Die spürst du nicht
Buy Now
By using these links, you support READO. We receive an affiliate commission without any additional costs to you.
Description
Book Information
Author Description
Daniel Glattauer, geboren 1960 in Wien, Bücher (u. a.): Die Ameisenzählung (2001), Darum (2003), Der Weihnachtshund (Neuausgabe 2004), Theo (2010), Mama, jetzt nicht! (2011), Ewig Dein (2012), Geschenkt (2014). Mit seinen Romanen Gut gegen Nordwind (2006) und Alle sieben Wellen (2009) schrieb er Bestseller, die auf der ganzen Welt gelesen werden. Die Komödie Die Wunderübung (2014) ist als Buch, am Theater und als Film sehr erfolgreich. Auf der Bühne sind auch die Komödien Vier Stern Stunden und Die Liebe Geld zu sehen. Und 2019 kam die Verfilmung von Gut gegen Nordwind ins Kino. Zuletzt erschien der Roman Die spürst du nicht (2023).
Characteristics
4 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Posts
Bewegend, tiefgründig und gesellschaftskritisch
Ein Buch , welches ich nicht so schnell vergessen werde. Ein Unglück geschieht. Wie gehen sie Beteiligten damit um. Wer ist schuld. Freundschaften /Familien drohen zu zerbrechen. Die Fluchtgeschichte der Familie hat mich sehr mitgenommen und ich Frage mich, wie viel ist ein Menschenleben wert und sind alle gleich viel wert? Der Schreibstil war sehr besonders, allein auch mit den Kommentaren aus den sozialen Medien.
Über Verantwortung, Verlust und Schuld und das Gefühl, dass nichts mehr wie vorher sein wird
Daniel Glattauers Roman hat mich hineingezogen, ich konnte ihn kaum weglegen und war nach zwei Tagen durch. Er beschreibt in einer wunderbaren Art und Weise, was dieses Unglück in Menschen auslöst. Alle Beteiligten reagieren auf ihre eigene Art und Weise, mit Schuld, Verdrängung, Verleugnung der Wahrheit, Lügen, Vertrauen, Affektiertheit, Verletztheit, Ehrlichkeit, Traumatisierung, absolutem Lebenswillen. Er vergisst auch die eigentlichen Opfer nicht und schildert deren Entbehrungen, Brutalitäten auf demWeg aus der Heimat ins achso sichere Europa. #DieSpürstDuNicht #DanielGlattauer #Verantwortung #Realitätsflucht
Schonungslos – bewegend – aktuell
Daniel Glattauer hat mit „Die spürst du nicht“ einen Roman geschrieben, der unter die Haut geht. Es ist eine Geschichte, die von einem schweren, traurigen und zugleich hochaktuellen Thema erzählt – etwas, das so oder so ähnlich jederzeit passieren könnte. Ohne zu viel zu verraten: Im Zentrum steht eine Familie, deren Urlaubsidylle jäh zerbricht. Was folgt, ist eine schonungslose Auseinandersetzung mit Verantwortung, Schuld, menschlichen Schwächen und gesellschaftlichen Fragen. Glattauer wählt dabei eine ungewöhnliche Erzählweise – mal direkt, mal sperrig, mal distanziert –, was den Roman sehr besonders macht. Gerade dieses „anders Geschriebene“ hat mich überzeugt, weil es perfekt zum Inhalt passt. Besonders beeindruckt hat mich, dass hier kein Blatt vor den Mund genommen wird. Die Figuren reden, denken und handeln oft schmerzhaft ehrlich, manchmal auch brutal direkt. Das macht die Lektüre stellenweise unbequem, aber gleichzeitig authentisch und sehr wirkungsvoll. Am Ende bleibt ein bedrückendes, aber wichtiges Gefühl zurück: Das Bewusstsein, dass das, was hier beschrieben wird, jederzeit Realität werden könnte. Ein Buch, das nachhallt, zum Nachdenken zwingt und gerade wegen seiner Schonungslosigkeit so lesenswert ist.
Mitreißend, erschütternd und es würde mich leider nicht wundern, würde der Fall genau so in naher Zukunft durch die Presse gehen
„Die spürst du nicht“ von Daniel Glattauer ist ein Roman, der in vielerlei Hinsicht die Oberflächlichkeit und die soziale Kluft unserer Gesellschaft kritisch beleuchtet. Der Fokus auf die beiden reichen Familien, die Strobl-Marineks und die Binders, spiegelt die egozentrische und privilegierte Haltung der Mittel- und Oberschicht gut wieder, welche sich in ihren eigenen Problemen verliert und die Schicksale der weniger privilegierten Menschen kaum wahrnimmt oder „aus Zeitgründen“ gar ignoriert, solange das Leid weit weg ist. Dieser Eindruck wird durch die eingeschobenen Kommentare zu den entsprechenden Pressemitteilungen noch verstärkt, in welchen vollkommen pietätlos ein schrecklicher Unfall als Aufhänger für eine neue Debatte gegen die Flüchtlingspolitik nach der anderen genutzt wird und das eigentliche Thema durch einen Streit zwischen mehr oder meist eher weniger reflektierten Kommentatoren über oberflächliche, reißerische Themen, die kaum noch mit dem eigentlichen Inhalt der Pressemitteilung zusammenhängen, verdrängt wird. Vor allem diese Kommentarspalten finden sich so heute leider fast 1:1 in diversen Online-Medien, was die traurige Aktualität des Romans unterstreicht. Trotz der Tragik, die sich aus der Situation der Ahmeds ergibt, bleibt ihre Geschichte eher im Hintergrund, was sicherlich beabsichtigt ist, den Roman in gewisser Weise auch so besonders macht und zu dem unbehaglichen Lesegefühl beiträgt, insgesamt schien mir das Verhältnis aber doch etwas zu unausgewogen und ließ mich zwiegespalten zurück. Gegen Ende wird die Entwicklung der Handlung zwar durch die ein oder andere Wendung nochmal intensiver und berührender, doch letztlich blieb das Buch leicht hinter meinen Erwartungen zurück. Auf mich wirkte es ein bisschen so, als würden die wahren Probleme, wie in den aggressiven, aber inhaltsmageren Debatten in den Kommentarspalten, nicht tiefgehend genug behandelt, sodass das Potenzial der eigentlich sehr kraftvollen Geschichte nicht voll ausgeschöpft wurde. Alles in allem dennoch ein sehr packender und wichtiger Roman.
Ein Buch, das so viele Abgründe aufzeigt, und dann wirklich einmal die zu Wort kommen lässt, über die immer nur gesprochen wird. Ich bin sicher, würden wir mehr Einzelschicksale beleuchten, könnten so einige Menschen nicht mehr guten Gewissens blau wählen. Denn mit konkreten Personen und Schicksalen ist da nichts mehr mit Abstand und Wut. Ich glaube die Realität sieht leider so aus, dass diese Personen nicht zu Wort kommen, alles andere könnte aber genau so geschehen inklusive dieser widerlichen „fiktiven“ Posts aus Foren.
Bewegend, nachdenklich
Daniel Glattauer hat unseren Alltag sehr genau beobachtet, analysiert und in diese Schicksalsgeschichte zweier Familien eingebaut. Die Gesellschaft wurde beispielhaft reingewoben, wie sie sich heute darstellt. Aber er hat etwas entscheidendes zusätzlich getan. Er gab denjenigen, die derzeit kaum Raum zum Atmen bekommen unter uns, ständig in Angst leben und stark traumatisiert sind, eine beispielhafte Stimme. Er zeigt ihre Trauer, ihre Resignation, ihr Leben und die Lasten, die sie jeden Tag tragen müssen. Sein Stil und der Aufbau der Geschichte ist ungewöhnlich, aber treffend. Er wechselt zwischen der Nüchternheit und der tiefen Gefühlsebene, ohne ausufernd in beiden Richtungen zu werden. Flucht betrifft uns alle. Die meisten haben es in ihrer eigenen Familiengeschichte verankert. Und damals wie heute, bedeutet es seine Heimat, seinen (vermeintlichen) Schutz aufzugeben und in die Fremde und Unsicherheit zu gehen, in der Hoffnung, dass es besser wird. Vor allem für die nächste Generation. Dieses wird in diesem Buch eindrücklich dargestellt. Mich hat das Buch sehr bewegt. Ich muss das erst einmal sacken lassen. Würden doch mehr Menschen diesen Perspektivwechsel wagen...
Mitreißend 💙
✨Rezensionsexemplar✨ Das war mein erstes Buch des Autors und ein echter pageturner. Wirklich, ich denke unabhängig davon, was der Inhalt mit einem macht, man möchte immerzu weiterlesen. Ganz unten schreibe ich Euch die Trigger auf, diese hat es leider im Buch nicht gegeben. Wer möchte, scrollt also weit nach unten. 2 Wiener Familien machen Urlaub in der Toskana. Die vierzehnjährige Sophie Luise nimmt ihre Schulfreundin Aayana mit. Aayana ist mit ihrer Familie aus Somalia nach Österreich geflohen und die Traumata sitzen tief. Es kommt zur Katastrophe… Die Geschichte ist sehr spannend geschrieben und man weiß auch eine ganze Zeit lang nicht, in welche Richtung es geht. Das Buch ist zwar politisch, aber aufgebaut als Familienroman. Zusätzlich zur großen Katastrophe schwelen im Hintergrund weitere Konflikte. Vor allem eine Situation ist gefährlich und da habe echt panisch mitgefiebert und das Schlimmste befürchtet. Wessen Leben ist was wert? Wer trägt die Schuld, wenn das Schicksal zuschlägt? Der Autor rollt die wohl größten Fragen auf und das Thema Flüchtlingspolitik könnte ja auch aktueller nicht sein. Was mir sehr gut gefallen hat, ist die Tatsache, dass der Autor der geflüchteten Familie stellvertretend für viele andere eine Bühne gegeben hat. Ich persönlich denke jedoch, dass der Ausgang in der Realität anders gewesen wäre. Es stimmt aber hoffnungsvoll und man möchte gern, dass es so sein kann. Leseempfehlung! 4/5 ⭐️⭐️⭐️⭐️ Weiter unten folgen die TW, die im Buch fehlen ⬇️ TW: Tod, Ertrinken, Angst vor Wasser, Krieg, Vergewaltigung, Schwangerschaft, Drogen, emotionale Abhängigkeit, Mobbing, Rassismus

Dieses Buch berührt nicht sanft – es bohrt den Finger in die Wunden einer Gesellschaft, die verlernt hat, wirklich zu spüren.
