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Mit „Tanz der Ahornblätter“ aus dem Verlag Lübbe schlägt Sarah Lark ein neues Kapitel auf und verlässt ihre bekannten Schauplätze Neuseeland und die Karibik zugunsten des Kanadas der 1860er Jahre. Im Mittelpunkt steht nicht nur eine Liebesgeschichte, sondern vor allem die Frage, wie viel Menschen bereit sind aufzugeben, um ihr eigenes Glück zu finden. Die junge Vivian wächst in einer adligen Familie in England auf. Ihr Leben scheint vorbestimmt: eine standesgemäße Ehe, gesellschaftliche Verpflichtungen und ein Dasein innerhalb der engen Grenzen ihrer Herkunft. Doch Vivian ist keine Frau, die sich mit einem vorgegebenen Schicksal zufriedengibt. Als sie sich in Ross verliebt, den Stallmeister ihres Vaters, überschreitet sie eine Grenze, die in ihrer Welt als unverzeihlich gilt. Ihre Entscheidung, mit ihm nach Kanada zu fliehen, zeigt ihren Mut, aber auch ihre Naivität. Vivian handelt oft impulsiv und folgt ihrem Herzen, ohne die Folgen vollständig abzuschätzen. Gerade dadurch wirkt sie lebendig und menschlich, aber durch ihre Naivität auch häufig nervig. Ross ist weit mehr als der klassische romantische Held. Er besitzt weder Vermögen noch gesellschaftliches Ansehen, dafür aber Charakterstärke. Während Vivian häufig von Gefühlen geleitet wird, denkt Ross pragmatischer. Seine Liebe zu Vivian ist aufrichtig, doch die Herausforderungen der Auswanderung stellen auch ihn immer wieder auf die Probe. Besonders interessant ist, dass ihre Beziehung nicht als märchenhafte Romanze dargestellt wird. Die sozialen Unterschiede verschwinden nicht einfach, sondern beeinflussen ihr gemeinsames Leben weiterhin. Eine der stärksten Figuren des Romans ist Colleen. Sie flieht ebenfalls aus England, jedoch aus völlig anderen Gründen. Anders als Vivian hat sie gelernt, vorsichtig zu planen und Risiken abzuwägen. Während Vivian von Träumen und Gefühlen lebt, betrachtet Colleen die Welt mit größerem Realismus. Diese Gegensätze machen die Begegnungen der beiden Frauen besonders spannend. Colleen entwickelt sich schnell zu einer Figur, mit der man mitfiebert, weil sie ihre Zukunft mit Entschlossenheit und Klugheit selbst gestalten möchte. Für mich eindeutig der Symphatieträger des Romans. Die eigentliche Handlung beginnt mit der beschwerlichen Reise nach Kanada. Sarah Lark nimmt sich Zeit, die Überfahrt und die Hoffnungen der Auswanderer zu schildern. Fast alle Passagiere träumen von einem besseren Leben, viele vom schnellen Reichtum durch den Goldrausch in British Columbia. Doch je weiter die Geschichte voranschreitet, desto deutlicher wird, dass die Realität härter ist als die Träume. Krankheiten, Entbehrungen, Unsicherheit und die Gefahren der Wildnis begleiten die Figuren ständig. Der Goldrausch dient dabei weniger als Abenteuerkulisse, sondern vielmehr als Symbol für die Sehnsüchte der Menschen. Besonders gelungen ist die Atmosphäre. Die Autorin beschreibt das raue Kanada so lebendig, dass man die endlosen Wälder, die Berge und die gefährlichen Wege zu den Goldfeldern förmlich vor Augen hat. Die Landschaft wird nicht nur zur Kulisse, sondern zu einer Kraft, die das Leben der Figuren beeinflusst. Kanada erscheint zugleich wunderschön und bedrohlich. Wie in ihren besten Familiensagas verbindet Sarah Lark historische Ereignisse mit persönlichen Schicksalen. Dabei stehen starke Frauen im Mittelpunkt, die gegen gesellschaftliche Grenzen kämpfen. Der Roman lebt weniger von spektakulären Wendungen als von den Entwicklungen seiner Figuren. Kritisch könnte man anmerken, dass Sarah Lark sich viel Zeit für Landschaftsbeschreibungen und historische Hintergründe nimmt. Dies dürfte jedoch auch zugleich ein positiver Aspekt für die Liebhaber sein. Wer die atmosphärischen und historischen Elemente ihrer Romane schätzt, wird genau darin eine große Stärke sehen. Insgesamt ist „Tanz der Ahornblätter“ ein gelungener Auftakt der Kanada-Dilogie. Der Roman verbindet eine bewegende Auswanderergeschichte mit einer glaubwürdigen Liebesgeschichte und starken Frauenfiguren. Fans von Sarah Larks großen historischen Sagas erhalten genau das, was sie an der Autorin lieben: Fernweh, Emotionen, historische Atmosphäre und Figuren, die ihren Platz in einer neuen Welt suchen.
