Die Götter müssen sterben
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Description
Wird sie die Amazonen retten – oder in den Untergang führen?
Düster, dramatisch und atemraubend actionreich: Dark Fantasy aus der Welt der Amazonen
Die Zeit der Unterdrückung ist vorbei!
Troja wird fallen, und die Amazonen werden sich endlich an den Helden rächen, die ihresgleichen töteten. So besagt es eine Prophezeiung von Artemis, der Göttin der Jagd, Herrin des Mondes und Hüterin der Frauen. Wenn die prunkvolle Stadt in Schutt und Asche liegt, sollen die Amazonen die Welt beherrschen.
Doch Artemis segnet ausgerechnet Areto mit ihren Kräften, die keine Kriegerin ist und auch sonst kein hohes Ansehen genießt. Wie kann eine wie sie der Macht einer Göttin würdig sein und ihre Schwestern in eine neue Welt führen?
Während Areto lernen muss, mit ihrem Schicksal umzugehen, spaltet ihre Erwählung die Amazonen in zwei Lager – ein Konflikt, der ihrem Volk im Trojanischen Krieg den Untergang bringen könnte. Denn der wahre Feind lässt sich nur mit vereinten Kräften töten. Um das Leid der Amazonen zu enden und sie zur Macht zur führen, müssen nicht nur Helden sterben, sondern auch Götter.
Mit »Die Götter müssen sterben« hat die erfolgreiche Autorin Nora Bendzko (»Die Galgenmärchen«) einen packenden Dark-Fantasy-Roman geschrieben, der nicht nur Fans von Markus Heitz begeistern wird.
Book Information
Author Description
»Man braucht die Dunkelheit, um stärker leuchten zu können.« – Dieses Motto begleitet Nora Bendzko sowohl durch ihre Geschichten als auch durch ihr Leben. Die 1994 geborene Münchnerin wuchs in einer teils deutschen, teils marokkanischen Familie auf. Einmal begonnen, hat das Schreiben phantastischer Texte sie nicht mehr losgelassen. Der Wunsch, Literatur zu einem festen Bestandteil ihres Lebens zu machen, brachte sie nach Wien, wo sie die Deutsche Philologie studiert. Neben dem Studium arbeitet sie als Lektorin. Wenn sie nicht schreibt, singt sie leidenschaftlich. Beide Passionen darf sie in Metal-Bands wie »Nightmarcher« ausleben.
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Hui. Was ein Buch. Mein erstes Dark Fantasybuch und ich wusste nicht, was auf mich zukommt. Es hat 200 Seiten gebraucht, damit ich im Geschehen drin war und auch weiterlesen wollte. Ich hätte wohl aufgegeben, wenn ich es nicht gekauft hätte. Mir hatte es an ein Glossar gefehlt, um nachzuschlagen, wer wer ist. Die ganzen Namen haben mich sehr verwirrt und das hat den Leselust getrübt. Mir hat sehr das feministische queere Gefallen. Grund auch, das ich weitergelesen habe. Das ende war mir zu abrupt. Es hat sich angefühlt, ob man schnell zum ende kommen musste, um fertig zu werden. Da hätten mir noch ein paar Seiten mehr gefallen.
"Die Götter müssen sterben" von Nora Bendzko ist ein Dark Fantasy-Roman, der eine düstere und actionreiche Neuinterpretation der Amazonenmythen bietet. Die Geschichte dreht sich um Areto, eine angeblich unscheinbare Frau, die von der Göttin Artemis auserwählt wird, um die Amazonen zu führen und Troja zu Fall zu bringen. Die Prophezeiung verheißt das Ende der Unterdrückung und den Aufstieg der Amazonen zur Macht – doch Areto muss sich nicht nur gegen äußere Feinde, sondern auch gegen interne Konflikte behaupten. Der Einstieg in den Roman gestaltete sich für mich schwierig. Die Vielzahl an Namen und Charakteren machte es kompliziert, den Überblick zu behalten, und es dauerte eine Weile, bis ich mich in der Geschichte zurechtfand. Ab Seite 100 wurde es besser, aber ich kam dennoch immer wieder aus dem Lesefluss heraus. Besonders die detailliert beschriebenen Kriegsszenen und Sexszenen lenkten mich oft vom eigentlichen Plot ab und ließen mich zeitweise vergessen, worum es in der Geschichte geht. Die finale Schlacht jedoch hat mich vollkommen in ihren Bann gezogen. In diesen letzten Kapiteln war ich zu hundert Prozent in der Geschichte, und die Spannung war greifbar. Was mir besonders gut gefallen hat, ist die feministische Perspektive des Romans. Endlich stehen Frauen im Mittelpunkt, die weder gerettet werden müssen noch in passiven Rollen verharren. Der Roman ist divers und stellt starke, komplexe weibliche Charaktere in den Vordergrund. Allerdings zeigte mir das Buch auch, dass Dark Fantasy nicht unbedingt mein Genre ist. Trotz der großartigen Idee und der feministisch geprägten Handlung, konnte mich die Umsetzung nicht vollständig überzeugen. Für Fans von düsterer Fantasy und komplexen Frauengestalten ist "Die Götter müssen sterben" sicherlich ein empfehlenswertes Buch, doch für mich persönlich war es stellenweise eine Herausforderung.

Ein Highlight. So ein fluffin gutes Buch! Der Titel passt zwar nicht ganz, aber trägt gut dazu bei einen neugierig zu machen. Für jeden Liebhaber der griechischen Mythologie ein muss! Wobei ich mir sehr oft wieder dachte: What the holy macaroni ist falsch mit euch Göttern. 😂 Denkt mal allein über Zeus nach. Wir haben so viele starke Charaktere in diesem Buch. 🩵 Dazu ist es queer und es werden Neopronomen genutzt. Ich liebs. Es ist wirklich Dark Fantasy. Bei einigen Stellen war ich sehr sprachlos.
Götter, Helden, Amazonen und viel Blut. Meine Güte, das Buch war blutig! Nicht ohne Grund gibt es am Anfang des Romans einen Hinweis darauf, aber wie man so ist, denkt man sich natürlich nicht viel bei der Warnung und so war ich, trotz jeglicher Warnung, überrascht. Doch kommen wir zu dem Roman von Nora Bendzko, dabei handelt es sich nicht um einen Debütroman, aber ihren ersten Roman im Hause Droemer Knaur. Sonst gibt es noch einzige Veröffentlichungen unter unterschiedlichen Kleinverlagen oder Selbstverlagen, darunter hauptsächlich Kurzgeschichten. Inhalt Troja wird fallen – und die Götter müssen sterben! So besagt es eine Prophezeiung von Artemis selbst, der mächtigen Göttin der Jagd, Herrin des Mondes und Hüterin der Frauen. Wenn die prunkvolle Stadt in Schutt und Asche liegt und das Schicksal der Götter besiegelt ist, sollen die Amazonen die Welt beherrschen. Doch Artemis segnet ausgerechnet die junge Areto mit ihren Kräften, die keine Kriegerin ist und auch sonst kein hohes Ansehen genießt. Wie kann eine wie sie der Macht einer Göttin würdig sein und ihre Schwestern in eine neue Welt führen? Während Areto lernen muss, eine Anführerin zu sein, spaltet ihre Erwählung die Amazonen in zwei Lager – ein Konflikt, der ihrem Volk im Trojanischen Krieg den Untergang bringen könnte. Schon wieder Troja? Wenn man eine Geschichte über Götter lesen möchte, kommt man nicht an einer Adaption von der Schlacht von Troja vorbei. Ich kann gar nicht mehr aufzählen, wie viele ich gelesen haben über das letzte Jahrzehnt. Aber woran liegt das? Es war die eine Schlacht, wo alle Götter sich haben mitreisen lassen. Und genau diese Schlacht hat zahlreiche verschiedene Aspektmöglichkeiten für Autoren. Und überraschend für mich war, die Amazonen als erzählendes Volk zu Troja zu haben. Oft waren es die Helden der Schlacht oder Frauenschicksale. Aber die Amazonen, von denen habe ich in dem Kontext noch nicht gelesen. Kriegerinnen und ihr Schicksal Am besten hat mir in diesem Buch gefallen, dass wir hier verschiedene Amazonen und ihr Schicksal, ja ihre Vergangenheit, kennen lernen durften. So viele Charaktere gefielen mir und ich denke, zu denen selbst, hätte ich gerne ein Buch gelesen. Nicht, dass die Autorin sich nicht ausreichend Zeit für sie nahm, ganz in Gegenteil. Immer wieder im Wechsel wurde die Vergangenheit von der einen oder anderen erzählt. Das waren mir die liebsten Momente im ganzen Buch. Andere Dinge blieben auf der Strecke… Die Protagonistin dafür, blieb auf der Strecke. Sie bekam zu Beginn ihre ganze Handlung erzählt und immer wieder gab es Einschübe zu ihr, oftmals heroische. Aber so ganz, wie die anderen Kriegerinnen, kam sie bis zum Ende nicht rüber. Sie blieb für mich am blassesten von allen Charakteren. Außerdem war es manchmal nicht leicht, zwischen den ganzen Intrigen, Machenschaften und zahlreichen Dialogen, mitzukommen. Beim Lesen musste ich mich durchaus ein gewisses Maß konzentrieren, konnte mich beim Lesen nicht so stark vertiefen, wie ich es mir gewünscht hatte. Womöglich wäre es mit einer etwas flüssigeren Sprache leichter gewesen, aber das ist mal eine Vermutung. Andererseits wurden hier viele Erzählungen und Personen aus der Saga aufgenommen, was mir ebenfalls gut gefiel, und alles sehr üppig machte. Blut, Kampf und das Spiel mit den Sexualitäten Was das Buch deutlich abhebt, von anderen Adaptionen, ist neben der blutigen Gewalt, die sich durch viele Kämpfe zielt, die Sache mit den Geschlechtern. Noch ein Wort zur Gewalt, das ist natürlich objektiv zu betrachten, wer mit wie viel auskommt, was es nicht gab, worüber ich froh bin, ist explizite Gewalt an Frauen von Männern. In dem Roman sind es Schlachten und Kämpfe. Nun zu den Sexualitäten, neben vielen gleichgeschlechtlichen Beziehungen und Liebe, gibt es auch eine nichtbinäre Person im Buch – es ist auf jeden Fall ein Roman, dass ich nur LGBTQ+ Fantasy zählen würde. Zum Schluss Ich liebe es Geschichten um die Sagen und Mythen zu lesen, besonders wenn es um Troja oder die alten Helden geht. So konnten man bei mir mit diesem Buch nicht viel falsch machen. Andererseits war es doch zäher zu lesen, nach einem sehr guten Start, als ich gedacht hatte und besonders die blasse Entwicklung der Protagonistin empfand ich als schade. Trotzdem ein gelungenes Buch, das viel aufgreift und die Erzählpersepktive der Amazonen auf Troja fand ich klasse! Allein aus dem Grund bereits eine Empfehlung!
🫣
Bewertung: ⭐⭐⭐ (3 von 5 Sternen) Das Buch ist eine moderne Neuerzählung der Geschichten über die Amazonen. Es ist sehr düster und blutig geschrieben. Was mir gefallen hat: Die Idee hinter der Geschichte ist spannend. Es geht um starke Frauen, die gegen die grausamen Götter kämpfen. Die Stimmung im Buch ist sehr ernst und dunkel, was mal etwas anderes ist als die typischen glücklichen Sagen. Was mir nicht so gefallen hat: Leider war die Geschichte für mich zwischendurch sehr schwierig zu lesen. Das Erzähltempo war oft langsam und ich konnte keine richtige Verbindung zu den Hauptfiguren aufbauen. Manche Stellen waren mir auch ein bisschen zu kompliziert geschrieben, sodass ich nicht immer genau wusste, was gerade passiert. Fazit: Ein interessantes Buch für Leute, die sehr düstere Fantasy und griechische Mythen mögen. Für mich war es aber leider nur Mittelmaß, da mir die Spannung und die Sympathie für die Charaktere gefehlt haben.
Amazonen und Trojanische Sagenwelt einmal blutig und divers, bitte! Mit „Die Götter müssen sterben“ haut Nora Bendzko eine Neuinterpretation der griechischen Sagen rund um den Trojanischen Krieg mit den Amazonen im Zentrum raus, die alles einmal auf links krempelt. Areto ist als junge Griechin zu den Amazonen gekommen. Sie hat ein Heim dort gefunden, ist aber keine Kriegerin. Trotzdem erwählt Artemis sie, um sie mit ihren göttlichen Kräften zu segnen und die Amazonen nach Troja in den Krieg zu führen, der über ihr Schicksal und das aller Götter entscheiden wird. „Die Götter müssen sterben“ lässt sich nicht anders beschreiben denn als Wucht. Nora Bendzkos Roman ist Dark Fantasy vom Feinsten. Es ist düster, überaus brutal und für mich immer mal wieder an der Grenze des geschmacklich erträglichen. Wer auf solche Geschichten steht, wird hier seine helle Freude finden, man sollte aber wissen, worauf man sich einlässt. Gerade die Interpretationen der griechischen Götter sind sehr anders, als man es aus anderen Adaptionen gewohnt ist. Sie sind nicht nur aktiv handelnde Personen (Artemis zum Teil sogar Perspektivträgerin), sondern auch gänzlich anders in ihrem Denken und Handeln als Menschen. Ares tritt in Strömen von Blut auf und Dionysos als Gott des Wahns, der Irrsinn verbreitet, wo immer er hingeht. Auch das ist mitunter gewöhnungsbedürftig. Die handelnden Amazonen fand ich angenehm unterschiedlich dargestellt und sie boten eine gute wechselseitige Sicht auf die Geschehnisse. In Areto haben wir eine unsichere Außenseiterin, in Cleto die tapfere Kriegerin und in Penthesileia die zweifelnde, zerrissene Anführerin. Positiv hervorzuheben sind neben der weiblichen Sicht auf den Trojanischen Mythos, der sehr gelungenen inklusiven Sprache und den kreativ verpackten Triggerwarnungen auch und besonders die grundlegend neu gedachte Interpretation der Geschichte, mit neuen Elementen, die aber gleichzeitig auf viel Forschung über die Amazonen beruht. Es gibt jedoch auch ein paar Kritikpunkte. So läuft die Geschichte natürlich bis zu einem gewissen Grad auf Schienen, jedenfalls für all die, die sich in der Trojanischen Sagenwelt etwas auskennen. Hier muss man halt den Weg dahin als das Spannende betrachten, denn die Ausgänge sind bekannt. Auch war ich vom Ende etwas enttäuscht. Während der Roman sich an vielen Stellen angenehm Zeit für Handlung und Figuren nimmt, wurde das Ende nach Trojas Fall mit wenigen Seiten abgespeist – zudem mit einem Finale, das das weitere Schicksal der Überlebenden merkwürdig offenlässt. Somit ging ich zumindest schlicht etwas unbefriedigt aus dem Buch, während ich zuvor ganz gut unterhalten wurde (wenn man von einigen sehr ausufernd ekligen/brutalen Stellen absieht). Unterm Strich gebe ich Nora Bendzkos „Die Götter müssen sterben“ eine gute 8/10. Der Roman ist spannend, unterhaltsam und bietet einen angenehm frischen, weiblichen Blick auf die Amazonen und die Trojanische Sagenwelt. Lediglich das Ende hat Schwächen und manchmal wäre für mich weniger Blut und Gedärme mehr gewesen.
Als das Buch vorgestellt wurde, war mir klar, dass ich es lesen möchte. Nachdem ich vor einigen Jahren "Wolfssucht" der Autorin gelesen hatte, wusste ich, dass es nicht mein letztes Buch sein wird. Die wenigen Seiten der damaligen Lektüre packten mich schon auf eine besondere Art, da wollte ich mir eine Geschichte über Götter, Amazonen und andere Mythen nicht entgehen lassen. Da ich es in einer Leserunde las, dauerte es tatsächlich geschlagene 2 Monate bis wir das Buch durch hatten. Zwei brachen es kurz vor Ende ab, aber ich las es mit einer weiteren Person fertig. Das "Problem" war oftmals sich auf die Geschichte einzulassen. Es ist keine Geschichte, die man einfach schnell an einem Wochenende weg liest - zumindest für mich nicht. Oft ging bei mir nach der Arbeit einfach gar nichts mehr in den Kopf. In ruhigen Momenten konnte ich jedoch voll abtauchen und plötzlich waren 50 Seiten gelesen. Es ist ein unfassbar komplexes Buch mit unglaublich viel Inhalt, wobei die Amazonen im Vergleich zu den Göttern stets im Vordergrund stehen. Während um einen herum ein Krieg tobt, Intrigen gesponnen werden, auf Traditionen gepocht wird, spielt diese Geschichte. Eine Geschichte, die zum einen ein Teil des Ganzen ist und zum anderen so viel mehr. Ich weiß nicht, wie ich es ausdrücken soll, dass es dem gerecht wird, wie ich es empfand. Es war unfassbar emotional, aber nicht auf diese Art, die einem sein letztes Essen durch den Kopf gehen lässt, sondern auf eine tiefere Art. Die Kommunikation zwischen verschiedenen Personen ist oft subtil, nichtssagend, aber dennoch wird alles gesagt. Auch wenn es in der Geschichte recht gewalttätig vor sich geht, so hat es mich dennoch oft sehr bewegt. Die Brutalität in Kombination mit dem Einfühlungsvermögen hat mich einfach überwältigt. Es hat einfach alles unglaublich gut ins Verhältnis gepasst. Begonnen von Schreibstil, über die Beziehungen der Charaktere, die Charaktere selbst, das Setting, die Atmosphäre, die Darstellung der Götter, bis hin zum Ende. Einziger Kritikpunkt, und da kann das Buch nichts dafür, dass ich immer den richtigen Moment zum Lesen abpassen musste. Mehr gibt es nicht zu sagen. Wer auf der Suche nach einer brutalen sowie düsteren Göttergeschichte mit ganz viel Frauenpower ist, der ist hier auf jeden Fall gut bedient. Fazit: Eine wirklich atemberaubende und bildgewaltige Interpretation des Krieg von Troja und der Geschichte der Amazonen.
