Zur See
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Description
Woher kommt unsere Liebe zum Meer und die ewige Sehnsucht nach einer Insel?
Die Fähre braucht vom Festland eine Stunde auf die kleine Nordseeinsel, manchmal länger, je nach Wellengang. Hier lebt in einem der zwei Dörfer seit fast 300 Jahren die Familie Sander. Drei Kinder hat Hanne großgezogen, ihr Mann hat die Familie und die Seefahrt aufgegeben. Nun hat ihr Ältester sein Kapitänspatent verloren, ist gequält von Ahnungen und Flutstatistiken und wartet auf den schwersten aller Stürme. Tochter Eske, die im Seniorenheim Seeleute und Witwen pflegt, fürchtet die Touristenströme mehr als das Wasser, weil mit ihnen die Inselkultur längst zur Folklore verkommt. Nur Henrik, der Jüngste, ist mit sich im Reinen. Er ist der erste Mann in der Familie, den es nie auf ein Schiff gezogen hat, nur immer an den Strand, wo er Treibgut sammelt. Im Laufe eines Jahres verändert sich das Leben der Familie Sander von Grund auf, erst kaum spürbar, dann mit voller Wucht.
Klug und mit großer Wärme erzählt Dörte Hansen vom Wandel einer Inselwelt, von alten Gesetzen, die ihre Gültigkeit verlieren, und von Aufbruch und Befreiung.
Book Information
Author Description
Dörte Hansen, geboren 1964 in Husum, arbeitete nach ihrem Studium der Linguistik als NDR-Redakteurin und Autorin für Hörfunk und Print. Ihr Debüt »Altes Land« wurde 2015 zum »Lieblingsbuch des unabhängigen Buchhandels«. Ihr zweiter Roman »Mittagsstunde« (2018) wurde mit dem Rheingau Literatur Preis sowie dem Grimmelshausen Literaturpreis ausgezeichnet. 2022 erschien ihr hochgelobter Roman »Zur See«. Von Publikum und Kritik gleichermaßen gefeiert, wurden alle ihre Bücher zur SPIEGEL-Jahresbestsellern. Dörte Hansen lebt mit ihrer Familie in Nordfriesland.
Characteristics
2 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Posts
Im Mittelpunkt steht eine Familie, die seit 300 Jahren auf einer kleinen Nordseeinsel lebt. Wie seine Vorfahren wird der ältere Sohn Seemann, doch er hat Angst und ertränkt diese in Alkohol. Die Tochter hadert mit dem Tourismus und der jüngere Sohn lebt in seiner ganz eigenen Welt. Erneut geht es Dörte Hansen darum, wie sich abgelegene ländliche Regionen durch den Einzug der Moderne verändern und wie sich das auf die Dorfgemeinschaft, Familien und Individuen auswirkt. Mir hat das hier aber deutlich weniger gefallen als bei "Mittagsstunde". Es war mir zu gewollt. Unpassende Metaphern und kurze eingeschobene Sätze, die vielleicht besonders kraftvoll oder poetisch sein sollten, haben mich aus dem Lesefluss gerissen und einfach genervt. Kein schlechtes Buch, aber insgesamt hat mich doch einiges gestört.
Dörte Hansen erzählt hier eine vielschichtige und intensive Geschichte über das Leben auf einer Nordseeinsel zwischen Traditionen und und den eigenen Wünschen und Sehnsüchten am Beispiel der Familie Hansen. Das Hörbuch wird wunderbar passend spröde in seichten Wellen gelesen von Nina Hoss. „Zur See“ hat mich berührt und wird noch eine Weile nachhallen. Hörempfehlung ⭐️⭐️⭐️⭐️!
Das Buch konnte mich leider nicht überzeugen. Irgendwie fehlte mir der rote Faden. Es war für mich lediglich eine Aneinanderreihung alltäglicher Erlebnisse der Inselbewohner. Lediglich den Schluss fand ich sehr berührend und irgendwie passend. Was mir sehr gut gefallen hat, war das Nordseeinsel-Setting. Die Autorin hat es geschafft, diese ganz besondere Atmosphäre sehr bildhaft rüber zubringen.
Eine leise, tiefe Geschichte über das Inselleben einer Familie 😊👍🏻
Ein stimmungsvoller Roman über das Inselleben und die tiefen Verstrickungen einer Familie, die mit den rauen Herausforderungen der Natur und des Lebens zu kämpfen hat. Mit scharfem Blick und feiner Sprache beschreibt Hansen die melancholische Schönheit und den unverwechselbaren Alltag auf der Insel. Die Charaktere wirken authentisch und die Atmosphäre ist greifbar – ein Buch, das zum Nachdenken anregt und mit seiner ruhigen Tiefe überzeugt. Eine klare Empfehlung für alle, die Geschichten voller leiser, aber intensiver Emotionen schätzen.
Meer und Mensch
Ich bin froh, noch einmal einen Versuch mit Dörte Hansen und ihrer sehr direkten Sprache gewagt zu haben, nachdem mir «Altes Land» so garnicht gefallen hat. Hier ist die Sprache auch dicht und auf den Punkt, aber um so vieles sanfter, ausgereifter, mit einigem an Poesie gespickt. Wir sind auf einer Nordseeinsel und hauptsächlich mit den Angehörigen der Familie Sanders zusammen, deren Andersartigkeiten uns so kunstvoll beschrieben wird, so persönlich, dass wir alle bald recht gern haben. Es geht um das Leben auf der Insel, mit all der Wandlung, die heute auf so manch einen Flecken der Welt zukommt, die etwas ganz Besonderes hat. Das Besondere, dass bald auch andere erkennen und zu schätzen wissen, und in dem muss sich alles verändern. Es ist/ kann kein freudiger Glückroman sein, eine konstante Melancholie zieht sich durch die Geschichte, der stete Wandel, durchzogen mit Abschieden, die Suche nach einem neuen Sinn, die Natur, sowie die so faszinierende, aber auch unheimliche und erbarmungslose See. Mich hat diese Geschichte sehr berühren können, mich an meine Zeiten auf den Inseln der Nordsee erinnert, nur als Gast, nicht wirklich mittendrin. Dennoch glaube ich die See zu kennen, zu wissen, was sie zu sagen hat. Und für mich ist klar, dass auch Dörte Hansen es weiss
Eine leise und besondere Geschichte über das Leben auf einer Nordseeinsel 🌊🐚🐋
Was mir an diesem Buch besonders gefallen hat, war der tolle Schreibstil! Fast schon poetisch konnte ich mich so schön auf die Nordseeinsel einfühlen und hatte alle Protagonist*innen immer bildlich vor mir! 🌊⛴️🐋 Es ist eher eine leise Geschichte über die Schicksale verschiedener Menschen auf einer Nordseeinsel, die schmerzhaft, irgendwie real und für mich gleichzeitig auch total surreal waren, da ich selbst mir einfach nicht vorstellen kann, so zu leben. 🐚⚓️ Ich würde sagen, es lohnt sich das Buch zwischendurch mal zu lesen, es hat eine sehr besondere Atmosphäre und ist einfach toll geschrieben, aber es hat mich nicht super tief berührt. 🐋🦀 „Und jede Nacht, bevor er schläft, sieht er das Auge dieses jungen Wals vor sich, der sterben musste, weil er sich verschwommen hatte.“
Ein seh eindrückliches Buch. Es bietet einen schonungslosen Blick unter die Oberfläche, die wir als Nordseeurlauber:innen sehen. Die Menschen ringen mit dem Erbe der vorangegangenen Generationen, die Traditionen und die Insel bestimmen ihr Leben, ob sie es wollen oder nicht. Das erzählt Dörte Hansen in einer beeindruckenden Klarheit. Jeder Bewohner hat seine eigenen Möglichkeiten mit der Lebenssituation und den Konflikten umzugehen. Die Insel ist dabei ein sehr bestimmenden Faktor. Meisterhaft beschrieben, so dass einem die Personen noch lange im Gedächtnis bleiben.
🌊⛴️ Not waving, but drowning.
"Nichts Vertikales hat Bestand in dieser Landschaft, nicht die Kirchen, nicht die Sünden aus Beton, auch nicht die Reetdachhäuser mit den spitzen Giebeln, nicht einmal die Bäume. Es gibt hier nichts Beständiges. Das Fließen, Strömen und Verlanden, Stürmen, Auseinanderreißen hört nicht auf. Land gewonnen, Land zerronnen. Alles will hier Horizont sein." Eine Insel, eine Familiengeschichte – zwischen Fischerei und Tourismus, Kommen und Gehen, Freude und Trauer. Dörte Hansen erzählt in "Zur See" in ihrer wunderbar bildhaften Sprache die Geschichte der Familie Sander, seit Generationen auf einer kleinen Insel beheimatet und doch immer irgendwie zerrissen. Es ist ein kleines, leises Buch, auf das man sich einlassen muss, aber dann nimmt einen die Atmosphäre umso mehr mit. In seiner Tristesse hat es mich immer wieder an die Gedichte Erich Kästners erinnert. Auch wenn auf den ersten Blick gar nicht viel passiert, reißen die feinen Nuancen und die großartigen Metaphern mit. Das Ende war dann noch einmal besonders berührend. Ich habe das Buch passenderweise auf einem Wochenendtrip am Meer gekauft und auf der Heimfahrt gelesen. Da war der Sand in den Schuhen tatsächlich noch vorhanden. 😉 Kann es nur empfehlen! ❤ "Und vielleicht macht es keinen Unterschied, ob man in diesem Wasser Menschen tauft oder sich in die Wellen wirft mit einem Hund. Ob man Ausschläge auf der Haut und Seele hat oder verlassen wurde. Die See versorgt und hat genug für alle."

