiten und es wird nicht nur aufgezeigt, wie sich die Familienaufstellung innerhalb einer Familie in diesen fast hundert Jahren veränderte, sondern auch die Stellung der Frau im allgemeinen. Ob die beiden Frauen es schaffen, sich aufgrund der Krankheit näher zu kommen, müsst ihr allerdings selber herausfinden. Nachdem ich mich eingelesen hatte, gefiel mir die Geschichte gut. Hilfreich wäre es sicherlich gewesen, einen kleinen Familienstammbaum im Buch zu haben. Ich glaube, dass ich nicht erwähnen muss, wie sehr mich Christina genervt hat. Ich war absolut im Team Val! Trotzdem empfand ich das Buch als unglaublich authentisch. Leseempfehlung für alle, die schwierige Familienkonstellationen mögen. 4/ 5

"Wir sitzen im Dickicht und weinen" ist der Debütroman von Felicitas Prokopetz und hat mich absolut abgeholt und begeistert. Ich bin ohne große Erwartungen an diesen Roman herangegangen und habe einen sehr feinfühligen Familienroman erhalten. Alle - vornehmlich weiblichen - Charaktere sind eigen und gehen einem zuweilen auf die Nerven: aber gerade dadurch wirkt der Roman so authentisch. Es hat ein wenig gedauert, bis mir klar war, inwiefern und in welcher direkten Linie die Protagonistinnen miteinander verwandt sind: wer die Vorfahrin und wer die "Prägerin" der jeweiligen Anderen war. Dabei sei erwähnt, dass alle Protagonistinnen Einzelkämpferinnen mit starken Persönlichkeiten sind, auch wenn ihnen das selbst oft nicht bewusst ist. Dieses sensible Familienportrait ist durchzogen von generationenübergreifenden Traumata und komplexen Mutter-Tochter-Beziehungen. Sehr lesenswert und ich hoffe die Autorin schreibt noch viele weitere Romane.
Eine tiefsinnige Geschichte über das (nicht immer einfache) Verhältnis zwischen Müttern und ihren Kindern auf verschiedenen Zeitebenen.
"Die letzten sechzehn Jahre war ich so damit beschäftigt, unsere Welt immer wieder neu zu erschaffen, dass ich nicht sehen konnte, was am Ende dieses Schaffensprozesses stehen wird: Ein Leben, in dem ich mich als mütterliche Erschafferin abgeschafft haben werde." - S. 13 Eine Geschichte von (unterschwellig) brodelnden Konflikten innerhalb einer Familienstruktur über mehrere Generationen. Da ist die alleinerziehende Mutter Valerie, die Angst hat ihrem sechzehnjährigen Sohn Tobi Freiräume zu gewähren und hadert, ihm ein Auslandsjahr zu erlauben. Während Tobi also von Valerie genervt ist, ist diese wiederum gleichermaßen gestresst von Christina - ihrer eigenen Mutter - die gegen eine Krebserkrankung ankämpft und sich mehr Beistand durch ihre Tochter wünscht, die ihrer Meinung nach immer mehr Zuneigung für ihren Vater übrig hatte, obwohl dieser sich nichts aus ihr gemacht hat, während sie selbst ihr Leben für ihre Tochter geopfert hat, indem sie ihretwegen auf alles verzichtet hat. Auf verschiedenen Zeitebenen liest man hier von drei Generationen von Frauen. Tochter, Mutter und Großmutter und deren Rolle als Frau in der Familie. Der Einstieg fiel mir schwer, denn was hier wirklich fehlt ist ein Stammbaum zu Beginn des Buches, der einem das Familiegefüge klar vor Augen führt. Ich habe einige Zeit gebraucht, bis ich den Durchblick hatte, im Gewirr der Schuldzuweisungen, wer wem welches Opfer erbracht hat. Es lohnt sich aber Durchhaltevermögen zu beweisen, denn als sich der Nebel gelichtet hat, habe ich die Struktur der Geschichte erkannt und am Ende hat sie mich gerührt und sehr begeistert.