Götter, Helden, Frauenpower - eine etwas andere Interpretation der griechischen Mythologie Cover Düster, wunderschön gestaltet und genau meine Ästhetik Schreibstil Bildhafter Schreibstil, man ist sofort drin in der Welt der Amazonen und kann völlig darin Eintauchen. Für mich genau der richtige Grad bei der Darstellung der Brutalität der griechischen Mythologie, auch wenn es für einige vielleicht zu viel sein kann, ohne zu graphisch zu werden. Wechselnde POV ohne verwirrend zu werden Setting/Weltenbildung Glorreiche griechische Helden, gutmütige menschenähnliche Götter oder Frauen, die nur Liebesaffären sind wird man hier vergeblich suchen. In aktuellen Darstellungen ist die griechische Mythologie doch stark romantisiert und trotz Betrug, Vergewaltigung und Brutalität in den griechischen Heldensagen sehen wir die schillernden Helden immer positiv. Das ist hier anders. Man taucht ein in die Welt der Amazonen, die -wenn vom Patriachat überhaupt erwähnt- entweder als Bestien oder als romantisierte Wilde gesehen werden. Die Autorin setzt sich genau damit kritisch auseinander und findet die Balance zwischen Kritik und Bildung einer neuen Utopie. Und bringt wie vollkommen natürlich noch etwas ein, das oft fehlt: Diversität und Queerness. Sie ist einfach da, ohne dass künstlich darauf gestoßen wird und das finde ich wirklich ein Kunststück. Außerdem lernen wir Charaktere mit körperlichen und seelischen Leiden und Traumata kennen. Charaktere Man lernt die unterschiedlichen Charaktere gut kennen, sie haben Ecken und Kanten, Schwächen und durchlaufen allesamt Charakterentwicklungen. Sie sind keine furchtlosen Helden und das macht es einfach mit ihnen zu fühlen. Dabei sind die Entwicklungen so über das Buch verteilt, dass man sich nie wundert was für Sprünge der Charakter gerade macht. Mir gefällt, dass Areto nicht die Einzige bleibt, die man kennenlernt. Handlung Griechische Mythologie, Troja - eigentlich weiß man ja wie die Geschichte geht und doch fiebert man bis zum Schluss mit. Mit der Entwicklung der Charaktere beginnt man das ein oder andere Mal in bestimmte Richtungen zu denken und doch kommt es dann anders. Der rote Faden zieht sich deutlich durch, am Ende führen alle Stricke wieder zusammen und die Handlung ist in sich stimmig. Bis jetzt bin ich mir nicht sicher, ob ich mehr von den Charakteren hören will oder ob das Ende ein guter Abschluss der Story ist und man denkt definitiv noch über das Buch nach. Ich mag das an Büchern. Fazit Ein tolles Leseerlebnis für Fans von Historical Fiction, Dark Fantasy und griechischer Mythologie. Eine klare Empfehlung und Hut ab für die Narürlichkeit mit der über Diversität und Queerness geschrieben wird. Wer mehr erfahren möchte, sollte definitiv auch das Nachwort lesen. *Als Rezensionsexemplar erhalten, Meinung vollständig meine eigene *
Dieses Buch fand seinen Weg als Überraschungspost zu mir aber ich hätte es mir auch so oder so zugelegt, denn es ist mir schon im Winter, als ich die Neuerscheinungen dieses Jahres durchging ins Auge gesprungen. Und an Bücher mit Bezug zum antiken Griechenland/der griechischen Mythologie kann ich sowieso nicht vorbeigehen. Daher begann ich dieses Buch voller Freude und mit hohen Erwartungen, doch konnten diese erfüllt werden? Ein Fest für jeden “Antike-Nerd” Ich habe das ja schon mal bei meiner Rezension zu Ich bin Circe erwähnt: Als ehemalige Klassische Archäologie Studentin bin ich bei Mythologie Adaptionen etwas pingelig. Ich gestehe jedem Autor*in künstlerische Freiheiten zu, aber ich mag es absolut nicht, wenn ich beim Lesen spüre, dass der Autor oder die Autorin sich nur Sachen aus der Mythologie herausgepickt hat, sich aber nicht wirklich mit ihnen und den Quellen beschäftigt hat. Zum Glück musste ich mir darüber in Die Götter müssen sterben überhaupt keine Sorgen machen, denn dieses Buch strotzt nur so vor guter Recherche. Ich glaube Nora Bendzko hat neben Standardwerken wie die Ilias wohl gefühlt jede Überlieferung und Quelle zu den Amazonen gelesen, die es gibt. Das spürt man auf jeder einzelnen Seite und hat mich schwer begeistert. Selbstverständlich ist ihre Geschichte keine eins zu eins Adaption des Amazonenmythos oder der Ilias, aber die Autorin flechtet wirklich gekonnt allerhand Figuren und Ereignisse aus den Mythen ein. Auch wenn sie die Handlung deutlich von den Überlieferungen unterscheidet, fühlt es sich trotzdem wie eine natürliche Ergänzung an. Eine Erweiterung der Mythen, die nicht im Widerspruch zu ihnen steht, eine neue Perspektive im Kanon, eine Stimme für jene Gestalten, die sonst zu kurz kommen. Wirklich, ich habe hier absolut nichts zu meckern. Es lebe die Diversität! Diese Liebe zur Mythologie ist ein guter Grund Die Götter müssen sterben zu lesen, ein weiterer Grund ist auf jeden Fall die Diversität in diesem Buch. Zum einen ist ein Großteil der Charaktere PoC, was ja auch Sinn ergibt, wo die Amazonen von den Griechen in Anatolien, Libyen und am schwarzen Meer verortet wurden. Dann spielen diverse Formen von Sexualität und Geschlechteridentitäten eine Rolle. So werden in diesem Buch Homosexualität, Asexualität, Nichtbinäre Geschlechtsidentität oder auch Polyamorie behandelt. Die Amazonen sind in dieser Hinsicht eine sehr offene und tolerante Gesellschaft und die Autorin behandelt alle Identitäten udn Sexualitäten sehr respektvoll und umsichtig. Das wird besonders deutlich, wenn die Autorin von ihren Vielseligen spricht, Menschen, die beim Amazonenvolk leben und sich weder als Frau, noch als Mann identifizieren. Anstatt seltsame sie/er Doppelkonstellationen oder das herabwürdigende “es” zu benutzen, nutzt die Autorin einfach das Pronomen sier, also eine Mischung aus beidem. Beim ersten Lesen stolpert man noch ein bisschen darüber, aber die Autorin nutzt diese s Pronomen so konsequent und natürlich, dass es einem bald schon gar nicht mehr auffällt. So leicht kann es gehen! Und da sage noch jemand, gendern störe den Lesefluss. Als wäre das noch nicht genug, baut Nora Bendzko aber noch weitere sensible Themen ein. So findet z. B. auch das Thema Depression Beachtung. Bei all dieser Fülle könnte man denken, dass es zu überladen oder gewollt wirken würde, oder nicht mehr in das antike Setting passt, aber dem ist nicht so. Die Autorin beweist hier großes Schreibtalent, indem es ihr gelingt diese Vielzahl an Themen elegant zu verknüpfen und mit ihrem Amazonenmythos zu verweben. An dieser Stelle möchte ich auch explizit das Nachwort loben. In diesem geht die Autorin nämlich nochmal genauer auf den Umgang mit diesen Themen ein, schreibt aber auch viel über ihre eigene Auseinandersetzung mit diesen und auch ihre Recherche. Selten habe ich ein so eindrückliches Nachwort gelesen, das hallt bei mir fast schon ebenso sehr nach, wie der ganze Roman. Auch die Amazonen sind nicht perfekt Bei all der Fortschrittlichkeit in Bezug auf der Auslebung der eignen Sexualität, idealisiert sind Bendzkos Amazonen trotzdem nicht. Sie bleiben ein Produkt der Antike und leben daher zu einem Teil auch weiter deren Norm. So finden sich Sklaverei, Gewalt, Ausgrenzung und starke Hierarchien auch in der Amazonengesellschaft. Ich habe schon kritische Stimmen zu diesem Punkt gelesen, aber mir hat es ehrlich gesagt gefallen. Eine vollkommen offene, in allen Punkten tolerante und fortschrittliche Gesellschaft, hätte ich innerhalb dieses Settings als zu idealisiert und unpassend empfunden, daher finde ich, dass die Autorin hier einen guten Mittelweg gefunden hat. Zudem werden genannte fragliche Praktiken ja auch nicht idealisiert oder verherrlicht, im Gegenteil es finden sich immer wieder Figuren, die die grausamen Rituale oder die Sklaverei bei den Amazonen kritisieren. Wo wir beim Thema Brutalität wären. Da ich schon so einige Dark Fantasy Romane gelesen habe, bin ich da wohl nicht der Maßstab für. Tatsächlich empfand ich die Beschreibungen von Gewalt im Vergleich zu anderen Romanen des Genres noch ganz erträglich, aber wie gesagt, ich bin da echt kein Maßstab. Als Letztes möchte ich ganz kurz noch etwas zur Handlung sagen, denn hier findet sich der einzige Punkt, den man von meiner Seite aus als Kritik werten könnte, denn nach einen überragenden Einstieg gestaltet sich die erste Hälfte etwas ruhiger, fast schon zu ruhig. Wir lernen die Amazonen und ihre Lebensweise kennen, dafür nimmt sich die Autorin viel Zeit, aber gerade als ich begann mein Interesse zu verlieren und mir mehr Tempo zu wünschen, bekommt die Handlung eine Wendung und das Tempo wird spürbar angezogen, weswegen ich nicht wirklich dafür einen Punkt abziehen möchte. Es sei trotzdem festgehalten, dass die zweite Hälfte noch etwas besser als die erste ist, und wer beim Lesen der ersten 200 Seiten spürt, wie Langeweile aufkommt, sollte durchhalten, es wird besser, viel besser. Fazit: War die erste Hälfte des Buches noch unterhaltsam, aber nicht überragend, konnte mich das Buch mit der zweiten Hälfte völlig überzeugen. Besonders die Diversität der Figuren, der Umgang mit sensiblen Themen und auch die enge Nähe zu den ursprünglichen Mythen haben mich begeistert. Aber auch wer nur einen richtig spannenden Dark Fantasy Roman lesen will, kann hier beherzt zugreifen, denn oft ist Die Götter müssen sterben auch “einfach nur” spannend, blutig und mitreißend.
Dieses Buch ist Dark und progressives Fantasy vom Feinsten.
Können wir bitte über dieses Buch reden? Über die beschützen und warmherzige Clete, die dennoch durch das Blut des Ares von Blutgier getrieben ist? Die vertrauensvolle Areto, die von Schatten verfolgt wird? Über Königin Penthesilea, die ihre Liebe über Jahre für sich behielt? Dieses Buch ist Dark Fantasy. Es ist grausam, brutal, gewaltvoll und düster. Aber es ist auch voller Lieber. Liebe in so vielen Facetten. Dazwischen der Trojanische Krieg, Artemis, die das Leid der Frauen und Kinder spürt, als wäre es ihr eigenes, Götter, die sich gegenseitig bekämpfen, für die Menschen nur Spielfiguren sind. Narrative werden aufgebrochen, die Amazonen neuerzählt, ohne die patriachale Gesellschaftsstrukturen in der Mykenischen Zeit zu verschweigen. Ich mochte die vielen unterschiedlichen Perspektiven und Charaktere, hätte einige aber gerne noch besser kennengelernt. Kleine Kritikpunkte: zwischen durch hat es sich für mich etwas zu sehr gezogen und der rote Faden gefehlt. Meine Highlights waren für mich auf jeden Fall der Beginn und die Handlung am Ende. Relativ zum Schluss vertrauen die Amazonen auf die Vision von Kassandra, die den Niedergang Trojas prophezeit. An vielen Stellen hat die Autorin auf grandiose Art und Weise die Geschichte aus einer anderen Perspektive neuerzählt, aber hier war es mir zu undurchsichtig, warum Kassandra geglaubt wurde, wo doch eigentlich Apollons Fluch genau dies verhindert. Dennoch konnte mich die Geschichte in seiner Gesamtheit überzeugen. Dieses Buch ist Dark und progressives Fantasy vom Feinsten.

Amazonen, Vielfalt, Troja - einfach mitreißend
Die Amazonen, stolze Kriegerinnen und liebende Frauen. Von den Göttern geschätzt und gefürchtet auf dem Schlachtfeld. Nora Bendzko beschreibt mitreißend aus verschiedenen Perspektiven den Weg in den Kampf um Troja und warum dieser auch die Bewohner des Olymp nicht außen vor lässt.
Für Fantasy Fans ist das Cover ein absoluter Eye-Catcher und so wurde auch ich auf das Buch noch vor dem Erscheinen neugierig. Dem Klappentext nach sollte es zudem genau nach meinem Geschmack sein, denn Dark Fantasy lese ich ganz gerne und über Amazonen liest man allgemein sowieso viel zu wenig. Viel erfuhr man aus Sicht von Nora Bendzko über die Amazonen. Ihre zwar offene, aber doch sehr harte Lebensweise. Mit göttlichem Blut gesegnet für den Blutrausch und immer mit Blick auf ehrenvolle Kämpfe und Siege. Ihre Lebenskultur ist so, wie man sie sich eigentlich wünscht: Allen Völkern gegenüber aufgeschlossen, Hautfarbe und Aussehen sind irrelevant und die sexuellen Neigungen bunt gefächert ohne jegliche Urteile. Lediglich die Männer schneiden auf den ersten Blick schlecht ab, denn grundsätzlich werden sie als frauenverachtende Vergewaltiger und Schänder gesehen, die erst mal das Gegenteil beweisen müssen. Erst dann werden sie von den Amazonen respektiert. Obwohl man von Anfang an mit sehr vielen Namen und Charakteren konfrontiert wird, gefielen mir die ersten Kapitel ganz gut. Der Schreibstil zwar recht knapp und nüchtern, aber für manch einen Roman aus dem Dark Fantasy Genre nicht ungewohnt. Peu à peu gewann man trotzdem einen Überblick, welche Charaktere für die Geschichte tatsächlich relevant sind. Mit der Zeit stellte ich jedoch fest, dass mir irgendwie der etwas tiefere Zugang zu den Charakteren und deren Geschichte fehlte. Es schien mir mehr wie eine Aneinanderreihung von Ereignissen, die dem Titel nach zum Ende der Götter führen sollten. Und das alles durch die Protagonistin Areto, die nicht mal eine richtige Amazone ist. Die ganzen Schicksale waren zwar ineinander verwoben, wurden oft aber ziemlich nüchtern und knapp beschrieben. Etwas ausführlicher wurde es bei den Kämpfen und Gewalttaten, die nicht beschönigt wurden. Düster ist die Geschichte auf jeden Fall und findet sicherlich einige Fans. Vor allem, wer zusätzlich an der griechischen Mythologie interessiert ist. Denn hier greift die Autorin in die Vollen: Es dürften so ziemlich alle Götter und Helden zumindest mal erwähnt worden sein. Mich hat die Geschichte jedoch leider nicht ganz so sehr angesprochen, wie ich es mir gewünscht habe.
Seit ich „Die Götter müssen sterben “ von Nora Bendzo das erste Mal gesehen habe, wollte ich es unbedingt lesen. Ich hatte keine allzu großen Erwartungen und vielleicht war das auch gut so, denn diese Story hat mich absolut umgehauen, ich bin immer noch völlig von der Rolle von diesem Setting, den Charakteren und der Wortgewalt. Der Schreibstil der Autorin ist sehr fesselnd, einnehmend und absolut bildhaft. Die Atmosphäre rauh, schmerzvoll und düster. Bei dieser Story erwarten uns unglaublich viele Charaktere, was zwar gut ist, da man sie sehr gut kennenlernt, aber auch sehr schwierig, da es gerade am Anfang viel wirkt und man erstmal den Überblick bekommen muss Dabei erfährt man auch die unterschiedlichsten Perspektiven, was Ihnen mehr Raum und Tiefe zur Entfaltung gibt. Mich haben ganz besonders Areto, Clete und Penthesilea beeindruckt und gleichermaßen begeistert. Mit ihrer Vielfalt, Ausdruckskraft und ihrer Lebendigkeit und Fülle. Sie beherrschen das Geschehen komplett und ziehen dadurch einfach so unglaublich in den Bann. Ich hab sie von erster Sekunde vergöttert und so tief mit Ihnen gefühlt und gelitten. Zwischendurch ist mir fast mein Herz gebrochen, weil es so gewaltig, beängstigend und so intensiv war. Insgesamt einfach sehr lebendige, vielschichtige, greifbare und authentische Charaktere, in die man sich wunderbar hineinversetzen und ihre Handlungen, sowie Gedankengänge nachvollziehen kann. Bezüglich der Namen und Positionen wäre jedoch ein Glossar gut gewesen, wo man hätte noch einmal nachschlagen können. Ich muss dazu sagen, dass ich neben dem Print, auch das Ebook und Hörbuch gelesen sowie gehört habe. Weil mir im Print doch die Schrift etwas zu klein war und es zunächst sehr anstrengend zu lesen war. Was eine absolute großartige Entscheidung war. So musste ich das Buch nicht einen Moment zur Seite legen. Und Yesim Meisheit hat es so schön gesprochen. Mit so viel Gefühl, Ausdruckskraft und Feingefühl. Dadurch hat man es gleich so viel intensiver gefühlt. Einfach unglaublich. Der Einstieg hat mich sofort unter sich begraben. So beklemmend, schmerzhaft und dramatisch. Von Trauer und Wut behaftet. Mir hat es sofort den Boden unter den Füßen weggezogen und ich stand einfach nur extrem nah am Abgrund und wusste nicht ,was ich fühlen und denken sollte. Mit diesem Einstieg legt Nora Bendzo die Messlatte für den kommenden Verlauf sehr hoch,erzeugt jedoch gleichzeitig unglaubliche Spannung und zeigt direkt das sie kein Blatt vor den Mund nimmt. Ich war zunächst ziemlich schockiert und sprachlos,wie brutal und doch leidenschaftlich hier agiert wurde, aber gleichzeitig hat es mich auch unglaublich fasziniert und nicht losgelassen. Etwas Schwierigkeiten hatte ich bei den Namen, da sie doch ziemliche Zungenbrecher sind. Ebenso sind es recht viele Charaktere, so das man erstmal den Überblick bekommen muss. Doch gelingt das erstmal, kennt die Begeisterung keine Grenzen mehr. Mir hat die Entwicklung der Charaktere so unglaublich gut gefallen, besonders bei den Hauptcharakteren wurde mir immer wieder das Herz schwer, ganz besonders bei Areto. Denn hier wird ganz klar gemacht, dass sie mitunter schwere Entscheidungen zu treffen haben, die sie alles kosten könnten. Dadurch bekommt die Tragik dahinter ,eine völlig neue Dimension. Die Idee mit den Amazonen und Göttern hat mir unglaublich gut gefallen und Nora Bendzo hat daraus etwas sehr Vielfältiges und Einzigartiges gemacht. So brutal und perfide die Amazonen manchmal auch handeln , so spürt man definitiv wie tief und intensiv ihr Herz brennt. Das sie kämpfen für sich und für die, die es nicht können. Liebe bekommt hier sehr viel Raum, was es so unglaublich emotional gemacht hat und mich dabei fast zerstört hat. Die Tragik dahinter ist fast zum greifen nah. Die Handlung ist extrem rasant und actionreich. Keine Minute Stillstand, keine Zeit zum nachdenken. Es passiert so unglaublich viel. So gehaltvoll, so intensiv und tragend. Teilweise wusste ich nicht wohin mit meinen Emotionen, weil es mich so fertig gemacht und gleichzeitig so mit Liebe erfüllt hat. Denn neben all der Brutalität, gibt es auch sehr sanfte und leise Töne, die es auf eine völlig andere Ebene gehoben haben. Ich liebe es von vorn bis hinten. Weil es auch die psychologischen und zwischenmenschlichen Aspekte nicht außen vorlässt. Das Ende kam für mich viel zu schnell und ich weiß noch immer nicht, wohin mit meinen Gedanken. In meinen Augen ein unglaublich episches und emotionales Werk, das mich komplett beeindruckt und begeistert hat. Fazit: Nora Bendzo hat mit „Die Götter müssen sterben “ ein episches, emotionales und verdammt vielschichtiges Werk zu Papier gebracht, das mich komplett unter sich begraben und völlig zerstört zurückgelassen hat. Brutal, düster und beklemmend. Aber mit so einer Magie und Intensität behaftet, dass ich einfach nur im Himmel war. Amazonen, Götter und ein Kampf, der aussichtsloser kaum sein könnte. Nora Bendzo nimmt kein Blatt vor den Mund und das auf gleich mehreren Ebenen. Ich bin absolut beeindruckt und begeistert. Von Areto, Clete, Penthesilea. Von allem. Der Leidenschaft und Ausdruckskraft und der Vielfalt an Emotionen. Ein absolutes Highlight, das mich mit seinen Twists und Entwicklungen absolut überraschen konnte.
