Der Fährmann
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Description
»Sagen Sie alle Verabredungen ab! Sie werden in diesem Roman versinken.« Bestsellerautorin Ruth-Maria Thomas – der neue Roman von Regina Denk!
Regina Denks Roman »Der Fährmann« erzählt ein atmosphärisch düsteres Familiendrama an der deutsch-österreichischen Grenze zur Zeit des 1. Weltkriegs.
Hohenwart und Siegering, Anfang des 20. Jahrhunderts: Als Fährmann muss Hannes Winkler dem Brauch folgen, sich keine Frau zu nehmen. Denn sollte sein gefährlicher Beruf sein Leben fordern, darf er keine bedürftigen Angehörigen zurücklassen. Hannes’ Herz gehört trotzdem schon lang seiner Jugendfreundin Elisabeth. Doch die ist Josef Steiner versprochen, dem Erben des größten Hofes am diesseitigen Ufer der Salzach. Das trifft nicht nur Hannes und Elisabeth hart, die seine Gefühle erwidert: Elisabeths beste Freundin Annemarie hatte sich Hoffnung auf eine Heirat mit Josef gemacht.
Während der 1. Weltkrieg die kleine Gemeinschaft diesseits und jenseits der Salzach in Österreich und Deutschland spaltet, gerät das Leben der vier jungen Leute in einen Strudel aus Gewalt, Aufbegehren und Schuld. Als schließlich ein Kind verschwindet, wird eine tödliche Spirale in Gang gesetzt.
Ein Spannender Roman mit Tiefgang, authentischen Figuren und sprachlicher Raffinesse:
Eindrucksvoll erweckt Regina Denk die beiden Dörfer an der Salzach zum Leben, die – verbunden durch den Fährmann – seit jeher eine Gemeinschaft bilden. Bis der aufkeimende Nationalismus den Frieden empfindlich stört. Bis ein Krieg ausbricht, der die Welt verändert. Bis Freundschaft und Neid, Liebe und Schuld ein Drama in Gang setzen, das sich nicht mehr aufhalten lässt.
»Dunkel und märchenhaft kommt der neue Roman von Regina Denk daher. Mit ganz besonderem Ton zieht sie den Leser in die Orte ihrer Heimat, in längst vergangene Zeiten . Dort angekommen beschreibt sie ihre Figuren und deren tragische Geschichte so eindringlich, dass es schwer fällt, sich von ihnen zu trennen. Ich jedenfalls habe dieses Buch in einer Nacht durchgelesen.« Bestsellerautorin Eva Lohmann
Entdecken Sie auch Regina Denks hochgelobten und atmosphärischen Roman »Die Schwarzgeherin«: »Düster und stark.« Brigitte
Book Information
Author Description
Regina Denk wurde 1981 an der bayerisch-österreichischen Grenze geboren. Die Liebe zu ihrer Heimat wurde ihr, zusammen mit der Leidenschaft für Geschichten, in die Wiege gelegt. Das Schreiben und die Berge begleiten sie schon ihr Leben lang. Vom Literaturstudium in München, bis ans andere Ende der Welt und wieder zurück in die Heimat, wo sie heute lebt - ein Bein in Bayern, das andere in Österreich. Unter dem Pseudonym Fanny König veröffentlichte sie humoristische Bayern-Krimis. Nach "Die Schwarzgeherin" ist "Der Fährmann" ihr zweiter Roman bei Droemer.
Characteristics
2 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Posts
Mitreißend wie der Fluss! Unbedingt lesen! ⛰️🌊🌟🌟🌟🌟🌟🌊⛰️
Wow, dieses Buch ist für mich ein literarisches Meisterwerk! „Der Fährmann“ hat mich nicht einfach nur berührt. Nein, dieser Roman hat mich komplett umgehauen. Selten habe ich ein Buch gelesen, das auf so unaufdringliche Weise eine solche emotionale Wucht entfaltet. Ich bin wirklich hin und weg und habe in Regina Denk zweifellos eine neue Lieblingsautorin gefunden. Sprachlich ist dieses Buch ein absolutes Highlight! Einerseits hörte ich den Dialekt beim Lesen klar und deutlich in meinem Ohr und er machte die Geschichte noch lebendiger. Und der wunderschöne fast schon poetische Wortlaut beflügelte mich durch die ganze Geschichte. Andererseits haben mich die schonungslosen, brutalen Formulierungen emotional völlig aus der Bahn geworfen und wachgerüttelt! Aber sie müssen sein und wir Leser müssen da durch, glaubt mir. Dafür fand ich aber auch überall im Buch Metaphern und kleine versteckte Botschaften zwischen den Zeilen, die mich einfach nur begeistert, gefesselt und verzaubert haben. Und am liebsten hätte ich Regina Denk beim Lesen so oft zugerufen: „Jaaaa, ich weiß, was du meinst! Ich sehe/lese es und verstehe!“ Die Geschichte über den Fährmann spielt vor über 100 Jahren, das Thema aber ist immer noch brandaktuell! Regina Denk zeigt hier sehr eindrucksvoll, wie man ein wichtiges und zugleich erschreckend aktuelles Thema literarisch behandeln kann und es menschlich greifbar macht, ohne es zu vereinfachen oder zu instrumentalisieren. Das hat mich sehr beeindruckt. Also, Ihr Lieben, Ihr merkt schon, ich komme aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus! Daher lest dieses Buch, damit wir zusammen schwärmen und vielleicht die eine oder andere versteckte Botschaft austauschen können. Ach ja, ich habe übrigens noch nie eine Danksagung gelesen, die so unter die Haut geht wie diese! Die Tränen flossen zwar schon am Ende des Buches, nach der Danksagung aber um so mehr. Und es bleibt ein Gefühl, etwas wirklich Bedeutsames gelesen zu haben. Etwas, das über die letzte Seite hinaus geht und sich nicht so leicht abschütteln lässt. Unbedingt lesen! ⛰️🌊🌟🌟🌟🌟🌟🌊⛰️
Ein Buch so bildgewaltig und mächtig wie ein reißender Fluss
Dieses Buch ist nicht einfach. Es ist düster, traurig, emotional intensiv. Doch genau das macht die Faszination aus, lässt einen das Buch nicht aus der Hand legen. Regina Denk schreibt bildgewaltig, lässt einen intensiv in die damalige Zeit eintauchen und ist dabei schonungslos. Es gint hier keine heile Welt, keine Lichtmomente im Schatten, sondern vor allem Dunkelheit. Traurigkeit. Wut. Ich habe früher viele historische Romane gelesen, weil mich eben das Eintauchen in vergangene Zeiten immer sehr fasziniert hat. Mittlerweile gibt es nur noch wenige historische AutorInnen, deren Bücher ich gerne in die Hand nehme. Nicht, weil die Bücher schlechter geworden wären, sondern weil sich mein Interesse geändert hat. Aber Regina Denk hat es definitiv in die Reihe der AutorInnen geschafft, die ich in Zukunft weiter verfolgen möchte. Ihr Schreibstil hat mich regelrecht an das Buch gefesselt! Dabei tut jeder neue Abschnitt ein bisschen mehr weh, fordert die Emotionen heraus und nimmt einen zwischendurch regelrecht den Atem, sodass man fassungslos nach Luft schnappt. Und in dem Moment, als man bereits glaubt, schlimmer kann es eigentlich nicht werden, kommt noch eine Kehrtwende, die alles nur noch mehr in die Dunkelheit zerrt. Dennoch verfolgt man die Ereignisse mit einer fast schon morbiden Faszination und klebt förmlich an den Seiten. Es sind vor allem die Schicksale der Charaktere, die wie ein Flüstern in der Luft hängen bleiben, als man bereits die letzten Seiten gelesen hat. Das Schicksal von Annemarie, Elisabeth, Hannes, aber auch irgendwie Joseph, das gleichermaßen fasziniert und emotional zerstört. Dabei ist es vor allem das Bild der Frauen in der damaligen Zeit, das einen so erschreckt, wütend und auch fassungslos zurücklässt. Der Titel und auch das Cover des Buches sind so harmlos und dennoch perfekt gewählt. Der Fluss als zentrales Element, nicht nur als Setting, sondern auch ganz metaphorisch gewählt ... denn als LeserIn versinkt man förmlich in den Fluten der Lebensgeschichten der Charaktere und wünscht sich so sehr den Fährmann herbei, der alle rettet. Fazit: Schonungslos, düster, bildgewaltig. Ein Buch wie der Fluss, der nicht nur als Schauplatz fungiert, sondern als Metapher für das gesamte Buch verstanden werden kann. Eine Geschichte, die nachhallt. Absolute Empfehlung!

Diese Geschichte ist ein Versuch von einer Generation zu berichten, die vom Krieg zerstört wurde. Auch wenn sie seinen Granaten entkam. 🖤💔 Eines der besten Hörbücher, was ich jemals gehört habe!
⭐⭐⭐⭐⭐ Hörbuchrezension: Der Fährmann – Regina Denk 🎧📖 Ich habe Der Fährmann als Hörbuch gehört und obwohl ich wirklich viele Hörbücher höre, hat mich schon lange keines mehr so gepackt wie dieses. Von der ersten Minute an entsteht eine unglaublich dichte, fast greifbare Atmosphäre 🌫️. Die Sprecherleistung ist herausragend. Besonders die Dialoge im bairischen Dialekt verleihen der Geschichte eine Authentizität, die unter die Haut geht. Man hört nicht einfach zu, man ist wirklich mittendrin. Im Zentrum steht Hannes, der Fährmann 🚣♂️, der Tag für Tag Menschen über die Salzach bringt, über den Fluss, der Deutschland und Österreich trennt. In einer Zeit ohne Brücken ist er mehr als nur ein einfacher Arbeiter. Er ist Verbindung, Vertrauter und stiller Beobachter unzähliger Schicksale. Seit Kindheitstagen ist er mit Elisabeth und Annemie verbunden, und gerade diese Beziehungen bilden das emotionale Herz der Geschichte ❤️. Doch Traditionen und gesellschaftliche Zwänge stehen ihrem Glück im Weg und genau hier beginnt ein Drama, das sich leise, aber unaufhaltsam entfaltet. Der Fokus liegt dabei ganz klar auf den Figuren und ihren Lebensgeschichten und genau das macht dieses Buch so besonders. Vor allem die Rolle der Frauen wird schonungslos ehrlich dargestellt 👩🌾. Was sie damals ertragen mussten, ist kaum vorstellbar. Sie hatten kaum Rechte, waren auf ihre Funktion als Ehefrau, Mutter und Arbeitskraft reduziert. Die Geburt eines Mädchens war wenig wert als die von Jungen, Entscheidungen trafen andere, und Schuld lag schnell bei ihnen, sehr oft begleitet von Härte und Gewalt ⚠️. Diese Realität wird nicht beschönigt, sondern in eindringlichen spürbar gemacht. Aber genau in dieser Dunkelheit zeigt sich eine unglaubliche Stärke 💪. Die Autorin zeichnet ihre Frauenfiguren mit so viel Tiefe und Kraft, dass sie lange nachwirken. Ich habe mit Annemie und Lisi mitgelitten 😢, mitgefühlt und mich mehr als einmal gefragt, ob ich selbst unter solchen Umständen die gleiche Stärke aufgebracht hätte. Ich glaube nicht. Auch der Erste Weltkrieg schwebt wie ein ferner Schatten über der Geschichte 🌑, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Stattdessen liegt der Fokus auf dem Alltag, auf Beziehungen, auf Verlust, Hoffnung und Zusammenhalt. Besonders die Freundschaft zwischen den Figuren wird zu einem Anker in einer rauen und ungerechten Welt 🤝. Der Fährmann ist eine eindringliche Erzählung, die sich bewusst vom Mainstream entfernt und genau deshalb so tief trifft 🎯. Die Worte hinterlassen Spuren, sie tun weh, körperlich wie seelisch, und zeigen in aller Klarheit, was Menschen bereit sind zu ertragen, wenn sie Halt finden – sei es in Liebe oder in Freundschaft. Ich war mehrfach fassungslos, teilweise regelrecht bestürzt über die Wendungen und Ereignisse 😳, und konnte das Hörbuch kaum pausieren. Dieses düstere, beklemmende Kopfkino ist nichts für nebenbei, aber genau deshalb so eindrucksvoll. Fazit: Ein außergewöhnlich intensives Hörbuch, das durch seine Atmosphäre, seine Figuren und seine schonungslose Ehrlichkeit besticht 🌟. Emotional, tiefgehend und lange nachhallend – für mich ganz klar ein 5-Sterne-Erlebnis ⭐⭐⭐⭐⭐.