Nicht spannend, aber tiefgründig
Dieses Buch erzählt über das Aufwachsen von drei Frauen in kaputten Familien. Dementsprechend gibt es kaum einen Spannungsverlauf, was aber völlig okay ist. Der Schreibstil ist echt gut, nur hätte ich zwischendurch vielleicht sowas wie einen Stammbaum gebraucht hätte. Ich muss gestehen, dass mich einige Zeilen sehr berührt haben und ich sogar ein paar Tränen verloren habe. Trotzdem glaube ich, für dieses Buch etwas zu jung gewesen zu sein, mit einigen Stellen konnte ich mich identifizieren, andere aber nur erahnen. Aber dennoch zu empfehlen. Danke an Bloggerjury und an den Eichborn-Verlag für das Rezensionsexemplar.
Valerie und ihre Mutter haben eine schwierige Beziehung zueinander und normalerweise vermeiden sie es, viel Zeit miteinander zu verbringen. Doch als ihre Mutter plötzlich an Krebs erkrankt, muss Valerie sich trotz aller Schwierigkeiten um sie kümmern, auch wenn es ihr schwerfällt. Die Angst vor dem möglichen Verlust belastet sie sehr. Gleichzeitig plant ihr Sohn Tobi ein Schuljahr im Ausland zu verbringen, was Valerie zusätzlich unter Druck setzt und ihr Leben noch mehr durcheinanderbringt. Die Autorin Felicitas Prokopetz entfaltet in ihrem Debütroman „Wir sitzen im Dickicht und weinen“ eine tiefgreifende und unheimlich emotionsgeladene Geschichte über die Komplexität von familiären Beziehungen. Mit einer ruhigen und dennoch eindringlichen Erzählweise nimmt sie ihre Leser*innen mit auf eine emotionale Reise durch die Beziehungen zwischen Valerie, ihrer Mutter und ihrem Sohn. Durch geschickte Zeitsprünge ermöglicht Prokopetz einen intensiven Einblick in die Vergangenheit und Gegenwart ihrer Protagonist*innen, was das Verständnis für deren Handlungen und Entscheidungen vertieft. Die authentische und facettenreiche Darstellung der Charaktere führt dazu, dass der/die Leser*in sich mit ihnen identifizieren und ihre Emotionen nachempfinden kann. In kurzen, abwechslungsreichen Kapiteln gelingt es Prokopetz, die schwierigen Mutter-Tochter-Beziehungen und generationsübergreifenden familiären Dynamiken auf eindrucksvolle Weise zu beleuchten. Beeindruckend, welche Emotionen Felicitas Prokopetz mit ihrem Roman bei mir auslösen konnte. Mich hat diese Lektüre zum Nachdenken über die Bedeutung von Familie und zwischenmenschlichen Beziehungen angeregt und am Ende tränenreich zurückgelassen.

Frau sein.
Wow, das nenne ich mal ein ehrliches Buch. Das Buch handelt von Mamas und Mama sein. Valerie ist alleinerziehende Mama von Tobi, 16 Jahre. Tobi möchte über die Schule ins Ausland, nach England. Zeitgleich erkrankt Valerie’s Mama, Christina, an Krebs. In dem Buch geht es um alle möglichen Familienkonstellationen und ihre Geschichten, vorallem um die Frauen. Man bekommt einen Einblick in Valerie’s Ängste und Erfahrungen aus ihrer Kindheit, in die ihrer Mama Christina und ihrer Oma’s Charlotte und Martha. In allen Geschichten wird deutlich, wie viel man aus der eigenen Kindheit an das eigene Kind weiter gibt, wenn sich selbst nicht bewusst macht, was man selbst in der Kindheit durch Erlebtes mitgenommen hat. Es tut weh zu sehen, wie sehr Valerie sich immer bemüht hat, ihren Eltern zu gefallen - bis heute. Der Papa war nie für sie da, die Mama war mit sich selbst nicht im Reinen. Und am Ende hat sie nicht gereicht. Ein sehr ehrliches und emotional kraftvolles Buch über Kind sein, Mutter sein und vorallem Mensch sein. Kinder wollen, dass es den Eltern gut geht. Kinder wollen geliebt werden. Kinder können nichts für die eigenen Gefühle, Gedanken, Glaubenssätze. Die Menschen sind die, die wieder zu Kindern werden, wenn sie Eltern werden. Das Buch hat mich teilweise wütend gemacht, ich habe mit gelitten, ich musste oft unterbrechen und bin in meinen eigenen Gedanken verschwunden und vorallem - ich hatte Verständnis. Für jede Frau in diesem Buch, die eine eigene Geschichte hat und jeden Tag ihr Bestes gibt. Die genug ist, genauso wie sie ist. Die das aber verloren hat. Hinschauen muss jede Frau selbst - es ist wichtig für sich und alle Mitmenschen. Vergesst das niemals. Auch wenn es weh tut.
