Die Cousinen
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Beschreibung
»Wir waren nicht gewöhnlich, um nicht zu sagen, nicht normal.«
Yunas Kindheit ist alles andere als einfach. Zu Hause ist das Geld knapp, die alleinerziehende Mutter streng und lieblos, die schwer behinderte Schwester eine Belastung. Und wegen einer Lernschwäche wird Yuna als einfältig abgestempelt. Dabei hat sie über ihre Umwelt viel zu sagen – und findet in der Malerei schließlich Ausdrucksmöglichkeit und Anerkennung. Doch lüsterne Männer bringen Unheil in die Familie und bedrohen Yunas Freundschaft mit ihren Cousinen. Unverblümt erzählt Yuna von ihrer Jugend im argentinischen La Plata der 1940er-Jahre und der sie umgebenden brutalen Realität. Mit 85 Jahren hat Aurora Venturini einen wahnsinnig originellen Coming-of-Age-Roman geschrieben, der nun endlich auch international entdeckt wird.
Preis der Leipziger Buchmesse 2023 für Johanna Schwering in der Kategorie ›Übersetzung‹.
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Aurora Venturini (1922-2015) war eine argentinische Schriftstellerin und Übersetzerin, eine Kultfigur unter den lateinamerikanischen Autorinnen, befreundet mit Evita (Eva Perón) und Jorge Luis Borges. Mitte der Fünfzigerjahre verließ sie Argentinien und ging nach Paris, wo sie sich in den Kreisen von Simone de Beauvoir und Jean-Paul Sartre bewegte. Zu literarischem Ruhm gelangte sie erst wenige Jahre vor ihrem Tod. Nun wird ihr Werk international entdeckt.
Beiträge
Dieses Buch wäre an mir vorbei gegangen, hätte nicht Johanna Schwering den Preis der Leipziger Buchmesse 2023 für ihre Übersetzung davon erhalten. Bereits nach den ersten Sätzen kann ich diese Entscheidung nachvollziehen, auch wenn ich natürlich die anderen nominierten Titel nicht kenne. Aurora Venturini bedient sich eines Sprachstils, der beileibe kein einfacher ist. Eben weil sich die erzählende Yuna als "minderbemittelt" betrachtet und dies von ihrem Umfeld auch so vermittelt bekommt, schreibt sie auch so. Während des Lesens verändert sich die Sprache, da Yuna sich weiterbildet und sich somit auch ihr Umgang mit der Sprache wandelt. Der oftmals kindlich-naive Blick zeigt uns Lesenden nur umso deutlicher die Gewalt und den Missbrauch in der Familie und der Gesellschaft. Yuna ist nicht per se eine sympathische oder unschuldige Person, sie ist sehr ambivalent. Wir verstehen sie oftmals und oftmals eben auch nicht. Auch hat sie gewisse Züge einer unzuverlässigen Erzählerin. Dennoch ist es ein faszinierendes Buch, das durch seine Kürze besticht und einen mehr und mehr in die Tiefe zieht. Wir wollen gar nicht mehr raus aus diesem Sumpf und entblössen unseren inneren Voyeur. Zwar sind wir angeekelt, aber doch bleiben wir in den Szenen hängen. Verfangen uns und lassen es freiwillig geschehen. Also ja, ich denke, Schwering hat eine hervorragende Arbeit geleistet, ein solch wuchtiges Werk zu übersetzen. Auch wenn es erst schmächtig und unschuldig wirkt. Aber wir merken rasch, dass dem nicht so ist.
Bei diesem Buch war ich kurz davor es abzubrechen, da ich in den Schreibstil so gar nicht rein kam. Am Anfang dachte ich, es könnte an der Übersetzung aus dem Spanischen liegen, doch im Verlauf des veiterlesens merkte ich, dass der Schreibverlauf sich verändert. Mit diesem Stilmittel versucht die argentinische Autorin die Gedankenwelt der Protagonistin einzufangen. Ein junges Mädchen, beeinflusst durch die körperliche und geistige Beeinträchtigung ihrer Schwester und durch eigene Lernschwierigkeiten als "Schwachsinnig" abgestempelt versucht durch Kunst den Zugang zur Welt der Worte zu finden. Durch den schwer lesbaren Einstieg im ersten Drittel des Buches empfinde ich dieses Buch als sehr langatmig, auch wenn es an sich nicht viele Seiten hat.