Sehr gutes Buch aber ganz anders als erwartet.
#Leseeindruck Zur See von Dörte Hansen Nach ihren beiden vorherigen Büchern habe ich mich tatsächlich schwer getan in das Buch hineinzufinden. Ihr sonst so trockener humorvoller und trotzdem liebevoller schreibstil fehlt hier völlig. Diese Geschichte ist eher dunkel, melancholisch und verhangen. Man bekommt einen Einblick in das alte Insel Leben welches am zerbröseln ist. Man fühlt sich irgendwie mit schuldig wenn man schon Nordsee Urlauber war. Was immer gewesen ist, wird nicht so bleiben. Das Insel leben fordert seinen Tribut. Eine Geschichte die einen nur hingeworfene Häppchen gibt und hin und her springt das es teilweise schwer fällt der Geschichte zu folgen. Aber trotz allem eine tolle Geschichte ist. Dieses Buch ist kein Highlight Buch von mir. Dafür empfand ich das Lesen zu anstrengend. Der Inhalt die Ausage des Buches ist jedoch etwas großartiges. Ich musste etwas länger darüber nachdenken, wie ich das Buch bewerten möchte. Auf der einen Seite 5 Sterne für den Inhalt aber wiederum nur 3 Sterne für den schreibstil der mich verwirrt hat. Ergibt jetzt eine gute 4 Sterne Bewertung für mich. Und ganz sicher werde ich auch wieder das nächste Buch von Dörte Hansen lesen.
Ein langsames Buch, in dem man in ein Jahr auf der Insel eintaucht. Über die Sorgen und Schwierigkeiten der Menschen dort, die möglichst sorgfältig vor den Touristen verborgen bleiben sollen. Über den Mix aus Liebe und Angst vor dem Meer. Die Handlung ist langsam, es gibt keinen richtigen Plot im klassischen Sinn. Ich hab eine Zeit gebraucht um rein zu kommen, aber das Ende hat mich doch pberrascht und mehr mitgenommen als ich dachte. Dörte Hansen hat einen wirklich besonderen Schreibstil.
Eine weiterer wunderschöner Roman von Dörte Hansen! Diesmal geht es um die Sehnsucht nach der See!
Ein typisches Buch im Hansen Schreibstil. Es geht um eine Familie die eng mit der See verbunden ist. Auf ihrer unverwechselbaren Art schreibt Hansen über den Alltag an der See. Rezension//Unbezahlte Werbung//Buch selbst gekauft oder geliehen
Melancholisch, teils schwermütig, lyrisch wirkend, lässt mich als Leserin nachdenklich zurück.
Die Autorin erzählt von einer Familie sowie einem Pastor auf einer nicht benannten Nordseeinsel. Fast jede der Personen berichtet von ihrem Leben und der Vergangenheit des Insellebens ohne viel miteinander in Kontakt zu sein. Der Schreibstil war für mich anfangs gewöhnungsbedürftig, passte aber schließlich zur Geschichte. Der Tenor war für mich eher düster teils schwermütig, hier und da mit norddeutschem trockenen Humor gespickt. Auch die Themen Klimawandel, Naturschutz und Tourismus waren ständige Begleiter. Als Urlauberin werde ich nochmal genauer hinschauen und mich reflektieren. Das Ende hätte ich mir anders gewünscht, aber vermutlich passt es genau so am Besten zur Geschichte. Keine wirkliche Urlaubslektüre, aber vielleicht doch erst recht. Aber Achtung: Es fehlt die Leichtigkeit, die Sonnenstrahlen und die Wärme.
Lange hatte ich dieses Buch auf meiner Liste. Endlich konnte ich es lesen. Und ich liebe alles daran.
Dörte Hansen beschreibt das Leben an der See, genauer auf einer Nordseeinsel aus fünf verschiedenen Haupt-Perspektiven aber zur Sprache kommen noch viel mehr, deren Leben alle miteinander an der See verbunden sind. Sie geht ganz in die Tiefe der Menschen, jede Einzelne bekommt einen eigenen Charakter, eine eigene Identität, ohne kitschig oder klischeehaft zu werden. Die Kapitel sind aufgebaut wie Kurzgeschichten, jedes Leben steht für sich. Das Besondere ist: Sie erzählt keine Geschichte, sondern sie erzählt die Menschen, woraus sich erst eine Geschichte ergibt. Selbst wenn ich wöllte, könnte ich den Inhalt gar nicht zusammenfassen, man muss die Menschen kennenlernen: Eske, Hanne, Ryckmer, Jens, Matthias und alle anderen. Aber ich kann sagen, wovon Dörte Hansen erzählt und was mich fasziniert: Sie erzählt von der Schönheit des Alleinsein und gleichzeitig von seinem Schrecken. Es geht um gefesselt-sein an einem Ort, der für andere pure Romantik ist. Und gleichzeitig ist da diese Sehnsucht, dieses Fleckchen Erde wieder als Heimat für sich zu haben, sich nicht gefangen zu fühlen, sondern aufgehoben. Sie erzählt von der See als einem kraftvollen Ort, der Energie schenkt, sie aber auch nimmt. Und wie schwer es ist, ihn zu verlassen. Und sie spricht eine Sehnsucht in mir an, von der ich gar nicht wusste, dass ich sie habe. Nicht die Sehnsucht nach See, nach Meer oder Wasser - sondern die Sehnsucht nach Leben, ein Leben, das sich nach mir anfühlt. Und das teile ich mit allen in diesem Buch. Es geht um Abschied, um Willkommensein, um Drama, um Glaube und Halt und Trennung - eigentlich um das ganze Leben. Unbedingte Leseempfehlung. Das hier ist etwas Besonderes! Lese-Soundtrack: Playlist "Classical, but not so classical"
Dörte Hansen kann wirklich gut schreiben. Kaum angefangen, war ich sofort auf dieser Insel, sehe die raue See, fühle die Melancholie und kann die schwer zu ertragenden Veränderung des Lebens auf der Nordseeinsel nachvollziehen. Trotzdem konnte mich dieses Buch nicht ganz so überzeugen wie „Altes Land“ und „Mittagstunde“. Ich kann nicht wirklich sagen warum. Ich habe die Geschichte um Familie Sanders, den Pastor und den anderen Inselbewohner sehr gern gelesen. Wollte mit jedem Kapitel mehr erfahren, aber doch hat es mich nicht ganz gepackt. Ich weiß nicht ob es an der fehlenden wörtlichen Rede lag. Dadurch war viel Atmosphäre zu spüren, aber auch Distanz zu den verschiednen Charakteren und ich glaub ich wollte näher ran. Trotzdem ein tolles Buch. Hab es gerne gelesen.
Ein Buch, was Nordsee-Fernweh weckt, aber auch berührt. Dörte Hansen lässt uns am Leben mehrerer Inselbewohner teilhaben und dabei sind es die leisen Töne, die ins Herz gehen. Ein ganz besonderer Schreibstil, durch den man sich schnell in die Perspektive der Hauptcharaktere begibt und den Tourismus und das Fischereisterben aus deren Sichtweise miterlebt. Das Buch eignet sich perfekt für zwischendurch. Ich mag es sehr gern.
Toller Roman mit einer ganz besonderen, stimmungsvollen Sprache, die die Geschichte bildgewaltig zum Leben erweckt.