Bis ins letzte Drittel kommt der Roman mit sitzenden Dialogen und fast schon leichtfüßigen Dialogen daher. Und genau darin liegt die Raffinesse: Während man noch schmunzelt, hat das Buch längst begonnen, unter die Oberfläche zu gehen. Im Zentrum steht eine erschreckende Ich-Bezogenheit. Erwachsene, die moralisch korrekt auftreten – und doch in erster Linie um sich selbst kreisen. Hinter guten Taten verstecken sich oft niedere Motive. Empörung wird zur Pose, Haltung zur Inszenierung. Und die Kinder? Sie laufen mit. Oder bleiben zurück. So-Lus Verliebtheit in Pierre ist keine romantische Nebenspur, sondern ein emotionales Abrutschen. Man spürt, wie sie den Boden unter den Füßen verliert – und wie wenig Raum es für ihre Unsicherheit, ihre Wut, ihre Trauer gibt. Alles bleibt unausgesprochen. Alles wird übertönt vom Grundrauschen einer Gesellschaft, die lieber kommentiert als zuhört. Besonders erschütternd ist die Geschichte der Ahmeds. Hier verlässt der Roman endgültig die ironische Leichtigkeit und wird existenziell. Die Flüchtlingskrise ist kein Schlagwort, sondern menschliches Schicksal. Niemand von uns kann sich wirklich in das Leid hineinversetzen, das Flucht bedeutet. Natürlich will man helfen. Und doch zeigt das Buch das Dilemma: Was passiert, wenn Solidarität auf Überforderung trifft? Wenn Ängste wachsen? Wenn gesellschaftliche Spannungen sich verschärfen und einfache Antworten lauter, bösartiger und abgestumpfter werden? Glattauer liefert keine Parolen. Keine Lösungen. Er zeigt, wie schnell Narrative entstehen, wie schnell geurteilt, kommentiert, weitergescrollt wird. Wie komplexe Wirklichkeit auf Schlagzeilen schrumpft. Und wie dabei oft das Menschliche verloren geht. Das offene Ende ist konsequent. Kein Trost. Keine moralische Auflösung. Nur ein Spiegel. Ich habe das Buch zugeklappt und meine schlafende Katze gestreichelt. Vielleicht, weil Tiere nicht so abgründig sind wie wir Menschen. Sie folgen ihrem Instinkt. Sie nehmen sich Raum, ohne ihn als Bühne zu missbrauchen. Sie fügen keinen Schaden zu, um sich selbst größer zu fühlen. „Die spürt man nicht“ ist ein kluger, unbequemer, messerscharfer Roman. Einer, der unterhält – und gleichzeitig entlarvt.
Ein gut konstruierter Roman. Das Thema ist hochaktuell, die Figuren scharf gezeichnet. Oft bleibt das Lachen im Hals stecken. Die Montage der Kommentare ist ein passendes Stilmittel. Was mir gefehlt hat war allerdings eine Verbindung zu einer der Figuren aufzubauen. Irgendwie ist da kein Funke übergesprungen. Vielleicht dann wirklich zu konstruiert. Es lohnt sich dennoch sehr, diesen Roman zu lesen!
Emotional und sozialkritisch, traurig, aber wahr…
Dies war der erste Roman, den ich von Daniel Glattauer gelesen habe und sicherlich nicht mein letzter! Mir hat die Dichte der Handlung, Szenen und Dialoge sehr gut gefallen. Auch, dass einem viel Raum gelassen wird, sich bestimmte Szenen oder Reaktionen selbst weiter auszumalen. Die Figuren wirkten sehr realistisch/ menschlich und ich konnte gut mit ihnen mitfühlen. Trotzdem der schweren Themen, ist der Schreibstil locker und leicht und bietet ein gutes Gegengewicht. Gerade die Social Media Kommentare zu den laufenden NewsFeeds haben sehr gut in die Handlung reingepasst und ich dachte mir bei dem einen oder anderen provokanten Internet-Kommentar, das ist doch keine Fiktion, das ist Copy & Paste. Traurig, aber wahr… Ich bin sehr gespannt auf weitere Bücher von ihm!
Manchmal gibt es keine Gewinner
Der Unfalltod eines vierzehnjährigen Mädchen löst große Unruhen aus, in der Presse, den sozialen Medien und bei den Betroffenen und Angehörigen. Der Fall ist politisch aufgeladen und so ist es auch dieses Buch. Es geht um den Umgang mit Geflüchteten in unserer Gesellschaft, die Ausgrenzung, das Denken in Stereotypen. Es geht um den Umgang mit Politiker:innen in den Medien, jeder kleinste Fehler wird zerrissen, auch wenn die Intentionen noch so gut waren. Ein Geschichte in der nicht deutlich wird, wer Opfer und wer Täter ist. Hier hat jede Figur seine Ängste, Probleme und Fehler. Ein gut geschriebener Roman, mit einigen interessanten Erzähltechniken. Leider werden viele Charaktere nur sehr oberflächlich beschrieben und bieten kaum Mehrwert für die Geschichte.
Belehrend statt berührend
Zu Beginn war das Buch noch unterhaltsam und weckte mein Interesse. Mit der Zeit wurde der Ton jedoch zunehmend belehrend und sehr politisch und die Handlung verlor spürbar an Spannung. Die Geschichte entwickelte sich zu einer deprimierenden Erzählung, in der es am Ende nur Verlierer gibt. Insgesamt hat mir das Buch leider nicht gefallen.
Ich habe es schnell abgebrochen, da es schon zu Beginn mit Begrifflichkeiten sehr klischeehaft war und ich schlimmeres ahnte. Die Rezensionen gaben recht. Ein weißer Autor hat nicht das Recht das N- Wort (mehrfach) ausgeschrieben in seinen Texten zu haben und im Ganzen trieft dieses Buch leider sehr von Vorurteilen und Stereotypen, die wahre und wirkliche Sicht der Betroffenen kommt nicht vor. Mehr Schein als Sein.
Ein Gesellschaftsroman, der vieles widerspiegelt, was man im Alltag erlebt und auch auf Social Media liest. Ich fand den Schreibstil ganz okay. Eine leichte Sommerlektüre. Aber… Für mich war es kein Wohlfühlbuch. Es ist unterhaltsam, ja, aber ich habe was anderes erwartet und habe das Buch ab der Mitte nur gelesen, dass ich es (endlich) gelesen habe. Leider nicht mehr und nicht weniger. Kein Buch für mein Bücherregal. Auch wenn hier ein wichtiges und ernstes Thema aufgegriffen wird.

Der Roman behandelt ein sehr brisantes, gesellschaftsspaltendes Thema und ich war mehr als gespannt, wie der Autor die Thematik umsetzt, ohne zu sehr gängige Klischees zu bedienen. Ich finde, das ist ihm hervorragend gelungen. Zwei gut betuchte, österreichische Familien planen einen gemeinsamen Urlaub in einem luxuriösem Ferienhaus in der Toskana, mit dabei eine bekannte Grünenpolitikerin. Deren Tochter Sophie Luise hat seit Kurzem das somalisches Flüchtlingskind Aayana aus ihrer Klasse zur Freundin und es sich zur Aufgabe gemacht, sich um das Mädchen zu kümmern. So beschließt sie, dass Aayana mit in die Toskana fahren soll, um ihr im dortigen Pool das Schwimmen beizubringen. Eine Idee mit fatalen Folgen und so wird aus einem schönen Urlaub eine Zerreißprobe für beide Familien und auch für die österreichische Gesellschaft. Daniel Glattauer ist ein Meister des Wortes. Schon wie der Roman beginnt erinnert eher an ein Theaterstück als an ein Belletristik-Werk. Er beherrscht es unglaublich gut, Figuren zu zeichnen und den Lesenden deren Charakter näherzubringen, so dass man sich von Anfang an so fühlt, als wäre man mittendrin - trotz des schweren Themas. Seine Sprache ist anspruchsvoll und voller eleganter Wendungen und wenn er Personen sprechen lässt, hört man quasi den österreichischen Dialekt aus den Seiten tönen. Auch das Stilmittel der an passenden Stellem platzierten Pressetexte mit entsprechenden Kommentaren, wie man sie 1:1 auf sämtlichen Social Media Plattformen finden könnte, passen perfekt in die Atmosphäre des Buches. Ohne anzuklagen behandelt Glattauer diese schwere Kost und am Ende musste ich die ein oder andere Träne verdrücken. Ein Buch, das einen nicht kalt lassen kann, für mich eines meiner Highlights in den letzten Monaten.
Fesselnd. Wütend. Hoch emotional.
Wie viel ist ein Menschenleben wert? Daniel Glattauer gelingt es in seinem Roman so unfassbar gut eine Geschichte zu kreieren, wie sie jederzeit und jeden Tag in unseren Breitengraden passieren könnte. Wir hören hin, aber wir hören nicht zu. Sind so beschäftigt mit uns selbst, dass das Schicksal anderer gar nicht mehr zu uns durchdringt. Wir bewerten Leben anhand von Geld, Ansehen, Hautfarbe. Die Thematik rund um Flüchtlinge und wie die Gesellschaft mit den Menschen und der Thematik umgeht ist wirklich unfassbar spannend und emotional aufgegriffen worden. Große Leseempfehlung!