Düster, sehr emotional und krass! Eine Geschichte die im frühen 20sten Jahrhundert spielt. Drei Freunde, die wir mit all ihren Farcetten kennenlernen dürfen, sowie ihre Familien und die Salzach. Drei Sichtweisen, viele Schicksalsmomente und Situationen, in denen weise (auch wenn es schwerfiel) ethisch korrekt gehandelt wurde, oder auch eben nicht. Es bereitet mir Gänsehaut zu wissen, das viele Familien damals und einige auch heute noch, die gleichen Leben und Schicksale führen (müssen). Absolute Empfehlung!
Ich merke beim Schreiben dieser Rezension, dass mir die Worte fehlen und vielleicht ist genau das schon die treffendste Reaktion auf Der Fährmann von Regina Denk. Dieses Buch ist hart. Nicht auf eine dramatisierende, effekthascherische Weise, sondern auf eine leise, unerbittliche Art. Es zeigt häusliche Gewalt nicht als Ausnahme, sondern als Struktur. Als etwas, das eingebettet ist in gesellschaftliche Ordnungen, in Erwartungen, in Rollenbilder, die kaum hinterfragt werden. Und genau darin liegt seine Wucht. Was Denk hier macht, ist keine bloße Darstellung von Leid, sondern eine schonungslose Analyse von Macht. Wer darf entscheiden? Wer wird gehört? Und vor allem: Wer muss aushalten? Die Gewalt, die in diesem Roman geschildert wird, ist nicht nur körperlich – sie ist sozial, emotional, strukturell. Sie entsteht aus einem System, das Frauen auf ihre Funktion reduziert und ihnen gleichzeitig die Verantwortung für dessen Stabilität zuschiebt. Und trotzdem: Die Frauenfiguren sind keine passiven Opfer. Sie beobachten, sie fühlen, sie wissen. Aber ihr Wissen allein reicht nicht aus, um auszubrechen. Diese Spannung – zwischen innerer Klarheit und äußerer Ohnmacht – ist kaum auszuhalten beim Lesen. Im Vergleich zu *Die Schwarzgeherin* ist *Der Fährmann* vielleicht noch kompromissloser, noch direkter in seiner Brutalität. Und ja, vielleicht auch einen Tuck stärker, gerade weil er sich nicht scheut, dorthin zu gehen, wo es wirklich weh tut. Was mich besonders fasziniert, ist Denks Sprache. Wie sie Gefühle greifbar macht, ohne sie zu überhöhen. Wie sie Atmosphären schafft, die sich festsetzen. Es ist diese sprachliche Präzision, die das Grauen nicht abschwächt, sondern verstärkt. Ich habe dieses Buch nicht einfach gelesen. Ich denke noch darüber nach. Ich ringe noch damit.
“Der Fährmann” von Regina Denk handelt von Hannes, Annemarie, Elisabeth und Josef, die an der Salzach, Grenzfluss zwischen Deutschland und Österreich, im ausgehenden 19. Jahrhundert geboren werden und deren miteinander verknüpftes Schicksal wir bis in den 1. Weltkrieg hinein verfolgen, mit Fährmann Hannes als Mittelpunkt. Regina Denk schafft mit diesem Werk einen großen und großartigen Heimat-, Gesellschafts- und Familienroman, der durch seine etwas behäbige, aber poetische Sprache sowie seine packende Bildhaftigkeit und ein schnelles Erzähltempo besticht. In diesem Roman möchte man versinken, wie es Unachtsamen in der Salzach passiert, man fühlt und fiebert mit den Figuren mit und fürchtet sich davor, wohin einen die Erzählung tragen könnte. Eine absolute Empfehlung! *Das ebook wurde mir kostenfrei vom Verlag zur Verfügung gestellt.
Der Fährmann von Regine Denk ist nach Die Schwarzgeherin das zweite Buch der Autorin, das ich gelesen habe. Die Schwarzgeherin zählte zu meinen Jahreshighlights, weswegen meine Erwartungen sehr hoch waren. Sie wurden mehr als erfüllt, denn Der Fährmann konnte mich genauso wie Die Schwarzgeherin begeistern. Es ist die Geschichte von Elisabeth, Hannes und Annemie, die auf beiden Seiten der Salzach leben, die die Grenze zwischen Deutschland und Österreich markiert. Wir begleiten die drei ab dem Ende des 19. Jahrhunderts, wenn die Geschichte 1894 mit dem sechsjährigen Hannes beginnt. Er soll der Nachfolger seines Onkels Georg werden, der Fährmann ist. Auf seinem Floß transportiert er Menschen und Pferde auf der Salzach zwischen Österreich und Deutschland. Traditionsgemäß bleibt ein Fährmann ledig, was Georg nicht von Liebeleien mit Frauen diesseits und jenseits der Salzach abhält. Hannes verbringt in seiner Kindheit viel Zeit mit Elisabeth und Annemie. Sein Herz gehört Elisabeth, doch diese ist dem Steiner Josef versprochen. Annemies Eltern gehört das bei Österreichern und Deutschen gleichermaßen beliebte Wirtshaus. Sie muss von klein auf im Wirtshaus aushelfen. Das hübsche Mädchen erregt die Aufmerksamkeit vieler männlichen Gäste, auch die des drei Jahre älteren Josef. Wir begleiten Elisabeth und Josef, Annemie und Hannes bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges. Josef geht an die Front und seine daheimgebliebene Ehefrau Elisabeth atmet auf, da er brutal und gewalttätig ist. Regine Denk hat wieder einen großartigen, fesselnden und äußerst atmosphärischen Roman geschrieben. Ich habe mit Lisi und Annemie gelitten, Josef gehasst und um Hannes‘ Leben gefürchtet. Sehr gefreut habe ich mich über Annemies Neubeginn beim Fannerl, der örtlichen Heilerin und Hebamme. Doch auch ihr neu erlernter Beruf schaffte es nicht, sie vor Josefs Übergriffen zu schützen. Über das Ende habe ich mich sehr gefreut, sah es doch lange danach aus, dass das Leben der drei Menschen, die ich ins Herz geschlossen habe, mit einer schrecklichen Tragödie endet. Der Fährmann mich daran erinnert, was für ein hartes Leben die Frauen damals hatten, sie waren gänzlich dem Wohlwollen der Männer ausgeliefert, ihr Schicksal von Geburt an vorgezeichnet, egal ob sie arm oder reich waren. Danke, liebe Regine Denk, für diesen wunderbaren Roman, der mir noch lange im Gedächtnis bleiben wird.
Intensiv, aufwühlend und bewegend und als Hörbuch absolut empfehlenswert!!!
Schon die ersten Minuten machen deutlich, in welche Richtung diese Geschichte geht: „Der Fährmann“ entführt in die Zeit rund um den Ersten Weltkrieg und zeichnet das Leben in einer Gesellschaft nach, die von starren Rollenbildern, Zwängen und unausgesprochenen Regeln geprägt ist. Im Mittelpunkt stehen Menschen, die versuchen, inmitten von Krieg, gesellschaftlichem Druck und persönlichen Verlusten ihren Platz zu finden und dabei immer wieder an Grenzen stoßen, die ihnen von außen auferlegt werden. Ich bin ehrlich froh (danke für den Tipp an dieser Stelle Nadine ❤️), dieses Buch als Hörbuch erlebt zu haben. Die Sprecherin verleiht der Geschichte eine Intensität und Authentizität, die unter die Haut geht. Jede Emotion, jede Verzweiflung, jede leise Hoffnung wird spürbar transportiert. Es ist nicht nur ein Zuhören ES IST EIN EINTAUCHEN. Die Geschichte selbst ist düster, beklemmend und oft schwer auszuhalten. Immer wieder läuft einem ein Schauer über den Rücken, weil so eindringlich geschildert wird, wie das Leben damals war. Besonders erschütternd ist die Rolle der Frauen: klein gehalten, fremdbestimmt, reduziert auf ihre Funktion als Ehefrau, Mutter oder Arbeitskraft. Beim Zuhören entsteht ein innerer Widerstand, fast schon ein Aufbegehren – weil man spürt, wie erdrückend diese Zwänge sind. Es macht einen gleichzeitig dankbar, heute zu leben, und wütend darüber, wie wenig Selbstbestimmung damals möglich war. Die Figuren kämpfen gegen gesellschaftliche Erwartungen, gegen ihre eigenen Gefühle und gegen ein System, das ihnen kaum Luft zum Atmen lässt. Eine Liebe, die nicht sein darf. Eine Ehe, die eher ein Gefängnis ist. Ein Leben, das mehr aus Pflicht als aus Freiheit besteht. Und mittendrin dieses ständige Ringen darum, sich nicht selbst zu verlieren. Nichts wird hier beschönigt. Die Zeit rund um den Ersten Weltkrieg wird roh, ehrlich und schonungslos dargestellt. Es geht um Hoffnung und Verzweiflung, um Zusammenhalt und Verlust, um Freundschaft und Feindschaft sowie darum, wie nah all diese Dinge beieinander liegen können. „Der Fährmann“ ist intensiv, aufwühlend und zutiefst bewegend. Eine Geschichte, die fesselt, erschüttert und einen immer weiter hineinzieht, gerade weil sie so ungeschönt und gleichzeitig so eindringlich erzählt ist. Kommt nach Möglichkeit selbst in den Genuss und erlebt es als Hörbuch und wenn nicht lest es, es ist einfach grandios.
Vom Aushalten
Das Buch beschreibt eine Freundschaft zwischen drei Menschen. Es beschreibt aber auch Leben zwischen zwei Gemeinden getrennt durch die Salzach um 1900. Wie starr Strukturen damals waren, in denen nur wer zählt, der männlich und erstgeboren war. Diese sich alles nehmen und nicht auf andere achten. Frauenleben werden von den Eltern verkauft und die Töchter erzogen zum Aushalten, zum Gehorchen. Man spürt die Enge des Lebens von damals, wie man kaum auskommt daraus. Dicht und mitreißend geschrieben, wie der Fluss darin reißt es einen mit. Klare Leseempfehlung.
Hannes ist der Fährmann. Jeden Tag bringt er Menschen über die Salzach. Er baut Brücken, die es noch nicht gibt. Kennt viele Menschen. Mit Elisabeth und Annemie ist er seit der eng Kindheit befreundet. Bei Elisabeth ist es sogar etwas mehr als Freundschaft, doch darf der Fährmann selbst keine Familie gründen. So will es der Brauch. Elisabeth muss eine arrangierte Ehe eingehen. Ihr Ehemann ist ein schwieriger Mensch. Auch Annemie hat schon Erfahrung mit ihm gemacht. Das Leben der drei Freunde wird auf eine harte Probe gestellt. Neid, Gewalt und Missgunst begleiten sie auf ihrem Weg. Regina Denk ist hier wiederholt ein grandioser Roman gelungen. Man wird förmlich eingesogen in die Zeit zu Beginn des 20. Jahrhunderts in ein kleines Dorf zwischen Deutschland und Österreich. Eine harte Zeit, vor allem für Frauen. Der Schreibstil ist wunderbar bildhaft und so atmosphärisch wie es Denks große Stärke ist. Das tosende Wasser im Fluß, der Geruch vom Moos. Einfach großartig. Doch dieser Roman ist kein Wohlfühlroman. Er zeigt ganz klar auf wie das Leben in dieser Zeit war. Voller Härte und Haß wurde oft ums eigene Auskommen gekämpft. Da gab es keinen Raum für Gefühle. Ich war voll dabei, hab sehr leiden müssen und musste das Buch immer wieder zur Seite legen, um das Gelesene zu verarbeiten. Die Charaktere sind wunderbar vielschichtig und so unglaublich authentisch. Auch im kaputtesten Menschen gibt es Sehnsucht nach Geborgenheit und Zugehörigkeit. Ich bin absolut begeistert. Ein atmosphärisch herausragender Roman, den ihr unbedingt lesen müsst.
Ein Roman mit absoluter Sogwirkung Der Roman ist ein Jahreslesehighlight für mich. Wie kraftvoll und besonders die Sprache ist und dann erst die Handlung. Sie erzählt von Hannes, dem Fährmann, der das Floß zwischen dem deutschen und dem österreichischen Ufer hin und her fährt, der nicht heiraten darf, damit er bei einem Unglücksfall keine Witwe zurücklässt und von seinen Kindheitsfreundinnen Elisabeth, der reichen Bauerstochter und Annemarie, der Wirtstochter. Während Elisabeth und Hannes Gefühle füreinander haben, muss Elisabeth aber den reichen Bauern Josef Steiner heiraten. Dieser wiederum stellt Annemarie hinterher, die zuerst Elisabeth beneidet, aber schnell erkennt, welchen wahren Charkter Josef hat, einen abgrundtiefen bösen. Hier entspinnt sich dann die Geschichte um die vier Protagonisten, wobei natürlich auch die Dorfbevölkerung und Familien in die Geschichte verwoben sind. Durch diese für mich ganz besondere Erzählweise hat mich die Autorin so sehr in diese Geschichte gezogen, dass ich eigentlich immer wissen wollte wie es weiter geht. Es ist ein Buch, dass einen mitnimmt in den damals harten Alltag, in eine Zeit, in der die Frauen zu machen hatten, was die Männer wollten und sagten und auch in ihren Familien nicht unbedingt einen Rückhalt fanden, auch nicht bei ihren Müttern, die vielleicht auch Ähnliches ertragen haben. Es ist spannend zu verfolgen und lässt einen auch oft den Atem stocken, wie es zugegangen ist. Die Autorin nimmt hier kein Blatt vor den Mund und lässt einen daran ungeschönt teilhaben. Gerade das entwickelt dann auch die Sogwirkung. Ein absolut lesenswerter Roman, den ich unbedingt weiterempfehle.
„Der Fährmann“ ist kein Buch, das man einfach so liest – es ist eines, in das man hineingezogen wird. Regina Denk entfaltet ein düsteres, eindringliches Panorama zweier Dörfer an der Salzach, irgendwo zwischen Bayern und Österreich, und macht daraus weit mehr als einen historischen Roman. Vor der eindrucksvollen Kulisse der deutsch-österreichischen Grenze zu Beginn des 20. Jahrhunderts entfaltet sich ein intensives Familiendrama, das persönliche Schicksale mit den politischen Verwerfungen des Ersten Weltkriegs verwebt. Zwischen den Dörfern Hohenwart und Siegering fließt die Salzach – und mit ihr das Leben einer Gemeinschaft, die sich seit Generationen nahesteht. Verbunden sind beide Ufer durch den Fährmann Hannes Winkler. Doch sein Beruf folgt einem unerbittlichen Brauch: Ein Fährmann darf nicht heiraten. Zu groß ist die Gefahr, dass er im reißenden Fluss ums Leben kommt und Frau und Kinder mittellos zurückbleiben. Tragisch nur, dass Hannes’ Herz längst Elisabeth gehört. Elisabeth wiederum liebt ihn – ist jedoch Josef Steiner versprochen, dem wohlhabenden Hoferben. Und auch Annemarie, Elisabeths beste Freundin, hatte sich Hoffnungen auf Josef gemacht. Was zunächst wie eine klassische Konstellation wirkt, entwickelt sich bei Regina Denk zu einem vielschichtigen Beziehungsgeflecht, in dem Freundschaft, Neid, Loyalität und unausgesprochene Sehnsucht miteinander ringen. Der Fokus liegt dabei weniger auf romantischer Verklärung als auf der Zerbrechlichkeit menschlicher Bindungen. Die Freundschaft zwischen Elisabeth, Annemarie und Hannes ist geprägt von Nähe und Enttäuschung, von Zusammenhalt und Missverständnissen – und gerade dadurch von großer Glaubwürdigkeit. Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs verändert sich alles. Der aufkeimende Nationalismus reißt Risse durch die kleine Grenzgemeinschaft. Männer ziehen in den Krieg, Misstrauen wächst, alte Sicherheiten bröckeln. Regina Denk zeigt eindrücklich, wie politische Ideologien in den intimsten Lebensbereich vordringen und Menschen gegeneinander aufbringen. Als schließlich ein Kind verschwindet, setzt sich eine Spirale aus Schuld, Gewalt und Verzweiflung in Bewegung, die kaum noch aufzuhalten ist. Die eigentliche Wucht des Romans entsteht jedoch aus seinem Setting. Die Alpenregion, das Dorfleben, die Salzach mit ihrer Schönheit und Bedrohlichkeit – all das wird mit einer kraftvollen, bildreichen und stellenweise bewusst archaisch dichten Sprache zum Leben erweckt. Die Natur ist nicht bloß Hintergrund, sondern Spiegel innerer Zustände. Dunkel und beinahe märchenhaft wirkt diese Welt, und doch ist sie von großer historischer Authentizität durchzogen. Denks Figuren sind vielschichtig gezeichnet. Man muss sie nicht immer mögen, aber man versteht ihre Beweggründe. Gerade diese Ambivalenz macht sie lebendig. Vor allem die Frauenfiguren tragen den Roman: Ihre Ohnmacht innerhalb patriarchaler Strukturen, aber auch ihre stille Stärke und ihr Widerstand verleihen der Geschichte emotionale Tiefe. Hier wird eindringlich gezeigt, wie gesellschaftliche Rollenbilder Leben formen – und zerstören können. Die Handlung steigert sich kontinuierlich, bis sie in eine beklemmende, kaum aufzuhaltende Spirale mündet. Gewalt, Verlust und Schuld kulminieren in Ereignissen, die lange nachwirken. Und doch bleibt – trotz aller Härte – ein leiser Rest von Hoffnung. „Der Fährmann“ ist ein sprachlich beeindruckender, atmosphärisch dichter Roman, der unter die Haut geht. Regina Denk verbindet historische Kulisse mit zeitlosen Themen und schafft ein Werk, das gleichermaßen erschüttert wie fesselt. Ein intensives Leseerlebnis für alle, die literarische Tiefe, starke Figuren und eine dunkle, eindringliche Stimmung schätzen. Schon „Die Schwarzgeherin“ war für mich ein kleines Meisterwerk und „Der Fährmann“ steht dem in nichts nach. Ich freue mich jetzt schon riesig auf den nächsten Roman – denn wenn Regina Denk schreibt, kann man sich sicher sein, dass es großartig wird!

Der historische Roman „Der Fährmann“ von Regina Denk entfaltet ein eindringliches, düsteres Familiendrama vor der Kulisse der deutsch-österreichischen Grenze zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Im Zentrum stehen die beiden Dörfer Hohenwart und Siegering, getrennt durch die Salzach und zugleich verbunden durch den Fährmann – eine Rolle, die weit über das rein Praktische hinaus eine symbolische Bedeutung erhält. Im Mittelpunkt der Handlung steht Hannes Winkler, der den gefährlichen Beruf des Fährmanns übernimmt. Traditionell darf er keine Familie gründen, da das Risiko eines tödlichen Unfalls allgegenwärtig ist und niemand von seinen Lieben zurückbleiben soll. Genau dieser Umstand wird für ihn zur persönlichen Tragödie: Seit seiner Kindheit liebt er Elisabeth, und auch sie empfindet mehr für ihn. Dennoch ist sie aus familiären und gesellschaftlichen Gründen dem wohlhabenden Hoferben Josef Steiner versprochen. Gleichzeitig entwickelt Elisabeths Freundin Annemarie, die von klein auf in der Kneipe ihrer Eltern arbeiten muss, eigene Gefühle für Josef. Dieses Beziehungsgeflecht bildet das emotionale Zentrum des Romans und ist geprägt von unerfüllter Liebe, Pflichtgefühl und wachsender innerer Zerrissenheit. Aus der anfänglichen Vertrautheit der Figuren entwickelt sich im Laufe der Zeit ein von Spannungen durchzogenes Erwachsenenleben. Hannes bleibt an seine Rolle gebunden und stellt seine eigenen Wünsche zurück, während Elisabeth den Erwartungen ihrer Familie folgt und Annemarie mit ihren eigenen Sehnsüchten ringt. Die Figuren wirken gefangen in den Strukturen ihrer Zeit, in der persönliche Freiheit kaum Raum findet. Besonders deutlich wird, wie sehr gesellschaftliche Normen und traditionelle Rollenbilder die Lebenswege bestimmen und individuelle Entscheidungen einschränken. Der Umgang mit der Frauen, kann den Leser zur Weißglut treiben. Mit dem Beginn des Ersten Weltkriegs verschärft sich die Situation zusätzlich. Die Dorfgemeinschaft zerbricht zunehmend unter politischem Druck und wachsendem Misstrauen. Viele Männer ziehen in den Krieg, und die Zurückgebliebenen kämpfen mit Verlust, Angst und Unsicherheit. Kritisch fällt vor allem die Sprache ins Gewicht: Sie orientiert sich zwar erkennbar am historischen Setting und trägt zur Authentizität bei, wirkt jedoch häufig schwerfällig, stellenweise sogar unnötig umständlich. Dadurch gerät der Lesefluss ins Stocken, und emotionale Momente verlieren an Direktheit. Auch die dramatischen Entwicklungen der Handlung fügen sich zwar logisch in das historische Umfeld ein, bleiben in ihrer Ausgestaltung jedoch weitgehend vorhersehbar. Die Autorin bewegt sich hier stark innerhalb bekannter Muster, ohne dem Genre spürbar neue Impulse zu geben. Insgesamt fehlt es dem Roman dadurch an nachhaltiger Eigenständigkeit – er ist solide erzählt, hinterlässt aber keinen bleibenden Eindruck. Insgesamt ist „Der Fährmann“ ein intensiver, vielschichtiger Roman, der persönliche Schicksale mit historischen Umbrüchen verknüpft. Die Geschichte wirkt in einzelnen Momenten eindringlich und atmosphärisch dicht, erreicht jedoch nicht durchgehend die Tiefe oder Originalität, die ihn langfristig im Gedächtnis verankern würde.
DER FÄHRMANN Regina Denk ET: 02.03.26 Kennt ihr das auch? Wenn ein Buch so spannend ist, dass man es zwischendurch zur Seite legen muss, einfach um durchzuatmen, bevor es weitergeht? Genau dieses Gefühl hatte ich hier – und das gleich mehrfach auf den ersten Seiten. Anfang des 20. Jahrhunderts wachsen Lisi, Hannes und Annemarie als beste Freunde in Hohenwart und Siegering auf, zwei Dörfer an der deutsch-österreichischen Grenze. Getrennt werden sie nur durch die Salzach, einen eiskalten, reißenden Fluss, gespeist vom Schmelzwasser der Berge. Doch so nah die Orte auch liegen, so unterschiedlich sind die Lebensrealitäten der drei. Lisi, eigentlich Elisabeth, ist die Tochter eines wohlhabenden Bauern und bereits dem Sohn des reichen Steiner Hofes versprochen, um deren Besitz zu sichern. Doch ihr Herz gehört Hannes, ihrem Jugendfreund. Ein stiller, sanfter Mann, der ihre Liebe erwidert. Für ihn scheint es jedoch keine gemeinsame Zukunft zu geben: Als angehender Fährmann darf er weder heiraten noch eine Familie gründen. Annemarie, die Tochter des Schankwirts, steht gesellschaftlich noch einmal an einer ganz anderen Stelle. Auch sie hat Gefühle und Wünsche – doch ihr bleibt kaum Raum, diese zu leben. Während Lisi in eine Ehe gezwungen wird, die von Kälte, Macht und Gewalt geprägt ist, erlebt auch Annemarie, wie wenig Schutz und Selbstbestimmung Frauen in dieser Zeit haben. Beide Geschichten sind hart, eindringlich und gehen unter die Haut. Dann kommt der Erste Weltkrieg – und mit ihm verändert sich alles. Was danach geschieht, solltet ihr unbedingt selbst lesen. Dieses Buch entwickelt einen Sog, dem man sich kaum entziehen kann, es ist spannend von der ersten Seite bis zum Schluss Liebe @reginadenk, du hast dich mit diesem Buch endgültig in mein Leserherz geschrieben. Schon „Die Schwarzgeherin“ hat mich begeistert, aber „Der Fährmann“ steht dem Buch in keiner Weise nach. Fazit: Ein unglaublich atmosphärischer und bildstarker Roman über das Leben von Frauen um 1900. Hart, bewegend und gleichzeitig unfassbar fesselnd. Ein Buch, das man nicht aus der Hand legen möchte und das lange nachhallt. Absolute Leseempfehlung! 5+/5

