Hitzetage
Buy Now
By using these links, you support READO. We receive an affiliate commission without any additional costs to you.
Description
Book Information
Author Description
Oisín McKenna, geboren 1991, aufgewachsen in Drogheda (Irland), lebt in London. Er hat zahlreiche Theaterstücke und Essays geschrieben. 2017 wurde er von der Irish Times als einer der besten Spoken-Word-Künstler des Landes bezeichnet. Für seinen hochgelobten Debütroman „Evenings and Weekends“ (2022, dt.: „Hitzetage“, 2026) erhielt er das Next-Generation-Stipendium des Arts Council of Ireland (2020) und den London Writers Award 2022.
Posts
Gefühle im Hitzeflimmern
Flirrend ist das richtige Wort für Hitzetage: flirrend die Seiten durch die man fliegt, flirrend London, das unter der trägen Hitze der Sommertage vibriert; flirrend die Geheimnisse der Protagonist:innen, die zwischen Asphalt, Partys und stillen Küchen flackern; flirrend auch die Gefühle, die sich nie ganz greifen lassen und doch überall spürbar sind. Der Rest des Romans fühlt sich an wie ein Gruppenchat im Sommer, nur mit besserem Timing und mehr emotionaler Fallhöhe: mehrere Figuren, mehrere Lebensentwürfe, alle irgendwo zwischen „Ich hab mein Leben im Griff“ und „Warum google ich um drei Uhr nachts Sinnfragen?“. Dieses diffuse Mitte-30-Gefühl – zu alt für Ausreden, zu jung für Resignation – trifft herrlich ins Schwarze. Ja, die Handlung dreht stellenweise dramatisch auf, nicht alles davon ist klassischer Alltag. Aber die Gefühle dahinter? Bestens bekannt: das leise Ziehen im Bauch, wenn man sich vergleicht, das Schwanken zwischen Größenwahn und Selbstzweifel, die große Frage, ob Erwachsensein bedeutet, Antworten zu haben oder einfach nur bessere Snacks. Und genau darin liegt der Charme: Das Buch ist queer, witzig, manchmal ein bisschen frech und dabei erstaunlich zärtlich mit seinen Figuren. Man fühlt sich gesehen, ein kleines bisschen ertappt – und ziemlich gut unterhalten. Unterm Strich: ein Roman wie ein heißer Abend mit viel Gelächter und genau den richtigen Gesprächen – ein Buch, das versteht und unterhält.
Das war für mich ein Buch, das sich sofort richtig angefühlt hat. Nicht, weil es glücklich ist – das ist es oft nicht. Sondern wegen der Figuren und wegen der Sprache. Der Schreibstil liest sich so, wie meine Gedanken funktionieren. Genau deshalb habe ich das Buch so schnell gelesen. Ich habe mich in den Charakteren wiedergefunden, obwohl ihre Situationen teilweise weit weg von meinem eigenen Leben sind. Aber in ihrem inneren Kern – in der Unsicherheit, im Suchen, im Gefühl, irgendwo zwischen Freiheit und dem Wunsch nach Stabilität festzustecken – da war sehr viel Wiedererkennen. Es geht um meine Generation: Late Millennials, frühe Gen Z, Menschen, die kreativ sein wollen, aber in einer Realität leben, die das oft kaum zulässt. Was ich besonders mochte, war die Selbstverständlichkeit, mit der queere, verletzliche, emotionale Menschen gezeigt werden. Ohne großes Erklären, ohne Drama, ohne Klischees. Einfach als Teil des Lebens.
Ein Buch, das sich wie eine gute Sitcom anfühlt
Hitzewelle in London, ein gestrandeter Wal, Gesellschaftskritik und chaotische Leben. Oisín McKenna schafft in dieser Geschichte eine ganz besondere Stimmung, die sich durch Worte gar nicht richtig einfangen lässt. Ich habe jede einzelne Seite genossen und mochte das Buch gar nicht weglegen. Für mich die perfekte Sommer Lektüre.