Da sind die fünf Sanders - Hanne und Jens mit ihren drei erwachsenen Kindern Ryckmer, Eske und Henrik. Sie leben ein Inselleben vor der Nordseeküste und wir dürfen sie ein Jahr lang dabei begleiten. Und dann ist da noch der Inselpastor, der die Balance finden muss zwischen seiner Ehe und der Arbeit in der Kirche. 🐋 Dörte Hansen lässt uns in „Zur See“ tief blicken in die Seelen der Sanders und des Inselpastors. Die Charaktere könnten verschiedener nicht sein, und ganz bestimmt findet man sich selbst in einem der Inselbewohner*innen wieder. Mit großer Sorgfalt und ganz viel Feingefühl gelingt es der Autorin, die Gefühle jedes Einzelnen authentisch und nachvollziehbar aufs Papier zu bringen. Selbst wenn ich eine Figur zuerst auch noch so verschroben fand, entwickelte ich im Laufe der Kapitel Verständnis und Empathie. Eine Museumsführerin, ein Vogelwart, ein Fährkapitän, eine Altenpflegerin, ein Strandgutkünstler und ein Pastor - verschiedener geht es kaum und dennoch teilen sie ähnliche Wünsche und Sorgen. Es ist das starke Heimatgefühl, das alle sechs eint. Die Verbundenheit mit der Insel und das Bröckeln des Fundaments. Durch den Klimawandel, durch den Tourismus, durch das harte Inselleben, durch familiäre Katastrophen, durch den Verlust von Tradition und Sprache, durch Missverständnisse und Suchtprobleme, durch eine Kindheit ohne Halt und Wärme - durch all dies gerät die Inselwelt ins Wanken. Ein wahres Highlight war für mich das Kapitel des Wals, das so wunderbar zeigte, dass das wichtige Erbe und das Seemannswissen der Inselbewohner*innen schon längst nicht mehr so präsent sind, wie sie es erwartet hätten und nach außen hin verkörpern möchten. Außerdem steht der Wal in meinen Augen für ein Omen, für einen Wink des Schicksals und für eine Wendung - was mir unglaublich gut gefallen hat. Eine riesige Empfehlung für einen Roman, der in einer unfassbar atmosphärischen Sprache ein Meisterwerk aus Bildern schafft mit der perfekt gewichteten Brise Melancholie.

Vielschichtig, wunderschön und voller Atmosphäre
"Zur See" beschreibt das Leben auf einer Nordseeinsel am Beispiel der Familie Sander, deren Ahnen seit Jahrhunderten als Seefahrer auf der Insel leben. Aber die Insel hat sich gewandelt und lebt vom Tourismus während die Einheimischen versuchen "an den Rändern" ihr eigenes Alltagsleben zu leben. Das Buch schildert diesen Prozess aus der Sicht der sehr unterschiedlichen Familienmitglieder. Aber im Zentrum von allem steht immer das Meer, das für jeden seine eigene Bedeutung hat. "Zur See" ist ein schönes und langsames Buch voller detailreicher Beschreibungen, so dass man in das Inselleben eintauchen kann als wäre man selbst gerade am Meer.
Dörte Hansen schreibt lakonisch, nüchtern, distanziert und gerade deswegen war es für mich so gut und intensiv. Nicht ihre Gefühle, sondern die eigenen stehen im Fordergrund. Sie erzählt über das Leben auf einer Nordseeinsel und deren Menschen und den Menschen vor diesen Menschen. Was trägt man von seinen Ahnen in der DNA mit sich und wie verändert sich das mit den Urlaubern, die jedes Jahr die Insel fluten und die Inselbewohner wie in einem Zoo betrachten? Wie verändert sich das Leben und die Identität der Bewohner und Bewohnerrinnen? Von mir eine klare Leseempfehlung!
Eine kleine Insel in der Nordsee. Es könnte jede sein - mal ist sie grösser, mal kleiner - je nach Wellenschlag. Generationen von Seefahrern hat sie hervorgebracht. Hochseefahrt, nicht nur Fischer. Man kennt sich untereinander, seit Generationen, die Insulaner. Im Mittelpunkt steht die Familie Sander, die hinter dem Zaun aus Walknochen wohnt. Hanne, die Mutter, die Stunden damit zugebracht hat, wartend im Auto zu sitzen, um ihren Mann Sven abzuholen, der wochenlang zur See fuhr. Sven, der die Seefahrt irgendwann aufgab, um lieber Vögel zu beobachten, der es nicht mochte, wenn Pensionsgäste mit Schlappen durch seine Küche schlurften und sich halbnackt an seinen Tisch setzten und er deshalb in die Hütte zog. Der älteste Sohn Ryckmer, der ständig besoffen zur See fuhr und deshalb rausgeschmissen wurde und seitdem noch mehr säuft. Tochter Eske, die im Pflegeheim arbeitet, von oben bis unten tätowiert ist und damals am Hafen gegen Touristen protestierte. Und dann ist da noch Henrik, der jüngste Sohn, der mit sich im Reinen ist. Künstler wird er genannt, da er aus angespültem Treibholz Figuren zimmert. Schuhe hat er in seinem Leben noch nie getragen. Aber es geht nicht nur um diese Familie, alle Geschichten werden erzählt: Die, des Pastors, der Nachbarn und der anderen Insulanern. Das Inselleben hat sich verändert. Fischer gibt es nicht mehr, vielmehr ziehen sich die Männer als Fischer an, das mögen die Touristen. Touristen, davon gibt es viele - Sie werden im Sommer angespült und das Wasser nimmt sie bei Saisonende wieder mit. Zur See Dörte Hansen Ich konnte einfach nicht in die Geschichte finden. Dachte, irgendwann muss doch mal die Einleitung vorbei sein. Aber der Erzählstil änderte sich nicht. Beim zweiten Versuch, als ich wusste, dass es ein anderer Roman, eine ruhige und melancholische Geschichte ist, konnte ich mich ganz hineinfallen lassen, konnte das Salz des Meeres schmecken, den Sand zwischen den Zehen spüren und den Geschichten, Leiden und Nöten der Inselbewohner lauschen. Es ist kein Wohlfühlroman. Hansen geht ins Detail, bohrt mit ihren Fingern in angetrocknete Krusten herum, nichts wird verschönt, alles wird angesprochen und später aufgelöst. Ein eindrucksvoller Roman - wundervoll, ruhig und melancholisch von Nina Hoss gesprochen. Eine grosse Lese/Hörempfehlung von mir.
Ein Buch über Menschen, die auf einer Nordseeinsel leben 🌊 Der Schreibstil ist wirklich beeindruckend und einzigartig. Die Natur und die Art der Inselbevölkerung sind sehr gut beschrieben und es entsteht eine besondere Atmosphäre. Mir hat leider eine gewisse Spannung oder ein roter Faden in der Geschichte gefehlt. Es ist die meiste Zeit eine Erzählung der Leben. Dafür finde ich 250 Seiten ein bisschen zu lang.
Ein Buch voller Einsamkeit
Dieses Buch tropft nur so vor Einsamkeit und zeigt das melancholische Leben einiger Leute auf einer Insel. Viele deprimierende Passagen von verschiedenen Charakteren, die mit ansehen müssen wie sich das Leben auf einer Insel verändert und wie sich die Beziehungen zueinander ändern. Ein sehr ruhiges geschriebenes Buch, welches mich aber auch zum Nachdenken anregt.
Skizze eines Lebens im Verdrängungsraum von Tourismus und eine Liebeserklärung an die Nordsee
Dörte Hansen hat es wieder getan - die zarte Zeichnung einer Gesellschaft auf dem Land. Diesmal ist der Spielort eine Nordseeinsel, und die gezeichnete Gesellschaft herausgefordert vom Glanz der vergangenen Tage die längst dem Massentourismus gewichen sind. Ähnlich wie schon in "Altes Land" und "Mittagsstunde" zeichnet Dörte Hansen Charaktere aus dem echten Leben, die man auch mit ihren Fehlern zu lieben lernt. Unterspült wird alles von der Lebensrhythmus vorgebenden, allmächtigen Nordsee. Die Qualität der Geschichte wird nur getrübt von der ganzen Nordseefolklore, die einem irgendwann auf die Nerven geht. Und davon, dass das Motiv vor neuer Kulisse mittlerweile doch recht redundant ist. Wer Dörte Hansen lesen will, ist mit "Altes Land" besser beraten. Nichtsdestotrotz ist zur See eine geeignete Urlaubslektüre.
Absolutes Highlight, grandioses (Hör-)Buch! In einem Interview sagte Dörte Hansen, dass sie besonderen Wert auf die Klangmelodie gelegt hat. Und das macht das Buch zu etwas Besonderem für mich. Ich habe es als Hörbuch gehört und Nina Hoss spricht es norddeutsch unterkühlt, mit Ernshaftigkeit und dennoch seicht plätschernd, in den Wellen wiegend und irgendwie so symphathisch und beruhigend, wie der weite Blick über's Meer. Dörte Hansen hat einen liebevollen Blick auf die Inselbewohner mit all ihren Schrulligkeiten, mit subtiler Ironie und unterschwelliger Kritik am Tourismus ohne in ein nerviges Folklorekolorit abzudriften. Ein wunderbares Buch, ich empfehle es unbedingt als Hörbuch!
