Die sieben Monde des Maali Almeida

Die sieben Monde des Maali Almeida

Softcover
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Description

Maali Almeida, Kriegsfotograf und Glücksspieler, erwacht eines Morgens als toter Mann und weiß nicht, warum. In Sri Lanka herrscht Bürgerkrieg, Herauszufinden, wer ihn ins Jenseits befördert hat und aus welchem Grund, ist so gut wie unmöglich – und dennoch macht Maali sich daran, das Rätsel zu lösen.

Shehan Karunatilaka hat einen großen, funkensprühenden Roman über Sri Lanka, über das Leben nach dem Tod und über das Menschsein inmitten von Krieg und Gewalt geschrieben.

«Es gibt nicht viele Romane, bei denen man zugleich an Agatha Christie, Salman Rushdie und John le Carré denken muss. Dieser ist einer.» The Times

«Der Roman gibt, was man sich von besonderen Büchern wünscht: aufregende, mitunter überwältigende Einblicke in eine unbekannte Welt.» Sandra Kegel, Frankfurter Allgemeine Zeitung

«Ein schillerndes Vexierspiel, ein Roulette mit vollem Einsatz.» Peter Helling, NDR Kultur «Neue Bücher»

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Softcover
Pages
544
Price
16.50 €

Author Description

Shehan Karunatilaka wurde 1975 in Galle im Süden Sri Lankas geboren. Aufgewachsen in Colombo, wo er heute wieder lebt, studierte er in Neuseeland und lebte und arbeitete in London, Amsterdam und Singapur. 2010 erschien sein Debütroman Chinaman, für den er u.a. mit dem Commonwealth Prize ausgezeichnet wurde. Außerdem schreibt er Rocksongs, Drehbücher und Reiseliteratur und veröffentlichte in verschiedenen internationalen Medien wie The Guardian, Newsweek, Rolling Stone, GQ und National Geographic. Er zählt zu den wichtigsten literarischen Stimmen Sri Lankas. Die sieben Monde des Maali Almeida ist sein lang erwarteter zweiter Roman, der 2022 mit dem Booker Prize ausgezeichnet wurde.

Posts

23
All
4.5

Sieben Monde Zeit. Für Wahrheit. Für Erinnerung. Für Gerechtigkeit.

Dieses Buch verlangt Offenheit. Den Mut, über den eigenen Horizont hinauszuschauen. Denn wer sich darauf einlässt, bekommt weit mehr als einen cleveren metaphysischen Thriller – man bekommt einen Schlag in die Magengrube und einen Blick in eine Welt, die man nicht so schnell vergisst. Sri Lanka, 90er Jahre. Bürgerkrieg, Korruption, Gewalt. Maali Almeida ist tot. Ein Fotojournalist, queer, unbequem. Er erwacht in einem grotesken Zwischenreich und muss mit ansehen, wie seine eigene Leiche entsorgt werden soll. Sieben Monde bleiben ihm, um das Licht zu erreichen. Sieben Monde, um herauszufinden, wer ihn ermordet hat. Und sieben Monde, um sicherzustellen, dass seine brisanten, bisher unveröffentlichten Fotos endlich gesehen werden. Was folgt, ist wild, bitter, klug und zutiefst menschlich. Eine Geschichte zwischen Whodunit und politischem Thriller, zwischen Jenseits und brutaler Realität. Karunatilaka erzählt von Macht, von Schuld, von Menschen, die versuchen zu überleben – und davon, was es bedeutet, als queerer Mann in einem feindlichen System sichtbar zu sein. Ich wusste lange nicht, wie ich dieses Buch einordnen soll. Und genau das macht es so stark. Es fordert. Es verwirrt. Es tut weh. Für mich vollkommen zu Recht mit dem Booker Prize 2022 ausgezeichnet. Ein Roman, der nicht loslässt – auch lange nachdem die sieben Monde vergangen sind.