Ein sehr bewegendes Buch, das mich auf vielen Ebenen gepackt hat.
Das Thema ist weiterhin aktuell, sozialkritisch und wirft wichtige Fragen nach Verantwortung und unserem gesellschaftlichen Umgang miteinander auf. Es ist politisch aufgeladen (weiterhin leider noch sehr aktuell), regt zum Nachdenken an und bietet definitiv Stoff für Diskussionen im nächsten Buchclubtreffen. Der Erzählstil hat mir gut gefallen: Flüssig, mitreißend und stellenweise sogar humorvoll, sodass man trotz der Schwere des Themas auch mal schmunzeln kann. Ich habe beim Lesen geweint, war wütend und tief berührt.
Wie ein Schlag in die Magengrube.
Uff. Schwer in Worte zu fassen, was das Buch in mir ausgelöst hat. Eine grandios geschriebene, aber zutiefst unbequeme und unangenehme Geschichte. Der spitzzüngige „Erzähler“ streut hier und da Humor ein, was die aufkommenden Fragen der Geschichte (Was ist ein Menschenleben wert? Wie viel Leid kann ein Mensch ertragen?) noch eindrücklicher hervortreten lassen. Keine leichte Kost!
Die wohlhabenden, privilegierten Familien Strobl-Martinek und Binder treten einen Urlaub in die Toskana an. Die 14 jährige Sophie Luisa, die Tochter der Strobl-Martineks, nimmt ihre Klassenkameradin Aayana, eine Geflüchtete aus Somalia, mit. Schnell kommt es zur Katastrophe: Aayana ertrinkt in dem Luxuspool. Jede Rettung kommt für sie zu spät. Wie geht es weiter für die beiden Familien? Wer ist schuld? Wer tritt für Aayana und ihre Familie ein? „Die spürst du nicht“ ist ein Gegenwartsroman im wahrsten Sinne des Wortes. Er wagt sich an große Themen der Zeit ran und tut dies auf Messers Schneide. Glattauer reproduziert Herablassung bis hin zu Rassismus und Diskriminierung (leider auch zwei Mal mit dem unnötig und unkommentiert ausgeschriebenen N*-Wort) , um die Leser*innen auch ja schön rechts einzunorden. Über weite Strecken des Romans befindet man sich in der privilegierten Österreichischen High Society. Glattauer gelingt es, dass man irgendwann sogar mit den beiden eher unsympathischen, über-stereotypen Familien mitleidet, eben weil nur sie und ihre Gefühlswelt dargelegt wird. Wer das alles durchgehalten hat (und ich kann verstehen, wenn man es vorher abgebrochen hat), kriegt das im letzten Teil alles stellvertretend anklagend um die Ohren gepfeffert! Die Geflüchteten seien „unter unserer Wahrnehmung. Unter unserem Interesse. Ihre Geschichte will hier keiner hören. Und sie können sie auch nicht erzählen. Sie werden nicht danach gefragt. Und von sich aus schaffen sie es nicht, sich zu Wort zu melden. Ihnen fehlen die Mittel.“ Und dann kommen sie zum Ende, kurz aber prägnant, doch noch zu Wort. Und so versucht Glattauer durch Empathie zu einen, was durch einen tiefen Riss durch unsere modernen Gesellschaften getrennt ist. Vor dem Hintergrund der aktuellen politischen Entwicklungen in Österreich ist der Roman noch einmal brisanter und aktueller geworden. Es geht aber nicht nur um Migration, sondern auch darum, wie wir die Menschlichkeit (vor allem die Jugendlichen) an und in Social Media verlieren. Glattauer spielt dafür mit Textformen: Die Handlung wird kommentiert von den klassischen Medien. Die klassischen Medien werden kommentiert von anonymen User*innen in Social Media, dem Haifischbecken unserer Zeit. Dieser intermediale Kniff ist aus meiner Sicht gelungen und unterstreicht abermals die Gegenwartsbedeutung des Textes. Ein gewagter Text, auf den man sich einlassen muss, der seine Schwächen, aber viel mehr Stärken und Potenziale mit sich bringt. Von mir gibt es eine Leseempfehlung!
Fast abgebrochen...
Beim selber lesen bin ich irgendwie nicht in die Geschichte rein gekommen. Habe mich dann entschlossen dem Buch noch eine Chance zu geben und zwar indem ich es mir vorlesen lasse. Und da haben Tessa Mittelstaedt & Steffen Groth ganze tolle Arbeit geleistet. Was ich beim selber lesen als anstrengend und verwirrend empfand, haben die beiden beim "vorlesen" toll umgesetzt. "Die spürst du nicht" ist mein erstes Buch von Daniel Glattauer. Die Geschichte an sich ist schwere Kost, nichts Leichtes für zwischen durch und ziemlich nah dran an der Realität. Ich habe den beiden Sprechern gern zu gehört und bin mir sicher es war nicht das letzte (Hör)Buch von Daniel Glattauer.
Aayana ist ein Flüchtlingskind aus Somalia und wird von ihrer Freundin in den Familienurlaub mitgenommen, wo sie im Swimmingpool der Villa ertrinkt. Dadurch gerät das Leben aller Beteiligten aus den Fugen. Im laufe der immer skurriler werdenden Folgen dieses Unglücks erfährt man die Lebensumstände der einzelnen Protagonisten und ihrer Reaktionen darauf. Auf den ersten 100 Seiten habe ich mich sehr schwer getan mit diesem Roman. Das lag va am telegrammartigen Schreibstil der die Personen nur sehr grob beschreibt, wodurch mich die Personen emotional nicht erreichten . Auch die Postings, die die unterschiedlichen öffentlichen Reaktionen auf dieses Geschehen darstellen sollten, fand ich befremdend. Am Schluss nimmt die Geschichte dann mehr Fahrt auf und man erfährt die Geschichte aus der Sicht der Flüchtlingsfamilie, sodass das Buch mir am Ende doch noch ganz gut gefallen hat.
Ich konnte das Buch nicht weglegen. Es ist spannend, unangenehm, nachvollziehbar, nah. Man kann sich in die Charaktere einfühlen, weil man entweder ähnliche Menschen kennt, oder selbst manchmal so ist. Und das erhöht den Cringe Faktor. Eine furchtbare und gute Geschichte mit einer feinen und schmerzhaften Auflösung.
Mood inspired by the book 🌸 not official 🌸 AI-generated 🌸 floral reinterpretation ✨ Ich bin ohne Erwartungen in dieses Buch gestartet 🤷♀️ – und plötzlich war ich an einem Ort, an dem es weh tut. 😞 Sophie Luise möchte ihre Schulfreundin Aayana unbedingt mit in den Urlaub nehmen. Nach langem Bitten darf sie schließlich mitfahren. Ab diesem Moment kippt die Geschichte langsam, leise – und wird tieftraurig. 😟 Dieses Buch fühlt sich erschreckend real an. Besonders die bösen Kommentare/Beiträge treffen hart, weil man weiß: Genau so passiert es jeden Tag. Genau so reden Menschen. Genau so verletzen Worte. Was mich allerdings sehr gestört hat, war die Verwendung des sogenannten „N-Wortes“. 😠 Ich habe mich gefragt, warum so etwas überhaupt ausgeschrieben werden muss. Für mich hat es nichts verstärkt, sondern eher etwas kaputt gemacht – es hat mich aus der Geschichte gerissen und ein ungutes Gefühl hinterlassen. Und trotzdem: Dieses Buch bleibt. Es regt zum Nachdenken an, macht wütend, traurig und nachdenklich zugleich. Es zeigt, wie grausam Gesellschaft sein kann – oft ganz leise, ganz beiläufig. Ein Buch mit viel Potenzial auch wenn es für mich nicht ganz rund war.

Wichtiges Buch mit hartem Thema
Und wieder war es gut, dass ich mir zum Buch wenig durchgelesen habe. Ich kam von Glattauers Romanen Gut gegen Nordwind und hab Comedy erwartet. Bekommen habe ich eine traurige Geschichte, nah an der Realität. Das Buch steckt voller Emotionen - vor allem aber Wut und Traurigkeit. Es ist ein Buch zum Reflektieren.
27.02.2025 Ein Buch, das betroffen zurücklässt, aber wichtiger als je zuvor ist... Gerade in diesen politischen Zeiten..
Dieses Buch war ein Vorschlag in unserem Mädels-Buchclub. Es bietet sehr viel Raum für Diskussionen über menschliches Verhalten. Besonders die Einschübe der Forumsbeiträge haben mir als Leserin deutlich vor Augen geführt was in unserer Gesellschaft absolut schief läuft... Empathielose Kommentare als Reaktion auf den Tod eines Menschen, das ist leider tatsächlich unser Alltag und keineswegs überspitzt dargestellt... Besonders aufgefallen ist mir immer wieder, dass die betroffene Familie gar nicht im Fokus stand... Es wurde selten bis kein Mitleid ausgesprochen, es wurden Fakten und Theorien oder auch einfach nur pietätlose Witze ausdiskutiert oder im Falle von Elisa und ihrer Familie über die eigenen Sorgen und Probleme nachgedacht. Aber wo bleibt das Einfühlungsvermögen für die Eltern/Geschwister, die ihr Familienmitglied verloren haben?? Was wäre gewesen, wäre es andersherum passiert? Und ich vermute mal genau das wollte uns der Autor mit seinem Buch vor Augen führen... Es ist kein Buch, dass leicht verdaulich ist, auch wenn es sprachlich nicht auf Schockmomente setzt und sehr ruhig erzählt ist. Mir wird die Geschichte in Erinnerung bleiben (und besonders mein Leseverhalten von Berichterstattungen nachhaltig verändern), ich werde das Buch weiterempfehlen.
