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Eine KI auf der Suche nach ihrer Bestimmung
Lovelace ist eigentlich dazu gedacht, die Schiffssysteme der Wayfarer (bekannt aus „Der lange Weg zu einem kleinen, zornigen Planeten“) zu steuern. Aber nach einer Fehlfunktion wird sie neu gestartet und kann sich an nichts erinnern. Sie kennt weder ihre Crew noch sich selbst. Um ihrer Vergangenheit zu entkommen, beginnt sie ein neues (und als KI sehr illegales) Leben auf einem fernen Planeten. Doch wird sie einen Lebenssinn finden, zwischen all jenen Leuten, die so ganz anders sind als sie? Es geht zurück ins Wayfarer-Universum. „Zwischen zwei Sternen“ ist keine direkte Fortsetzung zum ersten Teil, dennoch hilft es, ihn vorher gelesen zu haben, denn viele Charaktere sind schon bekannt. Wir erleben die Handlung auf zwei Zeitebenen, einmal die von Lovelace, die sich in einem synthetischen Körper zurecht finden muss, und die von Pepper, der Frau, die ihr hilft, ihre wahre Identität zu verstecken. Wie immer bei Becky Chambers ist die ganze Welt unfassbar lebendig und vielfältig, der Planet geflutet von den unterschiedlichsten Lebensformen und Lebensansichten. Es wird bunt und auch ein bisschen skurril, aber allein die Vielfalt der verschiedenen Spezies ist unfassbar spannend. (Auch wenn ich mich die ersten hundert Seiten nur an die wenigsten Hintergrundinformationen aus Teil eins erinnern konnte und denkbar verwirrt war.) Wer pompöse Science Fiction erwartet, ist in dieser Buchreihe natürlich falsch. Es explodieren auch in diesem Buch keine Dinge, gibt keine Weltraumschlachten oder Alieninvasionen. Es ist weder Utopie noch Dystopie, wird tiefgründiger, vielleicht sogar noch nachdenklicher als in Teil eins, denn die Autorin beschäftigt sich sehr eindrücklich mit der Frage der Identität der KIs, wo Leben aufhört und wo Rechte von empfindsamen Wesen anfangen. Dabei langweilt sie den Leser allerdings überhaupt nicht. Zwischendurch gibt es in der Vorgeschichte ein kleines Abenteuer und -oh Sterne- das war so unfassbar traurig, selbst mit Happy End. Insgesamt kommt dabei ein vielseitiges, abwechslungsreiches und auch spannendes Buch heraus, das ganz ohne Action auskommt, aber auf ganzer Linie zum Lachen, Tränen verdrücken und Nachdenken bewegt und natürlich mit unglaublicher Kreativität besticht.

21. Nov. 2024
Eine KI auf der Suche nach ihrer Bestimmung
Lovelace ist eigentlich dazu gedacht, die Schiffssysteme der Wayfarer (bekannt aus „Der lange Weg zu einem kleinen, zornigen Planeten“) zu steuern. Aber nach einer Fehlfunktion wird sie neu gestartet und kann sich an nichts erinnern. Sie kennt weder ihre Crew noch sich selbst. Um ihrer Vergangenheit zu entkommen, beginnt sie ein neues (und als KI sehr illegales) Leben auf einem fernen Planeten. Doch wird sie einen Lebenssinn finden, zwischen all jenen Leuten, die so ganz anders sind als sie? Es geht zurück ins Wayfarer-Universum. „Zwischen zwei Sternen“ ist keine direkte Fortsetzung zum ersten Teil, dennoch hilft es, ihn vorher gelesen zu haben, denn viele Charaktere sind schon bekannt. Wir erleben die Handlung auf zwei Zeitebenen, einmal die von Lovelace, die sich in einem synthetischen Körper zurecht finden muss, und die von Pepper, der Frau, die ihr hilft, ihre wahre Identität zu verstecken. Wie immer bei Becky Chambers ist die ganze Welt unfassbar lebendig und vielfältig, der Planet geflutet von den unterschiedlichsten Lebensformen und Lebensansichten. Es wird bunt und auch ein bisschen skurril, aber allein die Vielfalt der verschiedenen Spezies ist unfassbar spannend. (Auch wenn ich mich die ersten hundert Seiten nur an die wenigsten Hintergrundinformationen aus Teil eins erinnern konnte und denkbar verwirrt war.) Wer pompöse Science Fiction erwartet, ist in dieser Buchreihe natürlich falsch. Es explodieren auch in diesem Buch keine Dinge, gibt keine Weltraumschlachten oder Alieninvasionen. Es ist weder Utopie noch Dystopie, wird tiefgründiger, vielleicht sogar noch nachdenklicher als in Teil eins, denn die Autorin beschäftigt sich sehr eindrücklich mit der Frage der Identität der KIs, wo Leben aufhört und wo Rechte von empfindsamen Wesen anfangen. Dabei langweilt sie den Leser allerdings überhaupt nicht. Zwischendurch gibt es in der Vorgeschichte ein kleines Abenteuer und -oh Sterne- das war so unfassbar traurig, selbst mit Happy End. Insgesamt kommt dabei ein vielseitiges, abwechslungsreiches und auch spannendes Buch heraus, das ganz ohne Action auskommt, aber auf ganzer Linie zum Lachen, Tränen verdrücken und Nachdenken bewegt und natürlich mit unglaublicher Kreativität besticht.
21. Nov. 2024