13. Juni 2026
Mit „Tanz der Ahornblätter“ aus dem Verlag Lübbe schlägt Sarah Lark ein neues Kapitel auf und verlässt ihre bekannten Schauplätze Neuseeland und die Karibik zugunsten des Kanadas der 1860er Jahre. Im Mittelpunkt steht nicht nur eine Liebesgeschichte, sondern vor allem die Frage, wie viel Menschen bereit sind aufzugeben, um ihr eigenes Glück zu finden. Die junge Vivian wächst in einer adligen Familie in England auf. Ihr Leben scheint vorbestimmt: eine standesgemäße Ehe, gesellschaftliche Verpflichtungen und ein Dasein innerhalb der engen Grenzen ihrer Herkunft. Doch Vivian ist keine Frau, die sich mit einem vorgegebenen Schicksal zufriedengibt. Als sie sich in Ross verliebt, den Stallmeister ihres Vaters, überschreitet sie eine Grenze, die in ihrer Welt als unverzeihlich gilt. Ihre Entscheidung, mit ihm nach Kanada zu fliehen, zeigt ihren Mut, aber auch ihre Naivität. Vivian handelt oft impulsiv und folgt ihrem Herzen, ohne die Folgen vollständig abzuschätzen. Gerade dadurch wirkt sie lebendig und menschlich, aber durch ihre Naivität auch häufig nervig. Ross ist weit mehr als der klassische romantische Held. Er besitzt weder Vermögen noch gesellschaftliches Ansehen, dafür aber Charakterstärke. Während Vivian häufig von Gefühlen geleitet wird, denkt Ross pragmatischer. Seine Liebe zu Vivian ist aufrichtig, doch die Herausforderungen der Auswanderung stellen auch ihn immer wieder auf die Probe. Besonders interessant ist, dass ihre Beziehung nicht als märchenhafte Romanze dargestellt wird. Die sozialen Unterschiede verschwinden nicht einfach, sondern beeinflussen ihr gemeinsames Leben weiterhin. Eine der stärksten Figuren des Romans ist Colleen. Sie flieht ebenfalls aus England, jedoch aus völlig anderen Gründen. Anders als Vivian hat sie gelernt, vorsichtig zu planen und Risiken abzuwägen. Während Vivian von Träumen und Gefühlen lebt, betrachtet Colleen die Welt mit größerem Realismus. Diese Gegensätze machen die Begegnungen der beiden Frauen besonders spannend. Colleen entwickelt sich schnell zu einer Figur, mit der man mitfiebert, weil sie ihre Zukunft mit Entschlossenheit und Klugheit selbst gestalten möchte. Für mich eindeutig der Symphatieträger des Romans. Die eigentliche Handlung beginnt mit der beschwerlichen Reise nach Kanada. Sarah Lark nimmt sich Zeit, die Überfahrt und die Hoffnungen der Auswanderer zu schildern. Fast alle Passagiere träumen von einem besseren Leben, viele vom schnellen Reichtum durch den Goldrausch in British Columbia. Doch je weiter die Geschichte voranschreitet, desto deutlicher wird, dass die Realität härter ist als die Träume. Krankheiten, Entbehrungen, Unsicherheit und die Gefahren der Wildnis begleiten die Figuren ständig. Der Goldrausch dient dabei weniger als Abenteuerkulisse, sondern vielmehr als Symbol für die Sehnsüchte der Menschen. Besonders gelungen ist die Atmosphäre. Die Autorin beschreibt das raue Kanada so lebendig, dass man die endlosen Wälder, die Berge und die gefährlichen Wege zu den Goldfeldern förmlich vor Augen hat. Die Landschaft wird nicht nur zur Kulisse, sondern zu einer Kraft, die das Leben der Figuren beeinflusst. Kanada erscheint zugleich wunderschön und bedrohlich. Wie in ihren besten Familiensagas verbindet Sarah Lark historische Ereignisse mit persönlichen Schicksalen. Dabei stehen starke Frauen im Mittelpunkt, die gegen gesellschaftliche Grenzen kämpfen. Der Roman lebt weniger von spektakulären Wendungen als von den Entwicklungen seiner Figuren. Kritisch könnte man anmerken, dass Sarah Lark sich viel Zeit für Landschaftsbeschreibungen und historische Hintergründe nimmt. Dies dürfte jedoch auch zugleich ein positiver Aspekt für die Liebhaber sein. Wer die atmosphärischen und historischen Elemente ihrer Romane schätzt, wird genau darin eine große Stärke sehen. Insgesamt ist „Tanz der Ahornblätter“ ein gelungener Auftakt der Kanada-Dilogie. Der Roman verbindet eine bewegende Auswanderergeschichte mit einer glaubwürdigen Liebesgeschichte und starken Frauenfiguren. Fans von Sarah Larks großen historischen Sagas erhalten genau das, was sie an der Autorin lieben: Fernweh, Emotionen, historische Atmosphäre und Figuren, die ihren Platz in einer neuen Welt suchen.
13. Juni 2026