Steht dem Vorgänger in nichts nach
Der Fluch des zweiten Buches nennt man es, wenn das Debüt ein Riesenerfolg war und das Zweite einfach nicht mithalten kann. Ich kann mir vorstellen, dass jede*r Autor*in große Angst davor hat dem Erfolg nicht mehr gerecht werden zu können. Und auch ich war sehr neugierig darauf, ob Regina Denk es auch mit dem neuen Text schafft, mich mit dem neuen Roman an meinen Lesesessel zu fesseln. Wir sind wieder in den Bergen, und wandern diesmal über Grenzen, in der Zeit um den ersten Weltkrieg. Die Salzach trennt Deutschland von Österreich, die beiden Orte, die sich gegenüber liegen, gehören zwar zu anderen Ländern, sind aber durch Freundschaften, Handel und Familien miteinander verbunden. Dass dies möglich ist, verdanken Sie dem Fährmann, der so wichtig ist, dass seine Nachfolge geregelt sein muss und die Amtseinführung ein großes Fest ist. Hannes weiß schon als Kind, dass er diesen Job übernehmen muss. Eine Ehe ist für ihn Tabu. Ein Leben in Einsamkeit wartet auf ihn. Auch seine beiden Freundinnen aus Kindheitstagen, Elisabeth und Annemie, die auf der deutschen Seite zu Hause sind, bekommen eine Zukunft die von anderen bestimmt wird. Bei der einen ist es die frühe Verpflichtung im elterlichen Wirtshaus mitzuhelfen und zu den Gästen immer recht freundlich zu sein, egal, was sie von ihr wollen. Bei der Anderen, sind es die Eltern, die sie an einen österreichischen Bauern verheiraten, um den Reichtum zu mehren. Es ist Josef, der beide Frauen ruiniert und die Handlung dominiert. Er ist das personifizierte Böse, ein Mann, dem Frauen nie etwas entgegengesetzt haben, der Gewalterfahrungen in Wut verwandelt und seinen Besitzanspruch körperlich an allem auslässt, was ihm in die Quere kommt. Was hat er mich abgestoßen, dieser Mann. Narzisstisch bis zum geht nicht mehr, lebt er Brutalität in einer Form aus, die ich kaum ertragen konnte. Ich musste ab und an die Absätze überfliegen, um erst dann wieder zu Ihnen zurückzukehren, wenn ich wusste, ob und wie wer zu Schaden gekommen ist. So konnte ich es aushalten. Engelsgleich entgegen wirkt Hannes auf uns. Dieser Kontrast scheint etwas plakativ, streicht aber das Dämonische von Josef sehr stark hervor. Annemie und Elisabeth führen ein Leben, mit dem man zu keiner Zeit tauschen möchte. Besonders Erstere hat mich als Figur sehr beeindruckt. Das Wirtshausszenario hat mich stark an meine Kindheit erinnert (wenn auch nicht in dem gewaltvollen Maße). Als Tochter von Gastwirten musste auch ich schon mit 12 Jahren helfen. Während andere ihre Jugend auslebten, zog diese zwischen Bierpfützen und schmutzigen Tellern an mir vorbei. Und ganz wichtig war immer was die Anderen sagen. Gäste haben immer recht, und man muss lächeln, sonst kommen sie nicht wieder. Ich habe es gehasst, das hat man mir angesehen, und Trinkgeld habe ich auch nur sehr selten bekommen – aus Gründen! Annemie ist da anders, und sie schafft es kaum, sich gegen die Dominanz der zahlenden Kunden zu wehren. Aber sie entwickelt sich meinem Empfinden am meisten weiter. Sie schafft es ihre Emotionen für den Mann, den sie nicht haben kann, in Schach zu halten, und mit ihnen umzugehen. Alle Frauen in diesem Roman haben keine Chance, sich gegen Männer zu behaupten. Die mangelnde Solidarität untereinander verschärft die Situation extrem. Kehren wir noch mal zu Josef zurück. Immer wieder bekommen wir einen kleinen Einblick, der uns erahnen lässt, warum er so geworden ist. Das könnte großes Mitgefühl bei mir wecken. Allerdings macht die Bösartigkeit, mit der er Mensch und Tier behandelt, es nahezu unmöglich. Resilienz ist hier ein Thema. Während manche, es hinbekommen, die als Kind erlebte Gewalt nicht weiter zu tragen, schaffen andere es nur zu überleben indem sie diese noch schlimmer ausleben. Trotzdem war seine Figur sehr differenziert konstruiert. Sein narzisstisches Verhalten zeigt kleine Risse, die immer dann entstehen wenn man Josefs inneren Monologen genau lauscht. Er redet sich nämlich ein, was für ein machtvoller Mann er ist, er fühlt es aber nicht. Vom Aufbau her und der Sprachmelodie folgend sind wir sehr nah am Debüt der Autorin. Wie in der Schwarzgeherin gibt es auch hier unterschiedliche Perspektiven, die Natur bekommt ihre eigene Stimme und Dialekt sowie Formulierungen einer vergangenen Zeit sind sehr selbstverständlich eingeflochten. An ganz wenigen Stellen schießt Denk vielleicht ein bisschen übers Ziel hinaus, als einer der Burschen seine “Männlichkeit“ spürt, musste ich kurz zucken-es blieb aber bei dem einen mal. Das Buch liest sich so rasant wie die Salzach fließt. Ich konnte manchmal gar nicht gucken, wie schnell ich die Leseabschnitte geschafft hatte. Dass nun der zweite Roman der Autorin dem Ersten so ähnlich ist, hat mich nicht gestört, im Gegenteil - ich war ganz froh, in ein ähnliches Szenario zurückzukehren. Aber es trat der -wie ich es nenne – Dan Brown Effekt ein. Das erste Mal ist man überwältigt von der Macht des Buches, beim zweiten Mal denkt man: Das ist genauso gut! Aber die Aufgeregtheit etwas Neues entdeckt zu haben, bleibt natürlich weg. Ich finde das Regina Denk es mit dem Fährmann hervorragend geschafft hat sich selbst und ihrem Erfolg treu zu bleiben. Von mir gibt es eine riesengroße Empfehlung an alle, die die Schwarzgeherin mochten, und eine weitere Alpengeschichte verschlingen möchten.
Lesenswert mit einigen Längen
Werbung - Rezensionsexemplar über LovelyBooks bekommen ISBN 978-3-426-56628-2 PREIS 24,00 € (EUR) SEITEN 381 „Der Fährmann“ ist eine historische Geschichte, beginnend im 19. und dann endend im 20. Jahrhundert im ersten Weltkrieg. Vier Junge Menschen werden begleitet, deren Schicksal eng miteinander verwoben ist. Da ist Hannes, der Fährmann, der keine Familie gründen darf, damit er bei einem Unfall keine bedürftigen Familienmitglieder hinterlässt. Da sind Annemarie und Elisabeth, beide verliebt in Hannes und beide anderweitig gebunden, ohne eine Wahlmöglichkeit zu haben, wie sie ihr Leben gestalten möchten. Und da ist Josef, der mit Elisabeth verheiratet wird, aber eigentlich Annemarie begehrt. Und da sind die beiden Dörfer, eines auf der österreichischen und eines auf der deutschen Seite und diese nur getrennt durch die Salzach. Die Tragödien finden oft im Stillen statt. Elisabeth wird von Josef so oft misshandelt, dass sie sogar an Flucht denkt. Unterstützung? Nein, nicht einmal von der eigenen Mutter. Annemarie wird von Josef mehrfach vergewaltigt, ihre Mutter bringt sie aber lediglich zu einer Engelmacherin. Immerhin tritt Annemie irgendwann in deren Fußstapfen und hat ein klein wenig eigene Freiheit, auch wenn ihr Leben dann eher einsam ist. Hannes möchte helfen und ist ständig hin- und hergerissen zwischen den was Recht ist und dem, was richtig wäre. Und Josef ist eigentlich mit der ganzen Situation zu Hause völlig überfordert und eingeengt. Er wird erst beim Militär so richtig „groß“, was aber an seiner Wut gegenüber Elisabeth nichts ändert. Es kommt zum Showdown, als Josef nach seiner Rückkehr völlig durchdreht. Mehr möchte ich nicht schreiben, denn sonst müsste ich spoilern. Sprachlich muss man sich ein wenig einlesen. Der Stil ist durchweg „altmodisch“ gehalten, was allerdings die Stimmung und die Zeit besonders gut zur Geltung bringt. Auch die Geschichte und die Verwicklungen an sich konnten mich überzeugen. Allerdings finde ich auch, dass er ein paar Längen hat. Der Roman ist sicher nicht für jeden etwas, gerade auch wegen des Sprachstils. Wegen der Längen „nur“ 4 Sterne. Der Roman „Der Fährmann“ von Regina Denk erschien am 02.03.2026 bei Droemer
Lesen! Unbedingt!
„Der Fährmann“ von Regina Denk (Droemer Verlag) Was für ein wilder Ritt – und was für ein guter! Dieses Buch hat eine solche Sogkraft entwickelt, dass ich mich zwischendurch fragte, ob ich vielleicht selbst schon von der Salzach umhüllt und fortgetragen wurde. Ich bin nur so durch die Geschichte von Hannes, Annemarie, Elisabeth und Josef geflogen – und jetzt frage ich mich fast ein wenig, was ich ohne diese Figuren anfangen soll. Ein großes Kompliment für diesen eindringlichen und mitreißenden Roman! @reginadenk „Weil es so vieles war im Leben, das einen Menschen formte, und das wenigste, das ließ sich lenken oder vorhersehen. Und wie die Steinerin würde sie für ihre Buben in den Tod gehen, würde sie alles geben, um sie zu schützen, und wo sie es dachte: Meiner, der ist anders, ganz innen drin, da ist er anders, da dachte es die Mutter vom Josef auch, weil es so sein musste bei einem jeden, dass wenigstens die eigene Mutter an das Gute in einem glaubte, selbst wenn es lang schon nicht mehr da war, denn was wäre das sonst für eine Welt, in der sie alle lebten und vom Guten im Menschen predigten?“ S.355

Darum geht es: An der Grenze zwischen Österreich und Deutschland zu Beginn des 20. Jahrhunderts lebt eine kleine Gemeinschaft, die von strengen Regeln und alten Traditionen geprägt ist. Der Fährmann Hannes Winkler liebt seine Jugendfreundin Elisabeth, doch sie ist einem wohlhabenden Hofbesitzer versprochen. Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs verschärfen sich die Spannungen in der Region. Beziehungen zerbrechen, Konflikte entstehen, und Misstrauen greift um sich. Als ein Kind verschwindet, eskaliert die Situation und eine Kette tragischer Ereignisse wird ausgelöst. Der Roman zeigt eine Gemeinschaft im Ausnahmezustand und stellt die Frage, wie Schuld, Entscheidungen und Umstände das Leben der Menschen unwiderruflich prägen. Mein Leseeindruck: Aus meiner Sicht ist dieser Roman von Regina Denk ein echtes sprachliches Erlebnis. Sie kann mit Worten zaubern, und genau so hat es sich für mich auch angefühlt. Die Geschichte ist weit mehr als ein düsteres Familiendrama an der deutsch-österreichischen Grenze. Sie hat einen Tiefgang, der mich wirklich getroffen hat. Ich habe das Buch als tragisch, dunkel und gleichzeitig unglaublich stark empfunden. Es ist intensiv, teilweise kaum auszuhalten, und genau das macht für mich seine Qualität aus. Regina Denk scheut keine Härte, sondern zeigt sie bewusst und sehr präzise. Dadurch wirkt alles nicht übertrieben, sondern konsequent und literarisch sehr sicher gestaltet. Diese Intensität hat mich richtig hineingezogen. Ich hatte beim Lesen eine starke Sogwirkung. Einerseits wollte ich unbedingt wissen, wie es weitergeht, andererseits hätte ich die Geschichte fast nicht weiterlesen wollen, einfach weil sie so schwer und eindringlich ist. Und gleichzeitig war da auch dieser Gedanke, dass ich am Ende kein weiteres Buch von ihr habe und wieder auf einen neuen Roman warten muss. Besonders eindrücklich fand ich, wie die Autorin in eine Zeit führt, in der Frauen stark eingeschränkt waren und ihr Leben oft kaum selbst bestimmen konnten. Und auch wenn sich seitdem über die Jahrzehnte vieles verändert hat, bleibt bei mir der Eindruck, dass Abhängigkeiten und Ungleichgewichte in Beziehungen nicht einfach verschwunden sind, sondern in anderer Form weiter existieren können. Deshalb ist die Geschichte so wichtig für unsere Gesellschaft, weil sie genau diese Strukturen sichtbar macht und daran erinnert, dass nicht weggesehen werden darf. Fazit: 5/5 ⭐️ Ein intensiver, düsterer und wichtiger Roman mit großer Sogkraft, der lange nachwirkt und tief berührt.

Sie hat es wieder geschafft!
Regina Denk hatte mich mit dem Roman die Schwarzgeherin schon so zum nachdenken gebracht und auch ihr neuestes Werk der Fährmann hat mich wieder sehr in Atem gehalten. Viel zu schnell bin ich durch die Seiten geflogen und habe mit den tapferen Frauen Annemarie und Elisabeth gelitten. Die Geschichte um den Fährmann Hannes kurz vor und während des 1. Weltkrieges, die Verpflichtungen, die Bigotterie und selbst auferlegte Knechtschaft der Menschen ist beim Lesen manches Mal kaum auszuhalten. Was sich untereinander in den kleinsten Gemeinschaften gegenseitig angetan wird, wie die Frauen von einer Generation zur nächsten so viel Leid ertragen müssen, teils von der eigenen Mutter und Familie erzwungen. Es ist unglaublich grausam. Das Buch liest sich wie im Rausch. Ich hätte gern noch viel mehr über diese mutigen jungen Menschen gelesen. Allein was sie bis zu ihrem 26. Lebensjahr durchlebt haben, reicht für ein ganzes Leben.

Lesenswert mit ein paar Längen
Werbung - Rezensionsexemplar über LovelyBooks bekommen ISBN 978-3-426-56628-2 PREIS 24,00 € (EUR) SEITEN 381 „Der Fährmann“ ist eine historische Geschichte, beginnend im 19. und dann endend im 20. Jahrhundert im ersten Weltkrieg. Vier Junge Menschen werden begleitet, deren Schicksal eng miteinander verwoben ist. Da ist Hannes, der Fährmann, der keine Familie gründen darf, damit er bei einem Unfall keine bedürftigen Familienmitglieder hinterlässt. Da sind Annemarie und Elisabeth, beide verliebt in Hannes und beide anderweitig gebunden, ohne eine Wahlmöglichkeit zu haben, wie sie ihr Leben gestalten möchten. Und da ist Josef, der mit Elisabeth verheiratet wird, aber eigentlich Annemarie begehrt. Und da sind die beiden Dörfer, eines auf der österreichischen und eines auf der deutschen Seite und diese nur getrennt durch die Salzach. Die Tragödien finden oft im Stillen statt. Elisabeth wird von Josef so oft misshandelt, dass sie sogar an Flucht denkt. Unterstützung? Nein, nicht einmal von der eigenen Mutter. Annemarie wird von Josef mehrfach vergewaltigt, ihre Mutter bringt sie aber lediglich zu einer Engelmacherin. Immerhin tritt Annemie irgendwann in deren Fußstapfen und hat ein klein wenig eigene Freiheit, auch wenn ihr Leben dann eher einsam ist. Hannes möchte helfen und ist ständig hin- und hergerissen zwischen den was Recht ist und dem, was richtig wäre. Und Josef ist eigentlich mit der ganzen Situation zu Hause völlig überfordert und eingeengt. Er wird erst beim Militär so richtig „groß“, was aber an seiner Wut gegenüber Elisabeth nichts ändert. Es kommt zum Showdown, als Josef nach seiner Rückkehr völlig durchdreht. Mehr möchte ich nicht schreiben, denn sonst müsste ich spoilern. Sprachlich muss man sich ein wenig einlesen. Der Stil ist durchweg „altmodisch“ gehalten, was allerdings die Stimmung und die Zeit besonders gut zur Geltung bringt. Auch die Geschichte und die Verwicklungen an sich konnten mich überzeugen. Allerdings finde ich auch, dass er ein paar Längen hat. Der Roman ist sicher nicht für jeden etwas, gerade auch wegen des Sprachstils. Wegen der Längen „nur“ 4 Sterne. Der Roman „Der Fährmann“ von Regina Denk erschien am 02.03.2026 bei Droemer
5 Sterne reichen für dieses aussergewöhnlich starke Werk nicht aus. Ich bin völlig in die Zeit abgetaucht, geradezu versunken, authentisch, echt, ich habe mit den Charaktere mitgefiebert, mitgelitten, den Atem angehalten...ich bin begeistert und hoffe, dass bald ein neues Buch der Autorin kommt. Gleichzeitig gehört und gelesen, ein Herzensbuch!
War gut …
„Der Fährmann“ hat mir insgesamt gut gefallen. Ich bin gut in die Geschichte reingekommen und wollte auch wissen, wie es weitergeht. Zwischendurch hatte ich aber das Gefühl, dass sich einige Passagen etwas ziehen. Trotzdem habe ich das Buch gerne gelesen – für mich war es ein schöner Zeitvertreib, auch wenn es mich nicht durchgehend gepackt hat.
Eine Geschichte, die berührt, die nachhallt, die mich wirklich bewegt hat
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts im deutsch-österreichischen Grenzland. Die Salzach, der Fluss, der gleichzeitig Grenzlinie ist, kann nur mithilfe einer Fähre überquert werden. Hannes, der Fährmann, ist eine der Hauptpersonen dieses Romans. Hannes, Elisabeth, das Mädchen, dem sein Herz gehört und Annemarie tragen diese Geschichte, die sich bis in die 1920iger Jahre zieht. Ihre Freundschaft ist beständig. „Oft sah er sie freilich nicht mehr, seine beiden Freundinnen aus den kurzen, unbeschwerten Jahren ihrer Kindheit. Beide fehlten sie ihm schmerzlich, auch wenn nicht viel Zeit blieb, in der überhaupt Raum gewesen wäre für etwas, das hätte fehlen können. Doch ihre Abwesenheit begleitete ihn wie ein kleiner Schmerz, wie ein hartnäckiges Ziehen im Magen, durch die Tage, die mit Arbeit voll waren, und durch die Nächte, in denen die Einsamkeit von der Erschöpfung verdrängt wurde.“ Regina Denk hat hier eine Geschichte von unerfüllter Liebe, von gesellschaftlichen Zwängen, von Rollenbildern, von Machtmissbrauch und von fehlender Selbstbestimmung geschrieben. Eindrucksvoll, bildreich und in einer wunderbaren Sprache. Ruhig, bedacht und voller Tiefe, aber manchmal auch etwas schwer/bedrückend. Die Autorin erzählt von den Lebenswegen, in die die drei Protagonisten gezwungen werden, vom Leid, das sie ertragen müssen, aber auch von schönen Momenten, die sie teilen, von tiefer Verbundenheit. Eine Geschichte, in die ich regelrecht eingetaucht bin. Kein Wohlfühl-Buch, sondern eines, das nachhallt, das beschäftigt und berührt. Dennoch absolut grandios.
Okay, wow! Die Geschichte hat mir einiges abverlangt, ganz schön harter Tobak, aber ein so so wichtiges Thema! Regina Denk hat, meiner Meinung nach, nach der "Schwarzgeherin" noch eine Schippe draufgelegt. Wahnsinnig spannend, gefühlvoll, bildgewaltig, aber auch teilweise schwer zu ertragen. Ich musste das Buch ab und zu beiseite legen und durchatmen.
So gewaltig und mitreissend wie die Salzach
Eine Geschichte über Familie, Liebe und ganz besonders über Freundschaft, die viel gibt, nimmt, aber letztlich doch alles überdauert: Annemarie, Elisabeth und Hannes wachsen in der Zeit vor dem ersten Weltkrieg auf. Sie verbringen ihre Kindheit an der Salzach, die zwischen Deutschland und Österreich fließt. Die Dörfer auf beiden Seiten sind verbunden durch eine Fähre, deren Fährmann schließlich Hannes wird. Ein Beruf, der es ihm nicht erlaubt, eine Frau oder Familie zu haben. Er weiß deshalb schon früh, dass ein Leben in Einsamkeit auf ihn wartet. Und doch ist das besser als das Leben, das auf seine zwei Kindheitsfreundinnen wartet – geprägt von narzisstischen, gewalttägigen Männern wie Josef, die sich nehmen, was sie wollen. Sowohl Elisabeth als auch Annemarie müssen sich den gesellschaftlichen Erwartungen beugen und werden früh in die familiären Verpflichtungen der jeweiligen Höfe eingespannt. Zwischen dem, was ihr Herz wirklich will und was das Schicksal für sie bereithält, entfernen sich die Freundinnen voneinander – bis der Krieg ausbricht und die Männer aus den Dörfern nach und nach fortmüssen. Nicht jeder kommt zurück und wenn doch, dann oft nicht als der, als der er gegangen ist. -- Mir fehlen wirklich die Worte für dieses unfassbar gewaltige und besondere Buch. Nachdem ich anfangs etwas gebraucht habe, um in die Erzählung und Sprache reinzufinden, hat mich die Geschichte dann vollends mitgerissen. Da war eine Wut in mir, eine Trauer, ein generationsübergreifender Schmerz, den ich nahezu körperlich gespürt habe. Ein absolutes Meisterwerk, das trotz seines historischen Hintergrundes doch so unglaublich aktuell ist. Ganz, ganz große Leseempfehlung! „Aber auch in der Elisabeth, ja in allen Frauen um ihn herum spürte er eine Veränderung. Sie wuchsen, nach oben, nach links und nach rechts, in Winkel, die sonst niemand erreichen konnte, breiteten sich aus, nahmen Platz ein, weil niemand mehr da war, der ihn für sich beanspruchte, allein, und mit keinem teilen konnte. Niemand mehr da war, der sie begrenzte und ihre Kraft verhinderte, bevor sie entstehen konnte.“

