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„Das Mädchen aus der Schwebenden Welt“ von Axie Oh ist der Auftakt der „Floating World“-Dilogie. Eine Adaption des koreanischen Märchens „Der Holzfäller und die Himmelsfee“ vermischt mit Elementen aus dem RPG „Final Fantasy VII“. „Das Mädchen, das in den Wellen verschwand“ war dieses Jahr mein erstes Highlight. Dementsprechend groß waren meine Erwartungen, die glücklicherweise nicht enttäuscht wurden. Es handelte sich allerdings um einen Blindkauf, sprich: ich habe bis heute nie den Klappentext gelesen oder mich sonst in irgendeiner Form über diese Dilogie informiert. So wusste ich also nicht, dass es sich um eine Adaption von „Der Holzfäller und die Himmelsfee“ handelt; ein Märchen, das Mina in „Das Mädchen, das in den Wellen verschwand“ im Übrigen dem Meeresgott erzählt. Dafür war die Freude umso größer, als ich die Verbindung beim Lesen entdeckte, denn das Märchen selbst dient nicht nur als Inspiration, sondern ist auch in dieser Welt ein bekanntes und wichtiges Volksmärchen. Während „Das Mädchen, das in den Wellen verschwand“ nicht nur eine Adaption ist, sondern selbst wie ein Märchen gelesen werden kann, ist „Das Mädchen aus der schwebenden Welt“ eine klassische Coming-of-Age-Geschichte für Jugendliche. Diese wird im personalen Erzählstil aus Sicht von 3 Charakteren erzählt: Ren, Sumho und Jaeil. Was es mit den dreien auf sich hat, müsst Ihr schon selbst herausfinden, denn 2 der 3 können sich nicht komplett an ihre Vergangenheit erinnern, somit enträtseln wir diese gemeinsam mit ihnen. Lasst Euch das nicht nehmen und erspart Euch deshalb auch am besten gleich den Klappentext. Wir begeben uns also mit diesen jungen Helden auf eine relativ klassische Heldenreise voller Abenteuer und Reflexion. Die Charaktere müssen über sich hinauswachsen und ihre Ängste überwinden, was gleich doppelt schwer ist, wenn man sich nicht daran erinnert, wo diese Ängste denn herkommen. Die Rückblenden waren also jedes Mal außerordentlich interessant. Einer der drei muss parallel dazu ein Murder Mystery aufklären – er fällt aber generell ziemlich aus der Rolle. Bei ihm musste ich mich auch immer wieder selbst daran erinnern, dass er auch ein junger Erwachsener sein soll. Das macht seinen Handlungsstrang aber nicht weniger interessant. Es entwickelt sich auch eine zarte Liebesgeschichte, die aber nie zu aufdringlich ist. Mehr als einen Kuss sollte man bei dieser Reihe auch nicht erwarten – und ich liebe es. Einige Stimmen sprechen durchaus zurecht von „Instalove“, allerdings ist es in meinen Augen eher eine sofortige Faszination, die beide aufeinander ausüben. Was auch wenig verwunderlich ist, wenn man bedenkt, wie schicksalhaft sie aufeinandertreffen…unabhängig davon baut Oh viele bedeutende Momente für diese erste Liebe ein. Sie lernen sich langsam aber stetig kennen, sowohl die dunklen wie auch die hellen Seiten. Sie bekommen mehrfach die Chance, einander mit Gesten zu beweisen, dass sie einander vertrauen können etc. Meiner Meinung nach eine wirklich schön geschriebene Liebesgeschichte, die aber wie gesagt sowieso nicht im Fokus der Handlung steht. Überrascht haben mich bei diesem Buch aber vor allem die Actionszenen. Wahnsinn, wie gut und plastisch diese beschrieben sind. Oh scheint da ein richtiges Talent für zu haben, gerne mehr davon! Insbesondere eine Szene in einem Zug hat sich in mein Gedächtnis eingebrannt und mich auf die beste Weise an Filme wie „John Wick“ oder „Bullet Train“ erinnert. So konnte ich diese also perfekt visualisieren und fühlte richtig den Nervenkitzel. Es ist sehr lange her, dass ich ein Buch gelesen habe, das eine Actionszene so richtig cineastisch rüberbringen kann. Chapeau! Das einzige Manko an dem Roman ist, dass am Anfang selbst die Verwirrung verwirrt ist. Ich lese sehr gerne asiatische Fantasy und bin stets bemüht, nicht die dumme Weiße zu sein, die ich manchmal nun mal unfreiwillig bin. In dem Fall fürchte ich, dass es definitiv so ist und dass insbesondere Koreaner nicht von der Tante-Onkel-Onkel-Situation in den ersten Kapiteln verwirrt sein werden. Ich war es schon trotz mehrmaligen Lesens. Ebenso irritierend ist es, dass man sich als Leser bei vielen Figuren aktiv daran erinnern muss, dass sie jung sein sollen. Die Tante hat sich unser gesamter Buddyread zu Anfang als Oma vorgestellt – so leid es uns auch tut. Über Geografie in diesem Buch müssen wir erst gar nicht sprechen. Die Karte macht es definitiv nicht besser. Alles in allem liefert Axie Oh mit „Das Mädchen aus der Schwebenden Welt“ einen tollen Reihenauftakt voller Abenteuer, junger Liebe und düsteren Geheimnissen. Als Romantasy würde ich es nicht betiteln, denn die Liebesgeschichte steht hier nicht im Vordergrund. Die Heldenreise gestaltet sich abwechslungsreich und spannend. Insbesondere die Actionszenen haben es mir angetan. Ich freue mich, dass die Fortsetzung bereits parat liegt. 4,5/5 Sterne!
