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Historisch inspirierter Roman über die Edo-Zeit, Rebellion und Weibliche Samurai
„ Eine bestimmte Tat kann legendär werden. Sie wird zum SHINHWA. Zum Mythos.“ (S. 160) „Es sind Geschichten, die Imperien erbauen. Die Geschichte von einem Kaisergrab und einer Kriegerin, die sich erhob, die Menschen zu ermächtigen. So würde die Geschichte beginnen. Es sollte eine Geschichte werden, eine Legende, die den Titel Shinwa verdient hatte. Und die Legende nahm ihren Anfang.“ (S.491) Neben meinem generellen Interesse an Romanen über Japan, hat mich der Hintergrund des Autors Christian Gerhard auch sehr angesprochen. Er hat Ostasienwissenschaften studiert und selbst 10 Jahre in Japan gelebt. Das Wandern in den Japanischen Alpen, das Denkmal einer berühmten Samurai-Kriegerin und ein historischer Bauernaufstand, an dem auch eine Frau beteiligt gewesen sein soll, haben ihn zu diesem Roman inspiriert und zu viel Recherche geführt. Christian Gerhard möchte in dieser Dilogie die weiblichen Samurai ins Rampenlicht rücken, die es so auch wirklich gegeben hat und die bis heute verehrt werden. So führt uns der Autor nach Japan ins 18.Jahrhundert in die Edo-Zeit. Das Land wird vom Shogunat der Familie Tokugawa und den Daimyos regiert, die durch strenge Regeln und soziale Hierarchien (ein Vier-Klassen-System, keine Vermischung der Klassen) bestimmt wird. Als der Vulkan Asama ausbricht, versinkt das umliegende Land unter einer Aschewolke und die Ernten der Bauern sind zerstört, die Felder nicht mehr zu bestellen. Die Bauerntochter Aoi ist mir ihrer Familie und dem Dorf in dem sie lebt, von dem Unglück stark betroffen. Der dort herrschende Daimyo lässt sein Volk aber komplett im Stich, sendet keine Hilfe zum Wiederaufbau, geschweige denn Nahrungsmittel. Während seine eigenen Vorratsspeicher voll sind, verhungert das Volk. Aus dieser Not geboren schließen sich die Überlebenden der Hungersnot zusammen und wollen gegen den Daimyo rebellieren. Schon bald nehmen sie eine Samurai-Kriegerin des Daimyo gefangen, die die Misstände erkennt und den Feudalismus beenden will. Denn:„Ein Herrscher muss das Herz seiner Untertanen gewinnen. Das darf nicht in Vergessenheit geraten, doch das ist es leider. Als ich gesehen habe, dass die Menschen einander vor Hunger aufgefressen haben und der Daimyo nicht geholfen hat, habe ich gespürt, dass es so nicht weitergehen kann. Dass wir Mitmenschlichkeit brauchen, so, wie es der Kodex der Samurais fordert.“ (S.256) Sie schlägt sich auf die Seite der Rebellen und nimmt Aoi unter ihre Fittiche. Eigentlich wollte Aoi Geschichtenerzählerin werden, doch nun ist ihre Zukunft geprägt von Kampf und Überleben. Wird es ihnen gelingen? Man merkt dem Roman an, dass Christian Gerhard weiß wovon er schreibt; die Atmosphäre ist toll eingefangen, es lässt sich flüssig lesen, und ich konnte in meiner Fantasie wunderbar ins Historische Japan reisen. Wir haben hier starke Frauenfiguren, die sich weiterentwickeln und für sich und ihre Überzeugungen einstehen. Ich mochte, das Aoi ihre Leidenschaft des Geschichten-Erzählens trotzdem weiterverfolgt und wir hier hin und wieder eine ´Geschichte in der Geschichte ´ bekommen. Einzig die doch recht einseitige Darstellung der Charaktere hat mir nicht so gut gefallen; es gibt hier wenig Grauschattierungen, „die Guten“ sind gut, „die Bösen“ durchweg böse. Auch waren mir manche Konflikte zu unglaubhaft und schnell heraufbeschworen, was auch mit einer gewissen Leichtgläubigkeit einherging. Abgesehen davon hat mich das Buch aber sehr gut unterhalten und nach diesem Ende möchte ich den zweiten Band auch unbedingt lesen - der erscheint ja glücklicherweise schon im Juni! Für Alle, die sich für Japanische Geschichte interessieren, auf jeden Fall eine Leseempfehlung.