Pflichtlektüre für Nordsee-Insel-Feriengäste
Fahrt ihr gerne an die Nordsee? Mögt ihr das "maritime Ambiente"? Dann wird es Zeit, hinter die Kulissen zu schauen und zu lesen, was Touristenströme und die Zeitläufte mit einer traditionellen Inselgemeinde anstellen. Um es vorwegzunehmen: Die im Buch so meisterhaft beschriebene Insel gibt es nicht. Aber das ebenso meisterhaft beschriebene Geschäft mit der maritimen Kulisse und den Sehnsüchten der Theaterbesucher kommt dem geneigten Leser sehr bekannt vor. Schonungslos hält Dörte Hansen den Landratten den Spiegel vor und beschreibt einfühlsam das Innenleben der Inselbewohner. Der Inselpastor, dem Gott abhanden kommt, ist da nur einer von vielen Plot-Twists, die den Leser mal schmunzelnd, mal fassungslos, mal traurig zurücklassen. Klare Lese-Empfehlung!
Schönes Buch mit außergewöhnlichem Schreibstil 🐟🌊🦆
Mir wurde das Buch von einem Kollegen empfohlen, der mir das Buch als „Wohlfühlgeschichte“ mit wunderschöner Sprache anpries. Ich wurde nicht enttäuscht, habe aber wohl eine etwas andere Wahrnehmung als mein Kollege. Der Schreibstil von Dörte Hansen war für mich zuerst gewöhnungsbedürftig. So ganz ohne Schnörkel, eher nüchtern und trotzdem wunderschön. Ohne Dialoge und trotzdem gelingt es direkt Mitgefühl mit den Personen im Buch zu entwickeln. Für mich war das Buch eine erfrischende Abwechslung und mal etwas ganz anderes. Wer Lust hat, in das Leben auf einer Nordseeinsel einzutauchen, ist mit diesem Buch gut beraten. Ich werde sicher nochmal ein Buch von Dörte Hansen lesen!
Ein wunderbarer Roman, der im Gedächtnis bleibt. Es geht um verschiedene Personen aus verschiedenen Familien und das raue Leben am Meer. Jede Person durchlebt in der Geschichte einen Prozess der durchlaufen wird und kommt am Ende zu einem Ergebnis. Alle Personen sind sehr unterschiedlich und stehen an einem anderen Punkt im Leben. Es ist toll in die Atmosphäre auf der Insel und ihrer Bewohner einzutauchen. Man gewinnt jede Person auf seine Weise lieb und fragt sich wohin die Geschichte noch führen wird. Wie bei allen Büchern der Schriftstellerin, kommt das Ende mit einem kleinen Knall ganz unerwartet und lässt einen leicht geschockt zurück. Auch wenn die Geschichte aus erzählt ist, sehnt man sich am Ende doch sehr nach einer Fortsetzung.
Tolle Schreibweise, sehr angenehme bildliche Schilderung der Geschehnisse im Buch. Es holt einen total ab und lässt einen mit den Protagonisten durch die Geschichten und in der Szenerie wandeln. Man taucht ein in die raue Welt der Inselbewohner und bekommt nicht nur verschiedene Nebenschauplätze gezeigt, die leicht in einander verwoben sind, sondern bekommt auch historische Fakten über das Leben auf der Insel geliefert. Man bekommt Einblicke in die Lebensrealität der ehemaligen Seeleute und deren Nachfahren und kann sich ein eindrucksvolles Bild machen von einer rauen Welt für die man gemacht sein muss. Ein Buch, dass einen packt und einläd es anderen zu empfehlen!
Eine Dörte Hansen kann mich einfach nicht enttäuschen! Ganz im Gegenteil, mit jedem Buch wächst meine Sympathie weiter und weiter.
Ihr neuester Roman ist eine eindringliche und atmosphärische Geschichte über Einsamkeit, über Heimat und Zugehörigkeit, über Ängste und über den Wandel der Zeit. Sie ist so gut, ich habe sie in einem Rutsch durchgelesen! "Man sollte meinen, dass ein Mensch das Weite sucht, wenn er auf einer Insel aufgewachsen ist. Dass er, sobald er flüchten kann, den kleinen Brocken Land verlässt, der da halb abgesoffen in der Nordsee liegt.“ Dörte Hansen nimmt uns mit auf eine fiktive Nordseeinsel und macht uns vertraut mit den Gefahren der See. Karg ist sie, die Insel, rau und manchmal auch trostlos. Aber ihre Bewohner*innen wissen mit ihr umzugehen. Manchmal hadern sie, manchmal verzweifeln sie, aber letztlich schätzen und respektieren sie ihr kleines Stück Heimat. Doch der soziale und auch wirtschaftliche Wandel macht sich immer mehr bemerkbar. Die Seefahrt verändert sich, der Tourismus wächst und alle müssen lernen, sich an die Begebenheiten anzupassen. Denn, was sind alte Traditionen heute noch wert? "Man muss, wenn man auf einer Insel leben will, die Tagesränder suchen. Die Dämmerzeiten zwischen Tag und Nacht, die frühen Nebelmorgen und die späten Regennachmittage. Man muss am Strand, beim Bäcker und im Supermarkt gewesen sein, bevor die erste Fähre mit den Bustouristen und den Fahrradfahrern kommt." So auch die Familie Sanders, eine Seemannsfamilie mit Vater, Mutter und den mittlerweile erwachsenen Kindern, die schon immer auf dieser Insel lebten, so wie auch ihre Vorfahren. Aber so wie die Insel selbst wandelt sich auch die Familie, sie löst sich auf, zerfällt an ihrem Schweigen und der ganz individuellen Einsamkeit, mit der sie alle zu kämpfen haben. Dörte Hansen fängt mit ihrem Roman den Klang des Meeres ein - mal unberechenbar und unergründlich, mal aufgewühlt und stürmisch. Das spiegelt sich auch ganz großartig im Innenleben ihrer Charaktere wieder. Absolut lesenswert

Rau und heilsam wie das Meer
Mit 'Zur See' hat Dörte Hansen eines dieser Bücher geschrieben, die sich im Herz einnisten und dort überwintern. Eines dieser Bücher, bei denen man sich nicht entscheiden kann, ob man den letzten Satz lieber nochmal nachklingen lässt, oder schnell weiterliest, um noch mehr davon zu bekommen. Der Roman spielt auf einer nicht genannten Nordseeinsel und handelt hauptsächlich von der Familie Sander, deren Stammbaum Generationen von Seeleuten vorweist. Jede*r aus der Familie ist von außen betrachtet unzulänglich, hat Eigenarten, die das Zusammenleben mit ihnen erschweren. Sie tragen alle etwas von der rauen See in sich, die ihr Leben in so vielen Hinsichten bestimmt. Auch, wenn die Figuren grade in ihrer Konzentration vielleicht überspitzt wirken, hat für mich alles perfekt zusammengepasst. Dörte Hansen schreibt so lebendig, dass ich das Gefühl hatte, alles müsste genau so sein. Für mich das perfekte Buch für die kalte Jahreszeit! CN: Alkoholabhängigkeit, sexualisierte Gewalt, Kindesmissbrauch, Suizid
Habe mehr erwartet.
Ich konnte der Geschichte nicht ganz folgen. Sprünge in Zeit (?) und Schauplatz haben mich relativ schnell abgehängt. Dennoch wollte ich das Buch zuende lesen, die letzten ca. 50 Seiten ließen sich für mich leichter lesen als der Anfang. Wenn ich jedoch noch einmal "Delfter Fliesen" höre/lese, schreie ich.
Musste erst reinkommen
Das Buch hat mir gut gefallen. Ich musste aber erstmal reinfinden. Die Sprache war so ein Singsang irgendwie und anfangs hab ich gar nicht gecheckt, worum es geht 😂👍 Kennst du das, dass man dann gar nicht rein kommt, wenn man nicht weiß, was los ist im Buch? So ging es mir. Das Buch hat keine wörtliche Rede...alles nus so von außen beschrieben. Aber jetzt zum positiven Teil: Nachdem ich dann so 80 Seiten gebraucht hab, war ich drin. Jede Seite ist gefüllt von Einsamkeit und Kälte. Ich gebe zu, ich mag die Nordesee nicht 🫣 Die ist mir zu kalt und zu rau, genauso wie das Buch. Vielleicht hat es mich deswegen so berührt. Es ist auf jeden Fall ein Buch, das man bewusst lesen muss. Und es bleibt mir in Erinnerung.

In "Zur See" wird das Leben der Menschen auf einer Nordseeinsel wie der an den Strand angetriebene Wal skellettiert. Die teils melancholisch schöne, teils tragisch komische Stimmung geht einem beim Lesen in die Knochen. Ich hab einen zweiten Anlauf oder einfach die passende kühlere Stimmung gebraucht, um mich auf das Leben an den Tagesrändern und Seelenhungertage, das kleine und große Frieren, auf Heimwehkrankheit und "gästisch" sprechen einlassen konnte. Dann aber war ich sehr gerne Gast auf Dörte Hansens fiktiver Insel!

