Nora Bendzkos Galgenmärchen / Wolfssucht
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Description
Book Information
Author Description
Geschrieben hat die Münchnerin Nora Bendzko von Kindheit an. Der Wunsch, Literatur zu einem festen Bestandteil ihres Lebens zu machen, brachte sie nach Wien. Dort studiert sie Deutsche Philologie und arbeitet nebenbei als Lektorin. Der erste Band ihrer dunkelphantastischen »Galgenmärchen«-Reihe, »Wolfssucht«, gelangte in die Top 5 vom Deutschen Phantastik Preis 2017. Der zweite Band »Kindsräuber« schaffte es in die Top 3 vom Seraph 2018 als »Bester Independent Titel«. 2019 wurde auch »Hexensold« als »Bester Independent Titel« für den Seraph nominiert. Im Juni 2021 erschien mit »Die Götter müssen sterben« ihr Verlagsdebüt bei Droemer Knaur: eine blutig radikale Bearbeitung von Amazonenstoffen. Wenn sie nicht schreibt, singt sie leidenschaftlich in Metal-Bands wie »Nightmarcher«.
Posts
"Wolfssucht" ist eine ganz besondere Novelle. Nora Bendzko führt den Leser mit einer bildhaften und tiefgründigen Sprache an menschliche Abgründe heran und bringt ihn zum Nachdenken. Der Seitenumfang ist relativ gering, aber durch die Leserunde habe ich mir ganz bewusst Zeit genommen, habe die Kapitel grundsätzlich langsam und viele Abschnitte sogar mehrmals gelesen. Und genau das sollte man bei diesem Buch tun: jedes einzelne Wort genießen und darüber nachsinnen. Denn das, was das Buch ausmacht, ist die Entwicklung der Charaktere. Zu was wird ein Mensch, wenn er sich in Extremsituationen befindet? Was ist gut? Was ist böse? Wer entscheidet das überhaupt? All diese und noch weitere Fragen wirft "Wolfssucht" auf ohne mit dem Finger auf den einen Bösewicht zu zeigen. Der Leser muss selbst entscheiden. Die Handlung spielt während des 30-jährigen Kriegs, was zu der schaurig düsteren Atmosphären beiträgt, die den perfekten Rahmen für die Handlung schafft. Gewalt, Verlust, Trauer sind allgegenwärtig. Nora Bendzko hat mit "Wolfssucht" eine gelungene Rotkäppchen-Adaption erschaffen, die den Leser nachdenklich und betroffen zurücklässt. Ist das wahre Ungeheuer der Mensch? Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung!
Nora Bendzko entführt einen mit Wolfssucht in die grausame Zeit des 30-jährigen Krieges, in der nicht nur die mordenden Soldaten eine Gefahr darstellen, sondern auch eine Bestie im Wald – und die Dorfbewohner selbst. Denn Angst, fanatischer Glaube und zurückgewiesene "Liebe" kann das schlechteste im Menschen zum Vorschein bringen wie unsere Protagonistin Irina erfahren muss. Irina tat mir die ganze Geschichte lang leid. Nicht nur, dass sie ihre Familie verlor und zusehen musste, wie eine Bestie ihre Schwester schändet und ermordet, sie wird deswegen auch noch von den Dorfbewohnern gemieden. Allein Skandar, dessen Nähe sie gar nicht will, will ihr Herz gewinnen und kann leider kein Nein akzeptieren. Aber nicht nur Skandar und das für mich grausame Verhalten der Großmutter treiben Irina in die Nähe des Abgrunds, auch die Dorfbewohner tun ihr Übriges dazu. Die Geschichte fängt schon düster mit Mord und grausamer Gewalt an, wird aber von Seite zu Seite düsterer. Nicht nur körperliche Gewalt ist in dieser Novelle zu finden, sondern auch seelische. Irinas Verhalten gegenüber der Bestie konnte ich nachvollziehen, wenn ich bedenke, dass sie die damaligen Erlebnisse nie richtig verarbeiten konnte und immer noch traumatisiert ist. Dass sie Außenseiterin im Dorf ist und keine Bezugsperson hat, spielt da sicher auch noch eine Rolle. Der Schreibstil der Autorin ist so wie ich es bei einer düsteren Neuinterpretation eines Märchens erwartet habe. Die Sprache ist klar und deutlich. Gewalttaten werden benannt und erzeugten bei mir auch ohne allzu genaue Beschreibung Bilder im Kopf. Es wird sich auf das wichtigste konzentriert und keine großen Abschweifungen vorgenommen. Trotzdem konnte ich die wichtigsten Charakterzüge der auftretenden Personen erkennen und vor allem Irinas Schmerz und Leid sowie ihre Beweggründe nachvollziehen. Zum Ende hin überraschte mich die Autorin nochmal mit der Auflösung der Geschichte, die ich so ganz sicher nicht erwartet hatte und nochmal den ganzen Schrecken der Story enthüllt, der so viel früher seinen Anfang nahm. Fazit Mit Wolfssucht zeigt uns Nora Bendzko eine düstere Novelle angelehnt an das Rotkäppchen, in dem Wolf und Mädchen Opfer anderer sind und sich die Geschehnisse immer weiter zuspitzen bis es im Ende seinen grausamen Höhepunkt findet.