Es fällt mir schwer, zu diesem Buch passende Worte zu finden. Heftiger Inhalt, wirklich etwas zum Nachdenken. Zwischendurch wusste ich nicht, was ich von der Geschichte halten soll, wollte aber unbedingt weiter lesen. Fesselnd und erschreckend zugleich. Kein „schönes“ Buch, aber eins, das definitiv nachhallt.
„Leid wird nicht weniger, wenn man es aufzuteilen versucht. Im Gegenteil! Man steckt sich gegenseitig an und es vermehrt sich.“
Daniel Glattauer nimmt einen mit in einen scheinbar perfekten Urlaub: zwei befreundete, wohlhabende Familien, eine Villa in der Toskana, Prosecco, Antipasti, Sommer. Mit dabei ist Aayana, ein somalisches Flüchtlingskind, eingeladen als Begleitung für die 14-jährige Sophie Luise. ☀️ 🇮🇹 Doch dann geschieht eine Katastrophe … und plötzlich steht eine Frage im Raum, die man nicht wegschieben kann: Was ist ein Menschenleben wert? Und zählt jedes gleich viel? 🤷🏼♀️ Was mich besonders beeindruckt hat, ist die Klarheit, mit der unsere privilegierte Gesellschaft seziert wird. 📖 Niemand bleibt unberührt, niemand wirklich unschuldig. Die Figuren wirken erschreckend real – gerade deshalb sind ihre Gedanken manchmal schwer auszuhalten. „Die spürst du nicht“ ist kein angenehmes Buch. Aber ein wichtiges. Eines, das lange nachhallt, weil es Fragen stellt, auf die man keine einfachen Antworten findet. Und weil es jenen eine Stimme gibt, die viel zu oft überhört werden. Ein Roman, der wehtut. Und genau deshalb gelesen werden sollte. 📚

Nachdenklich und realitätsnah, konnte mich aber nicht vollständig abholen.
„Die spürst du nicht“ regt auf jeden Fall zum Nachdenken an und greift Themen auf, die sehr nah an der Realität sind. Genau das macht das Buch grundsätzlich interessant. Trotzdem war es für mich kein Highlight. Die Geschichte konnte mich nicht durchgehend fesseln, und insgesamt hat mir etwas gefehlt, um wirklich emotional einzutauchen. Auch wenn ich die Thematik und den Ansatz schätze, bleibt es für mich ein eher schwächeres Buch im Vergleich zu anderen, die mich stärker erreicht haben. Insgesamt ein solides, nachdenkliches Buch, das mich persönlich aber nicht vollständig überzeugen konnte.
Dieses Buch zeigt die Borniertheit und Arroganz unserer Gesellschaft
Ich muss sagen, ich hatte aufgrund der Tatsache, dass das Buch so gehypt wurde bei Erscheinung höhere Erwartungen. Der Sprachstil ist sehr speziell, für "Gut gegen Nordwind" mag das funktionieren, bei einem so komplexen Plot hat mich der recht einfache Stil eher irritiert. Die Protagonist:innen bleiben einem seltsam fern. Gegen Ende legt die Geschichte dann doch noch Mal ordentlich zu, als vor Gericht die Fluchtgeschichte der somalischen Familie offenbart wird. So richtig sympathisch bleibt einem nur deren Anwalt in Erinnerung. Dennoch mit 3,5 Sternen eine Leseempfehlung, da sich das Buch sehr schnell durchliest und ein wichtiges Thema behandelt.
DNF - Enttäuschend und problematisch
Ich hatte mir von diesem Hörbuch deutlich mehr erhofft, wurde jedoch recht schnell enttäuscht. Ein Aspekt, der in vielen Bewertungen und Foren wiederholt kritisiert wird, ist der problematische Umgang mit dem Thema Rassismus – inklusive der mehrfachen Verwendung des N-Worts. Endgültig abgebrochen habe ich dann, als die Affäre von einer der Protagonistinnen erwähnt wird, sie aber gleichzeitig ihren Mann „noch nicht verlassen kann“. Da wurde das Fremdgehen relativiert and that‘s not ok. Rückblickend hätte ich wohl besser vorab die Bewertungen gelesen – das hätte mir diese Erfahrung vermutlich erspart.
Ein unglaublich ergreifender Roman: Beschrieben werden die vielfältigen Reaktionen auf einen tragischen Badeunfall beim Toskana-Urlaub zweier Familien, bei dem ein Mädchen somalischer Herkunft verstarb. Dies geschieht in einem originellen Mix aus Erzählung, Zeitungsartikeln mit Postings und Chats, in denen der Autor die Perspektive aller Beteiligten darstellt - zunächst mit Ausnahme der Opferfamilie. Die rückt dann mit ihrer tragischen Fluchtgeschichte im Prozess in den Mittelpunkt, in dem das ganze Drama kulminiert. Unbedingte Leseempfehlung!
Ich schwanke noch zwischen 4,5 und 5 Sternen. Auf jeden Fall eine tolle Empfehlung meiner Buchhändlerin!!!! Ausführliche Rezi folgt
"Die Wahrheit ist ein Chamäleon, sie wechselt ihre Farbe mit dem Blickwinkel des Betrachters." "Die spürst du nicht" von Daniel Glattauer war mal wieder ein Tipp der Buchhändlerin meines Vertrauens und ich bin ihr sehr dankbar für diesen Tipp, denn von alleine hätte ich zu dem Buch wohl nicht gegriffen. In dem gerade mal 304 Seiten starken Buch steckt so viel über das man sicherlich auch in einer Leserunde grandios gut sprechen und diskutieren kann. Allerdings hatte ich zwischenzeitlich das Gefühl, dass zu viele gesellschaftliche Baustellen aufgemacht werden und das eigentliche dramatische Ereignis um den tödlichen Badeunfall des somalischen Mädchens Aayana und wie es ihrer Familie ergeht zu kurz kommt. Aber vermutlich war das pure Absicht des Autors, um den Finger in die Wunde von Oberflächlichkeit und der Ich-Bezogenheit der Gesellschaft nicht nur zu legen, sondern darin zu bohren. "Die spürst du nicht" ist ein Buch das wütend macht über den Egoismuss und das Verhalten mancher Menschen, über die Social Media Welt, es ist aber auch ein Buch, das nachdenklich und traurig macht. Man trauert mit der somalischen Familie und ist entsetzt über das, was ihr seit ihrer Flucht aus der Heimat passiert ist. Man leidet mit Sophie-Luise (So-Lu) der 14 jährgigen Tochter der Strobel-Marineks, die irgendwie mit dem tödlichen Unfall ihrer "Nicht-Freundin" klar kommen muss und von den Eltern damit ziemlich allein gelassen wird. Und ich kann sogar So-Lus Eltern und das befreundeten Ehepaar Strobel ein Stückweit verstehen und das sie alles tun würden, um das Unglück hinter sich lassen und wieder schlafen, wieder glücklich sein zu können. Aber vermutlich sit das so gut wie unmöglich. Wie soll man bitte den Unfalltod eines Mädchens verarbeiten können, dass man mit in den Urlaub genommen hat. "Die spürst Du nicht" hat sich durch das hohe Tempo, die Spritzigkeit und lebendigen Dialoge sehr gut und schnell lesen lassen. Außerdem machen die vielen unterschiedlichen Erzählarten (neben normal erzählten Prosatext gibt es Interviews, Chat-Unterhaltungen und Kommentare aus der Social Media Welt) das Buch zu einem besonderen Leseerlebnis. Und es ist ein Buch das hängenbleibt, das einem zum Nachdenken anregt und von dem ich froh bin, dass es mir meine Buchhändlerin in die Hand gedrückt und empfohlen hat. Aber leichte Kost ist es wirklich nicht!
Als Sophie Luise ihre Schulfreundin Aayana, ein Flüchtlingskind aus Somalia, mit in ihren Sommerurlaub nimmt, hätten die beiden Familien Strobl-Marinek und Binder nie geahnt, dass sich ihr Leben dadurch einmal auf den Kopf stellen wird. Doch dann verunglückt die 14-jährige Aayana bei einem tragischen Badeunfall… Mit einem einzigartigen und überraschend unterhaltsamen Schreibstil kritisiert Daniel Glattauer unsere privilegierte Gesellschaft und stellt dabei die Frage: Was ist ein Menschenleben wert? Ein Buch, das ich nicht mehr aus der Hand legen konnte.
„Was ist ein Mensch wert, was kostet ein Leben?“ (S.204)
Mit dieser Frage beschäftigt sich dieser gelungene, gesellschaftskritische Roman. Glattauer hält zynisch und satirisch unserer westlichen, privilegierten Gesellschaft den Spiegel vor und trifft mit seinen fiktiven Charakteren dabei voll ins Schwarze. Dabei greift die Story unter anderem Themen, wie Migration, Rassismus, die heutige Meinungskultur in sozialen Medien, sowie „Privilegien und Bürden“ gesellschaftlicher Milieus auf. Ich habe das Buch sowohl gelesen, als stellenweise auch gehört. Beides war sehr angenehm. Thematik, Stil und Message - für mich, rundum eine Leseempfehlung. Dieses Buch gibt genau jenen Menschen eine Stimme, welche i.d.R. weniger in unserer Gesellschaft zur Sprache kommen. „Wenn sich Menschen auf die Flucht durch die halbe Welt begeben, dann muss ihre Not so groß sein, dass sie sogar in Kauf nehmen, in fremden Gewässern auszutrocknen. Für wen tun sie das? Für ihre Kinder, wen sonst. Für die Hoffnung, dass die Kinder eine Chance kriegen, die man ihnen selbst genommen hat.“ (S.269)

Characteristics
4 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Description
Book Information
Author Description
Daniel Glattauer, geboren 1960 in Wien, Bücher (u. a.): Die Ameisenzählung (2001), Darum (2003), Der Weihnachtshund (Neuausgabe 2004), Theo (2010), Mama, jetzt nicht! (2011), Ewig Dein (2012), Geschenkt (2014). Mit seinen Romanen Gut gegen Nordwind (2006) und Alle sieben Wellen (2009) schrieb er Bestseller, die auf der ganzen Welt gelesen werden. Die Komödie Die Wunderübung (2014) ist als Buch, am Theater und als Film sehr erfolgreich. Auf der Bühne sind auch die Komödien Vier Stern Stunden und Die Liebe Geld zu sehen. Und 2019 kam die Verfilmung von Gut gegen Nordwind ins Kino. Zuletzt erschien der Roman Die spürst du nicht (2023).