Ein sehr ruhiges aber sprachlich großartiges Buch ❤️ Wir lernen Familie Sander und das Leben auf einer Nordseeinsel kennen. Und den Blick von Einwohnern auf die Touristen, was mich immer wieder sehr zum Schmunzeln gebracht hat und ich mich auch in der ein anderen Beschreibung ertappt gefühlt hab. Auf jeden Fall hab ich jetzt Lust auf Meer… 🌊
Characteristics
2 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Description
Woher kommt unsere Liebe zum Meer und die ewige Sehnsucht nach einer Insel?
Die Fähre braucht vom Festland eine Stunde auf die kleine Nordseeinsel, manchmal länger, je nach Wellengang. Hier lebt in einem der zwei Dörfer seit fast 300 Jahren die Familie Sander. Drei Kinder hat Hanne großgezogen, ihr Mann hat die Familie und die Seefahrt aufgegeben. Nun hat ihr Ältester sein Kapitänspatent verloren, ist gequält von Ahnungen und Flutstatistiken und wartet auf den schwersten aller Stürme. Tochter Eske, die im Seniorenheim Seeleute und Witwen pflegt, fürchtet die Touristenströme mehr als das Wasser, weil mit ihnen die Inselkultur längst zur Folklore verkommt. Nur Henrik, der Jüngste, ist mit sich im Reinen. Er ist der erste Mann in der Familie, den es nie auf ein Schiff gezogen hat, nur immer an den Strand, wo er Treibgut sammelt. Im Laufe eines Jahres verändert sich das Leben der Familie Sander von Grund auf, erst kaum spürbar, dann mit voller Wucht.
Klug und mit großer Wärme erzählt Dörte Hansen vom Wandel einer Inselwelt, von alten Gesetzen, die ihre Gültigkeit verlieren, und von Aufbruch und Befreiung.
Book Information
Author Description
Dörte Hansen, geboren 1964 in Husum, arbeitete nach ihrem Studium der Linguistik als NDR-Redakteurin und Autorin für Hörfunk und Print. Ihr Debüt »Altes Land« wurde 2015 zum »Lieblingsbuch des unabhängigen Buchhandels«. Ihr zweiter Roman »Mittagsstunde« (2018) wurde mit dem Rheingau Literatur Preis sowie dem Grimmelshausen Literaturpreis ausgezeichnet. 2022 erschien ihr hochgelobter Roman »Zur See«. Von Publikum und Kritik gleichermaßen gefeiert, wurden alle ihre Bücher zur SPIEGEL-Jahresbestsellern. Dörte Hansen lebt mit ihrer Familie in Nordfriesland.
Posts
Im Mittelpunkt steht eine Familie, die seit 300 Jahren auf einer kleinen Nordseeinsel lebt. Wie seine Vorfahren wird der ältere Sohn Seemann, doch er hat Angst und ertränkt diese in Alkohol. Die Tochter hadert mit dem Tourismus und der jüngere Sohn lebt in seiner ganz eigenen Welt. Erneut geht es Dörte Hansen darum, wie sich abgelegene ländliche Regionen durch den Einzug der Moderne verändern und wie sich das auf die Dorfgemeinschaft, Familien und Individuen auswirkt. Mir hat das hier aber deutlich weniger gefallen als bei "Mittagsstunde". Es war mir zu gewollt. Unpassende Metaphern und kurze eingeschobene Sätze, die vielleicht besonders kraftvoll oder poetisch sein sollten, haben mich aus dem Lesefluss gerissen und einfach genervt. Kein schlechtes Buch, aber insgesamt hat mich doch einiges gestört.
Dörte Hansen erzählt hier eine vielschichtige und intensive Geschichte über das Leben auf einer Nordseeinsel zwischen Traditionen und und den eigenen Wünschen und Sehnsüchten am Beispiel der Familie Hansen. Das Hörbuch wird wunderbar passend spröde in seichten Wellen gelesen von Nina Hoss. „Zur See“ hat mich berührt und wird noch eine Weile nachhallen. Hörempfehlung ⭐️⭐️⭐️⭐️!
Das Buch konnte mich leider nicht überzeugen. Irgendwie fehlte mir der rote Faden. Es war für mich lediglich eine Aneinanderreihung alltäglicher Erlebnisse der Inselbewohner. Lediglich den Schluss fand ich sehr berührend und irgendwie passend. Was mir sehr gut gefallen hat, war das Nordseeinsel-Setting. Die Autorin hat es geschafft, diese ganz besondere Atmosphäre sehr bildhaft rüber zubringen.
Eine leise, tiefe Geschichte über das Inselleben einer Familie 😊👍🏻
Ein stimmungsvoller Roman über das Inselleben und die tiefen Verstrickungen einer Familie, die mit den rauen Herausforderungen der Natur und des Lebens zu kämpfen hat. Mit scharfem Blick und feiner Sprache beschreibt Hansen die melancholische Schönheit und den unverwechselbaren Alltag auf der Insel. Die Charaktere wirken authentisch und die Atmosphäre ist greifbar – ein Buch, das zum Nachdenken anregt und mit seiner ruhigen Tiefe überzeugt. Eine klare Empfehlung für alle, die Geschichten voller leiser, aber intensiver Emotionen schätzen.
Meer und Mensch
Ich bin froh, noch einmal einen Versuch mit Dörte Hansen und ihrer sehr direkten Sprache gewagt zu haben, nachdem mir «Altes Land» so garnicht gefallen hat. Hier ist die Sprache auch dicht und auf den Punkt, aber um so vieles sanfter, ausgereifter, mit einigem an Poesie gespickt. Wir sind auf einer Nordseeinsel und hauptsächlich mit den Angehörigen der Familie Sanders zusammen, deren Andersartigkeiten uns so kunstvoll beschrieben wird, so persönlich, dass wir alle bald recht gern haben. Es geht um das Leben auf der Insel, mit all der Wandlung, die heute auf so manch einen Flecken der Welt zukommt, die etwas ganz Besonderes hat. Das Besondere, dass bald auch andere erkennen und zu schätzen wissen, und in dem muss sich alles verändern. Es ist/ kann kein freudiger Glückroman sein, eine konstante Melancholie zieht sich durch die Geschichte, der stete Wandel, durchzogen mit Abschieden, die Suche nach einem neuen Sinn, die Natur, sowie die so faszinierende, aber auch unheimliche und erbarmungslose See. Mich hat diese Geschichte sehr berühren können, mich an meine Zeiten auf den Inseln der Nordsee erinnert, nur als Gast, nicht wirklich mittendrin. Dennoch glaube ich die See zu kennen, zu wissen, was sie zu sagen hat. Und für mich ist klar, dass auch Dörte Hansen es weiss
Eine leise und besondere Geschichte über das Leben auf einer Nordseeinsel 🌊🐚🐋
Was mir an diesem Buch besonders gefallen hat, war der tolle Schreibstil! Fast schon poetisch konnte ich mich so schön auf die Nordseeinsel einfühlen und hatte alle Protagonist*innen immer bildlich vor mir! 🌊⛴️🐋 Es ist eher eine leise Geschichte über die Schicksale verschiedener Menschen auf einer Nordseeinsel, die schmerzhaft, irgendwie real und für mich gleichzeitig auch total surreal waren, da ich selbst mir einfach nicht vorstellen kann, so zu leben. 🐚⚓️ Ich würde sagen, es lohnt sich das Buch zwischendurch mal zu lesen, es hat eine sehr besondere Atmosphäre und ist einfach toll geschrieben, aber es hat mich nicht super tief berührt. 🐋🦀 „Und jede Nacht, bevor er schläft, sieht er das Auge dieses jungen Wals vor sich, der sterben musste, weil er sich verschwommen hatte.“
Ein seh eindrückliches Buch. Es bietet einen schonungslosen Blick unter die Oberfläche, die wir als Nordseeurlauber:innen sehen. Die Menschen ringen mit dem Erbe der vorangegangenen Generationen, die Traditionen und die Insel bestimmen ihr Leben, ob sie es wollen oder nicht. Das erzählt Dörte Hansen in einer beeindruckenden Klarheit. Jeder Bewohner hat seine eigenen Möglichkeiten mit der Lebenssituation und den Konflikten umzugehen. Die Insel ist dabei ein sehr bestimmenden Faktor. Meisterhaft beschrieben, so dass einem die Personen noch lange im Gedächtnis bleiben.
🌊⛴️ Not waving, but drowning.
