Romane

Kummer aller Art

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Über das Buch

Ein kleines Hörbuch über Kummer, das erstaunlich gute Laune macht

»Alle wirken innerlich blitzblank, nur in unserem Inneren sieht es aus wie bei Hempels unterm Sofa«, denkt sich Kioskbesitzer Armin, als er vergeblich versucht, erfolgreich zu meditieren. Und auch im Inneren der anderen Figuren dieser literarischen Kolumnen herrscht Unordnung: Frau Wiese kann nicht mehr schlafen, Herr Pohl ist nachhaltig verzagt, Lisa hat ihren ersten Liebeskummer und Psychoanalytiker Ulrich legt sich mit der Vergänglichkeit an. Kummer aller Art plagt die Menschen, die sich, mal besser, mal schlechter, durch den Alltag manövrieren. Aber der Kummer vereint sie auch, etwa, wenn auf Spaziergängen Probleme zwar nicht gelöst werden, aber zumindest mal an die Luft und ans Licht kommen.

Editionen (5)

ISBN9783864848070
Verlagtacheles!
Erscheinungsdatum26.04.23

Rezensionen & Bewertungen

1,6k Bewertungen

280 Rezensionen

4,1

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  • amygdalalimbus66
    amygdalalimbus66

    1,2k Follower

    "Eines meiner Lieblingswörter ist >Unannehmlichkeit<. Obwohl es ja wortwörtlich etwas meint, das zu groß ist, um es einfach an- oder hinnehmen zu können, wird es heute vor allem als Bezeichnung für Kinkerlitzchen benutzt."

    Ich bin wahrlich keine Fürsprecherin von Kurzgeschichten. Aber wenn sie von einer meiner absoluten Lieblingsautorinnen verfasst wurden, dann lasse auch ich mich erweichen. Und was soll ich sagen, sie sind alles, aber definitiv keine >Unannehmlichkeit<. Es fällt mir gar nicht leicht den Schreibstil von Mariana Leky zu beschreiben. Muss ich ja aber zum Glück auch gar nicht. Ich empfinde ihn jedoch als äußerst klug und charmant, im guten Sinne verschachtelt, witzig und tiefgründig zugleich. Die Sätze schmiegen sich mir an (vielleicht auch umgekehrt) und ich möchte immer mehr davon. Fühle mich verstanden und abgeholt, erkenne mich wieder. Wieder ein Volltreffer für mich. Und nun Frau Leky, schreiben Sie bitte, bitte schreiben Sie... "Nach zwanzig Minuten >Für Elise< - mein Blick ist mittlerweile leer, die Gesichtszüge entgleist wird die Musik unterbrochen, und sofort bin ich hellwach [...]." "Ich versuche, nicht zu warten. Ich mache ein paar Rückenübungen für Elise. Ich halte >Für Elise< an meine Zimmerpflanze, weil Pflanzen doch angeblich bei klassischer Musik prächtig gedeihen, ich glaube aber, zusehen zu können, wie die Pflanze bei jedem neuen Düdüdüdü welker wird. Ich gehe in die Küche. Ich sortiere die Gewürzdöschen alphabetisch. Ich frage mich, wie wohl die von Beethoven bewidmete Elise >Für Elise< fand und ob sie es genauso oft gehört hat wie ich, ich erinnere mich, dass man gar nicht genau weiß, wer Elise eigentlich war, dass eine gewisse Elisabeth Röckel im Verdacht steht, Elise zu sein, und ich frage mich, was wäre, wenn Beethoven sein Stück nicht >Für Elise<, sondern >Für Fräulein Röckel< genannt hätte, und dann frage ich mich, wo eigentlich mein Aggressionspotenzial geblieben ist. Warum ich dem Techniker nichts von >Zumutung< und >Servicewüste< und >Unverschämtheit< hinblaffen will. Nichts davon will ich. Ich will nur, dass der Techniker nicht für immer verschwunden ist. Allein, dass er zu mir zurücksegelt, macht ihn für mich zu einem Techniker von Weltrang. Es knistert. "Hören Sie?" fragt der Techniker. Ich höre und höre", sage ich, "Beethoven vor allem", und der Techniker sagt: "Es gibt eine technische Störung vor Ort. Es muss ein Techniker bei Ihnen vorbeikommen. Ich stelle Sie zu einem Kollegen durch, der wird einen Termin vereinbaren." "Dauert einen Moment", sagen der Techniker und ich gleichzeitig. Ich kneife die Augen zu. Für Elise. Alles ist immer, immer für Elise."

    "Eines meiner Lieblingswörter ist >Unannehmlichkeit<. Obwohl es ja wortwörtlich etwas meint, das zu groß ist, um es einfach an- oder hinnehmen zu können, wird es heute vor allem als Bezeichnung für Kinkerlitzchen benutzt."

    11. Apr. 2025

  • stradott
    stradott

    482 Follower

    4,0

    Heilsam, witzig, berührend, kurios: Ich liebe Mariana Leky!

    Für zwischendurch sind diese Kurzgeschichten einfach nur schön. Jede einzelne ist wie ein kleiner, warmer Sonnenstrahl auf der Seele, der einem den Tag ein bisschen versüßt. Leky schreibt sehr humorvoll, mit kleinen Weisheiten, aber niemals mit erhobenem Zeigefinger. Das ist, warum ich den Stil der Autorin so sehr mag: Weil sie es schafft, das man sich mit seinen eigenen Marotten angesprochen fühlt, ohne einem ein schlechtes Gefühl zu geben.

    19. März 2026

  • mai.lieee
    mai.lieee

    344 Follower

    4,0

    Ein leichtes Buch 🤭☀️

    Ich mochte Kummer aller Art wirklich sehr. Die kurzen Kapitel haben mir besonders gefallen – erst dachte ich, es wären einfach einzelne kleine Geschichten, aber am Ende merkt man, wie alles doch miteinander verwoben ist. Das hat mich richtig positiv überrascht. Inhaltlich geht es um ganz unterschiedliche Arten von Kummer und Sorgen, die Menschen im Alltag begleiten. Mal sind die Szenen lustig, mal traurig, oft sehr ehrlich – und irgendwie erkennt man sich an vielen Stellen selbst wieder. Für mich war es ein Buch, das man gut zwischendurch lesen kann, das aber trotzdem lange im Kopf bleibt. Es regt zum Nachdenken an, ohne schwer zu wirken. Einfach ein schönes, warmes Buch für Herz und Kopf.

    7. Dez. 2025

3 von 280 Rezensionen

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Seitenbasierte Kommentare

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bea777
bea77717. Jan. 2025

Ich finde es wahnsinnig komisch und es gibt so viele schöne Sätze. Z.B. die Angst hat nicht Medizin studiert

Autorin / Autor

Über Mariana Leky

Mariana Leky studierte nach einer Buchhandelslehre Kulturjournalismus an der Universität Hildesheim. Sie lebt in Berlin und Köln. 2017 veröffentlichte sie den SPIEGEL-Bestsellerroman Was man von hier aus sehen kann, der in über zwanzig Sprachen übersetzt und fürs Kino verfilmt wurde. Er ist im Hörbuch bei tacheles! erschienen, ebenso ihre Romane Erste Hilfe und Die Herrenausstatterin.

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