Diese Frauen kämpfen, diese Frauen geben nicht auf. Diese Frauen sind unsere Gegenwart: arm, reich, schwarz, weiß, sie sind Ehefrauen, Mütter, Wissenschaftlerinnen, Nachbarinnen, Verbrecherinnen, Liebende, Mächtige, von Gewalt Heimgesuchte. Das Schwesternpaar, das seit ihrer gemeinsamen Entführung als Kinder unzertrennlich ist. Die Frau, die mit einem Zwilling verheiratet ist, der manchmal von dessen Bruder ersetzt wird. Die Stripperin, die aufs College geht, und die schwarze Ingenieurin, die ihre Vergangenheit nicht vergessen kann: Sie alle sind gleichzeitig zu viel und zu wenig. Wir sind wie sie und geben nicht auf.
Schwierige Frauen = schwieriger Titel?
Für mich ja, stellen sich mir beim Lesen doch ein bisschen die Nackenhaare auf.
Mir ist bewusst, dass die Autorin, Roxane Gay, damit provozieren will, zumindest hoffe ich das, was ihr feministischer Hintergrund auch vermuten lässt, dennoch kann ich mich damit nicht so recht anfreunden.
Rein inhaltlich handelt es sich um eine Sammlung von Kurzgeschichten, die das weibliche Leben beleuchten und die Fragestellung, was macht eine Frau „schwierig“.
Die Geschichten sind gut geschrieben, flüssig zu lesen und beleuchten verschiedene Aspekte des Frau-Seins. Über Rassismus, Misogynie, Sexismus, sexuelle oder tätliche Übergriffe, Fremdbestimmung, Schicksalsschläge, Vernachlässigung, psychische Krankheiten… jedes mögliche Thema wird verarbeitet.
In sehr klaren Worten zeigt die Autorin auf, dass Frauen nicht per Definition „schwierig“ sind, sondern dazu „gemacht“ werden. Es ist traurige Realität, dass sich die meisten Frauen, selbst im unserer „aufgeklärten“ Welt in mindestens einer Geschichte wiederfinden werden.
Ich würde gern sagen, dass es Spaß gemacht hat das Buch zu lesen, aber auf Grund der Thematik kann ich das leider nicht. Es zeigt ein realistisches Abbild, wenn auch manchmal auf einer sehr abstrakten Ebene ,und dies macht eher traurig oder wütend.
Es ist auf alle Fälle interessant, dennoch nicht für jeden empfehlenswert, da es harter Tobak ist und eine Triggerwarnung vergeblich gesucht wird.
29. Okt. 2022
4,0
Schwierige Frauen = schwieriger Titel?
Für mich ja, stellen sich mir beim Lesen doch ein bisschen die Nackenhaare auf.
Mir ist bewusst, dass die Autorin, Roxane Gay, damit provozieren will, zumindest hoffe ich das, was ihr feministischer Hintergrund auch vermuten lässt, dennoch kann ich mich damit nicht so recht anfreunden.
Rein inhaltlich handelt es sich um eine Sammlung von Kurzgeschichten, die das weibliche Leben beleuchten und die Fragestellung, was macht eine Frau „schwierig“.
Die Geschichten sind gut geschrieben, flüssig zu lesen und beleuchten verschiedene Aspekte des Frau-Seins. Über Rassismus, Misogynie, Sexismus, sexuelle oder tätliche Übergriffe, Fremdbestimmung, Schicksalsschläge, Vernachlässigung, psychische Krankheiten… jedes mögliche Thema wird verarbeitet.
In sehr klaren Worten zeigt die Autorin auf, dass Frauen nicht per Definition „schwierig“ sind, sondern dazu „gemacht“ werden. Es ist traurige Realität, dass sich die meisten Frauen, selbst im unserer „aufgeklärten“ Welt in mindestens einer Geschichte wiederfinden werden.
Ich würde gern sagen, dass es Spaß gemacht hat das Buch zu lesen, aber auf Grund der Thematik kann ich das leider nicht. Es zeigt ein realistisches Abbild, wenn auch manchmal auf einer sehr abstrakten Ebene ,und dies macht eher traurig oder wütend.
Es ist auf alle Fälle interessant, dennoch nicht für jeden empfehlenswert, da es harter Tobak ist und eine Triggerwarnung vergeblich gesucht wird.
Roxane Gay, geboren 1974, ist Autorin, Professorin für Literatur und eine der wichtigsten gesellschaftspolitischen und literarischen Stimmen ihrer Zeit. Sie schreibt u.a. für die New York Times und den Guardian, sie ist Mitautorin des Marvel-Comics »World of Wakanda«, Vorlage für den hochgelobten Actionfilm »Black Panther« (2018), dem dritterfolgreichsten Film aller Zeiten in den USA. Roxane Gay ist Gewinnerin des PEN Center USA Freedom to Write Award. Sie lebt in Indiana und Los Angeles.