4.5

Interessante Idee von dem Leben nach dem Tod

In einer kleinen Buchhandlung bei mir um die Ecke wurde es als queeres Buch geführt. Da ich es eh schon auf der Liste hatte, dachte ich, ich nutze den Pride Month um dieses Buch zu lesen. Dabei wurde ich fast erschlagen. Es geht um so viel. Die Feindschaft mehrerer Bevölkerungsgruppen untereinander und der daraus resultierenden blutigen Krieg, der Rolle von Journalisten in diesem, das queer sein in einer Gesellschaft, die das nicht toleriert und um Spiritualität und das Leben nach dem Tod. Außerdem geht es um Kolonialismus und die Einflüsse unterschiedlicher Nationen auf ein frisch unabhängiges Land. Dazu kommt noch ein Kriminalfall und das auflösen eines ungeklärten Mordes, nämlich dem von Maali Almeida. Dieser wurde umgebracht und ist nun in der Zwischenwelt erwacht. Er muss nun mit den begrenzten Mitteln eines Geistes versuchen herauszufinden, wer ihn umgebracht hat und irgendwie seinem kurzen Leben noch einen Sinn geben. Das Buch hat mich total fasziniert. Zugegeben, am Anfang fühle ich mich etwas erschlagen. Ich wusste nichts über den Bürgerkrieg in Sri Lanka und generell wusste ich wenig über das Land. Das Buch erklärt aber früh in groben Zügen den Konflikt. Dabei ist es immer auch einen Hauch zynisch, was etwas die Schwere von dem Thema nimmt. Generell wird der Tod nicht als das schlimmste Ereignis im Leben dargestellt, sondern als natürliche Abfolge der Dinge. Ich bin wirklich begeistert. Lesen ermöglicht es einem in Länder zu reisen, in denen man noch nie war und von Kulturen zu lernen, denen man noch nicht begegnet ist. Man muss in das Buch definitiv erstmal reinfinden, vor allem wenn man bis jetzt keine Berührungspunkte mit Sri Lanka hatte. Hinten gibt es jedoch eine Karte mit den wichtigsten Orten und eine Übersicht der wichtigsten Figuren und Begriffe. Das hilft sehr. Man sollte dem Buch ein Chance geben, dann wird man mit einer außergewöhnlichen Geschichte belohnt. Zu Recht hat dieses Buch 2022 den Bookers Price gewonnen. Und für alle, die auf schöne Cover stehen, mich hat das Bunte Bild mit dem Dämon komplett abgeholt. Es lag schon die ganze Zeit neben meinem Lesesessel und ich konnte es dadurch nicht abwarten es endlich zu lesen.

4

Wow, wie komplex!

Es fällt mir schwer zu diesem Roman einen Beitrag zu schreiben, da er so unterschiedliche Ebenen hat, dass ich es nicht leicht fand allen Spuren zu folgen und nicht den Faden zu verlieren. Einerseits Krimi: Wer hat Mali getötet? Dann historisch-politische Gesellschaftskritik: Welche Grausamkeiten hat Mali gesehen und fotografiert, für wen gearbeitet? Und natürlich auch noch die Frage: Was kommt nach dem „Dazwischen“, wenn die Sieben Monde um sind? Wem soll man sich da anschließen und warum? Und bei alldem schwingt immer auch die Frage mit: Wer sind meine Liebsten, (wie) kann ich sie schützen? Ein toller Roman, der magische Elemente mit der brutalen Realität verbindet, Absurdes möglich macht und doch Korruption, Gewalt, Schrecken des Krieges in keinster Weise verharmlost. 🌓📸💨

5

Magischer Realismus trifft auf politische Unruhen und Korruption in Sri Lanka. Ein großartiges Leseerlebnis!