Für mich mein absolutes Jahreshighlight!
Ich hatte keine besonderen Erwartungen, als ich dieses Buch gelesen habe - und wurde umso mehr überrascht. Natürlich habe ich aufgrund der Thematik über Amazonen mit badass female Characters gerechnet. Was mich allerdings erwartete, waren einige der liebenswertesten Charaktere, die ich in letzter Zeit gelesen habe. Ich habe so sehr mitgefiebert! Die Geschichte des trojanischen Kriegs sollte hinlänglich bekannt sein, doch Nora Bendzko zeichnet das düstere, sehr blutige Bild einer Tragödie, die keine Gewinner kennt. Der Feminismus dieses Buches hat mich teilweise innerlich zum Jubeln gebracht. Die Darstellung der Mythologie als Dark Fantasy war einfach nur großartig. Ich bin sehr begeistert! Klare Leseempfehlung! Aber achtet bitte auf die Content Notes, weil es mehrere wirklich heftige Szenen gibt.
An sich fande ich die Idee der Geschicht sehr gut und empfande auch viele Stellen als sehr gelungen. Bekannte Charaktere der griechischen Mythologie wurden auf eine neue oder unbekannte Weise dargestellt. Dennoch war mir persönlich das Buch oft zu viel. Zu viel Gewalt Zu viel Blut Zu viel Schrecken Ich verstehe, dass das Buch die Amazonen so darstellen soll, wie sie vermutlich auch waren. Als starke, relativ weit entwickelte Frauen, die für sich und ihre Werte eintreten. Mir hat leider einfach die Balance etwas gefehlt. Eher 3,5 als 3 Sterne, auch wenn man das leider nicht angeben kann.
„Die Götter müssen sterben“ ist das Verlagsdebüt von Nora Bendzko, in dem es um das Volk der Amazonen und ihrem Kampf ums Fortbestehen geht. Erschienen ist der Roman im Juni 2021 bei Droemer-Knaur. Eine Prophezeiung von Artemis, der Göttin der Jagd, verspricht den Amazonen das Ende ihrer Unterdrückung, doch dafür müssen sie in den Kampf um Troja ziehen. Die Aussicht auf Rache an den Helden, die sie einst zurückschlugen, nährt ihre Kampfeslust, doch die Auserwählte ihrer Göttin spaltet das Volk in unterschiedliche Lager. Ausgerechnet Areto wird gesegnet. Eine Frau, die nicht als Amazone geboren wurde und keine Kriegerin ist. Wie kann es sein, dass ausgerechnet sie das Amazonenvolk in eine glorreiche Zukunft führen soll? Mit ihrem Schicksal hadernd, muss sie sich erst in ihre Rolle einfinden und auch sonst läuft den Amazonen die Zeit davon. Ihr Konflikt könnte dafür sorgen, dass ihr Eingriff in den Trojanischen Krieg zu spät kommt und so für ihren Untergang sorgen. Dieses Buch lässt mich ein wenig zwiegespalten zurück. Der Klappentext klang spannend, auch wenn ich mit Amazonen bisher nicht viel am Hut hatte. Das Buch geisterte viel durch meine Timeline bei Twitter und bei Erscheinen habe ich es oft bei instagram gesehen. Bücher, die extrem gehypt werden, meide ich eher, aber hier hat mich zusätzlich noch neugierig gemacht, das Pronomen „sier“ mal in Gebrauch zu sehen. Der Einstieg in das Buch fühlte sich noch recht bekannt an. Eine patriarchalische Gesellschaft, Frauen kennen genau ihren Platz und werden unterdrückt, da war man allerdings auch noch bei den Griechen. Das Bild wendet sich komplett, sobald man in Themiskyra und bei den Amazonen ankommt. Plötzlich ist alles und jeder queer und es findet sich vieles an diversen Themen wieder, was regelmäßig auf twitter diskutiert wird, zumindest, wenn man da in einer bestimmten Bubble unterwegs ist. Liebe und Sexualität wird sehr frei gelebt, man redet offen darüber, auch mit seinen eigenen Kindern, viele unterschiedliche Sexualpartner sind kein Problem und noch vieles mehr. Stellt euch also auf einige explizite Szenen ein. Obwohl ich darauf vorbereitet war, dass das Buch sehr divers sein wird, hat es mich anfangs dennoch erschlagen. Mit der Zeit legt sich das und es rücken andere Themen in den Fokus. In diesem Roman haben Frauen die Macht. Sie werden zu Kriegerinnen ausgebildet, was den Männern wiederum verwehrt bleibt. Sie sorgen sich um ihr Volk und beschützen es. Man sollte meinen, die Welt der Amazonen müsste ein bessere sein und das ist sie auch in manchen Bereichen, dennoch sind auch die Amazonen nicht perfekt und sie leben uns auch nicht das Idealbild einer Gesellschaft vor. Sie sind kriegerisch, haben Blut- und Rachedurst, sie halten Sklaven und Hurenjungen und halten teilweise an barbarischen Traditionen fest. Es gab einige Szenen in diesem Kontext, die ich als problematisch wahrgenommen habe. Andere können das allerdings besser benennen als ich. Der Schreibstil war insgesamt für mich gut lesbar und auch an die Verwendung des Pronomens „sier“ hatte ich mich schnell gewöhnt. Die Autorin klärt im Nachwort darüber auf, dass es in Wirklichkeit etwas anders genutzt wird als sie es im Buch getan hat. Ich finde das ein bisschen schade, verstehe aber auch die Beweggründe. Aufgefallen ist mir auch, dass das kleine Wörtchen „man“ nur sehr selten verwendet wurde und es waren sicher noch andere Feinheiten im Buch, die mir so nicht aufgefallen sind. Wichtig zu wissen, es wird in diesem Buch teils sehr vulgäre Sprache benutzt. Mochte ich nicht unbedingt, hat mich allerdings auch nicht gestört. Der Aufbau der Geschichte war für mich ok. Die Geschichte wird langsam aufgebaut und es werden auch mehrere Sprünge in die Vergangenheit getan, um die Beweggründe einzelner Personen zu erklären. Irgendwie habe ich allerdings auch wieder das Gefühl, dass mir der Klappentext schon wieder zu viel verraten hat. Der Konflikt der Amazonen, der auf dem Klappentext angedeutet wird, nimmt den größten Teil des Romanes ein und man nimmt hier nochmal eine Abzweigung und da nochmal eine, um dann bei 80% endlich mal in Troja anzukommen. Dazwischen waren viele spannende Szenen, keine Frage, aber ich hätte mir die Geschichte ein bisschen konsequenter vorangetrieben gewünscht. Gut gefallen haben mir die fantastischen Elemente. Ich mochte es wie die Gottheiten immer wieder in echt in Erscheinung getreten sind, in dem es beispielsweise dunkel wurde oder sich eine Statue verwandelte. Das hatte für mich etwas sehr Atmosphärisches. Allerdings wurde es mir zum Ende hin zu viel an Personal und ich konnte Gottheiten, Halbgötter und Helden nicht mehr wirklich unterscheiden. Es ist hier sehr viel Wissen zur griechischen Mythologie eingeflossen, aber ich kann mich des Eindruckes nicht erwehren, dass man der Geschichte besser folgen kann, wenn man sich schon vorher ganz gut damit auskennt. So war es für mich dann auch beim Mitfiebern mit den Personen ganz unterschiedlich. Clete und Areto konnten mich mit ihrer Geschichte berühren, die im gesamten Buch mit am präsentesten sind. Ich mochte Phileas und Callistus. Antianeira, Lacomache und ihre Familie, Penthisilea und Kaystros sind mir im Gedächtnis geblieben, viele habe ich aber bereits wieder vergessen. Bei den Göttern sind mir Artemis, Ares und Eris noch am ehesten im Kopf geblieben. Wenn die Geschichte zum Kampf der Götter geschwenkt ist, ist das eher an mir vorbei gerauscht und ich wusste teilweise auch nicht mehr, wer für welche Seite kämpft. Dementsprechend wenig habe ich an diesen Stellen mitgefiebert. Der Roman hat sich das Genre Dark Fantasy redlich verdient. Es geht teilweise sehr brutal und blutig zu und das ist nichts für schwache Nerven. Wenn ihr das nicht mögt, dann lasst die Finger von dem Buch. Es wird teilweise bewusst eine sehr düstere Stimmung erzeugt und auch Depressionen spielen im Buch eine Rolle. Ich kann euch keine Person in diesem Buch nennen, die unversehrt bleibt bzw. ist, sei es nun körperlich oder seelisch. Am Ende des Buches gibt es ein ausführliches Nachwort samt Danksagung, dass uns etwas zur Recherche und die Beweggründe der Autorin zu mancher Darstellung im Buch verrät. Vor dem Beginn der Geschichte gibt es eine Triggerwarnung. Diese wurde an die Geschichte angepasst und als Vorrede der Göttin deklariert. Hat mir persönlich gut gefallen, weil man dann noch besser einschätzen konnte, was auf einen zukommt und es hat definitiv nicht gespoilert, aber ich könnte mir vorstellen, dass Personen, die darauf angewiesen sind, vielleicht nochmals an anderer Stelle eine ausführliche und übersichtliche Liste bevorzugt hätten. Fazit: Eine Geschichte, die sich die Einordnung ins Dark Fantasy Genre redlich verdient hat. Brutal und düster wird der Kampf der Amazonen um ihre Zukunft geschildert. Viele diverse Themen sind in diesem Roman vertreten, allerdings gibt es auch einige problematische Szenen. Wer sich für die Welt der Amazonen interessiert und nicht vor Kampfgetümmel und gewaltvollen Szenen zurückschreckt, der findet in Nora Bendzkos Verlagsdebüt mit Sicherheit eine spannende Geschichte.
Das war nun mein erster Ausflug in die griechische Mythologie. Es ist bekannt, dass die Geschlechtergrenzen nur kleine Rollen spielen und schon das konnte mich an dem Buch begeistern. Allerdings ist es etwas schwierig, mit nur wenig Vorwissen ins Buch einzusteigen, ich habe mich nebenbei immer mal wieder ein wenig bei Mr. Google informiert. Neben selbstverständlicher Homosexualität fanden wir auch nicht-binäre Figuren oder auch pansexuelle Figuren. Noch nie habe ich in einem Buch so viel Diversität und Charaktervielfalt gesehen. Wobei letzteres leider dazu geführt hat, dass ich irgendwann von der Masse an Göttern und Namen erschlagen wurde. Eine kleine Charakterauflistung wäre glaube ich ganz praktisch gewesen, besonders, weil ich auch nicht alle Götter kannte, aber Mr. Google war auch hier zur Stelle. Sprachlich hat mir das Buch sehr gut gefallen. Es ist sehr literarisch und der Geschichte angepasst. Die Atmosphäre ist spürbar und es war, als würde ich das Blut der Götter selbst auf der Zunge schmecken. An Brutalität wurde nicht gegeizt und meistens ging die Geschichte rasant voran. Leider gab es ab der Mitte ein paar Stellen, die mich nicht so recht fesseln wollten, aber man kann ja auch nicht immer nur durch die Story rasen. Die Amazonen und die Welt in der sie leben wurde beeindruckend und bildgewaltig gestaltet und ich liebe diese starken Frauencharaktere einfach sehr. Neben Blutvergiessen, Kampf und Tod gibt es natürlich auch Sex und den fand ich an den passenden Stellen sehr gut eingesetzt und einfühlsam, aber auch heiß beschrieben. „Die Götter müssen sterben“ ist ein Buch voller Vielfalt und Recherchearbeit. Im Nachwort wird klar, wie sehr sich die Autorin in diese Geschichte gekniet hat, um uns LeserInnen ein ganz besonderes Leseerlebnis zu schenken und ihren Charakteren und jedem, der sich mit ihnen identifiziert, den größten Respekt entgegenzubringen. Es ist nunmal nicht alles schwarz oder weiß. Es gibt noch so viel dazwischen. Danke Nora, für diese tollen Lesestunden.
Obwohl mir die Geschichte komplett zugesagt hat, habe ich mir mit dem Schreibstil unheimlich schwer getan und ich weiß nicht, ob ich jemals so lange gebraucht hab, um ein Buch zu beenden. Ich habe sogar mehrfach überlegt, das Buch abzubrechen und irgendwann anders neu zu beginnen, weil es mir vorkam, als würde ich es nur zur falschen Zeit lesen – aber letztendlich hat die Neugier doch gesiegt. Abgesehen von meinem Problem mit dem Lesefluss war das Buch sehr faszinierend, die Geschichte (meistens) spannend und die Charaktere sehr vielschichtig. Vorallem Areto und ihre Entwicklung hat es mir angetan. Das Buch enthält einige sensible Themen, die respektvoll umgesetzt wurden, was mir richtig gut gefallen hat. Hier sind zum Beispiel die Darstellung und Akzeptanz verschiedener Sexualitäten oder auch die tolle Frauenpower im Hinblick auf den Widerstand gegen die unterdrückende Männerwelt gemeint. Man bekommt einen interessanten Einblick aus Sicht von Frauen und Sklaven in die Schattenseiten und Schandtaten von griechischen Helden und Göttern. Griechische Erzählungen, unter anderem auch über den trojanischen Krieg, interessieren mich, seit ich zum ersten Mal davon gehört habe und dieses Buch ist eine interessante Variante davon. „Die Götter müssen sterben“ ist aufgrund des altertümlichen Schreibstils nicht ganz einfach zu lesen, aber trotzdem absolut lohnenswert und wichtig, allein schon wegen der vielen bedeutsamen Themen, die Nora Bendzko gekonnt umgesetzt hat. Es ist brutal, düster, erotisch und demnach alles in allem definitiv eine Leseempfehlung. Man sollte sich aber komplett drauf einlassen können und auf eine komplexe Handlung mit entsprechender Ausdrucksart einstellen.
Hier haben mich das starke Cover und der Titel sofort begeistert in die Hände klatschen lassen. Ersteres sieht mega aus und zweiteres klingt genau nach meinem Geschmack shnack. Blut, Vergeltung und Rache. Alles vorangetrieben von starken Charakteren. Und yes, Mesdames und Messierus die haben wir hier absolut mit den Amazonen. Alter Falter. Die lassen sich mal nicht so leicht sie Butter vom Brot nehmen. Alles beginnt damit das Theseus ruhmreich, zumindest seiner Meinung nach, von einer Schlacht mit den Amazonen heimkehrt. An seiner Seite seine zukünftige Frau Antiope, eine Prinzessin der Amazonen. Wir begeben Areto, welche Griechin und Angestellte bei Theseus ist. Sie soll sich um Antiope kümmern. Es kommt heraus, dass die Prinzessin mehr oder minder geraubt wurde und, wie man sich vorstellen kann, streben ihre Schwestern nach Rache. Sie fallen in Theseus Heim ein, um ihre Schwester zu befreien, doch das Ganze läuft aus dem Ruder. Areto hilft den Frauen und ist somit eine Verräterin an ihrem Herren. Sie wil, sich den Amazonen anschließen und bringt ihnen ein Opfer dar. Doch wird sie bei ihnen endlich ihr Glück finden? Auch wenn man am Anfang noch etwas hadert, findet man sich mit der Zeit recht schnell bei den Amazonen zurecht. Man lernt ihre Bräuche, Sitten und Riten kennen. Sie sind anders und stellenweise auch etwas barbarisch, aber es ist eine eingeschworene Gemeinschaft, die für einander sterben würde. Man wechselt die Perspektiven während des Lesens und da muss ich gestehen, daß es zwar übersichtlich gemacht war, aber mich stellenweise trotzdem etwas verwirrt hat. Gerade zu Beginn, wenn man sich mit den Figuren und deren Zuordnung noch etwas schwer tut. Es war interessant, aber mir einfach to much. Hier wären weniger Blickwinkel durchaus mehr und besser gewesen. Allerdings ist das auch schon das Einzige, was mich gestört hat. Also spannungstechnisch hat die Autorin hier wirklich etwas Tolles geschaffen. Es gibt actionreiche und aufschlussreiche Momente und ich hatte nicht einmal das Gefühl mich zu langweilen. Somit bleibt man ständig an der Story dran und möchte weiterlesen. Es war einfach nur spannend. Fazit Der Inhalt konnte mich genauso überzeugen, wie schon Cover und Titel. Mit Story, starken Charakteren und vielen Facetten hat die Autorin hier ein Buch geschaffen, welches genau nach meinem Geschmack ist. Allzu zart besaitet sollte man allerdings vielleicht nicht sein, denn es geht nicht gerade zimperlich zu. Ja, die vielen Figuren und Sichtweisen sind absolut gewöhnungsbedürftig und es muss einem vorallem liegen, damit klar zu kommen. Es hat etwas gedauert, aber mit der Zeit konnte ich es ganz gut nachvollziehen und zuordnen. Von mir gibt es schlussendlich 4,5 Sterne und eine Leseempfehlung. Allerdings rate ich zur Leseprobe.
Ausgerechnet die Amazone Areto wird von der Göttin Artemis mit ihrem Auge gesegnet. Areto ist aber keine Kriegerin und auch keine Amazone von Geburt her. Jetzt muss sie sich mit ihrem neuen Schicksal abfinden, was nicht einfach für sie ist. Bei diesem Buch haben mich das Cover und auch der Klappentext sehr angesprochen, deshalb wollte ich es auch unbedingt lesen. Der Einstieg in die Geschichte war nicht so einfach. Die Handlung ist doch recht komplex und der Stil auch eher ungewöhnlich. Die Autorin erzählt hier auf ihre eigene Art den Untergang von Troja und mischt das ganze mit einer guten Portion Fantasy. Die Grundidee hat mir wirklich sehr gut gefallen. Am Anfang gibt es mehrere größere Zeitsprünge, die dafür gesorgt haben, dass mir die Charaktere erst einmal etwas fremd waren. Das hätte man sich für meinen Geschmack sparen können und diese wichtigen Ereignisse besser als Rückblenden erzählen können. Die Autorin legt sehr viel Wert auf die Charakterentwicklung. Es viele verschiedene Protogonisten, für meinen Geschmack leider auch etwas zu viele, so bin ich immer wieder durcheinander gekommen, denn es gibt leider kein Glossar mit Namen. Insgesamt fand ich das Buch nicht schlecht, kein Highlight, aber eine Leseempfehlung gibt es trotzdem von mir. Ich vergebe 4 von 5 Punkte.