Posts
Bewegend, tiefgründig und gesellschaftskritisch
Ein Buch , welches ich nicht so schnell vergessen werde. Ein Unglück geschieht. Wie gehen sie Beteiligten damit um. Wer ist schuld. Freundschaften /Familien drohen zu zerbrechen. Die Fluchtgeschichte der Familie hat mich sehr mitgenommen und ich Frage mich, wie viel ist ein Menschenleben wert und sind alle gleich viel wert? Der Schreibstil war sehr besonders, allein auch mit den Kommentaren aus den sozialen Medien.
Über Verantwortung, Verlust und Schuld und das Gefühl, dass nichts mehr wie vorher sein wird
Daniel Glattauers Roman hat mich hineingezogen, ich konnte ihn kaum weglegen und war nach zwei Tagen durch. Er beschreibt in einer wunderbaren Art und Weise, was dieses Unglück in Menschen auslöst. Alle Beteiligten reagieren auf ihre eigene Art und Weise, mit Schuld, Verdrängung, Verleugnung der Wahrheit, Lügen, Vertrauen, Affektiertheit, Verletztheit, Ehrlichkeit, Traumatisierung, absolutem Lebenswillen. Er vergisst auch die eigentlichen Opfer nicht und schildert deren Entbehrungen, Brutalitäten auf demWeg aus der Heimat ins achso sichere Europa. #DieSpürstDuNicht #DanielGlattauer #Verantwortung #Realitätsflucht
Schonungslos – bewegend – aktuell
Daniel Glattauer hat mit „Die spürst du nicht“ einen Roman geschrieben, der unter die Haut geht. Es ist eine Geschichte, die von einem schweren, traurigen und zugleich hochaktuellen Thema erzählt – etwas, das so oder so ähnlich jederzeit passieren könnte. Ohne zu viel zu verraten: Im Zentrum steht eine Familie, deren Urlaubsidylle jäh zerbricht. Was folgt, ist eine schonungslose Auseinandersetzung mit Verantwortung, Schuld, menschlichen Schwächen und gesellschaftlichen Fragen. Glattauer wählt dabei eine ungewöhnliche Erzählweise – mal direkt, mal sperrig, mal distanziert –, was den Roman sehr besonders macht. Gerade dieses „anders Geschriebene“ hat mich überzeugt, weil es perfekt zum Inhalt passt. Besonders beeindruckt hat mich, dass hier kein Blatt vor den Mund genommen wird. Die Figuren reden, denken und handeln oft schmerzhaft ehrlich, manchmal auch brutal direkt. Das macht die Lektüre stellenweise unbequem, aber gleichzeitig authentisch und sehr wirkungsvoll. Am Ende bleibt ein bedrückendes, aber wichtiges Gefühl zurück: Das Bewusstsein, dass das, was hier beschrieben wird, jederzeit Realität werden könnte. Ein Buch, das nachhallt, zum Nachdenken zwingt und gerade wegen seiner Schonungslosigkeit so lesenswert ist.
Mitreißend, erschütternd und es würde mich leider nicht wundern, würde der Fall genau so in naher Zukunft durch die Presse gehen
„Die spürst du nicht“ von Daniel Glattauer ist ein Roman, der in vielerlei Hinsicht die Oberflächlichkeit und die soziale Kluft unserer Gesellschaft kritisch beleuchtet. Der Fokus auf die beiden reichen Familien, die Strobl-Marineks und die Binders, spiegelt die egozentrische und privilegierte Haltung der Mittel- und Oberschicht gut wieder, welche sich in ihren eigenen Problemen verliert und die Schicksale der weniger privilegierten Menschen kaum wahrnimmt oder „aus Zeitgründen“ gar ignoriert, solange das Leid weit weg ist. Dieser Eindruck wird durch die eingeschobenen Kommentare zu den entsprechenden Pressemitteilungen noch verstärkt, in welchen vollkommen pietätlos ein schrecklicher Unfall als Aufhänger für eine neue Debatte gegen die Flüchtlingspolitik nach der anderen genutzt wird und das eigentliche Thema durch einen Streit zwischen mehr oder meist eher weniger reflektierten Kommentatoren über oberflächliche, reißerische Themen, die kaum noch mit dem eigentlichen Inhalt der Pressemitteilung zusammenhängen, verdrängt wird. Vor allem diese Kommentarspalten finden sich so heute leider fast 1:1 in diversen Online-Medien, was die traurige Aktualität des Romans unterstreicht. Trotz der Tragik, die sich aus der Situation der Ahmeds ergibt, bleibt ihre Geschichte eher im Hintergrund, was sicherlich beabsichtigt ist, den Roman in gewisser Weise auch so besonders macht und zu dem unbehaglichen Lesegefühl beiträgt, insgesamt schien mir das Verhältnis aber doch etwas zu unausgewogen und ließ mich zwiegespalten zurück. Gegen Ende wird die Entwicklung der Handlung zwar durch die ein oder andere Wendung nochmal intensiver und berührender, doch letztlich blieb das Buch leicht hinter meinen Erwartungen zurück. Auf mich wirkte es ein bisschen so, als würden die wahren Probleme, wie in den aggressiven, aber inhaltsmageren Debatten in den Kommentarspalten, nicht tiefgehend genug behandelt, sodass das Potenzial der eigentlich sehr kraftvollen Geschichte nicht voll ausgeschöpft wurde. Alles in allem dennoch ein sehr packender und wichtiger Roman.
Ein Buch, das so viele Abgründe aufzeigt, und dann wirklich einmal die zu Wort kommen lässt, über die immer nur gesprochen wird. Ich bin sicher, würden wir mehr Einzelschicksale beleuchten, könnten so einige Menschen nicht mehr guten Gewissens blau wählen. Denn mit konkreten Personen und Schicksalen ist da nichts mehr mit Abstand und Wut. Ich glaube die Realität sieht leider so aus, dass diese Personen nicht zu Wort kommen, alles andere könnte aber genau so geschehen inklusive dieser widerlichen „fiktiven“ Posts aus Foren.
Bewegend, nachdenklich
Daniel Glattauer hat unseren Alltag sehr genau beobachtet, analysiert und in diese Schicksalsgeschichte zweier Familien eingebaut. Die Gesellschaft wurde beispielhaft reingewoben, wie sie sich heute darstellt. Aber er hat etwas entscheidendes zusätzlich getan. Er gab denjenigen, die derzeit kaum Raum zum Atmen bekommen unter uns, ständig in Angst leben und stark traumatisiert sind, eine beispielhafte Stimme. Er zeigt ihre Trauer, ihre Resignation, ihr Leben und die Lasten, die sie jeden Tag tragen müssen. Sein Stil und der Aufbau der Geschichte ist ungewöhnlich, aber treffend. Er wechselt zwischen der Nüchternheit und der tiefen Gefühlsebene, ohne ausufernd in beiden Richtungen zu werden. Flucht betrifft uns alle. Die meisten haben es in ihrer eigenen Familiengeschichte verankert. Und damals wie heute, bedeutet es seine Heimat, seinen (vermeintlichen) Schutz aufzugeben und in die Fremde und Unsicherheit zu gehen, in der Hoffnung, dass es besser wird. Vor allem für die nächste Generation. Dieses wird in diesem Buch eindrücklich dargestellt. Mich hat das Buch sehr bewegt. Ich muss das erst einmal sacken lassen. Würden doch mehr Menschen diesen Perspektivwechsel wagen...
Mitreißend 💙
✨Rezensionsexemplar✨ Das war mein erstes Buch des Autors und ein echter pageturner. Wirklich, ich denke unabhängig davon, was der Inhalt mit einem macht, man möchte immerzu weiterlesen. Ganz unten schreibe ich Euch die Trigger auf, diese hat es leider im Buch nicht gegeben. Wer möchte, scrollt also weit nach unten. 2 Wiener Familien machen Urlaub in der Toskana. Die vierzehnjährige Sophie Luise nimmt ihre Schulfreundin Aayana mit. Aayana ist mit ihrer Familie aus Somalia nach Österreich geflohen und die Traumata sitzen tief. Es kommt zur Katastrophe… Die Geschichte ist sehr spannend geschrieben und man weiß auch eine ganze Zeit lang nicht, in welche Richtung es geht. Das Buch ist zwar politisch, aber aufgebaut als Familienroman. Zusätzlich zur großen Katastrophe schwelen im Hintergrund weitere Konflikte. Vor allem eine Situation ist gefährlich und da habe echt panisch mitgefiebert und das Schlimmste befürchtet. Wessen Leben ist was wert? Wer trägt die Schuld, wenn das Schicksal zuschlägt? Der Autor rollt die wohl größten Fragen auf und das Thema Flüchtlingspolitik könnte ja auch aktueller nicht sein. Was mir sehr gut gefallen hat, ist die Tatsache, dass der Autor der geflüchteten Familie stellvertretend für viele andere eine Bühne gegeben hat. Ich persönlich denke jedoch, dass der Ausgang in der Realität anders gewesen wäre. Es stimmt aber hoffnungsvoll und man möchte gern, dass es so sein kann. Leseempfehlung! 4/5 ⭐️⭐️⭐️⭐️ Weiter unten folgen die TW, die im Buch fehlen ⬇️ TW: Tod, Ertrinken, Angst vor Wasser, Krieg, Vergewaltigung, Schwangerschaft, Drogen, emotionale Abhängigkeit, Mobbing, Rassismus

Dieses Buch berührt nicht sanft – es bohrt den Finger in die Wunden einer Gesellschaft, die verlernt hat, wirklich zu spüren.