Feb 23, 2026
„Das Mädchen aus der Schwebenden Welt“ von Axie Oh ist der Auftakt der „Floating World“-Dilogie. Eine Adaption des koreanischen Märchens „Der Holzfäller und die Himmelsfee“ vermischt mit Elementen aus dem RPG „Final Fantasy VII“. „Das Mädchen, das in den Wellen verschwand“ war dieses Jahr mein erstes Highlight. Dementsprechend groß waren meine Erwartungen, die glücklicherweise nicht enttäuscht wurden. Es handelte sich allerdings um einen Blindkauf, sprich: ich habe bis heute nie den Klappentext gelesen oder mich sonst in irgendeiner Form über diese Dilogie informiert. So wusste ich also nicht, dass es sich um eine Adaption von „Der Holzfäller und die Himmelsfee“ handelt; ein Märchen, das Mina in „Das Mädchen, das in den Wellen verschwand“ im Übrigen dem Meeresgott erzählt. Dafür war die Freude umso größer, als ich die Verbindung beim Lesen entdeckte, denn das Märchen selbst dient nicht nur als Inspiration, sondern ist auch in dieser Welt ein bekanntes und wichtiges Volksmärchen. Während „Das Mädchen, das in den Wellen verschwand“ nicht nur eine Adaption ist, sondern selbst wie ein Märchen gelesen werden kann, ist „Das Mädchen aus der schwebenden Welt“ eine klassische Coming-of-Age-Geschichte für Jugendliche. Diese wird im personalen Erzählstil aus Sicht von 3 Charakteren erzählt: Ren, Sumho und Jaeil. Was es mit den dreien auf sich hat, müsst Ihr schon selbst herausfinden, denn 2 der 3 können sich nicht komplett an ihre Vergangenheit erinnern, somit enträtseln wir diese gemeinsam mit ihnen. Lasst Euch das nicht nehmen und erspart Euch deshalb auch am besten gleich den Klappentext. Wir begeben uns also mit diesen jungen Helden auf eine relativ klassische Heldenreise voller Abenteuer und Reflexion. Die Charaktere müssen über sich hinauswachsen und ihre Ängste überwinden, was gleich doppelt schwer ist, wenn man sich nicht daran erinnert, wo diese Ängste denn herkommen. Die Rückblenden waren also jedes Mal außerordentlich interessant. Einer der drei muss parallel dazu ein Murder Mystery aufklären – er fällt aber generell ziemlich aus der Rolle. Bei ihm musste ich mich auch immer wieder selbst daran erinnern, dass er auch ein junger Erwachsener sein soll. Das macht seinen Handlungsstrang aber nicht weniger interessant. Es entwickelt sich auch eine zarte Liebesgeschichte, die aber nie zu aufdringlich ist. Mehr als einen Kuss sollte man bei dieser Reihe auch nicht erwarten – und ich liebe es. Einige Stimmen sprechen durchaus zurecht von „Instalove“, allerdings ist es in meinen Augen eher eine sofortige Faszination, die beide aufeinander ausüben. Was auch wenig verwunderlich ist, wenn man bedenkt, wie schicksalhaft sie aufeinandertreffen…unabhängig davon baut Oh viele bedeutende Momente für diese erste Liebe ein. Sie lernen sich langsam aber stetig kennen, sowohl die dunklen wie auch die hellen Seiten. Sie bekommen mehrfach die Chance, einander mit Gesten zu beweisen, dass sie einander vertrauen können etc. Meiner Meinung nach eine wirklich schön geschriebene Liebesgeschichte, die aber wie gesagt sowieso nicht im Fokus der Handlung steht. Überrascht haben mich bei diesem Buch aber vor allem die Actionszenen. Wahnsinn, wie gut und plastisch diese beschrieben sind. Oh scheint da ein richtiges Talent für zu haben, gerne mehr davon! Insbesondere eine Szene in einem Zug hat sich in mein Gedächtnis eingebrannt und mich auf die beste Weise an Filme wie „John Wick“ oder „Bullet Train“ erinnert. So konnte ich diese also perfekt visualisieren und fühlte richtig den Nervenkitzel. Es ist sehr lange her, dass ich ein Buch gelesen habe, das eine Actionszene so richtig cineastisch rüberbringen kann. Chapeau! Das einzige Manko an dem Roman ist, dass am Anfang selbst die Verwirrung verwirrt ist. Ich lese sehr gerne asiatische Fantasy und bin stets bemüht, nicht die dumme Weiße zu sein, die ich manchmal nun mal unfreiwillig bin. In dem Fall fürchte ich, dass es definitiv so ist und dass insbesondere Koreaner nicht von der Tante-Onkel-Onkel-Situation in den ersten Kapiteln verwirrt sein werden. Ich war es schon trotz mehrmaligen Lesens. Ebenso irritierend ist es, dass man sich als Leser bei vielen Figuren aktiv daran erinnern muss, dass sie jung sein sollen. Die Tante hat sich unser gesamter Buddyread zu Anfang als Oma vorgestellt – so leid es uns auch tut. Über Geografie in diesem Buch müssen wir erst gar nicht sprechen. Die Karte macht es definitiv nicht besser. Alles in allem liefert Axie Oh mit „Das Mädchen aus der Schwebenden Welt“ einen tollen Reihenauftakt voller Abenteuer, junger Liebe und düsteren Geheimnissen. Als Romantasy würde ich es nicht betiteln, denn die Liebesgeschichte steht hier nicht im Vordergrund. Die Heldenreise gestaltet sich abwechslungsreich und spannend. Insbesondere die Actionszenen haben es mir angetan. Ich freue mich, dass die Fortsetzung bereits parat liegt. 4,5/5 Sterne!
Feb 23, 2026