Story: Ein Prophezeiung der Göttin Artemis besagt, dass die Amazonen ans Licht treten und ruhmreich über die Welt herrschen werden, wenn sie sich im Kampf um Troja den Griechen entgegenstellen. Obwohl das Volk von einer kurzen Schlacht gegen Athen geschwächt ist, machen sich die Amazonen und Führung ihrer Königin Penthesilea auf den Weg nach Troja. Unter ihnen ist auch die Athenerin Areto, die sich nach dem Kampf gegen Athen den Amazonen angeschlossen hat und die von der Göttin Artemis für diesen Feldzug ausgewählt wurde und ihre Geliebte Clete, die eine der besten Kriegerinnen der Amazonen ist. Doch der Feldzug steht unter keinem guten Stern, denn so manches dunkle Geheimnis wirft einen Schatten voraus und selbst die Götter, die den Amazonen wohlgesonnen sind, spielen ihr eigenes Spiel … Eigene Meinung: Mit “Die Götter müssen sterben” legt Nora Bendzko einen Dark Fantasy Roman vor, der zur Zeit der Antike angesiedelt ist und den Fokus auf die Frauen dieser barbarischen, männerdominierenden Zeit legt. Ihre bisher erschienenen Bücher sind der Dark Fantasy und den düsteren Märchen zuzuordnen und legen u.a. einen Fokus auf Diversität. Der über 500 Seiten starke Einzelband “Die Götter müssen sterben” erschien bei Knaur und baut auf den bekanntesten griechischen Sagen und Legenden auf. Die Geschichte beginnt spannend und stellt Areto ins Zentrum, die in Athen lebt, im Palast arbeitet und die mit der Aufgabe betraut wird, sich um die Amazonenprinzessin Antiope zu kümmern – etwas, das ihr Leben für immer verändert. Sie schließt sich den Amazonen an, als diese Athen angreifen und wird in Themiskyra aufgenommen, wo sie ihren Sohn zu Welt bringt und aufzieht. Jahre später wird sie zur Ausgewählten der Artemis, die die Amazonen in den Krieg um Troja ruft – ein Ruf dem die Amazonen schließlich folgen. Spätestens ab dieser Stelle beginnt die Geschichte leider merklich abzuflachen und an Tempo zu verlieren, denn das Heer ist eigentlich nur unterwegs. Natürlich verläuft auch diese Reise nicht ohne Probleme – Areto und Clete werden in die Unterwelt geschickt, um die letzten Worte von Penthesilea im Kampf gefallener Schwester zu erfahren, während die Kriegerinnen es mit Dionysos zu tun bekommen, der mit seinem Hofstaat das Land der Skythen befallen hat. Dennoch scheinen sie nicht an dem Ort anzukommen, der Dreh- und Angelpunkt der Geschichte ist – Troja. Dafür erfährt die/der Leser*in eine Menge über Penthesilea, denn die Amazonenkönigin hütet das ein oder andere Geheimnis, etwas das man erst bei längeren Rückblenden erfährt. Grundsätzlich ist die Grundidee nicht schlecht – die griechische Sagenwelt wird nebst den vielen Göttern, Halbgöttern und Helden sehr geschickt in die Handlung eingewoben – allerdings liegt hier auch das Problem des Buches: Wenn man sich mit den Sagen und Göttern nicht auskennt, wird man schnell abgehängt. Gerade die Götter sind in dieser Geschichte nicht bloße Aspekte, die von den Menschen verehrt werden und nur am Rand auftauchen – sie nehmen direkten Einfluss, sind immer um die Held*inne herum und verfolgen ihre eigenen Ziele. So spannend das ist – jeder, der sich nicht im Vorfeld mit den griechischen Göttern und ihren Geschichten beschäftigt hat, wird der Handlung um Areto, Clete und Penthesilea nicht richtig folgen können. Die vielen Figuren, die (teils unter verschiedenen Namen) auftauchen, sorgen dafür, dass man dem roten Faden nur schwer folgen kann (was aufgrund der Träume von Areto und der vielen Rückblenden von Penthesilea eh schon problematisch ist). Dass in dem Buch auf ein Glossar und ein Namensregister verzichtet wurde, ist absolut unverständlich – es hätte der/dem Leser*in vieles erleichtert. Die Figuren sind teils starke, besondere Persönlichkeiten (Penthesilea), teils bleiben sie jedoch sehr blass und können die/den Leser*in nicht ganz für sich gewinnen (Areto, Clete). Es ist schade, dass Areto nach ihrem starken Auftritt zu Beginn der Geschichte schnell in Vergessenheit gerät und erst mit Artemis Wahl wieder in den Fokus gerückt wird – warum die Göttin Areto gewählt hat bleibt ein Geheimnis (nicht mal am Ende kommt hierfür eine verständliche Erklärung), ebenso wenig scheinen ihre Kräfte für die Handlung überhaupt relevant zu sein. Es ist seltsam, dass sie als Artemis’ Auserwählte so gar nicht am Krieg um Troja teilnimmt und auch sonst die Kräfte der Göttin kaum nutzt – da fragt man sich, warum dieses Element überhaupt eingebaut wurde. Ihre Geliebte Clete ist eine der stärksten Kriegerinnen, die sich einen Platz im Heer erkämpft hat und zwischen ihren Gefühlen für Areto und ihren Pflicht hin- und hergerissen ist. Sie ist die schwächste Erzählstimme der Geschichte, da sie entweder dasselbe wie Areto oder wie Penthesilea erlebt und auch sonst kaum eine Entwicklung durchmacht. Penthesilea wiederum ist die stärkst Hauptfigur des Buches – als Amazonenkönigin, die ihr Herr gegen die Griechen anführt, umgeben sie viele Geheimnisse, die man in Rückblenden erfährt. Ihre Geschichte ist mit Abstand die spannendste, ihr Charakter der interessanteste. Nichtsdestotrotz schaffen es die drei Hauptfiguren nicht, die/den Leser*in zu fesseln – weder man baut eine Beziehung zu ihnen auf, noch lernt man sie wirklich kennen und schätzen. Da die Geschichte keinerlei roten Faden hat, sich dank diverser Rückblenden, Nebenplots und alten Sagen scheinbar endlos in die Länge zieht, ist einem auch das Schicksal von ihnen (und der Amazonen) egal. Die übrigen Personen kommen eher am Rande vor – seien es die Götter, die immer mal wieder in Erscheinung treten und das Geschehen beeinflussen, die anderen Amazonenkriegerinnen oder die vielen Männer und Frauen, die dem Herr auf dem Weg nach Troja begegnet. Stilistisch ist der Roman Geschmackssache – Nora Bendzko hat einen sehr detailverliebten, aber auch blutigen und düsteren Stil, der nicht jedem gefallen dürfte. Einerseits passt er gut in die blutige Zeit der Antike, andererseits fehlt durch die vielen Rückblenden, Träume und Visionen ein roter Faden. Bei den vielen Figuren verliert man zudem schnell den Überblick, zumal parallel zur eigentlichen Handlung auch noch unzählige bekannte und unbekannte griechische Legenden eingebaut werden – so spannend das ist, es wirkt wie ein Infodump. Statt sich auf die eigentliche Handlung zu konzentrieren, verliert sich die Autorin in Nebengeschichten, die eher Verwirrung stiften, anstatt die Handlung zu komplettieren. Dass bei “Die Götter müssen sterben” der Weg das Ziel ist, sollte man ebenfalls im Hinterkopf behalten, denn die Schlacht um Troja nimmt gerade mal die letzten 50 Seiten am Ende der Geschichte ein und wird fast stenoartig erzählt. Das ist schade, denn die Grundidee ist nicht unspannend und auch die Figuren können überzeugen, insbesondere die Charaktere, die Teil der griechischen Sagenwelten sind. Nora Bendzkos eigene Schöpfungen bleiben hingegen leider recht blass, daran kann auch die eingebaute Diversität (lesbisches Hauptpairing, asexueller und nonbinärer Nebencharakter, mehrere polyamoröse Beziehungen und Figuren mit psychischen Problemen und Zwangsstörungen) nichts ändern. Allgemein wirkt es so, als wäre es das Ziel gewesen möglichst viele, diverse Figuren einzubauen, was leider auch bedeutet, dass man kaum mehr über sie erfährt, außer die Tatsache, dass sie halt divers sind. Fazit: “Die Götter müssen sterben” ist ein Roman, den man nur schwer einordnen kann – die Grundidee ist spannend, ebenso einige der bekannten Sagengestalten, allerdings mangelt es der Geschichte an Kontinuität und einem roten Faden. Das zeigt sich daran, dass die Amazonen gefühlt kaum von er Stelle kommen und sich in unwichtigen Nebenhandlungen verlieren. Auch sind weder Areto noch Clete wirklich starke Hauptfiguren, die die Geschichte vorantreiben – hier fällt nur Penthesilea aus dem Rahmen, auch wenn ihre Vergangenheit einen Großteil der Rückblenden einnehmen. Nora Bendzko versucht den Amazonen Lebe einzuhauen und sie als mehr darzustellen, als blutrünstige, männerhassende Frauen und teilweise gelingt ihr das auch, doch gänzlich überzeugen kann der Dark Fantasy leider nicht. Am besten reinlesen und entscheiden, ob man mit dem mal detailverliebten, mal stenoartigen Stil der Autorin etwas anfangen kann. 2,5 Punkte von mir.
Die Götter müssen sterben ist eine fulminante Dark Fantasy rund um die Amazonen. Für mich war es perfekt, dieses Buch zu dieser Zeit zu lesen, denn es schloss quasi nahtlos an meine letzte Lektüre zur griechischen Mythologie, [b:Ich, Ariadne|58549087|Ich, Ariadne|Jennifer Saint|https://i.gr-assets.com/images/S/compressed.photo.goodreads.com/books/1626187882l/58549087._SY75_.jpg|74192106] von [a:Jennifer Saint|19734894|Jennifer Saint|https://images.gr-assets.com/authors/1611692824p2/19734894.jpg] an und eröffnete mir eine noch viel größere Welt, die in klassischen Erzählungen zur griechischen Mythologie eher keinen Platz finden. Das Hörbuch war durch die tolle Sprecherin ein echter Genuss. Außerdem kam es mir Mir so vor, als wäre total gründlich recherchiert worden, was man in vielen kleinen Details in der Geschichte merkt. Besonders der Anfang hat mir außerordentlich gut gefallen! Jedoch habe ich auch einige Kritikpunkte: Der Plot franste mir zu sehr aus. Das Buch zog sich für mich nicht wirklich, aber irgendwie hätte ich mir eine stringentere Erzählung gewünscht anstatt der kleinen, “questigen” Abschnitte. Bis auf zwei Figuren konnte ich keine Bindung zu den Charakteren aufbauen. Ich glaube, das liegt vor allem daran, dass es mir für einen einzelnen Band zu viele Perspektiven waren. Ich glaube, mich hätten weniger Perspektiven in einem Buch mehr begeistern können; zum Beispiel fand ich die Storyline um Clete und Areto total interessant und die Figuren waren mir sympathisch, aber dadurch, dass wir alles aus beiden Perspektiven erzählt bekommen, war deren Beziehung einfach ein bisschen langweilig. Mir fehlte eine gewisse Pfiffigkeit in der Charakterisierung der Figuren und der Erzählung an sich. Ich fand einige Metaphern recht plump und für mich uninteressant umgesetzt. Den Charakteren hätten mehr Feinheiten gut getan - wobei das vielleicht auch an der Vielzahl der Figuren lag. Außerdem hat mir die düstere Atmosphäre im Schreibstil etwas gefehlt, obwohl es in der Handlung viel Düsterheit gibt. Und ich glaube, ich mag meine Dark Fantasy lieber, wenn es wenige wirklich krasse Schockmomente gibt, als zu viele, die sich irgendwann abnutzen — was hier zum Ende hin der Fall war. Aber das ist sicherlich Geschmackssache. Trotz der ganzen Kritik muss ich sagen, dass ich das Buch gerne zuende gehört habe. Besonders faszinierend fand ich die Kultur der Amazonen, und wie diese in der von patriarchaler Gewalt definierten Gesellschaft (& Götterwelt) dargestellt werden. Ich mochte, wie die verschiedenen Sexualitäten ergründet wurden, und auch die drastischen Konsequenzen in der Handlung haben sehr gut in die Story gepasst.
Glaube das war einfach nichts für mich. Ich hatte einige gute Meinungen über das Buch gehört - und einige kontroverse. Ich war vorbereitet auf eine Welt, in der Gewalt und Sex immer wieder Thema sind. Auf eine Geschichte, in der es blutig zu geht. Das sind auch nicht die Dinge die mich gestört haben, nein gar nicht. Mir war es schlicht zu viel Mythologie. Das ist einfach ein Gebiet, auf welchem ich mich nicht gut auskenne. Und das machte das Lesen für mich schwierig. Ab der hälfte habe ich regelmäßig den Überblick verloren, welche*r Gött*in denn nun mit wem wie verwandt ist, welchen Bezug zu den Amazonen hat und wer in dem Konflikt auf welcher Seite steht. Das hat es oft mühselig gemacht und zum letzten Drittel hin, hab ich einfach aufgegeben da mitkommen zu wollen. Manche Passagen habe ich entsprechend nur noch überflogen, weil ich dann doch den Ehrgeiz hatte es zu beenden. Der Schreibstil passt zum Setting, das hat mir grundsätzlich gut gefallen und fand ich gut umgesetzt. Aber hat das Buch natürlich nicht zu einem easy read gemacht. Für mich blieben auch einige der Figuren zu blass, aber das kann auch daran liegen, dass ich mir insgesamt ein bisschen schwer getan habe. "Die Götter müssen sterben" ist kein schlechtes Buch, und ich glaube Leser*innen, die sich in der griechischen Mythologie auskennen und diese mögen können wirklich Spaß mit dieser Geschichte haben.
Ich bin so froh, endlich zu diesem Buch gegriffen zu haben. Die Geschichte um Areto war ehrlich, brutal, romantisch und traurig zugleich. Sie hat so viele Nuancen, dass es mir schwer fällt, alles zu beschreiben. Ich bin sehr beeindruckt von den vielen Quellen die hier genutzt wurden um ein sehr stimmiges Bild der Amazonen zu kreieren. Ich habe gemerkt, dass sehr viel Arbeit in diese Recherche geflossen ist. Leider wurde ich manchmal von diesen Fakten auch etwas überrollt. Dinge wurden in Nebensätzen fallen gelassen, die zwar nichts mit der Geschichte an sich zu tun hatten, aber für die Geschichtliche Einordnung sorgten. Teilweise war es mir aber ein klein wenig zu viel. Trotzdem hat mir das Buch sehr gut gefallen und ich kann bestimmt einiges mitnehmen.
4,5* (aufgerundet) „Die Götter müssen sterben“ wurde mir freundlicherweise vom Knaur Verlag über NetGalley zur Verfügung gestellt. Auf meine Meinung hat dies keine Auswirkungen. Als die Amazonen Athen angreifen, um ihre geraubte Prinzessin zurückzuholen, schließt sich Areto ihnen an. Obwohl sie dafür alles gibt und sie sich in deren Gesellschaft ein neues Leben aufbauen kann, gilt sie immer noch als Außenseiterin. Als die Amazonen beschließen, Troja zu Hilfe zu eilen, segnet die Göttin Artemis ausgerechnet Areto und gibt ihr göttliche Kräfte. Auf dem Weg nach Troja spaltet nicht nur diese Erwählung die Amazonen in zwei Lager. Doch die Feinde lauern überall und nur vereint können sie besiegt werden. Ich muss gestehen, es fiel mir zu Beginn etwas schwer, in die Geschichte einzufinden. Es kam mir so vor, als wolle die Autorin eine Erzählung der Art „Frauen = gut, (hässliche) Männer = böse“ schreiben. Allerdings war dies nur in der Zeit, in welcher Areto in Athen ist so und dort sieht man die Welt durch ihren Blick. Dass sie die Männer, die ihr und anderen Frauen Unrecht antun als abstoßend empfindet ist absolut nachvollziehbar. Tatsächlich gibt es im weiteren Verlauf des Buches eine sehr nuancierte Sichtweise auf Männer, Frauen und andere Geschlechter, die ich so bisher selten gesehen habe! Besonders gut daran hat mir gefallen, dass die Autorin zwischen den Zeilen auch auf Probleme aufmerksam gemacht hat, die in einer eher matrtiarchisch geführten Gesellschaft auftreten können. Auch im Feminismus gibt es Gruppen, die andere Randgruppen ausschließen wollen. Dass dies in dieser sehr feministischen Geschichte nicht ignoriert, sondern problematisch gezeigt wurde, habe ich als sehr mutig und gut gelungen empfunden. Die Geschichte wird aus den Perspektiven von drei Amazonen erzählt: Areto, ihrer Geliebten, Clete, und einer der Amazonenköniginnen, Penthesilea. Durch die Wechsel erhält man andere Sichtweisen und Einblicke. Da die erzählte Geschichte, wie auch die Gesellschaft der Amazonen sehr komplex sind, sind eben diese Einblicke wertvoll für das Leseverständnis. Auch wenn ich zu Beginn sehr viel lieber aus Aretos Perspektive gelesen habe, so hat sich dies später sehr verändert und ich war froh über jeden Wechsel, um mehr zu verstehen und die anderen Charaktere besser kennen zu lernen. Die Charaktere des Buches sind sowieso etwas Besonderes. Bei der Diversität, die hier herrscht, ohne dass dies groß betont werden muss, könnten sich viele eine Scheibe abschneiden. Es gibt viele verschiedene Formen der Diversität nebeneinander und alle wurden gut und respektvoll umgesetzt. Trotz diesem positiven Aspekt fiel es mir oft schwer, mit den Charakteren warm zu werden. Abgesehen von den drei Protagonistinnen, deren Gedankenwelt man mitbekam, fühlten sich viele Nebencharaktere doch sehr unterentwickelt an. Besonders schwierig fand ich hier die vielen Thematiken, die aufgeworfen, aber nie weiterverfolgt wurden. So gibt es viele Nebencharaktere, die bestimmte Traumata erlitten haben. Diese werden zwar erzählt, danach aber nie wieder aufgegriffen. Auf der einen Seite sorgt dies für eine dichte und bedrückende Atmosphäre, die für einen Dark Fantasy Roman sehr passend ist, auf der anderen Seite kommen dadurch eben die meisten Themen des Buches zu kurz. Grundsätzlich hat mir die Geschichte allerdings sehr gut gefallen. Den größten Teil des Buches nimmt die Reise der Amazonen nach Troja ein. Normalerweise finde ich lange Reiseperioden in Büchern eher abschreckend, allerdings gibt es auf dieser definitiv genug Abwechslung. Es passiert wirklich viel, dennoch hatte ich nie das Gefühl, dass einzelne Geschichtsstränge hier zu kurz kamen, im Gegensatz zur eben erwähnten Problematik mit den Charakteren. Fazit: Mich konnte „Die Götter müssen sterben“ definitiv überzeugen. Auch wenn ich noch gewisse Schwächen spezifisch bei der Vielzahl an Thematiken sehe, ist es dennoch ein Buch voll Diversität, Spannung und einer tollen Geschichte!