Ein Hitzewochenende in London
Ein Hitzewochenende im Juni in London. Junge Erwachsene, die mit ihrem Leben und dem Erwachsensein struggeln. Ein urbanes, queeres Setting, das immer wieder durch einen Wal in der Themse aufgelockert wird. Der Wal war auch tatsächlich mein Highlight des Buches 🐋 Ansonsten plätschert die Handlung so die Themse hinunter, es tut sich gleichermaßen viel wie wenig und man fragt sich am Ende: Ist das wirklich alles nur an einem Wochenende passiert? Was das Buch ist: eine Sozialstudie. Was dem Buch fehlt: Spannungsbogen und Handlung. Vielleicht braucht das eine Sozialstudie aber auch nicht.
Ich wusste nicht, was mich erwartet ...
Ich habe in der Buchhandlung nach diesem Buch gegriffen und es hauptsächlich mitgenommen, weil es im ersten Satz um einen Wal geht und der Klappentext queere Figuren versprach - so leicht bin ich also rumzukriegen 😁 Erst hat sich das Buch auch wirklich angefühlt wie ein Fiebertraum - sehr passend zum Titel. Doch je länger ich las, desto mehr wuchsen mir die einzelnen Figuren ans Herz. Ich kann gar nicht sagen, wen ich am liebsten habe. Vielleicht Rosaleen, oder Phil. Aber auch Ed hat mich sehr bewegt. Es ist kein lautes Buch. Keins voller Action, sondern gefüllt mit den Problemen kleiner Menschen, die doch so schwer wiegen. Der Schreibstil ist kurz, schroff, ehrlich und ich mochte ihn sehr. Ich weiß nicht, ob dieses Buch für jeden etwas ist, doch ich habe es sehr genossen ♥️
S. 129: „Plötzlich befindet man sich auf dem absteigenden Ast. Erst letztes Jahr hat sie hinaufgeblickt, da war die Spitze des Baumes nicht mal zu sehen. Jetzt, wo sie den Ast hinunterrutscht, wird ihr klar, dass sie den Wipfel längst erreicht und es nicht einmal bemerkt hatte! Nicht einmal eine Pause hatte sie eingelegt, um die Aussicht zu genießen oder sich dafür zu beglückwünschen, es bis ganz nach oben geschafft zu haben.“
Emotional und sehr poetisch geschrieben, dennoch manchmal verwirrend
4 Millennials in London versuchen an einem besonders heißen Wochenende mit ihrem Leben klarzukommen. Zwischen Existenzangst, Selbstfindung, Erkundung der Sexualität, dem Elternwerden und Partys. Gebrochen durch die Reflexion zweier Gen X Eltern mit ihrer eigenen Sicht auf die Welt und eigenen Problemen. Es gibt komische Momente, sehr erotische Momente. Im ganzen aber eine gute Reflexion der Situation einer ganzen Generation. Über gebrochene Erwartungen, die man als Kind eingepflanzt bekommen hat und den Umgang mit dem Scherbenhaufen der Hoffnung auf die eigene rosige Zukunft und heile Welt. Ich konnte Lachen, oft schmunzeln, mich der Erotik hingeben, mit den Augenrollen und den Tränen nah sein. Ein tolles Buch, dass eine Stimmung gut einfängt und zur Reglexion der eigenen Wirklichkeit anregt. Dazu eine hoch optische bildhafte Sprache, die mich, wenn auch manchmal verwirrt, aber extrem in ihren Bann gezogen hat.
Angenehm zu lesen
Der Roman hat mir ganz gut gefallen, aber damit ist eigentlich auch fast alles gesagt. Ich mochte die Charaktere nicht wirklich und finde, sie waren in ihrer Beschreibung nicht konsistent. Zeitweise war es mir etwas langweilig und ich konnte mich nie so hundertprozentig für die Handlung erwärmen. Zwischendurch löste das Buch trotzdem ein paar Gefühle in mir aus, Glück, Melancholie, Ärger.. und es war sehr queer, was ich persönlich sehr schön fand.