Dieses Buch behandelt so viel auch wichtige Themen auf seinen etwa 200 Seiten, jedoch in ziemlich derben, für mich (!) lange Zeit noch verwirrenden Zeitsprüngen, dass ich wirklich sehr lange mit all den Charakteren brauchte, um zu wissen, um wen es denn jetzt hier ging, vorallem um welche Generation. (Vielleicht war das zu der jetzigen stressigen Weihnachtszeit einfach kein guter Zeitpunkt dieses Büchlein zu lesen?) Auch an den Schreibstil konnte ich mich nur schwer gewöhnen, frag mich bloß warum!?! Allerdings waren die kurzen Kapitel fürs Gefühl richtig gut und perfekt um Zwischendurch jede Minute zu nutzen um mal eben ein Kapitel wegzulesen. Hier geht es vorallem um Mutter-Tochter-Konflikte, Emanzipation, Unabhängigkeit und Ängste. Ich hab mich (leider) ganz oft in Vali wiedererkannt. Noch heute ist es ja so, dass der Generationenkonflikt einem eigentlich fast täglich bewusst wird. Sei es mit der älteren Generation, die mit uns Millennials schon nicht ganz mitkommt und mit ihrem ,,FRÜHER" immer wieder anstößt, weil sie meinen, dass alles besser war und lief oder mit der Gen Z, die so heftig kritisiert wird, aber oft keine Möglichkeit bekommt, sich zu beweisen, bzw. die Perspektiven fehlen. Ich hab das hier regelmäßig am Tisch. Und ehrlich, es nervt. Leider kann ich auch die ganze Situation um die Krebserkrankung nachvollziehen und weiß, welche inneren Konflikte man austrägt, gerade wenn das Verhältnis zur eigenen Mutter nicht so lief, wie man sich das vielleicht gewünscht hat. Und ja, ich habe Vali so sehr gefühlt, als ihre Freundin sagte:,, Aber sie ist doch deine Mutter!" Ja!! Wenn ich mich doch erwartungsgemäß wie eine Tochter verhalten soll, warum wird das nicht andersrum auch erwartet. Warum haben Mütter das Recht, dich so zu behandeln und warum sollte ich das nicht spiegeln dürfen? Ich bin selber Mutter von 2 Kindern und kann nur versuchen es besser zu machen. In diesem Sinne ...ein Hoch auf alle Mamis, die ihrem Herzen folgen!

Es beeindruckt mich immer wieder, wie talentiert Menschen sind und was sie für wunderschöne (Debüt)-Romane schreiben können. »Wir sitzen im Dickicht und weinen« ein ein Roman über das Mutter-sein. Es geht um starke Frauen, Traumata, Grenzen setzen und für sich einstehen. Dieses Buch hat einen wunderschön melancholischen Schreibstil. Es ist spannend, wie intensiv 200 Seiten sein können und wie die Geschichte dich voll und ganz mitnimmt. Die Geschichte bekommt von mir 3,5/5🌟, weil ich manchmal extrem durcheinander gekommen bin mit mehreren Charakteren und ich so manche Zusammenhänge bis zum Schluss nicht verstanden habe. Dennoch eine Weiterempfehlung!💘
"Warum verklärt der drohende Tod die Dinge so stark, fragt niemand danach, was bisher geschah, darf nicht mehr logisch gedacht werden? Ich habe dafür, die Tochter meiner Mutter zu sein, einen hohen Preis gezahlt. Nicht ich schulde Mama was, sondern sie mir." (S. 130) Valerie ist eine alleinerziehende, (über)besorgte Mutter eines Teenagers und Tochter einer damals ebenfalls Alleinerziehenden. Zwischen Valerie und ihrer Mutter Christina ächzt es gewaltig. Sowohl Vorwürfe als auch Unausgesprochenes dominieren ihre schwierige Beziehung. Als Christina schwer erkrankt und Valeries Sohn Tobi sich für ein Auslandsjahr entscheidet, steht Valerie plötzlich zwischen ihren beiden Rollen. Mit "Wir sitzen im Dickicht und weinen" ist Felicitas Prokopetz eine Familiengeschichte gelungen, die - wie so oft - nur rückwärts verstanden werden kann. In mehreren