Beschreibung
»Wir waren nicht gewöhnlich, um nicht zu sagen, nicht normal.«
Yunas Kindheit ist alles andere als einfach. Zu Hause ist das Geld knapp, die alleinerziehende Mutter streng und lieblos, die schwer behinderte Schwester eine Belastung. Und wegen einer Lernschwäche wird Yuna als einfältig abgestempelt. Dabei hat sie über ihre Umwelt viel zu sagen – und findet in der Malerei schließlich Ausdrucksmöglichkeit und Anerkennung. Doch lüsterne Männer bringen Unheil in die Familie und bedrohen Yunas Freundschaft mit ihren Cousinen. Unverblümt erzählt Yuna von ihrer Jugend im argentinischen La Plata der 1940er-Jahre und der sie umgebenden brutalen Realität. Mit 85 Jahren hat Aurora Venturini einen wahnsinnig originellen Coming-of-Age-Roman geschrieben, der nun endlich auch international entdeckt wird.
Preis der Leipziger Buchmesse 2023 für Johanna Schwering in der Kategorie ›Übersetzung‹.
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Aurora Venturini (1922-2015) war eine argentinische Schriftstellerin und Übersetzerin, eine Kultfigur unter den lateinamerikanischen Autorinnen, befreundet mit Evita (Eva Perón) und Jorge Luis Borges. Mitte der Fünfzigerjahre verließ sie Argentinien und ging nach Paris, wo sie sich in den Kreisen von Simone de Beauvoir und Jean-Paul Sartre bewegte. Zu literarischem Ruhm gelangte sie erst wenige Jahre vor ihrem Tod. Nun wird ihr Werk international entdeckt.
Beiträge
Dieses Buch wäre an mir vorbei gegangen, hätte nicht Johanna Schwering den Preis der Leipziger Buchmesse 2023 für ihre Übersetzung davon erhalten. Bereits nach den ersten Sätzen kann ich diese Entscheidung nachvollziehen, auch wenn ich natürlich die anderen nominierten Titel nicht kenne. Aurora Venturini bedient sich eines Sprachstils, der beileibe kein einfacher ist. Eben weil sich die erzählende Yuna als "minderbemittelt" betrachtet und dies von ihrem Umfeld auch so vermittelt bekommt, schreibt sie auch so. Während des Lesens verändert sich die Sprache, da Yuna sich weiterbildet und sich somit auch ihr Umgang mit der Sprache wandelt. Der oftmals kindlich-naive Blick zeigt uns Lesenden nur umso deutlicher die Gewalt und den Missbrauch in der Familie und der Gesellschaft. Yuna ist nicht per se eine sympathische oder unschuldige Person, sie ist sehr ambivalent. Wir verstehen sie oftmals und oftmals eben auch nicht. Auch hat sie gewisse Züge einer unzuverlässigen Erzählerin. Dennoch ist es ein faszinierendes Buch, das durch seine Kürze besticht und einen mehr und mehr in die Tiefe zieht. Wir wollen gar nicht mehr raus aus diesem Sumpf und entblössen unseren inneren Voyeur. Zwar sind wir angeekelt, aber doch bleiben wir in den Szenen hängen. Verfangen uns und lassen es freiwillig geschehen. Also ja, ich denke, Schwering hat eine hervorragende Arbeit geleistet, ein solch wuchtiges Werk zu übersetzen. Auch wenn es erst schmächtig und unschuldig wirkt. Aber wir merken rasch, dass dem nicht so ist.
Bei diesem Buch war ich kurz davor es abzubrechen, da ich in den Schreibstil so gar nicht rein kam. Am Anfang dachte ich, es könnte an der Übersetzung aus dem Spanischen liegen, doch im Verlauf des veiterlesens merkte ich, dass der Schreibverlauf sich verändert. Mit diesem Stilmittel versucht die argentinische Autorin die Gedankenwelt der Protagonistin einzufangen. Ein junges Mädchen, beeinflusst durch die körperliche und geistige Beeinträchtigung ihrer Schwester und durch eigene Lernschwierigkeiten als "Schwachsinnig" abgestempelt versucht durch Kunst den Zugang zur Welt der Worte zu finden. Durch den schwer lesbaren Einstieg im ersten Drittel des Buches empfinde ich dieses Buch als sehr langatmig, auch wenn es an sich nicht viele Seiten hat.









