Vienna
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Beschreibung
Ausstattung: mit Lesebändchen
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Eva Menasse, geboren 1970 in Wien, begann als Journalistin und debütierte im Jahr 2005 mit dem Familienroman »Vienna«. Es folgten Romane und Erzählungen, die vielfach ausgezeichnet und übersetzt wurden. Zu den Preisen zählen u.a.: Heinrich-Böll-Preis, Friedrich-Hölderlin-Preis, Jonathan-Swift-Preis, Österreichischer Buchpreis, Mainzer Stadtschreiber-Preis und das Villa-Massimo-Stipendium in Rom. Eva Menasse betätigt sich zunehmend auch als Essayistin und erhielt dafür 2019 den Ludwig-Börne-Preis. Seit 2022 ist sie Sprecherin des PEN Berlin. Sie lebt in Berlin.
Beiträge
Am Anfang hätte ich gerne mit der Familie am Tisch gesessen, am Ende war ich froh, dass ich es nicht tue.
S. 389 „Aber bei dieser Familie, wo das Faktische oft ungewiss war, wo alles nur gut und ganz wurde, wenn man es zu einer Geschichte mit einer Pointe machen konnte, da wollte mir das natürlich nicht gelingen.“

So schade , dass dieser großartige Roman kaum einen Beitrag hat ! Obwohl meine Lektüre ( immerhin die 2.) bereits einige Jahre her ist , möchte ich dazu einige Worte verlieren: Der Roman „Vienna“ von Eva Menasse ist weit mehr als eine Familiengeschichte: Er ist eine literarische Untersuchung von Identität unter den Bedingungen von Verfolgung, Exil und historischer Verdrängung. Ausgangspunkt ist die Biografie von Hans Menasse, dem Vater der Autorin, der als Sohn einer Katholikin und eines Juden wenige Jahre vor dem Zweiten Weltkrieg in Wien geboren wird. Seine Kindheit wird jäh unterbrochen durch die nationalsozialistische Verfolgung. Er überlebt dank eines Kindertransports nach England .Nach dem Krieg kehrt er als Jugendlicher in ein Land zurück, das sich seiner Verantwortung nur zögerlich stellt. Zentral verhandelt der Roman die Frage: Was macht unsere Identität aus – das, was wir selbst über uns denken, oder das, was andere in uns sehen? Der Roman zeigt, wie sehr das Selbst von äußeren Zuschreibungen beeinflusst wird – und wie schwierig es ist, sich von ihnen zu lösen. Eva Menasse erzählt diese Geschichte in einer klaren, präzisen Sprache, die bewusst auf Pathos verzichtet. Ihre sachliche, stellenweise lakonische Erzählweise erzeugt eine besondere Intensität: Das Grauen der historischen Ereignisse wird nicht dramatisch ausgeschmückt, sondern erscheint gerade durch seine nüchterne Darstellung umso eindringlicher. Zwischen dokumentarischer Genauigkeit und leiser Ironie entsteht ein Ton, der Distanz wahrt und dennoch persönliche Betroffenheit spürbar macht.
Beschreibung
Ausstattung: mit Lesebändchen
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Eva Menasse, geboren 1970 in Wien, begann als Journalistin und debütierte im Jahr 2005 mit dem Familienroman »Vienna«. Es folgten Romane und Erzählungen, die vielfach ausgezeichnet und übersetzt wurden. Zu den Preisen zählen u.a.: Heinrich-Böll-Preis, Friedrich-Hölderlin-Preis, Jonathan-Swift-Preis, Österreichischer Buchpreis, Mainzer Stadtschreiber-Preis und das Villa-Massimo-Stipendium in Rom. Eva Menasse betätigt sich zunehmend auch als Essayistin und erhielt dafür 2019 den Ludwig-Börne-Preis. Seit 2022 ist sie Sprecherin des PEN Berlin. Sie lebt in Berlin.
Beiträge
Am Anfang hätte ich gerne mit der Familie am Tisch gesessen, am Ende war ich froh, dass ich es nicht tue.
S. 389 „Aber bei dieser Familie, wo das Faktische oft ungewiss war, wo alles nur gut und ganz wurde, wenn man es zu einer Geschichte mit einer Pointe machen konnte, da wollte mir das natürlich nicht gelingen.“

So schade , dass dieser großartige Roman kaum einen Beitrag hat ! Obwohl meine Lektüre ( immerhin die 2.) bereits einige Jahre her ist , möchte ich dazu einige Worte verlieren: Der Roman „Vienna“ von Eva Menasse ist weit mehr als eine Familiengeschichte: Er ist eine literarische Untersuchung von Identität unter den Bedingungen von Verfolgung, Exil und historischer Verdrängung. Ausgangspunkt ist die Biografie von Hans Menasse, dem Vater der Autorin, der als Sohn einer Katholikin und eines Juden wenige Jahre vor dem Zweiten Weltkrieg in Wien geboren wird. Seine Kindheit wird jäh unterbrochen durch die nationalsozialistische Verfolgung. Er überlebt dank eines Kindertransports nach England .Nach dem Krieg kehrt er als Jugendlicher in ein Land zurück, das sich seiner Verantwortung nur zögerlich stellt. Zentral verhandelt der Roman die Frage: Was macht unsere Identität aus – das, was wir selbst über uns denken, oder das, was andere in uns sehen? Der Roman zeigt, wie sehr das Selbst von äußeren Zuschreibungen beeinflusst wird – und wie schwierig es ist, sich von ihnen zu lösen. Eva Menasse erzählt diese Geschichte in einer klaren, präzisen Sprache, die bewusst auf Pathos verzichtet. Ihre sachliche, stellenweise lakonische Erzählweise erzeugt eine besondere Intensität: Das Grauen der historischen Ereignisse wird nicht dramatisch ausgeschmückt, sondern erscheint gerade durch seine nüchterne Darstellung umso eindringlicher. Zwischen dokumentarischer Genauigkeit und leiser Ironie entsteht ein Ton, der Distanz wahrt und dennoch persönliche Betroffenheit spürbar macht.