8. Apr. 2025
Historisch inspirierter Roman über die Edo-Zeit, Rebellion und Weibliche Samurai
„ Eine bestimmte Tat kann legendär werden. Sie wird zum SHINHWA. Zum Mythos.“ (S. 160) „Es sind Geschichten, die Imperien erbauen. Die Geschichte von einem Kaisergrab und einer Kriegerin, die sich erhob, die Menschen zu ermächtigen. So würde die Geschichte beginnen. Es sollte eine Geschichte werden, eine Legende, die den Titel Shinwa verdient hatte. Und die Legende nahm ihren Anfang.“ (S.491) Neben meinem generellen Interesse an Romanen über Japan, hat mich der Hintergrund des Autors Christian Gerhard auch sehr angesprochen. Er hat Ostasienwissenschaften studiert und selbst 10 Jahre in Japan gelebt. Das Wandern in den Japanischen Alpen, das Denkmal einer berühmten Samurai-Kriegerin und ein historischer Bauernaufstand, an dem auch eine Frau beteiligt gewesen sein soll, haben ihn zu diesem Roman inspiriert und zu viel Recherche geführt. Christian Gerhard möchte in dieser Dilogie die weiblichen Samurai ins Rampenlicht rücken, die es so auch wirklich gegeben hat und die bis heute verehrt werden. So führt uns der Autor nach Japan ins 18.Jahrhundert in die Edo-Zeit. Das Land wird vom Shogunat der Familie Tokugawa und den Daimyos regiert, die durch strenge Regeln und soziale Hierarchien (ein Vier-Klassen-System, keine Vermischung der Klassen) bestimmt wird. Als der Vulkan Asama ausbricht, versinkt das umliegende Land unter einer Aschewolke und die Ernten der Bauern sind zerstört, die Felder nicht mehr zu bestellen. Die Bauerntochter Aoi ist mir ihrer Familie und dem Dorf in dem sie lebt, von dem Unglück stark betroffen. Der dort herrschende Daimyo lässt sein Volk aber komplett im Stich, sendet keine Hilfe zum Wiederaufbau, geschweige denn Nahrungsmittel. Während seine eigenen Vorratsspeicher voll sind, verhungert das Volk. Aus dieser Not geboren schließen sich die Überlebenden der Hungersnot zusammen und wollen gegen den Daimyo rebellieren. Schon bald nehmen sie eine Samurai-Kriegerin des Daimyo gefangen, die die Misstände erkennt und den Feudalismus beenden will. Denn:„Ein Herrscher muss das Herz seiner Untertanen gewinnen. Das darf nicht in Vergessenheit geraten, doch das ist es leider. Als ich gesehen habe, dass die Menschen einander vor Hunger aufgefressen haben und der Daimyo nicht geholfen hat, habe ich gespürt, dass es so nicht weitergehen kann. Dass wir Mitmenschlichkeit brauchen, so, wie es der Kodex der Samurais fordert.“ (S.256) Sie schlägt sich auf die Seite der Rebellen und nimmt Aoi unter ihre Fittiche. Eigentlich wollte Aoi Geschichtenerzählerin werden, doch nun ist ihre Zukunft geprägt von Kampf und Überleben. Wird es ihnen gelingen? Man merkt dem Roman an, dass Christian Gerhard weiß wovon er schreibt; die Atmosphäre ist toll eingefangen, es lässt sich flüssig lesen, und ich konnte in meiner Fantasie wunderbar ins Historische Japan reisen. Wir haben hier starke Frauenfiguren, die sich weiterentwickeln und für sich und ihre Überzeugungen einstehen. Ich mochte, das Aoi ihre Leidenschaft des Geschichten-Erzählens trotzdem weiterverfolgt und wir hier hin und wieder eine ´Geschichte in der Geschichte ´ bekommen. Einzig die doch recht einseitige Darstellung der Charaktere hat mir nicht so gut gefallen; es gibt hier wenig Grauschattierungen, „die Guten“ sind gut, „die Bösen“ durchweg böse. Auch waren mir manche Konflikte zu unglaubhaft und schnell heraufbeschworen, was auch mit einer gewissen Leichtgläubigkeit einherging. Abgesehen davon hat mich das Buch aber sehr gut unterhalten und nach diesem Ende möchte ich den zweiten Band auch unbedingt lesen - der erscheint ja glücklicherweise schon im Juni! Für Alle, die sich für Japanische Geschichte interessieren, auf jeden Fall eine Leseempfehlung.
8. Apr. 2025