Ich muss zugeben, dass ich ein wenig Angst vor der Geschichte hatte. Große Vorfreude, Euphorie und dennoch ein klein wenig Angst. Das sie mich entweder nicht so packt wie viele Leser vor mir, oder das sie mich wegpustet. Und ich kann euch sagen, dass letzteres der Fall war. 🖤 "Der Fährmann" spielt um 1900 an der deutsch - österreichischen Grenze an der Salzach. Dort sind Ende des 19. Jahrhundert drei Kinder, die ganz eng miteinander befreundet sind: Hannes, Annemarie und Elisabeth. Der Hannes überlebt wie durch ein Wunder einen Sturz in die Salzach. Und von da an ist es klar, dass er in die Fußstapfen seines Onkels tritt und der nächste Fährmann wird. Aber als Fährmann darf man keine Familie haben, also keine Frau und keine Kinder. Ein paar Jahre später wird die Elisabeth dem reichen Joseph Steiner aus Österreich versprochen. Egal, ob sie ihn liebt. Sie hat schon seit langer Zeit ein Auge auf den Hannes geworfen. Doch damals entschieden die Eltern für einen, wer der richtige zu sein scheint. Und auch die Annemarie, eine Wirtstochter aus ärmlichen Verhältnissen schwärmt für den Hannes. Doch der Joseph ist vernarrt in sie. Wut, Macht, Gewalt, unerfüllte Liebe. Männer nahmen sich was "ihnen zusteht". Ein Dreiecksgespann das über Jahre hinweg immer irgendwie verbunden ist. Der Fährmann, der die Menschen über die Salzach ins andere Land bringt. Der aber auch immer zwischen allem steht. Elisabeth, die unterdrückt in ihrer Ehe lebt. Ausbrechen will, aus den strengen Regeln. Aber kein Weg geht daran vorbei. Auch die Zeit des Krieges wird hier nochmal sehr stark beschrieben, und wie sich zu dieser Zeit die Dinge änderten. Regina Denk hat es geschafft, einen sehr atmosphärischen Roman zu schreiben. Der Schauplatz der Salzach (des Flusses) war sehr anschaulich. Und auch durch die besondere Sprache, mit dem österreichischen Dialekt, hat nochmal zusätzlich dafür gesorgt, dass ich beim Lesen einen Zeitsprung gemacht habe. Es war krass, unheimlich atmosphärisch, düster und bedrückend. Absolute Empfehlung! ⭐⭐⭐⭐⭐ | 5 Sternen

Wieder ein Volltreffer
Ein Buch wie ein reißender Bach: aufbrausend, eine Naturgewalt. Schon „Die Schwarzgeherin“ hat mich für die Autorin eingenommen. Und mit „Der Fährmann“ setzt sich das fort. So wild und ungezähmt dieses Buch auch ist, es hat seine stillen Momente. Es hat seine Tiefe, die wieder so weit reicht. Regina Denk erschafft so wunderbare Charaktere in ihren Büchern. Sie berühren einfach mein Herz, ganz tief. Denn es steckt von ihnen auch etwas in mir als Leserin. Zum Beispiel der Mut der Frauen in der Vergangenheit. Der Mut sich den Männern nicht unterzuordnen, der Mut für sich als Frau einzustehen, die eigenen Entscheidungen zu treffen. Und sie sind dafür durch die Hölle gegangen. Trotzdem brannte immer diese Flamme in ihnen. Und wenn sie auch mal höher, mal kleiner brannte, sie ist nie verloschen. All das und noch viel mehr sind die Bücher der Autorin für mich. „Der Fährmann“ ist ein Mahnmal. Was kann ein Mensch alles ertragen? Wie sehr prägen uns unsere Umstände. Können wir alle Taten wirklich richtig einordnen, oder bleibt vieles dem Auge eigentlich verschlossen? Nicht immer ist alles genauso, wie es zu sein scheint. In diesem Buch geht es um Freundschaft, um Liebe, es geht um Ungerechtigkeiten und es geht um Mut. Zeitlich können wir dieses Buch an den Beginn des 20. Jahrhunderts verorten. Wir befinden uns an einem Fluss, der die Grenze zwischen Deutschland und Österreich markiert. Hier arbeitet Hannes als Fährmann und verbindet so die Menschen der zwei Länder. Hannes, Elisabeth und Annemarie sind seit Kindesbeinen an befreundet. Das Leben hat aber andere Pläne und reißt die drei Freunde im Laufe der Jahre auseinander und wir werden Zeugen ihrer Leben. Wir erleben, dass sich Freundschaft verändert, aber nie ganz zerbricht. Das Setting ist wieder düster. Der Fluss als Trennlinie steht hier für mich auch symbolisch. Menschen werden getrennt, Gefühle werden getrennt. Er steht oft auch zwischen Leben und Tod. Eindrucksvoll und tief berührend hat Regina Denk hier wieder einen so besonderen Roman geschrieben, den ich einfach nur weiterempfehlen kann.

5 Sterne +
Sie hat es wieder geschafft! Regina Denk zieht mich in eine Zeit, die mir sonst so fern ist. Doch wie ich bei der Schwarzgeherin in Tirol war, so war ich diesmal bei Hannes, Josef, Elisabeth und Annemarie an der Salzach zwischen Deutschland und Österreich Anfang des 20. Jahrhunderts. Eine Zeit, in der die harte Arbeit auf den Höfen und sprachlose Gefühlskälte alles bestimmen. Eine Zeit, in der Frauen zu tun hatten, was man von ihnen erwartete, wenn Höfe zusammengeführt und Hochzeiten arrangiert wurden. Und in der der Erste Weltkrieg vor der Tür steht und schmerzhafte Opfer fordern wird. Elisabeth, Hannes und Annemarie sind Freunde seit Kindertagen. Doch als Elisabeth mit Josef verheiratet wird, beginnt für sie die gewaltsame Tortur ihres Lebens. Annemarie arbeitet hart in der Schänke der Eltern, ist permanent grantigen, gierigen Männern ausgesetzt und Hannes wird der Fährmann. Und Fährmann sein bedeutet, keine Familien zu haben, immer allein und auf Abruf an der Fährstelle zu sein. Und obwohl die drei so unterschiedliche Leben führen, sind sie doch immer miteinander verbunden. Verbunden über die mal ruhige, mal reißende Salzach, verbunden über Erinnerungen, verbunden über Gefühle. Ich kann schwer in Worte fassen, was die ganze Geschichte an Emotionen in mir ausgelöst hat. Ich war ganz nah dran an den Figuren, habe gelitten, Wut gehabt, gehasst, geliebt, war verzweifelt und traurig. Frauen, die nicht selbst über den eigenen Körper bestimmen können, die Gewalt ausgesetzt sind. Familien, die kein sicherer Ort zum sein und Schutz suchen sind. Jungen, die seit Generationen zu harten, brutalen Männern herangezogen werden. Ein Krieg, der Tote bringt, aber auch versehrte Rückkehrer, die schwer mit dem eigenen Sein kämpfen. Aber ich habe auch immer wieder gehofft, wenn es zum Beispiel hieß: "Vielleicht war es Zeit für ein neues Richtig." (S.373) Eine großartig erzählte Geschichte! Ich habe die Geschichte zum Teil auch gehört und kann nur sagen: Wow, was für eine geniale Sprecherin (Susanne Schroeder). Indem sie die Geschichte in Hochdeutsch erzählt und die Dialoge im Dialekt spricht, holt sie mich noch näher ran an die Figuren, noch näher rein in diese Atmosphäre von damals.
In den Dörfern Hohenwart und Siegering zu Beginn des 20. Jahrhunderts bestimmt der Fluss nicht nur das Landschaftsbild, sondern auch die Schicksale der Menschen. Hannes Winkler, der Fährmann, lebt nach einem alten, unerbittlichen Brauch: Er darf keine Frau an sich binden, zu groß ist die Gefahr, dass sein Beruf ihn eines Tages verschlingt und er eine Familie mittellos zurücklässt. Und doch hat sein Herz längst gewählt, es gehört Elisabeth, seiner Jugendfreundin. Elisabeth erwidert seine Liebe, doch ihr Weg scheint vorgezeichnet: Sie ist Josef Steiner versprochen, dem wohlhabenden Hoferben auf der anderen Seite der Salzach. Diese Verbindung ist nicht nur ein Schlag für Hannes, sondern auch für Annemarie, Elisabeths engste Vertraute, die selbst auf eine Zukunft an Josefs Seite gehofft hatte. Als der Erste Weltkrieg über das Land hereinbricht, zerreißt er nicht nur Nationen, sondern auch die fragile Gemeinschaft entlang des Flusses. Misstrauen, Verlust und innere Zerrissenheit greifen um sich. Die Leben der vier jungen Menschen verstricken sich immer tiefer in einem Geflecht aus unausgesprochenen Sehnsüchten, Schuld und wachsender Verzweiflung. Doch erst das rätselhafte Verschwinden eines Kindes lässt die angestaute Spannung eskalieren. Was folgt, ist eine unaufhaltsame Kette von Ereignissen. Mit eindringlicher Sprachkraft lässt Regina Denk die beiden Dörfer an den Ufern der Salzach lebendig werden. Zwei Orte, die seit jeher durch den Fährmann miteinander verwoben sind, als gehörten sie zu ein und demselben Herzen. Doch unter der Oberfläche beginnt es zu gären: Ein erstarkender Nationalismus legt feine Risse in das gewachsene Miteinander, Misstrauen schleicht sich ein, wo einst Vertrautheit war. Dann kommt der Krieg und mit ihm eine Erschütterung, die weit über die Grenzen der Dörfer hinausreicht und doch jeden Einzelnen trifft. In seinem Schatten geraten Beziehungen ins Wanken, verschieben sich Gewissheiten, werden aus Freundschaft und Zuneigung allmählich Neid, aus Liebe Verstrickung, aus kleinen Verfehlungen schwere Schuld. Unaufhaltsam setzt sich ein Geschehen in Bewegung, das sich immer weiter zuspitzt. Ein leises Kippen der Verhältnisse, das schließlich in ein Drama mündet, dem niemand mehr entkommen kann. Düster, gewaltsam und von tragischer Konsequenz, an deren Ende nichts mehr so ist, wie es einmal war. Ausgesprochene Leseempfehlung für diesen Pageturner!
Das war eine emotionale Geschichte Anfang des 20.Jahrhunderts wo 4 junge Menschen zusammen erwachsen werden. Jeder trägt sein eigenes Schicksal mit Liebe,Hass und Familientradition.. Vorallem aber das in dieser Zeit, Frauen als schwach und Männer als stark dargestellt wurden. Mich hat das Buch wieder einmal sehr berührt.
Das Buch ist wie ein Naturereignis. Der Fluss und die Natur werden so bildgewaltig beschrieben. Dazu kommt die detaillierte Analyse des Lebens vor über 100 Jahren und die unterschiedlichen Charaktere in deren Leben - wenn auch nur für wenige Momente -eingetaucht wird. Spannend erzählt und wird lange nachhallen!
Definitiv ein Highlight 🔥
Der Fährmann war für mich mal etwas ganz anderes als vieles, was ich sonst lese und genau das hat mir unglaublich gut gefallen. Besonders der Sprachstil hat für mich extrem viel zur Atmosphäre beigetragen. Diese ältere, teilweise ungewohnte Sprache hat es geschafft, dass man sich richtig in die Welt und die Lebensrealität Anfang des 20. Jahrhunderts hineinversetzen konnte. Es hat sich nie künstlich angefühlt, sondern eher so, als würde die Sprache die gesamte Stimmung und Zeit mittragen. Sehr spannend fand ich auch die verschiedenen Perspektiven der Protagonist:innen. Zu beobachten, wie ihre Geschichten, Beziehungen und Entwicklungen miteinander verwoben sind, wie sie sich verändern, voneinander entfernen und wieder zueinander finden, hat mich total in die Geschichte hineingezogen. Das Buch lebt für mich weniger von schneller Handlung oder großen Plot-Twists, sondern vielmehr von Atmosphäre, Charakteren und emotionaler Tiefe. Gerade dadurch konnte ich aber unglaublich in die Geschichte eintauchen. Für mich ist das Buch vor allem eine starke Geschichte über Freundschaft, gesellschaftliche Themen, Kriegsfolgen und auch die Rolle der Frau. Gleichzeitig geht es viel um Verlust, Veränderung und darum, wie Menschen unter extremen Umständen miteinander verbunden bleiben oder sich voneinander entfremden. Obwohl die Geschichte historisch eingebettet ist, haben sich viele Themen sehr zeitlos angefühlt. Ich war beim Lesen wirklich sehr vertieft und an vielen Stellen emotional berührt. Das Buch hat etwas gleichzeitig Melancholisches und Bedrückendes, ohne dabei hoffnungslos zu werden. Besonders gegen Ende wurde die Geschichte immer brutaler und bedrückender, was für mich aber unglaublich gut gepasst hat. Diese zunehmende Gewalt und Bedrohung wirkte fast symbolisch für den realen Krieg und die massiven psychischen und gesellschaftlichen Folgen, die immer stärker über allem lagen. Ein sehr atmosphärisches, intensives und berührendes Buch, das mich auch nach dem Lesen noch beschäftigt.
Schon auf den ersten Seiten haben mich Atmosphäre und Geschichte eingefangen. Fr. Denk hat mich an die deutsch-österreichische Grenze an den Fluß die Salzach transportiert, mich die raue Natur spüren lassen und in das harte Leben der Frauen zu Beginn des 20. Jahrhunderts katapultiert. Ein Dorfleben, bestimmt durch Tradition, Hierarchie und dem Glauben. Hier treffen wir auf die jungen, authentischen Protagonist*innen mit ihren Stärken und Schwächen, ihre Freundschaft, aber auch ihren Neid, ihre fehlende Solidarität. Die primäre Rolle der Frau ist es verheiratet zu werden und schweigsam jegliche Schmach zu erdulden. Weitere zentrale Themen sind patriarchale Gewalt, aufkeimender Nationalismus und traumatische Erlebnisse im Krieg - Themen, die leider auch heute sehr aktuell sind. Das Wasser scheint in dem historischen Roman das prägende Element zu sein und ist voller symbolischer Kraft. Wasser, dass trennt und verbindet, dass in kleinen Rinnsalen fließen kann oder als gewaltiger Strom. Ich kann dieses Buch sehr empfehlen, intensives und aufwühlendes Leseerlebnis 🌊
Absolutes Lebenshighlight
Der Fährmann hat mich komplett begeistert. Das Buch spielt zur Zeit des Ersten Weltkriegs an der Grenze zwischen Bayern und Österreich an der Salzach und allein die Atmosphäre ist unglaublich intensiv. Regina Denk schreibt so bildgewaltig und sprachlich wunderschön, dass man komplett in diese Welt eintaucht. Einerseits fast poetisch, andererseits schonungslos ehrlich. Es ist wirklich ganz, ganz toll geschrieben. Besonders geliebt habe ich auch den Dialekt, der gerade im Hörbuch richtig zur Geltung kommt. Das hat die Figuren und die ganze Stimmung nochmal so viel authentischer gemacht. Am meisten beeindruckt hat mich aber, wie das Buch mit Themen wie Frauenrollen, häuslicher Gewalt und gesellschaftlichen Zwängen umgeht. Es wird nicht so erzählt, als wäre das eine einzelne schlimme Ausnahme gewesen, sondern als das strukturelle Problem, das es damals einfach war – und leider auch heute noch ist. Gerade die Frauenfiguren stehen für mich ganz klar im Mittelpunkt dieser Geschichte, auch wenn der Titel etwas anderes vermuten lässt. Ein wahnsinnig starkes, feministisches und emotionales Buch, das mich wirklich komplett abgeholt hat.
Ich habe den Fährmann von Regina Denk als Hörbuch gehört. Die Sprecherin Susanne Schroeder bringt diese Faniliengeschichte so authentisch und fesselnd rüber, ein überwältigendes Hörerlebnis.
Der Fährmann ,was für ein fesselndes Familiendrama . Diese Geschichte ist so authentisch, fesselnd ,berührend und kraftvoll. Ich war mittendrin in der Zeit damals an der Salzach beim Fährmann Hannes und der Elisabeth und der Annemarie. Sehr ergreifend und fantastisch gesprochen. Bin sehr berührt und angetan von dieser Geschichte. Mochte es sehr zu hören,ein großes Lob auch an die Sprecherin Susanne Schroeder, danke für dieses überwältigende Hörerlebnis 🙏🏻.
Am Anfang hat mich das Buch nicht so richtig abgeholt. Der Schreibstil ist gut, keine Frage, aber ich hatte nach den vielen positiven Meinungen irgendwie mehr erwartet und war erst mal etwas enttäuscht. Mit der Zeit wurde es aber deutlich besser. Die Geschichte baut sich langsam auf und entwickelt dann eine richtig dichte Atmosphäre. Am Ende bleibt für mich: kein überragendes Buch, aber ein gutes.
„der Fährmann“ von Regina Denk ist für mich ein Jahreshighlight. Nach „die Schwarzgeherin“ habe ich mich so gefreut, dass heuer ein neuer Roman von der Autorin erschienen ist und hab mich so gefreut den wieder mit Dori zu lesen! „Der Fährmann“ ist atmosphärisch sensationell geschrieben. Ich habe die Geschichte um Annemarie, Elisabeth und Hannes so gerne gelesen. Von der ersten Seite an war ich von der Geschichte gefesselt und vollkommen eingenommen. Besonders die verschiedenen Sichten der Charaktere fand ich super. Ich hab mich immer gefühlt, als wäre ich direkt vor Ort und mit im Geschehen dabei. Leise, kraftvoll werden feministische Themen aufgemacht und runden die Geschichte so gut ab. Ich hab auch die Parallelen zur Schwarzgeherin geliebt. Buchdetails: erschienen am 02.03.2026 im Droemer Verlag • 384 Seiten • gelesen als Hardcover (24,00€) [Werbung - Rezensionsexemplar ] ——— #bookstagramgermany #bookstagram #books #reading #lesenverbindet