1.5

✨ Nach 250 Seiten abgebrochen ✨

Der Klappentext zu "Die sieben Monde des Maali Almeida" klang für mich nach einer spannenden und womöglich skurrilen, irrwitzigen Buchidee. Leider war es letztlich weder was Halbes noch was Ganzes. Unentwegt habe ich mich gefragt, was der Autor für ein Buch schreiben wollte: einen spannenden und emotionalen Krimi, eine verrückte oder spirituelle Geistergeschichte oder einen aufklärenden Politikroman? Leider war es weder spannend noch emotional oder verrückt – lediglich ein wenig aufklärend (hauptsächlich dem Umstand geschuldet, dass ich wohl noch nie etwas über die politische Situation in Sri Lanka in Erfahrung gebracht habe). Beim Lesen selbst musste ich die meiste Zeit darum kämpfen, den Überblick über die Personen und auch die Wesen aus der Zwischenwelt zu bewahren, während man häufig Schauplätze wechselt und sich wundert, wie manche Personen, die das Geister-Ich Almeidas beobachtet, überhaupt zueinander gefunden haben. Auch das Dramatis Personae oder das Glossar haben mir nicht wirklich geholfen, mich sogar noch weiter von der Geschichte entfernt. Dass das Buch die Missstände in Sri Lanka mit einbezieht, ist ein klarer Pluspunkt und grundsätzlich interessant, erhöht aber die Komplexität noch weiter und verlangt dem Leser zusätzliche Konzentration ab. Ich vermute, der Autor wollte einfach zu viele Dinge in dieser Geschichte vereinen, wodurch zumindest für mich die emotionale Bindung komplett verloren gegangen ist und sich auch kein Lesevergnügen entwickeln konnte. Nach rund 250 Seiten habe ich deswegen beschlossen, das Buch abzubrechen. Manchmal muss man sich die Zeit für andere Bücher bewahren 😜

5

Die Mischung aus politischem Drama, mystischem Realismus und persönlicher Entwicklung macht diesen Roman zu einem unvergesslichen Leseerlebnis.

"Die sieben Monde des Maali Almeida" von Shehan Karunatilaka, mit dem Booker Prize 2022 ausgezeichnet, ist ein gesellschaftskritisches Meisterwerk, das einen tiefen Einblick in die Geschichte Sri Lankas gewährt. Die Erzählung folgt Maali Almeida, einem schwulen Kriegsfotografen aus Sri Lanka, der sich plötzlich im "Dazwischen" wiederfindet, mit sieben Monden Zeit, ins Jenseits oder ins Licht überzugehen. Die Suche nach den Umständen seines Todes ist der Dreh- und Angelpunkt der Geschichte. Dabei gewährt der Roman faszinierende Einblicke in Maalis Leben, geschickt eingebettet in raffinierte Rückblenden. Das "Dazwischen" wird als eine Art Behörde beschrieben, in der existenzielle Fragen über das Jenseits und die höhere Macht aufgeworfen werden. Besonders beeindruckend ist Karunatilakas kritische Betrachtung von Religion und Glauben im Jenseits. Wer ist der "Boss" dieser Behörde, welche göttliche Macht erwartet die Seelen am Ende? Diese Fragen begleiten Maalis Reise und verleihen der Handlung eine fesselnde Komplexität. Der Roman hebt sich durch seine tiefgreifende Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Themen hervor. Einige Seelen im "Dazwischen" rebellieren gegen die bestehende Ordnung, formieren eine Armee und streben nach Gerechtigkeit, sei es für sich selbst oder für das System. Dieser Aspekt der Revolte verleiht der Erzählung eine zusätzliche Dynamik und Tiefe. "Die sieben Monde des Maali Almeida" ist nicht nur eine Kriminalgeschichte, sondern eine tiefgründige Reflexion über die Natur des Lebens, des Todes und der Suche nach Gerechtigkeit. Die Mischung aus politischem Drama, mystischem Realismus und persönlicher Entwicklung macht diesen Roman zu einem unvergesslichen Leseerlebnis.

Die Mischung aus politischem Drama, mystischem Realismus und persönlicher Entwicklung macht diesen Roman zu einem unvergesslichen Leseerlebnis.
5

