Ein Schrei im Ozean

Ein Schrei im Ozean

Hardback
4.736

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Description

Ein aufwühlender Roman über Liebe, Lebensentscheidungen und moderne Machenschaften auf See

»Ein Buch mit Suchtpotential«
France Inter

Thailand, an einem Dezemberabend. Arun findet Zuflucht in einer Bar in einem kleinen Fischerhafen, nachdem er sich mit seinem Freund Olivier gestritten hat. Ein Mann bietet ihm einen Drink an. Ein paar Stunden später wacht er auf einer Matratze in einem verschlossenen Raum auf, ohne Papiere und Handy. Im Laderaum eines Fischerbootes auf offener See.
Olivier, der seit dem Streit keine Nachricht mehr von Arun erhalten hat, glaubt, dass dieser sich entschieden hat, zu verschwinden. Zurück in Paris jedoch stößt er auf ein Notizbuch, das sein Freund hinterlassen hatte. Was er dort liest, lässt ihn an seiner Überzeugung zweifeln und er begibt sich auf die Suche nach ihm.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Hardback
Pages
440
Price
26.80 €

Author Description

Benoit d’Halluin, 1984 in Toronto geboren und in Frankreich aufgewachsen, lebt heute in Paris. Neben seinem Wirtschaftsstudium absolvierte er eine Ausbildung in Kunstgeschichte an der École du Louvre.

Characteristics

1 reviews

Mood

Sad
Funny
Scary
Erotic
Exciting
Romantic
Disturbing
Thoughtful
Informative
Heartwarming
90%
N/A
60%
N/A
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25%

Protagonist(s)

Likable
Credible
Developing
Multifaceted
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Pace

Fast0%
Slow0%
Moderate0%
Variable100%

Writing Style

Simple0%
Complex100%
Moderate0%
Bildhaft (100%)Außergewöhnlich (100%)

Posts

19
All
5

Spannend, kurzweilig, aber auch erschütternd...

Dieses Buch ist so schnell gelesen. Durch die kurzen Kapitel und verschiedenen POVs macht das Lesen keine Mühe. Der Inhalt ist dafür umso härter...danach hat man kaum noch Appetit auf Fisch. Unfassbar, dass diese Thematik nicht bekannter ist. 😔 Lest alle dieses Buch!.

5

Mein Jahreshighlight

Wow. Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll, dieses Buch hat mich total mitgenommen. Herzzerreißend, aufwühlend, schockierend, aber gleichzeitig sooo wichtig! Ich habe es auf der Buchmesse mitgenommen und war sehr gespannt darauf, weil der Text zum Inhalt sehr kurz war und ich noch nicht wirklich wusste was mich erwartet. Das Buch ist definitiv kein „schönes“ Buch im klassischen Sinne, dafür ist das Thema zu ernst und zu real. Aber genau das macht es auch so stark. Es klärt auf und das auf eine leise, aber eindringliche Weise. Ich hab wirklich beim Lesen gemerkt, wie sehr mich die Geschichte berührt und zum Nachdenken gebracht hat. Für mich ganz klar ein Jahreshighlight. Und ganz ehrlich: Das Buch selbst ist auch einfach ein kleines Kunstwerk. Es ist wunderschön gebunden, eines meiner schönsten Bücher im Schrank.🌊 Wer sich ein Buch wünscht, das bewegt und bleibt, bitte lesen. Wirklich🥺

Mein Jahreshighlight
5

Puh, was für ein Buch!!! Sehr erschütternd, aufwühlend und zum Nachdenken anregend. Was mit dem Fischfang in Sachen Tier- und Umweltschutz alles schiefläuft ist mir schon lange bewusst. Deshalb verzichte ich schon seit Jahrzehten auf jeglichen Verzehr von Fisch und Meeresfrüchten, lange bevor ich zum Vegetarier wurde. Außerdem finde ich die Unterwasserwelt als begeisterter Taucher viel zu faszinierend als dass ich mich daran bedienen könnte. Dass es allerdings echte Sklaverei in der Branche gibt war mir völlig neu und hat mich ziemlich schockiert. Wen dieses Buch kalt lässt und wer danach noch Fisch isst, dem ist nicht zu helfen. An alle die es immer noch nicht begriffen haben: Ohne Meer kein Leben!