Ein Roman, der schmerzt und zeigt wie beschwerlich der Kampf um die Selbstbestimmung als Frau Anfang des 20 Jhts war.
„Der Fährmann“ von Regina Denk spielt Anfang des 20. Jahrhunderts an der deutsch-österreichischen Grenze, am Ufer der Salzach, und erzählt die Geschichte von Elisabeth, Annemarie und Hannes. Schon als Kinder verbindet die drei eine enge Freundschaft, doch je älter sie werden, desto stärker bestimmen Traditionen, gesellschaftliche Zwänge und die harte Lebensrealität ihren Weg. Elisabeth wird gegen ihren Willen mit dem wohlhabenden, aber brutalen Jungbauern Josef verheiratet. Annemarie muss im Wirtshaus ihrer Eltern arbeiten, während Hannes – wie es die Tradition verlangt – als Fährmann ungebunden bleiben soll. Dennoch spielt er im Leben beider Frauen eine besondere Rolle. Der Roman zeigt eindringlich, wie wenig Selbstbestimmung Frauen damals hatten und wie sehr Gewalt, Abhängigkeit und gesellschaftlicher Druck ganze Leben geprägt haben. Regina Denk schafft es dabei, ihre Figuren unglaublich lebendig zu zeichnen – manche wachsen einem sofort ans Herz, andere lösen regelrecht Wut aus. Der Roman ist atmosphärisch dicht, düster und stellenweise kaum auszuhalten, gerade weil vieles davon bis heute nachwirkt. Die Geschichte wühlt auf, schmerzt, schenkt durch die Entwicklung von Annemarie und Leni aber auch Hoffnung. Mich hat das Buch von der ersten bis zu der letzten Seite gefesselt und die Geschichte tief beeindruckt.
Jahreshighlight ❤️❤️❤️
Der Fährmann ist für mich DAS Jahreshighlight! Ich habe jede einzelne Seite geliebt und hätte problemlos noch 200 weitere Seiten lesen können. Die Geschichte hat mich von der ersten bis zur letzten Seite komplett gefesselt, sodass ich das Buch tatsächlich an nur einem Tag beendet habe. Besonders begeistert hat mich die Entwicklung von Annemarie (aber auch der weiteren Frauenfiguren), die unglaublich gelungen und authentisch erzählt wird. Ein mitreißendes und absolut besonderes Buch, das mir noch lange im Kopf bleiben wird ❤️❤️❤️!
Characteristics
2 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Description
»Sagen Sie alle Verabredungen ab! Sie werden in diesem Roman versinken.« Bestsellerautorin Ruth-Maria Thomas – der neue Roman von Regina Denk!
Regina Denks Roman »Der Fährmann« erzählt ein atmosphärisch düsteres Familiendrama an der deutsch-österreichischen Grenze zur Zeit des 1. Weltkriegs.
Hohenwart und Siegering, Anfang des 20. Jahrhunderts: Als Fährmann muss Hannes Winkler dem Brauch folgen, sich keine Frau zu nehmen. Denn sollte sein gefährlicher Beruf sein Leben fordern, darf er keine bedürftigen Angehörigen zurücklassen. Hannes’ Herz gehört trotzdem schon lang seiner Jugendfreundin Elisabeth. Doch die ist Josef Steiner versprochen, dem Erben des größten Hofes am diesseitigen Ufer der Salzach. Das trifft nicht nur Hannes und Elisabeth hart, die seine Gefühle erwidert: Elisabeths beste Freundin Annemarie hatte sich Hoffnung auf eine Heirat mit Josef gemacht.
Während der 1. Weltkrieg die kleine Gemeinschaft diesseits und jenseits der Salzach in Österreich und Deutschland spaltet, gerät das Leben der vier jungen Leute in einen Strudel aus Gewalt, Aufbegehren und Schuld. Als schließlich ein Kind verschwindet, wird eine tödliche Spirale in Gang gesetzt.
Ein Spannender Roman mit Tiefgang, authentischen Figuren und sprachlicher Raffinesse:
Eindrucksvoll erweckt Regina Denk die beiden Dörfer an der Salzach zum Leben, die – verbunden durch den Fährmann – seit jeher eine Gemeinschaft bilden. Bis der aufkeimende Nationalismus den Frieden empfindlich stört. Bis ein Krieg ausbricht, der die Welt verändert. Bis Freundschaft und Neid, Liebe und Schuld ein Drama in Gang setzen, das sich nicht mehr aufhalten lässt.
»Dunkel und märchenhaft kommt der neue Roman von Regina Denk daher. Mit ganz besonderem Ton zieht sie den Leser in die Orte ihrer Heimat, in längst vergangene Zeiten . Dort angekommen beschreibt sie ihre Figuren und deren tragische Geschichte so eindringlich, dass es schwer fällt, sich von ihnen zu trennen. Ich jedenfalls habe dieses Buch in einer Nacht durchgelesen.« Bestsellerautorin Eva Lohmann
Entdecken Sie auch Regina Denks hochgelobten und atmosphärischen Roman »Die Schwarzgeherin«: »Düster und stark.« Brigitte
Book Information
Author Description
Regina Denk wurde 1981 an der bayerisch-österreichischen Grenze geboren. Die Liebe zu ihrer Heimat wurde ihr, zusammen mit der Leidenschaft für Geschichten, in die Wiege gelegt. Das Schreiben und die Berge begleiten sie schon ihr Leben lang. Vom Literaturstudium in München, bis ans andere Ende der Welt und wieder zurück in die Heimat, wo sie heute lebt - ein Bein in Bayern, das andere in Österreich. Unter dem Pseudonym Fanny König veröffentlichte sie humoristische Bayern-Krimis. Nach "Die Schwarzgeherin" ist "Der Fährmann" ihr zweiter Roman bei Droemer.
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Mitreißend wie der Fluss! Unbedingt lesen! ⛰️🌊🌟🌟🌟🌟🌟🌊⛰️
Wow, dieses Buch ist für mich ein literarisches Meisterwerk! „Der Fährmann“ hat mich nicht einfach nur berührt. Nein, dieser Roman hat mich komplett umgehauen. Selten habe ich ein Buch gelesen, das auf so unaufdringliche Weise eine solche emotionale Wucht entfaltet. Ich bin wirklich hin und weg und habe in Regina Denk zweifellos eine neue Lieblingsautorin gefunden. Sprachlich ist dieses Buch ein absolutes Highlight! Einerseits hörte ich den Dialekt beim Lesen klar und deutlich in meinem Ohr und er machte die Geschichte noch lebendiger. Und der wunderschöne fast schon poetische Wortlaut beflügelte mich durch die ganze Geschichte. Andererseits haben mich die schonungslosen, brutalen Formulierungen emotional völlig aus der Bahn geworfen und wachgerüttelt! Aber sie müssen sein und wir Leser müssen da durch, glaubt mir. Dafür fand ich aber auch überall im Buch Metaphern und kleine versteckte Botschaften zwischen den Zeilen, die mich einfach nur begeistert, gefesselt und verzaubert haben. Und am liebsten hätte ich Regina Denk beim Lesen so oft zugerufen: „Jaaaa, ich weiß, was du meinst! Ich sehe/lese es und verstehe!“ Die Geschichte über den Fährmann spielt vor über 100 Jahren, das Thema aber ist immer noch brandaktuell! Regina Denk zeigt hier sehr eindrucksvoll, wie man ein wichtiges und zugleich erschreckend aktuelles Thema literarisch behandeln kann und es menschlich greifbar macht, ohne es zu vereinfachen oder zu instrumentalisieren. Das hat mich sehr beeindruckt. Also, Ihr Lieben, Ihr merkt schon, ich komme aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus! Daher lest dieses Buch, damit wir zusammen schwärmen und vielleicht die eine oder andere versteckte Botschaft austauschen können. Ach ja, ich habe übrigens noch nie eine Danksagung gelesen, die so unter die Haut geht wie diese! Die Tränen flossen zwar schon am Ende des Buches, nach der Danksagung aber um so mehr. Und es bleibt ein Gefühl, etwas wirklich Bedeutsames gelesen zu haben. Etwas, das über die letzte Seite hinaus geht und sich nicht so leicht abschütteln lässt. Unbedingt lesen! ⛰️🌊🌟🌟🌟🌟🌟🌊⛰️
Ein Buch so bildgewaltig und mächtig wie ein reißender Fluss
Dieses Buch ist nicht einfach. Es ist düster, traurig, emotional intensiv. Doch genau das macht die Faszination aus, lässt einen das Buch nicht aus der Hand legen. Regina Denk schreibt bildgewaltig, lässt einen intensiv in die damalige Zeit eintauchen und ist dabei schonungslos. Es gint hier keine heile Welt, keine Lichtmomente im Schatten, sondern vor allem Dunkelheit. Traurigkeit. Wut. Ich habe früher viele historische Romane gelesen, weil mich eben das Eintauchen in vergangene Zeiten immer sehr fasziniert hat. Mittlerweile gibt es nur noch wenige historische AutorInnen, deren Bücher ich gerne in die Hand nehme. Nicht, weil die Bücher schlechter geworden wären, sondern weil sich mein Interesse geändert hat. Aber Regina Denk hat es definitiv in die Reihe der AutorInnen geschafft, die ich in Zukunft weiter verfolgen möchte. Ihr Schreibstil hat mich regelrecht an das Buch gefesselt! Dabei tut jeder neue Abschnitt ein bisschen mehr weh, fordert die Emotionen heraus und nimmt einen zwischendurch regelrecht den Atem, sodass man fassungslos nach Luft schnappt. Und in dem Moment, als man bereits glaubt, schlimmer kann es eigentlich nicht werden, kommt noch eine Kehrtwende, die alles nur noch mehr in die Dunkelheit zerrt. Dennoch verfolgt man die Ereignisse mit einer fast schon morbiden Faszination und klebt förmlich an den Seiten. Es sind vor allem die Schicksale der Charaktere, die wie ein Flüstern in der Luft hängen bleiben, als man bereits die letzten Seiten gelesen hat. Das Schicksal von Annemarie, Elisabeth, Hannes, aber auch irgendwie Joseph, das gleichermaßen fasziniert und emotional zerstört. Dabei ist es vor allem das Bild der Frauen in der damaligen Zeit, das einen so erschreckt, wütend und auch fassungslos zurücklässt. Der Titel und auch das Cover des Buches sind so harmlos und dennoch perfekt gewählt. Der Fluss als zentrales Element, nicht nur als Setting, sondern auch ganz metaphorisch gewählt ... denn als LeserIn versinkt man förmlich in den Fluten der Lebensgeschichten der Charaktere und wünscht sich so sehr den Fährmann herbei, der alle rettet. Fazit: Schonungslos, düster, bildgewaltig. Ein Buch wie der Fluss, der nicht nur als Schauplatz fungiert, sondern als Metapher für das gesamte Buch verstanden werden kann. Eine Geschichte, die nachhallt. Absolute Empfehlung!

Diese Geschichte ist ein Versuch von einer Generation zu berichten, die vom Krieg zerstört wurde. Auch wenn sie seinen Granaten entkam. 🖤💔 Eines der besten Hörbücher, was ich jemals gehört habe!
⭐⭐⭐⭐⭐ Hörbuchrezension: Der Fährmann – Regina Denk 🎧📖 Ich habe Der Fährmann als Hörbuch gehört und obwohl ich wirklich viele Hörbücher höre, hat mich schon lange keines mehr so gepackt wie dieses. Von der ersten Minute an entsteht eine unglaublich dichte, fast greifbare Atmosphäre 🌫️. Die Sprecherleistung ist herausragend. Besonders die Dialoge im bairischen Dialekt verleihen der Geschichte eine Authentizität, die unter die Haut geht. Man hört nicht einfach zu, man ist wirklich mittendrin. Im Zentrum steht Hannes, der Fährmann 🚣♂️, der Tag für Tag Menschen über die Salzach bringt, über den Fluss, der Deutschland und Österreich trennt. In einer Zeit ohne Brücken ist er mehr als nur ein einfacher Arbeiter. Er ist Verbindung, Vertrauter und stiller Beobachter unzähliger Schicksale. Seit Kindheitstagen ist er mit Elisabeth und Annemie verbunden, und gerade diese Beziehungen bilden das emotionale Herz der Geschichte ❤️. Doch Traditionen und gesellschaftliche Zwänge stehen ihrem Glück im Weg und genau hier beginnt ein Drama, das sich leise, aber unaufhaltsam entfaltet. Der Fokus liegt dabei ganz klar auf den Figuren und ihren Lebensgeschichten und genau das macht dieses Buch so besonders. Vor allem die Rolle der Frauen wird schonungslos ehrlich dargestellt 👩🌾. Was sie damals ertragen mussten, ist kaum vorstellbar. Sie hatten kaum Rechte, waren auf ihre Funktion als Ehefrau, Mutter und Arbeitskraft reduziert. Die Geburt eines Mädchens war wenig wert als die von Jungen, Entscheidungen trafen andere, und Schuld lag schnell bei ihnen, sehr oft begleitet von Härte und Gewalt ⚠️. Diese Realität wird nicht beschönigt, sondern in eindringlichen spürbar gemacht. Aber genau in dieser Dunkelheit zeigt sich eine unglaubliche Stärke 💪. Die Autorin zeichnet ihre Frauenfiguren mit so viel Tiefe und Kraft, dass sie lange nachwirken. Ich habe mit Annemie und Lisi mitgelitten 😢, mitgefühlt und mich mehr als einmal gefragt, ob ich selbst unter solchen Umständen die gleiche Stärke aufgebracht hätte. Ich glaube nicht. Auch der Erste Weltkrieg schwebt wie ein ferner Schatten über der Geschichte 🌑, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Stattdessen liegt der Fokus auf dem Alltag, auf Beziehungen, auf Verlust, Hoffnung und Zusammenhalt. Besonders die Freundschaft zwischen den Figuren wird zu einem Anker in einer rauen und ungerechten Welt 🤝. Der Fährmann ist eine eindringliche Erzählung, die sich bewusst vom Mainstream entfernt und genau deshalb so tief trifft 🎯. Die Worte hinterlassen Spuren, sie tun weh, körperlich wie seelisch, und zeigen in aller Klarheit, was Menschen bereit sind zu ertragen, wenn sie Halt finden – sei es in Liebe oder in Freundschaft. Ich war mehrfach fassungslos, teilweise regelrecht bestürzt über die Wendungen und Ereignisse 😳, und konnte das Hörbuch kaum pausieren. Dieses düstere, beklemmende Kopfkino ist nichts für nebenbei, aber genau deshalb so eindrucksvoll. Fazit: Ein außergewöhnlich intensives Hörbuch, das durch seine Atmosphäre, seine Figuren und seine schonungslose Ehrlichkeit besticht 🌟. Emotional, tiefgehend und lange nachhallend – für mich ganz klar ein 5-Sterne-Erlebnis ⭐⭐⭐⭐⭐.