Neuer Favorit

Hast du schon mal ein Buch über das Leben nach dem Tod gelesen? Hast du dich schon mal mit dem 25 jährigen Bürgerkrieg in Sri Lanka beschäftigt? Bist du schon mal so tief in eine Geschichte eingetaucht, dass du das Gefühl hattest, das alles mitzuerleben? Die sieben Monde das Maali Almeida ist für mich ab jetzt Pflichtliteratur. Das Buch ist inspirierend, emotional und regt sehr zum nachdenken an. Mir hat das Cover auf Anhieb zugesagt es ist bunt und schrill und schreit nach Aufmerksamkeit. Genau wie das Buch! Es geht um das Leben nach dem Tod oder eher dem Seien nach dem Tod? Finde heraus was mit dir passiert ist. Rekapituliere dein Leben. Finde das Licht und vielleicht deinen Frieden? Die Themen in dem Buch sind grandios umgesetzt. Ich habe vorher noch nie etwas über den Bürgerkrieg Sri Lankas gelesen. Ich hab unglaublich viel gelernt. Musst sogar einige Pausen machen, weil es mich so mitgenommen hat und um tiefer in die Geschichte einzutauchen. Das Buch ist in der zweiten Person Singular geschrieben. Habe ich vorher so noch nie gelesen, aber es hat mich sofort abgeholt. Ich wollte unbedingt wissen wie es mit Maali Almeida weiter geht. Können wir das Rätsel zusammen lösen? Die Charaktere waren laut und exzentrisch, aber insgesamt war alles greifbar für mich. Durch die Erzählperspektive habe ich mich super in die Geschichte einfinden können. Es passiert sehr viel in kurzer Zeit, aber so wird das Buch einfach nicht langweilig. Der Autor hat, für mich, völlig zu Recht den Booker Prize 2022 gewonnen. Ich habe so ein Lektüre vorher noch nicht gelesen und es war deutlich anspruchsvoller, als das was ich sonst lese, aber ich war bei jedem Wort mehr im Buch gefangen und habe mich mitreißen lassen. Eine klare Empfehlung für jeden, vor allem die, die beim lesen auch mal mitdenken möchte und sich nicht nur berieseln lassen wollen. Danke für diese tolle Werk, ich hoffe auf mehr!

Neuer Favorit
3

Mir fällt es schwer, dieses Buch zu bewerten. Einerseits fand ich es spannend und lehrreich, die Geschichte und Kultur eines Landes kennenzulernen, das mir so fremd ist. Auch die Welt zwischen Leben und Tod mit ihren ganz eigenen Regeln und Realitäten hat mir sehr gut gefallen. Magischer Realismus ist sowieso meins. Andererseits muss ich zugeben, dass mich das Buch im Mittelteil verloren hat. Lange Zeit hatte ich keine Lust, weiterzulesen. Die Handlung war leider etwas verworren, Beziehungen zwischen Charakteren nicht klar, der Schreibstil schwer zu folgen. Die vielen Namen konnte ich mir schwer merken und zuordnen. Vielleicht bin ich auch einfach zu blöd für das Buch, haha. Ich bin aber froh, drangeblieben zu sein, denn zum Schluss nahm die Erzählung noch mal Fahrt auf und es wurden alle offenen Fragen geklärt. Alles in allem hätte mir das Buch mit 100 bis 200 Seiten weniger besser gefallen. Ich spreche eine Empfehlung für all diejenigen aus, die anspruchsvolle, internationale Literatur schätzen oder mal ihre Komfortzone verlassen möchten. Ein interessanter Roman, der mich an meine Grenzen gebracht hat!

3.5

Ein wilder politisch-philosophischer Ritt, den ich zwar nicht immer verstanden habe, der mich aber trotzdem fasziniert hat ✨

4

Im Buch „Die sieben Monde des Maali Almeida“ begleiten wir Maali Almeida während des Bürgerkriegs Anfang der 1990er Jahre als Kriegsfotograf in Sri Lanka. Eines Tages „wacht“ Mali in der Zwischenwelt, einer Welt zwischen Leben und Tod, auf. Er weiß weder wie, noch warum er gestorben ist und hat nun 7 Monde Zeit herausfinden wer sein Mörder ist und wieso er sterben musste, bevor er in die Welt der Toten übergeht. Die Geschichte spielt mitten im Bürgerkrieg und Maali ist ein homosexueller Journalist, durch den wir einiges über den Krieg in Sri Lanka, die Aufstände und grausamen Morde erfahren. Es ist definitiv keine leichte Kost und es gab einige Ereignisse die mich schockiert haben. Trotzdem ist das Buch aber auch sehr spannend und emotional und durch den flüssigen Schreibstil hatte ich es innerhalb einiger Tage durchgelesen. Besonders gut hat mir an „Die sieben Monde des Maali Almeida“ das einzigartige und bunte Cover gefallen. Es passt perfekt zu dieser umfangreichen Geschichte und es war interessant so viel über Sri Lanka und die politische Lage dort zu erfahren.