5

erschütternd, dramatisch, authentisch

Eine reale und literarisch mitreißende Verstrickung mehrerer erschütternder Themen. ‚Ein Schrei im Ozean’ ist rau und aufwühlend. Ich musste beim Lesen immer wieder Pausen einlegen, um Abstand zu der Schwere dieses Buchs zu gewinnen. Dass unveränderte Tagebucheinträge die Liebe zweier Männer und Arun’s Leiden unzensiert darstellen, lässt dieses Buch nahezu lebendig werden. Die zwischenmenschlichen Handlungen sind erzählerisch so geschickt in die Auseinandersetzung mit Sklaverei auf See und der Ausbeutung unserer Meere eingebettet, dass dieses Buch trotz des Unschönen durch und durch stimmig ist. Wirklich empfehlenswert. Meiner Meinung nach ein wichtiger Aufruf sich diesen Themen zu widmen und nicht weiter wegzuschauen.

erschütternd, dramatisch, authentisch
4

Überfischung der Meere, Sklaverei, Familienzerwürfnis, queere Liebesgeschichte

...all das sind die Themen dieses Romans. Das Tempo führt einen ab Seite eins in die Geschichte und lässt nicht los. Phasenweise war ich mir unsicher, was das Buch eigentlich möchte. Aber die Intention wird klarer und klarer. Zum Schluss erklärt der Autor selbst, warum er dieses Buch schreiben musste. Aufgrund der Aktualität und des Umweltgedankens empfehle ich sehr, das Buch zu lesen.

5

Arun und Olivier verbringen zusammen einen Urlaub in Thailand. Olivier ist Franzose, definiert sich durch seine Arbeit und hat Arun vor ein paar Jahren im Urlaub kennengelernt. Arun ist aus Kambodscha. Durch Olivier lernt er das schillernde und komfortable Leben in Paris kennen. Um Geld muss er sich keine Sorgen mehr machen aber er wirkt zunehmend unglücklicher. Ein Streit im Urlaub eskaliert, Arun geht und trennt sich von Olivier. Er landet in einer Bar, bekommt einen Drink angeboten und landet auf einem Fischerboot. Olivier ahnt nichts davon. Dieser Roman basiert auf wahren Begebenheiten, von denen ich bisher noch gar nichts wusste. Es geht um Sklaverei auf den Fischerbooten in Thailand. Was dort auf den Meeren passiert, damit wir günstig unsere Garnelen usw. essen können, ist einfach unfassbar. So viele Männer/Jungs werden versklavt, andere Meeresbewohner gequält. Unser Ozean stirbt langsam. Das musste ich zwischendurch immer erstmal sacken lassen. Ein brutal ehrlicher Roman, der viele Themen bietet und mich von Anfang an gefesselt hat. Als Leser wird man sofort in die Story geworfen. Die Spannung steigerte sich zum Ende immer weiter. Zwischendurch gab es auch noch einige nachdenkliche Passagen. Erzählt wird abwechselnd aus verschiedenen Perspektiven und in unterschiedlichen Zeitsträngen. Das war für mich alles schlüssig und nachvollziehbar. Der Schrecken, den Arun auf dem Meer erlebt, ist so authentisch und präzise beschrieben. Da war ich komplett weg und im Buch versunken. Die Mischung aus persönlichem Schicksal und gesellschaftlichen Themen ist hier ganz wunderbar gelungen. Dazu noch kraftvoll und bewegend geschrieben. Ein grandioser Roman über Ausbeutung, Machtmissbrauch, kaputte Seelen und die Zerstörung der Meere. Das Cover ist ein absoluter Traum, der Inhalt eher ein Albtraum. Der Roman hat es in sich, kostet viele Nerven aber er lohnt sich und er bleibt im Kopf. Bekommt eine große Empfehlung von mir.

