Wir, die Familie Caserta
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Beschreibung
Poetisch, gewagt, rastlos - argentinische Weltliteratur, die ihresgleichen sucht.
Chela ist eine Vagabundin in der eigenen Familie. Als Kind erfindet sie sich eine magische Welt, bevölkert von Katzen und Eidechsen, als Jugendliche rettet sie die Lektüre von Rilke, Gide, Wilde, Rimbaud vor den Erwachsenen. Sie ist hochbegabt und nicht zu bändigen.
Die Klosterschule erweist sich als völlig falsche Entscheidung. Empört reißt Chela aus. Ihr Weg als Künstlerin beginnt, er führt sie nach Chile, Paris, Rom, Sizilien und auf die Osterinsel. Auf der Flucht vor einer Familie von Monstern, die Schildkröte Bertha in der Handtasche stets mit dabei.
Eine rasante und poetische Prosa, die alle literarischen Konventionen ins Wackeln bringt, ihresgleichen sucht und die Autorin zu einem internationalen Phänomen machte.
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Aurora Venturini (1922-2015) war eine argentinische Schriftstellerin und Übersetzerin, eine Kultfigur unter den lateinamerikanischen Autorinnen, befreundet mit Evita (Eva Perón) und Jorge Luis Borges. Mitte der Fünfzigerjahre verließ sie Argentinien und ging nach Paris, wo sie sich in den Kreisen von Simone de Beauvoir und Jean-Paul Sartre bewegte. Zu literarischem Ruhm gelangte sie erst wenige Jahre vor ihrem Tod. Nun wird ihr Werk international entdeckt.
Beiträge
Tief, dich, wunderbar erzählend
Die Geschichte von der besonderen Chela, voller Bildsprache und Tiefgang. Gezeichnet vom Überlebenswillen und der Genialität der Protagonistin, die ihr Leben lebt, teilweise bewusst gewählt, teilweise da hinein „manövriert“. Die Beschreibungen und der Erzählstil sind erfüllend bis dicht, manchmal musste ich Sätze und Absätze noch einmal lesen, um die Fülle wirken zu lassen. Sehr empfehlenswert.
Obwohl Aurora Venturini sehr viel geschrieben hat, wird sie erst jetzt ins Deutsche übersetzt. "Wir, die Familie Caserta" ist nach "Die Cousinen" das zweite Werk, welches nun bei uns erscheint. Auch dieses Buch ist von Johanna Schwering übersetzt, welche für "Die Cousinen" den Übersetzerpreis der Leipziger Buchmesse 2023 erhalten hat, und beweist erneut, dass auch den übersetzenden Personen Beachtung geschenkt werden sollte. Denn Venturini zu übersetzen stelle ich mich wirklich nicht einfach vor. Ihr Schreibstil ist fliessend, intellektuell, eigenwillig. Das Buch wimmelt von Gedichtfragmenten und Hinweise auf Kunst und Politik. Die Autorin setzt dieses Wissen voraus, war sie selbst doch enorm gebildet. Jedoch lässt sich der Roman auch lesen, ohne ständig Google zu fragen (was ich aber doch gelegentlich getan habe). Vor allem zu Beginn erinnerte mich dieses Buch an "Die Cousinen". Die Stimmung, die Figuren, die Umgebung und Dialoge ähnelten sich ziemlich stark. Was für mich aber durchaus seinen Reiz hatte. Die geschilderte Kindheit ist faszinierend, fremd und auch beklemmend. Venturini ist keine Autorin für alle, sondern eher für jene, welche sich mit kaputten Figuren, Familien, System beschäftigen möchten. Es ist ein durch und durch unbequemes Buch, das es uns auf keiner Seite einfach machen möchte. Leider verlor mich die Autorin ab der Hälfte des Buches ein wenig. Das Leben als Erwachsene empfand ich als weniger faszinierend als die Kindheit. Da sich die Struktur hier zu sehr anderen Titeln mit ähnlichem Inhalt annähert. Es empfiehlt sich auch, das überaus interessante Nachwort zu lesen, in welchem Johanna Schwering sich u.a. auch zur schwierigen Figur der Dienerin Sara äussert und darüber wie genau sie an diesen Text herangegangen ist. Beides fand ich sehr aufschlussreich. Einerseits was die Arbeit als Übersetzende betrifft, aber auch hilft, die Lektüre besser zu verstehen.