Düster, sehr emotional und krass! Eine Geschichte die im frühen 20sten Jahrhundert spielt. Drei Freunde, die wir mit all ihren Farcetten kennenlernen dürfen, sowie ihre Familien und die Salzach. Drei Sichtweisen, viele Schicksalsmomente und Situationen, in denen weise (auch wenn es schwerfiel) ethisch korrekt gehandelt wurde, oder auch eben nicht. Es bereitet mir Gänsehaut zu wissen, das viele Familien damals und einige auch heute noch, die gleichen Leben und Schicksale führen (müssen). Absolute Empfehlung!
Ich merke beim Schreiben dieser Rezension, dass mir die Worte fehlen und vielleicht ist genau das schon die treffendste Reaktion auf Der Fährmann von Regina Denk. Dieses Buch ist hart. Nicht auf eine dramatisierende, effekthascherische Weise, sondern auf eine leise, unerbittliche Art. Es zeigt häusliche Gewalt nicht als Ausnahme, sondern als Struktur. Als etwas, das eingebettet ist in gesellschaftliche Ordnungen, in Erwartungen, in Rollenbilder, die kaum hinterfragt werden. Und genau darin liegt seine Wucht. Was Denk hier macht, ist keine bloße Darstellung von Leid, sondern eine schonungslose Analyse von Macht. Wer darf entscheiden? Wer wird gehört? Und vor allem: Wer muss aushalten? Die Gewalt, die in diesem Roman geschildert wird, ist nicht nur körperlich – sie ist sozial, emotional, strukturell. Sie entsteht aus einem System, das Frauen auf ihre Funktion reduziert und ihnen gleichzeitig die Verantwortung für dessen Stabilität zuschiebt. Und trotzdem: Die Frauenfiguren sind keine passiven Opfer. Sie beobachten, sie fühlen, sie wissen. Aber ihr Wissen allein reicht nicht aus, um auszubrechen. Diese Spannung – zwischen innerer Klarheit und äußerer Ohnmacht – ist kaum auszuhalten beim Lesen. Im Vergleich zu *Die Schwarzgeherin* ist *Der Fährmann* vielleicht noch kompromissloser, noch direkter in seiner Brutalität. Und ja, vielleicht auch einen Tuck stärker, gerade weil er sich nicht scheut, dorthin zu gehen, wo es wirklich weh tut. Was mich besonders fasziniert, ist Denks Sprache. Wie sie Gefühle greifbar macht, ohne sie zu überhöhen. Wie sie Atmosphären schafft, die sich festsetzen. Es ist diese sprachliche Präzision, die das Grauen nicht abschwächt, sondern verstärkt. Ich habe dieses Buch nicht einfach gelesen. Ich denke noch darüber nach. Ich ringe noch damit.
“Der Fährmann” von Regina Denk handelt von Hannes, Annemarie, Elisabeth und Josef, die an der Salzach, Grenzfluss zwischen Deutschland und Österreich, im ausgehenden 19. Jahrhundert geboren werden und deren miteinander verknüpftes Schicksal wir bis in den 1. Weltkrieg hinein verfolgen, mit Fährmann Hannes als Mittelpunkt. Regina Denk schafft mit diesem Werk einen großen und großartigen Heimat-, Gesellschafts- und Familienroman, der durch seine etwas behäbige, aber poetische Sprache sowie seine packende Bildhaftigkeit und ein schnelles Erzähltempo besticht. In diesem Roman möchte man versinken, wie es Unachtsamen in der Salzach passiert, man fühlt und fiebert mit den Figuren mit und fürchtet sich davor, wohin einen die Erzählung tragen könnte. Eine absolute Empfehlung! *Das ebook wurde mir kostenfrei vom Verlag zur Verfügung gestellt.
Der Fährmann von Regine Denk ist nach Die Schwarzgeherin das zweite Buch der Autorin, das ich gelesen habe. Die Schwarzgeherin zählte zu meinen Jahreshighlights, weswegen meine Erwartungen sehr hoch waren. Sie wurden mehr als erfüllt, denn Der Fährmann konnte mich genauso wie Die Schwarzgeherin begeistern. Es ist die Geschichte von Elisabeth, Hannes und Annemie, die auf beiden Seiten der Salzach leben, die die Grenze zwischen Deutschland und Österreich markiert. Wir begleiten die drei ab dem Ende des 19. Jahrhunderts, wenn die Geschichte 1894 mit dem sechsjährigen Hannes beginnt. Er soll der Nachfolger seines Onkels Georg werden, der Fährmann ist. Auf seinem Floß transportiert er Menschen und Pferde auf der Salzach zwischen Österreich und Deutschland. Traditionsgemäß bleibt ein Fährmann ledig, was Georg nicht von Liebeleien mit Frauen diesseits und jenseits der Salzach abhält. Hannes verbringt in seiner Kindheit viel Zeit mit Elisabeth und Annemie. Sein Herz gehört Elisabeth, doch diese ist dem Steiner Josef versprochen. Annemies Eltern gehört das bei Österreichern und Deutschen gleichermaßen beliebte Wirtshaus. Sie muss von klein auf im Wirtshaus aushelfen. Das hübsche Mädchen erregt die Aufmerksamkeit vieler männlichen Gäste, auch die des drei Jahre älteren Josef. Wir begleiten Elisabeth und Josef, Annemie und Hannes bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges. Josef geht an die Front und seine daheimgebliebene Ehefrau Elisabeth atmet auf, da er brutal und gewalttätig ist. Regine Denk hat wieder einen großartigen, fesselnden und äußerst atmosphärischen Roman geschrieben. Ich habe mit Lisi und Annemie gelitten, Josef gehasst und um Hannes‘ Leben gefürchtet. Sehr gefreut habe ich mich über Annemies Neubeginn beim Fannerl, der örtlichen Heilerin und Hebamme. Doch auch ihr neu erlernter Beruf schaffte es nicht, sie vor Josefs Übergriffen zu schützen. Über das Ende habe ich mich sehr gefreut, sah es doch lange danach aus, dass das Leben der drei Menschen, die ich ins Herz geschlossen habe, mit einer schrecklichen Tragödie endet. Der Fährmann mich daran erinnert, was für ein hartes Leben die Frauen damals hatten, sie waren gänzlich dem Wohlwollen der Männer ausgeliefert, ihr Schicksal von Geburt an vorgezeichnet, egal ob sie arm oder reich waren. Danke, liebe Regine Denk, für diesen wunderbaren Roman, der mir noch lange im Gedächtnis bleiben wird.
Intensiv, aufwühlend und bewegend und als Hörbuch absolut empfehlenswert!!!
Schon die ersten Minuten machen deutlich, in welche Richtung diese Geschichte geht: „Der Fährmann“ entführt in die Zeit rund um den Ersten Weltkrieg und zeichnet das Leben in einer Gesellschaft nach, die von starren Rollenbildern, Zwängen und unausgesprochenen Regeln geprägt ist. Im Mittelpunkt stehen Menschen, die versuchen, inmitten von Krieg, gesellschaftlichem Druck und persönlichen Verlusten ihren Platz zu finden und dabei immer wieder an Grenzen stoßen, die ihnen von außen auferlegt werden. Ich bin ehrlich froh (danke für den Tipp an dieser Stelle Nadine ❤️), dieses Buch als Hörbuch erlebt zu haben. Die Sprecherin verleiht der Geschichte eine Intensität und Authentizität, die unter die Haut geht. Jede Emotion, jede Verzweiflung, jede leise Hoffnung wird spürbar transportiert. Es ist nicht nur ein Zuhören ES IST EIN EINTAUCHEN. Die Geschichte selbst ist düster, beklemmend und oft schwer auszuhalten. Immer wieder läuft einem ein Schauer über den Rücken, weil so eindringlich geschildert wird, wie das Leben damals war. Besonders erschütternd ist die Rolle der Frauen: klein gehalten, fremdbestimmt, reduziert auf ihre Funktion als Ehefrau, Mutter oder Arbeitskraft. Beim Zuhören entsteht ein innerer Widerstand, fast schon ein Aufbegehren – weil man spürt, wie erdrückend diese Zwänge sind. Es macht einen gleichzeitig dankbar, heute zu leben, und wütend darüber, wie wenig Selbstbestimmung damals möglich war. Die Figuren kämpfen gegen gesellschaftliche Erwartungen, gegen ihre eigenen Gefühle und gegen ein System, das ihnen kaum Luft zum Atmen lässt. Eine Liebe, die nicht sein darf. Eine Ehe, die eher ein Gefängnis ist. Ein Leben, das mehr aus Pflicht als aus Freiheit besteht. Und mittendrin dieses ständige Ringen darum, sich nicht selbst zu verlieren. Nichts wird hier beschönigt. Die Zeit rund um den Ersten Weltkrieg wird roh, ehrlich und schonungslos dargestellt. Es geht um Hoffnung und Verzweiflung, um Zusammenhalt und Verlust, um Freundschaft und Feindschaft sowie darum, wie nah all diese Dinge beieinander liegen können. „Der Fährmann“ ist intensiv, aufwühlend und zutiefst bewegend. Eine Geschichte, die fesselt, erschüttert und einen immer weiter hineinzieht, gerade weil sie so ungeschönt und gleichzeitig so eindringlich erzählt ist. Kommt nach Möglichkeit selbst in den Genuss und erlebt es als Hörbuch und wenn nicht lest es, es ist einfach grandios.
Vom Aushalten
Das Buch beschreibt eine Freundschaft zwischen drei Menschen. Es beschreibt aber auch Leben zwischen zwei Gemeinden getrennt durch die Salzach um 1900. Wie starr Strukturen damals waren, in denen nur wer zählt, der männlich und erstgeboren war. Diese sich alles nehmen und nicht auf andere achten. Frauenleben werden von den Eltern verkauft und die Töchter erzogen zum Aushalten, zum Gehorchen. Man spürt die Enge des Lebens von damals, wie man kaum auskommt daraus. Dicht und mitreißend geschrieben, wie der Fluss darin reißt es einen mit. Klare Leseempfehlung.
Hannes ist der Fährmann. Jeden Tag bringt er Menschen über die Salzach. Er baut Brücken, die es noch nicht gibt. Kennt viele Menschen. Mit Elisabeth und Annemie ist er seit der eng Kindheit befreundet. Bei Elisabeth ist es sogar etwas mehr als Freundschaft, doch darf der Fährmann selbst keine Familie gründen. So will es der Brauch. Elisabeth muss eine arrangierte Ehe eingehen. Ihr Ehemann ist ein schwieriger Mensch. Auch Annemie hat schon Erfahrung mit ihm gemacht. Das Leben der drei Freunde wird auf eine harte Probe gestellt. Neid, Gewalt und Missgunst begleiten sie auf ihrem Weg. Regina Denk ist hier wiederholt ein grandioser Roman gelungen. Man wird förmlich eingesogen in die Zeit zu Beginn des 20. Jahrhunderts in ein kleines Dorf zwischen Deutschland und Österreich. Eine harte Zeit, vor allem für Frauen. Der Schreibstil ist wunderbar bildhaft und so atmosphärisch wie es Denks große Stärke ist. Das tosende Wasser im Fluß, der Geruch vom Moos. Einfach großartig. Doch dieser Roman ist kein Wohlfühlroman. Er zeigt ganz klar auf wie das Leben in dieser Zeit war. Voller Härte und Haß wurde oft ums eigene Auskommen gekämpft. Da gab es keinen Raum für Gefühle. Ich war voll dabei, hab sehr leiden müssen und musste das Buch immer wieder zur Seite legen, um das Gelesene zu verarbeiten. Die Charaktere sind wunderbar vielschichtig und so unglaublich authentisch. Auch im kaputtesten Menschen gibt es Sehnsucht nach Geborgenheit und Zugehörigkeit. Ich bin absolut begeistert. Ein atmosphärisch herausragender Roman, den ihr unbedingt lesen müsst.
Ein Roman mit absoluter Sogwirkung Der Roman ist ein Jahreslesehighlight für mich. Wie kraftvoll und besonders die Sprache ist und dann erst die Handlung. Sie erzählt von Hannes, dem Fährmann, der das Floß zwischen dem deutschen und dem österreichischen Ufer hin und her fährt, der nicht heiraten darf, damit er bei einem Unglücksfall keine Witwe zurücklässt und von seinen Kindheitsfreundinnen Elisabeth, der reichen Bauerstochter und Annemarie, der Wirtstochter. Während Elisabeth und Hannes Gefühle füreinander haben, muss Elisabeth aber den reichen Bauern Josef Steiner heiraten. Dieser wiederum stellt Annemarie hinterher, die zuerst Elisabeth beneidet, aber schnell erkennt, welchen wahren Charkter Josef hat, einen abgrundtiefen bösen. Hier entspinnt sich dann die Geschichte um die vier Protagonisten, wobei natürlich auch die Dorfbevölkerung und Familien in die Geschichte verwoben sind. Durch diese für mich ganz besondere Erzählweise hat mich die Autorin so sehr in diese Geschichte gezogen, dass ich eigentlich immer wissen wollte wie es weiter geht. Es ist ein Buch, dass einen mitnimmt in den damals harten Alltag, in eine Zeit, in der die Frauen zu machen hatten, was die Männer wollten und sagten und auch in ihren Familien nicht unbedingt einen Rückhalt fanden, auch nicht bei ihren Müttern, die vielleicht auch Ähnliches ertragen haben. Es ist spannend zu verfolgen und lässt einen auch oft den Atem stocken, wie es zugegangen ist. Die Autorin nimmt hier kein Blatt vor den Mund und lässt einen daran ungeschönt teilhaben. Gerade das entwickelt dann auch die Sogwirkung. Ein absolut lesenswerter Roman, den ich unbedingt weiterempfehle.
„Der Fährmann“ ist kein Buch, das man einfach so liest – es ist eines, in das man hineingezogen wird. Regina Denk entfaltet ein düsteres, eindringliches Panorama zweier Dörfer an der Salzach, irgendwo zwischen Bayern und Österreich, und macht daraus weit mehr als einen historischen Roman. Vor der eindrucksvollen Kulisse der deutsch-österreichischen Grenze zu Beginn des 20. Jahrhunderts entfaltet sich ein intensives Familiendrama, das persönliche Schicksale mit den politischen Verwerfungen des Ersten Weltkriegs verwebt. Zwischen den Dörfern Hohenwart und Siegering fließt die Salzach – und mit ihr das Leben einer Gemeinschaft, die sich seit Generationen nahesteht. Verbunden sind beide Ufer durch den Fährmann Hannes Winkler. Doch sein Beruf folgt einem unerbittlichen Brauch: Ein Fährmann darf nicht heiraten. Zu groß ist die Gefahr, dass er im reißenden Fluss ums Leben kommt und Frau und Kinder mittellos zurückbleiben. Tragisch nur, dass Hannes’ Herz längst Elisabeth gehört. Elisabeth wiederum liebt ihn – ist jedoch Josef Steiner versprochen, dem wohlhabenden Hoferben. Und auch Annemarie, Elisabeths beste Freundin, hatte sich Hoffnungen auf Josef gemacht. Was zunächst wie eine klassische Konstellation wirkt, entwickelt sich bei Regina Denk zu einem vielschichtigen Beziehungsgeflecht, in dem Freundschaft, Neid, Loyalität und unausgesprochene Sehnsucht miteinander ringen. Der Fokus liegt dabei weniger auf romantischer Verklärung als auf der Zerbrechlichkeit menschlicher Bindungen. Die Freundschaft zwischen Elisabeth, Annemarie und Hannes ist geprägt von Nähe und Enttäuschung, von Zusammenhalt und Missverständnissen – und gerade dadurch von großer Glaubwürdigkeit. Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs verändert sich alles. Der aufkeimende Nationalismus reißt Risse durch die kleine Grenzgemeinschaft. Männer ziehen in den Krieg, Misstrauen wächst, alte Sicherheiten bröckeln. Regina Denk zeigt eindrücklich, wie politische Ideologien in den intimsten Lebensbereich vordringen und Menschen gegeneinander aufbringen. Als schließlich ein Kind verschwindet, setzt sich eine Spirale aus Schuld, Gewalt und Verzweiflung in Bewegung, die kaum noch aufzuhalten ist. Die eigentliche Wucht des Romans entsteht jedoch aus seinem Setting. Die Alpenregion, das Dorfleben, die Salzach mit ihrer Schönheit und Bedrohlichkeit – all das wird mit einer kraftvollen, bildreichen und stellenweise bewusst archaisch dichten Sprache zum Leben erweckt. Die Natur ist nicht bloß Hintergrund, sondern Spiegel innerer Zustände. Dunkel und beinahe märchenhaft wirkt diese Welt, und doch ist sie von großer historischer Authentizität durchzogen. Denks Figuren sind vielschichtig gezeichnet. Man muss sie nicht immer mögen, aber man versteht ihre Beweggründe. Gerade diese Ambivalenz macht sie lebendig. Vor allem die Frauenfiguren tragen den Roman: Ihre Ohnmacht innerhalb patriarchaler Strukturen, aber auch ihre stille Stärke und ihr Widerstand verleihen der Geschichte emotionale Tiefe. Hier wird eindringlich gezeigt, wie gesellschaftliche Rollenbilder Leben formen – und zerstören können. Die Handlung steigert sich kontinuierlich, bis sie in eine beklemmende, kaum aufzuhaltende Spirale mündet. Gewalt, Verlust und Schuld kulminieren in Ereignissen, die lange nachwirken. Und doch bleibt – trotz aller Härte – ein leiser Rest von Hoffnung. „Der Fährmann“ ist ein sprachlich beeindruckender, atmosphärisch dichter Roman, der unter die Haut geht. Regina Denk verbindet historische Kulisse mit zeitlosen Themen und schafft ein Werk, das gleichermaßen erschüttert wie fesselt. Ein intensives Leseerlebnis für alle, die literarische Tiefe, starke Figuren und eine dunkle, eindringliche Stimmung schätzen. Schon „Die Schwarzgeherin“ war für mich ein kleines Meisterwerk und „Der Fährmann“ steht dem in nichts nach. Ich freue mich jetzt schon riesig auf den nächsten Roman – denn wenn Regina Denk schreibt, kann man sich sicher sein, dass es großartig wird!

Der historische Roman „Der Fährmann“ von Regina Denk entfaltet ein eindringliches, düsteres Familiendrama vor der Kulisse der deutsch-österreichischen Grenze zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Im Zentrum stehen die beiden Dörfer Hohenwart und Siegering, getrennt durch die Salzach und zugleich verbunden durch den Fährmann – eine Rolle, die weit über das rein Praktische hinaus eine symbolische Bedeutung erhält. Im Mittelpunkt der Handlung steht Hannes Winkler, der den gefährlichen Beruf des Fährmanns übernimmt. Traditionell darf er keine Familie gründen, da das Risiko eines tödlichen Unfalls allgegenwärtig ist und niemand von seinen Lieben zurückbleiben soll. Genau dieser Umstand wird für ihn zur persönlichen Tragödie: Seit seiner Kindheit liebt er Elisabeth, und auch sie empfindet mehr für ihn. Dennoch ist sie aus familiären und gesellschaftlichen Gründen dem wohlhabenden Hoferben Josef Steiner versprochen. Gleichzeitig entwickelt Elisabeths Freundin Annemarie, die von klein auf in der Kneipe ihrer Eltern arbeiten muss, eigene Gefühle für Josef. Dieses Beziehungsgeflecht bildet das emotionale Zentrum des Romans und ist geprägt von unerfüllter Liebe, Pflichtgefühl und wachsender innerer Zerrissenheit. Aus der anfänglichen Vertrautheit der Figuren entwickelt sich im Laufe der Zeit ein von Spannungen durchzogenes Erwachsenenleben. Hannes bleibt an seine Rolle gebunden und stellt seine eigenen Wünsche zurück, während Elisabeth den Erwartungen ihrer Familie folgt und Annemarie mit ihren eigenen Sehnsüchten ringt. Die Figuren wirken gefangen in den Strukturen ihrer Zeit, in der persönliche Freiheit kaum Raum findet. Besonders deutlich wird, wie sehr gesellschaftliche Normen und traditionelle Rollenbilder die Lebenswege bestimmen und individuelle Entscheidungen einschränken. Der Umgang mit der Frauen, kann den Leser zur Weißglut treiben. Mit dem Beginn des Ersten Weltkriegs verschärft sich die Situation zusätzlich. Die Dorfgemeinschaft zerbricht zunehmend unter politischem Druck und wachsendem Misstrauen. Viele Männer ziehen in den Krieg, und die Zurückgebliebenen kämpfen mit Verlust, Angst und Unsicherheit. Kritisch fällt vor allem die Sprache ins Gewicht: Sie orientiert sich zwar erkennbar am historischen Setting und trägt zur Authentizität bei, wirkt jedoch häufig schwerfällig, stellenweise sogar unnötig umständlich. Dadurch gerät der Lesefluss ins Stocken, und emotionale Momente verlieren an Direktheit. Auch die dramatischen Entwicklungen der Handlung fügen sich zwar logisch in das historische Umfeld ein, bleiben in ihrer Ausgestaltung jedoch weitgehend vorhersehbar. Die Autorin bewegt sich hier stark innerhalb bekannter Muster, ohne dem Genre spürbar neue Impulse zu geben. Insgesamt fehlt es dem Roman dadurch an nachhaltiger Eigenständigkeit – er ist solide erzählt, hinterlässt aber keinen bleibenden Eindruck. Insgesamt ist „Der Fährmann“ ein intensiver, vielschichtiger Roman, der persönliche Schicksale mit historischen Umbrüchen verknüpft. Die Geschichte wirkt in einzelnen Momenten eindringlich und atmosphärisch dicht, erreicht jedoch nicht durchgehend die Tiefe oder Originalität, die ihn langfristig im Gedächtnis verankern würde.
DER FÄHRMANN Regina Denk ET: 02.03.26 Kennt ihr das auch? Wenn ein Buch so spannend ist, dass man es zwischendurch zur Seite legen muss, einfach um durchzuatmen, bevor es weitergeht? Genau dieses Gefühl hatte ich hier – und das gleich mehrfach auf den ersten Seiten. Anfang des 20. Jahrhunderts wachsen Lisi, Hannes und Annemarie als beste Freunde in Hohenwart und Siegering auf, zwei Dörfer an der deutsch-österreichischen Grenze. Getrennt werden sie nur durch die Salzach, einen eiskalten, reißenden Fluss, gespeist vom Schmelzwasser der Berge. Doch so nah die Orte auch liegen, so unterschiedlich sind die Lebensrealitäten der drei. Lisi, eigentlich Elisabeth, ist die Tochter eines wohlhabenden Bauern und bereits dem Sohn des reichen Steiner Hofes versprochen, um deren Besitz zu sichern. Doch ihr Herz gehört Hannes, ihrem Jugendfreund. Ein stiller, sanfter Mann, der ihre Liebe erwidert. Für ihn scheint es jedoch keine gemeinsame Zukunft zu geben: Als angehender Fährmann darf er weder heiraten noch eine Familie gründen. Annemarie, die Tochter des Schankwirts, steht gesellschaftlich noch einmal an einer ganz anderen Stelle. Auch sie hat Gefühle und Wünsche – doch ihr bleibt kaum Raum, diese zu leben. Während Lisi in eine Ehe gezwungen wird, die von Kälte, Macht und Gewalt geprägt ist, erlebt auch Annemarie, wie wenig Schutz und Selbstbestimmung Frauen in dieser Zeit haben. Beide Geschichten sind hart, eindringlich und gehen unter die Haut. Dann kommt der Erste Weltkrieg – und mit ihm verändert sich alles. Was danach geschieht, solltet ihr unbedingt selbst lesen. Dieses Buch entwickelt einen Sog, dem man sich kaum entziehen kann, es ist spannend von der ersten Seite bis zum Schluss Liebe @reginadenk, du hast dich mit diesem Buch endgültig in mein Leserherz geschrieben. Schon „Die Schwarzgeherin“ hat mich begeistert, aber „Der Fährmann“ steht dem Buch in keiner Weise nach. Fazit: Ein unglaublich atmosphärischer und bildstarker Roman über das Leben von Frauen um 1900. Hart, bewegend und gleichzeitig unfassbar fesselnd. Ein Buch, das man nicht aus der Hand legen möchte und das lange nachhallt. Absolute Leseempfehlung! 5+/5