4.5

Schrei der Auflehnung

Nach einem heftigen Streit im Urlaub verlässt Arun in Thailand seinen langjährigen Freund Olivier. Dieser kehr ohne ihn nach Frankreich zurück, sicher dass dieser ihn verlassen und ein neues Leben angefangen hat. Doch Arun hat ihn nicht verlassen. Er wurde entführt und kämpft nun auf hoher See als Sklave eines Fischerbootes ums überleben. Wird er diesem Martyrium entkommen? Dieser Roman ist kein Buch das unterhält, sondern das beängstigend und bedrückend die Realität unserer Ozeane, ihr Sterben, aufzeigt. Und nicht nur das. Sondern auch die menschliche Grausamkeit in der Fischereiindustrie um unsere Nimmersatten Mäuler zu stopfen, obwohl das Meer schon leer und ausgelaugt vor uns liegt. Es verbindet eindrücklich und fesselnd die menschliche Tragödie der modernen Sklaverei verbunden mit der globalen Krise, in der wir alle stecken und die uns zur Ausbeutung unserer gesamten Umwelt, besonders die des Ozeans treibt. Einmal in dem Buch, entwickelt es einen Sog dem man sich schwer entziehen kann. Trotz der bedrückenden und schweren Themen, bleiben die Charaktere lebendig und nahbar und erzählen von ihren eigenen Schuldgefühlen, Hoffnungen und der Liebe- auch der unendlichen Liebe zum Meer. Ein beeindruckendes Buch, das aufrüttelt, nachdenklich stimmt und Fragen nach der eigenen Verantwortung und Menschlichkeit aufwirft.

5

Erschütternd, wichtig und erschreckend aktuell

Wow – was für ein wichtiges, spannendes und erschütterndes Buch. Der Zusammenhang zwischen Menschenhandel und Fischerei war mir zuvor überhaupt nicht bewusst. Umso mehr hat mich dieses Thema getroffen und zum Nachdenken gebracht. Gleichzeitig sind die Figuren unglaublich lebendig gezeichnet – mit Ecken und Kanten, Schwächen und liebevollen Seiten. Genau das macht sie so glaubwürdig. Ein Schrei im Ozean ist ein Buch, das wachrüttelt, berührt und lange nachhallt. Mich hat es sehr beeindruckt.

5

EIN SCHREI IM OZEAN Benoit d’Halluin ET: 6.6.2025 Der Franzose Oliver und sein kambodschanischer Freund Arun leben seit sieben Jahren in Paris. Kennengelernt haben sie sich in einem Restaurant, in dem Arun als Kellner arbeitete. Nachdem Arun zu Oliver gezogen war, wollte dieser nicht mehr, dass sein Freund arbeitet – also hütete Arun das Appartement und langweilte sich zunehmend. Zum ersten Mal reisen sie gemeinsam nach Pattaya, Thailand, damit Arun seine Familie im benachbarten Kambodscha besuchen kann. Als er aus seinem Heimatdorf zurückkehrt, erfährt er, dass Oliver ihn in dieser Zeit mit einem Prostituierten betrogen hat. Ein heftiger Streit eskaliert. Arun verlässt wütend das Restaurant, schreibt Oliver eine letzte Nachricht, blockiert ihn und fährt mit dem Taxi in den kleinen Fischerhafen Bang Saray. Dort spricht ihn ein Fremder an, spendiert ihm Drinks – und wenig später erwacht Arun im Laderaum eines Fischerbootes, mitten auf dem Ozean. Arun ist einer von über 200.000 Zwangsarbeitern, die in Thailands Fischfangflotte – der viertgrößten der Welt – festgehalten werden. Ob er und Oliver sich jemals wiedersehen, müsst ihr selbst herausfinden. Benoît d’Halluin erzählt die Geschichte aus wechselnden Perspektiven und auf mehreren Zeitebenen – und entlarvt dabei schockierende Praktiken der Fischerei, die nicht nur Menschenleben zerstören, sondern auch zur Überfischung der Meere beitragen. Obwohl ich seit mehr als 25 Jahren in Thailand lebe, hatte ich keine Ahnung, was sich nur 1,5 Stunden von meinem Zuhause abspielt. Ich wusste nicht, dass es dort Leinenlängen von bis zu 70 Kilometern(!!!) gibt – in der EU sind nur 10 Kilometer erlaubt! Unfassbar! Wusstet ihr, dass Fischer täglich das Fünfhundertfache des Erddurchmessers mit Netzen auslegen? Dies ist mein zweites Buch von Benoît d’Halluin. Den Vorgänger habe ich geliebt – aber dieses Buch geht tiefer, schmerzt, macht wütend, zeigt mir meine Machtlosigkeit auf und muss deshalb unbedingt gelesen werden. Ein echter Pageturner und für mich ein #Highlight. LEST DIESES BUCH! Und sorgt dafür, dass dieser Schrei im Ozean gehört wird! 5+/5 Übrigens: Die Bücher des @verlag_karlrauch sind mit ihrer strukturierten Oberfläche („Peywave“) ohnehin wunderschön – doch dieses Cover mit seinen Wellen ist kaum zu übertreffen. Vielen Dank an #KarlRauch und @benoit.d.h 🌊💙