"Nichts Vertikales hat Bestand in dieser Landschaft, nicht die Kirchen, nicht die Sünden aus Beton, auch nicht die Reetdachhäuser mit den spitzen Giebeln, nicht einmal die Bäume. Es gibt hier nichts Beständiges. Das Fließen, Strömen und Verlanden, Stürmen, Auseinanderreißen hört nicht auf. Land gewonnen, Land zerronnen. Alles will hier Horizont sein." Eine Insel, eine Familiengeschichte – zwischen Fischerei und Tourismus, Kommen und Gehen, Freude und Trauer. Dörte Hansen erzählt in "Zur See" in ihrer wunderbar bildhaften Sprache die Geschichte der Familie Sander, seit Generationen auf einer kleinen Insel beheimatet und doch immer irgendwie zerrissen. Es ist ein kleines, leises Buch, auf das man sich einlassen muss, aber dann nimmt einen die Atmosphäre umso mehr mit. In seiner Tristesse hat es mich immer wieder an die Gedichte Erich Kästners erinnert. Auch wenn auf den ersten Blick gar nicht viel passiert, reißen die feinen Nuancen und die großartigen Metaphern mit. Das Ende war dann noch einmal besonders berührend. Ich habe das Buch passenderweise auf einem Wochenendtrip am Meer gekauft und auf der Heimfahrt gelesen. Da war der Sand in den Schuhen tatsächlich noch vorhanden. 😉 Kann es nur empfehlen! ❤ "Und vielleicht macht es keinen Unterschied, ob man in diesem Wasser Menschen tauft oder sich in die Wellen wirft mit einem Hund. Ob man Ausschläge auf der Haut und Seele hat oder verlassen wurde. Die See versorgt und hat genug für alle."

Sehr gutes Buch aber ganz anders als erwartet.
#Leseeindruck Zur See von Dörte Hansen Nach ihren beiden vorherigen Büchern habe ich mich tatsächlich schwer getan in das Buch hineinzufinden. Ihr sonst so trockener humorvoller und trotzdem liebevoller schreibstil fehlt hier völlig. Diese Geschichte ist eher dunkel, melancholisch und verhangen. Man bekommt einen Einblick in das alte Insel Leben welches am zerbröseln ist. Man fühlt sich irgendwie mit schuldig wenn man schon Nordsee Urlauber war. Was immer gewesen ist, wird nicht so bleiben. Das Insel leben fordert seinen Tribut. Eine Geschichte die einen nur hingeworfene Häppchen gibt und hin und her springt das es teilweise schwer fällt der Geschichte zu folgen. Aber trotz allem eine tolle Geschichte ist. Dieses Buch ist kein Highlight Buch von mir. Dafür empfand ich das Lesen zu anstrengend. Der Inhalt die Ausage des Buches ist jedoch etwas großartiges. Ich musste etwas länger darüber nachdenken, wie ich das Buch bewerten möchte. Auf der einen Seite 5 Sterne für den Inhalt aber wiederum nur 3 Sterne für den schreibstil der mich verwirrt hat. Ergibt jetzt eine gute 4 Sterne Bewertung für mich. Und ganz sicher werde ich auch wieder das nächste Buch von Dörte Hansen lesen.
Ein langsames Buch, in dem man in ein Jahr auf der Insel eintaucht. Über die Sorgen und Schwierigkeiten der Menschen dort, die möglichst sorgfältig vor den Touristen verborgen bleiben sollen. Über den Mix aus Liebe und Angst vor dem Meer. Die Handlung ist langsam, es gibt keinen richtigen Plot im klassischen Sinn. Ich hab eine Zeit gebraucht um rein zu kommen, aber das Ende hat mich doch pberrascht und mehr mitgenommen als ich dachte. Dörte Hansen hat einen wirklich besonderen Schreibstil.
Eine weiterer wunderschöner Roman von Dörte Hansen! Diesmal geht es um die Sehnsucht nach der See!
Ein typisches Buch im Hansen Schreibstil. Es geht um eine Familie die eng mit der See verbunden ist. Auf ihrer unverwechselbaren Art schreibt Hansen über den Alltag an der See. Rezension//Unbezahlte Werbung//Buch selbst gekauft oder geliehen
Melancholisch, teils schwermütig, lyrisch wirkend, lässt mich als Leserin nachdenklich zurück.
Die Autorin erzählt von einer Familie sowie einem Pastor auf einer nicht benannten Nordseeinsel. Fast jede der Personen berichtet von ihrem Leben und der Vergangenheit des Insellebens ohne viel miteinander in Kontakt zu sein. Der Schreibstil war für mich anfangs gewöhnungsbedürftig, passte aber schließlich zur Geschichte. Der Tenor war für mich eher düster teils schwermütig, hier und da mit norddeutschem trockenen Humor gespickt. Auch die Themen Klimawandel, Naturschutz und Tourismus waren ständige Begleiter. Als Urlauberin werde ich nochmal genauer hinschauen und mich reflektieren. Das Ende hätte ich mir anders gewünscht, aber vermutlich passt es genau so am Besten zur Geschichte. Keine wirkliche Urlaubslektüre, aber vielleicht doch erst recht. Aber Achtung: Es fehlt die Leichtigkeit, die Sonnenstrahlen und die Wärme.
Lange hatte ich dieses Buch auf meiner Liste. Endlich konnte ich es lesen. Und ich liebe alles daran.
Dörte Hansen beschreibt das Leben an der See, genauer auf einer Nordseeinsel aus fünf verschiedenen Haupt-Perspektiven aber zur Sprache kommen noch viel mehr, deren Leben alle miteinander an der See verbunden sind. Sie geht ganz in die Tiefe der Menschen, jede Einzelne bekommt einen eigenen Charakter, eine eigene Identität, ohne kitschig oder klischeehaft zu werden. Die Kapitel sind aufgebaut wie Kurzgeschichten, jedes Leben steht für sich. Das Besondere ist: Sie erzählt keine Geschichte, sondern sie erzählt die Menschen, woraus sich erst eine Geschichte ergibt. Selbst wenn ich wöllte, könnte ich den Inhalt gar nicht zusammenfassen, man muss die Menschen kennenlernen: Eske, Hanne, Ryckmer, Jens, Matthias und alle anderen. Aber ich kann sagen, wovon Dörte Hansen erzählt und was mich fasziniert: Sie erzählt von der Schönheit des Alleinsein und gleichzeitig von seinem Schrecken. Es geht um gefesselt-sein an einem Ort, der für andere pure Romantik ist. Und gleichzeitig ist da diese Sehnsucht, dieses Fleckchen Erde wieder als Heimat für sich zu haben, sich nicht gefangen zu fühlen, sondern aufgehoben. Sie erzählt von der See als einem kraftvollen Ort, der Energie schenkt, sie aber auch nimmt. Und wie schwer es ist, ihn zu verlassen. Und sie spricht eine Sehnsucht in mir an, von der ich gar nicht wusste, dass ich sie habe. Nicht die Sehnsucht nach See, nach Meer oder Wasser - sondern die Sehnsucht nach Leben, ein Leben, das sich nach mir anfühlt. Und das teile ich mit allen in diesem Buch. Es geht um Abschied, um Willkommensein, um Drama, um Glaube und Halt und Trennung - eigentlich um das ganze Leben. Unbedingte Leseempfehlung. Das hier ist etwas Besonderes! Lese-Soundtrack: Playlist "Classical, but not so classical"
Dörte Hansen kann wirklich gut schreiben. Kaum angefangen, war ich sofort auf dieser Insel, sehe die raue See, fühle die Melancholie und kann die schwer zu ertragenden Veränderung des Lebens auf der Nordseeinsel nachvollziehen. Trotzdem konnte mich dieses Buch nicht ganz so überzeugen wie „Altes Land“ und „Mittagstunde“. Ich kann nicht wirklich sagen warum. Ich habe die Geschichte um Familie Sanders, den Pastor und den anderen Inselbewohner sehr gern gelesen. Wollte mit jedem Kapitel mehr erfahren, aber doch hat es mich nicht ganz gepackt. Ich weiß nicht ob es an der fehlenden wörtlichen Rede lag. Dadurch war viel Atmosphäre zu spüren, aber auch Distanz zu den verschiednen Charakteren und ich glaub ich wollte näher ran. Trotzdem ein tolles Buch. Hab es gerne gelesen.
Ein Buch, was Nordsee-Fernweh weckt, aber auch berührt. Dörte Hansen lässt uns am Leben mehrerer Inselbewohner teilhaben und dabei sind es die leisen Töne, die ins Herz gehen. Ein ganz besonderer Schreibstil, durch den man sich schnell in die Perspektive der Hauptcharaktere begibt und den Tourismus und das Fischereisterben aus deren Sichtweise miterlebt. Das Buch eignet sich perfekt für zwischendurch. Ich mag es sehr gern.
Toller Roman mit einer ganz besonderen, stimmungsvollen Sprache, die die Geschichte bildgewaltig zum Leben erweckt.
