Hidden Valley Road

Hidden Valley Road

Hardback
4.071
FamilienschicksalGeschwisterbeziehungMedizingeschichtenSchizophrenie

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Description

Die Galvins schienen den amerikanischen Traum zu leben: Don beruflich erfolgreich bei der Air Force, Mimi treusorgende Ehefrau und Mutter von zwölf Kindern. Doch hinter der Fassade ihres schmucken Heims in der Hidden Valley Road verbarg sich eine ganz andere Realität, geprägt von mentalen Zusammenbrüchen, plötzlichen Gewaltexzessen und Missbrauch. Bis zur Mitte der 70er-Jahre erhielten sechs der zehn Galvin-Brüder die Diagnose Schizophrenie. Die Krankheit machte alle zu Opfern, besonders aber die beiden jüngsten der Geschwister und einzigen Mädchen. Der Fall der Familie war so außergewöhnlich, dass das amerikanische National Institute for Mental Health ausführliche Studien mit ihnen machte. Ihre einzigartige DNA war die Basis für bahnbrechende medizinische Fortschritte bei der Behandlung von Schizophrenie, einer Krankheit mit vielen Unbekannten.

In einer herausragenden erzählerischen Tour de Force erzählt New York Times-Bestsellerautor Robert Kolker nicht nur ein Stück unglaublich spannender Medizingeschichte, sondern auch die zu Herzen gehende Geschichte einer Familie, die gegen ihr Schicksal kämpft.

Book Information

Main Genre
Specialized Books
Sub Genre
Society & Social Sciences
Format
Hardback
Pages
512
Price
20.64 €

Author Description

Robert Kolker ist preisgekrönter Journalist, der für das New York Magazine und Bloomberg Business Week gearbeitet hat. Seine Sachbücher sind New York Times-Bestseller, »Lost Girls« wurde unter demselben Titel verfilmt. Robert Kolker lebt mit seiner Familie in Brooklyn.

Posts

16
All
4.5

Schizophrenie im Familiensystem – eine wahre und erschütternde Geschichte

Hidden Valley Road basiert auf einer wahren Begebenheit und erzählt die Geschichte einer amerikanischen Großfamilie, in der sechs von zehn Söhnen an Schizophrenie erkrankten. Das Buch ist tief bewegend, gleichzeitig hochinteressant und erschütternd ehrlich. Besonders eindrücklich wird deutlich, welche enormen Belastungen eine schwere psychische Erkrankung nicht nur für die Betroffenen selbst, sondern auch für das gesamte Familiensystem mit sich bringt. Sehr klar zeigt das Buch die Grenzen der damaligen und teils auch heutigen Therapiemöglichkeiten bei Schizophrenie auf, ebenso wie die Ambivalenz der Medikation, ihre Nebenwirkungen und die damit verbundenen Herausforderungen. Was mir besonders gut gefallen hat, ist die historische Einbettung der Geschichte in die Entwicklung der psychiatrischen Forschung. Der Wandel von Erklärungsmodellen, therapeutischen Ansätzen und wissenschaftlichen Hoffnungen wird nachvollziehbar und differenziert dargestellt. Hidden Valley Road ist ein starkes, wichtiges Buch, das aufklärt und zum Nachdenken anregt. Es kann emotional sehr belastend sein, bietet dafür aber tiefe Einblicke in die Realität psychischer Erkrankungen und ihre gesellschaftlichen wie familiären Dimensionen.

4.5

Harter Tobak

Also ich wusste natürlich, dass dieses Buch inhaltlich heftig wird. Aber dass es SO intensiv wird, hätte ich nicht gedacht. Wir begleiten die Familie Galvin über unglaublich viele Jahrzehnte und dabei, wie nach und nach 6 ihrer Söhne “dem Wahnsinn verfallen” und sich das traute Familienheim in einen Ort des Grauens verwandelt, in dem unvorstellbare Dinge passieren. Aber nicht nur dort, sondern auch abseits davon. Parallel erfahren wir, wie in den 50er-, 60er- und 70er-Jahren (und eigentlich bis heute) psychische Erkrankungen (speziell Schizophrenie) erforscht worden und wie die Galvins (und weitere Familien) ein entscheidender Teil davon waren. Ein unglaublich gut recherchiertes und zugleich faszinierendes und schockierendes Buch.