Description
Wird sie die Amazonen retten – oder in den Untergang führen?
Düster, dramatisch und atemraubend actionreich: Dark Fantasy aus der Welt der Amazonen
Die Zeit der Unterdrückung ist vorbei!
Troja wird fallen, und die Amazonen werden sich endlich an den Helden rächen, die ihresgleichen töteten. So besagt es eine Prophezeiung von Artemis, der Göttin der Jagd, Herrin des Mondes und Hüterin der Frauen. Wenn die prunkvolle Stadt in Schutt und Asche liegt, sollen die Amazonen die Welt beherrschen.
Doch Artemis segnet ausgerechnet Areto mit ihren Kräften, die keine Kriegerin ist und auch sonst kein hohes Ansehen genießt. Wie kann eine wie sie der Macht einer Göttin würdig sein und ihre Schwestern in eine neue Welt führen?
Während Areto lernen muss, mit ihrem Schicksal umzugehen, spaltet ihre Erwählung die Amazonen in zwei Lager – ein Konflikt, der ihrem Volk im Trojanischen Krieg den Untergang bringen könnte. Denn der wahre Feind lässt sich nur mit vereinten Kräften töten. Um das Leid der Amazonen zu enden und sie zur Macht zur führen, müssen nicht nur Helden sterben, sondern auch Götter.
Mit »Die Götter müssen sterben« hat die erfolgreiche Autorin Nora Bendzko (»Die Galgenmärchen«) einen packenden Dark-Fantasy-Roman geschrieben, der nicht nur Fans von Markus Heitz begeistern wird.
Book Information
Author Description
»Man braucht die Dunkelheit, um stärker leuchten zu können.« – Dieses Motto begleitet Nora Bendzko sowohl durch ihre Geschichten als auch durch ihr Leben. Die 1994 geborene Münchnerin wuchs in einer teils deutschen, teils marokkanischen Familie auf. Einmal begonnen, hat das Schreiben phantastischer Texte sie nicht mehr losgelassen. Der Wunsch, Literatur zu einem festen Bestandteil ihres Lebens zu machen, brachte sie nach Wien, wo sie die Deutsche Philologie studiert. Neben dem Studium arbeitet sie als Lektorin. Wenn sie nicht schreibt, singt sie leidenschaftlich. Beide Passionen darf sie in Metal-Bands wie »Nightmarcher« ausleben.
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Hui. Was ein Buch. Mein erstes Dark Fantasybuch und ich wusste nicht, was auf mich zukommt. Es hat 200 Seiten gebraucht, damit ich im Geschehen drin war und auch weiterlesen wollte. Ich hätte wohl aufgegeben, wenn ich es nicht gekauft hätte. Mir hatte es an ein Glossar gefehlt, um nachzuschlagen, wer wer ist. Die ganzen Namen haben mich sehr verwirrt und das hat den Leselust getrübt. Mir hat sehr das feministische queere Gefallen. Grund auch, das ich weitergelesen habe. Das ende war mir zu abrupt. Es hat sich angefühlt, ob man schnell zum ende kommen musste, um fertig zu werden. Da hätten mir noch ein paar Seiten mehr gefallen.
"Die Götter müssen sterben" von Nora Bendzko ist ein Dark Fantasy-Roman, der eine düstere und actionreiche Neuinterpretation der Amazonenmythen bietet. Die Geschichte dreht sich um Areto, eine angeblich unscheinbare Frau, die von der Göttin Artemis auserwählt wird, um die Amazonen zu führen und Troja zu Fall zu bringen. Die Prophezeiung verheißt das Ende der Unterdrückung und den Aufstieg der Amazonen zur Macht – doch Areto muss sich nicht nur gegen äußere Feinde, sondern auch gegen interne Konflikte behaupten. Der Einstieg in den Roman gestaltete sich für mich schwierig. Die Vielzahl an Namen und Charakteren machte es kompliziert, den Überblick zu behalten, und es dauerte eine Weile, bis ich mich in der Geschichte zurechtfand. Ab Seite 100 wurde es besser, aber ich kam dennoch immer wieder aus dem Lesefluss heraus. Besonders die detailliert beschriebenen Kriegsszenen und Sexszenen lenkten mich oft vom eigentlichen Plot ab und ließen mich zeitweise vergessen, worum es in der Geschichte geht. Die finale Schlacht jedoch hat mich vollkommen in ihren Bann gezogen. In diesen letzten Kapiteln war ich zu hundert Prozent in der Geschichte, und die Spannung war greifbar. Was mir besonders gut gefallen hat, ist die feministische Perspektive des Romans. Endlich stehen Frauen im Mittelpunkt, die weder gerettet werden müssen noch in passiven Rollen verharren. Der Roman ist divers und stellt starke, komplexe weibliche Charaktere in den Vordergrund. Allerdings zeigte mir das Buch auch, dass Dark Fantasy nicht unbedingt mein Genre ist. Trotz der großartigen Idee und der feministisch geprägten Handlung, konnte mich die Umsetzung nicht vollständig überzeugen. Für Fans von düsterer Fantasy und komplexen Frauengestalten ist "Die Götter müssen sterben" sicherlich ein empfehlenswertes Buch, doch für mich persönlich war es stellenweise eine Herausforderung.

Ein Highlight. So ein fluffin gutes Buch! Der Titel passt zwar nicht ganz, aber trägt gut dazu bei einen neugierig zu machen. Für jeden Liebhaber der griechischen Mythologie ein muss! Wobei ich mir sehr oft wieder dachte: What the holy macaroni ist falsch mit euch Göttern. 😂 Denkt mal allein über Zeus nach. Wir haben so viele starke Charaktere in diesem Buch. 🩵 Dazu ist es queer und es werden Neopronomen genutzt. Ich liebs. Es ist wirklich Dark Fantasy. Bei einigen Stellen war ich sehr sprachlos.
Götter, Helden, Amazonen und viel Blut. Meine Güte, das Buch war blutig! Nicht ohne Grund gibt es am Anfang des Romans einen Hinweis darauf, aber wie man so ist, denkt man sich natürlich nicht viel bei der Warnung und so war ich, trotz jeglicher Warnung, überrascht. Doch kommen wir zu dem Roman von Nora Bendzko, dabei handelt es sich nicht um einen Debütroman, aber ihren ersten Roman im Hause Droemer Knaur. Sonst gibt es noch einzige Veröffentlichungen unter unterschiedlichen Kleinverlagen oder Selbstverlagen, darunter hauptsächlich Kurzgeschichten. Inhalt Troja wird fallen – und die Götter müssen sterben! So besagt es eine Prophezeiung von Artemis selbst, der mächtigen Göttin der Jagd, Herrin des Mondes und Hüterin der Frauen. Wenn die prunkvolle Stadt in Schutt und Asche liegt und das Schicksal der Götter besiegelt ist, sollen die Amazonen die Welt beherrschen. Doch Artemis segnet ausgerechnet die junge Areto mit ihren Kräften, die keine Kriegerin ist und auch sonst kein hohes Ansehen genießt. Wie kann eine wie sie der Macht einer Göttin würdig sein und ihre Schwestern in eine neue Welt führen? Während Areto lernen muss, eine Anführerin zu sein, spaltet ihre Erwählung die Amazonen in zwei Lager – ein Konflikt, der ihrem Volk im Trojanischen Krieg den Untergang bringen könnte. Schon wieder Troja? Wenn man eine Geschichte über Götter lesen möchte, kommt man nicht an einer Adaption von der Schlacht von Troja vorbei. Ich kann gar nicht mehr aufzählen, wie viele ich gelesen haben über das letzte Jahrzehnt. Aber woran liegt das? Es war die eine Schlacht, wo alle Götter sich haben mitreisen lassen. Und genau diese Schlacht hat zahlreiche verschiedene Aspektmöglichkeiten für Autoren. Und überraschend für mich war, die Amazonen als erzählendes Volk zu Troja zu haben. Oft waren es die Helden der Schlacht oder Frauenschicksale. Aber die Amazonen, von denen habe ich in dem Kontext noch nicht gelesen. Kriegerinnen und ihr Schicksal Am besten hat mir in diesem Buch gefallen, dass wir hier verschiedene Amazonen und ihr Schicksal, ja ihre Vergangenheit, kennen lernen durften. So viele Charaktere gefielen mir und ich denke, zu denen selbst, hätte ich gerne ein Buch gelesen. Nicht, dass die Autorin sich nicht ausreichend Zeit für sie nahm, ganz in Gegenteil. Immer wieder im Wechsel wurde die Vergangenheit von der einen oder anderen erzählt. Das waren mir die liebsten Momente im ganzen Buch. Andere Dinge blieben auf der Strecke… Die Protagonistin dafür, blieb auf der Strecke. Sie bekam zu Beginn ihre ganze Handlung erzählt und immer wieder gab es Einschübe zu ihr, oftmals heroische. Aber so ganz, wie die anderen Kriegerinnen, kam sie bis zum Ende nicht rüber. Sie blieb für mich am blassesten von allen Charakteren. Außerdem war es manchmal nicht leicht, zwischen den ganzen Intrigen, Machenschaften und zahlreichen Dialogen, mitzukommen. Beim Lesen musste ich mich durchaus ein gewisses Maß konzentrieren, konnte mich beim Lesen nicht so stark vertiefen, wie ich es mir gewünscht hatte. Womöglich wäre es mit einer etwas flüssigeren Sprache leichter gewesen, aber das ist mal eine Vermutung. Andererseits wurden hier viele Erzählungen und Personen aus der Saga aufgenommen, was mir ebenfalls gut gefiel, und alles sehr üppig machte. Blut, Kampf und das Spiel mit den Sexualitäten Was das Buch deutlich abhebt, von anderen Adaptionen, ist neben der blutigen Gewalt, die sich durch viele Kämpfe zielt, die Sache mit den Geschlechtern. Noch ein Wort zur Gewalt, das ist natürlich objektiv zu betrachten, wer mit wie viel auskommt, was es nicht gab, worüber ich froh bin, ist explizite Gewalt an Frauen von Männern. In dem Roman sind es Schlachten und Kämpfe. Nun zu den Sexualitäten, neben vielen gleichgeschlechtlichen Beziehungen und Liebe, gibt es auch eine nichtbinäre Person im Buch – es ist auf jeden Fall ein Roman, dass ich nur LGBTQ+ Fantasy zählen würde. Zum Schluss Ich liebe es Geschichten um die Sagen und Mythen zu lesen, besonders wenn es um Troja oder die alten Helden geht. So konnten man bei mir mit diesem Buch nicht viel falsch machen. Andererseits war es doch zäher zu lesen, nach einem sehr guten Start, als ich gedacht hatte und besonders die blasse Entwicklung der Protagonistin empfand ich als schade. Trotzdem ein gelungenes Buch, das viel aufgreift und die Erzählpersepktive der Amazonen auf Troja fand ich klasse! Allein aus dem Grund bereits eine Empfehlung!
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Bewertung: ⭐⭐⭐ (3 von 5 Sternen) Das Buch ist eine moderne Neuerzählung der Geschichten über die Amazonen. Es ist sehr düster und blutig geschrieben. Was mir gefallen hat: Die Idee hinter der Geschichte ist spannend. Es geht um starke Frauen, die gegen die grausamen Götter kämpfen. Die Stimmung im Buch ist sehr ernst und dunkel, was mal etwas anderes ist als die typischen glücklichen Sagen. Was mir nicht so gefallen hat: Leider war die Geschichte für mich zwischendurch sehr schwierig zu lesen. Das Erzähltempo war oft langsam und ich konnte keine richtige Verbindung zu den Hauptfiguren aufbauen. Manche Stellen waren mir auch ein bisschen zu kompliziert geschrieben, sodass ich nicht immer genau wusste, was gerade passiert. Fazit: Ein interessantes Buch für Leute, die sehr düstere Fantasy und griechische Mythen mögen. Für mich war es aber leider nur Mittelmaß, da mir die Spannung und die Sympathie für die Charaktere gefehlt haben.
Amazonen und Trojanische Sagenwelt einmal blutig und divers, bitte! Mit „Die Götter müssen sterben“ haut Nora Bendzko eine Neuinterpretation der griechischen Sagen rund um den Trojanischen Krieg mit den Amazonen im Zentrum raus, die alles einmal auf links krempelt. Areto ist als junge Griechin zu den Amazonen gekommen. Sie hat ein Heim dort gefunden, ist aber keine Kriegerin. Trotzdem erwählt Artemis sie, um sie mit ihren göttlichen Kräften zu segnen und die Amazonen nach Troja in den Krieg zu führen, der über ihr Schicksal und das aller Götter entscheiden wird. „Die Götter müssen sterben“ lässt sich nicht anders beschreiben denn als Wucht. Nora Bendzkos Roman ist Dark Fantasy vom Feinsten. Es ist düster, überaus brutal und für mich immer mal wieder an der Grenze des geschmacklich erträglichen. Wer auf solche Geschichten steht, wird hier seine helle Freude finden, man sollte aber wissen, worauf man sich einlässt. Gerade die Interpretationen der griechischen Götter sind sehr anders, als man es aus anderen Adaptionen gewohnt ist. Sie sind nicht nur aktiv handelnde Personen (Artemis zum Teil sogar Perspektivträgerin), sondern auch gänzlich anders in ihrem Denken und Handeln als Menschen. Ares tritt in Strömen von Blut auf und Dionysos als Gott des Wahns, der Irrsinn verbreitet, wo immer er hingeht. Auch das ist mitunter gewöhnungsbedürftig. Die handelnden Amazonen fand ich angenehm unterschiedlich dargestellt und sie boten eine gute wechselseitige Sicht auf die Geschehnisse. In Areto haben wir eine unsichere Außenseiterin, in Cleto die tapfere Kriegerin und in Penthesileia die zweifelnde, zerrissene Anführerin. Positiv hervorzuheben sind neben der weiblichen Sicht auf den Trojanischen Mythos, der sehr gelungenen inklusiven Sprache und den kreativ verpackten Triggerwarnungen auch und besonders die grundlegend neu gedachte Interpretation der Geschichte, mit neuen Elementen, die aber gleichzeitig auf viel Forschung über die Amazonen beruht. Es gibt jedoch auch ein paar Kritikpunkte. So läuft die Geschichte natürlich bis zu einem gewissen Grad auf Schienen, jedenfalls für all die, die sich in der Trojanischen Sagenwelt etwas auskennen. Hier muss man halt den Weg dahin als das Spannende betrachten, denn die Ausgänge sind bekannt. Auch war ich vom Ende etwas enttäuscht. Während der Roman sich an vielen Stellen angenehm Zeit für Handlung und Figuren nimmt, wurde das Ende nach Trojas Fall mit wenigen Seiten abgespeist – zudem mit einem Finale, das das weitere Schicksal der Überlebenden merkwürdig offenlässt. Somit ging ich zumindest schlicht etwas unbefriedigt aus dem Buch, während ich zuvor ganz gut unterhalten wurde (wenn man von einigen sehr ausufernd ekligen/brutalen Stellen absieht). Unterm Strich gebe ich Nora Bendzkos „Die Götter müssen sterben“ eine gute 8/10. Der Roman ist spannend, unterhaltsam und bietet einen angenehm frischen, weiblichen Blick auf die Amazonen und die Trojanische Sagenwelt. Lediglich das Ende hat Schwächen und manchmal wäre für mich weniger Blut und Gedärme mehr gewesen.
Als das Buch vorgestellt wurde, war mir klar, dass ich es lesen möchte. Nachdem ich vor einigen Jahren "Wolfssucht" der Autorin gelesen hatte, wusste ich, dass es nicht mein letztes Buch sein wird. Die wenigen Seiten der damaligen Lektüre packten mich schon auf eine besondere Art, da wollte ich mir eine Geschichte über Götter, Amazonen und andere Mythen nicht entgehen lassen. Da ich es in einer Leserunde las, dauerte es tatsächlich geschlagene 2 Monate bis wir das Buch durch hatten. Zwei brachen es kurz vor Ende ab, aber ich las es mit einer weiteren Person fertig. Das "Problem" war oftmals sich auf die Geschichte einzulassen. Es ist keine Geschichte, die man einfach schnell an einem Wochenende weg liest - zumindest für mich nicht. Oft ging bei mir nach der Arbeit einfach gar nichts mehr in den Kopf. In ruhigen Momenten konnte ich jedoch voll abtauchen und plötzlich waren 50 Seiten gelesen. Es ist ein unfassbar komplexes Buch mit unglaublich viel Inhalt, wobei die Amazonen im Vergleich zu den Göttern stets im Vordergrund stehen. Während um einen herum ein Krieg tobt, Intrigen gesponnen werden, auf Traditionen gepocht wird, spielt diese Geschichte. Eine Geschichte, die zum einen ein Teil des Ganzen ist und zum anderen so viel mehr. Ich weiß nicht, wie ich es ausdrücken soll, dass es dem gerecht wird, wie ich es empfand. Es war unfassbar emotional, aber nicht auf diese Art, die einem sein letztes Essen durch den Kopf gehen lässt, sondern auf eine tiefere Art. Die Kommunikation zwischen verschiedenen Personen ist oft subtil, nichtssagend, aber dennoch wird alles gesagt. Auch wenn es in der Geschichte recht gewalttätig vor sich geht, so hat es mich dennoch oft sehr bewegt. Die Brutalität in Kombination mit dem Einfühlungsvermögen hat mich einfach überwältigt. Es hat einfach alles unglaublich gut ins Verhältnis gepasst. Begonnen von Schreibstil, über die Beziehungen der Charaktere, die Charaktere selbst, das Setting, die Atmosphäre, die Darstellung der Götter, bis hin zum Ende. Einziger Kritikpunkt, und da kann das Buch nichts dafür, dass ich immer den richtigen Moment zum Lesen abpassen musste. Mehr gibt es nicht zu sagen. Wer auf der Suche nach einer brutalen sowie düsteren Göttergeschichte mit ganz viel Frauenpower ist, der ist hier auf jeden Fall gut bedient. Fazit: Eine wirklich atemberaubende und bildgewaltige Interpretation des Krieg von Troja und der Geschichte der Amazonen.