2

Mali hat das Gefühl zu träumen. Er steht gemeinsam mit vielen Toten in einer Warteschlange. Doch schnell realisiert Maali, dass er nicht träumt, sondern tot in einer Art Zwischenwelt ist. Er kann sich nicht daran erinnern, wie er gestorben ist, doch schnell stellt sich heraus, dass sein Tod nicht natürlich war, sondern er ermordet wurde. Ihm bleiben sieben Tage bzw. sieben Monde Zeit, um herauszufinden, was passiert ist und wer ihn ermordet hat. Erst brauchte ich fast 100 Seiten, um mich auf die außergewöhnliche Erzählweise einzulassen, denn der Ich-Erzähler spricht die ganze Zeit in der 2. Person Singular. Dann sind die Namen unglaublich verwirrend. Ich wusste nie, ob Maali gerade lebt oder bereits tot ist. Doch es ist nicht alles schlecht. Es gab ganze Episoden, zum Beispiel Rückerzählungen aus seinem Leben als schwuler Kriegsfotograf, die ich wahnsinnig gerne gelesen habe. Wir erfahren die Hintergründe des Bürgerkrieges in Sri Lanka in 1983. Der Animismus - der Glaube an Götter und Geister sowie der Glaube an die Wiedergeburt war für mich nichts Ungewöhnliches, schließlich lebe ich in Thailand, aber die Geschichte als solches konnte mich einfach nicht packen. Aber am Ende war es eher ein schlechter Krimi, den ich normalerweise nach 10 Minuten ausgemacht hätte. Meine Buddyread-Partnerin @nini, die mich eigentlich immer über schlechte Abschnitte hinweg motivieren kann, konnte mir dieses Mal auch nicht helfen. Gemeinsamer Abbruch auf Seite 250. Ich hasse es, Bücher abzubrechen, es lässt mich unzufrieden zurück.

Post image
3

Anstrengend zu durchblicken aber zuweilen sprachlich trivial/plump und vom magischen Realismus habe ich mir deutlich mehr versprochen.

3

Leben und Sterben in Sri Lanka

Dieses Buch habe ich für einen Leseclub gelesen. Sonst hätte ich es wohl nicht ausgesucht oder abgebrochen. Aber ich habe viel gelernt über Sri Lanka und die Kriege und das Leben dort, von dem ich nichts wusste. Die Story war mir zu chaotisch, ich konnte dem Plot teilweise nicht folgen. Viele Details, viele Namen. Es las sich eher wie eine Abrechnung mit Sri Lanka. Dem Leid und dem Frust, in einem Land geboren worden zu sein, in dem nichts sicher ist und so viel zerstört wurde. Die ungewöhnliche Erzählperspektive hat mir gut gefallen, auch die Storyidee, einen Geist zu begleiten, der seine letzten „Atemstunden“ aufklären möchte. Auch das Ende mochte ich, aber dazwischen war es zu viel und zu chaotisch.

4.5

Lesenswerter und lehrreicher Roman/Krimi rund ums den Bürgerkrieg in Sri Lanka.

Unglaublicher Überraschungshit für mich. Ein Buch in der zweiten Person Singular gibt es eher selten, doch der Stil passt hervorragend. Wir begleiten Maali Almeida, Fotograf, erwacht in der Anderswelt, da ihn jemand umgebracht hat. Sieben Monde hat er Zeit um ins Licht zu gehen oder/und herauszufinden was ihm zugestoßen ist und warum. Während wir Maali begleiten, lernen wir viel über den brutalen Bürgerkrieg in Sri Lanka in den 80er Jahren. Mir war dieser bis zu diesem Buch völlig unbekannt. Das Buch liest sich wie ein Roman/Krimi in einem und man lernt fast beiläufig beim lesen. Stellenweise ist es viel "Input", da es viele Konfliktparteien und Personen gibt. Die Story ist sehr gut gewebt, es gibt einen klaren roten Faden und der Spannungsbogen ist perfekt gespannt bis zum Schluss. Ich bin zufrieden mit dem Ende. Ich kann das Buch wirklich empfehlen, egal ob man politisch interessiert ist oder nicht. Denn die Story trägt sich so oder so, durch die fiktiven Charaktere und deren Leben, alles gesehen durch die verstorbenen Augen von Maali.