Harter Tobak
5

Spannend bis zur letzten Seite über die Krankheit Schizophrenie

5

Hidden Valley Road: Zwischen Wahnsinn und Wissenschaft

Dieses Buch hat mich tief erschüttert. Die wahre Geschichte der Familie Galvin, in der sechs von zwölf Kindern an Schizophrenie erkranken, liest sich wie ein beklemmender Albtraum. Robert Kolker beschreibt meisterhaft, wie die perfekte Fassade einer US-Vorzeigefamilie zerbricht und die gesunden Geschwister im Schatten von Gewalt und Wahnvorstellungen ums Überleben kämpfen. Besonders spannend fand ich den medizinischen Aspekt: Wie diese eine Familie zum Schlüssel für die moderne Genforschung wurde. Diese wahre Geschichte beschönigt nichts, aber ist unglaublich berührend und wichtig.

5

Oha was war das für ein Buch 😱 eine wahre Begebenheit und eine wirklich dramatische Geschichte. Ich denke das Buch wird mich noch eine Weile beschäftigen.

4.5

Hidden Valley Road von Robert Kolker ist ein eindrucksvoll recherchiertes und emotional bewegendes Buch, das die Geschichte einer Familie mit Schizophrenie einfühlsam erzählt und dabei gekonnt zwischen persönlichem Schicksal und medizinischer Forschung balanciert.

Hidden Valley Road ist von Beginn an ein sehr außergewöhnliches Buch. Es widmet sich dem Thema Schizophrenie – einem Thema, an das man sich als Leser*in eher vorsichtig heranwagt, da bis heute nicht eindeutig geklärt ist, wie diese Erkrankung entsteht. Genau diese Unsicherheit und Komplexität macht das Buch jedoch so besonders. Robert Kolker gelingt der anspruchsvolle Versuch, mehrere Ebenen miteinander zu verbinden: Er bewegt sich zwischen Roman, medizinischem Sachbuch und autobiografischer Familiengeschichte. Im Mittelpunkt steht eine amerikanische Familie in den 1950er- und 1960er-Jahren mit insgesamt zwölf Kindern, von denen sechs im Laufe ihres Lebens an Schizophrenie erkranken – allerdings in sehr unterschiedlichen Lebensphasen. Diese Tatsache allein macht die Geschichte sowohl erschütternd als auch faszinierend. Das Buch ist nicht immer leicht zu lesen, insbesondere in den medizinischen Passagen. Hier merkt man deutlich, dass einem als Laie teilweise das Fachwissen fehlt. Gleichzeitig sind gerade diese Abschnitte spannend, da Kolker die damaligen wissenschaftlichen Entdeckungen und Forschungen detailliert beschreibt. Verschiedene Mediziner, Biologen und Genetiker spielen eine Rolle und verdeutlichen, wie intensiv man schon damals versuchte, den Ursachen der Schizophrenie auf den Grund zu gehen – und dass selbst heute noch keine eindeutige Antwort existiert. Besonders gelungen ist die Darstellung der einzelnen Familienmitglieder. Jeder Charakter wird ausführlich und einfühlsam beschrieben, sodass man schnell eine emotionale Verbindung zu ihnen aufbaut. Man fühlt mit, leidet mit und ist an manchen Stellen regelrecht fassungslos über das, was diese Familie durchmachen musste. Einige Passagen sind kaum zu glauben, gerade weil sie auf realen Ereignissen beruhen. Gegen Ende empfand ich das Buch stellenweise als etwas langatmig, da der Fokus erneut stark auf medizinischen Details liegt. Kolker lässt dabei kaum Fragen offen und beschreibt sehr genau, wie es zu bestimmten Entwicklungen kam – was zwar informativ, aber nicht immer spannend ist. Insgesamt ist Hidden Valley Road ein beeindruckendes, intensiv recherchiertes und emotionales Buch, das sich deutlich von typischen Sachbüchern abhebt. Aufgrund der außergewöhnlichen Thematik, der tiefgehenden Recherche und der starken Charakterzeichnungen vergebe ich 4,5 von 5 Sternen. Ich schwanke zwischen 4 und 5, entscheide mich aber für eine solide 4,5, da das Buch thematisch mutig ist und nachhaltig im Gedächtnis bleibt.