Beschreibung
Poetisch, gewagt, rastlos - argentinische Weltliteratur, die ihresgleichen sucht.
Chela ist eine Vagabundin in der eigenen Familie. Als Kind erfindet sie sich eine magische Welt, bevölkert von Katzen und Eidechsen, als Jugendliche rettet sie die Lektüre von Rilke, Gide, Wilde, Rimbaud vor den Erwachsenen. Sie ist hochbegabt und nicht zu bändigen.
Die Klosterschule erweist sich als völlig falsche Entscheidung. Empört reißt Chela aus. Ihr Weg als Künstlerin beginnt, er führt sie nach Chile, Paris, Rom, Sizilien und auf die Osterinsel. Auf der Flucht vor einer Familie von Monstern, die Schildkröte Bertha in der Handtasche stets mit dabei.
Eine rasante und poetische Prosa, die alle literarischen Konventionen ins Wackeln bringt, ihresgleichen sucht und die Autorin zu einem internationalen Phänomen machte.
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Aurora Venturini (1922-2015) war eine argentinische Schriftstellerin und Übersetzerin, eine Kultfigur unter den lateinamerikanischen Autorinnen, befreundet mit Evita (Eva Perón) und Jorge Luis Borges. Mitte der Fünfzigerjahre verließ sie Argentinien und ging nach Paris, wo sie sich in den Kreisen von Simone de Beauvoir und Jean-Paul Sartre bewegte. Zu literarischem Ruhm gelangte sie erst wenige Jahre vor ihrem Tod. Nun wird ihr Werk international entdeckt.
Beiträge
Tief, dich, wunderbar erzählend
Die Geschichte von der besonderen Chela, voller Bildsprache und Tiefgang. Gezeichnet vom Überlebenswillen und der Genialität der Protagonistin, die ihr Leben lebt, teilweise bewusst gewählt, teilweise da hinein „manövriert“. Die Beschreibungen und der Erzählstil sind erfüllend bis dicht, manchmal musste ich Sätze und Absätze noch einmal lesen, um die Fülle wirken zu lassen. Sehr empfehlenswert.
Obwohl Aurora Venturini sehr viel geschrieben hat, wird sie erst jetzt ins Deutsche übersetzt. "Wir, die Familie Caserta" ist nach "Die Cousinen" das zweite Werk, welches nun bei uns erscheint. Auch dieses Buch ist von Johanna Schwering übersetzt, welche für "Die Cousinen" den Übersetzerpreis der Leipziger Buchmesse 2023 erhalten hat, und beweist erneut, dass auch den übersetzenden Personen Beachtung geschenkt werden sollte. Denn Venturini zu übersetzen stelle ich mich wirklich nicht einfach vor. Ihr Schreibstil ist fliessend, intellektuell, eigenwillig. Das Buch wimmelt von Gedichtfragmenten und Hinweise auf Kunst und Politik. Die Autorin setzt dieses Wissen voraus, war sie selbst doch enorm gebildet. Jedoch lässt sich der Roman auch lesen, ohne ständig Google zu fragen (was ich aber doch gelegentlich getan habe). Vor allem zu Beginn erinnerte mich dieses Buch an "Die Cousinen". Die Stimmung, die Figuren, die Umgebung und Dialoge ähnelten sich ziemlich stark. Was für mich aber durchaus seinen Reiz hatte. Die geschilderte Kindheit ist faszinierend, fremd und auch beklemmend. Venturini ist keine Autorin für alle, sondern eher für jene, welche sich mit kaputten Figuren, Familien, System beschäftigen möchten. Es ist ein durch und durch unbequemes Buch, das es uns auf keiner Seite einfach machen möchte. Leider verlor mich die Autorin ab der Hälfte des Buches ein wenig. Das Leben als Erwachsene empfand ich als weniger faszinierend als die Kindheit. Da sich die Struktur hier zu sehr anderen Titeln mit ähnlichem Inhalt annähert. Es empfiehlt sich auch, das überaus interessante Nachwort zu lesen, in welchem Johanna Schwering sich u.a. auch zur schwierigen Figur der Dienerin Sara äussert und darüber wie genau sie an diesen Text herangegangen ist. Beides fand ich sehr aufschlussreich. Einerseits was die Arbeit als Übersetzende betrifft, aber auch hilft, die Lektüre besser zu verstehen.