Bis ins letzte Drittel kommt der Roman mit sitzenden Dialogen und fast schon leichtfüßigen Dialogen daher. Und genau darin liegt die Raffinesse: Während man noch schmunzelt, hat das Buch längst begonnen, unter die Oberfläche zu gehen. Im Zentrum steht eine erschreckende Ich-Bezogenheit. Erwachsene, die moralisch korrekt auftreten – und doch in erster Linie um sich selbst kreisen. Hinter guten Taten verstecken sich oft niedere Motive. Empörung wird zur Pose, Haltung zur Inszenierung. Und die Kinder? Sie laufen mit. Oder bleiben zurück. So-Lus Verliebtheit in Pierre ist keine romantische Nebenspur, sondern ein emotionales Abrutschen. Man spürt, wie sie den Boden unter den Füßen verliert – und wie wenig Raum es für ihre Unsicherheit, ihre Wut, ihre Trauer gibt. Alles bleibt unausgesprochen. Alles wird übertönt vom Grundrauschen einer Gesellschaft, die lieber kommentiert als zuhört. Besonders erschütternd ist die Geschichte der Ahmeds. Hier verlässt der Roman endgültig die ironische Leichtigkeit und wird existenziell. Die Flüchtlingskrise ist kein Schlagwort, sondern menschliches Schicksal. Niemand von uns kann sich wirklich in das Leid hineinversetzen, das Flucht bedeutet. Natürlich will man helfen. Und doch zeigt das Buch das Dilemma: Was passiert, wenn Solidarität auf Überforderung trifft? Wenn Ängste wachsen? Wenn gesellschaftliche Spannungen sich verschärfen und einfache Antworten lauter, bösartiger und abgestumpfter werden? Glattauer liefert keine Parolen. Keine Lösungen. Er zeigt, wie schnell Narrative entstehen, wie schnell geurteilt, kommentiert, weitergescrollt wird. Wie komplexe Wirklichkeit auf Schlagzeilen schrumpft. Und wie dabei oft das Menschliche verloren geht. Das offene Ende ist konsequent. Kein Trost. Keine moralische Auflösung. Nur ein Spiegel. Ich habe das Buch zugeklappt und meine schlafende Katze gestreichelt. Vielleicht, weil Tiere nicht so abgründig sind wie wir Menschen. Sie folgen ihrem Instinkt. Sie nehmen sich Raum, ohne ihn als Bühne zu missbrauchen. Sie fügen keinen Schaden zu, um sich selbst größer zu fühlen. „Die spürt man nicht“ ist ein kluger, unbequemer, messerscharfer Roman. Einer, der unterhält – und gleichzeitig entlarvt.
Ein gut konstruierter Roman. Das Thema ist hochaktuell, die Figuren scharf gezeichnet. Oft bleibt das Lachen im Hals stecken. Die Montage der Kommentare ist ein passendes Stilmittel. Was mir gefehlt hat war allerdings eine Verbindung zu einer der Figuren aufzubauen. Irgendwie ist da kein Funke übergesprungen. Vielleicht dann wirklich zu konstruiert. Es lohnt sich dennoch sehr, diesen Roman zu lesen!
Emotional und sozialkritisch, traurig, aber wahr…
Dies war der erste Roman, den ich von Daniel Glattauer gelesen habe und sicherlich nicht mein letzter! Mir hat die Dichte der Handlung, Szenen und Dialoge sehr gut gefallen. Auch, dass einem viel Raum gelassen wird, sich bestimmte Szenen oder Reaktionen selbst weiter auszumalen. Die Figuren wirkten sehr realistisch/ menschlich und ich konnte gut mit ihnen mitfühlen. Trotzdem der schweren Themen, ist der Schreibstil locker und leicht und bietet ein gutes Gegengewicht. Gerade die Social Media Kommentare zu den laufenden NewsFeeds haben sehr gut in die Handlung reingepasst und ich dachte mir bei dem einen oder anderen provokanten Internet-Kommentar, das ist doch keine Fiktion, das ist Copy & Paste. Traurig, aber wahr… Ich bin sehr gespannt auf weitere Bücher von ihm!
Manchmal gibt es keine Gewinner
Der Unfalltod eines vierzehnjährigen Mädchen löst große Unruhen aus, in der Presse, den sozialen Medien und bei den Betroffenen und Angehörigen. Der Fall ist politisch aufgeladen und so ist es auch dieses Buch. Es geht um den Umgang mit Geflüchteten in unserer Gesellschaft, die Ausgrenzung, das Denken in Stereotypen. Es geht um den Umgang mit Politiker:innen in den Medien, jeder kleinste Fehler wird zerrissen, auch wenn die Intentionen noch so gut waren. Ein Geschichte in der nicht deutlich wird, wer Opfer und wer Täter ist. Hier hat jede Figur seine Ängste, Probleme und Fehler. Ein gut geschriebener Roman, mit einigen interessanten Erzähltechniken. Leider werden viele Charaktere nur sehr oberflächlich beschrieben und bieten kaum Mehrwert für die Geschichte.
Belehrend statt berührend
Zu Beginn war das Buch noch unterhaltsam und weckte mein Interesse. Mit der Zeit wurde der Ton jedoch zunehmend belehrend und sehr politisch und die Handlung verlor spürbar an Spannung. Die Geschichte entwickelte sich zu einer deprimierenden Erzählung, in der es am Ende nur Verlierer gibt. Insgesamt hat mir das Buch leider nicht gefallen.
Ich habe es schnell abgebrochen, da es schon zu Beginn mit Begrifflichkeiten sehr klischeehaft war und ich schlimmeres ahnte. Die Rezensionen gaben recht. Ein weißer Autor hat nicht das Recht das N- Wort (mehrfach) ausgeschrieben in seinen Texten zu haben und im Ganzen trieft dieses Buch leider sehr von Vorurteilen und Stereotypen, die wahre und wirkliche Sicht der Betroffenen kommt nicht vor. Mehr Schein als Sein.
Ein Gesellschaftsroman, der vieles widerspiegelt, was man im Alltag erlebt und auch auf Social Media liest. Ich fand den Schreibstil ganz okay. Eine leichte Sommerlektüre. Aber… Für mich war es kein Wohlfühlbuch. Es ist unterhaltsam, ja, aber ich habe was anderes erwartet und habe das Buch ab der Mitte nur gelesen, dass ich es (endlich) gelesen habe. Leider nicht mehr und nicht weniger. Kein Buch für mein Bücherregal. Auch wenn hier ein wichtiges und ernstes Thema aufgegriffen wird.

Der Roman behandelt ein sehr brisantes, gesellschaftsspaltendes Thema und ich war mehr als gespannt, wie der Autor die Thematik umsetzt, ohne zu sehr gängige Klischees zu bedienen. Ich finde, das ist ihm hervorragend gelungen. Zwei gut betuchte, österreichische Familien planen einen gemeinsamen Urlaub in einem luxuriösem Ferienhaus in der Toskana, mit dabei eine bekannte Grünenpolitikerin. Deren Tochter Sophie Luise hat seit Kurzem das somalisches Flüchtlingskind Aayana aus ihrer Klasse zur Freundin und es sich zur Aufgabe gemacht, sich um das Mädchen zu kümmern. So beschließt sie, dass Aayana mit in die Toskana fahren soll, um ihr im dortigen Pool das Schwimmen beizubringen. Eine Idee mit fatalen Folgen und so wird aus einem schönen Urlaub eine Zerreißprobe für beide Familien und auch für die österreichische Gesellschaft. Daniel Glattauer ist ein Meister des Wortes. Schon wie der Roman beginnt erinnert eher an ein Theaterstück als an ein Belletristik-Werk. Er beherrscht es unglaublich gut, Figuren zu zeichnen und den Lesenden deren Charakter näherzubringen, so dass man sich von Anfang an so fühlt, als wäre man mittendrin - trotz des schweren Themas. Seine Sprache ist anspruchsvoll und voller eleganter Wendungen und wenn er Personen sprechen lässt, hört man quasi den österreichischen Dialekt aus den Seiten tönen. Auch das Stilmittel der an passenden Stellem platzierten Pressetexte mit entsprechenden Kommentaren, wie man sie 1:1 auf sämtlichen Social Media Plattformen finden könnte, passen perfekt in die Atmosphäre des Buches. Ohne anzuklagen behandelt Glattauer diese schwere Kost und am Ende musste ich die ein oder andere Träne verdrücken. Ein Buch, das einen nicht kalt lassen kann, für mich eines meiner Highlights in den letzten Monaten.
Fesselnd. Wütend. Hoch emotional.
Wie viel ist ein Menschenleben wert? Daniel Glattauer gelingt es in seinem Roman so unfassbar gut eine Geschichte zu kreieren, wie sie jederzeit und jeden Tag in unseren Breitengraden passieren könnte. Wir hören hin, aber wir hören nicht zu. Sind so beschäftigt mit uns selbst, dass das Schicksal anderer gar nicht mehr zu uns durchdringt. Wir bewerten Leben anhand von Geld, Ansehen, Hautfarbe. Die Thematik rund um Flüchtlinge und wie die Gesellschaft mit den Menschen und der Thematik umgeht ist wirklich unfassbar spannend und emotional aufgegriffen worden. Große Leseempfehlung!