2.5

Interessante Thematik aber sehr konfus erzählt

Erster Eindruck: Interessant und guter Humor… aber dann doch eher schräg und konfus

5

Maali Almeida aus Colombo, Sri Lanka, seines Zeichens Spieler, Homosexueller und Kriegsfotograf, wacht eines Tages im Jenseits auf, welches eher einer Behörde gleichkommt, als einem Ort der Erlösung. Scheinbar ermordet, so wird es ihm zumindest gesagt, denn er hat keinerlei Erinnerung an sein Ableben, bleiben ihm sieben Monde, um herauszufinden wie, wo, warum und von wem. Aber wie, wenn er doch weder mit den Lebenden sprechen kann, noch irgendwelche Anhaltspunkte hat? War es die Sucht, sein Lebensstil oder seine gewählte Profession? Oder vielleicht auch einfach alles? Shehan Karunatilaka hat hier nicht nur inhaltlich einen wirklich absolut besonderen Roman abgeliefert, auch der Schreibstil war so überraschend wie großartig. Ich bin vor ein paar Tagen fertig geworden und kann bis jetzt nicht sagen was genau ich da gelesen habe, denn es passiert so viel in den beschriebenen sieben Monden! Es gibt so viele Informationen zu Sri Lanka, seinen Mythen, der damaligen politischen Lage und das alles verpackt in einem übernatürlichen Krimi. Die Fülle an Informationen und Fakten kann in ihrer Gesamtheit sicher überfordernd sein, je nach Lesegewohnheiten und Vorlieben des Lesers. Ich könnte sicher kaum die Hälfte dessen wiedergeben, was ich auf den 544 Seiten erfahren habe. Nichtsdestotrotz war das alles so spannend und sprachgewaltig verpackt und formuliert, dass ich, selbst wenn ich gewollt hätte, es nicht hätte abbrechen können. Es hat sich absolut gelohnt, mit dem Ende hätte ich nicht gerechnet. Ich habe außerdem noch nie einen Roman in der zweiten Person Singular gelesen und allein das hat diesen Roman für mich schon zum Geniestreich gemacht! Ich kann nur jedem empfehlen, unbedingt mal reinzulesen.

4

Herausfordernd aber lohnend!

„Nur zwei Götter sind der Verehrung wert. Der Zufall und die Elektrizität.“⁣ ⁣ Maali Almeida erwacht eines Tages zu Beginn der 90er inmitten einer riesigen Empfangshalle und realisiert, dass er gestorben ist. Wie und warum ist ihm zunächst völlig unklar. Sieben Monde hat er Zeit, die Umstände seines Todes zu ergründen und noch Dinge zu regeln, während bereits verschiedene Mächte ihn für sich vereinnahmen möchten.⁣ Was nach dieser Kurzbeschreibung nach Fantasy klingt, ist in Wahrheit viel mehr. Wir begleiten den schwulen Kriegsfotografen Maali Almeida durch das politisch umkämpfte Sri Lanka der 80er und 90er Jahre. Er steht immer zwischen den Fronten und findet auch keine Ruhe in der komplizierten Beziehung zu seinem Freund DD und seiner Freundin Jaki. Zwischen den Aufträgen treibt es ihn ruhelos an die Spieltische von Colombos zwielichtigen Casinos und zu schnellen Abenteuern mit diversen Liebhabern.⁣ Shehan Karunatilaka wurde für den Roman 2022 mit dem Booker Preis ausgezeichnet. In einem komplexen Geflecht schildert der Roman die politischen Verhältnisse Sri Lankas auf eindrückliche, teilweise erschütternde Weise. Gleichzeitig ist das Buch gefüllt mit schwarzem Humor und der spannungsgeladenen Kriminalgeschichte um den Tod von Maali.⁣ Das Buch hat mich gefordert - nicht zuletzt aufgrund der vielen Personen, die noch um Geister und Dämonen aus dem Jenseits ergänzt werden. Das Glossar bzw. Personenverzeichnis am Ende des Buches sind dabei sehr hilfreich. Das Durchhalten hat sich am Ende gelohnt.