5

Dieses Buch hat mich oft sprachlos werden lassen. Auf der einen Seite sind da die kranken Kinder und auf der anderen die Gesunde. Beide Seiten vereint diese Krankheit. Jeder von Ihnen musste lernen einen Weg für sich zu finden. Trotz viel Schweigen und Scham hat die Mutter immer versucht die Familie zusammen zu halten. Nicht nur das Thema Schizophrenie, sondern auch alle anderen psychischen Erkrankungen wird hier eine unglaubliche Plattform gebaut. Das Buch regt zum Nachdenken an und zeigt auf was ein Mensch alles schaffen kann, wenn er es muss.

Dieses Buch hat mich oft sprachlos werden lassen. Auf der einen Seite sind da die kranken Kinder und auf der anderen die Gesunde. Beide Seiten vereint diese Krankheit. Jeder von Ihnen musste lernen einen Weg für sich zu finden. 

Trotz viel Schweigen und Scham hat die Mutter immer versucht die Familie zusammen zu halten. 

Nicht nur das Thema Schizophrenie, sondern auch alle anderen psychischen Erkrankungen wird hier eine unglaubliche Plattform gebaut. 

Das Buch regt zum Nachdenken an und zeigt auf was ein Mensch alles schaffen kann, wenn er es muss.
3

Versteht mich nicht falsch, es war super spannend, aber ich bin auch froh endlich fertig zu sein. Nach maximal 100 Seiten am Tag wollte ich nicht mehr. Es war teilweise soo anstrengend zu lesen.

5

Wow. Was für ein Buch. Ein Jahreshighlight. Die Galvins sind eine besondere Familie. Nicht nur, weil sie mit zwölf Kindern außergewöhnlich groß ist, sondern auch deshalb, weil außergewöhnliche viele Söhne im Laufe ihres Lebens an Schizophrenie erkranken. Sechs der zwölf Kinder werden psychotisch, manche von ihnen massiv gewalttätig. Die Vermutung liegt nahe, dass es für diese Häufung genetische Gründe geben muss. Aber leider steckt die Forschung zur Schizophrenie noch in den Kinderschuhen, als die Galvin-Söhne zwischen 1960 und 1975 nach und nach erkranken. Rolbert Kolker erzählt in diesem brillant geschriebenen Buch nicht allein von den Galvins, auch wenn sie freilich das Zentrum bilden. Er erweitert die Perspektive auf die psychologische Forschung rund um die Schizophrenie, zu der Familie Galvin einen relevanten Teil beigetragen hat. Er zeichnet die zentralen Debatten der Fachwelt zur jeweiligen Zeit nach: etwa die „schizophrenogene Mutter“ als Persönlichkeitstypus und Risikofaktor, ein mittlerweile längst überholtes Modell, das viele Jahre lang vor allem Müttern die Schuld gab, wenn ihre Kinder erkrankten. Der Streit um Nature und Nurture wurde in der Forschung rund um Schizophrenie besonders erbittert geführt. Während die einen ausschließlich das Umfeld verantwortlich machten, suchten die anderen nach genetischen Anomalien oder anderen Biomarkern, die erklären könnten, was Schizophrenie genau ist und wie sie entsteht. Bis heute hat sich wenig getan, wenn es um die (vor allem medikamentösen) Behandlungsmethoden der Betroffenen geht. Noch immer werden Neuroleptika verabreicht, manchmal in Verbindung mit anderen Psychpharmaka oder Anti-Epilektika. Häufig dämpfen die zwar die Symptome wie Wahngedanken oder Halluzinationen, aber eben auch alles andere gleich mit; von den körperlichen Folgen abgesehen, die die langjährige Einnahme von Neuroleptika haben kann. Für einige der Galvins haben die Medikamente, die sie einnehmen mussten, starke körperliche Begleiterscheinungen. Zwei von ihnen sterben am sogenannten malignen neuroleptischen Syndrom. Die beiden Töchter der Galvins, die Letztgeborenen der Zwölfertruppe, bleiben zwar von der Erkrankung selbst verschont, erleben aber in ihrer Kindheit und Jugend den permanenten Ausnahmezustand. Andauernd gibt es Prügeleien, Auseinandersetzungen, Gewalt, vollkommen erratisches Verhalten infolge der psychotischen Episoden der erkrankten Söhne; die Sorge der Eltern, jedes ihrer etwas zu präsenten Gefühle könnten Anzeichen eines weiteren erkrankten Kindes sein, ist übermächtig. Es kommt zu sexualisierter Gewalt, die die Mädchen lange für sich behalten. Als Leser:in kann man das Ausmaß an Leid, das sämtlichen Familienmitgliedern auf verschiedenste Weise widerfährt, nur erahnen. Robert Kolker versucht, es auf der Basis von jahrelanger Recherche und natürlich im Einverständnis mit der Familie aufzuarbeiten. „Hidden Valley Road“ ist nicht nur eine Fallgeschichte, sondern ein Appell für bessere psychiatrische Versorgung und mehr Forschung. Denn auch, wenn mittlerweile Risikogene identifiziert worden sind, ist das nur ein kleines Puzzleteil auf der Suche nach besserer Behandlung und effektiverer Prävention.