Ein sehr bewegendes Buch, das mich auf vielen Ebenen gepackt hat.
Das Thema ist weiterhin aktuell, sozialkritisch und wirft wichtige Fragen nach Verantwortung und unserem gesellschaftlichen Umgang miteinander auf. Es ist politisch aufgeladen (weiterhin leider noch sehr aktuell), regt zum Nachdenken an und bietet definitiv Stoff für Diskussionen im nächsten Buchclubtreffen. Der Erzählstil hat mir gut gefallen: Flüssig, mitreißend und stellenweise sogar humorvoll, sodass man trotz der Schwere des Themas auch mal schmunzeln kann. Ich habe beim Lesen geweint, war wütend und tief berührt.
Wie ein Schlag in die Magengrube.
Uff. Schwer in Worte zu fassen, was das Buch in mir ausgelöst hat. Eine grandios geschriebene, aber zutiefst unbequeme und unangenehme Geschichte. Der spitzzüngige „Erzähler“ streut hier und da Humor ein, was die aufkommenden Fragen der Geschichte (Was ist ein Menschenleben wert? Wie viel Leid kann ein Mensch ertragen?) noch eindrücklicher hervortreten lassen. Keine leichte Kost!
Die wohlhabenden, privilegierten Familien Strobl-Martinek und Binder treten einen Urlaub in die Toskana an. Die 14 jährige Sophie Luisa, die Tochter der Strobl-Martineks, nimmt ihre Klassenkameradin Aayana, eine Geflüchtete aus Somalia, mit. Schnell kommt es zur Katastrophe: Aayana ertrinkt in dem Luxuspool. Jede Rettung kommt für sie zu spät. Wie geht es weiter für die beiden Familien? Wer ist schuld? Wer tritt für Aayana und ihre Familie ein? „Die spürst du nicht“ ist ein Gegenwartsroman im wahrsten Sinne des Wortes. Er wagt sich an große Themen der Zeit ran und tut dies auf Messers Schneide. Glattauer reproduziert Herablassung bis hin zu Rassismus und Diskriminierung (leider auch zwei Mal mit dem unnötig und unkommentiert ausgeschriebenen N*-Wort) , um die Leser*innen auch ja schön rechts einzunorden. Über weite Strecken des Romans befindet man sich in der privilegierten Österreichischen High Society. Glattauer gelingt es, dass man irgendwann sogar mit den beiden eher unsympathischen, über-stereotypen Familien mitleidet, eben weil nur sie und ihre Gefühlswelt dargelegt wird. Wer das alles durchgehalten hat (und ich kann verstehen, wenn man es vorher abgebrochen hat), kriegt das im letzten Teil alles stellvertretend anklagend um die Ohren gepfeffert! Die Geflüchteten seien „unter unserer Wahrnehmung. Unter unserem Interesse. Ihre Geschichte will hier keiner hören. Und sie können sie auch nicht erzählen. Sie werden nicht danach gefragt. Und von sich aus schaffen sie es nicht, sich zu Wort zu melden. Ihnen fehlen die Mittel.“ Und dann kommen sie zum Ende, kurz aber prägnant, doch noch zu Wort. Und so versucht Glattauer durch Empathie zu einen, was durch einen tiefen Riss durch unsere modernen Gesellschaften getrennt ist. Vor dem Hintergrund der aktuellen politischen Entwicklungen in Österreich ist der Roman noch einmal brisanter und aktueller geworden. Es geht aber nicht nur um Migration, sondern auch darum, wie wir die Menschlichkeit (vor allem die Jugendlichen) an und in Social Media verlieren. Glattauer spielt dafür mit Textformen: Die Handlung wird kommentiert von den klassischen Medien. Die klassischen Medien werden kommentiert von anonymen User*innen in Social Media, dem Haifischbecken unserer Zeit. Dieser intermediale Kniff ist aus meiner Sicht gelungen und unterstreicht abermals die Gegenwartsbedeutung des Textes. Ein gewagter Text, auf den man sich einlassen muss, der seine Schwächen, aber viel mehr Stärken und Potenziale mit sich bringt. Von mir gibt es eine Leseempfehlung!
Fast abgebrochen...
Beim selber lesen bin ich irgendwie nicht in die Geschichte rein gekommen. Habe mich dann entschlossen dem Buch noch eine Chance zu geben und zwar indem ich es mir vorlesen lasse. Und da haben Tessa Mittelstaedt & Steffen Groth ganze tolle Arbeit geleistet. Was ich beim selber lesen als anstrengend und verwirrend empfand, haben die beiden beim "vorlesen" toll umgesetzt. "Die spürst du nicht" ist mein erstes Buch von Daniel Glattauer. Die Geschichte an sich ist schwere Kost, nichts Leichtes für zwischen durch und ziemlich nah dran an der Realität. Ich habe den beiden Sprechern gern zu gehört und bin mir sicher es war nicht das letzte (Hör)Buch von Daniel Glattauer.
Aayana ist ein Flüchtlingskind aus Somalia und wird von ihrer Freundin in den Familienurlaub mitgenommen, wo sie im Swimmingpool der Villa ertrinkt. Dadurch gerät das Leben aller Beteiligten aus den Fugen. Im laufe der immer skurriler werdenden Folgen dieses Unglücks erfährt man die Lebensumstände der einzelnen Protagonisten und ihrer Reaktionen darauf. Auf den ersten 100 Seiten habe ich mich sehr schwer getan mit diesem Roman. Das lag va am telegrammartigen Schreibstil der die Personen nur sehr grob beschreibt, wodurch mich die Personen emotional nicht erreichten . Auch die Postings, die die unterschiedlichen öffentlichen Reaktionen auf dieses Geschehen darstellen sollten, fand ich befremdend. Am Schluss nimmt die Geschichte dann mehr Fahrt auf und man erfährt die Geschichte aus der Sicht der Flüchtlingsfamilie, sodass das Buch mir am Ende doch noch ganz gut gefallen hat.
Ich konnte das Buch nicht weglegen. Es ist spannend, unangenehm, nachvollziehbar, nah. Man kann sich in die Charaktere einfühlen, weil man entweder ähnliche Menschen kennt, oder selbst manchmal so ist. Und das erhöht den Cringe Faktor. Eine furchtbare und gute Geschichte mit einer feinen und schmerzhaften Auflösung.
Mood inspired by the book 🌸 not official 🌸 AI-generated 🌸 floral reinterpretation ✨ Ich bin ohne Erwartungen in dieses Buch gestartet 🤷♀️ – und plötzlich war ich an einem Ort, an dem es weh tut. 😞 Sophie Luise möchte ihre Schulfreundin Aayana unbedingt mit in den Urlaub nehmen. Nach langem Bitten darf sie schließlich mitfahren. Ab diesem Moment kippt die Geschichte langsam, leise – und wird tieftraurig. 😟 Dieses Buch fühlt sich erschreckend real an. Besonders die bösen Kommentare/Beiträge treffen hart, weil man weiß: Genau so passiert es jeden Tag. Genau so reden Menschen. Genau so verletzen Worte. Was mich allerdings sehr gestört hat, war die Verwendung des sogenannten „N-Wortes“. 😠 Ich habe mich gefragt, warum so etwas überhaupt ausgeschrieben werden muss. Für mich hat es nichts verstärkt, sondern eher etwas kaputt gemacht – es hat mich aus der Geschichte gerissen und ein ungutes Gefühl hinterlassen. Und trotzdem: Dieses Buch bleibt. Es regt zum Nachdenken an, macht wütend, traurig und nachdenklich zugleich. Es zeigt, wie grausam Gesellschaft sein kann – oft ganz leise, ganz beiläufig. Ein Buch mit viel Potenzial auch wenn es für mich nicht ganz rund war.

Wichtiges Buch mit hartem Thema
Und wieder war es gut, dass ich mir zum Buch wenig durchgelesen habe. Ich kam von Glattauers Romanen Gut gegen Nordwind und hab Comedy erwartet. Bekommen habe ich eine traurige Geschichte, nah an der Realität. Das Buch steckt voller Emotionen - vor allem aber Wut und Traurigkeit. Es ist ein Buch zum Reflektieren.
27.02.2025 Ein Buch, das betroffen zurücklässt, aber wichtiger als je zuvor ist... Gerade in diesen politischen Zeiten..
Dieses Buch war ein Vorschlag in unserem Mädels-Buchclub. Es bietet sehr viel Raum für Diskussionen über menschliches Verhalten. Besonders die Einschübe der Forumsbeiträge haben mir als Leserin deutlich vor Augen geführt was in unserer Gesellschaft absolut schief läuft... Empathielose Kommentare als Reaktion auf den Tod eines Menschen, das ist leider tatsächlich unser Alltag und keineswegs überspitzt dargestellt... Besonders aufgefallen ist mir immer wieder, dass die betroffene Familie gar nicht im Fokus stand... Es wurde selten bis kein Mitleid ausgesprochen, es wurden Fakten und Theorien oder auch einfach nur pietätlose Witze ausdiskutiert oder im Falle von Elisa und ihrer Familie über die eigenen Sorgen und Probleme nachgedacht. Aber wo bleibt das Einfühlungsvermögen für die Eltern/Geschwister, die ihr Familienmitglied verloren haben?? Was wäre gewesen, wäre es andersherum passiert? Und ich vermute mal genau das wollte uns der Autor mit seinem Buch vor Augen führen... Es ist kein Buch, dass leicht verdaulich ist, auch wenn es sprachlich nicht auf Schockmomente setzt und sehr ruhig erzählt ist. Mir wird die Geschichte in Erinnerung bleiben (und besonders mein Leseverhalten von Berichterstattungen nachhaltig verändern), ich werde das Buch weiterempfehlen.