Steht dem Vorgänger in nichts nach
Der Fluch des zweiten Buches nennt man es, wenn das Debüt ein Riesenerfolg war und das Zweite einfach nicht mithalten kann. Ich kann mir vorstellen, dass jede*r Autor*in große Angst davor hat dem Erfolg nicht mehr gerecht werden zu können. Und auch ich war sehr neugierig darauf, ob Regina Denk es auch mit dem neuen Text schafft, mich mit dem neuen Roman an meinen Lesesessel zu fesseln. Wir sind wieder in den Bergen, und wandern diesmal über Grenzen, in der Zeit um den ersten Weltkrieg. Die Salzach trennt Deutschland von Österreich, die beiden Orte, die sich gegenüber liegen, gehören zwar zu anderen Ländern, sind aber durch Freundschaften, Handel und Familien miteinander verbunden. Dass dies möglich ist, verdanken Sie dem Fährmann, der so wichtig ist, dass seine Nachfolge geregelt sein muss und die Amtseinführung ein großes Fest ist. Hannes weiß schon als Kind, dass er diesen Job übernehmen muss. Eine Ehe ist für ihn Tabu. Ein Leben in Einsamkeit wartet auf ihn. Auch seine beiden Freundinnen aus Kindheitstagen, Elisabeth und Annemie, die auf der deutschen Seite zu Hause sind, bekommen eine Zukunft die von anderen bestimmt wird. Bei der einen ist es die frühe Verpflichtung im elterlichen Wirtshaus mitzuhelfen und zu den Gästen immer recht freundlich zu sein, egal, was sie von ihr wollen. Bei der Anderen, sind es die Eltern, die sie an einen österreichischen Bauern verheiraten, um den Reichtum zu mehren. Es ist Josef, der beide Frauen ruiniert und die Handlung dominiert. Er ist das personifizierte Böse, ein Mann, dem Frauen nie etwas entgegengesetzt haben, der Gewalterfahrungen in Wut verwandelt und seinen Besitzanspruch körperlich an allem auslässt, was ihm in die Quere kommt. Was hat er mich abgestoßen, dieser Mann. Narzisstisch bis zum geht nicht mehr, lebt er Brutalität in einer Form aus, die ich kaum ertragen konnte. Ich musste ab und an die Absätze überfliegen, um erst dann wieder zu Ihnen zurückzukehren, wenn ich wusste, ob und wie wer zu Schaden gekommen ist. So konnte ich es aushalten. Engelsgleich entgegen wirkt Hannes auf uns. Dieser Kontrast scheint etwas plakativ, streicht aber das Dämonische von Josef sehr stark hervor. Annemie und Elisabeth führen ein Leben, mit dem man zu keiner Zeit tauschen möchte. Besonders Erstere hat mich als Figur sehr beeindruckt. Das Wirtshausszenario hat mich stark an meine Kindheit erinnert (wenn auch nicht in dem gewaltvollen Maße). Als Tochter von Gastwirten musste auch ich schon mit 12 Jahren helfen. Während andere ihre Jugend auslebten, zog diese zwischen Bierpfützen und schmutzigen Tellern an mir vorbei. Und ganz wichtig war immer was die Anderen sagen. Gäste haben immer recht, und man muss lächeln, sonst kommen sie nicht wieder. Ich habe es gehasst, das hat man mir angesehen, und Trinkgeld habe ich auch nur sehr selten bekommen – aus Gründen! Annemie ist da anders, und sie schafft es kaum, sich gegen die Dominanz der zahlenden Kunden zu wehren. Aber sie entwickelt sich meinem Empfinden am meisten weiter. Sie schafft es ihre Emotionen für den Mann, den sie nicht haben kann, in Schach zu halten, und mit ihnen umzugehen. Alle Frauen in diesem Roman haben keine Chance, sich gegen Männer zu behaupten. Die mangelnde Solidarität untereinander verschärft die Situation extrem. Kehren wir noch mal zu Josef zurück. Immer wieder bekommen wir einen kleinen Einblick, der uns erahnen lässt, warum er so geworden ist. Das könnte großes Mitgefühl bei mir wecken. Allerdings macht die Bösartigkeit, mit der er Mensch und Tier behandelt, es nahezu unmöglich. Resilienz ist hier ein Thema. Während manche, es hinbekommen, die als Kind erlebte Gewalt nicht weiter zu tragen, schaffen andere es nur zu überleben indem sie diese noch schlimmer ausleben. Trotzdem war seine Figur sehr differenziert konstruiert. Sein narzisstisches Verhalten zeigt kleine Risse, die immer dann entstehen wenn man Josefs inneren Monologen genau lauscht. Er redet sich nämlich ein, was für ein machtvoller Mann er ist, er fühlt es aber nicht. Vom Aufbau her und der Sprachmelodie folgend sind wir sehr nah am Debüt der Autorin. Wie in der Schwarzgeherin gibt es auch hier unterschiedliche Perspektiven, die Natur bekommt ihre eigene Stimme und Dialekt sowie Formulierungen einer vergangenen Zeit sind sehr selbstverständlich eingeflochten. An ganz wenigen Stellen schießt Denk vielleicht ein bisschen übers Ziel hinaus, als einer der Burschen seine “Männlichkeit“ spürt, musste ich kurz zucken-es blieb aber bei dem einen mal. Das Buch liest sich so rasant wie die Salzach fließt. Ich konnte manchmal gar nicht gucken, wie schnell ich die Leseabschnitte geschafft hatte. Dass nun der zweite Roman der Autorin dem Ersten so ähnlich ist, hat mich nicht gestört, im Gegenteil - ich war ganz froh, in ein ähnliches Szenario zurückzukehren. Aber es trat der -wie ich es nenne – Dan Brown Effekt ein. Das erste Mal ist man überwältigt von der Macht des Buches, beim zweiten Mal denkt man: Das ist genauso gut! Aber die Aufgeregtheit etwas Neues entdeckt zu haben, bleibt natürlich weg. Ich finde das Regina Denk es mit dem Fährmann hervorragend geschafft hat sich selbst und ihrem Erfolg treu zu bleiben. Von mir gibt es eine riesengroße Empfehlung an alle, die die Schwarzgeherin mochten, und eine weitere Alpengeschichte verschlingen möchten.
Lesenswert mit einigen Längen
Werbung - Rezensionsexemplar über LovelyBooks bekommen ISBN 978-3-426-56628-2 PREIS 24,00 € (EUR) SEITEN 381 „Der Fährmann“ ist eine historische Geschichte, beginnend im 19. und dann endend im 20. Jahrhundert im ersten Weltkrieg. Vier Junge Menschen werden begleitet, deren Schicksal eng miteinander verwoben ist. Da ist Hannes, der Fährmann, der keine Familie gründen darf, damit er bei einem Unfall keine bedürftigen Familienmitglieder hinterlässt. Da sind Annemarie und Elisabeth, beide verliebt in Hannes und beide anderweitig gebunden, ohne eine Wahlmöglichkeit zu haben, wie sie ihr Leben gestalten möchten. Und da ist Josef, der mit Elisabeth verheiratet wird, aber eigentlich Annemarie begehrt. Und da sind die beiden Dörfer, eines auf der österreichischen und eines auf der deutschen Seite und diese nur getrennt durch die Salzach. Die Tragödien finden oft im Stillen statt. Elisabeth wird von Josef so oft misshandelt, dass sie sogar an Flucht denkt. Unterstützung? Nein, nicht einmal von der eigenen Mutter. Annemarie wird von Josef mehrfach vergewaltigt, ihre Mutter bringt sie aber lediglich zu einer Engelmacherin. Immerhin tritt Annemie irgendwann in deren Fußstapfen und hat ein klein wenig eigene Freiheit, auch wenn ihr Leben dann eher einsam ist. Hannes möchte helfen und ist ständig hin- und hergerissen zwischen den was Recht ist und dem, was richtig wäre. Und Josef ist eigentlich mit der ganzen Situation zu Hause völlig überfordert und eingeengt. Er wird erst beim Militär so richtig „groß“, was aber an seiner Wut gegenüber Elisabeth nichts ändert. Es kommt zum Showdown, als Josef nach seiner Rückkehr völlig durchdreht. Mehr möchte ich nicht schreiben, denn sonst müsste ich spoilern. Sprachlich muss man sich ein wenig einlesen. Der Stil ist durchweg „altmodisch“ gehalten, was allerdings die Stimmung und die Zeit besonders gut zur Geltung bringt. Auch die Geschichte und die Verwicklungen an sich konnten mich überzeugen. Allerdings finde ich auch, dass er ein paar Längen hat. Der Roman ist sicher nicht für jeden etwas, gerade auch wegen des Sprachstils. Wegen der Längen „nur“ 4 Sterne. Der Roman „Der Fährmann“ von Regina Denk erschien am 02.03.2026 bei Droemer
Lesen! Unbedingt!
„Der Fährmann“ von Regina Denk (Droemer Verlag) Was für ein wilder Ritt – und was für ein guter! Dieses Buch hat eine solche Sogkraft entwickelt, dass ich mich zwischendurch fragte, ob ich vielleicht selbst schon von der Salzach umhüllt und fortgetragen wurde. Ich bin nur so durch die Geschichte von Hannes, Annemarie, Elisabeth und Josef geflogen – und jetzt frage ich mich fast ein wenig, was ich ohne diese Figuren anfangen soll. Ein großes Kompliment für diesen eindringlichen und mitreißenden Roman! @reginadenk „Weil es so vieles war im Leben, das einen Menschen formte, und das wenigste, das ließ sich lenken oder vorhersehen. Und wie die Steinerin würde sie für ihre Buben in den Tod gehen, würde sie alles geben, um sie zu schützen, und wo sie es dachte: Meiner, der ist anders, ganz innen drin, da ist er anders, da dachte es die Mutter vom Josef auch, weil es so sein musste bei einem jeden, dass wenigstens die eigene Mutter an das Gute in einem glaubte, selbst wenn es lang schon nicht mehr da war, denn was wäre das sonst für eine Welt, in der sie alle lebten und vom Guten im Menschen predigten?“ S.355

Darum geht es: An der Grenze zwischen Österreich und Deutschland zu Beginn des 20. Jahrhunderts lebt eine kleine Gemeinschaft, die von strengen Regeln und alten Traditionen geprägt ist. Der Fährmann Hannes Winkler liebt seine Jugendfreundin Elisabeth, doch sie ist einem wohlhabenden Hofbesitzer versprochen. Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs verschärfen sich die Spannungen in der Region. Beziehungen zerbrechen, Konflikte entstehen, und Misstrauen greift um sich. Als ein Kind verschwindet, eskaliert die Situation und eine Kette tragischer Ereignisse wird ausgelöst. Der Roman zeigt eine Gemeinschaft im Ausnahmezustand und stellt die Frage, wie Schuld, Entscheidungen und Umstände das Leben der Menschen unwiderruflich prägen. Mein Leseeindruck: Aus meiner Sicht ist dieser Roman von Regina Denk ein echtes sprachliches Erlebnis. Sie kann mit Worten zaubern, und genau so hat es sich für mich auch angefühlt. Die Geschichte ist weit mehr als ein düsteres Familiendrama an der deutsch-österreichischen Grenze. Sie hat einen Tiefgang, der mich wirklich getroffen hat. Ich habe das Buch als tragisch, dunkel und gleichzeitig unglaublich stark empfunden. Es ist intensiv, teilweise kaum auszuhalten, und genau das macht für mich seine Qualität aus. Regina Denk scheut keine Härte, sondern zeigt sie bewusst und sehr präzise. Dadurch wirkt alles nicht übertrieben, sondern konsequent und literarisch sehr sicher gestaltet. Diese Intensität hat mich richtig hineingezogen. Ich hatte beim Lesen eine starke Sogwirkung. Einerseits wollte ich unbedingt wissen, wie es weitergeht, andererseits hätte ich die Geschichte fast nicht weiterlesen wollen, einfach weil sie so schwer und eindringlich ist. Und gleichzeitig war da auch dieser Gedanke, dass ich am Ende kein weiteres Buch von ihr habe und wieder auf einen neuen Roman warten muss. Besonders eindrücklich fand ich, wie die Autorin in eine Zeit führt, in der Frauen stark eingeschränkt waren und ihr Leben oft kaum selbst bestimmen konnten. Und auch wenn sich seitdem über die Jahrzehnte vieles verändert hat, bleibt bei mir der Eindruck, dass Abhängigkeiten und Ungleichgewichte in Beziehungen nicht einfach verschwunden sind, sondern in anderer Form weiter existieren können. Deshalb ist die Geschichte so wichtig für unsere Gesellschaft, weil sie genau diese Strukturen sichtbar macht und daran erinnert, dass nicht weggesehen werden darf. Fazit: 5/5 ⭐️ Ein intensiver, düsterer und wichtiger Roman mit großer Sogkraft, der lange nachwirkt und tief berührt.

Sie hat es wieder geschafft!
Regina Denk hatte mich mit dem Roman die Schwarzgeherin schon so zum nachdenken gebracht und auch ihr neuestes Werk der Fährmann hat mich wieder sehr in Atem gehalten. Viel zu schnell bin ich durch die Seiten geflogen und habe mit den tapferen Frauen Annemarie und Elisabeth gelitten. Die Geschichte um den Fährmann Hannes kurz vor und während des 1. Weltkrieges, die Verpflichtungen, die Bigotterie und selbst auferlegte Knechtschaft der Menschen ist beim Lesen manches Mal kaum auszuhalten. Was sich untereinander in den kleinsten Gemeinschaften gegenseitig angetan wird, wie die Frauen von einer Generation zur nächsten so viel Leid ertragen müssen, teils von der eigenen Mutter und Familie erzwungen. Es ist unglaublich grausam. Das Buch liest sich wie im Rausch. Ich hätte gern noch viel mehr über diese mutigen jungen Menschen gelesen. Allein was sie bis zu ihrem 26. Lebensjahr durchlebt haben, reicht für ein ganzes Leben.

Lesenswert mit ein paar Längen
Werbung - Rezensionsexemplar über LovelyBooks bekommen ISBN 978-3-426-56628-2 PREIS 24,00 € (EUR) SEITEN 381 „Der Fährmann“ ist eine historische Geschichte, beginnend im 19. und dann endend im 20. Jahrhundert im ersten Weltkrieg. Vier Junge Menschen werden begleitet, deren Schicksal eng miteinander verwoben ist. Da ist Hannes, der Fährmann, der keine Familie gründen darf, damit er bei einem Unfall keine bedürftigen Familienmitglieder hinterlässt. Da sind Annemarie und Elisabeth, beide verliebt in Hannes und beide anderweitig gebunden, ohne eine Wahlmöglichkeit zu haben, wie sie ihr Leben gestalten möchten. Und da ist Josef, der mit Elisabeth verheiratet wird, aber eigentlich Annemarie begehrt. Und da sind die beiden Dörfer, eines auf der österreichischen und eines auf der deutschen Seite und diese nur getrennt durch die Salzach. Die Tragödien finden oft im Stillen statt. Elisabeth wird von Josef so oft misshandelt, dass sie sogar an Flucht denkt. Unterstützung? Nein, nicht einmal von der eigenen Mutter. Annemarie wird von Josef mehrfach vergewaltigt, ihre Mutter bringt sie aber lediglich zu einer Engelmacherin. Immerhin tritt Annemie irgendwann in deren Fußstapfen und hat ein klein wenig eigene Freiheit, auch wenn ihr Leben dann eher einsam ist. Hannes möchte helfen und ist ständig hin- und hergerissen zwischen den was Recht ist und dem, was richtig wäre. Und Josef ist eigentlich mit der ganzen Situation zu Hause völlig überfordert und eingeengt. Er wird erst beim Militär so richtig „groß“, was aber an seiner Wut gegenüber Elisabeth nichts ändert. Es kommt zum Showdown, als Josef nach seiner Rückkehr völlig durchdreht. Mehr möchte ich nicht schreiben, denn sonst müsste ich spoilern. Sprachlich muss man sich ein wenig einlesen. Der Stil ist durchweg „altmodisch“ gehalten, was allerdings die Stimmung und die Zeit besonders gut zur Geltung bringt. Auch die Geschichte und die Verwicklungen an sich konnten mich überzeugen. Allerdings finde ich auch, dass er ein paar Längen hat. Der Roman ist sicher nicht für jeden etwas, gerade auch wegen des Sprachstils. Wegen der Längen „nur“ 4 Sterne. Der Roman „Der Fährmann“ von Regina Denk erschien am 02.03.2026 bei Droemer
5 Sterne reichen für dieses aussergewöhnlich starke Werk nicht aus. Ich bin völlig in die Zeit abgetaucht, geradezu versunken, authentisch, echt, ich habe mit den Charaktere mitgefiebert, mitgelitten, den Atem angehalten...ich bin begeistert und hoffe, dass bald ein neues Buch der Autorin kommt. Gleichzeitig gehört und gelesen, ein Herzensbuch!
War gut …
„Der Fährmann“ hat mir insgesamt gut gefallen. Ich bin gut in die Geschichte reingekommen und wollte auch wissen, wie es weitergeht. Zwischendurch hatte ich aber das Gefühl, dass sich einige Passagen etwas ziehen. Trotzdem habe ich das Buch gerne gelesen – für mich war es ein schöner Zeitvertreib, auch wenn es mich nicht durchgehend gepackt hat.
Eine Geschichte, die berührt, die nachhallt, die mich wirklich bewegt hat
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts im deutsch-österreichischen Grenzland. Die Salzach, der Fluss, der gleichzeitig Grenzlinie ist, kann nur mithilfe einer Fähre überquert werden. Hannes, der Fährmann, ist eine der Hauptpersonen dieses Romans. Hannes, Elisabeth, das Mädchen, dem sein Herz gehört und Annemarie tragen diese Geschichte, die sich bis in die 1920iger Jahre zieht. Ihre Freundschaft ist beständig. „Oft sah er sie freilich nicht mehr, seine beiden Freundinnen aus den kurzen, unbeschwerten Jahren ihrer Kindheit. Beide fehlten sie ihm schmerzlich, auch wenn nicht viel Zeit blieb, in der überhaupt Raum gewesen wäre für etwas, das hätte fehlen können. Doch ihre Abwesenheit begleitete ihn wie ein kleiner Schmerz, wie ein hartnäckiges Ziehen im Magen, durch die Tage, die mit Arbeit voll waren, und durch die Nächte, in denen die Einsamkeit von der Erschöpfung verdrängt wurde.“ Regina Denk hat hier eine Geschichte von unerfüllter Liebe, von gesellschaftlichen Zwängen, von Rollenbildern, von Machtmissbrauch und von fehlender Selbstbestimmung geschrieben. Eindrucksvoll, bildreich und in einer wunderbaren Sprache. Ruhig, bedacht und voller Tiefe, aber manchmal auch etwas schwer/bedrückend. Die Autorin erzählt von den Lebenswegen, in die die drei Protagonisten gezwungen werden, vom Leid, das sie ertragen müssen, aber auch von schönen Momenten, die sie teilen, von tiefer Verbundenheit. Eine Geschichte, in die ich regelrecht eingetaucht bin. Kein Wohlfühl-Buch, sondern eines, das nachhallt, das beschäftigt und berührt. Dennoch absolut grandios.
Okay, wow! Die Geschichte hat mir einiges abverlangt, ganz schön harter Tobak, aber ein so so wichtiges Thema! Regina Denk hat, meiner Meinung nach, nach der "Schwarzgeherin" noch eine Schippe draufgelegt. Wahnsinnig spannend, gefühlvoll, bildgewaltig, aber auch teilweise schwer zu ertragen. Ich musste das Buch ab und zu beiseite legen und durchatmen.
So gewaltig und mitreissend wie die Salzach
Eine Geschichte über Familie, Liebe und ganz besonders über Freundschaft, die viel gibt, nimmt, aber letztlich doch alles überdauert: Annemarie, Elisabeth und Hannes wachsen in der Zeit vor dem ersten Weltkrieg auf. Sie verbringen ihre Kindheit an der Salzach, die zwischen Deutschland und Österreich fließt. Die Dörfer auf beiden Seiten sind verbunden durch eine Fähre, deren Fährmann schließlich Hannes wird. Ein Beruf, der es ihm nicht erlaubt, eine Frau oder Familie zu haben. Er weiß deshalb schon früh, dass ein Leben in Einsamkeit auf ihn wartet. Und doch ist das besser als das Leben, das auf seine zwei Kindheitsfreundinnen wartet – geprägt von narzisstischen, gewalttägigen Männern wie Josef, die sich nehmen, was sie wollen. Sowohl Elisabeth als auch Annemarie müssen sich den gesellschaftlichen Erwartungen beugen und werden früh in die familiären Verpflichtungen der jeweiligen Höfe eingespannt. Zwischen dem, was ihr Herz wirklich will und was das Schicksal für sie bereithält, entfernen sich die Freundinnen voneinander – bis der Krieg ausbricht und die Männer aus den Dörfern nach und nach fortmüssen. Nicht jeder kommt zurück und wenn doch, dann oft nicht als der, als der er gegangen ist. -- Mir fehlen wirklich die Worte für dieses unfassbar gewaltige und besondere Buch. Nachdem ich anfangs etwas gebraucht habe, um in die Erzählung und Sprache reinzufinden, hat mich die Geschichte dann vollends mitgerissen. Da war eine Wut in mir, eine Trauer, ein generationsübergreifender Schmerz, den ich nahezu körperlich gespürt habe. Ein absolutes Meisterwerk, das trotz seines historischen Hintergrundes doch so unglaublich aktuell ist. Ganz, ganz große Leseempfehlung! „Aber auch in der Elisabeth, ja in allen Frauen um ihn herum spürte er eine Veränderung. Sie wuchsen, nach oben, nach links und nach rechts, in Winkel, die sonst niemand erreichen konnte, breiteten sich aus, nahmen Platz ein, weil niemand mehr da war, der ihn für sich beanspruchte, allein, und mit keinem teilen konnte. Niemand mehr da war, der sie begrenzte und ihre Kraft verhinderte, bevor sie entstehen konnte.“