3.5

Gekürzter Klappentext: Hidden Valley Road erzählt die wahre Geschichte der amerikanischen Familie Galvin, in der sechs von zehn Söhnen an Schizophrenie erkrankten. Was wie eine unfassbare Tragödie erscheint, wurde zugleich zu einem bedeutenden Fall für die psychiatrische Forschung. Der Autor verbindet das persönliche Schicksal der Familie mit der Geschichte und den Fortschritten im Verständnis psychischer Erkrankungen. Die Erzählweise erinnert stellenweise an eine Dokumentation, was das Buch mitunter etwas ermüdend macht. Ich konnte es daher nicht am Stück lesen. Aufgrund meines beruflichen Hintergrunds hat mich die Geschichte dennoch sehr interessiert. Ich denke jedoch, dass auch Leserinnen und Leser mit Interesse an psychologischen Themen auf ihre Kosten kommen. Man sollte sich lediglich bewusst machen, dass es sich um einen Tatsachenbericht und nicht um einen Roman handelt.

4

Good heavens! A book that gets under the skin! What a jaw-dropping story! Well-knitted, it tells the story of a family with 12 children, whose seemingly perfect lifestyle is gradually crumbling down as one page after another will inform the reader. The story touches on values, emotions and social criticism of how light-heartedly we deal with serious illnesses, how blind & ignorant mankind can be to see what’s close to their own hearts rather than the reality, how challenging parenthood can be and how women have been drawing the short straw coping with violence and harassment. Very emotional & insightful read.

5

„Hidden Valley Road“ hinterlässt Sprachlosigkeit. Nicht, weil es schockieren will, sondern weil es Verständnis schafft – für eine Krankheit, für die Betroffenen und für die Angehörigen, die oft ebenso still leiden.

„Hidden Valley Road“ von Robert Kolker ist ein Buch, das einen nicht unberührt lässt. Es erzählt von einer Familie, deren Alltag und Zusammenhalt über Jahrzehnte hinweg von Schizophrenie überschattet werden. Die geschilderten Ereignisse sind oft erdrückend und herzzerreißend, gerade weil sie so nah und intim erzählt werden. Was dieses Buch besonders macht, ist die Verbindung aus persönlichem Leid und wissenschaftlicher Einordnung. Während man tief in das Leben der Familie eintaucht, lernt man gleichzeitig, wie sich das Verständnis von Schizophrenie im Laufe der Zeit entwickelt hat – mit all seinen Irrwegen, Hoffnungen und Erkenntnissen. Dadurch verändert sich der Blick auf psychische Erkrankungen spürbar: weg von abstrakten Diagnosen, hin zu menschlichen Schicksalen.

4

Familiengeschichte kombiniert mit medizinischen Forschung

Gut recherchiert und auch für medizinische Laien sehr gut lesbar. Sehr gut fand ich, dass über den Kapiteln immer die Personen markiert waren, um die es hauptsächlich geht. Durch das viele hin und her springen in den zeitlichen Abfolgen, kann man manchmal etwas durcheinander geraten. Klärt sich aber meist schnell im Verlauf von selbst. Gut ist das die medizinischen Kapitel immer nur eingeschoben sind, das macht es leichter zu lesen und man freut sich dann auch wenn die Story weitergeht.

5

Sehr berührend, intensiv und absolut lesenswert.

Ich bin tief beeindruckt. Dieses Buch hat sich in meinem Kopf wie ein Dokumentarfilm abgespielt. So viele Gefühle und Gedanken! Ich fand die ganze Geschichte aus mehreren Perspektiven unglaublich interessant: Wie ist es, eine so große Familie zu haben? Wie ist es erst, Eltern in so einer Familie zu sein? Wie ist es, kranke Geschwister zu verstehen und selbst nicht krank zu werden? Welch wahnsinnige Arbeit leisten die Menschen, die versuchen, die Rätsel unserer Existenz zu entschlüsseln.

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