Post image
4

Zwischen Hoffnung und Ozean. 🌊

Als Arun nach einem Streit in Thailand verschwindet, landet er unfreiwillig auf einem Fischerboot und wird hineingezogen in ein System von moderner Sklaverei und gnadenlosen Fangflotten. Sein Partner Olivier entdeckt daraufhin ein Notizbuch, das Hinweise auf Aruns Schicksal gibt, und begibt sich auf eine verzweifelte Suche über Ozeane hinweg. Die Idee hinter dem Buch hat mich sofort überzeugt und besonders die zweite Hälfte war richtig spannend und emotional. Die Geschichte entwickelt einen starken Sog. Gleichzeitig waren mir die vielen detaillierten Infos zur Fischerei und die teils sehr deutliche, versteckte Kritik an Fischkonsum und Umweltverschmutzung stellenweise etwas zu viel. Das hat meinen Lesefluss gebremst und dem Roman zwischendurch Längen gegeben. Das Buch ist aber definitiv eines der schönsten Bücher in meinem Bücherregal - das Cover und die Haptik sind ein echtes Highlight. 📖✨

Zwischen Hoffnung und Ozean. 🌊
4

Nicht immer im richtigen Fahrwasser

Der Roman überzeugt vor allem durch seine spannende und relevante Thematik. Menschenhandel und Sklaverei auf hoher See werden sehr eindringlich erzählt. Besonders gelungen ist die Verbindung mit den ökologischen Fragen rund um Überfischung und die Ausbeutung der Ozeane – so entsteht ein vielschichtiges Bild, das sowohl gesellschaftliche als auch ökologische Missstände sichtbar macht. Etwas schwächer fand ich den ökologischen Handlungsstrang, der stellenweise zu langatmig und ohne Ziel wirkte. Auch die Liebesgeschichte zwischen Oliver und Arun erreicht für mich nicht die Intensität des Vorgängers „Nacht ohne Morgen“. Die Verknüpfung beider Romane über einzelne Figuren empfand ich zudem als unnötig und das sehr rasante Ende ließ die Geschichte etwas konstruiert erscheinen. Trotz dieser kleinen Schwächen ist „Ein Schrei im Ozean“ ein spannender Roman, der wichtige Themen aufgreift und insgesamt absolut lesenswert bleibt.

