Romane

Penelope und die zwölf Mägde

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Über das Buch

Penelope – die spartanische Prinzessin gilt als Sinnbild der treu liebenden Ehefrau und Mutter, die jahrzehntelang geduldig die Heimkehr des heldenhaften Ehemanns erwartet. So erzählt es die »Odyssee«, aber ist es auch die Geschichte, die Penelope selbst erzählen würde? Nein, findet Margaret Atwood. Ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen hält ihre Penelope Rückschau auf ihr Leben, berichtet von der gnadenlosen Konkurrenz mit der hübschen Cousine Helena, von der Zwangsverheiratung mit Odysseus, einem Mann, dem der Ruf vorauseilte, ein Aufschneider zu sein, und den Intrigen und Skandalen am Hofe Ithakas. Ergänzt wird Penelopes Erzählung vom Chor ihrer Mägde, die ihren Dienst mit dem Leben bezahlten und nun nach Gerechtigkeit verlangen.

Editionen (5)

ISBN9783641296247
VerlagGoldmann
Erscheinungsdatum13.10.22
Seitenzahl192

Rezensionen & Bewertungen

182 Bewertungen

38 Rezensionen

3,7

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  • freakyvrou
    freakyvrou

    70 Follower

    3,0

    Unpassend moderne Sprache, unsympathische Protagonistin 🤔

    Penelope, Odysseus‘ treu wartende Ehefrau, erzählt von der Unterwelt aus in unpassend moderner Sprache, was während des Trojanischen Krieges und der Irrfahrten ihres Mannes passiert ist. Ihre eingebildete Cousine Helena, die Frau, deren Ent- oder Verführung den Trojanische Krieg anzettelte, spielt eine antagonistische Rolle. Penelope betrauert die Ermordung ihrer zwölf Mägde und Vertrauten durch Odysseus. Sie mussten sterben, weil sie sich mit den Freier eingelassen haben, aber nur auf Geheiß ihrer Herrin als Spioninnen! Zwar geht es um die Entzauberung des großen Homerischen Helden und um diese ungerechte blutige Tat, aber doch erfährt man kaum bis nichts über diese Mägde. Ein Roman aus der Sicht einer von ihnen hätte mir besser gefallen! Unterbrochen wird Penelopes Erzählung von „Theatereinlagen" der zwölf Mägde und zum Schluss einem Schauprozess gegen Odysseus. Die Autorin hat versucht, durch die Sichtbarmachung von Penelope und der Mägde, dieser Kollateralschäden von Odysseus‘ Rache an den Freiern, einen feministischen Blickwinkel auf die Odyssee einzunehmen. Doch Penelope kommt dabei nicht gut weg. Sie nutzt ihre Mägde aus und „opfert“ deren körperliche Unversehrtheit, um etwas über etwaige Pläne der Freier zu erfahren. Früher oder später werde jede vergewaltigt, das habe das Palastleben so an sich, sagt sie.

    5 Stunden vor

  • conny.liest
    conny.liest

    75 Follower

    4,0

    Eine neue Seite einer alten Geschichte.

    Ein antiker Sagenstoff, eine Frauenperspektive, die Frage nach Gerechtigkeit – eine super Mischung.

    18. Apr. 2026

  • tumbleread
    tumbleread

    47 Follower

    3,0

    In Penelope und die zwölf Mägde von Margaret Atwood erleben wir die Geschichte der Odyssee aus weiblicher Perspektive. Penelope lebt nun im Hades und erzählt ihre Sicht auf die Geschehnisse während Odysseus’ Abwesenheit. Verquirlt mit Anekdoten aus der Gegenwart erfahren wir von ihrem Leidensweg, dem Konkurrenzkampf mit Helena und ihrem Kampf gegen die Freier bis zur Rückkehr ihres Ehemannes. Alles gespickt mit „Theatereinlagen“ der zwölf Mägde, also Liedern, nachgespielten Szenen mit Regieanweisungen und zum Schluss einem Schauprozess gegen Odysseus selbst. (Wer die Odyssee nicht kennt: Odysseus ließ die Mägde am Ende aufhängen, da er sie für treulos hielt, obwohl sie nur auf Geheiß seiner Gattin handelten.) Mein erstes Buch von Margaret Atwood und ich hätte schlechter kaum starten können. Ich bin ein großer Fan der griechischen Mythologie, aber dieses Buch hat mir vieles an der Odyssee verleidet. Falls das Buch einen feministischen Touch haben sollte, ist dieser bei mir nicht angekommen. Penelope kommt wirklich nicht gut weg: farblos und bieder wirkt sie. Auch wenn sie ihr Verhalten während ihres Lebens teils kritisch betrachtet, wird sie nicht müde, für alles eine Entschuldigung zu finden. Dass sie ihre Mägde erst ausgenutzt und dann ins offene Messer hat laufen lassen, findet bei ihr gar keine Erwähnung. Stattdessen werden die armen Frauen im Hades von ihr noch angeschrien, sie sollten den armen Odysseus doch endlich in Ruhe lassen. Irgendwann müsse es ja auch mal gut sein mit der Rache, oder? Von den Mägden selbst erfährt man in den kurzen Abschnitten ebenfalls nicht viel. Natürlich das Übliche über das Leben als Sklavinnen und die harte Arbeit und bitte nicht falsch verstehen: Ich will keineswegs sagen, dass das nicht grausam war. Frau, Sklavin, Freiwild. Aber es fehlt an persönlichen oder konkreten Einblicken. Durch die Textpassagen der Mägde, die an eine Theateraufführung erinnern sollen, wirken diese für mich zudem vom restlichen Text entkoppelt. Ich hatte ständig das Gefühl, zwei Geschichten zu lesen, die nicht wirklich zusammengehören. Vielleicht sollte das eine Art Klassengegensatz darstellen, Monarchie vs. Dienerschaft, aber das kam bei mir nicht wirklich an. Auch sprachlich fühlte ich mich überhaupt nicht abgeholt. Penelopes moderne Sprache passte für mich nicht in den Kontext und wirkte stellenweise einfach nur albern und überzogen. Man muss eine Geschichte ja nicht verstauben lassen, aber das war mir einfach zu viel. Am Ende weiß ich nicht genau, was mir das alles geben sollte. Gerade die alten Sagen und Mythen bieten großartiges Material für feministische Literatur – das haben uns zum Beispiel Jennifer Saint und Madeline Miller bewiesen. Aber dieses Buch verfehlt leider vieles von dem, was es hätte sein können. Schade.

    19. Apr. 2026

3 von 38 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Margaret Atwood

Margaret Atwood, geboren 1939, ist unbestritten eine der wichtigsten Autorinnen Nordamerikas. Ihre national wie international vielfach ausgezeichneten Werke wurden in viele Sprachen übersetzt. »Der Report der Magd«, das Kultbuch einer ganzen Generation, wurde preisgekrönt als Serie verfilmt. 2017 erhielt sie den Friedenspreis des deutschen Buchhandels und für ihren Roman »Die Zeuginnen« wurde sie 2019 bereits zum zweiten Mal mit dem Booker-Preis für den besten englischsprachigen Roman ausgezeichnet. Atwood lebt in Toronto.

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