Da sind die fünf Sanders - Hanne und Jens mit ihren drei erwachsenen Kindern Ryckmer, Eske und Henrik. Sie leben ein Inselleben vor der Nordseeküste und wir dürfen sie ein Jahr lang dabei begleiten. Und dann ist da noch der Inselpastor, der die Balance finden muss zwischen seiner Ehe und der Arbeit in der Kirche. 🐋 Dörte Hansen lässt uns in „Zur See“ tief blicken in die Seelen der Sanders und des Inselpastors. Die Charaktere könnten verschiedener nicht sein, und ganz bestimmt findet man sich selbst in einem der Inselbewohner*innen wieder. Mit großer Sorgfalt und ganz viel Feingefühl gelingt es der Autorin, die Gefühle jedes Einzelnen authentisch und nachvollziehbar aufs Papier zu bringen. Selbst wenn ich eine Figur zuerst auch noch so verschroben fand, entwickelte ich im Laufe der Kapitel Verständnis und Empathie. Eine Museumsführerin, ein Vogelwart, ein Fährkapitän, eine Altenpflegerin, ein Strandgutkünstler und ein Pastor - verschiedener geht es kaum und dennoch teilen sie ähnliche Wünsche und Sorgen. Es ist das starke Heimatgefühl, das alle sechs eint. Die Verbundenheit mit der Insel und das Bröckeln des Fundaments. Durch den Klimawandel, durch den Tourismus, durch das harte Inselleben, durch familiäre Katastrophen, durch den Verlust von Tradition und Sprache, durch Missverständnisse und Suchtprobleme, durch eine Kindheit ohne Halt und Wärme - durch all dies gerät die Inselwelt ins Wanken. Ein wahres Highlight war für mich das Kapitel des Wals, das so wunderbar zeigte, dass das wichtige Erbe und das Seemannswissen der Inselbewohner*innen schon längst nicht mehr so präsent sind, wie sie es erwartet hätten und nach außen hin verkörpern möchten. Außerdem steht der Wal in meinen Augen für ein Omen, für einen Wink des Schicksals und für eine Wendung - was mir unglaublich gut gefallen hat. Eine riesige Empfehlung für einen Roman, der in einer unfassbar atmosphärischen Sprache ein Meisterwerk aus Bildern schafft mit der perfekt gewichteten Brise Melancholie.

Vielschichtig, wunderschön und voller Atmosphäre
"Zur See" beschreibt das Leben auf einer Nordseeinsel am Beispiel der Familie Sander, deren Ahnen seit Jahrhunderten als Seefahrer auf der Insel leben. Aber die Insel hat sich gewandelt und lebt vom Tourismus während die Einheimischen versuchen "an den Rändern" ihr eigenes Alltagsleben zu leben. Das Buch schildert diesen Prozess aus der Sicht der sehr unterschiedlichen Familienmitglieder. Aber im Zentrum von allem steht immer das Meer, das für jeden seine eigene Bedeutung hat. "Zur See" ist ein schönes und langsames Buch voller detailreicher Beschreibungen, so dass man in das Inselleben eintauchen kann als wäre man selbst gerade am Meer.
Dörte Hansen schreibt lakonisch, nüchtern, distanziert und gerade deswegen war es für mich so gut und intensiv. Nicht ihre Gefühle, sondern die eigenen stehen im Fordergrund. Sie erzählt über das Leben auf einer Nordseeinsel und deren Menschen und den Menschen vor diesen Menschen. Was trägt man von seinen Ahnen in der DNA mit sich und wie verändert sich das mit den Urlaubern, die jedes Jahr die Insel fluten und die Inselbewohner wie in einem Zoo betrachten? Wie verändert sich das Leben und die Identität der Bewohner und Bewohnerrinnen? Von mir eine klare Leseempfehlung!
Eine kleine Insel in der Nordsee. Es könnte jede sein - mal ist sie grösser, mal kleiner - je nach Wellenschlag. Generationen von Seefahrern hat sie hervorgebracht. Hochseefahrt, nicht nur Fischer. Man kennt sich untereinander, seit Generationen, die Insulaner. Im Mittelpunkt steht die Familie Sander, die hinter dem Zaun aus Walknochen wohnt. Hanne, die Mutter, die Stunden damit zugebracht hat, wartend im Auto zu sitzen, um ihren Mann Sven abzuholen, der wochenlang zur See fuhr. Sven, der die Seefahrt irgendwann aufgab, um lieber Vögel zu beobachten, der es nicht mochte, wenn Pensionsgäste mit Schlappen durch seine Küche schlurften und sich halbnackt an seinen Tisch setzten und er deshalb in die Hütte zog. Der älteste Sohn Ryckmer, der ständig besoffen zur See fuhr und deshalb rausgeschmissen wurde und seitdem noch mehr säuft. Tochter Eske, die im Pflegeheim arbeitet, von oben bis unten tätowiert ist und damals am Hafen gegen Touristen protestierte. Und dann ist da noch Henrik, der jüngste Sohn, der mit sich im Reinen ist. Künstler wird er genannt, da er aus angespültem Treibholz Figuren zimmert. Schuhe hat er in seinem Leben noch nie getragen. Aber es geht nicht nur um diese Familie, alle Geschichten werden erzählt: Die, des Pastors, der Nachbarn und der anderen Insulanern. Das Inselleben hat sich verändert. Fischer gibt es nicht mehr, vielmehr ziehen sich die Männer als Fischer an, das mögen die Touristen. Touristen, davon gibt es viele - Sie werden im Sommer angespült und das Wasser nimmt sie bei Saisonende wieder mit. Zur See Dörte Hansen Ich konnte einfach nicht in die Geschichte finden. Dachte, irgendwann muss doch mal die Einleitung vorbei sein. Aber der Erzählstil änderte sich nicht. Beim zweiten Versuch, als ich wusste, dass es ein anderer Roman, eine ruhige und melancholische Geschichte ist, konnte ich mich ganz hineinfallen lassen, konnte das Salz des Meeres schmecken, den Sand zwischen den Zehen spüren und den Geschichten, Leiden und Nöten der Inselbewohner lauschen. Es ist kein Wohlfühlroman. Hansen geht ins Detail, bohrt mit ihren Fingern in angetrocknete Krusten herum, nichts wird verschönt, alles wird angesprochen und später aufgelöst. Ein eindrucksvoller Roman - wundervoll, ruhig und melancholisch von Nina Hoss gesprochen. Eine grosse Lese/Hörempfehlung von mir.
Ein Buch über Menschen, die auf einer Nordseeinsel leben 🌊 Der Schreibstil ist wirklich beeindruckend und einzigartig. Die Natur und die Art der Inselbevölkerung sind sehr gut beschrieben und es entsteht eine besondere Atmosphäre. Mir hat leider eine gewisse Spannung oder ein roter Faden in der Geschichte gefehlt. Es ist die meiste Zeit eine Erzählung der Leben. Dafür finde ich 250 Seiten ein bisschen zu lang.
Ein Buch voller Einsamkeit
Dieses Buch tropft nur so vor Einsamkeit und zeigt das melancholische Leben einiger Leute auf einer Insel. Viele deprimierende Passagen von verschiedenen Charakteren, die mit ansehen müssen wie sich das Leben auf einer Insel verändert und wie sich die Beziehungen zueinander ändern. Ein sehr ruhiges geschriebenes Buch, welches mich aber auch zum Nachdenken anregt.
Skizze eines Lebens im Verdrängungsraum von Tourismus und eine Liebeserklärung an die Nordsee
Dörte Hansen hat es wieder getan - die zarte Zeichnung einer Gesellschaft auf dem Land. Diesmal ist der Spielort eine Nordseeinsel, und die gezeichnete Gesellschaft herausgefordert vom Glanz der vergangenen Tage die längst dem Massentourismus gewichen sind. Ähnlich wie schon in "Altes Land" und "Mittagsstunde" zeichnet Dörte Hansen Charaktere aus dem echten Leben, die man auch mit ihren Fehlern zu lieben lernt. Unterspült wird alles von der Lebensrhythmus vorgebenden, allmächtigen Nordsee. Die Qualität der Geschichte wird nur getrübt von der ganzen Nordseefolklore, die einem irgendwann auf die Nerven geht. Und davon, dass das Motiv vor neuer Kulisse mittlerweile doch recht redundant ist. Wer Dörte Hansen lesen will, ist mit "Altes Land" besser beraten. Nichtsdestotrotz ist zur See eine geeignete Urlaubslektüre.
Absolutes Highlight, grandioses (Hör-)Buch! In einem Interview sagte Dörte Hansen, dass sie besonderen Wert auf die Klangmelodie gelegt hat. Und das macht das Buch zu etwas Besonderem für mich. Ich habe es als Hörbuch gehört und Nina Hoss spricht es norddeutsch unterkühlt, mit Ernshaftigkeit und dennoch seicht plätschernd, in den Wellen wiegend und irgendwie so symphathisch und beruhigend, wie der weite Blick über's Meer. Dörte Hansen hat einen liebevollen Blick auf die Inselbewohner mit all ihren Schrulligkeiten, mit subtiler Ironie und unterschwelliger Kritik am Tourismus ohne in ein nerviges Folklorekolorit abzudriften. Ein wunderbares Buch, ich empfehle es unbedingt als Hörbuch!