Nicht immer im richtigen Fahrwasser
5

📖Arun und Olivier machen in Thailand Urlaub, doch mitten in der Idylle haben beide einen Streit und Arun verlässt das Hotel, blockiert Olivier in seinem Handy und fährt in die Nacht. Er landet in einer Bar, glaubt seinen Ex-Freund Liam dort zu sehen, doch es ist ein Fremder, der ihn auf einen Drink einlädt. Nach drei Getränken verliert Arun das Bewusstsein und wacht auf einem Boot mitten auf dem Ozean auf. Eingepfercht in einen engen Raum mit anderen Männern. ✏️Während Arun irgendwo im Nirgendwo auf dem Meer tagtäglich schuften muss, gedemütigt, geschlagen, beleidigt und gefoltert wird, anfangs hofft, das ist alles nur ein Missverständnis, doch dann einfach nur ums nackte Überleben kämpft und in einem Notizbuch alle Gräueltaten festhält -"Alles muss raus, … dieses Grauen, das in mir schreit." - lesen wir abwechselnd dazu Kapitel über Olivier und sein Leben nach Aruns Verschwinden, sowie Kapitel aus der Perspektive von Oliviers Schwester, die in der Kindheit beginnen. Das hat mich anfangs etwas aus dem Konzept gebracht, doch es fügt sich alles wunderbar zusammen und ich fand diese Wechsel stilistisch sehr gelungen. ✏️Die Gefühle über Aruns Schicksal, und das Tausender anderer, macht nicht nur betroffen, es macht schlichtweg wütend und fassungslos. Wie können Menschen anderen Menschen (und letztendlich auch Tieren) so etwas antun? Und was können wir dagegen tun? Ein Roman über Menschenhandel und Sklaverei, Überfischung, bestialische Tierquälerei, das Sterben unserer Ozeane, der Riffe und letztendlich Zerstörung des eigenen Lebensraums. Fischereiindustrie und örtliche Behörden sehen weg oder sind schlimmstenfalls geschmiert und involviert. Was d'Halluin hier beschreibt, beruht auf wahren Begebenheiten. Und das macht es umso grausamer. ❗️Ein Buch, das den Leser schonungslos aufrüttelt, die Augen öffnet, informiert. Ein Buch, das man in all seiner Brutalität aushalten muss. Ein Buch, das man lesen muss.

5

Aufwühlend

Ein wahnsinnig gutes und gleichzeitig grauenvolles Buch. Ich konnte es teilweise sehr schwer ertragen. Einfach weil es teilweise auf wahren Begebenheiten beruht und eben kein (komplett) ausgedachter Thriller ist. Ich werde definitv noch weniger Fisch essen und schauen, aus welcher Region sie kommen 🙈

5

»Die Zerstörung der Ozeane ist so einfach. Die Welt der Stille ist zum Massaker der Stille geworden.«

Als Arun beschließt, sich nach langjähriger Beziehung, während eines Urlaubs in Thailand, von seinem Freund Olivier zu trennen und dies auch noch sehr abrupt, versteht dieser die Welt nicht mehr. Arun ist selbst mit seinen Gefühlen überfordert und lässt sich mit einem Taxi umherfahren und möchte aussteigen, als er plötzlich seinen Ex-Freund zu erkennen scheint. Er folgt ihm und die Bar, doch – er hat sich getäuscht. Dennoch werden ihm Drinks angeboten, die er aus Frust dankend annimmt und wird angeblich nach Hause gefahren. Als er jedoch am Morgen aufwacht, findet er sich gefangen in einem geschlossenen Raum wieder, ohne Handy oder anderweitige Dokumente, die ihn ausweisen könnten. Kurz darauf wird er mit anderen auf ein Fischerboot verschleppt und dort beginnt sein brutaler Alltag als Sklave der Fischindustrie. Neben der Perspektive von Arun, erfahren wir durch die Sichtweise von Olivier und dessen Schwester immer wieder Rückblenden in die Vergangenheit und die jeweiligen Gefühlslagen. Benoit d‘Halluin schafft es nicht nur, diesen Roman aufs Eindrücklichste zu erzählen, sondern macht auch deutlich: In der Fischindustrie gibt es ausschließlich Ausgebeutete und Ausbeutende – hinsichtlich Mensch und Tier. Die Ausgebeuteten bezahlen grundlos mit ihrem Leben und die Ausbeutenden, zerstören aus egoistischer Profitgier Menschen sowie die Natur und entreißen dem Lebensraum des Meeres gewaltsam und rücksichtslos Leben. In einer abschließenden Bemerkung des Autors, macht dieser deutlich, dass diese geschilderte Tragödie hinsichtlich Mensch und Tier nicht erfunden ist und das effektivste, wie wir alle unseren Einfluss gegen dieses System ausüben können – auch wenn das wieder die wenigsten wahrhaben möchten – unsere Ernährung ist. Zum Schluss bleiben folgende Fragen: »Ist es für einen Planeten, dem die Luft ausgeht, genug, nichts Böses zu tun? Bedeutet, nichts Böses zu tun, dass man Gutes tut?«

»Die Zerstörung der Ozeane ist so einfach. Die Welt der Stille ist zum Massaker der Stille geworden.«
5