Herausfordernd aber lohnend!
5

Was für ein irrer, wilder, unvergesslicher (!) literarischer Ritt! Ich konnte nicht mehr aufhören zu lesen. Eine Hauptfigur, die von Anfang an tot ist (unfreiwillig) und aus dem Dazwischen (weder Diesseits noch Jenseits, aber ungemein bürokratisch und mit diversen herrlichen Wesen bevölkert) versucht zu erreichen, dass sein Liebhaber und seine beste Freundin beschützt sind und seine Ermordung nicht umsonst war. Diese Prämisse allein ist schon aufregend, was Shehan Karunatilaka daraus macht, ist nahezu unglaublich und noch viel aufregender. Ein temporeicher Mix aus Thriller, Krimi, Liebesgeschichte, überirdischer Mythologie und politischer Anklage. Grandios verknüpft der Autor die verschiedenen Genreelemente miteinander und ehe man sich versieht, ist man mittendrin, immer wieder zwischen den Lebenden und den Toten. Raffiniert landet man immer wieder bei den Noch-Lebenden, indem die Hauptfigur, der tote, ehemals politisch motivierte, schwule Kriegsfotograf, sich zurück erinnert. Er hat sieben Monde Zeit, letzte Dinge zu regeln und jeder dieser sieben Monde gehört zu dem großartigsten, was ich seit Langem gelesen habe. Ein irres Buch. Ein furioser Roman. Und ganz zum Schluss des Jahres 2023, neben vielen tollen Autor*Innenentdeckungen, die ich dieses Jahr gemacht habe, ist dieser Roman und vor allem dieser Autor dann doch die (!) Entdeckung des Jahres. Der Roman ist vollkommen zurecht mit dem Booker Prize ausgezeichnet worden - zum Glück, denn sonst wäre ich womöglich gar nicht auf ihn gestoßen. Zugegeben: wer sich, wie ich, politisch nicht mit Sri Lanka auskennt, muss sich anfangs etwas konzentrieren und einfinden. Es gibt diverse politische Gruppierungen und Akteure sowie weitere Figuren und Wesen in diesem Buch. Allerdings ist die Personenübersicht am Ende des Buches außerordentlich hilfreich und so findet man sich gut ein. Stark fand ich auch, dass das ganze Buch in der zweiten Person Singular geschrieben wurde, also in der "Du"-Form, eher einem Brief ähnlich und für einen Roman eher ungewöhnlich. Es macht aber Sinn, denn eine tote Hauptfigur kann ja eigentlich nicht mehr von sich erzählen, sondern höchstens noch angesprochen werden. Also ein formaler Kniff, der inhaltlich stimmig ist und einer von vielen Belegen dafür, wie außergewöhnlich, ja genial dieser Roman aufgebaut ist und wie fantastisch - in mehrerer Hinsicht - hier erzählt wird. Fazit: Ein atemberaubendes, irres, furioses, funkelndes, wildes, ungeheuerliches, irrsinnig gutes, geniales Buch! Eines, dass es in meine Top 5 Bücher aller Zeiten schaffen könnte. Dieses Buch ist ein Must-Read! Ein unglaubliches literarisches Abenteuer und dabei gleichzeitig klug, weise, poetisch und berührend. Eine faszinierende Reise. Und es hat eines der großartigsten Buch-Enden, die ich je gelesen habe. Als ich das Buch gestern Abend zugeklappt habe, hatte ich ganz reale Gänsehaut. Und konnte erst heute die Rezension schreiben. Ein Meisterwerk! Wenn ich könnte, würde ich 10 Sterne geben! 10 von 5 Sternen von mir! Lesen!!!