Pflichtlektüre für Nordsee-Insel-Feriengäste
Fahrt ihr gerne an die Nordsee? Mögt ihr das "maritime Ambiente"? Dann wird es Zeit, hinter die Kulissen zu schauen und zu lesen, was Touristenströme und die Zeitläufte mit einer traditionellen Inselgemeinde anstellen. Um es vorwegzunehmen: Die im Buch so meisterhaft beschriebene Insel gibt es nicht. Aber das ebenso meisterhaft beschriebene Geschäft mit der maritimen Kulisse und den Sehnsüchten der Theaterbesucher kommt dem geneigten Leser sehr bekannt vor. Schonungslos hält Dörte Hansen den Landratten den Spiegel vor und beschreibt einfühlsam das Innenleben der Inselbewohner. Der Inselpastor, dem Gott abhanden kommt, ist da nur einer von vielen Plot-Twists, die den Leser mal schmunzelnd, mal fassungslos, mal traurig zurücklassen. Klare Lese-Empfehlung!
Schönes Buch mit außergewöhnlichem Schreibstil 🐟🌊🦆
Mir wurde das Buch von einem Kollegen empfohlen, der mir das Buch als „Wohlfühlgeschichte“ mit wunderschöner Sprache anpries. Ich wurde nicht enttäuscht, habe aber wohl eine etwas andere Wahrnehmung als mein Kollege. Der Schreibstil von Dörte Hansen war für mich zuerst gewöhnungsbedürftig. So ganz ohne Schnörkel, eher nüchtern und trotzdem wunderschön. Ohne Dialoge und trotzdem gelingt es direkt Mitgefühl mit den Personen im Buch zu entwickeln. Für mich war das Buch eine erfrischende Abwechslung und mal etwas ganz anderes. Wer Lust hat, in das Leben auf einer Nordseeinsel einzutauchen, ist mit diesem Buch gut beraten. Ich werde sicher nochmal ein Buch von Dörte Hansen lesen!
Ein wunderbarer Roman, der im Gedächtnis bleibt. Es geht um verschiedene Personen aus verschiedenen Familien und das raue Leben am Meer. Jede Person durchlebt in der Geschichte einen Prozess der durchlaufen wird und kommt am Ende zu einem Ergebnis. Alle Personen sind sehr unterschiedlich und stehen an einem anderen Punkt im Leben. Es ist toll in die Atmosphäre auf der Insel und ihrer Bewohner einzutauchen. Man gewinnt jede Person auf seine Weise lieb und fragt sich wohin die Geschichte noch führen wird. Wie bei allen Büchern der Schriftstellerin, kommt das Ende mit einem kleinen Knall ganz unerwartet und lässt einen leicht geschockt zurück. Auch wenn die Geschichte aus erzählt ist, sehnt man sich am Ende doch sehr nach einer Fortsetzung.
Tolle Schreibweise, sehr angenehme bildliche Schilderung der Geschehnisse im Buch. Es holt einen total ab und lässt einen mit den Protagonisten durch die Geschichten und in der Szenerie wandeln. Man taucht ein in die raue Welt der Inselbewohner und bekommt nicht nur verschiedene Nebenschauplätze gezeigt, die leicht in einander verwoben sind, sondern bekommt auch historische Fakten über das Leben auf der Insel geliefert. Man bekommt Einblicke in die Lebensrealität der ehemaligen Seeleute und deren Nachfahren und kann sich ein eindrucksvolles Bild machen von einer rauen Welt für die man gemacht sein muss. Ein Buch, dass einen packt und einläd es anderen zu empfehlen!
Eine Dörte Hansen kann mich einfach nicht enttäuschen! Ganz im Gegenteil, mit jedem Buch wächst meine Sympathie weiter und weiter.
Ihr neuester Roman ist eine eindringliche und atmosphärische Geschichte über Einsamkeit, über Heimat und Zugehörigkeit, über Ängste und über den Wandel der Zeit. Sie ist so gut, ich habe sie in einem Rutsch durchgelesen! "Man sollte meinen, dass ein Mensch das Weite sucht, wenn er auf einer Insel aufgewachsen ist. Dass er, sobald er flüchten kann, den kleinen Brocken Land verlässt, der da halb abgesoffen in der Nordsee liegt.“ Dörte Hansen nimmt uns mit auf eine fiktive Nordseeinsel und macht uns vertraut mit den Gefahren der See. Karg ist sie, die Insel, rau und manchmal auch trostlos. Aber ihre Bewohner*innen wissen mit ihr umzugehen. Manchmal hadern sie, manchmal verzweifeln sie, aber letztlich schätzen und respektieren sie ihr kleines Stück Heimat. Doch der soziale und auch wirtschaftliche Wandel macht sich immer mehr bemerkbar. Die Seefahrt verändert sich, der Tourismus wächst und alle müssen lernen, sich an die Begebenheiten anzupassen. Denn, was sind alte Traditionen heute noch wert? "Man muss, wenn man auf einer Insel leben will, die Tagesränder suchen. Die Dämmerzeiten zwischen Tag und Nacht, die frühen Nebelmorgen und die späten Regennachmittage. Man muss am Strand, beim Bäcker und im Supermarkt gewesen sein, bevor die erste Fähre mit den Bustouristen und den Fahrradfahrern kommt." So auch die Familie Sanders, eine Seemannsfamilie mit Vater, Mutter und den mittlerweile erwachsenen Kindern, die schon immer auf dieser Insel lebten, so wie auch ihre Vorfahren. Aber so wie die Insel selbst wandelt sich auch die Familie, sie löst sich auf, zerfällt an ihrem Schweigen und der ganz individuellen Einsamkeit, mit der sie alle zu kämpfen haben. Dörte Hansen fängt mit ihrem Roman den Klang des Meeres ein - mal unberechenbar und unergründlich, mal aufgewühlt und stürmisch. Das spiegelt sich auch ganz großartig im Innenleben ihrer Charaktere wieder. Absolut lesenswert

Rau und heilsam wie das Meer
Mit 'Zur See' hat Dörte Hansen eines dieser Bücher geschrieben, die sich im Herz einnisten und dort überwintern. Eines dieser Bücher, bei denen man sich nicht entscheiden kann, ob man den letzten Satz lieber nochmal nachklingen lässt, oder schnell weiterliest, um noch mehr davon zu bekommen. Der Roman spielt auf einer nicht genannten Nordseeinsel und handelt hauptsächlich von der Familie Sander, deren Stammbaum Generationen von Seeleuten vorweist. Jede*r aus der Familie ist von außen betrachtet unzulänglich, hat Eigenarten, die das Zusammenleben mit ihnen erschweren. Sie tragen alle etwas von der rauen See in sich, die ihr Leben in so vielen Hinsichten bestimmt. Auch, wenn die Figuren grade in ihrer Konzentration vielleicht überspitzt wirken, hat für mich alles perfekt zusammengepasst. Dörte Hansen schreibt so lebendig, dass ich das Gefühl hatte, alles müsste genau so sein. Für mich das perfekte Buch für die kalte Jahreszeit! CN: Alkoholabhängigkeit, sexualisierte Gewalt, Kindesmissbrauch, Suizid
Habe mehr erwartet.
Ich konnte der Geschichte nicht ganz folgen. Sprünge in Zeit (?) und Schauplatz haben mich relativ schnell abgehängt. Dennoch wollte ich das Buch zuende lesen, die letzten ca. 50 Seiten ließen sich für mich leichter lesen als der Anfang. Wenn ich jedoch noch einmal "Delfter Fliesen" höre/lese, schreie ich.
Musste erst reinkommen
Das Buch hat mir gut gefallen. Ich musste aber erstmal reinfinden. Die Sprache war so ein Singsang irgendwie und anfangs hab ich gar nicht gecheckt, worum es geht 😂👍 Kennst du das, dass man dann gar nicht rein kommt, wenn man nicht weiß, was los ist im Buch? So ging es mir. Das Buch hat keine wörtliche Rede...alles nus so von außen beschrieben. Aber jetzt zum positiven Teil: Nachdem ich dann so 80 Seiten gebraucht hab, war ich drin. Jede Seite ist gefüllt von Einsamkeit und Kälte. Ich gebe zu, ich mag die Nordesee nicht 🫣 Die ist mir zu kalt und zu rau, genauso wie das Buch. Vielleicht hat es mich deswegen so berührt. Es ist auf jeden Fall ein Buch, das man bewusst lesen muss. Und es bleibt mir in Erinnerung.

In "Zur See" wird das Leben der Menschen auf einer Nordseeinsel wie der an den Strand angetriebene Wal skellettiert. Die teils melancholisch schöne, teils tragisch komische Stimmung geht einem beim Lesen in die Knochen. Ich hab einen zweiten Anlauf oder einfach die passende kühlere Stimmung gebraucht, um mich auf das Leben an den Tagesrändern und Seelenhungertage, das kleine und große Frieren, auf Heimwehkrankheit und "gästisch" sprechen einlassen konnte. Dann aber war ich sehr gerne Gast auf Dörte Hansens fiktiver Insel!























