Ein aufwühlendes Buch

„Ein aufwühlender Roman über Liebe, Lebensentscheidungen und moderne Sklaverei auf See“ Dieser Schrei des Ozeans sollte unbedingt gelesen werden. Olivier hat Arun in einem Restaurant kennengelernt, in dem dieser als Kellner gearbeitet hat. Von dem jungen Kambodschaner war er sofort fasziniert und fühlte sich auf Anhieb zu ihm hingezogen. Schließlich überzeugte er ihn, zu kündigen und zu ihm zu ziehen. Seit sieben Jahren waren sie nun zusammen – doch die Zufriedenheit beruhte nicht auf Gegenseitigkeit. Während ihres Urlaubs in Thailand geraten sie in Streit; die Situation eskaliert, und Arun beschließt, sich zu trennen. Er fährt ans Meer, schickt Olivier eine WhatsApp-Nachricht, teilt ihm mit, dass er die Beziehung beendet – und blockiert jeden weiteren Kontakt. Der anschließende Besuch in einer Kneipe endet tragisch. Das Buch entwickelt einen Sog, dem man sich nicht entziehen kann. Unbedingt will man wissen, wie es weitergeht, und kann es kaum aus der Hand legen. Man ist gleichermaßen gefesselt von den persönlichen Schicksalen der Protagonisten wie von den erschütternden Fakten über den Zustand der Weltmeere. Einfach nur unglaublich gut! Benoît d’Halluin hat einen ungemein wichtigen, spannenden und berührenden Roman geschrieben. Erzählt wird aus den wechselnden Perspektiven von Sophie (Oliviers Schwester), Olivier und Arun – in der Vergangenheit und in der Gegenwart, was dem Roman Tiefe und Emotionalität verleiht. Es geht um Erlebtes und die daraus entstehenden Lebensentwürfe. Die Figuren sind eindrücklich und glaubwürdig gezeichnet. Im Mittelpunkt steht jedoch der Zustand der Ozeane, die fünfzig Prozent unseres Sauerstoffs produzieren – und damit unverzichtbar für alles Leben auf der Erde sind. Erschütternd ist zu erfahren, dass beim Fischen mit Fangnetzen bis zu fünfzig Prozent der – meist bereits toten – Fische ins Meer zurückgeworfen werden; dass essbares Haifischfleisch entsorgt wird, weil nur die Flossen lukrativ sind; und dass Langleinen bis zu 130 Kilometer lang sein und bis zu 20.000 Haken (Wikipedia) tragen können – mit denen auch Delfine, Meeresschildkröten und viele andere Meeresbewohner gefangen werden, die niemand fangen wollte. Noch skandalöser ist jedoch, dass es auch heute noch Sklaverei gibt. „Für Thailand etwa, das die viertgrößte Fischereiflotte der Welt besitzt, schätzt die Environmental Justice Foundation, dass 200.000 der 650.000 Fischer Zwangsarbeiter sind.“ Ein Schrei des Ozeans ist kein bequemes Buch – aber ein ungemein wichtiges. Es verbindet menschliche Dramen mit brennend aktuellen Umwelt- und Menschenrechtsthemen. D’Halluin gelingt es, literarische Spannung mit gesellschaftlicher Relevanz zu vereinen. Ein Roman, der aufrüttelt, berührt und lange nachhallt.

Ein ergreifender Roman über die Liebe, das Leben und die moderne Sklaverei auf See. Pageturner!

5

Jeder sollte dieses Buch lesen und jeder sollte sich selbst und seinen Konsum danach hinterfragen. Das die Geschichte auf wahren Begebenheiten beruht lässt mich sehr nachdenklich zurück. Der Schreibstil hat mir gut gefallen, generell Stelle ich wieder fest - ich mag einfach Bücher, die aus verschiedenen Perspektiven erzählt werden.

5

Großes Highlight

Ich bin nach dem Lesen einfach nur sprachlos und erschüttert. Rezension für dieses großartige Buch folgt, wenn ich die richtigen Worte gefunden habe.

5

Sehr spannend und berührend, eine Geschichte um moderne Sklaverei in Thailand, Fischerei und Ausbeutung, Liebe zum Meer, Greenpeace, und was wirklich zählt im Leben.

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