5

Sri Lanka, 1990. Maali Almeida, ein schwuler Kriegsfotograf mit Glücksspielproblem, wacht eines morgens in einem Wartezimmer auf. Schnell wird: er ist gestorben, doch wer hat ihn umgebracht und warum? Maali muss Antworten finden und nachsehen, wie es seinen Angehörigen geht, seinem Partner DD, seiner besten Freundin Jaki und seiner Mutter Lucky. Doch in dieser Zwischenwelt sind auch andere unterwegs und haben ihre ganz eigene Agenda, in der Maali eine Rolle spielt. „Die sieben Monde des Maali Almeida“ ist der zweite Roman des (Drehbuch-)Autors und Songwriters Shehan Karuna Tilaka, für den er 2022 mit dem Booker Prize ausgezeichnet wurde. Die deutsche Übersetzung ist von Hannes Meyer. Erzählt wird Maalis ungewöhnliche Geschichte aus seiner Perspektive in der Du-Form und im Präsens über insgesamt sieben Monde (=Tage und Nächte) hinweg. Der Autor lässt seinen Protagonisten zwischen verschiedenen Orten springen, was er als Geist nun kann, ihn aber auch immer wieder in die Vergangenheit zurückblicken und sein Handeln reflektieren. Auf den ersten Blick ist dieser Roman eine Kriminalgeschichte. Maali wurde getötet und sucht seinen Mörder, ganz einfach, oder? Doch je länger wir ihn begleiten, seine komplexe Persönlichkeit und sein Leben kennenlernen, desto deutlicher wird, dass „Die sieben Monde des Maali Almeida“ so viel mehr ist. Wir erleben ein vom Bürgerkrieg gebeuteltes Sri Lanka, in welchem Todesschwadronen, Auftragsmorde und Selbstmordattentate zum Alltag geworden sind. Unser Protagonist ist dabei zwischen die Fronten geraten und versucht verzweifelt, das zu retten, was von ihm geblieben ist: seine Fotos. Dieser Roman ist wieder so ein Buch, das mir lange nicht aus dem Kopf gehen wird. Maali Almeida ist sicher alles andere als perfekt, manchmal ist er nicht einmal sympathisch. Aber in ihm sehen wir einen Mann, der seine sexuelle Identität verbergen und irgendwie überleben muss – auch wenn dazu manchmal Dinge notwendig sind, die ihn nicht gerade stolz machen. Dennoch tut er, was er tun muss und leistet seinen ganz persönlichen Beitrag in diesem furchtbaren Krieg.

4

Für mich die keine Ahnung vom Bürgerkrieg in Sri Lanka hat teilweise etwas schwer mitzukommen, trotz Wikipedia und den Erklärungen, die im Buch existieren. Aber extrem phantasievoll und emotional ansprechend. Ein wilder Genremix, der mich unterhalten, berührt und fasziniert hat.

5

Makaber aber auch lustig. Unendlich düster und unglaublich lebendig. Grenzenlos wütend, strotzend von starken Bildern und überlaufend von Ideen. Ein Buch wie ein Kaleidoskop. Als jemand der Rushdie und Garcia Marquez liebt, ist das my jam. Aber auch an Bulgakow erinnert es. Und an Stranger Things. Und Agatha Christie. Und nebenbei wird man in eine erschütternde sri-lankische Geschichtsstunde zur Zeit des Bürgerkrieges gestürzt und in die Mythenwelt des Landes. A wild ride. Do not be afraid of demons; it is the living we should fear. Human horrors trump anything that Hollywood or the afterlife can conjure. Always remember this when you encounter a wild animal or a stray spirit. They are not as dangerous as you.

4

The Seven Moons of Maali Almeida is not an easy read. And even though it has a (beautiful) colorful cover, it is also not a fun read. This book is about loss and relationships. About all the things we wanted to say and do - but we think we still have time. Well Maali doesn't have time anymore because he died. Now he wants to leave something that will stay and have an impact, so he sends his friends on a dangerous route. We accompany Maali on his journey through the after-life, while he recaptures the things he did while still alive. It was not easy to read because we jump between past and present and the dialogues are sometimes hard to follow with regard to who said what. But that is on the other side part of the style that makes the writing to fascinating. I really liked it.

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