Götter, Helden, Frauenpower - eine etwas andere Interpretation der griechischen Mythologie Cover Düster, wunderschön gestaltet und genau meine Ästhetik Schreibstil Bildhafter Schreibstil, man ist sofort drin in der Welt der Amazonen und kann völlig darin Eintauchen. Für mich genau der richtige Grad bei der Darstellung der Brutalität der griechischen Mythologie, auch wenn es für einige vielleicht zu viel sein kann, ohne zu graphisch zu werden. Wechselnde POV ohne verwirrend zu werden Setting/Weltenbildung Glorreiche griechische Helden, gutmütige menschenähnliche Götter oder Frauen, die nur Liebesaffären sind wird man hier vergeblich suchen. In aktuellen Darstellungen ist die griechische Mythologie doch stark romantisiert und trotz Betrug, Vergewaltigung und Brutalität in den griechischen Heldensagen sehen wir die schillernden Helden immer positiv. Das ist hier anders. Man taucht ein in die Welt der Amazonen, die -wenn vom Patriachat überhaupt erwähnt- entweder als Bestien oder als romantisierte Wilde gesehen werden. Die Autorin setzt sich genau damit kritisch auseinander und findet die Balance zwischen Kritik und Bildung einer neuen Utopie. Und bringt wie vollkommen natürlich noch etwas ein, das oft fehlt: Diversität und Queerness. Sie ist einfach da, ohne dass künstlich darauf gestoßen wird und das finde ich wirklich ein Kunststück. Außerdem lernen wir Charaktere mit körperlichen und seelischen Leiden und Traumata kennen. Charaktere Man lernt die unterschiedlichen Charaktere gut kennen, sie haben Ecken und Kanten, Schwächen und durchlaufen allesamt Charakterentwicklungen. Sie sind keine furchtlosen Helden und das macht es einfach mit ihnen zu fühlen. Dabei sind die Entwicklungen so über das Buch verteilt, dass man sich nie wundert was für Sprünge der Charakter gerade macht. Mir gefällt, dass Areto nicht die Einzige bleibt, die man kennenlernt. Handlung Griechische Mythologie, Troja - eigentlich weiß man ja wie die Geschichte geht und doch fiebert man bis zum Schluss mit. Mit der Entwicklung der Charaktere beginnt man das ein oder andere Mal in bestimmte Richtungen zu denken und doch kommt es dann anders. Der rote Faden zieht sich deutlich durch, am Ende führen alle Stricke wieder zusammen und die Handlung ist in sich stimmig. Bis jetzt bin ich mir nicht sicher, ob ich mehr von den Charakteren hören will oder ob das Ende ein guter Abschluss der Story ist und man denkt definitiv noch über das Buch nach. Ich mag das an Büchern. Fazit Ein tolles Leseerlebnis für Fans von Historical Fiction, Dark Fantasy und griechischer Mythologie. Eine klare Empfehlung und Hut ab für die Narürlichkeit mit der über Diversität und Queerness geschrieben wird. Wer mehr erfahren möchte, sollte definitiv auch das Nachwort lesen. *Als Rezensionsexemplar erhalten, Meinung vollständig meine eigene *
Dieses Buch fand seinen Weg als Überraschungspost zu mir aber ich hätte es mir auch so oder so zugelegt, denn es ist mir schon im Winter, als ich die Neuerscheinungen dieses Jahres durchging ins Auge gesprungen. Und an Bücher mit Bezug zum antiken Griechenland/der griechischen Mythologie kann ich sowieso nicht vorbeigehen. Daher begann ich dieses Buch voller Freude und mit hohen Erwartungen, doch konnten diese erfüllt werden? Ein Fest für jeden “Antike-Nerd” Ich habe das ja schon mal bei meiner Rezension zu Ich bin Circe erwähnt: Als ehemalige Klassische Archäologie Studentin bin ich bei Mythologie Adaptionen etwas pingelig. Ich gestehe jedem Autor*in künstlerische Freiheiten zu, aber ich mag es absolut nicht, wenn ich beim Lesen spüre, dass der Autor oder die Autorin sich nur Sachen aus der Mythologie herausgepickt hat, sich aber nicht wirklich mit ihnen und den Quellen beschäftigt hat. Zum Glück musste ich mir darüber in Die Götter müssen sterben überhaupt keine Sorgen machen, denn dieses Buch strotzt nur so vor guter Recherche. Ich glaube Nora Bendzko hat neben Standardwerken wie die Ilias wohl gefühlt jede Überlieferung und Quelle zu den Amazonen gelesen, die es gibt. Das spürt man auf jeder einzelnen Seite und hat mich schwer begeistert. Selbstverständlich ist ihre Geschichte keine eins zu eins Adaption des Amazonenmythos oder der Ilias, aber die Autorin flechtet wirklich gekonnt allerhand Figuren und Ereignisse aus den Mythen ein. Auch wenn sie die Handlung deutlich von den Überlieferungen unterscheidet, fühlt es sich trotzdem wie eine natürliche Ergänzung an. Eine Erweiterung der Mythen, die nicht im Widerspruch zu ihnen steht, eine neue Perspektive im Kanon, eine Stimme für jene Gestalten, die sonst zu kurz kommen. Wirklich, ich habe hier absolut nichts zu meckern. Es lebe die Diversität! Diese Liebe zur Mythologie ist ein guter Grund Die Götter müssen sterben zu lesen, ein weiterer Grund ist auf jeden Fall die Diversität in diesem Buch. Zum einen ist ein Großteil der Charaktere PoC, was ja auch Sinn ergibt, wo die Amazonen von den Griechen in Anatolien, Libyen und am schwarzen Meer verortet wurden. Dann spielen diverse Formen von Sexualität und Geschlechteridentitäten eine Rolle. So werden in diesem Buch Homosexualität, Asexualität, Nichtbinäre Geschlechtsidentität oder auch Polyamorie behandelt. Die Amazonen sind in dieser Hinsicht eine sehr offene und tolerante Gesellschaft und die Autorin behandelt alle Identitäten udn Sexualitäten sehr respektvoll und umsichtig. Das wird besonders deutlich, wenn die Autorin von ihren Vielseligen spricht, Menschen, die beim Amazonenvolk leben und sich weder als Frau, noch als Mann identifizieren. Anstatt seltsame sie/er Doppelkonstellationen oder das herabwürdigende “es” zu benutzen, nutzt die Autorin einfach das Pronomen sier, also eine Mischung aus beidem. Beim ersten Lesen stolpert man noch ein bisschen darüber, aber die Autorin nutzt diese s Pronomen so konsequent und natürlich, dass es einem bald schon gar nicht mehr auffällt. So leicht kann es gehen! Und da sage noch jemand, gendern störe den Lesefluss. Als wäre das noch nicht genug, baut Nora Bendzko aber noch weitere sensible Themen ein. So findet z. B. auch das Thema Depression Beachtung. Bei all dieser Fülle könnte man denken, dass es zu überladen oder gewollt wirken würde, oder nicht mehr in das antike Setting passt, aber dem ist nicht so. Die Autorin beweist hier großes Schreibtalent, indem es ihr gelingt diese Vielzahl an Themen elegant zu verknüpfen und mit ihrem Amazonenmythos zu verweben. An dieser Stelle möchte ich auch explizit das Nachwort loben. In diesem geht die Autorin nämlich nochmal genauer auf den Umgang mit diesen Themen ein, schreibt aber auch viel über ihre eigene Auseinandersetzung mit diesen und auch ihre Recherche. Selten habe ich ein so eindrückliches Nachwort gelesen, das hallt bei mir fast schon ebenso sehr nach, wie der ganze Roman. Auch die Amazonen sind nicht perfekt Bei all der Fortschrittlichkeit in Bezug auf der Auslebung der eignen Sexualität, idealisiert sind Bendzkos Amazonen trotzdem nicht. Sie bleiben ein Produkt der Antike und leben daher zu einem Teil auch weiter deren Norm. So finden sich Sklaverei, Gewalt, Ausgrenzung und starke Hierarchien auch in der Amazonengesellschaft. Ich habe schon kritische Stimmen zu diesem Punkt gelesen, aber mir hat es ehrlich gesagt gefallen. Eine vollkommen offene, in allen Punkten tolerante und fortschrittliche Gesellschaft, hätte ich innerhalb dieses Settings als zu idealisiert und unpassend empfunden, daher finde ich, dass die Autorin hier einen guten Mittelweg gefunden hat. Zudem werden genannte fragliche Praktiken ja auch nicht idealisiert oder verherrlicht, im Gegenteil es finden sich immer wieder Figuren, die die grausamen Rituale oder die Sklaverei bei den Amazonen kritisieren. Wo wir beim Thema Brutalität wären. Da ich schon so einige Dark Fantasy Romane gelesen habe, bin ich da wohl nicht der Maßstab für. Tatsächlich empfand ich die Beschreibungen von Gewalt im Vergleich zu anderen Romanen des Genres noch ganz erträglich, aber wie gesagt, ich bin da echt kein Maßstab. Als Letztes möchte ich ganz kurz noch etwas zur Handlung sagen, denn hier findet sich der einzige Punkt, den man von meiner Seite aus als Kritik werten könnte, denn nach einen überragenden Einstieg gestaltet sich die erste Hälfte etwas ruhiger, fast schon zu ruhig. Wir lernen die Amazonen und ihre Lebensweise kennen, dafür nimmt sich die Autorin viel Zeit, aber gerade als ich begann mein Interesse zu verlieren und mir mehr Tempo zu wünschen, bekommt die Handlung eine Wendung und das Tempo wird spürbar angezogen, weswegen ich nicht wirklich dafür einen Punkt abziehen möchte. Es sei trotzdem festgehalten, dass die zweite Hälfte noch etwas besser als die erste ist, und wer beim Lesen der ersten 200 Seiten spürt, wie Langeweile aufkommt, sollte durchhalten, es wird besser, viel besser. Fazit: War die erste Hälfte des Buches noch unterhaltsam, aber nicht überragend, konnte mich das Buch mit der zweiten Hälfte völlig überzeugen. Besonders die Diversität der Figuren, der Umgang mit sensiblen Themen und auch die enge Nähe zu den ursprünglichen Mythen haben mich begeistert. Aber auch wer nur einen richtig spannenden Dark Fantasy Roman lesen will, kann hier beherzt zugreifen, denn oft ist Die Götter müssen sterben auch “einfach nur” spannend, blutig und mitreißend.
Dieses Buch ist Dark und progressives Fantasy vom Feinsten.
Können wir bitte über dieses Buch reden? Über die beschützen und warmherzige Clete, die dennoch durch das Blut des Ares von Blutgier getrieben ist? Die vertrauensvolle Areto, die von Schatten verfolgt wird? Über Königin Penthesilea, die ihre Liebe über Jahre für sich behielt? Dieses Buch ist Dark Fantasy. Es ist grausam, brutal, gewaltvoll und düster. Aber es ist auch voller Lieber. Liebe in so vielen Facetten. Dazwischen der Trojanische Krieg, Artemis, die das Leid der Frauen und Kinder spürt, als wäre es ihr eigenes, Götter, die sich gegenseitig bekämpfen, für die Menschen nur Spielfiguren sind. Narrative werden aufgebrochen, die Amazonen neuerzählt, ohne die patriachale Gesellschaftsstrukturen in der Mykenischen Zeit zu verschweigen. Ich mochte die vielen unterschiedlichen Perspektiven und Charaktere, hätte einige aber gerne noch besser kennengelernt. Kleine Kritikpunkte: zwischen durch hat es sich für mich etwas zu sehr gezogen und der rote Faden gefehlt. Meine Highlights waren für mich auf jeden Fall der Beginn und die Handlung am Ende. Relativ zum Schluss vertrauen die Amazonen auf die Vision von Kassandra, die den Niedergang Trojas prophezeit. An vielen Stellen hat die Autorin auf grandiose Art und Weise die Geschichte aus einer anderen Perspektive neuerzählt, aber hier war es mir zu undurchsichtig, warum Kassandra geglaubt wurde, wo doch eigentlich Apollons Fluch genau dies verhindert. Dennoch konnte mich die Geschichte in seiner Gesamtheit überzeugen. Dieses Buch ist Dark und progressives Fantasy vom Feinsten.

Amazonen, Vielfalt, Troja - einfach mitreißend
Die Amazonen, stolze Kriegerinnen und liebende Frauen. Von den Göttern geschätzt und gefürchtet auf dem Schlachtfeld. Nora Bendzko beschreibt mitreißend aus verschiedenen Perspektiven den Weg in den Kampf um Troja und warum dieser auch die Bewohner des Olymp nicht außen vor lässt.
Für Fantasy Fans ist das Cover ein absoluter Eye-Catcher und so wurde auch ich auf das Buch noch vor dem Erscheinen neugierig. Dem Klappentext nach sollte es zudem genau nach meinem Geschmack sein, denn Dark Fantasy lese ich ganz gerne und über Amazonen liest man allgemein sowieso viel zu wenig. Viel erfuhr man aus Sicht von Nora Bendzko über die Amazonen. Ihre zwar offene, aber doch sehr harte Lebensweise. Mit göttlichem Blut gesegnet für den Blutrausch und immer mit Blick auf ehrenvolle Kämpfe und Siege. Ihre Lebenskultur ist so, wie man sie sich eigentlich wünscht: Allen Völkern gegenüber aufgeschlossen, Hautfarbe und Aussehen sind irrelevant und die sexuellen Neigungen bunt gefächert ohne jegliche Urteile. Lediglich die Männer schneiden auf den ersten Blick schlecht ab, denn grundsätzlich werden sie als frauenverachtende Vergewaltiger und Schänder gesehen, die erst mal das Gegenteil beweisen müssen. Erst dann werden sie von den Amazonen respektiert. Obwohl man von Anfang an mit sehr vielen Namen und Charakteren konfrontiert wird, gefielen mir die ersten Kapitel ganz gut. Der Schreibstil zwar recht knapp und nüchtern, aber für manch einen Roman aus dem Dark Fantasy Genre nicht ungewohnt. Peu à peu gewann man trotzdem einen Überblick, welche Charaktere für die Geschichte tatsächlich relevant sind. Mit der Zeit stellte ich jedoch fest, dass mir irgendwie der etwas tiefere Zugang zu den Charakteren und deren Geschichte fehlte. Es schien mir mehr wie eine Aneinanderreihung von Ereignissen, die dem Titel nach zum Ende der Götter führen sollten. Und das alles durch die Protagonistin Areto, die nicht mal eine richtige Amazone ist. Die ganzen Schicksale waren zwar ineinander verwoben, wurden oft aber ziemlich nüchtern und knapp beschrieben. Etwas ausführlicher wurde es bei den Kämpfen und Gewalttaten, die nicht beschönigt wurden. Düster ist die Geschichte auf jeden Fall und findet sicherlich einige Fans. Vor allem, wer zusätzlich an der griechischen Mythologie interessiert ist. Denn hier greift die Autorin in die Vollen: Es dürften so ziemlich alle Götter und Helden zumindest mal erwähnt worden sein. Mich hat die Geschichte jedoch leider nicht ganz so sehr angesprochen, wie ich es mir gewünscht habe.
Seit ich „Die Götter müssen sterben “ von Nora Bendzo das erste Mal gesehen habe, wollte ich es unbedingt lesen. Ich hatte keine allzu großen Erwartungen und vielleicht war das auch gut so, denn diese Story hat mich absolut umgehauen, ich bin immer noch völlig von der Rolle von diesem Setting, den Charakteren und der Wortgewalt. Der Schreibstil der Autorin ist sehr fesselnd, einnehmend und absolut bildhaft. Die Atmosphäre rauh, schmerzvoll und düster. Bei dieser Story erwarten uns unglaublich viele Charaktere, was zwar gut ist, da man sie sehr gut kennenlernt, aber auch sehr schwierig, da es gerade am Anfang viel wirkt und man erstmal den Überblick bekommen muss Dabei erfährt man auch die unterschiedlichsten Perspektiven, was Ihnen mehr Raum und Tiefe zur Entfaltung gibt. Mich haben ganz besonders Areto, Clete und Penthesilea beeindruckt und gleichermaßen begeistert. Mit ihrer Vielfalt, Ausdruckskraft und ihrer Lebendigkeit und Fülle. Sie beherrschen das Geschehen komplett und ziehen dadurch einfach so unglaublich in den Bann. Ich hab sie von erster Sekunde vergöttert und so tief mit Ihnen gefühlt und gelitten. Zwischendurch ist mir fast mein Herz gebrochen, weil es so gewaltig, beängstigend und so intensiv war. Insgesamt einfach sehr lebendige, vielschichtige, greifbare und authentische Charaktere, in die man sich wunderbar hineinversetzen und ihre Handlungen, sowie Gedankengänge nachvollziehen kann. Bezüglich der Namen und Positionen wäre jedoch ein Glossar gut gewesen, wo man hätte noch einmal nachschlagen können. Ich muss dazu sagen, dass ich neben dem Print, auch das Ebook und Hörbuch gelesen sowie gehört habe. Weil mir im Print doch die Schrift etwas zu klein war und es zunächst sehr anstrengend zu lesen war. Was eine absolute großartige Entscheidung war. So musste ich das Buch nicht einen Moment zur Seite legen. Und Yesim Meisheit hat es so schön gesprochen. Mit so viel Gefühl, Ausdruckskraft und Feingefühl. Dadurch hat man es gleich so viel intensiver gefühlt. Einfach unglaublich. Der Einstieg hat mich sofort unter sich begraben. So beklemmend, schmerzhaft und dramatisch. Von Trauer und Wut behaftet. Mir hat es sofort den Boden unter den Füßen weggezogen und ich stand einfach nur extrem nah am Abgrund und wusste nicht ,was ich fühlen und denken sollte. Mit diesem Einstieg legt Nora Bendzo die Messlatte für den kommenden Verlauf sehr hoch,erzeugt jedoch gleichzeitig unglaubliche Spannung und zeigt direkt das sie kein Blatt vor den Mund nimmt. Ich war zunächst ziemlich schockiert und sprachlos,wie brutal und doch leidenschaftlich hier agiert wurde, aber gleichzeitig hat es mich auch unglaublich fasziniert und nicht losgelassen. Etwas Schwierigkeiten hatte ich bei den Namen, da sie doch ziemliche Zungenbrecher sind. Ebenso sind es recht viele Charaktere, so das man erstmal den Überblick bekommen muss. Doch gelingt das erstmal, kennt die Begeisterung keine Grenzen mehr. Mir hat die Entwicklung der Charaktere so unglaublich gut gefallen, besonders bei den Hauptcharakteren wurde mir immer wieder das Herz schwer, ganz besonders bei Areto. Denn hier wird ganz klar gemacht, dass sie mitunter schwere Entscheidungen zu treffen haben, die sie alles kosten könnten. Dadurch bekommt die Tragik dahinter ,eine völlig neue Dimension. Die Idee mit den Amazonen und Göttern hat mir unglaublich gut gefallen und Nora Bendzo hat daraus etwas sehr Vielfältiges und Einzigartiges gemacht. So brutal und perfide die Amazonen manchmal auch handeln , so spürt man definitiv wie tief und intensiv ihr Herz brennt. Das sie kämpfen für sich und für die, die es nicht können. Liebe bekommt hier sehr viel Raum, was es so unglaublich emotional gemacht hat und mich dabei fast zerstört hat. Die Tragik dahinter ist fast zum greifen nah. Die Handlung ist extrem rasant und actionreich. Keine Minute Stillstand, keine Zeit zum nachdenken. Es passiert so unglaublich viel. So gehaltvoll, so intensiv und tragend. Teilweise wusste ich nicht wohin mit meinen Emotionen, weil es mich so fertig gemacht und gleichzeitig so mit Liebe erfüllt hat. Denn neben all der Brutalität, gibt es auch sehr sanfte und leise Töne, die es auf eine völlig andere Ebene gehoben haben. Ich liebe es von vorn bis hinten. Weil es auch die psychologischen und zwischenmenschlichen Aspekte nicht außen vorlässt. Das Ende kam für mich viel zu schnell und ich weiß noch immer nicht, wohin mit meinen Gedanken. In meinen Augen ein unglaublich episches und emotionales Werk, das mich komplett beeindruckt und begeistert hat. Fazit: Nora Bendzo hat mit „Die Götter müssen sterben “ ein episches, emotionales und verdammt vielschichtiges Werk zu Papier gebracht, das mich komplett unter sich begraben und völlig zerstört zurückgelassen hat. Brutal, düster und beklemmend. Aber mit so einer Magie und Intensität behaftet, dass ich einfach nur im Himmel war. Amazonen, Götter und ein Kampf, der aussichtsloser kaum sein könnte. Nora Bendzo nimmt kein Blatt vor den Mund und das auf gleich mehreren Ebenen. Ich bin absolut beeindruckt und begeistert. Von Areto, Clete, Penthesilea. Von allem. Der Leidenschaft und Ausdruckskraft und der Vielfalt an Emotionen. Ein absolutes Highlight, das mich mit seinen Twists und Entwicklungen absolut überraschen konnte.