Ich muss zugeben, dass ich ein wenig Angst vor der Geschichte hatte. Große Vorfreude, Euphorie und dennoch ein klein wenig Angst. Das sie mich entweder nicht so packt wie viele Leser vor mir, oder das sie mich wegpustet. Und ich kann euch sagen, dass letzteres der Fall war. 🖤 "Der Fährmann" spielt um 1900 an der deutsch - österreichischen Grenze an der Salzach. Dort sind Ende des 19. Jahrhundert drei Kinder, die ganz eng miteinander befreundet sind: Hannes, Annemarie und Elisabeth. Der Hannes überlebt wie durch ein Wunder einen Sturz in die Salzach. Und von da an ist es klar, dass er in die Fußstapfen seines Onkels tritt und der nächste Fährmann wird. Aber als Fährmann darf man keine Familie haben, also keine Frau und keine Kinder. Ein paar Jahre später wird die Elisabeth dem reichen Joseph Steiner aus Österreich versprochen. Egal, ob sie ihn liebt. Sie hat schon seit langer Zeit ein Auge auf den Hannes geworfen. Doch damals entschieden die Eltern für einen, wer der richtige zu sein scheint. Und auch die Annemarie, eine Wirtstochter aus ärmlichen Verhältnissen schwärmt für den Hannes. Doch der Joseph ist vernarrt in sie. Wut, Macht, Gewalt, unerfüllte Liebe. Männer nahmen sich was "ihnen zusteht". Ein Dreiecksgespann das über Jahre hinweg immer irgendwie verbunden ist. Der Fährmann, der die Menschen über die Salzach ins andere Land bringt. Der aber auch immer zwischen allem steht. Elisabeth, die unterdrückt in ihrer Ehe lebt. Ausbrechen will, aus den strengen Regeln. Aber kein Weg geht daran vorbei. Auch die Zeit des Krieges wird hier nochmal sehr stark beschrieben, und wie sich zu dieser Zeit die Dinge änderten. Regina Denk hat es geschafft, einen sehr atmosphärischen Roman zu schreiben. Der Schauplatz der Salzach (des Flusses) war sehr anschaulich. Und auch durch die besondere Sprache, mit dem österreichischen Dialekt, hat nochmal zusätzlich dafür gesorgt, dass ich beim Lesen einen Zeitsprung gemacht habe. Es war krass, unheimlich atmosphärisch, düster und bedrückend. Absolute Empfehlung! ⭐⭐⭐⭐⭐ | 5 Sternen

Wieder ein Volltreffer
Ein Buch wie ein reißender Bach: aufbrausend, eine Naturgewalt. Schon „Die Schwarzgeherin“ hat mich für die Autorin eingenommen. Und mit „Der Fährmann“ setzt sich das fort. So wild und ungezähmt dieses Buch auch ist, es hat seine stillen Momente. Es hat seine Tiefe, die wieder so weit reicht. Regina Denk erschafft so wunderbare Charaktere in ihren Büchern. Sie berühren einfach mein Herz, ganz tief. Denn es steckt von ihnen auch etwas in mir als Leserin. Zum Beispiel der Mut der Frauen in der Vergangenheit. Der Mut sich den Männern nicht unterzuordnen, der Mut für sich als Frau einzustehen, die eigenen Entscheidungen zu treffen. Und sie sind dafür durch die Hölle gegangen. Trotzdem brannte immer diese Flamme in ihnen. Und wenn sie auch mal höher, mal kleiner brannte, sie ist nie verloschen. All das und noch viel mehr sind die Bücher der Autorin für mich. „Der Fährmann“ ist ein Mahnmal. Was kann ein Mensch alles ertragen? Wie sehr prägen uns unsere Umstände. Können wir alle Taten wirklich richtig einordnen, oder bleibt vieles dem Auge eigentlich verschlossen? Nicht immer ist alles genauso, wie es zu sein scheint. In diesem Buch geht es um Freundschaft, um Liebe, es geht um Ungerechtigkeiten und es geht um Mut. Zeitlich können wir dieses Buch an den Beginn des 20. Jahrhunderts verorten. Wir befinden uns an einem Fluss, der die Grenze zwischen Deutschland und Österreich markiert. Hier arbeitet Hannes als Fährmann und verbindet so die Menschen der zwei Länder. Hannes, Elisabeth und Annemarie sind seit Kindesbeinen an befreundet. Das Leben hat aber andere Pläne und reißt die drei Freunde im Laufe der Jahre auseinander und wir werden Zeugen ihrer Leben. Wir erleben, dass sich Freundschaft verändert, aber nie ganz zerbricht. Das Setting ist wieder düster. Der Fluss als Trennlinie steht hier für mich auch symbolisch. Menschen werden getrennt, Gefühle werden getrennt. Er steht oft auch zwischen Leben und Tod. Eindrucksvoll und tief berührend hat Regina Denk hier wieder einen so besonderen Roman geschrieben, den ich einfach nur weiterempfehlen kann.

5 Sterne +
Sie hat es wieder geschafft! Regina Denk zieht mich in eine Zeit, die mir sonst so fern ist. Doch wie ich bei der Schwarzgeherin in Tirol war, so war ich diesmal bei Hannes, Josef, Elisabeth und Annemarie an der Salzach zwischen Deutschland und Österreich Anfang des 20. Jahrhunderts. Eine Zeit, in der die harte Arbeit auf den Höfen und sprachlose Gefühlskälte alles bestimmen. Eine Zeit, in der Frauen zu tun hatten, was man von ihnen erwartete, wenn Höfe zusammengeführt und Hochzeiten arrangiert wurden. Und in der der Erste Weltkrieg vor der Tür steht und schmerzhafte Opfer fordern wird. Elisabeth, Hannes und Annemarie sind Freunde seit Kindertagen. Doch als Elisabeth mit Josef verheiratet wird, beginnt für sie die gewaltsame Tortur ihres Lebens. Annemarie arbeitet hart in der Schänke der Eltern, ist permanent grantigen, gierigen Männern ausgesetzt und Hannes wird der Fährmann. Und Fährmann sein bedeutet, keine Familien zu haben, immer allein und auf Abruf an der Fährstelle zu sein. Und obwohl die drei so unterschiedliche Leben führen, sind sie doch immer miteinander verbunden. Verbunden über die mal ruhige, mal reißende Salzach, verbunden über Erinnerungen, verbunden über Gefühle. Ich kann schwer in Worte fassen, was die ganze Geschichte an Emotionen in mir ausgelöst hat. Ich war ganz nah dran an den Figuren, habe gelitten, Wut gehabt, gehasst, geliebt, war verzweifelt und traurig. Frauen, die nicht selbst über den eigenen Körper bestimmen können, die Gewalt ausgesetzt sind. Familien, die kein sicherer Ort zum sein und Schutz suchen sind. Jungen, die seit Generationen zu harten, brutalen Männern herangezogen werden. Ein Krieg, der Tote bringt, aber auch versehrte Rückkehrer, die schwer mit dem eigenen Sein kämpfen. Aber ich habe auch immer wieder gehofft, wenn es zum Beispiel hieß: "Vielleicht war es Zeit für ein neues Richtig." (S.373) Eine großartig erzählte Geschichte! Ich habe die Geschichte zum Teil auch gehört und kann nur sagen: Wow, was für eine geniale Sprecherin (Susanne Schroeder). Indem sie die Geschichte in Hochdeutsch erzählt und die Dialoge im Dialekt spricht, holt sie mich noch näher ran an die Figuren, noch näher rein in diese Atmosphäre von damals.
In den Dörfern Hohenwart und Siegering zu Beginn des 20. Jahrhunderts bestimmt der Fluss nicht nur das Landschaftsbild, sondern auch die Schicksale der Menschen. Hannes Winkler, der Fährmann, lebt nach einem alten, unerbittlichen Brauch: Er darf keine Frau an sich binden, zu groß ist die Gefahr, dass sein Beruf ihn eines Tages verschlingt und er eine Familie mittellos zurücklässt. Und doch hat sein Herz längst gewählt, es gehört Elisabeth, seiner Jugendfreundin. Elisabeth erwidert seine Liebe, doch ihr Weg scheint vorgezeichnet: Sie ist Josef Steiner versprochen, dem wohlhabenden Hoferben auf der anderen Seite der Salzach. Diese Verbindung ist nicht nur ein Schlag für Hannes, sondern auch für Annemarie, Elisabeths engste Vertraute, die selbst auf eine Zukunft an Josefs Seite gehofft hatte. Als der Erste Weltkrieg über das Land hereinbricht, zerreißt er nicht nur Nationen, sondern auch die fragile Gemeinschaft entlang des Flusses. Misstrauen, Verlust und innere Zerrissenheit greifen um sich. Die Leben der vier jungen Menschen verstricken sich immer tiefer in einem Geflecht aus unausgesprochenen Sehnsüchten, Schuld und wachsender Verzweiflung. Doch erst das rätselhafte Verschwinden eines Kindes lässt die angestaute Spannung eskalieren. Was folgt, ist eine unaufhaltsame Kette von Ereignissen. Mit eindringlicher Sprachkraft lässt Regina Denk die beiden Dörfer an den Ufern der Salzach lebendig werden. Zwei Orte, die seit jeher durch den Fährmann miteinander verwoben sind, als gehörten sie zu ein und demselben Herzen. Doch unter der Oberfläche beginnt es zu gären: Ein erstarkender Nationalismus legt feine Risse in das gewachsene Miteinander, Misstrauen schleicht sich ein, wo einst Vertrautheit war. Dann kommt der Krieg und mit ihm eine Erschütterung, die weit über die Grenzen der Dörfer hinausreicht und doch jeden Einzelnen trifft. In seinem Schatten geraten Beziehungen ins Wanken, verschieben sich Gewissheiten, werden aus Freundschaft und Zuneigung allmählich Neid, aus Liebe Verstrickung, aus kleinen Verfehlungen schwere Schuld. Unaufhaltsam setzt sich ein Geschehen in Bewegung, das sich immer weiter zuspitzt. Ein leises Kippen der Verhältnisse, das schließlich in ein Drama mündet, dem niemand mehr entkommen kann. Düster, gewaltsam und von tragischer Konsequenz, an deren Ende nichts mehr so ist, wie es einmal war. Ausgesprochene Leseempfehlung für diesen Pageturner!
Das war eine emotionale Geschichte Anfang des 20.Jahrhunderts wo 4 junge Menschen zusammen erwachsen werden. Jeder trägt sein eigenes Schicksal mit Liebe,Hass und Familientradition.. Vorallem aber das in dieser Zeit, Frauen als schwach und Männer als stark dargestellt wurden. Mich hat das Buch wieder einmal sehr berührt.
Das Buch ist wie ein Naturereignis. Der Fluss und die Natur werden so bildgewaltig beschrieben. Dazu kommt die detaillierte Analyse des Lebens vor über 100 Jahren und die unterschiedlichen Charaktere in deren Leben - wenn auch nur für wenige Momente -eingetaucht wird. Spannend erzählt und wird lange nachhallen!
Definitiv ein Highlight 🔥
Der Fährmann war für mich mal etwas ganz anderes als vieles, was ich sonst lese und genau das hat mir unglaublich gut gefallen. Besonders der Sprachstil hat für mich extrem viel zur Atmosphäre beigetragen. Diese ältere, teilweise ungewohnte Sprache hat es geschafft, dass man sich richtig in die Welt und die Lebensrealität Anfang des 20. Jahrhunderts hineinversetzen konnte. Es hat sich nie künstlich angefühlt, sondern eher so, als würde die Sprache die gesamte Stimmung und Zeit mittragen. Sehr spannend fand ich auch die verschiedenen Perspektiven der Protagonist:innen. Zu beobachten, wie ihre Geschichten, Beziehungen und Entwicklungen miteinander verwoben sind, wie sie sich verändern, voneinander entfernen und wieder zueinander finden, hat mich total in die Geschichte hineingezogen. Das Buch lebt für mich weniger von schneller Handlung oder großen Plot-Twists, sondern vielmehr von Atmosphäre, Charakteren und emotionaler Tiefe. Gerade dadurch konnte ich aber unglaublich in die Geschichte eintauchen. Für mich ist das Buch vor allem eine starke Geschichte über Freundschaft, gesellschaftliche Themen, Kriegsfolgen und auch die Rolle der Frau. Gleichzeitig geht es viel um Verlust, Veränderung und darum, wie Menschen unter extremen Umständen miteinander verbunden bleiben oder sich voneinander entfremden. Obwohl die Geschichte historisch eingebettet ist, haben sich viele Themen sehr zeitlos angefühlt. Ich war beim Lesen wirklich sehr vertieft und an vielen Stellen emotional berührt. Das Buch hat etwas gleichzeitig Melancholisches und Bedrückendes, ohne dabei hoffnungslos zu werden. Besonders gegen Ende wurde die Geschichte immer brutaler und bedrückender, was für mich aber unglaublich gut gepasst hat. Diese zunehmende Gewalt und Bedrohung wirkte fast symbolisch für den realen Krieg und die massiven psychischen und gesellschaftlichen Folgen, die immer stärker über allem lagen. Ein sehr atmosphärisches, intensives und berührendes Buch, das mich auch nach dem Lesen noch beschäftigt.
Schon auf den ersten Seiten haben mich Atmosphäre und Geschichte eingefangen. Fr. Denk hat mich an die deutsch-österreichische Grenze an den Fluß die Salzach transportiert, mich die raue Natur spüren lassen und in das harte Leben der Frauen zu Beginn des 20. Jahrhunderts katapultiert. Ein Dorfleben, bestimmt durch Tradition, Hierarchie und dem Glauben. Hier treffen wir auf die jungen, authentischen Protagonist*innen mit ihren Stärken und Schwächen, ihre Freundschaft, aber auch ihren Neid, ihre fehlende Solidarität. Die primäre Rolle der Frau ist es verheiratet zu werden und schweigsam jegliche Schmach zu erdulden. Weitere zentrale Themen sind patriarchale Gewalt, aufkeimender Nationalismus und traumatische Erlebnisse im Krieg - Themen, die leider auch heute sehr aktuell sind. Das Wasser scheint in dem historischen Roman das prägende Element zu sein und ist voller symbolischer Kraft. Wasser, dass trennt und verbindet, dass in kleinen Rinnsalen fließen kann oder als gewaltiger Strom. Ich kann dieses Buch sehr empfehlen, intensives und aufwühlendes Leseerlebnis 🌊
Absolutes Lebenshighlight
Der Fährmann hat mich komplett begeistert. Das Buch spielt zur Zeit des Ersten Weltkriegs an der Grenze zwischen Bayern und Österreich an der Salzach und allein die Atmosphäre ist unglaublich intensiv. Regina Denk schreibt so bildgewaltig und sprachlich wunderschön, dass man komplett in diese Welt eintaucht. Einerseits fast poetisch, andererseits schonungslos ehrlich. Es ist wirklich ganz, ganz toll geschrieben. Besonders geliebt habe ich auch den Dialekt, der gerade im Hörbuch richtig zur Geltung kommt. Das hat die Figuren und die ganze Stimmung nochmal so viel authentischer gemacht. Am meisten beeindruckt hat mich aber, wie das Buch mit Themen wie Frauenrollen, häuslicher Gewalt und gesellschaftlichen Zwängen umgeht. Es wird nicht so erzählt, als wäre das eine einzelne schlimme Ausnahme gewesen, sondern als das strukturelle Problem, das es damals einfach war – und leider auch heute noch ist. Gerade die Frauenfiguren stehen für mich ganz klar im Mittelpunkt dieser Geschichte, auch wenn der Titel etwas anderes vermuten lässt. Ein wahnsinnig starkes, feministisches und emotionales Buch, das mich wirklich komplett abgeholt hat.
Ich habe den Fährmann von Regina Denk als Hörbuch gehört. Die Sprecherin Susanne Schroeder bringt diese Faniliengeschichte so authentisch und fesselnd rüber, ein überwältigendes Hörerlebnis.
Der Fährmann ,was für ein fesselndes Familiendrama . Diese Geschichte ist so authentisch, fesselnd ,berührend und kraftvoll. Ich war mittendrin in der Zeit damals an der Salzach beim Fährmann Hannes und der Elisabeth und der Annemarie. Sehr ergreifend und fantastisch gesprochen. Bin sehr berührt und angetan von dieser Geschichte. Mochte es sehr zu hören,ein großes Lob auch an die Sprecherin Susanne Schroeder, danke für dieses überwältigende Hörerlebnis 🙏🏻.
Am Anfang hat mich das Buch nicht so richtig abgeholt. Der Schreibstil ist gut, keine Frage, aber ich hatte nach den vielen positiven Meinungen irgendwie mehr erwartet und war erst mal etwas enttäuscht. Mit der Zeit wurde es aber deutlich besser. Die Geschichte baut sich langsam auf und entwickelt dann eine richtig dichte Atmosphäre. Am Ende bleibt für mich: kein überragendes Buch, aber ein gutes.
„der Fährmann“ von Regina Denk ist für mich ein Jahreshighlight. Nach „die Schwarzgeherin“ habe ich mich so gefreut, dass heuer ein neuer Roman von der Autorin erschienen ist und hab mich so gefreut den wieder mit Dori zu lesen! „Der Fährmann“ ist atmosphärisch sensationell geschrieben. Ich habe die Geschichte um Annemarie, Elisabeth und Hannes so gerne gelesen. Von der ersten Seite an war ich von der Geschichte gefesselt und vollkommen eingenommen. Besonders die verschiedenen Sichten der Charaktere fand ich super. Ich hab mich immer gefühlt, als wäre ich direkt vor Ort und mit im Geschehen dabei. Leise, kraftvoll werden feministische Themen aufgemacht und runden die Geschichte so gut ab. Ich hab auch die Parallelen zur Schwarzgeherin geliebt. Buchdetails: erschienen am 02.03.2026 im Droemer Verlag • 384 Seiten • gelesen als Hardcover (24,00€) [Werbung - Rezensionsexemplar ] ——— #bookstagramgermany #bookstagram #books #reading #lesenverbindet

Ein Roman, der schmerzt und zeigt wie beschwerlich der Kampf um die Selbstbestimmung als Frau Anfang des 20 Jhts war.
„Der Fährmann“ von Regina Denk spielt Anfang des 20. Jahrhunderts an der deutsch-österreichischen Grenze, am Ufer der Salzach, und erzählt die Geschichte von Elisabeth, Annemarie und Hannes. Schon als Kinder verbindet die drei eine enge Freundschaft, doch je älter sie werden, desto stärker bestimmen Traditionen, gesellschaftliche Zwänge und die harte Lebensrealität ihren Weg. Elisabeth wird gegen ihren Willen mit dem wohlhabenden, aber brutalen Jungbauern Josef verheiratet. Annemarie muss im Wirtshaus ihrer Eltern arbeiten, während Hannes – wie es die Tradition verlangt – als Fährmann ungebunden bleiben soll. Dennoch spielt er im Leben beider Frauen eine besondere Rolle. Der Roman zeigt eindringlich, wie wenig Selbstbestimmung Frauen damals hatten und wie sehr Gewalt, Abhängigkeit und gesellschaftlicher Druck ganze Leben geprägt haben. Regina Denk schafft es dabei, ihre Figuren unglaublich lebendig zu zeichnen – manche wachsen einem sofort ans Herz, andere lösen regelrecht Wut aus. Der Roman ist atmosphärisch dicht, düster und stellenweise kaum auszuhalten, gerade weil vieles davon bis heute nachwirkt. Die Geschichte wühlt auf, schmerzt, schenkt durch die Entwicklung von Annemarie und Leni aber auch Hoffnung. Mich hat das Buch von der ersten bis zu der letzten Seite gefesselt und die Geschichte tief beeindruckt.
Jahreshighlight ❤️❤️❤️
Der Fährmann ist für mich DAS Jahreshighlight! Ich habe jede einzelne Seite geliebt und hätte problemlos noch 200 weitere Seiten lesen können. Die Geschichte hat mich von der ersten bis zur letzten Seite komplett gefesselt, sodass ich das Buch tatsächlich an nur einem Tag beendet habe. Besonders begeistert hat mich die Entwicklung von Annemarie (aber auch der weiteren Frauenfiguren), die unglaublich gelungen und authentisch erzählt wird. Ein mitreißendes und absolut besonderes Buch, das mir noch lange im Kopf bleiben wird ❤️❤️❤️!




















