Es fällt mir schwer, zu diesem Buch passende Worte zu finden. Heftiger Inhalt, wirklich etwas zum Nachdenken. Zwischendurch wusste ich nicht, was ich von der Geschichte halten soll, wollte aber unbedingt weiter lesen. Fesselnd und erschreckend zugleich. Kein „schönes“ Buch, aber eins, das definitiv nachhallt.
„Leid wird nicht weniger, wenn man es aufzuteilen versucht. Im Gegenteil! Man steckt sich gegenseitig an und es vermehrt sich.“
Daniel Glattauer nimmt einen mit in einen scheinbar perfekten Urlaub: zwei befreundete, wohlhabende Familien, eine Villa in der Toskana, Prosecco, Antipasti, Sommer. Mit dabei ist Aayana, ein somalisches Flüchtlingskind, eingeladen als Begleitung für die 14-jährige Sophie Luise. ☀️ 🇮🇹 Doch dann geschieht eine Katastrophe … und plötzlich steht eine Frage im Raum, die man nicht wegschieben kann: Was ist ein Menschenleben wert? Und zählt jedes gleich viel? 🤷🏼♀️ Was mich besonders beeindruckt hat, ist die Klarheit, mit der unsere privilegierte Gesellschaft seziert wird. 📖 Niemand bleibt unberührt, niemand wirklich unschuldig. Die Figuren wirken erschreckend real – gerade deshalb sind ihre Gedanken manchmal schwer auszuhalten. „Die spürst du nicht“ ist kein angenehmes Buch. Aber ein wichtiges. Eines, das lange nachhallt, weil es Fragen stellt, auf die man keine einfachen Antworten findet. Und weil es jenen eine Stimme gibt, die viel zu oft überhört werden. Ein Roman, der wehtut. Und genau deshalb gelesen werden sollte. 📚

Nachdenklich und realitätsnah, konnte mich aber nicht vollständig abholen.
„Die spürst du nicht“ regt auf jeden Fall zum Nachdenken an und greift Themen auf, die sehr nah an der Realität sind. Genau das macht das Buch grundsätzlich interessant. Trotzdem war es für mich kein Highlight. Die Geschichte konnte mich nicht durchgehend fesseln, und insgesamt hat mir etwas gefehlt, um wirklich emotional einzutauchen. Auch wenn ich die Thematik und den Ansatz schätze, bleibt es für mich ein eher schwächeres Buch im Vergleich zu anderen, die mich stärker erreicht haben. Insgesamt ein solides, nachdenkliches Buch, das mich persönlich aber nicht vollständig überzeugen konnte.
Dieses Buch zeigt die Borniertheit und Arroganz unserer Gesellschaft
Ich muss sagen, ich hatte aufgrund der Tatsache, dass das Buch so gehypt wurde bei Erscheinung höhere Erwartungen. Der Sprachstil ist sehr speziell, für "Gut gegen Nordwind" mag das funktionieren, bei einem so komplexen Plot hat mich der recht einfache Stil eher irritiert. Die Protagonist:innen bleiben einem seltsam fern. Gegen Ende legt die Geschichte dann doch noch Mal ordentlich zu, als vor Gericht die Fluchtgeschichte der somalischen Familie offenbart wird. So richtig sympathisch bleibt einem nur deren Anwalt in Erinnerung. Dennoch mit 3,5 Sternen eine Leseempfehlung, da sich das Buch sehr schnell durchliest und ein wichtiges Thema behandelt.
DNF - Enttäuschend und problematisch
Ich hatte mir von diesem Hörbuch deutlich mehr erhofft, wurde jedoch recht schnell enttäuscht. Ein Aspekt, der in vielen Bewertungen und Foren wiederholt kritisiert wird, ist der problematische Umgang mit dem Thema Rassismus – inklusive der mehrfachen Verwendung des N-Worts. Endgültig abgebrochen habe ich dann, als die Affäre von einer der Protagonistinnen erwähnt wird, sie aber gleichzeitig ihren Mann „noch nicht verlassen kann“. Da wurde das Fremdgehen relativiert and that‘s not ok. Rückblickend hätte ich wohl besser vorab die Bewertungen gelesen – das hätte mir diese Erfahrung vermutlich erspart.
Ein unglaublich ergreifender Roman: Beschrieben werden die vielfältigen Reaktionen auf einen tragischen Badeunfall beim Toskana-Urlaub zweier Familien, bei dem ein Mädchen somalischer Herkunft verstarb. Dies geschieht in einem originellen Mix aus Erzählung, Zeitungsartikeln mit Postings und Chats, in denen der Autor die Perspektive aller Beteiligten darstellt - zunächst mit Ausnahme der Opferfamilie. Die rückt dann mit ihrer tragischen Fluchtgeschichte im Prozess in den Mittelpunkt, in dem das ganze Drama kulminiert. Unbedingte Leseempfehlung!
Ich schwanke noch zwischen 4,5 und 5 Sternen. Auf jeden Fall eine tolle Empfehlung meiner Buchhändlerin!!!! Ausführliche Rezi folgt
"Die Wahrheit ist ein Chamäleon, sie wechselt ihre Farbe mit dem Blickwinkel des Betrachters." "Die spürst du nicht" von Daniel Glattauer war mal wieder ein Tipp der Buchhändlerin meines Vertrauens und ich bin ihr sehr dankbar für diesen Tipp, denn von alleine hätte ich zu dem Buch wohl nicht gegriffen. In dem gerade mal 304 Seiten starken Buch steckt so viel über das man sicherlich auch in einer Leserunde grandios gut sprechen und diskutieren kann. Allerdings hatte ich zwischenzeitlich das Gefühl, dass zu viele gesellschaftliche Baustellen aufgemacht werden und das eigentliche dramatische Ereignis um den tödlichen Badeunfall des somalischen Mädchens Aayana und wie es ihrer Familie ergeht zu kurz kommt. Aber vermutlich war das pure Absicht des Autors, um den Finger in die Wunde von Oberflächlichkeit und der Ich-Bezogenheit der Gesellschaft nicht nur zu legen, sondern darin zu bohren. "Die spürst du nicht" ist ein Buch das wütend macht über den Egoismuss und das Verhalten mancher Menschen, über die Social Media Welt, es ist aber auch ein Buch, das nachdenklich und traurig macht. Man trauert mit der somalischen Familie und ist entsetzt über das, was ihr seit ihrer Flucht aus der Heimat passiert ist. Man leidet mit Sophie-Luise (So-Lu) der 14 jährgigen Tochter der Strobel-Marineks, die irgendwie mit dem tödlichen Unfall ihrer "Nicht-Freundin" klar kommen muss und von den Eltern damit ziemlich allein gelassen wird. Und ich kann sogar So-Lus Eltern und das befreundeten Ehepaar Strobel ein Stückweit verstehen und das sie alles tun würden, um das Unglück hinter sich lassen und wieder schlafen, wieder glücklich sein zu können. Aber vermutlich sit das so gut wie unmöglich. Wie soll man bitte den Unfalltod eines Mädchens verarbeiten können, dass man mit in den Urlaub genommen hat. "Die spürst Du nicht" hat sich durch das hohe Tempo, die Spritzigkeit und lebendigen Dialoge sehr gut und schnell lesen lassen. Außerdem machen die vielen unterschiedlichen Erzählarten (neben normal erzählten Prosatext gibt es Interviews, Chat-Unterhaltungen und Kommentare aus der Social Media Welt) das Buch zu einem besonderen Leseerlebnis. Und es ist ein Buch das hängenbleibt, das einem zum Nachdenken anregt und von dem ich froh bin, dass es mir meine Buchhändlerin in die Hand gedrückt und empfohlen hat. Aber leichte Kost ist es wirklich nicht!
Als Sophie Luise ihre Schulfreundin Aayana, ein Flüchtlingskind aus Somalia, mit in ihren Sommerurlaub nimmt, hätten die beiden Familien Strobl-Marinek und Binder nie geahnt, dass sich ihr Leben dadurch einmal auf den Kopf stellen wird. Doch dann verunglückt die 14-jährige Aayana bei einem tragischen Badeunfall… Mit einem einzigartigen und überraschend unterhaltsamen Schreibstil kritisiert Daniel Glattauer unsere privilegierte Gesellschaft und stellt dabei die Frage: Was ist ein Menschenleben wert? Ein Buch, das ich nicht mehr aus der Hand legen konnte.
„Was ist ein Mensch wert, was kostet ein Leben?“ (S.204)
Mit dieser Frage beschäftigt sich dieser gelungene, gesellschaftskritische Roman. Glattauer hält zynisch und satirisch unserer westlichen, privilegierten Gesellschaft den Spiegel vor und trifft mit seinen fiktiven Charakteren dabei voll ins Schwarze. Dabei greift die Story unter anderem Themen, wie Migration, Rassismus, die heutige Meinungskultur in sozialen Medien, sowie „Privilegien und Bürden“ gesellschaftlicher Milieus auf. Ich habe das Buch sowohl gelesen, als stellenweise auch gehört. Beides war sehr angenehm. Thematik, Stil und Message - für mich, rundum eine Leseempfehlung. Dieses Buch gibt genau jenen Menschen eine Stimme, welche i.d.R. weniger in unserer Gesellschaft zur Sprache kommen. „Wenn sich Menschen auf die Flucht durch die halbe Welt begeben, dann muss ihre Not so groß sein, dass sie sogar in Kauf nehmen, in fremden Gewässern auszutrocknen. Für wen tun sie das? Für ihre Kinder, wen sonst. Für die Hoffnung, dass die Kinder eine Chance kriegen, die man ihnen selbst genommen hat.“ (S.269)
























