Für mich mein absolutes Jahreshighlight!
Ich hatte keine besonderen Erwartungen, als ich dieses Buch gelesen habe - und wurde umso mehr überrascht. Natürlich habe ich aufgrund der Thematik über Amazonen mit badass female Characters gerechnet. Was mich allerdings erwartete, waren einige der liebenswertesten Charaktere, die ich in letzter Zeit gelesen habe. Ich habe so sehr mitgefiebert! Die Geschichte des trojanischen Kriegs sollte hinlänglich bekannt sein, doch Nora Bendzko zeichnet das düstere, sehr blutige Bild einer Tragödie, die keine Gewinner kennt. Der Feminismus dieses Buches hat mich teilweise innerlich zum Jubeln gebracht. Die Darstellung der Mythologie als Dark Fantasy war einfach nur großartig. Ich bin sehr begeistert! Klare Leseempfehlung! Aber achtet bitte auf die Content Notes, weil es mehrere wirklich heftige Szenen gibt.
An sich fande ich die Idee der Geschicht sehr gut und empfande auch viele Stellen als sehr gelungen. Bekannte Charaktere der griechischen Mythologie wurden auf eine neue oder unbekannte Weise dargestellt. Dennoch war mir persönlich das Buch oft zu viel. Zu viel Gewalt Zu viel Blut Zu viel Schrecken Ich verstehe, dass das Buch die Amazonen so darstellen soll, wie sie vermutlich auch waren. Als starke, relativ weit entwickelte Frauen, die für sich und ihre Werte eintreten. Mir hat leider einfach die Balance etwas gefehlt. Eher 3,5 als 3 Sterne, auch wenn man das leider nicht angeben kann.
„Die Götter müssen sterben“ ist das Verlagsdebüt von Nora Bendzko, in dem es um das Volk der Amazonen und ihrem Kampf ums Fortbestehen geht. Erschienen ist der Roman im Juni 2021 bei Droemer-Knaur. Eine Prophezeiung von Artemis, der Göttin der Jagd, verspricht den Amazonen das Ende ihrer Unterdrückung, doch dafür müssen sie in den Kampf um Troja ziehen. Die Aussicht auf Rache an den Helden, die sie einst zurückschlugen, nährt ihre Kampfeslust, doch die Auserwählte ihrer Göttin spaltet das Volk in unterschiedliche Lager. Ausgerechnet Areto wird gesegnet. Eine Frau, die nicht als Amazone geboren wurde und keine Kriegerin ist. Wie kann es sein, dass ausgerechnet sie das Amazonenvolk in eine glorreiche Zukunft führen soll? Mit ihrem Schicksal hadernd, muss sie sich erst in ihre Rolle einfinden und auch sonst läuft den Amazonen die Zeit davon. Ihr Konflikt könnte dafür sorgen, dass ihr Eingriff in den Trojanischen Krieg zu spät kommt und so für ihren Untergang sorgen. Dieses Buch lässt mich ein wenig zwiegespalten zurück. Der Klappentext klang spannend, auch wenn ich mit Amazonen bisher nicht viel am Hut hatte. Das Buch geisterte viel durch meine Timeline bei Twitter und bei Erscheinen habe ich es oft bei instagram gesehen. Bücher, die extrem gehypt werden, meide ich eher, aber hier hat mich zusätzlich noch neugierig gemacht, das Pronomen „sier“ mal in Gebrauch zu sehen. Der Einstieg in das Buch fühlte sich noch recht bekannt an. Eine patriarchalische Gesellschaft, Frauen kennen genau ihren Platz und werden unterdrückt, da war man allerdings auch noch bei den Griechen. Das Bild wendet sich komplett, sobald man in Themiskyra und bei den Amazonen ankommt. Plötzlich ist alles und jeder queer und es findet sich vieles an diversen Themen wieder, was regelmäßig auf twitter diskutiert wird, zumindest, wenn man da in einer bestimmten Bubble unterwegs ist. Liebe und Sexualität wird sehr frei gelebt, man redet offen darüber, auch mit seinen eigenen Kindern, viele unterschiedliche Sexualpartner sind kein Problem und noch vieles mehr. Stellt euch also auf einige explizite Szenen ein. Obwohl ich darauf vorbereitet war, dass das Buch sehr divers sein wird, hat es mich anfangs dennoch erschlagen. Mit der Zeit legt sich das und es rücken andere Themen in den Fokus. In diesem Roman haben Frauen die Macht. Sie werden zu Kriegerinnen ausgebildet, was den Männern wiederum verwehrt bleibt. Sie sorgen sich um ihr Volk und beschützen es. Man sollte meinen, die Welt der Amazonen müsste ein bessere sein und das ist sie auch in manchen Bereichen, dennoch sind auch die Amazonen nicht perfekt und sie leben uns auch nicht das Idealbild einer Gesellschaft vor. Sie sind kriegerisch, haben Blut- und Rachedurst, sie halten Sklaven und Hurenjungen und halten teilweise an barbarischen Traditionen fest. Es gab einige Szenen in diesem Kontext, die ich als problematisch wahrgenommen habe. Andere können das allerdings besser benennen als ich. Der Schreibstil war insgesamt für mich gut lesbar und auch an die Verwendung des Pronomens „sier“ hatte ich mich schnell gewöhnt. Die Autorin klärt im Nachwort darüber auf, dass es in Wirklichkeit etwas anders genutzt wird als sie es im Buch getan hat. Ich finde das ein bisschen schade, verstehe aber auch die Beweggründe. Aufgefallen ist mir auch, dass das kleine Wörtchen „man“ nur sehr selten verwendet wurde und es waren sicher noch andere Feinheiten im Buch, die mir so nicht aufgefallen sind. Wichtig zu wissen, es wird in diesem Buch teils sehr vulgäre Sprache benutzt. Mochte ich nicht unbedingt, hat mich allerdings auch nicht gestört. Der Aufbau der Geschichte war für mich ok. Die Geschichte wird langsam aufgebaut und es werden auch mehrere Sprünge in die Vergangenheit getan, um die Beweggründe einzelner Personen zu erklären. Irgendwie habe ich allerdings auch wieder das Gefühl, dass mir der Klappentext schon wieder zu viel verraten hat. Der Konflikt der Amazonen, der auf dem Klappentext angedeutet wird, nimmt den größten Teil des Romanes ein und man nimmt hier nochmal eine Abzweigung und da nochmal eine, um dann bei 80% endlich mal in Troja anzukommen. Dazwischen waren viele spannende Szenen, keine Frage, aber ich hätte mir die Geschichte ein bisschen konsequenter vorangetrieben gewünscht. Gut gefallen haben mir die fantastischen Elemente. Ich mochte es wie die Gottheiten immer wieder in echt in Erscheinung getreten sind, in dem es beispielsweise dunkel wurde oder sich eine Statue verwandelte. Das hatte für mich etwas sehr Atmosphärisches. Allerdings wurde es mir zum Ende hin zu viel an Personal und ich konnte Gottheiten, Halbgötter und Helden nicht mehr wirklich unterscheiden. Es ist hier sehr viel Wissen zur griechischen Mythologie eingeflossen, aber ich kann mich des Eindruckes nicht erwehren, dass man der Geschichte besser folgen kann, wenn man sich schon vorher ganz gut damit auskennt. So war es für mich dann auch beim Mitfiebern mit den Personen ganz unterschiedlich. Clete und Areto konnten mich mit ihrer Geschichte berühren, die im gesamten Buch mit am präsentesten sind. Ich mochte Phileas und Callistus. Antianeira, Lacomache und ihre Familie, Penthisilea und Kaystros sind mir im Gedächtnis geblieben, viele habe ich aber bereits wieder vergessen. Bei den Göttern sind mir Artemis, Ares und Eris noch am ehesten im Kopf geblieben. Wenn die Geschichte zum Kampf der Götter geschwenkt ist, ist das eher an mir vorbei gerauscht und ich wusste teilweise auch nicht mehr, wer für welche Seite kämpft. Dementsprechend wenig habe ich an diesen Stellen mitgefiebert. Der Roman hat sich das Genre Dark Fantasy redlich verdient. Es geht teilweise sehr brutal und blutig zu und das ist nichts für schwache Nerven. Wenn ihr das nicht mögt, dann lasst die Finger von dem Buch. Es wird teilweise bewusst eine sehr düstere Stimmung erzeugt und auch Depressionen spielen im Buch eine Rolle. Ich kann euch keine Person in diesem Buch nennen, die unversehrt bleibt bzw. ist, sei es nun körperlich oder seelisch. Am Ende des Buches gibt es ein ausführliches Nachwort samt Danksagung, dass uns etwas zur Recherche und die Beweggründe der Autorin zu mancher Darstellung im Buch verrät. Vor dem Beginn der Geschichte gibt es eine Triggerwarnung. Diese wurde an die Geschichte angepasst und als Vorrede der Göttin deklariert. Hat mir persönlich gut gefallen, weil man dann noch besser einschätzen konnte, was auf einen zukommt und es hat definitiv nicht gespoilert, aber ich könnte mir vorstellen, dass Personen, die darauf angewiesen sind, vielleicht nochmals an anderer Stelle eine ausführliche und übersichtliche Liste bevorzugt hätten. Fazit: Eine Geschichte, die sich die Einordnung ins Dark Fantasy Genre redlich verdient hat. Brutal und düster wird der Kampf der Amazonen um ihre Zukunft geschildert. Viele diverse Themen sind in diesem Roman vertreten, allerdings gibt es auch einige problematische Szenen. Wer sich für die Welt der Amazonen interessiert und nicht vor Kampfgetümmel und gewaltvollen Szenen zurückschreckt, der findet in Nora Bendzkos Verlagsdebüt mit Sicherheit eine spannende Geschichte.
Das war nun mein erster Ausflug in die griechische Mythologie. Es ist bekannt, dass die Geschlechtergrenzen nur kleine Rollen spielen und schon das konnte mich an dem Buch begeistern. Allerdings ist es etwas schwierig, mit nur wenig Vorwissen ins Buch einzusteigen, ich habe mich nebenbei immer mal wieder ein wenig bei Mr. Google informiert. Neben selbstverständlicher Homosexualität fanden wir auch nicht-binäre Figuren oder auch pansexuelle Figuren. Noch nie habe ich in einem Buch so viel Diversität und Charaktervielfalt gesehen. Wobei letzteres leider dazu geführt hat, dass ich irgendwann von der Masse an Göttern und Namen erschlagen wurde. Eine kleine Charakterauflistung wäre glaube ich ganz praktisch gewesen, besonders, weil ich auch nicht alle Götter kannte, aber Mr. Google war auch hier zur Stelle. Sprachlich hat mir das Buch sehr gut gefallen. Es ist sehr literarisch und der Geschichte angepasst. Die Atmosphäre ist spürbar und es war, als würde ich das Blut der Götter selbst auf der Zunge schmecken. An Brutalität wurde nicht gegeizt und meistens ging die Geschichte rasant voran. Leider gab es ab der Mitte ein paar Stellen, die mich nicht so recht fesseln wollten, aber man kann ja auch nicht immer nur durch die Story rasen. Die Amazonen und die Welt in der sie leben wurde beeindruckend und bildgewaltig gestaltet und ich liebe diese starken Frauencharaktere einfach sehr. Neben Blutvergiessen, Kampf und Tod gibt es natürlich auch Sex und den fand ich an den passenden Stellen sehr gut eingesetzt und einfühlsam, aber auch heiß beschrieben. „Die Götter müssen sterben“ ist ein Buch voller Vielfalt und Recherchearbeit. Im Nachwort wird klar, wie sehr sich die Autorin in diese Geschichte gekniet hat, um uns LeserInnen ein ganz besonderes Leseerlebnis zu schenken und ihren Charakteren und jedem, der sich mit ihnen identifiziert, den größten Respekt entgegenzubringen. Es ist nunmal nicht alles schwarz oder weiß. Es gibt noch so viel dazwischen. Danke Nora, für diese tollen Lesestunden.
Obwohl mir die Geschichte komplett zugesagt hat, habe ich mir mit dem Schreibstil unheimlich schwer getan und ich weiß nicht, ob ich jemals so lange gebraucht hab, um ein Buch zu beenden. Ich habe sogar mehrfach überlegt, das Buch abzubrechen und irgendwann anders neu zu beginnen, weil es mir vorkam, als würde ich es nur zur falschen Zeit lesen – aber letztendlich hat die Neugier doch gesiegt. Abgesehen von meinem Problem mit dem Lesefluss war das Buch sehr faszinierend, die Geschichte (meistens) spannend und die Charaktere sehr vielschichtig. Vorallem Areto und ihre Entwicklung hat es mir angetan. Das Buch enthält einige sensible Themen, die respektvoll umgesetzt wurden, was mir richtig gut gefallen hat. Hier sind zum Beispiel die Darstellung und Akzeptanz verschiedener Sexualitäten oder auch die tolle Frauenpower im Hinblick auf den Widerstand gegen die unterdrückende Männerwelt gemeint. Man bekommt einen interessanten Einblick aus Sicht von Frauen und Sklaven in die Schattenseiten und Schandtaten von griechischen Helden und Göttern. Griechische Erzählungen, unter anderem auch über den trojanischen Krieg, interessieren mich, seit ich zum ersten Mal davon gehört habe und dieses Buch ist eine interessante Variante davon. „Die Götter müssen sterben“ ist aufgrund des altertümlichen Schreibstils nicht ganz einfach zu lesen, aber trotzdem absolut lohnenswert und wichtig, allein schon wegen der vielen bedeutsamen Themen, die Nora Bendzko gekonnt umgesetzt hat. Es ist brutal, düster, erotisch und demnach alles in allem definitiv eine Leseempfehlung. Man sollte sich aber komplett drauf einlassen können und auf eine komplexe Handlung mit entsprechender Ausdrucksart einstellen.
Hier haben mich das starke Cover und der Titel sofort begeistert in die Hände klatschen lassen. Ersteres sieht mega aus und zweiteres klingt genau nach meinem Geschmack shnack. Blut, Vergeltung und Rache. Alles vorangetrieben von starken Charakteren. Und yes, Mesdames und Messierus die haben wir hier absolut mit den Amazonen. Alter Falter. Die lassen sich mal nicht so leicht sie Butter vom Brot nehmen. Alles beginnt damit das Theseus ruhmreich, zumindest seiner Meinung nach, von einer Schlacht mit den Amazonen heimkehrt. An seiner Seite seine zukünftige Frau Antiope, eine Prinzessin der Amazonen. Wir begeben Areto, welche Griechin und Angestellte bei Theseus ist. Sie soll sich um Antiope kümmern. Es kommt heraus, dass die Prinzessin mehr oder minder geraubt wurde und, wie man sich vorstellen kann, streben ihre Schwestern nach Rache. Sie fallen in Theseus Heim ein, um ihre Schwester zu befreien, doch das Ganze läuft aus dem Ruder. Areto hilft den Frauen und ist somit eine Verräterin an ihrem Herren. Sie wil, sich den Amazonen anschließen und bringt ihnen ein Opfer dar. Doch wird sie bei ihnen endlich ihr Glück finden? Auch wenn man am Anfang noch etwas hadert, findet man sich mit der Zeit recht schnell bei den Amazonen zurecht. Man lernt ihre Bräuche, Sitten und Riten kennen. Sie sind anders und stellenweise auch etwas barbarisch, aber es ist eine eingeschworene Gemeinschaft, die für einander sterben würde. Man wechselt die Perspektiven während des Lesens und da muss ich gestehen, daß es zwar übersichtlich gemacht war, aber mich stellenweise trotzdem etwas verwirrt hat. Gerade zu Beginn, wenn man sich mit den Figuren und deren Zuordnung noch etwas schwer tut. Es war interessant, aber mir einfach to much. Hier wären weniger Blickwinkel durchaus mehr und besser gewesen. Allerdings ist das auch schon das Einzige, was mich gestört hat. Also spannungstechnisch hat die Autorin hier wirklich etwas Tolles geschaffen. Es gibt actionreiche und aufschlussreiche Momente und ich hatte nicht einmal das Gefühl mich zu langweilen. Somit bleibt man ständig an der Story dran und möchte weiterlesen. Es war einfach nur spannend. Fazit Der Inhalt konnte mich genauso überzeugen, wie schon Cover und Titel. Mit Story, starken Charakteren und vielen Facetten hat die Autorin hier ein Buch geschaffen, welches genau nach meinem Geschmack ist. Allzu zart besaitet sollte man allerdings vielleicht nicht sein, denn es geht nicht gerade zimperlich zu. Ja, die vielen Figuren und Sichtweisen sind absolut gewöhnungsbedürftig und es muss einem vorallem liegen, damit klar zu kommen. Es hat etwas gedauert, aber mit der Zeit konnte ich es ganz gut nachvollziehen und zuordnen. Von mir gibt es schlussendlich 4,5 Sterne und eine Leseempfehlung. Allerdings rate ich zur Leseprobe.
Ausgerechnet die Amazone Areto wird von der Göttin Artemis mit ihrem Auge gesegnet. Areto ist aber keine Kriegerin und auch keine Amazone von Geburt her. Jetzt muss sie sich mit ihrem neuen Schicksal abfinden, was nicht einfach für sie ist. Bei diesem Buch haben mich das Cover und auch der Klappentext sehr angesprochen, deshalb wollte ich es auch unbedingt lesen. Der Einstieg in die Geschichte war nicht so einfach. Die Handlung ist doch recht komplex und der Stil auch eher ungewöhnlich. Die Autorin erzählt hier auf ihre eigene Art den Untergang von Troja und mischt das ganze mit einer guten Portion Fantasy. Die Grundidee hat mir wirklich sehr gut gefallen. Am Anfang gibt es mehrere größere Zeitsprünge, die dafür gesorgt haben, dass mir die Charaktere erst einmal etwas fremd waren. Das hätte man sich für meinen Geschmack sparen können und diese wichtigen Ereignisse besser als Rückblenden erzählen können. Die Autorin legt sehr viel Wert auf die Charakterentwicklung. Es viele verschiedene Protogonisten, für meinen Geschmack leider auch etwas zu viele, so bin ich immer wieder durcheinander gekommen, denn es gibt leider kein Glossar mit Namen. Insgesamt fand ich das Buch nicht schlecht, kein Highlight, aber eine Leseempfehlung gibt es trotzdem von mir. Ich vergebe 4 von 5 Punkte.