Description
Book Information
Author Description
Oisín McKenna, geboren 1991, aufgewachsen in Drogheda (Irland), lebt in London. Er hat zahlreiche Theaterstücke und Essays geschrieben. 2017 wurde er von der Irish Times als einer der besten Spoken-Word-Künstler des Landes bezeichnet. Für seinen hochgelobten Debütroman „Evenings and Weekends“ (2022, dt.: „Hitzetage“, 2026) erhielt er das Next-Generation-Stipendium des Arts Council of Ireland (2020) und den London Writers Award 2022.
Posts
Gefühle im Hitzeflimmern
Flirrend ist das richtige Wort für Hitzetage: flirrend die Seiten durch die man fliegt, flirrend London, das unter der trägen Hitze der Sommertage vibriert; flirrend die Geheimnisse der Protagonist:innen, die zwischen Asphalt, Partys und stillen Küchen flackern; flirrend auch die Gefühle, die sich nie ganz greifen lassen und doch überall spürbar sind. Der Rest des Romans fühlt sich an wie ein Gruppenchat im Sommer, nur mit besserem Timing und mehr emotionaler Fallhöhe: mehrere Figuren, mehrere Lebensentwürfe, alle irgendwo zwischen „Ich hab mein Leben im Griff“ und „Warum google ich um drei Uhr nachts Sinnfragen?“. Dieses diffuse Mitte-30-Gefühl – zu alt für Ausreden, zu jung für Resignation – trifft herrlich ins Schwarze. Ja, die Handlung dreht stellenweise dramatisch auf, nicht alles davon ist klassischer Alltag. Aber die Gefühle dahinter? Bestens bekannt: das leise Ziehen im Bauch, wenn man sich vergleicht, das Schwanken zwischen Größenwahn und Selbstzweifel, die große Frage, ob Erwachsensein bedeutet, Antworten zu haben oder einfach nur bessere Snacks. Und genau darin liegt der Charme: Das Buch ist queer, witzig, manchmal ein bisschen frech und dabei erstaunlich zärtlich mit seinen Figuren. Man fühlt sich gesehen, ein kleines bisschen ertappt – und ziemlich gut unterhalten. Unterm Strich: ein Roman wie ein heißer Abend mit viel Gelächter und genau den richtigen Gesprächen – ein Buch, das versteht und unterhält.
Das war für mich ein Buch, das sich sofort richtig angefühlt hat. Nicht, weil es glücklich ist – das ist es oft nicht. Sondern wegen der Figuren und wegen der Sprache. Der Schreibstil liest sich so, wie meine Gedanken funktionieren. Genau deshalb habe ich das Buch so schnell gelesen. Ich habe mich in den Charakteren wiedergefunden, obwohl ihre Situationen teilweise weit weg von meinem eigenen Leben sind. Aber in ihrem inneren Kern – in der Unsicherheit, im Suchen, im Gefühl, irgendwo zwischen Freiheit und dem Wunsch nach Stabilität festzustecken – da war sehr viel Wiedererkennen. Es geht um meine Generation: Late Millennials, frühe Gen Z, Menschen, die kreativ sein wollen, aber in einer Realität leben, die das oft kaum zulässt. Was ich besonders mochte, war die Selbstverständlichkeit, mit der queere, verletzliche, emotionale Menschen gezeigt werden. Ohne großes Erklären, ohne Drama, ohne Klischees. Einfach als Teil des Lebens.
Ein Buch, das sich wie eine gute Sitcom anfühlt
Hitzewelle in London, ein gestrandeter Wal, Gesellschaftskritik und chaotische Leben. Oisín McKenna schafft in dieser Geschichte eine ganz besondere Stimmung, die sich durch Worte gar nicht richtig einfangen lässt. Ich habe jede einzelne Seite genossen und mochte das Buch gar nicht weglegen. Für mich die perfekte Sommer Lektüre.