3,5* Wolfssucht war wirklich eine einzigartige Geschichte, ich war von Seite eins sofort von der Handlung begeistert. Ich persönlich denke, wäre diese Geschichte ein paar Hundert Seiten länger gewesen, wäre sie umso besser, weil da das Buch knapp 130 Seiten hat, kam alles ziemlich schnell und hier hätte ich mir etwas mehr Zeit gewünscht. Nichtsdestotrotz war das Buch wirklich unterhaltsam und ganz nett für zwischendurch, ich werde auf jeden Fall die weiteren Bände der Galgenmärchen Reihe lesen. Jeder der düstere, gruselige Märchenadaptionen mag, sollte definitiv dieses Buch mal anschauen, es ist wirklich einzigartig und kann trotz der wenigen Seiten mit vielen anderen mithalten.
Wolfssucht goes into more detail into the life of its characters and also into deeper depths of human existence. Those who have already experienced sexual violence themselves or do not like to read about this topic should read the book with caution, because this is the basic plot element behind the events. What irritated me when reading Wolfssucht was a flashback that came from another narrator and was therefore different. I understand why the scene was not simply told, but I found it strange, because I never know what the character to whom the story is told really learns. Irina is arrogant and prideful and the more the story progresses, the more she is detached from reality until she no longer sees things as they really are. Otherwise I can’t explain her disturbing behavior. She loses herself completely in her otherness and searches for danger until she becomes addicted to it and can no longer accept logical arguments. Nevertheless, it is in a strange way fascinating to follow her path, even if it is not a good one. The volume doesn't have a happy ending, which alone sets it apart from most fairy tale adaptations. In addition, Wolfssucht left me with a strange feeling. To say that I liked the story would be wrong in the sense that it is not a traditional liking, but it has definitely fascinated me as a study into the abysses of human behavior. For me it tells the story of a girl who has lost everything and loses herself in her otherness and is condemned for it. The spiral of hatred and despair is thus shown in a wonderfully disturbing way and underscored with very pictorial and captivating language. If you want to venture into the dark world of Little Red Riding Hood, you are in good hands here. Read the full review: Wolfsucht
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Geschrieben hat die Münchnerin Nora Bendzko von Kindheit an. Der Wunsch, Literatur zu einem festen Bestandteil ihres Lebens zu machen, brachte sie nach Wien. Dort studiert sie Deutsche Philologie und arbeitet nebenbei als Lektorin. Der erste Band ihrer dunkelphantastischen »Galgenmärchen«-Reihe, »Wolfssucht«, gelangte in die Top 5 vom Deutschen Phantastik Preis 2017. Der zweite Band »Kindsräuber« schaffte es in die Top 3 vom Seraph 2018 als »Bester Independent Titel«. 2019 wurde auch »Hexensold« als »Bester Independent Titel« für den Seraph nominiert. Im Juni 2021 erschien mit »Die Götter müssen sterben« ihr Verlagsdebüt bei Droemer Knaur: eine blutig radikale Bearbeitung von Amazonenstoffen. Wenn sie nicht schreibt, singt sie leidenschaftlich in Metal-Bands wie »Nightmarcher«.
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"Wolfssucht" ist eine ganz besondere Novelle. Nora Bendzko führt den Leser mit einer bildhaften und tiefgründigen Sprache an menschliche Abgründe heran und bringt ihn zum Nachdenken. Der Seitenumfang ist relativ gering, aber durch die Leserunde habe ich mir ganz bewusst Zeit genommen, habe die Kapitel grundsätzlich langsam und viele Abschnitte sogar mehrmals gelesen. Und genau das sollte man bei diesem Buch tun: jedes einzelne Wort genießen und darüber nachsinnen. Denn das, was das Buch ausmacht, ist die Entwicklung der Charaktere. Zu was wird ein Mensch, wenn er sich in Extremsituationen befindet? Was ist gut? Was ist böse? Wer entscheidet das überhaupt? All diese und noch weitere Fragen wirft "Wolfssucht" auf ohne mit dem Finger auf den einen Bösewicht zu zeigen. Der Leser muss selbst entscheiden. Die Handlung spielt während des 30-jährigen Kriegs, was zu der schaurig düsteren Atmosphären beiträgt, die den perfekten Rahmen für die Handlung schafft. Gewalt, Verlust, Trauer sind allgegenwärtig. Nora Bendzko hat mit "Wolfssucht" eine gelungene Rotkäppchen-Adaption erschaffen, die den Leser nachdenklich und betroffen zurücklässt. Ist das wahre Ungeheuer der Mensch? Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung!
