Blick ins Buch

Romane

Tage ohne Hunger

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Über das Buch

»Die Kälte in ihr sagte ihr, dass sie zwischen Leben und Sterben wählen musste.« Laure ist neunzehn Jahre alt und magersüchtig. Als die Krankheit lebensbedrohlich ist, wird sie in eine Klinik eingewiesen. Bei der Wahl für oder gegen das Leben hilft ihr vor allem der Arzt, dessen Patientin sie wird. Er ist der Einzige, der hartnäckig um sie ringt. Nach langer Zeit ist er der erste Mensch, dem sich Laure öffnet. Und sie erzählt von dem Teil ihrer Kindheit, der sie in diese Krankheit getrieben hat: das Zusammenleben mit ihrer psychisch kranken Mutter. Drei Monate Krankenhausleben werden geschildert, drei Monate, in denen Laure ihren Todeswunsch überwindet und sich in ihr allmählich ein Lebenswille und sogar der Wunsch nach Freude am Leben wieder einstellt.

Editionen (2)

ISBN9783832198374
VerlagDuMont Buchverlag
Erscheinungsdatum22.08.17
Seitenzahl176

Rezensionen & Bewertungen

50 Bewertungen

7 Rezensionen

3,7

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  • kapitelchaos
    kapitelchaos

    105 Follower

    4,0

    Laures Zustand ist lebensbedrohlich als sie sich freiwillig in eine Klinik begibt. Sie hat extremes Untergewicht und allerlei Ausfallerscheinungen. Diagnose: Magersucht. Mit einer Magensonde und regelmäßigen Mahlzeiten soll sie auf ein Gewicht von 50 Kilogramm aufgepäppelt werden. Kein leichtes Unterfangen, denn nicht nur der Körper stellt sich quer. - Delphine de Vigan beschreibt sehr eindrücklich den Heilungsprozess dieser heimtückischen Krankheit. Auf der einen Seite zeigt sie die körperlichen Beschwerden, angefangen beim ständigen Frieren, fehlendem Hungergefühl und Kreislaufzusammenbrüchen, bis hin zu Problemen in der Verdauuung, Schmerzen und Krämpfen auf Grund von Nahrungsaufnahme und der Unfähigkeit Nahrung zu schlucken, auf. Hinzu kommen die psychischen Probleme. Die ständige Stimme, die richtet, wenn Kalorien zugeführt werden, die Angst vor Erhöhung des Körpergewichts, der erlebte Kontrollverlust, das Schamgefühl und die Unfähigkeit ein reales Spiegelbild zu erzeugen. Die Auseiandersetzung ist sehr intensiv, die Darstellung explizit. Sehr gut herausgearbeitet fand ich die Tatsache, dass Magersucht sehr wenig mit dem Wunsch zu tun hat, wirklich dünn zu sein, sondern vielmehr ein Erlebnis von Kontrolle ist. Meist hervorgerufen durch die Unfähigkeit andere Situationen zu kontrollieren. Über das Warum können auf Grund der Ausführungen nur Spekulationen angestellt werden, da sich die Behandlung hier lediglich auf das Zunehmen fokussiert und eine psychotherapeutische Sichtweise nicht stattfindet. Lediglich ab und an wird ein Blick in die Vergangenheit geworfen. Um zu verstehen, wie es dazu gekommen ist, empfehle ich definitiv „Das Lächeln meiner Mutter“ zu lesen, wo die Kindheit und Jugend tief thematisiert wird. Ein starkes Buch das definitiv eine Empfehlung bekommt.

    3. Apr. 2025

  • _butterblume_
    _butterblume_

    595 Follower

    4,5

    "Sie brauchen nicht zu sterben, um wiedergeboren zu werden." Delphine der Vigan schreibt über Anorexie, eine furchtbare Krankheit, die sowohl den Körper als auch die Psyche betrifft. Laure durchlebt eine schwierige Kindheit, rutscht in die Magersucht ab und beginnt im letzten Moment eine Therapie. Der Prozess der Heilung und der Gewichtszunahme wird in klaren, schlichten und deutlichen Worten beschrieben. Ein sehr langer Weg zurück ins Leben und der Kampf um die Lebensfreude, der nach wie vor Arbeit bedeutet. Wieder ein sehr eindrucksvolles Buch der Autorin und eine absolute Leseempfehlung

    8. Nov. 2023

  • jtk_0701
    jtk_0701

    345 Follower

    4,0

    Magersucht sehr nah. Die 19jährige Laure geht in die Klinik, nachdem die Kälte sie fast aufrisst und sie bei einer Körpergröße von 1,75 nur noch 36 Kilo wiegt „Eines Morgens spürte sie, dass die Kälte bis in die Spitzen der Gliedmaßen vorgedrungen war, bis in die Fingernägel, bis in die Haare. Sie wählt die Nummer des Krankenhauses und bat, sie mit ihm zu verbinden. In ihrem Bauch klopft der Tod, sie konnte ihn berühren“ Dort versteht sie Dr. Brunel als einziger und „Er hat ihr das Leben gerettet“. Dieses Buch liest sich wie Tagebucheinträge. Sehr intim, nah und intensiv. Sehr zu empfehlen, wenn man die Krankheit verstehen mag.

    24. Juli 2023

3 von 7 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Delphine de Vigan

DELPHINE DE VIGAN, geboren 1966, erreichte ihren endgültigen Durchbruch als Schriftstellerin mit dem Roman ›No & ich‹ (2007), für den sie mit dem Prix des Libraires und dem Prix Rotary International 2008 ausgezeichnet wurde. Ihr Roman ›Nach einer wahren Geschichte‹ (DuMont 2016) stand wochenlang auf der Bestsellerliste in Frankreich und erhielt 2015 den Prix Renaudot. Zuletzt erschien bei DuMont ihre Romane ›Dankbarkeiten‹ (2019) und ›Das Lächeln meiner Mutter‹ (2020). Die Autorin lebt mit ihren

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