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Kühn hat zu tun

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Über das Buch

Ehemann, Vater, Freund, Polizist, Nachbar – und umfassend überfordert

Martin Kühn ist 44, verheiratet und hat zwei Kinder. Er wohnt auf der Weberhöhe, einer Neubausiedlung nahe München. Früher stand dort eine Munitionsfabrik, aber was es damit auf sich hatte, weiß Kühn nicht so genau. Es gibt ohnehin viel, was er nicht weiß: Zum Beispiel, warum von seinem Gehalt als Polizist ein verschwindend geringer Betrag zum Leben bleibt. Ob er sich ohne Scham ein Rendezvous mit seiner rothaarigen Nachbarin vorstellen darf. Warum er jeden Mörder zum Sprechen bewegen kann, aber sein Sohn nicht mal zwei Sätze mit ihm wechselt. Welches Geheimnis er vor sich selber verbirgt. Und vor allem, warum sein Kopf immer so voll ist.

Da wird ein alter Mann erstochen aufgefunden, gleich hinter Kühns Garten in der Böschung. Und plötzlich hat Kühn sehr viel zu tun.

Editionen (7)

ISBN9783453428898
VerlagHeyne
Erscheinungsdatum16.08.23
Seitenzahl320

Rezensionen & Bewertungen

79 Bewertungen

16 Rezensionen

3,9

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  • beajayy
    beajayy

    433 Follower

    3,5

    „Kühn hat zu tun“ ist kein Krimi wie aus dem Lehrbuch, sondern ein sanftes Porträt seines Hauptcharakters. Wer Weilers Stil mag, findet hier eine stille Geschichte mit Tiefgang, wer Action sucht, sollte anderswo suchen.

    Ein Blick durchs Fenster in Kühns Welt Als ich „Kühn hat zu tun“ aufschlug, fühlte es sich an wie der Eintritt in eine kleine Polizeiwache an einem verregneten Mittwoch, kein Actionfilm, keine brennenden Reifen, sondern der Geruch von Filterkaffee, leises Brummen alter Computer und ein Polizist, der mehr mit der Welt hadert als sie rettet. Ich habe mich beim Lesen oft gefragt, ob ich gerade einen Krimi in Händen halte oder eher das Porträt eines Mannes, der zwischen Alltag, Job und seinen eigenen inneren Zweifeln ein Stück Orientierung sucht. Die große Spannungsschraube drehte Jan Weiler selten an, stattdessen habe ich viele kleine Beobachtungen und Momente erlebt, die mir Kühn näherbrachten. Ich muss gestehen, am Anfang fiel mir der Einstieg schwer, doch je länger ich mit Kühn zusammensaß, desto mehr verstand ich seinen lakonischen Ton und seine stillen Kämpfe. Die Stärke des Romans liegt eindeutig in Weilers Sprache, schnörkellos, manchmal mit trockenem Humor, immer nah am Alltag seiner Figuren. Wer seine Art zu erzählen mag, der fühlt sich auch hier daheim. Besonders gelungen fand ich die fast beiläufigen Szenen, in denen man das Gefühl hat, durchs Schlüsselloch in Kühns Gedankenwelt zu blicken. Doch da, wo ich von einem Krimi mehr Spannung erwartet hätte, blieb für mich eher ein leiser Schein zurück. Der Fall selbst geriet in den Hintergrund, manchmal bis zur Unschärfe. Wer Hochspannung erwartet, könnte enttäuscht sein, wer aber Lust hat, einem Menschen über die Schulter zu schauen, für den lohnt sich der Blick. Am Ende war es für mich wie ein Spaziergang durch eine unscheinbare Nachbarschaft: keine spektakulären Schauplätze, aber viele kleine Ecken, an denen man innehält. „Kühn hat zu tun“ ist kein actionreicher Krimi, sondern eine Charakterstudie in Uniform.

    25. Sept. 2025

  • claudi10
    claudi10

    1522 Follower

    3,0

    Ich hab mich die ersten 150 Seiten echt gequält, hintenraus wurden es dann 3 Sterne. Wer die Bücher von Jan Weiler kennt und liebt, keine Enttäuschung. Ich finde es faszinierend, wie er alltägliche Dinge und ihre Skurrilität beschreibt. Komplett anders als andere Autoren. Leider ist es nicht ganz meine Art von Humor. Trotzdem werde ich auch Teil 2 und 3 lesen. Bin ja nun drin und vielleicht kann ich dann etwas genießen 😉

    27. Mai 2025

  • thegreatescape
    thegreatescape

    83 Follower

    4,0

    Sörensen lässt grüßen

    Bis vor wenigen Tagen wusste ich noch nicht einmal, dass Jan Weiler auch Krimis schreibt. Und schon habe ich den ersten Teil durch. Martin Kühn ist ein durchschnittlicher Ermittler, immer von Geldsorgen geplagt, das Eigenheim erst in 18 Jahren abbezahlt, ein pubertierender Sohn, eine pferdeverrückte Tochter, usw. Und plötzlich passiert es: direkt hinter Kühns Garten wird die Leiche eines alten Mannes abgelegt. Mit mehreren Messerstichen gefoltert, bis dann der letzte Messerstich tödlich war. Schnell steht fest: der Mörder muss aus der Nachbarschaft kommen. Gleichzeitig verschwindet die Tochter anderer Nachbarn auf dem Heimweg vom Musikunterricht. Zufall? Kühn erinnert mich stark an Sörensen, beide sind introvertiert und kämpfen im Stillen viele Kämpfe. Mit hat das Buch sehr gut gefallen, Teil zwei ist schon reserviert, daran konnte auch das etwas zu glatt gebügelte Ende nichts ändern.

    10. Dez. 2025

3 von 16 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Jan Weiler

Jan Weiler, 1967 in Düsseldorf geboren, ist Journalist und Schriftsteller. Er war viele Jahre Chefredakteur des SZ Magazins. Sein erstes Buch »Maria, ihm schmeckt's nicht!« gilt als eines der erfolgreichsten Debüts der letzten Jahrzehnte. Es folgten unter anderem »Antonio im Wunderland«, »Mein Leben als Mensch«, »Das Pubertier«, »Älternzeit« und die Kriminalromane um den überforderten Kommissar Martin Kühn. Auch seine Romane »Der Markisenmann« und »Munk« standen monatelang auf der Bestsellerliste. Neben seinen Romanen verfasst Jan Weiler zudem Kolumnen, Drehbücher, Hörspiele und Hörbücher, die er auch selbst spricht. Er lebt in München und Umbrien.

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