Erzählsträngen bis weit in die Vergangenheit sucht sie Erklärungen für die dysfunktionale Beziehung zwischen Valerie und ihrer Mutter und was die Abwesenheit des Vaters bedeutet. Sie beschreibt einen Abnabelungsprozess, der auch die Vorstellung, alles im Griff haben zu müssen, beinhaltet. Es ist ein Roman über vererbtes Schweigen: das Schweigen über Schicksalsschläge, Gewalt und Traumata. Denn was den Großmüttern passiert, tragen sie weiter und eine unsichtbare Last liegt damit auf zukünftigen Generationen. Wer keine Nähe erfährt, kann auch keine Nähe geben. Vor allem aber ist es ein Roman übers Mutter- und Tochtersein, über enttäuschte Erwartungen und wie wichtig es ist, einfach mal die Wahrheit zu sagen. Prokopetz zeigt zudem, dass es Themen wie unbezahlte Care-Arbeit, Mental Load und postnatale Depression schon immer gab und keine Phänomene der heutigen Zeit sind. "Ein kluger, vielschichtiger Roman, der traurig-schön davon erzählt, was Familie mit uns macht", sagt Caroline Wahl. So wahr!
Man gebe mir einen Stammbaum! 😤
Ein sehr guter Roman! Ich wünschte nur man würde für die erste Hälfte einen Stammbaum bekommen. Am Anfang habe ich nicht verstanden, wer wer ist und wer jetzt die Mutter von welcher Tochter ist. Das hat mich so gestresst. Besonders weil zwei Charaktere wirklich ähnlich heißen und zwei Männer sogar gleich(!?). 🫣 Ab der Hälfte hab ich es dann langsam verstanden … richtig unnötig einfach. Sonst ist es eine richtig starke und wichtige Geschichte über Mutter-Tochter Beziehungen und die Rolle der Frau im 19. Jahrhundert. Fand ich richtig gut! Ohne diese Verwirrung hätte ich 4,5 Sterne gegeben.

„Wir sitzen im Dickicht und weinen“ ist ein Roman, der schonungslos und unaufgeregt über komplexe Mutter-Tochter-Beziehungen und die Bedeutung der Mutterrolle für Frauen in unterschiedlichen Generationen berichtet. Ich mochte das Buch vor allem wegen des Themas. Mir persönlich waren die vielen unterschiedlichen Protagonisten sowie deren Verwandtschaftsverhältnis jedoch zu kompliziert für ein insgesamt kurzes Buch. Mich hat das Lesen deswegen sehr angestrengt, sodass ich gemessen an der Seitenzahl ungewöhnlich lange gebraucht habe, um es zu beenden. Es hat mich auch überwiegend sehr betrübt, stellenweise auch tief erschüttert, sodass ich es keinesfalls für eine kleine Lektüre für zwischendurch empfehlen würde. Nichtsdestotrotz auf jeden Fall lesenswert - allein aufgrund des Themas, das sicherlich viele Frauen und Mütter umtreibt.
Sprachlich einfach schön „Wir sitzen im Dickicht und weinen“ - was für ein schöner Titel. Und was für ein schönes Buch. Sprachlich ganz stark und wunderbar gezeichnet, diese Beziehung zur Mutter, die man irgendwie nicht ganz erklären kann, die mal so und dann mal so ist. Verschiedene Generationen lernen wir in verschiedenen Zeiten kennen, was dazu führt, dass wir jede Mutter ein bisschen mehr verstehen können. Und auch die Väter spielen eine kleine Rolle, denn wieso ist das Verhältnis einfacher und die Ansprüche an jene so viel geringer? Manchmal war mir der Geschehenswechsel ein wenig zu viel, und ich konnte nicht mehr einordnen, wer denn nun wer ist (in dem Stammbaum). Das fand ich ein wenig schade, weil der Überblick da finde ich schon wichtig ist, um auch die Verwandten besser zu verstehen. Vielleicht habe ich da aber auch einfach nicht so gut aufgepasst. Alles in allem ein sehr empfehlenswerter Debüt-Roman und ich freue mich auf alles, was noch folgt. Schön!



































