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Rath: Oh ja, verdammt, ich habe gelernt, was das Leben ist: der Mist, der passiert, während wir auf Dinge warten, die niemals eintreten. - Zitat, Seite 104 This is the end ... Für viele Leserinnen und Leser der Rath-Romane standen nach Abschluss der fulminanten historischen Krimis aus dem Berlin der 1920/1930er Jahre noch einige offene Fragen im Raum, was den Fortgang einiger lieb gewonnener oder auch gehasster Personen betrifft. Hier verschafft das schmale und illustrierte Büchlein Abhilfe. Hold your breath and count to ten Bereits zum dritten Mal haben sich der Schriftsteller Volker Kutscher und die Illustratorin Kat Menschik zusammengetan, um die klassischen Romane auf originelle Weise zu ergänzen. "Moabit" erzählt wie aus einem naiven Berliner Mädel eine taffe junge Kriminalistin wurde; "Mitte" ist ein Briefroman über eine zarte, aber unmögliche Liebe und "Westend" ist laut Klappentext das Abschiedsgeschenk für alle Fans von Gereon Rath, Charly und Fritze Thormann. Hear my heart burst again In der Einleitung zum Buch erfahren wir, was uns in diesem erwartet: es handelt sich um die Transkription alter Tonbandaufnahmen einer Interviewreihe von 1973 aus dem Seniorenheim Westend. Der damals 74jährige Heimbewohner Gereon Rath wird von einem Prof. Dr. Singer aufgesucht. Dr. Singer tritt als Historiker auf, um den Kriminalbeamten im Ruhestand als Zeitzeugen zur Arbeit der Berliner Polizei in der Weimarer Republik, im Dritten Reich und der Nachkriegszeit zu befragen. Vorgeblich. Denn die Art der Fragen und auch das Auftreten des Besuchers weisen auf eine sehr persönlich motivierte Aktion hin. Wird Gereon Rath hier ein letztes Mal mit seiner nicht ganz seidenglatten Vergangenheit konfrontiert? Und welche neuen Erkenntnisse treten dabei ans Licht? For this is the end Es ist klar, dass bei dieser verknappten Form gewisse Dinge nur angerissen oder gestreift werden können. Und Gereon Rath bleibt sich treu - eine Entwicklung seiner Persönlichkeit ist also nicht zu erwarten. Da er aber als Interviewpartner den größten Part in dem Text einnimmt, bremst die Dynamik der Schilderung in empfindlicher Weise. Volker Kutscher arbeitet auch hier die Feinheiten des gesellschaftlichen und politischen Lebens im behandelten Zeitrahmen heraus. Aber insgesamt bleiben die Ereignisse, über die berichtet wird, nur skizzenhaft. Sehr gelungen und atmosphärisch sind dagegen die Illustrationen von Kat Menschik, welche Blitzlichter aus dem Text gekonnt in Szene setzen. FAZIT Es ist sicher kein Zufall, dass mir die ersten Liedzeilen von Skyfall im Kopf schwirren, als ich dieses Buch las. Denn die Referenz zu James Bond passt perfekt zum zeitlichen Rahmen von "Westend". Allerdings hätte ich die Lektüre nicht gebraucht. "Rath", der 10. Roman und Abschlussband ist tatsächlich für mich der perfekte Abschluss. In gewisser Weise ist dieses Zusatzgeschenk etwas ernüchternd. Wer jedoch noch keinen Zusatzband mit Kat Menschik besitzt und gerade die Rath-Romane beliest, dem sei das Buch "Mitte" empfohlen und zwar als Lektüre nach "Olympia", dem 8. Band. Nur so als persönlicher Tipp!
11. Jan. 2026
Rath: Oh ja, verdammt, ich habe gelernt, was das Leben ist: der Mist, der passiert, während wir auf Dinge warten, die niemals eintreten. - Zitat, Seite 104 This is the end ... Für viele Leserinnen und Leser der Rath-Romane standen nach Abschluss der fulminanten historischen Krimis aus dem Berlin der 1920/1930er Jahre noch einige offene Fragen im Raum, was den Fortgang einiger lieb gewonnener oder auch gehasster Personen betrifft. Hier verschafft das schmale und illustrierte Büchlein Abhilfe. Hold your breath and count to ten Bereits zum dritten Mal haben sich der Schriftsteller Volker Kutscher und die Illustratorin Kat Menschik zusammengetan, um die klassischen Romane auf originelle Weise zu ergänzen. "Moabit" erzählt wie aus einem naiven Berliner Mädel eine taffe junge Kriminalistin wurde; "Mitte" ist ein Briefroman über eine zarte, aber unmögliche Liebe und "Westend" ist laut Klappentext das Abschiedsgeschenk für alle Fans von Gereon Rath, Charly und Fritze Thormann. Hear my heart burst again In der Einleitung zum Buch erfahren wir, was uns in diesem erwartet: es handelt sich um die Transkription alter Tonbandaufnahmen einer Interviewreihe von 1973 aus dem Seniorenheim Westend. Der damals 74jährige Heimbewohner Gereon Rath wird von einem Prof. Dr. Singer aufgesucht. Dr. Singer tritt als Historiker auf, um den Kriminalbeamten im Ruhestand als Zeitzeugen zur Arbeit der Berliner Polizei in der Weimarer Republik, im Dritten Reich und der Nachkriegszeit zu befragen. Vorgeblich. Denn die Art der Fragen und auch das Auftreten des Besuchers weisen auf eine sehr persönlich motivierte Aktion hin. Wird Gereon Rath hier ein letztes Mal mit seiner nicht ganz seidenglatten Vergangenheit konfrontiert? Und welche neuen Erkenntnisse treten dabei ans Licht? For this is the end Es ist klar, dass bei dieser verknappten Form gewisse Dinge nur angerissen oder gestreift werden können. Und Gereon Rath bleibt sich treu - eine Entwicklung seiner Persönlichkeit ist also nicht zu erwarten. Da er aber als Interviewpartner den größten Part in dem Text einnimmt, bremst die Dynamik der Schilderung in empfindlicher Weise. Volker Kutscher arbeitet auch hier die Feinheiten des gesellschaftlichen und politischen Lebens im behandelten Zeitrahmen heraus. Aber insgesamt bleiben die Ereignisse, über die berichtet wird, nur skizzenhaft. Sehr gelungen und atmosphärisch sind dagegen die Illustrationen von Kat Menschik, welche Blitzlichter aus dem Text gekonnt in Szene setzen. FAZIT Es ist sicher kein Zufall, dass mir die ersten Liedzeilen von Skyfall im Kopf schwirren, als ich dieses Buch las. Denn die Referenz zu James Bond passt perfekt zum zeitlichen Rahmen von "Westend". Allerdings hätte ich die Lektüre nicht gebraucht. "Rath", der 10. Roman und Abschlussband ist tatsächlich für mich der perfekte Abschluss. In gewisser Weise ist dieses Zusatzgeschenk etwas ernüchternd. Wer jedoch noch keinen Zusatzband mit Kat Menschik besitzt und gerade die Rath-Romane beliest, dem sei das Buch "Mitte" empfohlen und zwar als Lektüre nach "Olympia", dem 8. Band. Nur so als persönlicher Tipp!
11. Jan. 2026