Story: Ein Prophezeiung der Göttin Artemis besagt, dass die Amazonen ans Licht treten und ruhmreich über die Welt herrschen werden, wenn sie sich im Kampf um Troja den Griechen entgegenstellen. Obwohl das Volk von einer kurzen Schlacht gegen Athen geschwächt ist, machen sich die Amazonen und Führung ihrer Königin Penthesilea auf den Weg nach Troja. Unter ihnen ist auch die Athenerin Areto, die sich nach dem Kampf gegen Athen den Amazonen angeschlossen hat und die von der Göttin Artemis für diesen Feldzug ausgewählt wurde und ihre Geliebte Clete, die eine der besten Kriegerinnen der Amazonen ist. Doch der Feldzug steht unter keinem guten Stern, denn so manches dunkle Geheimnis wirft einen Schatten voraus und selbst die Götter, die den Amazonen wohlgesonnen sind, spielen ihr eigenes Spiel … Eigene Meinung: Mit “Die Götter müssen sterben” legt Nora Bendzko einen Dark Fantasy Roman vor, der zur Zeit der Antike angesiedelt ist und den Fokus auf die Frauen dieser barbarischen, männerdominierenden Zeit legt. Ihre bisher erschienenen Bücher sind der Dark Fantasy und den düsteren Märchen zuzuordnen und legen u.a. einen Fokus auf Diversität. Der über 500 Seiten starke Einzelband “Die Götter müssen sterben” erschien bei Knaur und baut auf den bekanntesten griechischen Sagen und Legenden auf. Die Geschichte beginnt spannend und stellt Areto ins Zentrum, die in Athen lebt, im Palast arbeitet und die mit der Aufgabe betraut wird, sich um die Amazonenprinzessin Antiope zu kümmern – etwas, das ihr Leben für immer verändert. Sie schließt sich den Amazonen an, als diese Athen angreifen und wird in Themiskyra aufgenommen, wo sie ihren Sohn zu Welt bringt und aufzieht. Jahre später wird sie zur Ausgewählten der Artemis, die die Amazonen in den Krieg um Troja ruft – ein Ruf dem die Amazonen schließlich folgen. Spätestens ab dieser Stelle beginnt die Geschichte leider merklich abzuflachen und an Tempo zu verlieren, denn das Heer ist eigentlich nur unterwegs. Natürlich verläuft auch diese Reise nicht ohne Probleme – Areto und Clete werden in die Unterwelt geschickt, um die letzten Worte von Penthesilea im Kampf gefallener Schwester zu erfahren, während die Kriegerinnen es mit Dionysos zu tun bekommen, der mit seinem Hofstaat das Land der Skythen befallen hat. Dennoch scheinen sie nicht an dem Ort anzukommen, der Dreh- und Angelpunkt der Geschichte ist – Troja. Dafür erfährt die/der Leser*in eine Menge über Penthesilea, denn die Amazonenkönigin hütet das ein oder andere Geheimnis, etwas das man erst bei längeren Rückblenden erfährt. Grundsätzlich ist die Grundidee nicht schlecht – die griechische Sagenwelt wird nebst den vielen Göttern, Halbgöttern und Helden sehr geschickt in die Handlung eingewoben – allerdings liegt hier auch das Problem des Buches: Wenn man sich mit den Sagen und Göttern nicht auskennt, wird man schnell abgehängt. Gerade die Götter sind in dieser Geschichte nicht bloße Aspekte, die von den Menschen verehrt werden und nur am Rand auftauchen – sie nehmen direkten Einfluss, sind immer um die Held*inne herum und verfolgen ihre eigenen Ziele. So spannend das ist – jeder, der sich nicht im Vorfeld mit den griechischen Göttern und ihren Geschichten beschäftigt hat, wird der Handlung um Areto, Clete und Penthesilea nicht richtig folgen können. Die vielen Figuren, die (teils unter verschiedenen Namen) auftauchen, sorgen dafür, dass man dem roten Faden nur schwer folgen kann (was aufgrund der Träume von Areto und der vielen Rückblenden von Penthesilea eh schon problematisch ist). Dass in dem Buch auf ein Glossar und ein Namensregister verzichtet wurde, ist absolut unverständlich – es hätte der/dem Leser*in vieles erleichtert. Die Figuren sind teils starke, besondere Persönlichkeiten (Penthesilea), teils bleiben sie jedoch sehr blass und können die/den Leser*in nicht ganz für sich gewinnen (Areto, Clete). Es ist schade, dass Areto nach ihrem starken Auftritt zu Beginn der Geschichte schnell in Vergessenheit gerät und erst mit Artemis Wahl wieder in den Fokus gerückt wird – warum die Göttin Areto gewählt hat bleibt ein Geheimnis (nicht mal am Ende kommt hierfür eine verständliche Erklärung), ebenso wenig scheinen ihre Kräfte für die Handlung überhaupt relevant zu sein. Es ist seltsam, dass sie als Artemis’ Auserwählte so gar nicht am Krieg um Troja teilnimmt und auch sonst die Kräfte der Göttin kaum nutzt – da fragt man sich, warum dieses Element überhaupt eingebaut wurde. Ihre Geliebte Clete ist eine der stärksten Kriegerinnen, die sich einen Platz im Heer erkämpft hat und zwischen ihren Gefühlen für Areto und ihren Pflicht hin- und hergerissen ist. Sie ist die schwächste Erzählstimme der Geschichte, da sie entweder dasselbe wie Areto oder wie Penthesilea erlebt und auch sonst kaum eine Entwicklung durchmacht. Penthesilea wiederum ist die stärkst Hauptfigur des Buches – als Amazonenkönigin, die ihr Herr gegen die Griechen anführt, umgeben sie viele Geheimnisse, die man in Rückblenden erfährt. Ihre Geschichte ist mit Abstand die spannendste, ihr Charakter der interessanteste. Nichtsdestotrotz schaffen es die drei Hauptfiguren nicht, die/den Leser*in zu fesseln – weder man baut eine Beziehung zu ihnen auf, noch lernt man sie wirklich kennen und schätzen. Da die Geschichte keinerlei roten Faden hat, sich dank diverser Rückblenden, Nebenplots und alten Sagen scheinbar endlos in die Länge zieht, ist einem auch das Schicksal von ihnen (und der Amazonen) egal. Die übrigen Personen kommen eher am Rande vor – seien es die Götter, die immer mal wieder in Erscheinung treten und das Geschehen beeinflussen, die anderen Amazonenkriegerinnen oder die vielen Männer und Frauen, die dem Herr auf dem Weg nach Troja begegnet. Stilistisch ist der Roman Geschmackssache – Nora Bendzko hat einen sehr detailverliebten, aber auch blutigen und düsteren Stil, der nicht jedem gefallen dürfte. Einerseits passt er gut in die blutige Zeit der Antike, andererseits fehlt durch die vielen Rückblenden, Träume und Visionen ein roter Faden. Bei den vielen Figuren verliert man zudem schnell den Überblick, zumal parallel zur eigentlichen Handlung auch noch unzählige bekannte und unbekannte griechische Legenden eingebaut werden – so spannend das ist, es wirkt wie ein Infodump. Statt sich auf die eigentliche Handlung zu konzentrieren, verliert sich die Autorin in Nebengeschichten, die eher Verwirrung stiften, anstatt die Handlung zu komplettieren. Dass bei “Die Götter müssen sterben” der Weg das Ziel ist, sollte man ebenfalls im Hinterkopf behalten, denn die Schlacht um Troja nimmt gerade mal die letzten 50 Seiten am Ende der Geschichte ein und wird fast stenoartig erzählt. Das ist schade, denn die Grundidee ist nicht unspannend und auch die Figuren können überzeugen, insbesondere die Charaktere, die Teil der griechischen Sagenwelten sind. Nora Bendzkos eigene Schöpfungen bleiben hingegen leider recht blass, daran kann auch die eingebaute Diversität (lesbisches Hauptpairing, asexueller und nonbinärer Nebencharakter, mehrere polyamoröse Beziehungen und Figuren mit psychischen Problemen und Zwangsstörungen) nichts ändern. Allgemein wirkt es so, als wäre es das Ziel gewesen möglichst viele, diverse Figuren einzubauen, was leider auch bedeutet, dass man kaum mehr über sie erfährt, außer die Tatsache, dass sie halt divers sind. Fazit: “Die Götter müssen sterben” ist ein Roman, den man nur schwer einordnen kann – die Grundidee ist spannend, ebenso einige der bekannten Sagengestalten, allerdings mangelt es der Geschichte an Kontinuität und einem roten Faden. Das zeigt sich daran, dass die Amazonen gefühlt kaum von er Stelle kommen und sich in unwichtigen Nebenhandlungen verlieren. Auch sind weder Areto noch Clete wirklich starke Hauptfiguren, die die Geschichte vorantreiben – hier fällt nur Penthesilea aus dem Rahmen, auch wenn ihre Vergangenheit einen Großteil der Rückblenden einnehmen. Nora Bendzko versucht den Amazonen Lebe einzuhauen und sie als mehr darzustellen, als blutrünstige, männerhassende Frauen und teilweise gelingt ihr das auch, doch gänzlich überzeugen kann der Dark Fantasy leider nicht. Am besten reinlesen und entscheiden, ob man mit dem mal detailverliebten, mal stenoartigen Stil der Autorin etwas anfangen kann. 2,5 Punkte von mir.
Die Götter müssen sterben ist eine fulminante Dark Fantasy rund um die Amazonen. Für mich war es perfekt, dieses Buch zu dieser Zeit zu lesen, denn es schloss quasi nahtlos an meine letzte Lektüre zur griechischen Mythologie, [b:Ich, Ariadne|58549087|Ich, Ariadne|Jennifer Saint|https://i.gr-assets.com/images/S/compressed.photo.goodreads.com/books/1626187882l/58549087._SY75_.jpg|74192106] von [a:Jennifer Saint|19734894|Jennifer Saint|https://images.gr-assets.com/authors/1611692824p2/19734894.jpg] an und eröffnete mir eine noch viel größere Welt, die in klassischen Erzählungen zur griechischen Mythologie eher keinen Platz finden. Das Hörbuch war durch die tolle Sprecherin ein echter Genuss. Außerdem kam es mir Mir so vor, als wäre total gründlich recherchiert worden, was man in vielen kleinen Details in der Geschichte merkt. Besonders der Anfang hat mir außerordentlich gut gefallen! Jedoch habe ich auch einige Kritikpunkte: Der Plot franste mir zu sehr aus. Das Buch zog sich für mich nicht wirklich, aber irgendwie hätte ich mir eine stringentere Erzählung gewünscht anstatt der kleinen, “questigen” Abschnitte. Bis auf zwei Figuren konnte ich keine Bindung zu den Charakteren aufbauen. Ich glaube, das liegt vor allem daran, dass es mir für einen einzelnen Band zu viele Perspektiven waren. Ich glaube, mich hätten weniger Perspektiven in einem Buch mehr begeistern können; zum Beispiel fand ich die Storyline um Clete und Areto total interessant und die Figuren waren mir sympathisch, aber dadurch, dass wir alles aus beiden Perspektiven erzählt bekommen, war deren Beziehung einfach ein bisschen langweilig. Mir fehlte eine gewisse Pfiffigkeit in der Charakterisierung der Figuren und der Erzählung an sich. Ich fand einige Metaphern recht plump und für mich uninteressant umgesetzt. Den Charakteren hätten mehr Feinheiten gut getan - wobei das vielleicht auch an der Vielzahl der Figuren lag. Außerdem hat mir die düstere Atmosphäre im Schreibstil etwas gefehlt, obwohl es in der Handlung viel Düsterheit gibt. Und ich glaube, ich mag meine Dark Fantasy lieber, wenn es wenige wirklich krasse Schockmomente gibt, als zu viele, die sich irgendwann abnutzen — was hier zum Ende hin der Fall war. Aber das ist sicherlich Geschmackssache. Trotz der ganzen Kritik muss ich sagen, dass ich das Buch gerne zuende gehört habe. Besonders faszinierend fand ich die Kultur der Amazonen, und wie diese in der von patriarchaler Gewalt definierten Gesellschaft (& Götterwelt) dargestellt werden. Ich mochte, wie die verschiedenen Sexualitäten ergründet wurden, und auch die drastischen Konsequenzen in der Handlung haben sehr gut in die Story gepasst.
Glaube das war einfach nichts für mich. Ich hatte einige gute Meinungen über das Buch gehört - und einige kontroverse. Ich war vorbereitet auf eine Welt, in der Gewalt und Sex immer wieder Thema sind. Auf eine Geschichte, in der es blutig zu geht. Das sind auch nicht die Dinge die mich gestört haben, nein gar nicht. Mir war es schlicht zu viel Mythologie. Das ist einfach ein Gebiet, auf welchem ich mich nicht gut auskenne. Und das machte das Lesen für mich schwierig. Ab der hälfte habe ich regelmäßig den Überblick verloren, welche*r Gött*in denn nun mit wem wie verwandt ist, welchen Bezug zu den Amazonen hat und wer in dem Konflikt auf welcher Seite steht. Das hat es oft mühselig gemacht und zum letzten Drittel hin, hab ich einfach aufgegeben da mitkommen zu wollen. Manche Passagen habe ich entsprechend nur noch überflogen, weil ich dann doch den Ehrgeiz hatte es zu beenden. Der Schreibstil passt zum Setting, das hat mir grundsätzlich gut gefallen und fand ich gut umgesetzt. Aber hat das Buch natürlich nicht zu einem easy read gemacht. Für mich blieben auch einige der Figuren zu blass, aber das kann auch daran liegen, dass ich mir insgesamt ein bisschen schwer getan habe. "Die Götter müssen sterben" ist kein schlechtes Buch, und ich glaube Leser*innen, die sich in der griechischen Mythologie auskennen und diese mögen können wirklich Spaß mit dieser Geschichte haben.
Ich bin so froh, endlich zu diesem Buch gegriffen zu haben. Die Geschichte um Areto war ehrlich, brutal, romantisch und traurig zugleich. Sie hat so viele Nuancen, dass es mir schwer fällt, alles zu beschreiben. Ich bin sehr beeindruckt von den vielen Quellen die hier genutzt wurden um ein sehr stimmiges Bild der Amazonen zu kreieren. Ich habe gemerkt, dass sehr viel Arbeit in diese Recherche geflossen ist. Leider wurde ich manchmal von diesen Fakten auch etwas überrollt. Dinge wurden in Nebensätzen fallen gelassen, die zwar nichts mit der Geschichte an sich zu tun hatten, aber für die Geschichtliche Einordnung sorgten. Teilweise war es mir aber ein klein wenig zu viel. Trotzdem hat mir das Buch sehr gut gefallen und ich kann bestimmt einiges mitnehmen.
4,5* (aufgerundet) „Die Götter müssen sterben“ wurde mir freundlicherweise vom Knaur Verlag über NetGalley zur Verfügung gestellt. Auf meine Meinung hat dies keine Auswirkungen. Als die Amazonen Athen angreifen, um ihre geraubte Prinzessin zurückzuholen, schließt sich Areto ihnen an. Obwohl sie dafür alles gibt und sie sich in deren Gesellschaft ein neues Leben aufbauen kann, gilt sie immer noch als Außenseiterin. Als die Amazonen beschließen, Troja zu Hilfe zu eilen, segnet die Göttin Artemis ausgerechnet Areto und gibt ihr göttliche Kräfte. Auf dem Weg nach Troja spaltet nicht nur diese Erwählung die Amazonen in zwei Lager. Doch die Feinde lauern überall und nur vereint können sie besiegt werden. Ich muss gestehen, es fiel mir zu Beginn etwas schwer, in die Geschichte einzufinden. Es kam mir so vor, als wolle die Autorin eine Erzählung der Art „Frauen = gut, (hässliche) Männer = böse“ schreiben. Allerdings war dies nur in der Zeit, in welcher Areto in Athen ist so und dort sieht man die Welt durch ihren Blick. Dass sie die Männer, die ihr und anderen Frauen Unrecht antun als abstoßend empfindet ist absolut nachvollziehbar. Tatsächlich gibt es im weiteren Verlauf des Buches eine sehr nuancierte Sichtweise auf Männer, Frauen und andere Geschlechter, die ich so bisher selten gesehen habe! Besonders gut daran hat mir gefallen, dass die Autorin zwischen den Zeilen auch auf Probleme aufmerksam gemacht hat, die in einer eher matrtiarchisch geführten Gesellschaft auftreten können. Auch im Feminismus gibt es Gruppen, die andere Randgruppen ausschließen wollen. Dass dies in dieser sehr feministischen Geschichte nicht ignoriert, sondern problematisch gezeigt wurde, habe ich als sehr mutig und gut gelungen empfunden. Die Geschichte wird aus den Perspektiven von drei Amazonen erzählt: Areto, ihrer Geliebten, Clete, und einer der Amazonenköniginnen, Penthesilea. Durch die Wechsel erhält man andere Sichtweisen und Einblicke. Da die erzählte Geschichte, wie auch die Gesellschaft der Amazonen sehr komplex sind, sind eben diese Einblicke wertvoll für das Leseverständnis. Auch wenn ich zu Beginn sehr viel lieber aus Aretos Perspektive gelesen habe, so hat sich dies später sehr verändert und ich war froh über jeden Wechsel, um mehr zu verstehen und die anderen Charaktere besser kennen zu lernen. Die Charaktere des Buches sind sowieso etwas Besonderes. Bei der Diversität, die hier herrscht, ohne dass dies groß betont werden muss, könnten sich viele eine Scheibe abschneiden. Es gibt viele verschiedene Formen der Diversität nebeneinander und alle wurden gut und respektvoll umgesetzt. Trotz diesem positiven Aspekt fiel es mir oft schwer, mit den Charakteren warm zu werden. Abgesehen von den drei Protagonistinnen, deren Gedankenwelt man mitbekam, fühlten sich viele Nebencharaktere doch sehr unterentwickelt an. Besonders schwierig fand ich hier die vielen Thematiken, die aufgeworfen, aber nie weiterverfolgt wurden. So gibt es viele Nebencharaktere, die bestimmte Traumata erlitten haben. Diese werden zwar erzählt, danach aber nie wieder aufgegriffen. Auf der einen Seite sorgt dies für eine dichte und bedrückende Atmosphäre, die für einen Dark Fantasy Roman sehr passend ist, auf der anderen Seite kommen dadurch eben die meisten Themen des Buches zu kurz. Grundsätzlich hat mir die Geschichte allerdings sehr gut gefallen. Den größten Teil des Buches nimmt die Reise der Amazonen nach Troja ein. Normalerweise finde ich lange Reiseperioden in Büchern eher abschreckend, allerdings gibt es auf dieser definitiv genug Abwechslung. Es passiert wirklich viel, dennoch hatte ich nie das Gefühl, dass einzelne Geschichtsstränge hier zu kurz kamen, im Gegensatz zur eben erwähnten Problematik mit den Charakteren. Fazit: Mich konnte „Die Götter müssen sterben“ definitiv überzeugen. Auch wenn ich noch gewisse Schwächen spezifisch bei der Vielzahl an Thematiken sehe, ist es dennoch ein Buch voll Diversität, Spannung und einer tollen Geschichte!




































