
776 Follower
Sie war dabei. Sie ist hier. Wäre sie auch dabei gewesen? Nele, 16, kurz vor den Prüfungen, lebt in einem geschichtsträchtige Haus. Viel ist in seinem Mauern geschehen und an all das erinnert sich das Haus und erzählt uns aus der Sicht des Beobachtenden seine Geschichten. Viel erfahren wir über Irma, die seit fast einem Jahrhundert lebt und viel in diese Zeit erlebte. Nele und Irma helfen einander und so erfahren wir von damals und einiges von heute. Auch Schuld und Versagen werden lebendig und drängen an die Oberfläche. Aber auch eine Mauer des Schweigens entsteht. Und Nele fragt sich, wie es in ihrer Familie war und ist und stellt sich den Fragen, wie sie damals gelebt hätte. Zunächst kam ich mit der Art der Erzählung nicht richtig klar. Beim hin und her springen hatte ich das Gefühl der Unvollständigkeit. Später wurde der Text etwas runder, griffiger. Dann gefiel es mir besser. Auch die Gegenüberstellung von Nele und Irma jeweil im gleichen Alter war sehr aufschlussreich. Den zweite Teil des Romans fand ich dann flüssiger und harmonischer erzählt. Mir blieben die Charaktere relativ fern. Mit Nele konnte man mitfühlen, trotzdem kommt sie nicht nahe, wahrscheinlich lag auch dies daran, dass sie für mich nicht richtig greifbar war. Auch von allen anderen erfährt man nur wenig, so dass ihr Wesen weitgehend fremd bleibt. Gleichzeitig sind die kurzen Sequenzen, in denen wir von ihnen hören, intensiv und geben ein Augenblicksbild. Gefallen haben mir die geschichtlichen Exkurse. Auch das zaghafte Auftauchen des Versagens in der Nazizeit, der damaligen Irrtümer und das Entstehen des alten Gedankenguts heute, werden schonend und doch ehrlich angesprochen. Wichtige Themen, ansprechend und nachdenklich machend. Wenn wir heute wollen, das es uns noch besser geht, stellt sich die Frage, ob dies tatsächlich möglich sein wird, wenn wir das nationalsozialistischen Gedankengut heute wieder zulassen. Überlegungen, die auch und besonders in unserer Zeit wichtig sind. Eine sehr gute, wichtige, aufrüttelnde Geschichte mit einer besonderen Idee der Erzählweise, die für mich etwas holprig war. Trotzdem möchte ich diese Erfahrung nicht missen.
25. Apr. 2026
Sie war dabei. Sie ist hier. Wäre sie auch dabei gewesen? Nele, 16, kurz vor den Prüfungen, lebt in einem geschichtsträchtige Haus. Viel ist in seinem Mauern geschehen und an all das erinnert sich das Haus und erzählt uns aus der Sicht des Beobachtenden seine Geschichten. Viel erfahren wir über Irma, die seit fast einem Jahrhundert lebt und viel in diese Zeit erlebte. Nele und Irma helfen einander und so erfahren wir von damals und einiges von heute. Auch Schuld und Versagen werden lebendig und drängen an die Oberfläche. Aber auch eine Mauer des Schweigens entsteht. Und Nele fragt sich, wie es in ihrer Familie war und ist und stellt sich den Fragen, wie sie damals gelebt hätte. Zunächst kam ich mit der Art der Erzählung nicht richtig klar. Beim hin und her springen hatte ich das Gefühl der Unvollständigkeit. Später wurde der Text etwas runder, griffiger. Dann gefiel es mir besser. Auch die Gegenüberstellung von Nele und Irma jeweil im gleichen Alter war sehr aufschlussreich. Den zweite Teil des Romans fand ich dann flüssiger und harmonischer erzählt. Mir blieben die Charaktere relativ fern. Mit Nele konnte man mitfühlen, trotzdem kommt sie nicht nahe, wahrscheinlich lag auch dies daran, dass sie für mich nicht richtig greifbar war. Auch von allen anderen erfährt man nur wenig, so dass ihr Wesen weitgehend fremd bleibt. Gleichzeitig sind die kurzen Sequenzen, in denen wir von ihnen hören, intensiv und geben ein Augenblicksbild. Gefallen haben mir die geschichtlichen Exkurse. Auch das zaghafte Auftauchen des Versagens in der Nazizeit, der damaligen Irrtümer und das Entstehen des alten Gedankenguts heute, werden schonend und doch ehrlich angesprochen. Wichtige Themen, ansprechend und nachdenklich machend. Wenn wir heute wollen, das es uns noch besser geht, stellt sich die Frage, ob dies tatsächlich möglich sein wird, wenn wir das nationalsozialistischen Gedankengut heute wieder zulassen. Überlegungen, die auch und besonders in unserer Zeit wichtig sind. Eine sehr gute, wichtige, aufrüttelnde Geschichte mit einer besonderen Idee der Erzählweise, die für mich etwas holprig war. Trotzdem möchte ich diese Erfahrung nicht missen.
25. Apr. 2026