Nora Bendzko entführt einen mit Wolfssucht in die grausame Zeit des 30-jährigen Krieges, in der nicht nur die mordenden Soldaten eine Gefahr darstellen, sondern auch eine Bestie im Wald – und die Dorfbewohner selbst. Denn Angst, fanatischer Glaube und zurückgewiesene "Liebe" kann das schlechteste im Menschen zum Vorschein bringen wie unsere Protagonistin Irina erfahren muss. Irina tat mir die ganze Geschichte lang leid. Nicht nur, dass sie ihre Familie verlor und zusehen musste, wie eine Bestie ihre Schwester schändet und ermordet, sie wird deswegen auch noch von den Dorfbewohnern gemieden. Allein Skandar, dessen Nähe sie gar nicht will, will ihr Herz gewinnen und kann leider kein Nein akzeptieren. Aber nicht nur Skandar und das für mich grausame Verhalten der Großmutter treiben Irina in die Nähe des Abgrunds, auch die Dorfbewohner tun ihr Übriges dazu. Die Geschichte fängt schon düster mit Mord und grausamer Gewalt an, wird aber von Seite zu Seite düsterer. Nicht nur körperliche Gewalt ist in dieser Novelle zu finden, sondern auch seelische. Irinas Verhalten gegenüber der Bestie konnte ich nachvollziehen, wenn ich bedenke, dass sie die damaligen Erlebnisse nie richtig verarbeiten konnte und immer noch traumatisiert ist. Dass sie Außenseiterin im Dorf ist und keine Bezugsperson hat, spielt da sicher auch noch eine Rolle. Der Schreibstil der Autorin ist so wie ich es bei einer düsteren Neuinterpretation eines Märchens erwartet habe. Die Sprache ist klar und deutlich. Gewalttaten werden benannt und erzeugten bei mir auch ohne allzu genaue Beschreibung Bilder im Kopf. Es wird sich auf das wichtigste konzentriert und keine großen Abschweifungen vorgenommen. Trotzdem konnte ich die wichtigsten Charakterzüge der auftretenden Personen erkennen und vor allem Irinas Schmerz und Leid sowie ihre Beweggründe nachvollziehen. Zum Ende hin überraschte mich die Autorin nochmal mit der Auflösung der Geschichte, die ich so ganz sicher nicht erwartet hatte und nochmal den ganzen Schrecken der Story enthüllt, der so viel früher seinen Anfang nahm. Fazit Mit Wolfssucht zeigt uns Nora Bendzko eine düstere Novelle angelehnt an das Rotkäppchen, in dem Wolf und Mädchen Opfer anderer sind und sich die Geschehnisse immer weiter zuspitzen bis es im Ende seinen grausamen Höhepunkt findet.
3,5* Wolfssucht war wirklich eine einzigartige Geschichte, ich war von Seite eins sofort von der Handlung begeistert. Ich persönlich denke, wäre diese Geschichte ein paar Hundert Seiten länger gewesen, wäre sie umso besser, weil da das Buch knapp 130 Seiten hat, kam alles ziemlich schnell und hier hätte ich mir etwas mehr Zeit gewünscht. Nichtsdestotrotz war das Buch wirklich unterhaltsam und ganz nett für zwischendurch, ich werde auf jeden Fall die weiteren Bände der Galgenmärchen Reihe lesen. Jeder der düstere, gruselige Märchenadaptionen mag, sollte definitiv dieses Buch mal anschauen, es ist wirklich einzigartig und kann trotz der wenigen Seiten mit vielen anderen mithalten.
Wolfssucht goes into more detail into the life of its characters and also into deeper depths of human existence. Those who have already experienced sexual violence themselves or do not like to read about this topic should read the book with caution, because this is the basic plot element behind the events. What irritated me when reading Wolfssucht was a flashback that came from another narrator and was therefore different. I understand why the scene was not simply told, but I found it strange, because I never know what the character to whom the story is told really learns. Irina is arrogant and prideful and the more the story progresses, the more she is detached from reality until she no longer sees things as they really are. Otherwise I can’t explain her disturbing behavior. She loses herself completely in her otherness and searches for danger until she becomes addicted to it and can no longer accept logical arguments. Nevertheless, it is in a strange way fascinating to follow her path, even if it is not a good one. The volume doesn't have a happy ending, which alone sets it apart from most fairy tale adaptations. In addition, Wolfssucht left me with a strange feeling. To say that I liked the story would be wrong in the sense that it is not a traditional liking, but it has definitely fascinated me as a study into the abysses of human behavior. For me it tells the story of a girl who has lost everything and loses herself in her otherness and is condemned for it. The spiral of hatred and despair is thus shown in a wonderfully disturbing way and underscored with very pictorial and captivating language. If you want to venture into the dark world of Little Red Riding Hood, you are in good hands here. Read the full review: Wolfsucht