Ein Hitzewochenende in London
Ein Hitzewochenende im Juni in London. Junge Erwachsene, die mit ihrem Leben und dem Erwachsensein struggeln. Ein urbanes, queeres Setting, das immer wieder durch einen Wal in der Themse aufgelockert wird. Der Wal war auch tatsächlich mein Highlight des Buches 🐋 Ansonsten plätschert die Handlung so die Themse hinunter, es tut sich gleichermaßen viel wie wenig und man fragt sich am Ende: Ist das wirklich alles nur an einem Wochenende passiert? Was das Buch ist: eine Sozialstudie. Was dem Buch fehlt: Spannungsbogen und Handlung. Vielleicht braucht das eine Sozialstudie aber auch nicht.
Ich wusste nicht, was mich erwartet ...
Ich habe in der Buchhandlung nach diesem Buch gegriffen und es hauptsächlich mitgenommen, weil es im ersten Satz um einen Wal geht und der Klappentext queere Figuren versprach - so leicht bin ich also rumzukriegen 😁 Erst hat sich das Buch auch wirklich angefühlt wie ein Fiebertraum - sehr passend zum Titel. Doch je länger ich las, desto mehr wuchsen mir die einzelnen Figuren ans Herz. Ich kann gar nicht sagen, wen ich am liebsten habe. Vielleicht Rosaleen, oder Phil. Aber auch Ed hat mich sehr bewegt. Es ist kein lautes Buch. Keins voller Action, sondern gefüllt mit den Problemen kleiner Menschen, die doch so schwer wiegen. Der Schreibstil ist kurz, schroff, ehrlich und ich mochte ihn sehr. Ich weiß nicht, ob dieses Buch für jeden etwas ist, doch ich habe es sehr genossen ♥️
S. 129: „Plötzlich befindet man sich auf dem absteigenden Ast. Erst letztes Jahr hat sie hinaufgeblickt, da war die Spitze des Baumes nicht mal zu sehen. Jetzt, wo sie den Ast hinunterrutscht, wird ihr klar, dass sie den Wipfel längst erreicht und es nicht einmal bemerkt hatte! Nicht einmal eine Pause hatte sie eingelegt, um die Aussicht zu genießen oder sich dafür zu beglückwünschen, es bis ganz nach oben geschafft zu haben.“
Emotional und sehr poetisch geschrieben, dennoch manchmal verwirrend
4 Millennials in London versuchen an einem besonders heißen Wochenende mit ihrem Leben klarzukommen. Zwischen Existenzangst, Selbstfindung, Erkundung der Sexualität, dem Elternwerden und Partys. Gebrochen durch die Reflexion zweier Gen X Eltern mit ihrer eigenen Sicht auf die Welt und eigenen Problemen. Es gibt komische Momente, sehr erotische Momente. Im ganzen aber eine gute Reflexion der Situation einer ganzen Generation. Über gebrochene Erwartungen, die man als Kind eingepflanzt bekommen hat und den Umgang mit dem Scherbenhaufen der Hoffnung auf die eigene rosige Zukunft und heile Welt. Ich konnte Lachen, oft schmunzeln, mich der Erotik hingeben, mit den Augenrollen und den Tränen nah sein. Ein tolles Buch, dass eine Stimmung gut einfängt und zur Reglexion der eigenen Wirklichkeit anregt. Dazu eine hoch optische bildhafte Sprache, die mich, wenn auch manchmal verwirrt, aber extrem in ihren Bann gezogen hat.
Angenehm zu lesen
Der Roman hat mir ganz gut gefallen, aber damit ist eigentlich auch fast alles gesagt. Ich mochte die Charaktere nicht wirklich und finde, sie waren in ihrer Beschreibung nicht konsistent. Zeitweise war es mir etwas langweilig und ich konnte mich nie so hundertprozentig für die Handlung erwärmen. Zwischendurch löste das Buch trotzdem ein paar Gefühle in mir aus, Glück, Melancholie, Ärger.. und es war sehr queer, was ich persönlich sehr schön fand.













